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Unwetter am Horizont

Verfasst: Dienstag 23. Dezember 2008, 20:04
von Inara Schwarzmourne
Der Bug des Schiffes pflügte sich schnell durch das Wasser und die Wellen liesen das Handelsschiff auf und ab tanzen. Inara stand ganz vorn an der Reling und genoss trotz des kalten Windes die Fahrt. Endlich wieder auf dem Weg nach hause! Sie konnte nicht anders, sie lächelte bereits seit sie vor einer Woche auf das Schiff gestiegen war. Ihr Herz quoll vor Freude fast über und dabei schien es noch bis vor wenigen Wochen so, als wäre ihr nicht zu helfen gewesen.

Lange war sie auf der Suche nach jemandem, der ihr helfen konnte, ihr verlorenes Gedächtnis zu finden. Viele Heiler, Gelehrte und Geweihte hatte sie befragt, doch schien es nichts zu geben, was zu helfen schien. Tinkturen, Beschwörungen, seltsame Apparaturen, Gebete .... alles hatte sie ausprobiert, doch ohne Erfolg.
Doch dann schien es einen Hoffnungsschimmer zu geben. Sie hatte in einem kleinen Dorf halt gemacht um Unterkunft für die Nacht zu suchen und hörte dort vom Wirt, dass in der Nähe eine alte Kräuterfrau leben solle, die sich besser als sonst jemand aufs heilen verstehen soll. Da sie nichts zu verlieren hatte, beschloss sie, die alte aufzusuchen. Man nannte sie Nessel.
Nessel war genauso unfreundlich, wie ihr Name vermuten lies, doch Inara gab nicht auf und erzählte ihr, warum sie ihre Hilfe wollte. Da blickte die alte sie an und sagte ihr, dass sie ihr wahrscheinlich helfen konnte, aber der Weg wäre kein leichter und es besteht auch die Gefahr, dass sie es nicht überleben würde. Dafür garantieren, dass es funktioniert, könne sie jedoch nicht. Doch Inara erklärte ihr, dass sie lieber tot sei, als sich an ihren Mann und ihren Sohn nicht mehr erinnern zu können und so willigte Nessel ein.

3 Tage und 3 Nächte musste sie daraufhin fasten und durfte nur einen Kräutertee zu sich nehmen, dann überreichte ihr Nessel einen Kanten Brot auf dem ein grünlicher Aufstrich war mit ekeleregendem Geruch. "Dieser Aufstrich enthält die Samen einer giftigen Pflanze und einige Kräuter des Waldes. Esst es und ihr werdet in ein schweres Fieber fallen. Doch wenn ihr aufwacht, so werdet ihr euch höchst wahrscheinlich erinnern können."
Ja, sie hatte grosse Angst, doch was nutzte es schon. So lange hatte sie gesucht, doch dies schien das hoffnungsvollste zu sein. Und ohne sich erinnern zu können, stets gefangen zwischen ihrem alten Leben und ihrem neuen... Und so ass sie das Brot und fast sofort darauf wurde sie so unendlich müde und schlief ein. Fast eine ganze Woche lag sie daraufhin im Fieber und Nessel pflegte sie derweil. Krämpfe schüttelten ihren Körper und Alpträume liesen sie im Fieberschlaf laut schreien, doch dann, nach schier unendlich langer Zeit schlug sie wieder die Augen auf und nach einer weiteren Woche war sie körperlich wieder bei Kräften, doch ihr Herz barst beinahe unter der wieder gefundenen Erinnerung und sie verzweifelte fast unter der Erkenntnis, was ihr genommen worden war.

Viele Monde war es nun her. Sie und Malachai hatten es sich gerade erst in Bajard gemütlich gemacht und genossen ihr Leben und ihre Liebe und ihren gemeinsamen Sohn Marik aufwachsen zu sehen. Bis dieser schicksalshafte Tag kam...
Sie wollte nur einkaufen, doch dann war da dieser windige Typ, der sie in den Wald lockte um sich mit ihr zu vergnügen. Sie konnte dem Banditen nicht wirklich etwas entgegensetzen und als er mit ihr fertig war, warf er sie weg, wie ein Stück Abfall. Dabei sties sie sich vermutlich den Kopf hart an einem Stein, so dass sie ihr Gedächtnis verlor. Doch als wenn das nicht schlimm genug war, erinnerte sie sich nun auch an das halbe Jahr, dass ihr sonst immer gefehlt hatte... Gefoltert wurde sie, eingesperrt und gefesselt! Die Alpträume, die sie oft hatte...es waren gar keine, sondern verdrängte Erinnerungen an ihr Martyrium. Man wollte sie als Spitzel einsetzen gegen Varuna und folterte sie so lange, bis sie darauf konditioniert war, auf einen bestimmten Auslöser alles preis zu geben, was sie wusste. Immer und immer wieder wurde dies mit ihr geübt, bis man ihren Geist gebrochen hatte und eine andere Person statt dessen erschuf. Melora Lax.
Ja...alles an ihr war falsch! Die Geschichte, die ihr aufgetischt wurde, von wegen Mitreisende, Pferdezucht ... nichts entsprach der Wahrheit! Alles war geplant! Am liebsten hätte sie vor Wut laut geschrien, doch mit der Zeit und nach einigen langen Gesprächen mit Nessel verebbte ihre Wut und sie freute sich darauf, bald wieder zuhause zu sein bei ihrem Mann und ihrem Kind. Sie würde alles vergangene hinter sich lassen und jetzt endlich mit ihm das Leben führen, auf dass sie sich beide so lange gefreut hatten! Zusammen für immer!

Ein Matrose holte sie aus ihrem Tagtraum und bat sie unter Deck zu gehen, da wohl bald ein Unwetter erwartet wurde. Und so tat sie, wie man ihr geheissen hatte. Doch bevor sie hinab ging, konnte sie noch einen Blick auf den Horizont werfen. Und tatsächlich... dort bauten sich hinter dem Heck gewaltige schwarze Wolkentürme auf und ein Blitz erhellte die Kulisse. Und kurz fragte sie sich, ob dies wohl ein Zeichen ist, doch dann verwarf sie den Gedanken schnell wieder. Sicher würde alles gut werden. Schliesslich hatte sie Malachai ja geschrieben, dass sie bald wieder da sein würde. Und nie hatte sie einen Mann gekannt, der seine Frau so innig liebte wie er sie. Monatelang hatte er sie gesucht und selbst, als er sie gefunden hatte, so bedrängte er sie nicht, sondern lies ihr die Wahl. Und nun konnte sie endlich wieder seine liebende Ehefrau sein und eine Mutter für ihren Sohn.

Und so ging sie mit einem durch und durch glücklichen lächeln in ihre Kabine, nicht ahnend, welche Unwetter sie noch zu bestehen hatte.

Verfasst: Montag 29. Dezember 2008, 20:30
von Inara Schwarzmourne
"Land in Sicht!" brüllte der Ausguck übers Deck und sofort begann die ganze Manschaft wie ein geöltes Uhrwerk zu ticken. Befehle wurden gerufen und jeder Matrose wusste genau, was er zu tun hatte um seine Arbeit zu verrichten. Nicht mehr lange, und sie war wieder in Bajard, ihrer alten Heimat.

Inaras Herz flatterte wie ein aufgeregter Schmetterling. Würde er in ihrem gemeinsamen Haus vielleicht bereits auf sie warten? Vielleicht war er aber auch noch in der Akademie, oder mal wieder unterwegs. Unwillkürlich musste sie schmunzeln. Was würde er für Augen machen! Sie konnte seine Arme förmlich schon spüren, wie er sie umarmte und sie endlich wieder seine Lippen kosten durfte. So lange...VIEL zu lange... hatte sie darauf verzichten müssen. Aber er hatte immer an sie geglaubt, an ihrer gemeinsamen Liebe festgehalten, egal welchem Unbill sie auch trotzen mussten, wer ihnen gerade nach dem Leben trachtete, oder welch anderes Unglück sie überstehen mussten, ihre Liebe hatte ihnen beiden immer Halt gegeben, so stark und unerschütterlich.
Selbst sein letzter Brief zeugte von seiner Liebe. Er wollte sie frei geben, frei für das Leben von dem er dachte, sie würde es mehr wollen als ihn! So ein Narr! Sie schüttelte den Kopf und kicherte leise. Eigentlich sollte er es ja besser wissen. Sie wollte nichts lieber als ihn, egal, was das bedeutete. Bei ihm sein, glücklich sein, so wie früher... Ein glückliches Seufzen entrang ihrer Kehle.
Und Marik? Nun... dies würde sicherlich Zeit brauchen. Er war so klein, als sie von ihrer Familie weggerissen wurde. Aber mit der Zeit würde er sich sicher an sie wieder gewöhnen, schliesslich war sie seine Mutter.
Ja, sicher wird alles gut! Und so ging sie unter Deck um ihre Habseligkeiten zu packen, während am Horizont die Hafenstadt Bajard immer näher kam.

2 Stunden später, am frühen Abend, legte ihr Schiff, die Windjammer, am Hafen an...oder dem, was noch davon übrig war.
Offenbar hatte es vor kurzem einen Brand gegeben in Bajard und hat der Stadt übel mitgespielt. Überall waren die Häuser von den Flammen gezeichnet und bisher waren offenbar nur notdürftige Flickarbeiten vorgenommen worden. Aber dafür hatte sie nicht wirklich Augen. Sie kannte nur noch ein Ziel - nach Hause!!
Und so eilte sie, so schnell sie konnte aus Bajard zu ihrer kleinen Hütte vor der Stadt. Offenbar hatten auch andere den Vorteil eines Bauplatzes ausserhalb erkannt. Viele Häuser hier, kannte sie nicht. Aber dann, endlich, tauchte ihr Haus zwischen den Bäumen auf! Ihr Herz schien ihr vor Freude fast aus der Brust zu springen und sie ging noch etwas schneller. Doch ihre Euphorie wurde ein klein wenig getrübt, als sie sah, dass kein Licht brannte und kein Rauch aus dem Schlot aufstieg. Offenbar war er nicht zuhause. Aber dann zuckte sie mit den Schulter. So würde sie eben warten und ihn wie in alten Zeiten mit einem guten Mahl zuhause willkommen heissen.
Neben dem Haus warteten schon ihre treue Stute Nandeni und Frostfell, Malachais Hengst. Nach den beiden würde sie später nochmal sehen, aber jetzt freute sie sich auf ein schönes Bad! Zum Glück hatte sie noch ihren Ersatzschlüssel versteckt gehabt.
Als sie aufschloss, empfing sie eine kalte Stube und alles schien leicht staubig. Wahrscheinlich war Malachai bereits eine Weile unterwegs, dachte sie sich. Aber umso eher ist er dann ja wieder zuhause. Oder er kommt einfach nicht zum sauber machen. Sie musste kichern, als sie sich ihn mit einem Putzlappen vorstellte, mit dem er die Möbel abwischte. Wahrlich eine Tätigkeit für ECHTE Krieger. Und Marik? Nun, wahrscheinlich war er bei seinem Patenonkel. Cyrion vergötterte den Knaben ja geradezu. Dort war er sicher gut aufgehoben.

Und so begann sie damit, ersteinmal einzuheizen, die Tiere zu versorgen und säuberte die Stube noch grob, bevor sie sich ein Badewasser einlies um die Strapazen der letzten Wochen und Monate abzuspülen. Ersteinmal würde sie sich etwas erholen und warten, ob Malachai nach hause kam. Wenn nicht, würde sie in ein paar Tagen zur Suche aufbrechen. Ach, was freute sie sich nicht so auf ihn!!

*und so kann man fortan des Abends Licht aus dem Hause von Malachai und Inara sehen, sowie eine beständige Rauchsäule, die aus dem Kamin aufsteigt*

Verfasst: Mittwoch 31. Dezember 2008, 00:31
von Malachai Schwarzmourne
Langsam schiebt Malachai die Tür beiseite. Er war lange nicht mehr hiergewesen. Er zog sich die Maske ab und legte seine Handschuhe auf den Tisch, dann ging er zur Lampe und entzündete Sie.
Es war weiterhin recht dunkel hier, er würde bei Zeiten auch einige Reparaturen beginnen. Selbst wenn er hier nicht mehr wohnen mag, dies Haus sollte ihn erinnern...an eine Person, an eine Frau, der er einst sein Herz schenkte und welches ihr immer noch gehört. Er würde nicht vergessen, nein, er würde Sie ehren und weiterhin hoffen, dass Sie nun ein erfülltes und glückliches Leben führt.
Er nimmt die Lampe und geht zum Bücherschrank, nimmt einige Bücher hervor.
Marick war so ungewöhnlich in letzter Zeit.
Er schrie andauernd und er sprach nicht mehr. Während er sonst immer mit dem Finger auf einige Sachen zeigte und mehr schlecht als recht den Namen dazu sagte, ist er nun ganz ruhig.
Der Heiler fand nichts, er war kerngesund hiess es.
Doch warum weinte er dann immer?
Er setzte sich an den Schreibtisch, die Gedanken kreisten nur in seinem Kopfe.
Er Gefühl, ja, Marick spürte etwas. Doch was?
Ja, er ist ein Schatten....er kann Schatten spüren. Doch kein ihm bekannter Schatten erlitt irgendetwas? Allen ging es gut.
Langsam strich sich Malachai durch die Haare und öffnete das erste Buch. Irgendwo musste eine Antwort stehen...vielleicht irgendetwas, was in dem Kind wächst, was nur Schatten haben. Leider kennt er keine Beispiele, noch kann er wem fragen, ist Marick doch das einzige Schattenkind, das er kennt. Noch.
Selina, ja Schwanger.
Ob er Sie spürt?
Ob er spürt, dass ihrem Kind etwas fehlte?
Nein, das würde über die Fähigkeiten hinausgehen. Verdammt, er ist noch ein Kind...und er reagierte nie auf Selina, Arsen, Sienara oder Sarah. Nein, nur auf ihn, seinem Vater, wenn er schwer verwundet ist.
Doch...
Malachai schaute ins Feuer.
Er hatte auch so ein Gefühl. Er dachte, es läge am Streß, weil er Cyrion und dann Leah versorgen musste.
Diese Narren, sie passten so gut zusammen..beide gegeneinander angesteckt an der selben Grippe.
Es war ein Gefühl...wie Angst...nein...als ob sich die Wolken verdunkeln würde...dennoch...es war nicht das Gefühl einer Gefahr...nein...in dieser dunkelheit scheint ein Licht...es spendet Wärme...Geborgenheit...und dennoch...bringt es viel Leid mit sich.
Er kann es nicht erklären...noch nie hatte er soetwas undurchsichtiges gespürt...ob er vielleicht der Auslöser für Maricks weinen ist?
Weiter blätterte er, lesend...einige Seiten, nur überfliegend, dann...er stockt...seine Augen erheben sich förmlich aus den Seiten und mustern den Raum.
Im Karmin, war Asche...
Er erhob sich und legte leicht die Hand hinein.
Sie war warm.
Dann schaute er sich um, nahm die Lampe um den Raum zu erleuchten.
Das Bett, es war gemacht...und ebenso war Staub gewischt.
Sienara? War Sie hier? Hat Sie aufgeräumt?
Nein, sie hatte keinen Schlüssel...und sie wusste, wessen Haus das war.
Er schaute sich weiter um, nahm einmal eine Prise, schnupperte, wie ein Wolf.
Es roch sauber, es roch...nach Badessenzen.
Schnell riss er die Falltür gen Keller auf und stieg hinab.
Wasser, die Wanne war gefüllt, die Essenzen weg.
Dennoch, war auch hier geputzt worden.
Er rannte wieder hoch, riss einen der Kleiderschränke auf. Die Kleidung war sortiert, es fehlten aber einige Stücke...Damenkleidung...von Inara.
Sein Atem stockte, als er sich umblickte.
Welch böse Geister trieben in diesem Haus sein Spiel?
Was mag nun geschehen?
Ist es das, was Marick spürt?
Etwas fremdes, unwillkommendes in seinem alten Haus?
Sieht Marick, was sein Vater nicht sieht?
Egal, was es ist, ob Geist oder vielleicht ein verirrter Obdachloser...er wird vertrieben.
Egal, wie sehr geputzt wird...dies Haus steht ihm nicht zu, nein, es ist sein Relikt, seine Erinnerung...an schöne Zeiten, an seine geliebte Inara. Er wird sie nicht vergessen, wird sie nicht hinfortschieben in die ewige Dunkelheit des Verschwindens.
Nein...er liebte Inara...er liebte Sienara...sein Herz, geteilt von der Liebe zweier Frauen. Und eines wurde nun angegriffen, von etwas Fremden.
Er würde nicht zulassen, dass man sein Erbe entweiht, dass irgendjemand meint, dies Haus nutzen zu können.
Er ging zum Schreibtisch und griff nach den Büchern.
Langsam machten sich Geräusche breit, sie klangen wie etwas schreckliches, böses...doch waren es nur die Geräusche von Ästen an der Scheibe, vom Wind über den Dach.
Ruhig, Malachai...schieb nun keine Paranoia.
Er würde wachsam sein, vielleicht hat doch irgendwer hier geputzt, Sienara...wer weiß...bilde dir nichts ein.
Er fässt sich an seinen Kopf, atmet einmal tief durch und öffnet dann langsam die Augen.
Er würde nun wachsam sein und dieses Haus beobachten...doch erst...musste er sich weiter um Cyrion und Leah kümmern....dann würde er dieser Sache nachgehen.
Er zog die Tür hinter sich zu und verriegelte die Tür nun zwei mal.
Er vergewisserte sich, dass keine losen Bretter an der Wand als Eingang dienten und das die Fenster geschlossen waren.
Dann seufzte er abermals.
Gedanken machten sich in ihm breit, wie schemenhafte Figuren sah er sie...der Moment, als er das Hausschild anmontierte, mit seinen und Inaras Namen. Der Moment, als er Sie über die Türschwelle trug...soviele Erinnerungen...soviel schönes...
Seine Augen werden glasig, eine Träne rinnt seiner Wange hinab.
Ja, ihr verlust schmerzt....schrecklicher schmerz und immer diese quälende Frage, ob die Entscheidung richtig war, ob er Sienara gerecht wird...ob er Inara gerecht wird.
Doch...er musste Sie ziehen lassen...Melora, sie hat ein friedliches Leben verdient...jenes Leben, was er Inara immer geben wollte.
Er wischt sich kurz die Träne weg und schaut dann zu dem riesigen Anwesen hinter seiner kleinen Hütte.
Ja, Sienara...sie half ihm soviel...und sie wusste es nicht...sie füllte sein verdorbenes, leeres Herz aus, was solange mit Angst und Schmerz und der Sorge um seine geliebte Frau befüllt war...ja...er liebte sie...und sie nahm die andere Seite seines Herzens ein. Er liebte beide...jede, auf eine andere, unterschiedliche Art...doch er liebte Sie...Sienara...Inara...und sie beide verdankt er mehr als sein Leben...nein...er verdankt ihnen seine Seele, seine Gefühle...Mitleid, Liebe, Demut...all das...ohne Sie...wäre er ein Monster...zerrissen von der Macht der Gefühle...so oft am Abgrund, fast fallend...und jedesmal gerettet von einer Frau, der er sein Herz offenbarte und schenkte.
Der schmerz...der verlust an Inara...er wird nie vergehen...er wird sich an sie erinnern und sie missen in jeder Sekunde, wenn er seinen Sohn sieht...doch Sienara füllt diesen Schmerz mit Liebe, Geborgenheit...so wie es einst Inara tat...so wie er beiden auf ewig Dankbar sein wird.
So ging er zurück zum großen Anwesen, direkt hinter dem kleinen Haus.

Verfasst: Freitag 2. Januar 2009, 09:07
von Sienara Schwarzmourne
Immer wieder wenn sie an einem der Fenster im Haus vorbei kam, ging ihr Blick rüber zum kleinen Haus von Malachai. Seit sie gestern mit Marick von der Akadmie hier eintraf, stieg Rauch aus dem Kamin auf. War er wieder drüben und hing seinen Gedanken nach? Oder las er in einem der unzähligen Bücher und vergaß darüber die Zeit? Erneut packte sie eine Unruhe wenn sie an ihn dachte und daran das er noch immer den Weg in sein altes Heim suchte um dort alleine zu sein, zu arbeiten? Sie würde ihn einmal fragen müssen was er dort anstellte. Energisch riss sie ihren Blick los von dem schneebedeckten Dach das dringend einige Ausbesserung bedurfte um leise in Maricks Zimmer zu gehen. Er schlief unruhig aber immerhin schlief er jetzt. Der kleine Mann war in letzter Zeit hibbelig, ja sogar schlecht gelaunt. Er weinte und schrie viel und auch ihre sonst so erfolgreich kleinen Tricks ihn aufzumuntern versagten. Hatte er ihre Unruhe gespürt und so darauf reagiert? Kinder hatten für so was ein unfehlbares Gespür.
Die Tage die sie von Malachai getrennt war da dieser an Cyrions Krankenbett Wache hielt taten auch ihr nicht gut. Sie hatte ihn vermisst, ja das musste sie wohl zugeben, ganz schrecklich vermisst sogar. Ihr neues Zuhause war schmerzlich leer ohne ihn. Also hatte sie einige Sachen gepackt und war mit Marick zur Akademie geflüchtet um sich dort abzulenken von der Einsamkeit und der Ungewissheit ob es ihm und seinem Bruder gut erginge. Zeitweise war sie wütend gewesen das nicht eine Nachricht von ihm zu vernehmen war. Nicht eine kurze Zeile wie es Cyrion ging, wie es ihm ging. Musste man sich Sorgen machen wegen einer schweren Krankheit, einer vielleicht sogar ansteckenden Krankheit? Aber nein, er hätte sicher einen Weg gefunden es ihr mitzuteilen, wenn ihm etwas Schlimmeres zugestoßen wäre. Sie hätte es gespürt. Da war sie sich sicher. Nicht nur der Instinkt der liebenden Frau hätte sie gewarnt, auch der des Schattens. Also verbrachte sie die kommenden Tage damit sich mit Schnittmustern für ihr Hochzeitskleid abzulenken, machte sich einige Gedanken über Essen das serviert werden könnte bei dem so herbeigesehnten Ereignis. Selina war ihr dabei eine große Hilfe. Immer wieder brachte sie der Eifer der Schwägerin zum lachen. Man konnte wirklich das Gefühl haben, es ginge nicht um ihre sondern um Selinas Hochzeit. Soviel Mühe gab sie sich mit allem.

Auch hatte sie wieder etwas Zeit sich der sträflich vernachlässigten Kräuter anzunehmen, die sie vor langer Zeit zum trocknen in der Akademie aufgehängt hatte. Es war sonderbar, aber in letzter Zeit hatte sie immer häufiger das Gefühl es sei sehr wichtig, die Lehren auf diesem Gebiet voran zu treiben. So vergingen also einige Tage bis das Heimweh sie und wohl auch Marick übermannte. Sie wollte zurück um auf keinen Fall zu verpassen, wenn Malachai nach Hause kam. Er sollte kein leeres Haus vorfinden. Und vielleicht würde Marick auch wieder etwas ruhiger werden, wenn er seine neuen Spielzeuge um sich hatte. Also suchte sie ihre Sachen zusammen, verabschiedete sich von den Freunden und der Familie...ja sogar von ihrem mürrischem Bruder, dem sie eh nie lange böse sein konnte...und machte sich mit einem warm eingepackten Marick auf die Reise zurück nach Bajard.
Wenn sie jetzt so über ihre Ankunft nachdachte kam ihr etwas sonderbar vor. Stieg nicht schon da Rauch aus dem Schornstein des kleinen Hauses auf? Malachai kam doch aber erst einige Stunden nach den Beiden an? Hatte sein erster Weg ihn direkt zum alten Heim gebracht und nicht in sein neues, das er mit ihr und Marick teilte? Dieser Gedanke versetzte ihr für einen Moment einen gewaltigen Stich ins Herz. Warum tat er so was? War er noch immer unsicher ob seiner Liebe zu ihr? Oder vergaß er einfach von Zeit zu Zeit, dass er ein neues Leben begonnen hatte?
Seufzend wendete sie sich von Maricks Bettchen ab und ging zurück zum Fenster um abermals das kleine heruntergekommene Haus in Augenschein zu nehmen. Sie würde sich noch mehr Mühe geben müssen damit sich Malachai hier mit ihr wohl fühlte. Ihm immer wieder zeigen wie sehr sie ihn und seinen Sohn liebte und wie wichtig ihr das gemeinsame Leben mit ihm war. Vielleicht würden seine Gänge zum alten Haus dann weniger werden und vielleicht konnte dann die Vergangenheit wirklich einmal ruhen.

Verfasst: Sonntag 4. Januar 2009, 15:20
von Inara Schwarzmourne
Und schon wieder schneite es! Offenbar nahm das diesen Winter kein Ende mit dem Schnee. Aber gleich war sie wieder zuhause und würde sich ein schönes wärmendes Feuer machen. Sie hatte nach ihrem Hof bei Varuna geschaut und den Stallmeister bezahlt, damit er sich noch ein wenig länger um ihre Tiere kümmerte. Im Moment hatte sie einfach zu viel noch zu erledigen. Und schliesslich musste noch geklärt werden, wie und wo es nun weiter ging. Doch dazu würde sie ersteinmal mit Malachai reden. Im Moment wollte sie jedoch nur hinein ins warme!

Ungeduldig klopfte sie sich an den Stufen den Schnee von den Stiefeln, drehte den Schlüssel im Schloss herum und .... lief sich die Nase an der Tür platt. Mit leicht verdrossenem Gesicht rieb sie sich die Nase. Wann hatte sie die Tür denn zweimal abgeschlossen? Eigentlich machte sie das doch sonst nie.. Aber wahrscheinlich war sie da so in Gedanken gewesen wie eben und hatte nicht gemerkt, dass sie schon zugeschlossen hatte! Vielleicht wurde sie langsam auch doch schon alt und zerstreut, aber mit Anfang 20? Sie musste schmunzeln. Nein, wohl eher nicht.
Also schloss sie die Tür noch ein weiteres mal auf und hängte ihren Mantel neben dem Kamin auf. So ein Mist.. das Feuer war ausgegangen. Aber es konnte noch nicht lange her sein, ein wenig Wärme kroch noch schwerfällig aus der Feuerstelle. Naja, sie würde gleich ein neues Feuer machen. Wo waren nur die Zündhölzer?
Ah, da auf dem Tisch neben dem aufgeschlagenen Buch! Moment... ein Buch? Das hatte sie nun aber ganz sicher nicht dort hin gelegt!

Interessiert klappte sie das Buch zu und sah auf den Titel. Ein Buch über die Schatten? Ahja... und da drüben lagen noch ein paar...
MALACHAI! Offenbar war er kurz hier gewesen und suchte etwas! Ein lächeln strich über ihr Gesicht. Wie immer in Eile und sicher in wichtiger Mission! Vielleicht sollte sie ihm lieber einen Zettel auf dem Tisch hinterlassen, denn sie hatte vor, sich demnächst selbst auf den Weg zu machen, um sich bei einigen Leuten zu entschuldigen. Sie war ziemlich angriffslustig gewesen, als so viele Leute sie besuchten, um ihr auf der Suche nach sich selbst zu helfen. Die ärmsten!

Und so entfachte sie ein neues Feuer und verfasste folgende Zeilen:

[url]http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?p=269307#269307[/url]

Den Brief legte sie gut sichtbar auf den Tisch und beschwerte ihn mit einem Krug, damit er nicht herunter fiel.
Und sie beschloss, sich schon morgen auf den Weg zur Akademie zu machen.

Verfasst: Mittwoch 7. Januar 2009, 22:08
von Malachai Schwarzmourne
Malachai schaute tief auf das Meer. Die Maske über seinen Mund und das Gesicht tief in der Kaputze verborgen, hing ein Bein ruhig über den Klippenrand, während er das andere angewinkelt liess und darauf seinen Arm stützte.
Hinter ihm brodelte ein Topf, das Feuer war durch die Kälte nicht so ergiebig wie gewünscht, doch es tat seinen Zweck.
Er seufzte, blickte der fernen Sonne entgegen, die sich langsam dem Untergang neigte, während die Wellen, aufbrausend, gegen die Klippen schlugen, als würden Sie versuchen, jene zu vertreiben und das Meer zu erweitern.
Gedanken, soviele Gedanken kreisten ihm durch den Kopf. Sein Herz...es schmerzte noch leicht und so wanderte abermals seine Hand an seine Brust.
Inara, ja, sie lebte...und er hielt sie für einen Geist, weichte schreckhaft von ihr zurück...und dazu diese schmerzen...er verlor sich, konnte nicht klar denken...dies alles....ja...wieder etwas, was der Abtrünnige vermochte zu erschaffen, obwohl er tot war. Nur durch ihn, durch seine Listen, als er in Malachai´s Geiste als Inara auftrat, ihn dazu bringen wollte, zu sterben...nur deswegen konnte er nicht glauben.
Doch Sie war es, dessen war er sich sicher.
Sein Kopf dreht sich leicht zum Kessel, aus dem weiter Dampf empor stieg, dann wieder gen der Sonne, die tiefer und tiefer sank.
Eine Entscheidung...man erwartet eine Entscheidung....als ob er sich entscheiden könnte.
Sein Herz...es beginnt zu zerbrechen...die Gefühle, die er erlangte, die er bekam, von zwei Frauen, die er jede auf ihre Art und Weise so sehr liebte und begehrte...brauchte....und nun...er verlor sie....beide....er könne sich nicht entscheiden...niemals könne er leben, wissend, eine wäre glücklich, während die andere es nicht war.
Er selbst würde wohl daran verzweifeln, an den gedanken, wie sich Inara...oder Sienara, für jemand anderen entscheiden würde...wie jemand Fremdes glücklich in ihren Armen liegen würde....fern ab von mir...und nun sollte er das tun?
Es klang so einfach...hör auf dein Herz...
Doch das Herz, ist gerade jenes, was schmerzt, was stirbt...sich verliert in der Qual...und dann...ja was dann...was wird aus ihm, wenn es zerbricht, wenn die Gefühle verloren gingen...wird er das, was er früher war, bevor er wusste, wer oder was die Schatten sind...zu seinen Burgzeiten und davor...ein schrecklicher Mensch, eine Person, die er in seinem jetzigen Zustand bekämpfen, gar töten würde....emotionslos....gewissenlos....ein Mörder, ein Foltermeister, ein Sadist....bestrebend nach Macht und Kontrolle...
Ja...Inara füllte die eine Seite...und so veränderte er sich...so wurde er mehr ein Mensch, als er es jemals war...und so entschied er sich auch damals, die Burg zu verlassen...mit ihr.
Ja...er war glücklich...er veränderte sich mit der Zeit...ein besonnener, empirischer Schattenlord, strahlte Erhabenheit und Eleganz, aber keine Überheblichkeit, sondern Ruhe aus...kühl ja, aber nicht gewissenlos....doch mehr...er wurde ein liebender Ehemann...ein fürsorglicher Vater....
doch diese Welt zerbrach, wie so oft....sie verschwand...und sie starb....er verlor sich...er verlor alles....die schatten, seine Frau....nur Marick....nur sein Sohn war der Grund, warum er am leben blieb....
Er behielt sie für Tot...er wusste, was diese Ungewissheit bewirkte, dass die Suche nie enden würde...und er würde sich wieder verlieren. Er gab das auf, was er am meisten liebte und misste...für seinen Sohn...um für ihn da zu sein, ein Vater...den er nie hatte...ein Vater, der nicht verzweifeln und dem wahnsinn verfallen würde...
Er würde ihn nicht mit der Ungewissheit, der quälenden Frage aufwachsen lassen, die ihn Nächtelang wach hielt...der Frage, ob Sie noch lebte.
Doch es geschah anders...Sie fanden Sie...Gedächtnisverlust...Melora war nun ihr Name...doch mehr...der Abtrünnige...sein Werk...liess Malachai Dinge tun, die er bis heute bereute...liess ihn den Angriff auf Inara einleiten...
Ja, es war seine Schuld...und obwohl er zu ihr wollte, ihr Gedächtnis befreien, entschied er sich dagegen.
Er liess abermals das los, was er liebte, was er begehrte...für ihr Wohlbesfinden, für ihren Schutz.
Sie sollte die Welt haben, die Sie verdiente, die er ihr versprach...und nun weiß, dass ER ihr jene hätte niemals geben sollen.
Doch das Band war stärker...und er törricht...
Er liess Sie ziehen, wo Sie doch auf den Weg zu ihm war...
Doch er bereute nichts....das war es, was sein Herz weiter zerriss....
Die Zeit verging und die Frau, die ihn leicht verabscheute, der er Angst machte....es entstanden Gefühle...man erkannte Zuneigung und man verliebte sich.
Sie schien nach der langen Zeit perfekt...eine Schatten, vom selben Fluch wie Einer selbst...im selben Leben...
man verbrachte Zeit...sie liebte den Sohn...sie könnte eine gute Mutter werden...er mochte Sie auch...
Man bezog ein gemeinsames Haus, richtete ein Kinderzimmer ein...ja...eine Familie...es wurde eine Familie und ein festes und gutes Heim für Marick...ein Heim, was er nur so kurz besass und was ihm entrissen wurde...
es schien alles gut...doch abermals schlug der Fluch des Leides zu...nun litt Sie...beide litten...und ob Schatten oder nicht...man würde es nicht verstehen...
Er liebte Sie, beide, auf ihre Art...er würde und könnte niemals Vergleiche ziehen, noch könnte er jemals sich für jemanden entscheiden...
Nur eines verband diese Frauen...jede von ihnen füllte sein Herz und diese Gefühle, beide auflebend, begannen nun eben jenes zu zerreissen.
Das Wasser im Topf brodelte nun sehr stark, Malachai erhebt sich und fässt in seine Tasche. Er greift nach einigen Phiolen mit unterschiedlichen Formen und Farben und beginnt dann, sie in den Kessel zu füllen.
Er müsse sich entscheiden...ja...aber er konnte es nicht aus dem Herzen.
Er wog ab...die Gefahren, den Schmerz und das Leid, den die anderen nun erfuhren und fühlten...er wog es ab...mit dem, was er verlieren könnte für einen eventuellen Frieden all jener, der er auf irgendeiner Weise geschadet hatte...
Ja, er würde viel verlieren...Inara...Sienara...Arsen...Selina....Cyrion...Leah...seine Freunde...und seinen Sohn...er würde ein Abschaum werden, er würde sich selbst hassen...doch er würde die Gefühle behalten...und nicht in das zerfallen, was er einst war...
Er versprach Selina Zeit, die wird Sie bekommen...doch nicht für die Ewigkeit....er verstand ihre Sorgen...und ihr Handeln und Sie hatte Recht...er ist ein Narr, wenn er es tut...doch er ist ein Narr, weil er selber alles aufgeben wird...
Ein hoher Preis, den er bezahlen wird.
"Die Gefühle bleiben...der Rest entschwindet und die Lücken werden gefüllt.", sagt er ruhig in den Topf, als er einige Kräuter dazu mischt.
5 Tage und 5 Nächte müsse es nun brauen, doch einen effektiveren Trank gibt es nicht und er würde seine Aufgabe bestens erfüllen.
Bis dahin...kann er nur versuchen, den Schmerz in Inara und Sienara nicht zu verschlimmern...ihnen ruhe und Zeit zu geben...um ihnen dann am Ende den letzten Brief zu überreichen.
Man wird ihn hassen...man wird ihn verabscheuen...doch man wird das Leiden los...und beginnen zu können, das Leben zu leben...fern ab von jenem Übel, was mehr als einmal über die Liebsten einbrach.
Ja, sie entschieden es....und er gab ihnen diese Entscheidungen...sie wussten, was es heißt, mit ihm zu leben udn akzeptierten es...doch nun...nun war er daran zu entscheiden...denn auch er hatte jenes Recht inne...und er musste handeln...sonst würde das Herz zerbrechen.

Verfasst: Donnerstag 8. Januar 2009, 00:13
von Inara Schwarzmourne
Kraftlos schloss sie die Tür hinter sich, seufzte, warf Umhang und Mantel achtlos über einen Stuhl neben der Tür. Sie traf nicht richtig und ihre Kleider fielen zu Boden. Doch sie bemerkte es nicht mal und ging gerade aus weiter in die Küche, als würde sie von unsichtbaren Fäden geleitet und ferngesteuert. Durst … sie hatte SO grossen Durst… Sie nahm sich eine Glaskaraffe aus dem Regal und füllte sie mit Wasser. Dann setzte sie sie an ihre Lippen und trank alles in einem Zug aus. Links und rechts lief ihr das Wasser hinab auf ihr Hemd, doch sie schien es nicht zu merken, oder es interessierte sie nicht. Ihre Augen waren leer, so leer … wie die eines jungen Ochsen, dem man mit Gewalt gezüchtigt hatte, bis der letzte Funke Sturheit aus seinem Schädel getrieben hatte und er zufrieden damit war, täglich Wasser und Heu zu bekommen und seine Arbeit zu verrichten, Tag ein, Tag aus, bis er eines Tages zum Schlachter geführt wurde, weil er zu alt, oder zu schwach war … man ihn nach getaner Arbeit weg warf.
Sie stellte die Karaffe neben dem Ofen ab, während sie in Gedanken noch bei den Ereignissen des Abends war. Das war wohl auch der Grund, warum sie die Karaffe beim umdrehen mit dem Ellenbogen erwischte und sie von der Theke fegte. Mit einem lauten klirren zerbrach sie am Boden hinter ihr. Klirr! KLIRR … das selbe Geräusch, dass ihr Herz machte bei jedem Schlag seitdem … zerbrochenes Glas, nur noch ein Scherbenhaufen, zu nichts mehr zu gebrauchen, nur noch Abfall!
Wie von fremder Hand gelenkt, drehte sie sich um und sammelte die nassen Scherben vom Boden, schnitt sich dabei mehrmals in die Finger und in die Handflächen, aber auch das war ihr egal, nein, fast sogar willkommen! Der brennende Schmerz in ihren Händen überdeckte wenigstens für einen Moment die tiefe Trostlosigkeit, die sie übermannt hatte.
Wie grau und leer ihr die Welt doch nun vor kam, dachte sie bei sich, als ihr Blut von ihren Händen auf den Boden tropfte und sich dort mit dem Wasser vermischte. Verwässertes Blut… war es das, was sie war, wie er sie sah? Zu schwach um das Leben zu ertragen, was sie sich selbst gewählt hatte? Sie wusste es nicht und nun war es auch egal. Alles war egal…

Wie verlockend schien doch auf einmal die Möglichkeit, einfach eine der Scherben aufzunehmen um … aber nein, sie würde nicht weglaufen. Weglaufen war der Weg, den ER immer wählte, wenn ihm alles zu viel wurde, wenn er nicht weiter wusste, sobald die Dinge „kompliziert“ wurden. Nein, so wollte sie nicht sein, sie wollte sich nicht irgendwo verkriechen.
Und doch .. er hatte sie für tot erklärt … und nun schien es ihr, als wenn sie wirklich gestorben wäre… eine wandelnde Tote. Alles kam ihr so grau, trist und trostlos vor, nichts schien noch eine wirkliche Bedeutung für sie zu haben und das Leben schien sie verlassen zu haben und zurück blieb nur Leere.. unendliche .. tiefe Leere. War es das, was ER fühlte? Jedes Mal…? Wäre sie noch fähig gewesen, etwas zu empfinden, hätte sie ihn bedauert. Doch im Moment schien die Möglichkeit, noch Gefühle zu empfinden so unwahrscheinlich, wie dass der Graf von Hohenfels mit dem Ahad sich wöchentlich zu einer brüderlichen Runde Skat trifft.
Sie legte die Scherben auf den Tresen und hielt sich die Hände unter fliesend kaltes Wasser. Aahh.. dieses brennen… fast erfrischend. Dann trocknete sie ihre Hände und verband sich notdürftig. Das würde schnell heilen. Ein tiefer Seufzer entrang ihrer Kehle. Ja.. nun verstand sie ihn viel besser und er hatte Recht, es ist ein Fluch.. und egal wie sehr ihre Wunden an den Händen schmerzten, NICHTS konnte den Schmerz überdecken, den die Erkenntnis mit sich brachte… die Erkenntnis das Leben eines Menschen zerstört zu haben, den man liebt. Keine Sühne, keine Vergebung würde diesen Schmerz aus ihr tilgen können. Warum nur mussten Freud und Leid immer so nah bei einander liegen und warum musste des einen Freude immer des anderen Leid sein? Hatten die Götter Spass an dergleichen? Dabei hatte der Abend so hoffnungsvoll angefangen...

(Fortsetzung folgt ... )

Verfasst: Donnerstag 8. Januar 2009, 11:27
von Sienara Schwarzmourne
Langsam bahnte sich eine einzelne Träne die Wange der jungen Frau hinab, während ihr Blick durch ein von Kälte beschlagenes Fenster auf das kleinen Haus fiel. Seit Stunden stand sie regungslos hier, unfähig ihren Blick abzuwenden. Einerseits hoffte sie ihn zu sehen, dort unten am Haus, anderseits würde es bedeuten: Er war bei ihr, bei Inara seiner tot geglaubten Frau. Wie konnte das passieren? Noch eben waren sie glücklich gewesen, machten sich bereit um Cyrion zu besuchen. Sprachen über die notwendige Einzäunung ihres Anwesens und im Nächsten war alles anders. Verzweifelt lehnte sie ihre Stirn an die Scheibe und dachte zurück an den Moment als die andere Frau auf einmal vor ihnen stand.
Hübsch war sie und mit sichtlicher Freude ritt sie an Malachai hinan, sprach auf ihn ein wie froh sie war ihn zu sehen, ihren Mann. Für einen Moment dachte Sienara, die Frau sei von Sinnen. Die Reaktion von ihm zeigte ihr allerdings nur zu schnell, dass hier etwas überhaupt nicht stimmte. Er krümmte sich vor Schmerzen in seiner Brust, murmelte unablässig etwas von einem bösen Geist, von einem erneuten Trick des Abtrünnigen sein Leben zu zerstören. Sie konnte es nicht glauben, wollte es nicht glauben. Diese Frau konnte doch nicht wirklich Inara sein? Es ging alles so schnell, Worte flogen hin und her, ein völlig verzweifelter Malachai, eine immer aufgebrachter werdende Inara und sie selbst zunehmend schweigsamer. Wie reagiert man wenn auf einmal die Frau seines Verlobten vor einem steht? Konnte sie überhaupt noch von Verlobten reden? Immerhin war er verheiratet und zwar mit einer noch sehr munteren Frau. Fassungslosigkeit beschrieb das Empfinden wohl sehr genau, Verzweiflung und eine lähmende Hilflosigkeit. Sie konnte nur erahnen was in diesem Moment in ihm vorging, was in Inara vorging… auch sie wurde mit einer anderen Frau konfrontiert.
Warum musste sie zurückkommen? Nach all den Monden? Grade jetzt so kurz vor der Heirat, nachdem sie sich ein neues Heim errichtet hatten. Sich die Gefühle entwickelt hatten. Wütend trat sie vor den Beutel zu ihren Füßen. Sie hatte in dieser schlaflose Nacht sicher zehn Mal ihre Sachen gepackt und wieder ausgepackt. Dabei schwirrten ihr immer wieder die einst ausgesprochenen Worte durch den Kopf: „Wenn Inara zurückkommt, werde ich gehen“ Konnte sie das noch? War seither nicht viel zu viel passiert? Sie liebten sich doch, sie passten so gut zusammen. Sie waren in diesem Heim glücklich gewesen. Konnte sie ihn jetzt wirklich verlassen und alles vergessen? Wie zeigte sie ihm mehr ihre Liebe, durch aufgeben oder durchs kämpfen? Herje sie war keine Heilige, weit davon entfernt eine zu sein. Schon der Gedanke daran zu gehen mit dem Wissen, er liegt in den Armen einer Anderen, ließen ihr das Blut in den Adern gefrieren. Sie konnte es nicht, wollte es nicht. Aber wenn sie blieb bedeutete das noch mehr Schmerz für ihn. Wäre nicht alles einfacher wenn sie ihm die quälende Entscheidung abnehmen würde?
Nein! Sie liebten ihn zu sehr um einfach aufzugeben. Sie würde ihm Zeit geben, ihm den nötigen Freiraum geben seine Gedanken und Gefühle zu ordnen. Aber sie würde nicht einfach verschwinden. Sie war zu sehr die Schwester ihres Bruders, gaben Schatten sich so einfach geschlagen? Was würde der Schattenlord denken, wenn sie so einfach das Feld räumen würde. Wenn es doch nur nicht so furchtbar Weh tun würde. War das wieder der Preis für etwas Glück in ihrem Leben? War das wieder dieses elende Gleichgewicht, das sich mit erschreckender Präzision durch ihr Leben zog? Für jede schöne Stunde eine Katastrophale? Wie konnte sie nur so dumm gewesen sein zu glauben, sie würde einmal einfaches Glück genießen können. Und wie konnte sie so dumm sein auch nur für einen Moment daran zu denken, dieses Glück einfach so aufzugeben. Was war denn die Liebe wert, wenn man nicht bereit war dafür zu kämpfen.
Mit einem letzten Tritt beförderte sie den Beutel unters Bett und riss sich vom Fenster los. Mit wackligen Knien, die eine schlaflose Nacht und ein Tag ohne Nahrung mit sich brachten, ging sie zur Kommode und nahm die kurze Notiz von Selina zur Hand. „Es geht ihm gut, er braucht Zeit und such nicht nach ihm.“ Oh nein, sie würde nicht nach ihm suchen, aber nichts und niemand verbat ihr Inara zu suchen. Sie musste wissen gegen wen sie kämpfte, musste diese Frau kennenlernen die sich seine Frau nannte. Wenn sie ehrlich war musste sie zugeben, das sie Inara nichts vorzuwerfen hatte. Sie waren verheiratet schon lange bevor sie Malachai überhaupt kannte. Sie hatten einen gemeinsamen Sohn. Aber Sienara war es die die letzten Monde mit ihm verbracht hatte. Die ihm in schwerer Zeit beigestanden hatte. In Sienara hatte er sich verliebt trotz einer Inara. Irgendwie musste das doch zählen.
Leise betrat sie Maricks Zimmer um den Kleinen aus dem Bett zu heben. Sie zog ihn warm an und trug den noch ganz verschlafenen Jungen die Treppe hinunter. Sie würde ihn zu Selina und Arsen bringen. Sie konnte ihn schlecht alleine im Haus zurück lassen. Es war doch immer wieder erstaunlich wie selbstverständlich Malachai das Haus verließ in der Annahme, sie würde sich schon kümmern. Auch wenn er nicht ganz bei Verstand war, als er gestern aufbrach. Sie hatte sich solche Sorgen gemacht wohin ihn sein Weg führen könnte. Bis sie die Nachricht von Selina in den frühen Morgenstunden erhielt. Bevor sie das Haus verlies schrieb sie noch eine kurze Nachricht für Malachai:
„Marick ist bei Selina und Arsen, mach dir um ihn keine Sorgen, Sienara“
Vielleicht würde er ja in der Zwischenzeit nach Hause kommen und sich fragen wo er steckt.
Seufzend trat sie dann mit ihrer kostbaren Fracht hinaus in die Kälte um das nächste Schiff nach Lameriast zu erwischen. Und war der süße Fratz erstmal in Sicherheit, würde sie Inara suchen… auch wenn ihr in diesem Moment nichts so Furcht einflößend erschien wie eine Begegnung mit der Frau, die ein Teil Malchai’s Herzen besaß.

Verfasst: Donnerstag 8. Januar 2009, 16:52
von Selina Talmar
Der Besuch war nicht überraschend, sie hatte gewusst, dass er irgendwann käme. Überraschend war nur die Schnelligkeit. Ja Inara war zurück. Selina hatte es kommen sehen und gehofft Malachai darauf vorbereiten zu können. Aber ein Blick auf ihn, als er Cyrions Haus verließ, sagte ihr er wusste bescheid. Sie hatte etliche Zeit im Schatten vor Cyrions Haus verbracht um ihn abzufangen und langsam kroch die Kälte durch die vielen Kleiderschichten und selbst das Trollleder versagte langsam. Doch sie rührte sich nicht, sie musste ihn finden und der Tag neigte sich langsam zu ende ehe ihr Gefühl und ihre Ausdauer belohnt wurden. Er kam aus dem Haus und sie bewegte sich kurz im Schatten, so dass er sie sehen konnte. Ein letzter Lichtstrahl viel auf den Stoff ihres Kleides und ließ den Stoff schimmern. Er hatte kurz in ihre Richtung geblickt und mit einem Kopfnicken in ihre Richtung stieg er auf sein Pferd.
Es war mühsam zu folgen und sie verfluchte die vorsichtig auf ihr Pferd verzichtet zu haben, jedoch waren die Spuren im Schnee deutlich genug um ihnen zu folgen.
So traf sie kurze Zeit später in dem Gasthaus bei den Ruinen, welches dem Verfall preisgegeben wurde. Ein ungewöhnlicher Ort, dass musste sie zugeben und wie sich herausstellte auch nicht wirklich wärmer. In den Kaminen hatte schon lange kein Feuer mehr gebrannt. Kalte modrige Luft schlug ihr entgegen und sie kämpfte mit der Übelkeit, denn dieser Geruch umfasste sie so stark, dass er für einen Moment alles andere ausschloss. Doch es gelang ihr der Übelkeit Herr zu werden. Nach einem Kurzen Moment des Zögerns stieg sie die Treppe hinauf ohne sich mühe zugeben leise zu sein, er wusste eh dass sie ihm gefolgt war.
Sie setzte sich neben ihm und schaute ihn an. Wie gut wusste sie was in ihm vorging.
Doch welche Lösung er ersann, dass übertraf ihre Träume.
Sie sprachen lange darüber wie es ihm ging, auch wenn das keiner Worte bedurfte. Und nach und nach erzählte er ihr auch, was er als Lösung sah.
Vergessen. Er wollte alles um sich herum vergessen und wieder das werden, was er angeblich zu Burgzeiten war. Sie versuchte es ihm auszureden, doch er beharrte darauf, es sei die einzige Lösung.
Doch für sie war es Selbstaufgabe, was er vorhatte. Und er ließ damit mehr im Stich, als er sich eingestand. Dass diese Flucht, mehr Leid heraufbeschwören würde, wollte er nicht sehen, vielleicht konnte er nicht. Doch Selina versuchte ihn zu erinnern, dass alles was er getan hat und tun wird ihn ausmacht und er nicht einfach etwas davon auslöschen kann und sie erinnerte ihn, dass er bereits eine Entscheidung getroffen hatte.
Was ihn ohne Zögern auf den Brief brachte, natürlich hatte Inara ihm davon erzählt. Selina leugnete nicht sie gab es auch nicht zu, wozu auch er wusste es eh. Und leugnen wäre lächerlich gewesen.
Sie sagte ihm ihre Gründe und beließ es dabei. Er verstand sie sogar, auch wenn sie dadurch eventuell mehr Schaden angerichtet hat. Doch Fehler waren da um nicht wiederholt zu werden. Bereuen tat sie ihre Entscheidung nicht. Reue war eine Eigenschaft die ihr eh fehlte, also warum sollte sie nun damit anfangen?
Warum sollte man etwas ändern wollen, was nicht mehr zu ändern war? Also konnte man gleich weiter machen. Reue war demnach Zeitverschwendung.
Doch auch er hatte einen Fehler gemacht, er hatte nicht kontrolliert und sich somit selbst in die Situation gebracht. Denn er wusste sie erinnert sich lückenhaft und er hielt keine Antwort für eine Antwort, das konnte sie ihm nicht nehmen, aber sie erinnerte ihn nicht daran, das konnte Arsen tun, wenn er wollte.
Irgendwann forderte sie die Phiole mit dem Trank und warf sie gegen die Wand, es war ein Tropfen auf dem heißen Stein, er wusste, wie er diese Tränke herstellen konnte und würde es tun, aber noch hatte er ihr Zeit gegeben und sie würde diese nutzen. Sie wusste, dass er nicht zu Cyrion zurück ging und die Nacht draußen verbringen würde, aber sie wusste auch, sie würde ihn finden.
Er wusste es ebenso. Sie verabschiedeten sich voneinander und Selina kehrte nach Hause zurück. Während der Überfahrt ging ihr das Gespräch noch einmal durch den Kopf. Und sie kam zu dem Schluss sie hat ihm die einzige Antwort auf seine Frage gegeben, die sie geben konnte.
Sie wäre enttäuscht, aber damit konnte sie Leben. Er war ihr Freund, er gehörte zur Familie ob nun mit Hochzeit mit Sienara oder ohne und er ist und bleibt der Pate des Kindes unter ihrem Herzen. Und ja sie würde einige Meinungsverschiedenheiten mit Arsen haben, aber es wäre nichts, was sich nicht bereinigen ließe.
Doch es blieb Selbstaufgabe, egal wie sie seine Beweggründe verstehen konnte, um nicht zu sagen Flucht. Flucht vor der Wahrheit, ja das betrieb er gerade und dass war etwas, was ihr nicht passte. Sie war nicht wütend oder ärgerlich, aber diese Tatsache ließ ihr Blut dennoch kochen. Wie konnte er es wagen, sich nun wie ein Kind zu verhalten und zu sagen so ich kann nicht, ich vergesse das lieber.
Ja sie war gewiss ungerecht in dem Punkt, aber es war leider die Wahrheit, ihr Schattenlord lief davon.

Aber so einfach sollte er nicht davon kommen, auch wenn es ihm schwer fiel. Er war zu stolz und zu tapfer um wie ein Feigling davon zu laufen und davon würde sie ihn schon überzeugen.

Völlig erledigt kam sie nach Hause zurück, wo sie schon sehnsüchtig erwartet wurde. Kurz berichtete sie, ehe sie in das warme Wasser stieg um sich aufzuwärmen. Sie wunderte sich nicht über die Reaktion, sie wusste bereits vorher wie Arsen reagieren würde.
Sie würde es am nächsten Tag noch einmal versuchen, und wie es der Zufall wollte, brachte Sienara am nächsten Tag den Jungen zu ihnen. Ein wink mit dem Zaunpfahl könnte man sagen. Sie Beschloss den Knaben mitzunehmen, wenn sie am Abend aufbrach um Malachai zu suchen. Wobei wozu suchen, das sah sie ja mal gar nicht ein. Doch wie ihn erreichen. Sie hatte nur eine Wage Vorstellung, wo er sein könnte und dort einen Boten hinzuschicken, wäre ziemlich tödlich für den Boten. So ließ sie lediglich einen Zettel an dem Verfallenen Gasthaus hinterlegen auf dem Stand.
“ Heute Taverne Lameriast.” Wenn er da war gut, wenn nicht musste sie doch suchen.

Verfasst: Donnerstag 8. Januar 2009, 21:10
von Sarah Schwarzmourne
Es war schon sehr spät als Selina heimkam und nach einem recht wortreichen Gefecht mit Arsen stieg sie dann auch bald in die Wanne was Sarah rasch veranlasste sich zusammenzurollen und und zu schlafen. Es dauerte eine Weile, die Unruhe im Haus blieb ihr nicht verborgen, auch wenn sie nicht wirklich mitbekam was los war da die beiden den grossteil Ihres Gespräches oben führten. Sie bekam kaum noch mit dass Arsen und Selina es sich ebenfalls auf den Fellen bequem machten, im Halbschlaf kuschelte sie sich zu den beiden und schlief dann eine ganze weile tief und fest.

Die Sonne war noch nicht am Aufgehen als ihr Schlaf unruhig wurde und sie krallte ihre Finger in Arsens Bein bevor sie schweissgebadet einen markerschuetternden Schrei loslies und sich an die Brust fasste. Mit ihren grossen Augen blickt sie sich hektisch um und als ihr Blick zum Bad wandert überkam Sie ein ein Gefühl der Übelkeit.

Mala… stammelt sie nur unruhig und nach einem blick zu Selina und ihrem Bauch blickt sie wieder Arsen an. Die beiden selbst durch ihren Schrei hochgeschreckt, selbst einem Infarkt nahe blickten Sie an doch was sollte Sarah tun? Selina konnte nicht los um zu helfen und Arsen…, so sehr sie ihn respektierte und mochte, sie hat immer noch den Mann im Garten im Gedächtnis, ja natürlich er war krank, er gefährdete das restliche Rudel, und ja er sagte er wird niemals die Familie beissen, aber wie war das bei Mala? Sie war sich so unschlüssig und dann dieses brennen in Ihrer Brust, er brauchte Hilfe und Arsen kannte gute Salben und Tränke die halfen für alles mögliche, vielleicht doch Selina? Wieder wandert Ihr blick zu Ihr und ihren Bauch der nicht mehr so einfach zu verbergen war. Nein Selina konnte diesmal nicht helfen und so wandte sie sich doch wieder zu Arsen.

Mala hiiilft? Mit einem fast flehenden und unsicheren Blick sieht sie Arsen an und wiederholt Ihre Frage eindringend. Mala hiilft? Mala auuuatsch! Sie deutet dabei auf ihr Herz wo Ihre Hand zur Faust geballt ruhte bis eben. Mala hiilft? Mala Schiiiff. Ihr blick wandert wieder zum Bad und einige Augenblicke verliert sie sich im spiegelnden Wasser. Deutlich ist ihrer Unruhe und Angst zu spüren, wenn sie doch nur selbst nicht so ungerne auf ein Schiff ging, nur besser aufgepasst hätte bei Arsens herstellung der Salben und Tränke…

Mala hiiilft? Biiiitteee

Verfasst: Freitag 9. Januar 2009, 15:02
von Inara Schwarzmourne
(Fortsetzung 1 ...)

Sie wollte sich auf den Weg zur Akademie machen. Auch an diesem Tag war Malachai nicht mehr wieder gekommen, ihr Zettel lag noch unter dem Pokal, mit dem sie ihn beschwert hatte. Also hatte sie beschlossen, ihn zu suchen, seine „Spur aufzunehmen“. Irgendwann würde sie ihn schon finden, oder er sie. So war es immer gewesen und so würde es immer sein. Sie schmunzelte. Sie waren wie zwei Magneten, die sich anzogen, egal, wie weit sie voneinander weg waren und ohne ihn konnte sie nicht sein.

Er hatte zu ihr gesagt, wenn sie ihn sprechen wollen würde, dann könnte sie zur Akademie nach Lameriast kommen. Natürlich war das schon einige Zeit her, aber irgendwo musste sie ja anfangen, also warum nicht dort.
Und so nahm sie die Fähre und stapfte durch den Schnee zur Akademie. Sie schien Glück zu haben, denn die Fenster waren erleuchtet und Rauch kam aus dem Kamin und so klopfte sie.
Ein Mann öffnete ihr die Türe und sie trat ein. Sie hatte ein mulmiges Gefühl im Magen, doch sie kämpfte es nieder. Scham war hier nun fehl am Platz. Noch ein wenig unsicher in der Stimme, erkundigte sie sich nach Selina und tatsächlich stand sie nicht weit weg, am Kamin. In der großen Eingangshalle saßen außerdem noch 2 andere an einem großen Tisch, ein Mann und eine Frau, die sie jedoch nicht kannte.

Selina und wie sie vermutete, ihr Mann, schienen verwundert, sie zu sehen, doch es war ja auch schon lange her, seit sie sich das letzte mal sahen und noch dazu unter ganz anderen Bedingungen. Doch trotz des Kloßes in ihrem Hals begann sie, sich bei Selina zu entschuldigen, dass sie damals so barsch war und erzählte ihr, dass ihre Bemühungen damals nicht umsonst waren und sie sich nun wieder erinnerte. Selina schien sich nicht sonderlich zu freuen. Sie lächelte zwar, aber es erreichte nicht ihre Augen. Stattdessen bildete sie sich ein, kurz Argwohn darin aufflackern zu sehen und einen kurzen Moment Entsetzen. Sie schien sich nicht ganz wohl zu fühlen, aber das lag sicher an ihren Umständen. Inara erinnerte sich noch gut an ihre eigene Schwangerschaft und an die Tage, an denen sie sich zusammen reißen musste, weil ihr alles zu viel wurde. Oh wie sehr vermisste sie ihren Sohn…! Doch Selinas Frage, wie sie denn ihr Gedächtnis zurück erlangt hatte, riss sie wieder aus ihren Gedanken und so erzählte sie kurz die Geschichte ihrer Reise. Ihr Mann hielt sich dabei deutlich im Hintergrund zurück, aber trotzdem blieb noch eine Frage zu klären….
„Ihr... habt nicht zufällig Malachai gesehen, oder?“ und blickte beide fragend an. Offenbar war er jedoch schon eine Weile nicht mehr in der Akademie gewesen, doch Selinas Mann versicherte ihr, er werde ihm sofort bescheid sagen, dass sie zuhause wartet, wenn er Malachai sieht.
Sie hatte deutlich das Gefühl, dass hier irgendetwas nicht stimmte. Vielleicht war es die Enttäuschung. Irgendwie hatte sie gehofft, man würde sich mehr für sie freuen, stattdessen hatte sie das Gefühl, das irgendetwas merkwürdiges hier vor sich ging, aber es war einfach nicht greifbar für sie. Das Gefühl verstärkte sich, als sie erwähnte, dass sie sich schon sehr auf ein Wiedersehen mit Malachai freute, der sicher schon auf ihre Rückkehr wartete und Selina sie skeptisch ansah und sie fragte, warum sie davon ausgehe, dass Malachai auf sie warten würde. Was war das für eine komische Frage? Immerhin war sie seine Frau und welcher Mann, der seine Frau lange nicht gesehen hatte, würde sich nicht freuen, sie wieder in die Arme schließen zu können? Schließlich hatte sie ihm ja auch den Brief geschrieben, in dem sie ihm berichtete, dass sie für ihn ihr Gedächtnis wieder holen wollte. Fast schien es ihr, als würde sich die Welt für einen Moment nicht drehen, oder als hätte man ihr den Boden unter den Füssen weggerissen, als Selina und ihr Mann einhellig behaupteten, sie wüssten von keinem Brief und Malachai hätte auch keinen erwähnt, er wäre nie angekommen. Das konnte doch nicht sein, der Bote war absolut vertrauenswürdig bisher und sie hatte sich extra noch mal versichert, dass er den Auftrag ausgeführt hatte. Geschworen hatte er es und sie hatte keinen Grund, daran zu zweifeln. Ein stetiges unangenehmes kribbeln lies ihre Nackenhaare sich aufstellen. Sie spürte, etwas stimmte hier nicht, ganz deutlich sogar, aber konnte es einfach nicht greifen, nicht benennen. Sie fühlte sich, wie ein Hase auf einer Waldlichtung, der spürte, dass sich im Unterholz ein Wolf versteckte, der nur darauf wartete, sie zu seinem Vergnügen in Stücke zu reißen. Aber das war absolut absurd! Natürlich kannte sie Selina und Arsen kaum, aber schließlich waren es Freunde Malachais. Hatte er hier nicht Unterschlupf gefunden mit Marick und hatten sie nicht versucht, ihm zu helfen, indem sie statt seiner nach seiner Frau suchten, ihm halfen zu sehen, wovor er nur die Augen verschließen wollte? Vielleicht kam es in den letzten Monden ihrer Abwesenheit ja zu einem Zerwürfnis zwischen ihnen? Oh wie gut wusste sie, wie stur er sein konnte und wie leicht er einen damit schier zur Verzweiflung treiben konnte! Vielleicht war es besser, sich zu verabschieden? Sie hatte das Gefühl, dass sie hier nicht willkommen war und kämpfte gegen den Drang, schnell wegzulaufen, eben wie ein Hase. Doch Rennen zog die Aufmerksamkeit des Bösen auf sich. Dann stockte sie. Was bei allen Göttern dachte sie da eigentlich? Selina und Arsen böse? Sie tat den beiden sicher Unrecht und ihre Sinne führte sie in die Irre! Immerhin hatten sie ihr geholfen, ihren Weg zurück zu Inara zu finden. Und Brief oder nicht, Malachai liebte sie und sie liebte ihn! Natürlich würde er sich freuen, sie zu sehen und sie wieder in die Arme schließen zu können! Dummes Kind, schallte sie sich selbst in Gedanken!
Trotzdem verabschiedete sie sich nun von den beiden, da sie sonst die Fähre nach Gerimor nicht mehr erreichen würde und eigentlich war ja auch alles gesagt. Vielleicht war Malachai ja JETZT zuhause? Ihr Herz klopfte ihr vor Vorfreude bis zum Hals. Und so wünschte sie den Anwesenden noch einen wohlen Abend und stapfte durch den Schnee hin zum Anlege-Kai.
Dabei kam sie auch an ihrem alten Hof vorbei und kam nicht umhin, dort kurz Halt zu machen. Es war niemand zu sehen, doch links und rechts neben dem Zaun standen die Banner Eisenwarts. So war er also wieder geworden, was er schon immer war, der Hof der Burg Eisenwart. Fast liebevoll strich sie über die Latten des Zaunes. So schöne Zeiten hatte sie hier verbracht! Wie glücklich war sie hier gewesen und bald schon, ja sehr bald schon, würde sie endlich wieder glücklich sein!

So hatte sie da zumindest noch gedacht, doch die Wolken am Horizont wurden bereits schwarz und brauten an einem gewaltigen Unwetter!

(Fortsetzung folgt....)

Verfasst: Sonntag 11. Januar 2009, 02:13
von Arsen Talmar
Längst war ich bis auf die Knochen durchgefroren, die eisige Kälte brauchte dazu nicht lange, und trotzdem ließ ich mir Zeit auf meinem Weg zurück zum Haus. Es tat gut wieder einmal in Ruhe die Gedanken ordnen zu können und das war nach all dem, was die letzten Tage geschehen war, bitter nötig. Von einem Augenblick auf den anderen war der ganze trügerische Frieden mit all seiner Harmonie verschwunden, trügerisch aus dem Grunde, weil sowohl Selina als auch ich die ganze Zeit mit dem gerechnet hatten was nun auch eingetroffen war. Und was war das schreckliche Ereignis welches alles verändert hatte, was eine gehörige Portion Katzenjammer und Herzschmerz verursachte? Drei einfache kleine Worte waren es: Inara war zurück!

Dass sie zuerst an der Akademie aufgetaucht war, nun das konnte man ja noch als glückliche Fügung bezeichnen, es hätte uns Zeit verschafft Sienara und Malachai vorzuwarnen, wenn, ja wenn sie nicht am selben Abend noch ausgerechnet jenen beiden über die Füße gelaufen wäre, als beide grade auf dem Weg zu Cyrion waren. Das Entsetzen muss groß gewesen sein, für alle drei, zumindest vermute ich dass, denn dabei sind wir nicht gewesen, aber was soll auch anders gewesen sein. Sienara und Malachai, beide in der Vorfreude der baldigen Hochzeit und Inara in Vorfreude auf ihre Rückkehr zu Mann und Kind und nun war alles beides in so weite Ferne gerückt, dass man schon an Wunder glauben musste um hier noch eine glückliche Fügung zu erwarten. Das Schicksal spielte mal wieder mit den Menschen und dieses mal schien es nur Verlierer zu geben, denn jeder litt für sich alleine, schmiedete die heroischsten Verzichtspläne und doch konnte sich keiner wirklich dem ganzen entziehen und verfing sich immer mehr in diesem unheilvollen Netz.

Selbst Sarah spürte das etwas nicht stimmte, spürte den Schmerz der sich ausbreitete, seltsamerweise am meisten den Malachais. Letzte Nacht war sie laut schreiend aufgewacht aus einem Traum, ihr „Mala autsch!“ ließ keinen Zweifel was sie geweckt hatte. „Mala hilft? Bittteeeeeeee!“Ach Sarah, wie gerne würde ich dir diesen Wunsch erfüllen, aber dieses mal bin ich machtlos, hier versagt meine und auch Selinas Findungsreichtum, hier mussten die drei einen Ausweg finden. Alles was Selina und ich tun konnten war Malachai von seinem wahnwitzigen Plan abhalten sich die Erinnerungen zu nehmen, ihm vor Augen halten dass er sich im Grunde nur davonstahl, sich aus der Verantwortung stahl, konnten Sienara die Hilfe ihrer Familie zusichern, doch mehr konnten wir nicht tun. Tut mir leid kleine Sarah, hier konnte dir nur Malachai helfen, und ich hoffe er hat sich unsere Worte zu Herzen genommen und lässt denn Irrsinn bleiben. Ich werde versuchen dir das ganze zu erklären, ob ich das schaffe, nun daran zweifle ich doch sehr.

Eigentlich sollte ich wütend sein, Malachai vor Zorn schütteln, immerhin heult sich meine Schwester in ihrem gemeinsamen Haus die Augen aus, aber der einzige Zorn der in mir rast gilt Malachais Gedankenlosigkeit, weil er sich nicht überzeugt hatte ob Inara jenen Trank wirklich genommen hatte, den er ihr schickte. Hätte er es getan wäre manches anders verlaufen und nun nicht so fast tödlich verstrickt, würden nun weniger Tränen und Herzschmerz und mehr Ruhe und Freude herrschen. Aber sonst? Alle, auch meine Schwester wussten irgendwo auf welches Spiel sie sich eingelassen hatten und nun zahlten sie den Preis dafür, einen verdammt hohen Preis, hoffentlich nicht zu hoch.

Leise und vorsichtig betrete ich unser Haus um den kleinen Marik nicht zu wecken, denn Selina und Sarah sehen mich erwartungsvoll an, als würden sie ein Wunder von mir erwarten, doch ich kann ihnen nur Bericht geben, von meinen Gesprächen mit Malachai und Sienara und dann heißt es für uns alle nur noch eins... warten...

Verfasst: Sonntag 11. Januar 2009, 12:39
von Inara Schwarzmourne
(letzter Teil)

*langsam tupfte die alte Köchin mit einem nassen Lappen die Peitschenstriemen auf dem Rücken des Mädchens sauber. “Ach Kindchen! Deine Ungeduld wird noch mal dein Verderben sein! Du musst lernen dich in Geduld zu üben Inara, sonst wird er dich eines Tages noch tot schlagen!” Doch das Mädchen biss sich nur auf die Lippe um nicht schreien zu müssen und starrte trotzig an die Wand*


Ungeduld plagte sie immer noch. Gerade erst war sie von der Akademie nach hause zurück gekommen, doch noch immer kein Zeichen von Malachai. Nicht einmal seine Freunde konnten sagen, wo er war, ja hatten ihn überhaupt in letzter Zeit gesehen. Und dann ständig dieses unruhige Gefühl, dass sie fest im Griff hielt. Irgendetwas stimmte hier nicht… ganz sicher nicht. Doch an wen konnte sie sich sonst noch wenden? Wer könnte sonst noch etwas über Malachai wissen? Nur ein Name fiel ihr dazu ein … Cyrion, sein Bruder! Wer, wenn nicht er? Natürlich! Warum hatte sie daran nicht gleich gedacht?
Es war schon spät, aber sie musste einfach zu ihm! Hier zu warten und zu warten und nichts tat sich … das hielt sie einfach nicht mehr aus! Sie wollte endlich wieder in seine Arme, seine Nähe spüren, ihn einfach nur sehen und berühren können! An nichts anderes hatte sie die letzten Wochen denken können. Ja, sie hatte ihn vergessen, aber nicht freiwillig! Man hatte ihr die vielen Monate ihres Lebens geraubt, in denen sie gefangen gehalten wurde und dann als eine andere lebte, weil sie es nicht besser wusste. Aber seit sie ihr Gedächtnis befreit hatte von den eisernen Ketten der Folter und der Gedankenmanipulation konnte sie an nichts anderes mehr denken, als nur zu ihm zu kommen. Was immer man ihr angetan hatte, so grausam es auch war, alles würde sie vergessen und verzeihen können, wenn sie nur wieder in seinen Armen war und er liebevoll ihren Namen in ihr Ohr flüsterte.
Und so sattelte sie ihr Pferd erneut und ritt die Strasse hoch, in Richtung Cyrions Turm. Doch dann, im Bruchteil einer Sekunde, änderte sich ALLES.

Während sie ihr Pferd in Gedanken die Strasse entlang führte traten aus dem Schatten eines nahe gelegenen Hauses zwei Pferde hervor und das eine davon, würde sie unter tausenden erkennen! Es war Malachais Rappe! Dieses intensive schwarz, schön und doch gefährlich wie die Nacht selbst. Malachai, endlich…. Es war Malachai! Die Frau, die neben ihm ritt hatte sie in ihrer Aufregung gar nicht mehr wahrgenommen. Die beiden unterhielten sich und obwohl er verhüllt war… sie nannte ihn Mala… .er war es tatsächlich!!
Ihr Herz blieb stehen vor Freude und sie konnte ihn nur noch anstarren, als würde sie ein Wunder sehen. Eben noch, wollte sie ihn suchen und nun, trat er quasi aus dem Nichts wieder in ihr Leben … durch Zufall! Das Schicksal hatte sie wieder zusammen geführt! Nun konnte sie nichts mehr trennen!! Die beiden hatten sie mittlerweile auch bemerkt und starrten sie an, als wäre sie ein Geist. Von Freude übermannt, sprang sie von ihrem Pferd und eilte auf ihn zu! Erst als sie näher kam, merkte sie, dass etwas nicht stimmte. Er hielt sich eine Hand an die Brust und stammelte etwas davon, dass sein Herz schmerzte. Aber es musste Malachai sein … was war nur los mit ihm? Noch weniger verstand sie, warum er plötzlich anfing, sie zu verleugnen. Sie wäre ein Geist, ein Trugbild, eine Ausgeburt des Bösen, geschickt um ihn zu quälen! Tot sollte sie sein, TOT! Sie verstand kein Wort und kam sich vor, als wäre sie wieder in einem ihrer Alpträume gefangen, während Malachai vom Schmerz geschwächt vom Pferd viel. Warum sollte sie tot sein? Wie kam er darauf? Hatte die Frau etwas damit zu tun? Hatte sie ihm die Lügen erzählt? Aber er würde doch gewiss so etwas nicht glauben! Nicht nachdem er sie schon einmal fälschlicherweise für tot gehalten hatte…oder doch?
Er glaubte ihr nicht, dass sie seine Frau war und wiederholte immer wieder, dass dies nicht sein könne. Von einem Brief wusste er offenbar auch nichts … und dann begann die Frau, diese dumme Hexe, sie zu beschimpfen.
Inara verstand die Welt nicht mehr. Wie konnte sie es wagen, sich da einzumischen? Doch offenbar waren die beiden verlobt!
Es musste ein Alptraum sein …. Es WAR ein Alptraum!! Verlobt … Malachai verlobt.. mit einer anderen!? Inara wusste nicht, was sie sagen sollte.
Wie konnte er sie nur vergessen? Wie konnte er nicht auf sie warten? Er hatte das Band, das sie stets verband zerschnitten!
Malachai lag noch immer im Schnee und seine Verlobte versuchte ihm aufzuhelfen. Er klammerte sich an ihre Hand und sah sie nur entsetzt an. War es wirklich kein Alptraum, in dem sie sich befand? Aber der kalte Wind schnitt ihr ins Gesicht… Er hatte sich also tatsächlich verlobt, obwohl sie nur wenige Monde weg war? Dann war alles verloren ….

Und plötzlich überkam sie unbändige Wut. Am liebsten hätte sie sich auf ihn gestürzt und ihm und seiner Hexe die Augen ausgekratzt!
Wie konnte er es nur wagen? Nach allem, was sie durchmachen musste! Nach allem was man ihr geraubt hatte! Nun auch noch den Ehemann!? Wie hatte er sich nicht davon überzeugen können, dass sie auch WIRKLICH tot war? Wie konnte er, wo er doch schon einmal diesem Irrglauben aufgesessen war? Und dann so früh eine neue Heirat.. WOLLTE er sie etwa los werden? Kam es ihm gelegen? Es schien so… ja, so war es wohl. Aber warum?
Und mit einem mal blieb die Welt stehen und sie hörte ein lautes klirren, so laut, dass sie fast zusammenzuckte. Es war aus! Alles war aus! Sie hatte nur ein einziges Ziel gehabt, ihn! Doch er wollte sie nicht mehr, er verleugnete sie und dann diese Frau … hoffentlich wusste sie, worauf sie sich einlies.
Verlobt! Wie ein Damoklesschwert schwebte dieses Wort über ihr und nicht mehr lange und es würde auf sie herab fallen und sie töten.
Doch diesen Triumpf wollte sie ihm nicht gönnen. Es war schon genug, dass er sah, wie sie weinte… weinte um ihre Hoffnungen und Träume, die nun zerfetzt zu ihren Füssen lagen! Verlobt! Eine andere liebte er nun… so sehr sogar, dass er sie heiraten wollte. Nein, hier hatte sie nichts mehr zu suchen. Sie würde sich nur lächerlich machen!
“Es tut mir leid, ihr werdet mich nicht wieder sehen!” sagte sie zu der anderen Frau mit möglichst kalter Stimme und dann zu Malachai gewandt konnte sie sich nicht verkneifen, noch eine Bemerkung auf ihn nieder zu schmettern “Würde ein Trugbild sich erinnern, dass wir einst als Menekaner verkleidet zu einer Geburtstagsfeier sind, oder dass Thancred 3 Wochen brauchte, um das Schwert zu schmieden, dass ich dir schenkte? Ich bin KEIN Trugbild!”
Die Frau tat ihr fast schon leid… “Bitte passt auf meinen Sohn Marick auf!” konnte sie gerade noch heraus bringen, dann sprang sie eilig wieder auf ihr Pferd. Weg, nur weg von hier wollte sie! Sollten sie doch machen, was sie wollten! Aber sie würde wenigstens dafür sorgen, dass es Marick gut ging. Selbst ihr Sohn war nun verloren. Nach all den Monden, kannte er seine Mutter ja gar nicht mehr… sicher hielt er SIE jetzt für seine Mutter! Dieser Gedanke riss sie förmlich in Stücke. Ein Bild brannte sich in ihre Gedanken wie ätzendes Feuer, dass sie versengte. Malachai mit dieser Frau vor dem Kamin, zu ihren Füssen spielte Marick, sieht zu ihr auf und sagt “Schau mal Mami!” Oh wie sehr hasste sie die beiden! Womit hatte sie dies verdient?

Zu Cyrion führte ihr Weg. Sicher, sie hatten sich nicht oft wirklich unterhalten. Aber er war Malachais Bruder, früher zumindest einmal, und sie hoffte inständig, dass dies auch jetzt noch so sei. Er war der einzige, dem sie vielleicht noch trauen konnte… vielleicht der einzige, der noch wusste, was wahr ist und was nicht. Er musste für sie über Marick wachen. Alle anderen schienen ja komplett von Sinnen zu sein.
Bei ihm angekommen läutete sie Sturm. Diese verdammten Tränen wollten einfach nicht aufhören, verflucht. War etwa niemand da? Ah nein, da kam er endlich durch den Schnee gestapft. Er sah verblüfft aus. Sicher.. was würde er auch sehen! Eine völlig aufgelöste, abgekämpfte, zitternde, weinende Frau, die vor sich hinstammelte. Sie lies ihn kaum zu wort kommen, und schilderte knapp, sie wollte sich ja eigentlich entschuldigen, aber jetzt, Malachai war ihr begegnet und er hielt sie für ein Trugbild! Man stelle sich das vor, sie sollte tot sein! Aber auf ihren Sohn sollte er aufpassen, versprechen musste er es. Hoffentlich nahm er nicht zu viel Schaden, wenn sein Vater durchgedreht war und diese Frau .. sie kannte sie ja nicht. Ja sicher, sie traf keine Schuld, aber es verletzte sie dennoch so sehr …
Lebe wohl sagte sie Cyrion. Sie wusste nicht, was sie sonst sagen sollte. Sie wusste nicht, wie es weiter gehen sollte und gerade, als sie sich auf den Heimweg machen wollte, trat ER aus dem Schatten!

Warum nur konnte er sie nicht in Ruhe lassen? Was wollte er noch? Ihr Leben lag bereits in Trümmern, wollte er auch noch darauf herum trampeln? Er hatte nun wohl doch begriffen, dass sie kein Trugbild war, aber es war zu spät, alles war zu spät! Er stammelte Erklärungsversuche, beteuerte, er wollte nur das beste für sie und ihren Sohn! PAH! Was bildete dieser Lackaffe sich eigentlich ein? Er behauptete sogar, dass er es war, der den Räuber anheuerte, der sie damals in Bajard überfiel, womit das ganze Übel seinen Anfang nahm. Glaubte er wirklich, dass hätte sie interessiert? Das war bereits SO lange her und hätte er sie in die Arme geschlossen und sie geliebt, alles hätte sie ihm verziehen, egal was! Das Leben war nie leicht, aber solange sie ihre Liebe hatten, hatten sie alles überstanden, jeder Gefahr getrotzt! Doch von dem einstigen stolzen Krieger, der auf seine Stärke vertraute und dessen große Stütze seine Liebe zu ihr und ihrem Sohn war, war offenbar nichts mehr übrig. Wie jämmerlich und alt er doch aussah. ER wäre an allem Schuld, so viele waren gestorben wegen ihm, er verbreitet immer wieder nur Leid und Schmerz und deswegen wollte er wenigstens mir ein friedliches Leben mit seinem Trank schenken. Wie konnte er sich nur anmaßen, für sie zu entscheiden!? Er wollte nicht mehr, dass sie ständig Angst haben musste um ihn und sich nicht mehr fürchten musste, gegen ihn eingesetzt zu werden.
Es schien, er war nur noch ein Schatten seiner selbst. Wie erbärmlich er doch geworden war! Er sagte, es wäre stets eine grosse Bürde gewesen, zu wissen, dass sie seinetwegen in Gefahr geraten könnte. Doch sie traute ihren Ohren kaum. Verhöhnte er sie etwa?
“Und mit IHR ist es nun leichter? Hast du um SIE keine Angst? Warum denkst du, mich müsstest du schützen und SIE nicht?” schleuderte sie ihm entgegen.
“Sie ist eine Schatten…” antwortete er kraftlos.

Schatten … Schatten…. Sie war auch ein Schatten? Langsam sickerte in ihren Geist die Erkenntnis, was dies heisst. Sie hatte ihn verloren, für immer! Plötzlich wurde ihr eiskalt. Niemals konnte sie ihm das bieten, was sie konnte. Sie war nur einfache Bäuerin, beschäftigte sich mit Acker bestellen und Tiere züchten. Aber SIE, sie war eine Schatten! Sie war wie er! Dem hatte sie nichts entgegen zu setzen… und mit dieser Erkenntnis starben alle Gefühle in ihr. Wut, Trauer, Liebe … alles schien für immer tot.

Offenbar hatte er sie immer für ein hilfloses zartes Wesen gehalten, dass sich nicht selbst schützen konnte, aber bei IHR musste er diese Angst nicht haben. Als Schatten wäre sie sicher sehr wohl dazu in der Lage, auf sich selbst aufzupassen. Ausserdem konnte er mit ihr sicher über vieles reden, was Inara nicht verstanden hätte in seiner Vorstellung. Jetzt endlich begriff sie, wofür er sie hielt, wie er sie all die Jahre gesehen haben muss. Und dieses Bild war nicht sehr schmeichelhaft. Und nun war es ihm offenbar nur allzu willkommen gewesen, sie schnellstmöglich zu vergessen, ja sogar für tot zu erklären, damit er endlich die Frau heiraten konnte, die er mehr liebte als sie. Hätte vor nur 2 Jahresläufen einmal jemand zu ihr gesagt, dass ihr geliebter Malachai sie wegen einer anderen verlassen würde, ja sie sogar nur wenige Monde nach ihrer Trennung heiraten wollte … sie hätte demjenigen die Kehle aufgeschlitzt für seine Lügen! Niemals…nein, NIE hätte sie das geglaubt! Und doch stand sie hier, ihr Leben in Trümmern, Malachai nicht mehr ihr Mann und offenbar auch nicht mehr Herr seiner selbst. Er war nun ein anderer Mann. Er sah aus wie er, er hatte seinen Namen, aber sie erkannte ihn nicht wieder.
Doch nun verstand sie zum ersten mal WIRKLICH, welchen Schmerz er hatte. Auch sie fühlte ihn nun. Sie verstand jetzt und wollte ihre Schuld so weit wie möglich wieder gut machen.
Sie hatte das Leben des Mannes, der einst Malachai war, zerstört im Lidschlag eines Augenblickes! Ihre Ungeduld hatte sie verführt und sie dazu gebracht, freudestrahlend auf ihn zu zu rennen, obwohl sie nicht wusste, was in den letzten Monden geschehen war. Aber wie hätte sie auch ahnen sollen ….
Doch nun war es zu spät! Alles war zu spät. Sie würde sich wieder aus seinem Leben zurück ziehen und die Erinnerung an sie, würde mit der Zeit wieder verblassen. Sie würde nur ein kurzes Aufflackern einer alten Erinnerung sein, die nun wieder weg war.
Sie konnte sich gut vorstellen, wie viel einfacher sein Leben nun war, wo er wirklich ALLES mit seiner Frau teilen konnte. Sicher waren sie eine glückliche kleine Familie gewesen und sie hatte nun alles zerstört. Oh ja… sie konnte nun SEHR gut seinen Schmerz nachempfinden.
Doch dieser, von Selbstmitleid zerfressene Mann vor sich, der sich in Erklärungen und Ausflüchte versuchte zu verstecken, das war nicht mehr ihr Mann. Und wenn es die andere geschafft hatte, sein Herz zu erobern, warum sollte sie den beiden das Glück nicht gönnen.
Mit diesem Schatten ihres geliebten Malachai würde sie niemals glücklich werden können. Und mit der Gewissheit, einer anderen den Mann weggenommen zu haben, schon gar nicht!

Weg gehen wollte er, fort, für immer. Sie alle verlassen, weil er ja nur Unglück bedeutete! Dieser Narr! Konnte er nicht sehen, dass die Menschen um ihn herum ihn liebten und brauchten? Er sollte zu seiner Verlobten zurück und zu seinem Sohn. Er sollte glücklich leben, so wie vorher, bevor sie so brutal zurück in sein Leben trat. Doch es war, als würde sie gegen Windmühlen reden, als hörte er nicht zu. Nun, SIE würde sich sicher nicht um Marick kümmern. Der Junge kannte sie ja gar nicht mehr, so lange war es schon her.
Sollte er doch machen, was immer er für richtig hielt, sie würde jedenfalls sich nicht mehr um ihn und Marick kümmern. Sollte er doch bleiben, wo der Pfeffer wächst mit seinem Selbstmitleid. Er würde sich schon wieder fassen, wenn er merkt, dass sie ihr Versprechen wahr machte und sich nicht mehr um ihn scherte! Sie schrie ihn an, dass sie ihn nie wieder sehen wollte, dass er verschwinden solle! Vielleicht half es ja, damit er endlich verstand.
Trotzdem beteuerte er, er würde sie nach wie vor noch lieben. Ja, wenn sie ehrlich zu sich war, liebte sie ihn auch, aber das war nun nicht mehr genug….die Wunden waren nun einfach zu gross und zu tief. Es war das beste für alle, wenn sie sich in Zukunft einfach nur wieder ihren eigenen Dingen widmete. Und so würde es sein…

Verfasst: Dienstag 13. Januar 2009, 22:58
von Malachai Schwarzmourne
Langsam trat er näher an den Kessel. Das Wasser hatte aufgehört zu kochen, dass schimmernde Grün, was es zuletzt besass, wurde zu einem hellen Himmelblau.
Er starrte in die Brühe, die schon durch seine ätherischen Öle einen leicht benebelten Geruch besass.
Ja, es war eine Meisterleistung, noch nie hatte er solch einen mächtigen Vergessenstrank gebraut, noch nie war er so weit gegangen, Erinnerungen gezielt zu löschen und durch andere zu ersetzen.
Ja, er wäre nun soweit, er könnte alles vergessen, mehr aber, er könnte verhindern, dass er sich im Schmerze verliere und am Ende wieder jenes, gefühllose Wrack entstehen würde, was er so sehr hasste und sich schwor, zu bekämpfen.
Er könnte die Gefühle in seinem Herzen verschliessen, sie zum schlafen bringen...und dennoch, sie wären da...würden vielleicht weiterhin sein Handeln und sein Denken bestimmen und leiten.
Er liess die Tage Revue passieren, er schaute weiter, viel weiter in die Vergangenheit.
Der Tag ihres Verschwinden, die lange Suche nach ihr, der Verfall in den Wahn Sie zu finden und die daraus resultierenden Folgen.
Die Flucht mit Marick, das eintreffen in der Akademie, Selina, Arsen, Cyrion, die Melora finden, auf Malachai einreden, obwohl er sich zum Wohle für Marick sagte, sie sei tot.
Malachai, wie er Melora trifft, wie er das Band spürt...aber auch ihren Schmerz und ihre Angst.
Wie er den Abtrünnigen wieder begegnet, herausfindet, dass jener seinen Körper nutzte und Inara all das antat, wie er ihn besiegte und die Angst besass, Inara könne schlimmeres geschehen.
Wie er lange Nächte alleine in Gedanken war, wie er sein wertvollsten Schatz von sich riss, um jenen ein schönes und sicheres Leben zu geben.
Und wie er versagte, wie er wieder eine Entscheidung traf, wie er sich nicht vergewisserte.
Wie er dann Sienara kennen lernte, wie sie sich anfangs nicht mochten, wie sie aber zueinander fanden, sie wertschätztend und irgendwann liebten. Wie Sie viel Zeit miteinander verbrachten, Pläne für ein evtl. Haus schmiedeten und es am Ende eines Sommers in mühevoller Arbeit über Monde hinweg bauten, kurz bevor der Winter einbrach.
Und dann, wie Inara da war, wieder da...bei ihm...und sein Herz entzwei reisst.
Es sollte Enden, es musste Enden...und es wäre ein Leidensweg für alle.
Er gab bewusst auf, was er am meisten Liebte, wen er am meisten Liebte....nicht nur den Verlust von Inara...von Sienara...dessen Liebe sein Herz erfüllten....nein...von Cyrion...von Leah, Arsen, Selina und allen anderen....mehr noch...von seinen Sohn...er würde fliehen, wie es einst sein Vater tat...weil er nicht mehr Herr über das Böse wird...weil er ihn beschützen will...gibt er seinen Sohn auf.
Er schliesst die Augen, die Fäußte ballen sich und abermals steigt Wut in Malachai auf.
Er ritt zu Inara, letzte Nacht...er musste es ihr sagen, darum bitten, sie zwingen, wenn es sein muss. Ein letzter Wunsch: Sie solle sich um Marick, um ihren Sohn kümmern.
Er hätte so gern gehabt, dass Sie ihn hasst, dass Sie mit einer Waffe gen sein Herz stürmen würde...Wutentbrannt...es hätte alles leichter gemacht...
Doch nein...sie liebte ihn...und er liebte sie...aber auch Sienara...
Sie redeten, in ruhe, das erste mal nach so vielen Jahren und sie hielten nichts zurück. Sie wollte, dass er zu Sienara gehe, man merkte, dass Sie mitleid mit ihr fühlte, dass Sie nicht der Grund für ihren Schmerz...oder für Malachai´s Schmerz seie.
Doch nicht ihr obliegt jene Bürde...nein...sie könne Entscheiden...ja...aber Malachai auch...
Sie schlug irgendwann vor, Cyrions Idee nacheifern...dass sie zu dritt leben sollten....Cyrion, ging es Malachai durch den Kopf, soetwas konnte nur von ihm kommen...diese Abstruse vorstellung....
Malachai war nicht irgendein Pascha, kein Mann, der mit zwei Frauen wie mit einer Leben würde....doch Inara schien es teils ernst, ihr lachen sagte vielleicht das eine, doch ihre Augen verrieten etwas anderes. Sie kämpfte, sie gab nicht auf und sie würde auch die wahnsinnigste Lösung in Kauf nehmen, damit das Leid bei allen ein Ende findet.
Zu dritt leben...er könnte es...ja...aber nicht als Geliebter oder Ehemann...eher eine Wohngemeinschaft...um einander da zu sein...um sich um Marick zu kümmern...vielleicht.
Abermals stieg die Wut in Malachai auf.
Er hasste sich...für das, was er tat und tun wird.
Inara, die so stark war...nach all den Sachen immer noch auf den Beinen stehend...Marick...er wird ihr helfen...so wie er einst Malachai half...und Sienara...die abermals einen Tiefschlag erhielt...sie alle waren stark...und er?
Jener so gepriesener und gefeierter Schattenlord?
Jener, denen Menschen ihr Leben anvertrauen?
Jener, denen Schüler ehrfürchtig zuhören, um zu lernen?
Jener, der Dämonen in allen Formen und Farben bekämpft hat?
Er hat Schlachten geschlagen, er war so oft dem Tode nahe und erhebte dennoch immer sein Schwert und gab nie auf, will nun flüchten?
Der Trank, in welchem sich das Spiegelbild des Mondes bildete, war so genial, ein Meisterwerk...und dennoch...
Ein lautes "Dong" von Eisenstiefeln gegen Kupfer, das Ausfliessen von Flüssigkeit und das Versickern jener in den teils noch gefrorenen Boden.
Der Trank war schnell entschwunden und Malachai wandte sich ab.
Es war Zeit, wieder der zu werden, der er einst war....vorbei sollen jene Tage voller Trauer und Selbstzweifel sein...
Er würde einen Weg suchen...eine Lösung finden...er würde Sie aber nicht alleine lassen, jene Menschen, die er liebte...nicht mit jenen Schmerz.
Er würde sich wandeln, ja, er würde sich verändern und anders handeln...doch er würde bei Verstand bleiben und jener sein, der er immer war.
Er würde nicht seinen Sohn im Stiche lassen, weiterhin ein Vater für ihn sein, zu aller Zeit, bis doch der Tod ihn ereilte...am Tage, wenn Marick ein prachtvoller und starker Schatten geworden ist.
Er würde ihnen allen beistehen und weiter eine PErson sein, zu der man aufblicken kann, zu der man sich drehen kann in Zeiten der Not...und Sie würden weiterhin der Grund seiner Existenzt, das Schwert seines Kampfes sein....
Er brauchte keinen Trank...sie waren sein Trank...die Liebe, die Zuneigung, Sorgen um das Leid anderer....Attribute, die wichtig sind...für jeden...auch für den Schattenlord.
So ging er hinfort von der Klippe, im Schatten verschwindend und mit all dem Schmerz...und den Erinnerungen...auf der Suche nach einer Lösung.

Verfasst: Sonntag 18. Januar 2009, 19:19
von Marick
Langsam streift er durch die riesigen Hallen, die sich vor ihm eröffneten. Licht strahlt durch die Scheiben auf ihn hinab, blenden ihn kurz.
Doch unermüdlich geht er weiter.
Es war alles so fremd für ihn, alles neu. Nichts erinnerte an das alte Heim, was er früher besass.
Dennoch, fühlte er sich wohl.
Er ging weiter, auf wackeligen Beinen. Der Weg war anstrengend, doch die Sehnsucht war größer. So lange musste er warten und während andere die Hoffnungen aufgegeben hatten, tat er es nicht. Er vergass nicht, er wusste, es würde sich wenden.
Er kippte leicht zur Seite, seine Hand griff nach einer der 4 riesigen Holzsäulen, stütze ihn ab.
Doch weiter, er hörte es, er roch es...unermüdlich ging er seinen Weg.
Der Boden verliess die Ebenerdigkeit, wurde weich und flauschig. Es erschwerte seinen Gang, er kniete sich nieder, robbte seinen Weg weiter vorwärts. Es kam ihn ewig lange vor, doch er war eine Kämpfernatur...wie sein Vater...er würde nicht aufgeben.
Er hörte es, sein Herz schlug höher. Das Leid, das er empfand, die Sorgen, die ihn zum weinen brachte, die keiner Verstand, sie war nun vorbei. Er spürte es, er wusste, dass da etwas war, ganz in seiner nähe, hörte auf sein Herzen, seinen Instinkt.
Langsam kam er wieder auf den harten Boden, erhebte sich und durchschritt das riesige Tor. Dämpfe kamen ihn entgegen und blubbernde Wasser. Der Boden wurde Kalt, zu allen Seiten ragten Steinmauern und merkwürdige Skultpuren mit Türen hoch. Doch vor ihm offenbarte sich jener Engel, dem Rücken zu ihm zugewand, in jenen Nebel und Dunst umhüllt.
Er trat näher, er spürte, wie die Kraft in ihm wuchs, jeder Schritt sein Herz höher schlagen liess.
Nur noch wenige Meter, dann hat er Sie erreicht.
Sie dreht sich um, das Licht fällt auf ihre glänzenden Augen. Sie bückt sich runter, ihre Hand, so hoch, scheint, als würde Sie aus dem Himmel nach ihm greifen.
Sie liess ihn fliegen, wie ein Blatt Papier nahm Sie ihn zu sich.
Er strahlte, das Glück war ihm im Gesicht geschrieben, als er sich an die Wärme ihres Körpers kuschelte, während ihre Hand über seine Wangen und seinen Kopf streichelt und Sie ihm einen Kuss auf die Stirn gibt.
Dann verliess Inara die Küche und setzte Marick auf den Kinderstuhl am Holztisch in der Wohnstube mit dem roten, flauschigen Teppich.
Das Wasser in der Küche liess deuten, dass das Essen fertig war, während der kleine freudig in seine Hände klatschte.
Eine große Welt, für so ein kleines Kind, welches sich freut, seine Mutter wieder zu haben.