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Im Zeichen des Sterns
Verfasst: Dienstag 30. Dezember 2008, 10:04
von Manuel Farra
Erste Begegnung mit einem Priester des Horteras
Würde man sich über einen Jungen Mann unterhalten, der die Lehre eines Kriegers angenommen hat, obwohl er sich diesen Weg nur aussuchte, um über die Runden zu kommen, dann würde man wohl am ehesten an Manuel Farrah denken. Schon mit 14 Jahren lief er wegen dem Tod seiner Eltern fort, und stellte sich unter den Dienst eines Ritters. Doch nicht als knappe nein. Eher als ein Leibeigener, denn so erhielt er stets Nahrung und wurde auch bezahlt. Das Leben war schwer, und was konnte er schon groß anrichten? Er war 14 Jahre alt, konnte gerade ein Schwert halten, und wusste nicht mal dass man Pyrian Erze für Rüstungen und Schwerter verwendet.
Es gab einmal eine Begegnung mit einem Priester. Er war sicherlich schon ein langes Menschen Leben auf dieser Erde. Der Name des Priesters war Sardok Telkontar. Es war schon eine denkwürdige Begegnung, als der junge Manuel Farrah sich mit dem alten Sardok unterhielt. Er wusste so viele antworten auf abermals so viele Fragen. Und die Antworten die er geben konnte ergaben sinn. So verstand Manuel zum ersten mal, was es wirklich bedeutet Frei zu sein. Seine Gedanken über die Freiheit waren bisher immer diffus gewesen.
“Mit der Geburt schon, wird man in die Hände seiner Erzeuger gelegt, und hat zu gehorchen. Auch weiteres hat nichts mit der Freiheit zu tun, denn man versucht alles zu geben, um ein wohlhabendes Leben zu führen, damit man Leben kann wie man es möchte. Doch auch dann steht man im Dienst von Händlern, die meist betrügerische Preise aufbrachten.“
Die Worte des alten Mannes, ergaben alle Sinn.
" Das, was du machst sei dir Selbst überlassen. Solange du niemandem damit schadest, wird der Sternvater stets deine Wege erleuchten Junger Herr Manuel Farrah."
Machen was man möchte, ohne jemand dabei zu Schaden?!
Es war erst schwer vorstellbar, und mit seinen Jungen 16 Jahren war er auch noch nicht wirklich bereit dazu, über den Tieferen sinn nachzudenken. Denn es galt noch einige Ziele zu erreichen, bevor der Mond sich erneut gegen die Sonne durchsetzt, und die Dunkelheit sich über den Landen breit macht.
Verfasst: Dienstag 30. Dezember 2008, 10:06
von Manuel Farra
Rückblende:
Normalerweise hätte er seinen 14. Geburtstag gefeiert, doch nun stand er auf dem Friedhof von Arzberg. Seine Eltern waren soeben beerdigt worden, nachdem sie einer Krankheitswelle zum Opfer gefallen waren. Anschließend nahm ein Onkel ihn zu sich, für den er arbeiten sollte. Gerber sollte er werden, doch Manu hasste den Gestank der Gerbmittel und die blutige Arbeit den Tieren die Felle abzuziehen, sie anschließend von Fett und Fleischresten zu befreien und dann zu gerben. So riss er schon bald aus. Eine Weile hielt er sich mit Gelegenheitsarbeiten und ab und an auch mal einem kleineren Diebstahl über Wasser. Doch dann wurde er erwischt, ein Ritter fing ihn ein. Er zwang ihn dazu in seine Dienste einzutreten, ansonsten würde er im Gefängnis landen. So verrichtete er seinen Dienst, für Kost und Logis und ein kleines Taschengeld dass ihm der Ritter ab und an zusteckte. Dann geschah es, dass er die liebreizende Tochter seines Dienstherren kennen lernte und sich in sie verliebte. Des Ritters Töchterlein schien sogar seine Gefühle zu erwidern und nachdem sie heimlich die ersten Zärtlichkeiten ausgetauscht hatte, erwischte sie der der Knappe des Ritters und wollte diesem das natürlich sogleich mitteilen. Manu nahm allen Mut zusammen und schlug mit einem Holzprügel auf diesen ein, so dass dieser ohnmächtig zu Boden ging. Er bedrängte das Mädchen mit ihm zu fliehen, doch sie wollte nicht. Da sie als Tochter eines Ritters nichts gelernt hatte außer Hausarbeiten wie Stricken, wagte sie nicht ein neues Leben zu beginnen und so tief waren ihre Gefühle wohl auch nicht. So floh Manu allein, er schlug sich auf der Flucht mehr schlecht als recht durch, bis er zur Hafenstadt gelangte. Dort bestieg er heimlich ein Schiff, das ihn nach Bajard bringen sollte. Unterwegs wurde er natürlich entdeckt und musste sich seine Überfahrt verdienen, indem er dafür hart arbeiten musste. Endlich in Bajard angekommen schlug er sich ein Weilchen dort herum. Doch so wirklich gefiel es ihm nicht dort, auch kam es öfter zu einer Begegnung mit einem Edlen aus Arzberg. Alexandre de Galbadan war sein Name. Dieser wurde misstrauisch, als er einmal seinen Akzent hörte, den er sonst mühsam zu unterdrücken versuchte. Kurz darauf hörte er von einer Insel namens Lameriast und versuchte es erneut. Er versteckte sich wieder einmal auf einem Schiff, das die Insel ansteuern sollte. Natürlich wurder er wieder entdeckt, diesmal jedoch war es ein Passagier. Sein Name war Chris und er wurde sein Freund. Chris war Krieger und Manu bewunderte ihn dafür. Bisher hatte er nichts gelernt und sich nur mit Gelegenheitsarbeiten und kleineren Gaunereien über Wasser gehalten, nun wollte er es Chris gleich tun. Doch obwohl er damit sogar erfolgreich war, so recht mit dem Herzen war er nicht dabei als Krieger. Als er dann Val kennen und lieben lernte, ging er trotzdem noch weiterhin jagen um das Haus zu finanzieren, das sie bauen wollten. Viel lieber wäre er zu hause geblieben um Val zu zuschauen, wie sie aus etwas Holz und einigen Metallbarren die tollsten Sachen herstellte. Sie hatten dann eine ganze Weile mit dem Hausbau zu tun, erst wollten sie auf Lameriast bauen, doch dann stellte sich heraus, dass das Grundstück, dass sie sich ausgesucht hatten, nicht geeignet war und das fast fertige Haus rutsche auf dem schlammigen Grund ins Meer. Kurz darauf fanden sie in der Nähe von Varuna ein fertiges Haus, das verkauft werden sollte und kauften dieses, nachdem sie sich kurz beraten hatten. Nun sollte das Leben eigentlich in ruhigeren Bahnen verlaufen, Gold hatten sie zwar nicht mehr viel, nachdem Kauf des Hauses aber sie brauchten ja auch nicht viel. Manu suchte nach einer neuen Aufgabe, Krieger wollte er nicht mehr sein aber sonst hatte er nichts gelernt. Als ihm eines Tages Val berichtete, dass sie Holz benötigte, machte er sich auf den Weg nach Lameriast. Dort kannte er eine nette Tiefländerin, die ihm schon beim Bau des Hauses mit einer Holzlieferung geholfen hatte. Kurz hinter dem Hafen stellte er fest, dass sein Pferd lahmte, so gab er dieses in den Stall und machte sich zu Fuß auf den Weg. Er nahm die Abkürzung durch den Wald, um so ein wenig Zeit zu sparen. Er schlenderte durch den Wald und achtete zu wenig auf den Weg, so geschah es dass er in ein Loch stürzte. Er fiel knappe 3 Meter tief auf einen schlammigen abschüssigen Boden und machte sogleich eine Rutschpartie auf dem Hosenboden und stieß 20 Meter weiter schmerzhaft gegen eine Verstrebung. Seine Fackel hatte er dabei die ganze Zeit in der Hand gehalten und war froh darüber, dass sie nicht erloschen war. Ächzend richtete er sich wieder auf und stellte fest dass er sich in einer kleinen Höhle befand, die zudem noch bewohnt aussah. Leider war der Ausgang versperrt und da der Rückweg über die schlammige schräge Rampe viel zu rutschig war, war nun gefangen hier. Zum Glück hatte der Wohnungsinhaber aber Nahrung und Lebensmittel da gelassen, so dass er wenigstens keinen Hunger und Durst leiden musste. Doch bald schon erlosch seine Fackel und er fand trotzt allem Suchens auch keine in der Höhle, die anscheinend einem Waldläufer gehören musste. Manu verbrachte einige Zeit in seinem Gefängnis in absoluter Dunkelheit. Seine Gedanken waren permanent bei Val. Sie würde ihn vermissen, nach ihm Suchen, doch niemand würde ihn hier wohl finden. Oft drohte die Verzweiflung ihn zu übermannen, doch dann hörte er , wie von ganz weitem, eine leise Melodie, die wunderbar anzuhören war. Leise summte er sie manchmal mit und dachte oft auch die Worte von Sardok’s . Dass der Sternenvater für Freiheit stände. Freiheit, nie zuvor war ihm der Wert der Freiheit so bewusst geworden wie jetzt. Erst jetzt verstand er wirklich die Worte Sardok’s, was er ihm mitteilen wollte. Möglicherweise zu spät? Erst nach einigen Wochen, die Vorräte gingen fast zu neige, öffnete sich auf einmal die Tür. Ein recht zottiger und in Wildleder gekleideter Mann stand in der Tür, über seinen Schultern hing ein mächtiger Bogen, der er sogleich auf den Eindringling richtete. Manu sah kaum etwas, seine Augen hatten sich so an die Dunkelheit angepasst, dass er nun in der gleißenden Helligkeit fast blind war. Stammelnd versuchte er zu erklären was passiert war, es dauerte recht lange bis der Mann begriff, was passiert war und Manu erklärte den Schaden ersetzen zu wollen, doch dieser winkte ab und brachte ihn kurz darauf zum Hafen von Lameriast. Mit dem Schiff fuhr er weiter nach Bajard, dann mit der Kutsche nach Varuna. Er eilte zu dem Haus von ihm und Val, doch dort angekommen musste er zu seinem Entsetzen feststellen, dass sie fort war. Er fragte überall rum, doch niemand wusste wo sie nun war.
Erneut drohte die Verzweiflung ihn zu übermannen, doch er hatte Glück. Sardok kam zufällig vorbei. Oder war es wirklich Zufall? Manuel bezweifelte dies. Ehr schien es ihm eine Fügung des Schicksals oder gar der Götter?
Verfasst: Dienstag 30. Dezember 2008, 10:07
von Manuel Farra
Der alte Priester stand ihm bei in seiner Not und half ihm diese dunkle Stunden zu überstehen. Er brachte ihn zu seiner Waldhütte, die nun sein zuhause war, aber leer stand. Am nächsten Tag, nachdem er die Nacht kaum ein Auge zugetan hatte, rüstet er sich mit einer leichten Kettenrüstung. Die Plattenrüstung war ihm längst viel zu sperrig und schwer geworden, auf den Schutz einer Rüstung wollte er aber nicht ganz verzichten. So macht er sich in der Hoffnung auf nach Bajard um den alten Priester dort zu treffen.
Und er hatte erfolg. Sardok unterhielt sich mit einem Priester in gleicher Robe. Der andere Priester war wohl höher gestellt, als Sardok selbst, was er an der Anrede erkennen konnte, doch wandte er sich zu Sardok.
" Entschuldigt bitte die Störung euer Hochwürden. Doch ich konnte einfach nicht zuhause bleiben. Irgendetwas hat mich schnurstracks hier her geführt, als würde mich hier jemand erwarten. Und nun stehe ich vor den beiden Priestern des Horteras."
Ein kurzer blick von Sardok reichte aus um zu erkennen, was in Manuel vorging. Es waren gemischte Gefühle, doch vor allem hatte er in den Letzten Tagen immer mehr Interesse an Horteras gefunden. Die Freiheit die er verkörpert setzte sich immer tiefer in seinem Gedächtnis fest. Es war ihm kaum noch auszureden, dass Horteras sein Schutzpatron sei.
Tithus jedoch sah mehr in ihm. Tithus verstand direkt, dass es sich hierbei nicht nur um einen normalen Krieger der Freiheit handelte. Es handelte sich hierbei, um einen, der sich sehr für die Sternengemeinschaft interessierte. Tithus konnte fühlen, dass Manuel sich immer mehr der Lehre des Horteras hingab. Immer öfter suchte er die Anwesenheit der beiden und lauschte seinen Lehren und versuchte diese umzusetzen. Die Freiheit war eine große Versuchung, für jemanden der schon sein ganzes Leben unter den Diensten jemand anderen lebten. So nam Tithus sich Manuel beiseite, und setzte sich mit ihm auf eine Bank. Manuel war aufgeregt, und brachte kaum ein Wort heraus, ohne zu stottern. Als wäre es die größte Ehre für ihn, einmal neben der Eminenz Tithus gesessen zu haben.
Und so fragte Tithus:
"Ich sehe, dass etwas auf Deinem Herzen lastet, mein Sohn; und ich sehe auch, dass dein Interesse an uns, den geweihten Jüngern des Sternenherren beständig größer wird. Doch lebtest zu zuvor ein Leben im Zeichen des Schwertes. Als Krieger unter dem Zeichen des Schwertes. Doch lass mich raten: Du suchst Sardok auf, um ihn zu bitten, dich unter seine Fittiche zu nehmen, damit du dem Glaubenskreis des Horteras als Priester beiwohnen kannst?"
Einen kurzen Augenblick blieb Manuel die Luft weg. Es war komisch seine Gedanken, über jemand anderen Mund zu hören. Als hätte der Priester Tithus seine Gedanken gelesen. Ihm wurde ein wenig schwindelig bei dem Gedanken Priester werden zu können. Doch fasste er sich ein Herz, und entgegnete mit folgendem:
" Da habt ihr recht eure Eminenz. Viele Jahre habe ich mit dem Schwert verbracht, doch es nie wirklich gut geführt. Vor allem habe ich es nie gern getan, ich tat es weil ich keinen Beruf erlernt hatte und keine andere Möglichkeit sah Gold zu verdienen. Dann begegne ich Sardok, welcher mir ein neues Weltbild eröffnet, auch wenn ich dafür meine Zeit gebraucht habe. Und nun merke ich, dass ihr sogar sehr gute Menschenkenntnisse habt, und solch Gefühle fast aus einem heraus lesen könnt. Meine Entscheidung steht nun fest. Ich möchte in euren Kreis aufgenommen werden! Ich möchte lernen wie ihr zu sein! Den Menschen helfen, wenn sie Probleme haben! Ihnen Kleidung geben wenn es ihnen kalt ist! Ich möchte euch dabei helfen, jedem einzelnem seine Freiheit garantieren zu können, solange ich Vorort bin!"
Diese Worte fanden sogar bei Sardok großes Verständnis. Schließlich waren das genau seine Ziele die er hatte, als er her kam und sich unter Tithus stellte. Doch eine sofortige Entscheidung konnte nicht stattfinden. Erst einmal musste Manuel beweisen, dass ihm viel daran liegt für die Freiheit der Menschen zu kämpfen. Und so reiste Manuel nach langer Zeit des Redens wieder zurück, um sich auszuruhen.
Jeden Abend .. Jeden Morgen... Und auch Mittags.
Zu jeder normalen Tageszeit, kniete sich Manuel vor sein Haus, und blickte in die Sterne. Und jeder Tag wurde mit einem Gebet geschmückt.
" Sternvater erhöre mich. Ich bitte dich wie jeden Morgen nicht um viel. Ich bitte dich lediglich all die armen Menschen zu beschützen, und sie davor zu bewahren eingesperrt zu werden. Denn nichts ist schlimmer, als ein Käfig oder andere kleine Räume, ohne jeglichen Freien willen. So bitte ich dich mich zu erhören." Dann fügte er leise noch einen Wunsch hinzu: „Und ich bitte dich wie jedes Mal darum auf Val aufzupassen, so dass ihr nichts geschieht und ich sie bald wieder in meinen Armen halten kann“
Immer eindringlicher wurden seine Gebete und eines Tages geschah es. Als würde Horteras sich vor ihm zeigen, begann das Wasser in der Schüssel neben dem Feuer Mattblau zu leuchten. Es leuchtete sehr Schwach, und man könnte behaupten, dass er sich das nur eingebildet hatte, doch das sah Manuel anders. Er war sich sicher, dass er ein Zeichen erhalten hatte, das direkt von Horteras kam. Eine Art Zeichen zur Akzeptanz. Vielleicht aber auch eines anderer Art. Natürlich konnte Manuel es kaum fassen, und musste rasch jemandem davon berichten. Und so packte er rasch seine Tasche, und ritt nach Bajard, um Sardok und Tithus aufzusuchen. Doch hatte er diesmal Sardok im Blickfeld. Sofort begab er sich zu jenem, um ihm von seinem heutigen Erlebnis beim Gebet zu berichten. Und wie erhofft, nickte Sardok, und pustete den Pfeifenqualm in die klare Luft am Meer.
" Wie ich sehe, hasst du es geschafft Aufmerksamkeit beim Sternvater zu erregen. Er sieht deine Taten, und wird sie ständig verfolgen. So wie ich, wenn du dich unter meine Lehre stellst. Und dennoch, bist du gewillt ein Leben als Akoluth einzugehen. Trotz der Begabung deines Vaters...der sein Schwert führte als Kämpfer. Interessant.
So stelle ich dir eine Aufgabe junger Manuel. Und diese wirst du mir vor dem nächsten Tage nicht erledigen können. Doch stelle ich sie dir nun, und gebe dir 1 Wochenlauf zeit, um mir den Erfolg zu präsentieren.
Erkläre mir mit Worten, die Lehre des Sternvaters und was du dir daraus erhoffst. So bin ich gewillt dich unter meine Dienste zu nehmen."
Das Wort war gefallen. Manuel hatte zu tun, und doch wusste er gar nicht wirklich was er tun soll. So begab er sich auf ein Freies Feld. Ein Feld mit hohen Wiesen. Ein Ort an dem man sich besonders gut niederlassen konnte, um seine innere Ruhe zu finden. Ein Ort auch an den er angenehme Erinnerungen hatte. Hier war er oft mit Val gewesen. Eine volle Tasche mit Nahrung und Wasserschläuchen hatte er dabei. Und das aus einem guten Grund. Manuel konnte keinen klaren Gedanken fassen. Nicht am ersten.. und nicht am zweiten Tag. Erst am dritten Tag, bibbernd vor dem Feuer, war sein Kopf leer. Kein Gedanke mehr. Sein Kopf fühlte sich so leicht wie nie zuvor an. Und so begann er über die Worte Sardoks nachzudenken. Und er hatte erfolg. Doch Erfolg braucht seine Zeit, und so verbrachte er den vierten und fünften Tag auch noch dort. Nun war es knapp. Die Nahrung ging aus. Die Schläuche waren leer. Und das Feuer...dies Brannte auch nicht mehr. Und bei genauerem hinsehen, konnte man erkennen, dass auch Manuel nicht mehr dort war. Zwar war er noch körperlich anwesend, jedoch war er innerlich vollkommen entrückt und verinnerlichte sich die Lehren von Sardok und Tithus. Später dann betrat Manuel das Anwesen von Sardok, und kniete nieder. Sodann begann er sofort folgendes aufzusagen:
" Die Freiheit steht an erster stelle eines jeden Menschen. Jeder Mensch hat nach seinem Inneren beurteilt zu werden, und nicht nach dem, was er trägt.. welcher Gemeinschaft er angehört oder in welchem Dorf er lebt. Lebe dein Leben, nach deinen freien Vorlieben, doch achte darauf das niemand dabei zu schaden kommt. Teile dein täglich Brot mit jenen die Nichts haben, und fülle ihre Herzen mit Hoffnung und Glaube an sich selbst. Dann kannst du dich der Lehre des Horteras annehmen!"
Ein zufriedenes nicken war von Seiten Sardoks zu erkennen, als er ihm jenes vortrug. Sardok stand auf, und legte seine Hand auf die Schulter Manuels.
"Ich bin gewillt dir beizubringen was ich weiß. Herzlich willkommen Bruder Manuel."
Verfasst: Dienstag 30. Dezember 2008, 10:17
von Manuel Farra
Am nächsten Tag bereits traf er sich mit Bruder Sardok. Man plauderte ein wenig, bekümmert betrachtete man die Schäden, die die Piraten in Bajard hinterlassen hatten und schon reifte in Manuel eine Idee. Er wollte den Menschen hier, die teilweise alles verloren hatten, helfen.
Doch erst ein mal ging er weiter mit Sardok. Er erzählte ihm vom Sternenvater und der Macht der Gebete.
Ein Satz von ihm kam ihm zunächst sehr merkwürdig, ja sogar vermessen vor. Daß er zum Sternenvater beten solle aber auch fordern solle. Zum Sternenvater betete er seit einiger Zeit täglich mehrere Male, doch etwas fordern? Fragend schaute er zu Sardok, der ihm dieses dann noch näher erklärte. Etwas unsicher richtete er dann seinen Blick nach oben, gen Himmel. Schloß die Augen und sprach ein leises Gebet. Diesem fügte er immer noch recht unsicher hinzu "Und Sternenvater gib mir die Macht, den armen Menschen zu helfen, die sonst niemanden haben um ihre Rechte, ihre Freiheit zu verteidigen!"
Danach blickte er demütig zu Boden. Immer noch recht verunsichert darüber, etwas vom Sternenvater gefordert zu haben. Nach einer Weile blickte er wieder gen Himmel, gerade noch rechtzeitig um zu sehen wie sich eine Sternschnuppe vom Himmelszelt heruntersenkte, genau auf ihn zu. Gebannt sah er zu und plötzlich fuhr sie regelrecht ihn ihn hinein, brachte seinen Stab zum Leuchten und Manuel wurde sich zum ersten Mal, der Macht des Gebetes bewußt.
Verfasst: Mittwoch 31. Dezember 2008, 21:45
von Manuel Farra
Sardok erklärte ihm einiges. Am Anfang wirst du noch nicht viel bewirken können, doch um so mehr du dich für die Belange des Sternenvaters einsetzt, um so mehr Möglichkeiten wirst du haben.
Am nächsten Tag ging er nach Bajard, verwundert schaute er zu den vielen Trümmern auf der Straße, den vielen Brandlöchern in den Dächern und beschloß spontan den armen gepeinigten Menschen zu helfen. Er sprach mit Jepp, die sich spontan bereit erklärte eine größere Menge Holz bereitzustellen. Daraufhin schrieb er etliche Handwerksleute und Bauern an. Am gleichen Abend kam die Antwort von Estrella Blockhart, mit der er sich kurz darauf in Bajard traf. Sie begutachtete die Schäden und man vereinbarte ein Treffen für den Nächsten Tag. Mit der Bürgermeisterin sprach sie kurz danach und so wurde ein Treffen beschlossen, zu denen alle eingeladen waren, die beim Wiederaufbau des Dorfes helfen wollten.
Am Abend sprach er noch mit Falco Pendri, vom Handelskontor zu Varuna, der ebenfalls seine Hilfe versprach. Gleich am nächsten Morgen besuchte er dann die Landwirtin und Pferdezüchterin Emma Uhlenhoff bei ihrem Hof in der Nähe von Varuna. Sie hatte seinen Aushang gelesen und spendete großzügig Heu und Stroh für den Aufbau. Auch eine größere Menge Lebensmittel, sowie Baumwolle gab sie Manu noch, der anschließend genau wie sein Pferd vollgeladen gen Bajard strebte.
Auch dieses Treffen verlief recht erfolgreich, die tüchtigen Schreiner reparierten als erstes die Dächer der Häuser.
Verfasst: Mittwoch 7. Januar 2009, 20:31
von Manuel Farra
Auch in den nächsten Tagen gingen die Reparaturarbeiten in Bajard fleißig weiter und schneller als so manch einer wohl gedacht hätte, war das Dorf ganz ordentlich wieder hergestellt.
Manuel sann über neue Aufgaben, denen er sich stellen konnte und als er von Loralith erfuhr, daß diese für einige Tage verreisen müsse, versprach er sogleich sich an ihrer, um den Klostergarten zu kümmern.
Fortan ging er täglich zum Kloster um dort die notwendigen Arbeiten durchzuführen. Hauptsächlich waren es Kräuter, die immer noch wuchsen. Diese mußten ausgezupft, gereinigt und gebündelt werden. Eine Arbeit die ins Kreuz ging und zudem dreckig war.
Doch dies lehrte Demut, wie er von Loralith erfahren hatte und so nahm er seine selbstaufgelegten Pflichten durchaus willig und ohne Murren wahr.
Verfasst: Samstag 17. Januar 2009, 13:35
von Manuel Farra
Fast täglich ging Manu zum Kloster der Temora, dort half er beim Ernten der Kräuter, die anschließend gereinigt und gebündelt werden mußten. Eine Aufgabe die er noch nie gemocht hatte, sie aber dennoch willig ausführte. Wie hatte Loralith es noch formuliert? Man lerne Demut wenn man auf Knien im Dreck herum rutschen würde um die Kräuter zu ernten.
Demut ja, die verspürte er durchaus und so tat er sich auch ein wenig schwer damit vom Sternenvater etwas zu fordern, wie Sardok es ihm gelehrt hatte. Wer war er schon, daß er etwas fordern durfte? Doch andererseits war Sardok geweihter Priester und er nur Schüler, der von ihm lernen sollte.
Neben seinen momentanen Hauptaufgaben in den Reihen der Priesterschaft, war es ihm das wichtigste auf der Welt endlich Val wieder zufinden. Irgendwo mußte sie sein, er spürte einfach daß es sie noch gab. Vor einigen Tagen fühlte er, daß es ihr sehr schlecht ging. Sie mußte krank sein oder verletzt. Doch inzwischen schien es ihr, dem Sternenvater sei Dank, wieder besser zu gehen.
Mehrfach täglich betete er zum Sternenvater und beendete sein Gebet damit ihn zu bitten daß es ihr gut gehen möge und er sie bald wieder finden würde. Ihren Bruder hatte er leider immer noch nicht sprechen können, wann immer er auch in Lameriast war und an den Toren der Akademie klopfte.. Es war entweder niemand da oder man wußte nichts über seinen Aufenthaltsort. Es war zum verzweifeln, doch Manuel verlor seine Hoffnung nicht. Er fühlte und spürte daß sie noch lebte, ein unsichtbares Band verband die beiden und er konnte spüren wenn es ihr schlecht ging.
Verfasst: Montag 19. Januar 2009, 19:31
von Manuel Farra
Einer Nachricht folgend machte sich Manu auf nach Ost Gerimor. Nördlich der neuen Stadt Adoran war eine kleine Siedlung nahe eines Waldrandes.
Dort traf er seinen Menthor Sardok an. Nachdem beide ein wenig geplaudert und über die entstehende Gemeinschaft gesprochen hatten, gab ihm der alte eine Aufgabe, die er gleich ausführen sollte.
Die weiteste Wiese sollte er aufsuchen, den tiefsten Wald und den höchsten Berg!
Manuel machte sich rasch auf, ein wenig verwundert über den Auftrag des Alten, dennoch gewillt diesen auszuführen.
Eine weite Wiese fand sich unweit von seinem Haus, trotzt des Schnees setzte er sich im Schneidersitz hin und begann zu meditieren. Die Kälte spürte er kaum noch, so entrückt von der Welt war er nach kurzer Zeit.
"Seine Unsicherheit sollte er ablegen" hatte Sardok gesagt. Auch seinen Respekt vor ihm, sogar den Respekt vor Tithus, der doch der Hohe Priester Horteras war. Tiefer fiel er in seinen Zustand der Meditation, dachte über alles nach. Sein ganzes Leben zog wie im Zeitraffer an ihm vorbei. Wie bedeutungslos es war, bevor er Val kennen gelernt hatte. Erst danach folgten Szenen die ihm wirklich etwas bedeuteten. Dann die Gespräche mit Sardok über die Freiheit. Damals hatte er noch gar nicht begriffen was Sardok eigentlich meinte. Das Verstehen kam erst später, als er monatelang gefangen in diesem Erdloch seinen Glauben fand. Ohne ihn hätte er es nie geschafft, ohne den Glauben hätte er längst aufgegeben, sein Schwert gezückt und sich selbst ein Ende bereitet. Doch durch den Glauben gab es Hoffnung. Eines Tages würde er sie wieder in seinen Armen halten. Da war er sich ganz sicher.
Es war bereits Nacht als er, wie aus einem tiefen Schlaf aufwachte und auch plötzlich die beißende Kälte wahrnahm. Steif und kaltgefroren ging er bis zum nächsten Wäldchen, versuchte dort mit ein wenig Reisig ein Feuerchen zu entfachen. Als dieses munter prasselte und er sich eine karge Mahlzeit gönnte wurden die Lebensgeister langsam wieder munter und er dachte über seine nächste Aufgabe nach.
In den tiefsten Wald mußte er.. Dies konnte wohl nur der Nebelwald sein. Dieser lag nördlich von seinem kleinen Waldhäuschen, das ihn an viele glückliche Stunden mit Val erinnerte. Er lief zur nächstgelegen Kutschstation und fuhr dann bis zum Wegekreuz. Zuhause angekommen deckte er sich mit Proviant und warmen Decken ein und machte sich wieder auf den Weg.
Verfasst: Mittwoch 21. Januar 2009, 12:11
von Manuel Farra
Doch schon an der Kutschstation vor Bajard gab es einen Zwischenstop. eine der Stimme nach noch junge Frau, allerdings völlig vermummt und in den Farben der Waldgeister gekleidete Frau sprach ihn an.
Sie erkundigte sich nach seinem Reiseziel und Manuel bekannte freimütig daß er in den Nebelwald wolle. "Da müßt ihr aber erst die Elfen fragen" antwortete sie ihr. Nach einer Weilchen fuhren sie dann mit der Kutsche zur Kutschstation oberhalb Varunas. Mit der Frau führte er ein lockeres Gespräch, sie plauderten einfach ein wenig darüber was er dort suchte. Sie ermahnte ihn noch keine Waffen mitzunehmen und auch eine unauffälligere Kleidung anzuziehen. Dankbar nickte er ihr zu und setzte zu Hause angekommen ein Schreiben an die Elfen des Nebelwaldes auf.
Dieses legte er dann in einen Köcher, den er sorgfältig wieder verschloss. Dann legte er noch seine Waffen ab, zog eine im Wald ehr unauffälligere Kleidung in Grün- und Brauntönen an. Dann ging er mit der Frau, die sich später als Vivien vorstellte nach Norden. Am Rande des Nebelwaldes befestige er den Köcher, deutlich sichtbar, an einem Baum. Er suchte sich einen gemütlichen Platz auf einem umgefallenen Baumstumpf und redete lange mit Vivien. Das heißt eigentlich redete fast nur er.
Er wußte selber nicht wieso, aber irgendwie kam sie ihm so vertraut vor, von Anfang an. Er erzählte ihr seine ganze Lebensgeschichte. Wie seine Eltern starben, er von seinem Onkel, der ihm das Gerberhandwerk lehren wollte, ausriss. Erwischt wurde als er auf dem Markt eine Kleinigkeit stahl. Dann der Sklavendienst für den Ritter, erste aufkommende zärtliche Gefühle für sein Töchterchen, dann erneut die Flucht nach Gerimor. Wie er Val kennen und lieben lernte und sie wieder verlor. Über die lange Zeit der Gefangenschaft und wie er seinen Glauben an den Sternenvater fand. Stundenlang saßen sie da, während er seine Lebensgeschichte erzählte, sich praktisch vor ihr seelisch entblößte. Dabei war sie eine Fremde und dennoch fiel es ihm so leicht über alles zu reden. Es tat auch gut einfach mal alles rauszulassen. Er bemerkte gar nicht daß inzwischen Elfen seine Nachricht gefunden und durch eine neue ersetzt hatten. Erst Vivien machte ihn darauf aufmerksam, die wohl einen Schatten gesehen hatte. Lächelnd las er die Nachricht, die Elfen hatten es erlaubt.
So verabschiedete er sich von ihr mit den Worten, daß er hoffe sie bald wieder zu sehen und ging tiefer in den Wald hinein.
Verfasst: Freitag 23. Januar 2009, 10:11
von Manuel Farra
Einige Stunden schritt er durch den Wald, erfreute sich an den vielen Wald - und Baumgeistern. Von den Waldgeistern waren einige sehr scheu, andere regelrecht zutraulich. Ein winzig kleiner Wicht, gerade mal so groß wie sein Zeigefinger hüpfte ständig um ihn herum und brachte ihn zum Lachen, was diesen immer wiederum zu einem kichernden Gackern veranlaßte. Noch nie zuvor hatte er einen Wald wie diesen Nebelwald gesehen, die Vielfalt der Pflanzen und Tiere und auch der zahlreichen Geister machten ihn zu etwas ganz besonderem. Bald sah er den Wald als einen Ort, der ihm lebendiger schien als alle anderen je gesehenen Orte Alathairs.
Nach einiger Zeit erreichte er eine schöne Lichtung, die blumenübersäht war. Eine kleine Quelle entsprang in der Mitte der Lichtung in einen kleinen Teich, der in einen winzigen Wiesenbach mündete. Er ließ sich auf einem Baumstamm direkt neben dem Bach nieder, holte die Decken aus seinem Rucksack und breitete sie über sich. Er wußte inzwischen schon daß es Stunden dauern konnte, bis er aus dem Zustand der tiefen Meditation "erwachte"
Auch wenn es hier im Wald nicht so kalt war, wie im übrigen Gerimor, würde er nach Stunden der Meditation ohne die wärmenden Decken doch sehr frieren. Während er meditierte spürte er rein gar nichts von äußeren Einflüßen, das wußte er noch vom letzten mal.
So nahm er noch ein karges Mal ein, dass er mit Quellwasser herunterspülte und begann sich zu sammeln. Kurz darauf begann er mit seinem, nur in Gedanken gesprochenen Gebet an den Sternenvater und versank immer tiefer in den meditativen Zustand. Einige Elfen kamen vorbei, schauten erstaunt zu ihm, doch er registrierte ihre Anwesenheit nicht ein mal. Wieder und wieder kreisten seine Gedanken auch um Val und die Fremde, die er kennen gelernt hatte. Wie seltsam vertraut sie ihm war. Noch nie zuvor hatte er, Val ausgenommen, soviel von sich preisgegeben. Es wurde langsam dunkel, doch auch dies registrierte er nicht. Die ganze Nacht durch verbrachte in diesem Zustand, erst die einsetzende Kälte beim Morgengrauen "erweckte" ihn aus diesem Zustand. Obwohl er die ganze Nacht nicht geschlafen hatte, fühlte er sich trotzdem ausgeruht, voll neuer Hoffnung und Schaffenskraft.
Nach einem weiteren kargen Mahl, machte er sich auf den Rückweg und verstand jetzt erst die Warnungen der Elfen und Vivien's . Die Umgebung hatte sich über Nacht vollkommen verändert, so schien es ihm jedenfalls. Er versuchte grob nach dem Sonnenstand in Richtung Südwesten zu laufen, wo seine Hütte sein mußte. Doch bald war der Wald so dicht, daß kaum ein Sonnenstrahl den Erdboden berührte und er irrte lange herum, bis er einen freundlichen Waldelf traf, der ihn zum Waldrand zurück begleitete. Er dankte ihm lächelnd, wünschte ihm daß die Sterne ihm immer den rechten Weg weisen würden und der Segen des Sternenvaters ihn auf seinen Wegen begleiten würde, dann lief er das restliche Stück bis zu seiner Waldhütte.
Verfasst: Samstag 31. Januar 2009, 11:02
von Manuel Farra
In den nächsten Tagen traf er Vivien öfter. Ihm kam es merkwürdig vor, das konnte doch kaum alles ein Zufall sein. Und immer dieses Gefühl, dieses Vertrautsein.. Ihre Sprache war zwar durch die Maske, die sie immer trug, verstellt.. dennoch kam ihm alles so vertraut vor.. auch ihre Gesten. Er spürte aufkeimende Zuneigung zu ihr, doch dies durfte einfach nicht sein! Er liebte doch Val!
An dem Abend nach seiner Rückkehr aus dem Wald berichtete ihm ein entfernt bekannter, daß es Val gut ginge. Sie wäre im Wald von Freunden gefunden worden und wäre immer noch bei ihnen. Wo und bei wem sie war, wollte oder konnte er nicht verraten, was Manuel recht zornig machte. Doch er bekam nichts aus ihm heraus und so ging er nach einer Weile in Richtung Kutsche, wo er Vivien traf. Irgendwie wunderte ihn dies gar nicht mehr, sie schien überall aufzutauchen, wo er sich öfter aufhielt.
Mit ihr konnte er über alles reden, während sie wie immer recht schweigsam blieb und ihn ehr ausfragte. Nach einer Weile, es war mal wieder recht spät geworden, ging er dann wieder heim. Chris war wie üblich nicht da und so legte er sich in sein Bett, doch Schlaf sollte er keinen finden. Val lebte! Er hatte dies zwar immer gespürt, doch die Kunde davon daß sie lebte, bedeute ihm sehr viel. Dennoch tobten die unterschiedlichen Gefühle in ihm, Erleichtung, Freude, Hoffnung aber auch Wut und Zorn darüber, daß man ihm nicht sagte wo sie ist.
Verfasst: Mittwoch 4. Februar 2009, 10:42
von Manuel Farra
Die nächsten Tage vergingen schnell und er kam kaum dazu, sein Vorhaben Val zu suchen, wahrzunehmen. Wo wollte er auch anfangen zu suchen? Sie konnte überall sein. So half er Loralith im Klostergarten, begleitete öfter Tithus oder Sardok ins Kloster wo gegen einen Freiherren verhandelt werden sollte. Der sich beim ersten mal gegen irgendwelche Formalitäten auflehnte, beim zweiten mal gar nicht erst erschien, woraufhin dann beschlossen wurde ihn zu exkommunizieren.
Die Beratungen waren immer sehr interessant, es wurden verschiedene Meinungen vertreten, mit Argumenten untermauert, man versuchte Kompromisse zu finden und fand zum Schluß den Weg ihm zur Rehabilation 30 Tage zu geben, in denen er vieleicht zur Ruhe kam und sich besann.
Aber auch erfreuliche Ereignisse gab es. Darunter fiel die Hochzeit von Myra und Andreas. Tithus sollte diese abhalten, doch sollten er und Loralith auch einen Beitrag dazu leisten. So sprach er sich mit Loralith ab. Er würde eine kleine Rede halten und Loralith anschließend ein Gebet sprechen. Lange mußte er gar nicht überlegen über das Thema und so begann er in den folgenden Tagen einen Text vorzubereiten. Daran feilte er einige Zeit, bis er selber zufrieden damit war. Am Abend dann standen er und Loralith vor der Tür Spalier, ließen die Gäste hinein. Als dann auch die Braut in ihrem wunderschönen Kleid kam, gingen alle hinein. Loralith und er stellten sich hinter Tithus zum Ankh und verfolgten den Beginn der Zeremonie. Tithus sprach eine Weile, dann kündigte er an, daß er und Loralith ebenfalls etwas zur Zeremonie beitragen würden. Tithus winkte ihn nach vorn und so stand er vor der versammelten Hochzeitsgesellschaft. Er war ein wenig nervös, doch hielt sich diese in Grenzen. Er räusperte sich kurz und begann dann zu sprechen:
Nun mir wird heute das erste mal die große Ehre erteilt, mitzuhelfen den heiligen Bund der Ehe im Namen des Sternenvaters zu schließen. Auf dem ersten Blick, also oberflächlich betrachtet, mag es paradox erscheinen einen solchen Bund im Namen des Sternenvaters einzugehen, da doch der Sternenvater der Inbegriff der Freiheit ist. Andererseits wiederum mag der Eindruck bestehen daß ein solcher Bund, den ihr beiden bereit seit, einzugehen..
*er machte eine kurze Pause und schaute zu beiden*
Nun daß ein solcher Bund die persönliche Freiheit eines Jeden in gewisser Einsicht einschränkt. Sicherlich ist es auch so daß euch beiden in gewisser Weise Pflichten auferlegt werden, wie in jeder Ehe, die somit wiederum oberflächlich gesehen die Freiheit des einzelnen beschneidet. Doch entscheidend ist es meiner festen Überzeugung nach, daß ihr diesen Bund freiwillig eingeht!
Diese Freiwilligkeit ist in diesem Fall entscheidend, auch denke ich, daß was ihr dazugewinnt, in dem ihr den heiligen Stand der Ehe eingeht viel mehr wiegt. Somit wird euch beiden euer Ehegelübde auch zu größerer gemeinsamer Freiheit verhelfen. Die Freiheit euch und eure Liebe zu verwirklichen.
Die Freiheit gemeinsam euer weiteres Leben gemeinsam zu verbringen. Die Freiheit Kinder zu zeugen, gebären und großzuziehen ohne daß jemand mit dem Finger auf euch zeigen kann und auch die Freiheit dieser Kinder selbst, denen nicht das Makel der Ehelosigkeit anhaften würde.
So wollen wir nun gemeinsam für euch beten und euch den Segen des Sternenvaters zuteil werden lassen.
Verfasst: Samstag 28. Februar 2009, 12:46
von Manuel Farra
Schon einige Wochen dauerten die Vorbereitungen. Den höchsten Berg zu besteigen um dort zu meditieren war eine sehr viel schwierigere Aufgabe als dies im tiefsten Wald oder der weitesten Wiese zu tuen. Er besprach sich öfter mit Crekhar, dem Zwergenpriester, mit dem ihm so langsam eine Freundschaft verband. Sie planten den Aufstieg für Aufstieg für die ersten Tage des Lenzig. Wenn es schon ein wenig wärmer geworden sei.
Manuel verbrachte viel zeit mit den Vorbereitugnen, suchte Händler und Handwerker auf. Seile wurden gekauft, sowie stabile Eis- und Felshaken. Ein kleiner Hammer, mit dem man die Haken in den Fels oder das Eis schlagen konnte. Proviant und Wasser mußte mit genommen werden und auch auf das Gewicht mußte geachtet werden. Schließlich mußte man das ganze Zeugs ja den Berg rauf und auch wieder runter schleppen.
So verging die Zeit der Vorbereitungen, doch bald sollte es losgehen.
Verfasst: Samstag 7. März 2009, 13:21
von Manuel Farra
Doch es kam wie immer etwas dazwischen. Bruder Tithus selber, er war nach Rahal gegangen, ob nun freiwillig oder nicht das war hier die Frage. Jedenfalls ließ man ihn wohl nicht mehr gehen. Sardok war viel unterwegs, sprach mit allen möglichen Leuten. Manuel mußte versuchen zu schlichten. Führte lange Gespräche mit Bravan und Sahira. Die Krieger des Ordens, allen voran Bravan wären am liebsten wohl nach Rahal marschiert um ihn zu befreien. Jedoch wäre solch ein Unternehmen aussichtslos gewesen, das wußte auch Bravan, allerdings wollte er es sich und anderen wohl nicht eingestehen. Manuel versuchte ihn zu beruhigen, versuchte ihm klar zu machen daß die Macht des Gebetes mächtiger war als die des Schwertes, doch er erntete nur Spott und Unglauben.
Er selbst fühlte sich machtlos, zur Untätigkeit verdammt und so beschloss er eine Messe einzuberufen. Am Tag der Freiheit zur achten Abendstunde sollte es soweit sein. Er hoffte natürlich daß Sardok ihm dabei helfen würde und ihn dabei unterstützen würde. Doch hatte dieser nur selten Zeit sich um den Akoluthen zu kümmern, viele Aufgaben hatte er übernommen, die Vertretung von Tithus, die Bemühungen hinter den Kulissen ihn wieder frei zu bekommen. So war er meist allein und wollte schon verzweifeln, die Messe gar wieder absagen. Doch traf er in Bajard am Vorabend der Messe auf Sanyarin und führte ein langes Gespräch mit ihr. Sie schaffte es daß Zuversicht und Hoffnung in ihm aufkeimten. Das Gespräch mit ihr tat ihm wirklich sehr gut und auch das am nachfolgenden Morgen mit Hochwürden Rabeya. So wurde es langsam Abend, er war im Gemeindehaus der Horteras-Anhänger und bereitete sich auf seinen Auftritt vor. Eigentlich war es nicht die Aufgabe eines Akoluthen Predigten zu halten, doch wer außer ihm hätte es tuen sollen. Sardok hatte versprochen nachzukommen und auch einige Worte beizutragen.
Als die ersten Gäste kamen, erhob er sich und begrüßte sie.
Verfasst: Donnerstag 12. März 2009, 12:01
von Manuel Farra
Er hatte sich vorab einiges ausgedacht was er sagen wollte, jedoch wollte er dies nicht auswendig lernen und natürlich schon gar nicht von einem Blatt ablesen. Dennoch wollte er sich grob an sein Konzept halten.
Im Geiste ging er dieses noch ein mal kurz durch, er würde ein wenig von seinem Konzept abweichen und mehr auf das Pantheon eingehen, nahm er sich noch vor, als er sah daß mit Sanyarin und Sandroval zwei Eminenzen an seiner Andacht teilnahmen, bevor er begann:
"Hiermit möchte ich alle herzlich zur Andacht der Sternenjünger begrüßen.
Nun wir sind heute hier versammelt, weil ich diese Andacht für die Anhänger des Sternenvaters nutzen wollte. Zum Zeitpunkt wo ich den Termin festlegte wusste noch niemand von uns ob es
nun ein Dankes-Gottesdienst, ein Bittgottesdienst zur Befreiung von Bruder Tithus oder gar eine Trauerfeier werden würde.
Alles schien möglich zu diesem Zeitpunkt, wie wohl jeder andere von uns,
fühlte ich mich machtlos. Zu Untätigkeit verflucht, da wir nichts tun konnten um etwas an dem Zustand zu ändern. Das einzige was uns überblieb war zu beten, den Sternenvater darum bitten, dass Bruder Tithus wohlbehalten zu uns zurückkehrt.
Ich habe euch hier her geladen, natürlich auch mit euch um die Befreiung von Bruder Tithus zu beten und zu bitten. Aber auch um die Gedanken und Gefühle eurer Herzen zu formen. ihnen Zuversicht einpflanzen, Hoffnung und Mut. Bedenkt bitte dass uns das Licht nicht stets daran erinnert, dass die Finsternis nicht unbesiegbar ist.
Zu diesem Zwecke möchte ich eine kleine Geschichte erzählen, die aufzeigen soll dass man selbst in finstersten Zeiten nie den Glauben verlieren sollte. Der Sternenvater selbst erhellt unsere Pfade selbst in der tiefsten Nacht."
So dann begann er seine eigene Geschichte zu erzählen, allerdings in der dritten Person. Er erzählte von einem Jungen , der früher in den Tag hinein lebte, ohne Glauben, ohne festes Ziel und ohne Halt. Er erzählte von seinen Gesprächen mit Sardok, über die Freiheit und den Sternenvater und daß ihm das damals alles ehr abstrakt vorgekommen war. Freiheit war irgendwie selbstverständlich, ja bis zu dem Tage wo er gefangen war. Er war in eine Höhle gestürzt und monatelang dort gefangen gewesen. In dieser Zeit hatte er seinen Glauben gefunden, den Glauben an den Sternenvater und die Hoffnung auf Freiheit. Ohne diese hätte er es nie geschafft und hätte sich sicher selbst ein Ende in dieser Höhle bereitet. So war es für ihn die einzige Möglichkeit fortan im Namen des Sternenvaters zu leben, den Menschen zu helfen und Freiheit zu verkünden. Er beendete diesen Bericht mit den Worten: Wie einige bereits wissen, andere werden es vieleicht ahnen, war ich dieser Junge.
Nach einer kurzen Pause fuhr er fort:
Wie ihr seht, sollte niemand die Macht des Gebetes unterschätzen, Denkt an das was den Sternenvaters auszeichnet. Was wir mit ihm verbinden:
Es ist viel mehr als nur Freiheit. Hinzukommen die Erkenntnis,
Hoffnung, Gerechtigkeit, Tatendrang, Hilfe, Heilung, Trost und Toleranz.
Für all diese Werte steht der Sternenvater und auch wir.
Reden wir von der Hoffnung: Natürlich hoffen wir alle möglichst bald Bruder Tithus wieder unter uns zu haben. Ganz abgesehen von den persönlichen Hoffnungen die ein jeder von uns hat.
Die Hingabe von Bruder Tithus an den Sternenvater, wird sicherlich von diesem in so finsterer Zeit erwidert werden und ihm somit Gerechtigkeit zuteil werden lässt. Er wird ihm helfen, ihn heilen, ihm Trost spenden.
Er wird ihm den nötigen Tatendrang verleihen diese schwere Stunden
zu überstehen und selbst die Toleranz selbst gegenüber Feinden kann
eine starke, mächtige Waffe sein. Oft stärker als das Schwert.
Die Erkenntnis dass nur der Glaube, in unserem Fall der Glaube
an den Sternenvater weiterhilft. Natürlich gibt es auch schwere Zeiten
wie diese jetzt, doch werden wir gestärkt aus jeder Krise wie der Phoenix
aus seiner Asche emporsteigen.
Nun möchte ich darum bitten, dass ein jeder
*macht eine kurze Pause und sieht jeden kurz aber direkt an*
vorzutreten, selber ein paar Worte zu sprechen.
Wieso seid ihr her gekommen, was erhofft, was versprecht ihr euch?
Einige Leute traten vor, zunächst Sethric, dann sprach Sardok eine Weile und hielt seine Ansprache. Anschließend bat Manuel Taridan vor, der einigen Störenfrieden in der letzten Reihe einen bösen Blick zuwarf und sie mit der Macht, die ihm zuteil wurde, strafte. Danach trat Bravan vor, hielt ebenfalls eine Rede und zum Schluß richtete sogar seine Eminenz Sandroval einige Worte an die Gemeinde, bevor Manuel wieder das Wort ergriff.
Anschließend wollen wir gemeinsam nach draußen gehen und gemeinsam unter dem Sternenhimmel beten.
Ein jeder möge den Sternenvater dabei um die Freilassung von Bruder Tithus bitten und diese aber auch verlangen. Ich bin sicher unsere Botschaft wird in auch in Rahal ankommen, wenn wir uns nur genug anstrengen!
Alle gingen nun nach draußen, Manuel atmete noch ein mal tief durch, bevor er begann:
Sternenvater wir stehen hier versammelt.
Einer der unsrigen fehlt! Dein Hohepriester hier auf Erden! Er ist gefangen und fehlt uns sehr. Wir vermissen seinen weiser Rat, seine Präsenz in Bajard.
Das lichte Pantheon ist geschwächt durch sein Fehlen. Die Mächte der Dunkelheit werden stärker, der Einfluss des Panthers wird stärker und mächtiger. Unfrieden breitet sich aus unter den Menschen.
Du bist Inbegriff der Freiheit und so bitten wir dich um Freiheit für unseren Bruder Tithus. Nicht mehr aber auch nicht weniger verlangen wir!
Anschließend sprach ihre Eminenz Sanyarin einen Segen über alle Anwesenden als plötzlich ein Tumult ausbrach..