Ein Banner für Horteras [Spielerquest]
Verfasst: Montag 15. Dezember 2008, 01:29
Die Dunkelheit war vergangen und endlich konnten die Kinder dieser Welt wieder einem Sonnenaufgang entgegensinnen. Nuria und Taralea sagten es bereits am Vortag - sie wollten sich den neuen Morgen ansehen. Und das traf auch auf Bruder Titus zu, der so emsig und Eifrig mitgewirkt hatte, um das Licht zurückubringen. Die Zeit der Sternenjünger war angebrochen, und damit auch ihre Bedeutung.
Nun - Horteras barg Wissen. Wissen einer uralten Zeit die vor der Schöpfung, ja vor Eluives Lied begann, zu einer Zeit als die Sterne schon alt waren, doch die Welt noch nicht existent war. Jene Schwestern - sie bewahrten auch derlei Wissen aus alten Tagen auf, und genau das war es, was den alten dicken Priester so beeindruckte. Sie hatten etwas in ihrem Besitz, das so kostbar war, direkt beneidenswert aber in guten Händen.
"Die menschen vertrauen uns, Titus, mein Freund", hatte Sardok gesagt. "Sie schöpften Hoffnung durch unser tun, und wer, wenn nicht wir haben uns sehr darum bemüht, den menschen Trost und Schutz zu geben." Sie saßen an den Gestaden des Meeres nach Osten gewandt, an der Bucht Bajards - Titus und Sardok, im Gespräch vertieft, dem Sonnenaufgang entgegensinnend.
"Joh mey. Oba wir hob'n doch getan, wos zu tuan war. Uns're Orbeyt is' getan. De Schwestern hob'n ihr'n Teyl beygetrag'n. Und wenn de Sonn' wieda aufgeht", - Er deutete zum langsam ergrauenden Horizont im Osten - "Wird' uns beyd'n klor seyn, dáss es eyn guates Werk wor, des wir verübt hob'n. De Wölt hott den Schwestern mehr zu verdank'n ols uns. So steht uns nit zua, Dank zu varlangen."
"Das wohl nicht, mein Freund", Sardok schüttelte grinsend den Kopf und bickte Titus an. "Aber wir wissen beide, dass Horteras' Wirken maßgeblich war. Und das war es letztendlich doch, was essenziell war. Unser Bemühen sollte eine Bestimmung haben. Einen Grund! Die Menschen sollen zusammenfinden und für das wertvollste Gut dieser Welt, der Freiheit nämlich, auch einzustehen."
"Mmmmhr"; der Alte brummelte nachdenklich. "Du wüllst de Leyte unter eynem Banner scharen und eana wos geb'n woron se glaub'n kinnan?"
Sardok lachte leise auf."Du hast es erraten, lieber Freund. Es ist unsere Stunde, die angebrochen ist. Sieh in den Osten, die Sonne geht auf. Und damit beginnt ein neues Zeitalter. Die Dunkelheit ist vorbei. Wir sind auf den Plan getreten. Horteras hat es so bestimmt, er sah die Zeit voraus. Und ich denke, es ist das Rechte, was wir tun!"
Titus nickte langsam. "Des wos du sogst mog Hond und Fuaß hob'n, oba glabst nit, dass Zorn doraus entsteh'n wird?"
"Was aus Dunkelheit erwächst mag nicht immer dunkel sein, lieber Freund. Wo gehobelt wird, fallen Späne, wo es Licht gibt, gibt es auch imemr wieder lange Schatten."
"De schneck' nimmt ihr Haus imma mit, dorum is' sie so longsom. Doch wenn du jetzt hetzt kunnt'st eyniges übastürz'n"
"So wirst du meine Entscheidung also nicht gut heißen? Du weißt, dass es auf dich ankommt. Dein Wort hat Gewicht, nicht nur für die unsere Kirche, auch für mich selbst."
"Mmmmhr", Titus rieb sich seinen Bart, "I heyß' deyne Entscheydung guat, und i begrüß' deynen Tat'ndrang ohne es zu hinterfrag'n. Doch eyn schenes Stück Orbeyt liegt vor uns. Und a wenn vui Leyt dem Sternvota folg'n, so werd'n wir Freynde hob'n, oba genau so vui Feynde, und de haus'n nit nur in Rahal oder in irg'ndeyna Gruft. So monche Verfechter des Licht'n Pantheons sölbst hob'n Bajard scho Schwierigkeyt'n 'bracht. Und Bajard soll keyn neyes Reych werd'n, wölches so g'seh'n unter eyner gottheyt steht."
"Nein, gewiss nicht, Freund", Sardok lachte auf. "Das war Bajard doch nie. Allerdings vertreten Viele die Ansichten. Warum ihnen also nicht Halt geben, um aus dem kleinen Dorf etwas zu machen. Einen Ort der Ruhe, des Geschäftig seins, des Frohsin und... letzten Endes der Freiheit? Sieh doch nach Osten. Die Sonne geht auf. Und auch diese Menschen erfreuen sich des neu gewonnenen Lichtes!"
"So sey es!" Titus nickte Sardok zu. So loss'n wir eyn Banner anfertig'n - und beginnen mit der hart'n Orbeyt. Doch übarloss i dir de Aufsicht dorüber. Es wor deyne Idee. Auf mi konnst oba g'wiss bau'n. I loss di nit im Stich!"
Und beide nickten sich zu - blickten sich in die Augen. Damit war es beschlossen.
Im Osten färbte der Himmel sich rosa. Hohe Wolken wurden in Brand gesteckt vom neuen Tageslicht. Ein Aufatmen ging durch die Welt - ein Freudenschrei als die Sonne rot im Osten sich erhobt, das Meer in die Schwelbrände mit einbezog und die Vögel wieder zu singen begannen - ja die Wintervögel waren es, welche die Sonne bejubelten und wieder umherflogen. Neue Hoffnung war erstanden, und der Tag war wieder auf Alathair hereingebrochen. - Und damit die Hoffnung.
Doch die zwei alten Männer blieben stumm sitzen - sie genossen den neuen Morgen. Und damit war es beschlossen. Das Sternenbanner würde entrollt werden, sobald die Zeit gekommen war. Doch an jenem Morgen ward die Idee geboren.
Nun - Horteras barg Wissen. Wissen einer uralten Zeit die vor der Schöpfung, ja vor Eluives Lied begann, zu einer Zeit als die Sterne schon alt waren, doch die Welt noch nicht existent war. Jene Schwestern - sie bewahrten auch derlei Wissen aus alten Tagen auf, und genau das war es, was den alten dicken Priester so beeindruckte. Sie hatten etwas in ihrem Besitz, das so kostbar war, direkt beneidenswert aber in guten Händen.
"Die menschen vertrauen uns, Titus, mein Freund", hatte Sardok gesagt. "Sie schöpften Hoffnung durch unser tun, und wer, wenn nicht wir haben uns sehr darum bemüht, den menschen Trost und Schutz zu geben." Sie saßen an den Gestaden des Meeres nach Osten gewandt, an der Bucht Bajards - Titus und Sardok, im Gespräch vertieft, dem Sonnenaufgang entgegensinnend.
"Joh mey. Oba wir hob'n doch getan, wos zu tuan war. Uns're Orbeyt is' getan. De Schwestern hob'n ihr'n Teyl beygetrag'n. Und wenn de Sonn' wieda aufgeht", - Er deutete zum langsam ergrauenden Horizont im Osten - "Wird' uns beyd'n klor seyn, dáss es eyn guates Werk wor, des wir verübt hob'n. De Wölt hott den Schwestern mehr zu verdank'n ols uns. So steht uns nit zua, Dank zu varlangen."
"Das wohl nicht, mein Freund", Sardok schüttelte grinsend den Kopf und bickte Titus an. "Aber wir wissen beide, dass Horteras' Wirken maßgeblich war. Und das war es letztendlich doch, was essenziell war. Unser Bemühen sollte eine Bestimmung haben. Einen Grund! Die Menschen sollen zusammenfinden und für das wertvollste Gut dieser Welt, der Freiheit nämlich, auch einzustehen."
"Mmmmhr"; der Alte brummelte nachdenklich. "Du wüllst de Leyte unter eynem Banner scharen und eana wos geb'n woron se glaub'n kinnan?"
Sardok lachte leise auf."Du hast es erraten, lieber Freund. Es ist unsere Stunde, die angebrochen ist. Sieh in den Osten, die Sonne geht auf. Und damit beginnt ein neues Zeitalter. Die Dunkelheit ist vorbei. Wir sind auf den Plan getreten. Horteras hat es so bestimmt, er sah die Zeit voraus. Und ich denke, es ist das Rechte, was wir tun!"
Titus nickte langsam. "Des wos du sogst mog Hond und Fuaß hob'n, oba glabst nit, dass Zorn doraus entsteh'n wird?"
"Was aus Dunkelheit erwächst mag nicht immer dunkel sein, lieber Freund. Wo gehobelt wird, fallen Späne, wo es Licht gibt, gibt es auch imemr wieder lange Schatten."
"De schneck' nimmt ihr Haus imma mit, dorum is' sie so longsom. Doch wenn du jetzt hetzt kunnt'st eyniges übastürz'n"
"So wirst du meine Entscheidung also nicht gut heißen? Du weißt, dass es auf dich ankommt. Dein Wort hat Gewicht, nicht nur für die unsere Kirche, auch für mich selbst."
"Mmmmhr", Titus rieb sich seinen Bart, "I heyß' deyne Entscheydung guat, und i begrüß' deynen Tat'ndrang ohne es zu hinterfrag'n. Doch eyn schenes Stück Orbeyt liegt vor uns. Und a wenn vui Leyt dem Sternvota folg'n, so werd'n wir Freynde hob'n, oba genau so vui Feynde, und de haus'n nit nur in Rahal oder in irg'ndeyna Gruft. So monche Verfechter des Licht'n Pantheons sölbst hob'n Bajard scho Schwierigkeyt'n 'bracht. Und Bajard soll keyn neyes Reych werd'n, wölches so g'seh'n unter eyner gottheyt steht."
"Nein, gewiss nicht, Freund", Sardok lachte auf. "Das war Bajard doch nie. Allerdings vertreten Viele die Ansichten. Warum ihnen also nicht Halt geben, um aus dem kleinen Dorf etwas zu machen. Einen Ort der Ruhe, des Geschäftig seins, des Frohsin und... letzten Endes der Freiheit? Sieh doch nach Osten. Die Sonne geht auf. Und auch diese Menschen erfreuen sich des neu gewonnenen Lichtes!"
"So sey es!" Titus nickte Sardok zu. So loss'n wir eyn Banner anfertig'n - und beginnen mit der hart'n Orbeyt. Doch übarloss i dir de Aufsicht dorüber. Es wor deyne Idee. Auf mi konnst oba g'wiss bau'n. I loss di nit im Stich!"
Und beide nickten sich zu - blickten sich in die Augen. Damit war es beschlossen.
Im Osten färbte der Himmel sich rosa. Hohe Wolken wurden in Brand gesteckt vom neuen Tageslicht. Ein Aufatmen ging durch die Welt - ein Freudenschrei als die Sonne rot im Osten sich erhobt, das Meer in die Schwelbrände mit einbezog und die Vögel wieder zu singen begannen - ja die Wintervögel waren es, welche die Sonne bejubelten und wieder umherflogen. Neue Hoffnung war erstanden, und der Tag war wieder auf Alathair hereingebrochen. - Und damit die Hoffnung.
Doch die zwei alten Männer blieben stumm sitzen - sie genossen den neuen Morgen. Und damit war es beschlossen. Das Sternenbanner würde entrollt werden, sobald die Zeit gekommen war. Doch an jenem Morgen ward die Idee geboren.