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Schleier der Vergeltung

Verfasst: Sonntag 14. Dezember 2008, 00:11
von Drakhon Sokarth
Er hasste den Weg zu diesem alten modrigen Gemäuer, und die ewige Finsternis trug nicht gerade dazu bei seine Stimmung zu heben.
Die bedrückende Stille welche bleiernd schwer in der Luft lag wurde nur von dem müden Stöhnen der hölzernen Stufen unter seinen Füßen und dem unheilvollen Rufen der Krähen durchbrochen, welche auf den Zinnen der Turmruine saßen wie schwarz gefiederte Wächter.
Am Fuße der Treppe angekommen erwarteten ihn bereits eine Handvoll weiterer Diener des Raben. In gedämpfte Gespräche vertieft nickten sie ihm kurz zu ehe sie sich tiefer in die unterirdischen Hallen ihres Heiligtum begaben.
Etwas lag in der Luft etwas versetzte sie in Aufruhr, sie einmal mehr dazu brachte sich zusammenzufinden, doch was genau es war lag vor ihm noch verborgen.
Die schweren eisernen Türen schwangen auf und gaben den Blick auf einen sich ausdehnenden, Fackel beschienenen Raum frei. Irgendwo zu seiner linke war aus der kleinen angrenzenden Zelle ein unwirkliches Wimmern und Schluchzen zu vernehmen, der frische süßliche Geruch von Blut lag in der Luft und mischte sich mit dem schweren Duft der verbrennenden Fackeln.
Doch seine Gedanken wurden sogleich fortgerissen, als ein in schwere Stoffe gehüllter Rabendiener das Wort ergriff.
Die Minuten flossen dahin während die Gestalt, ihm und allen im Raum sein Anliegen vortrug. Die Zeit floss nur zäh dahin während er ihnen die Details erläuterte und schließlich begann einige Aufgaben zu verteilen.
Und gegen ende wurde klar das eine Kleinigkeit noch erledigt werden musste. Der Rabe müsste seine Schwingen über die Unwissenden Ausbreiten, ihnen Augen und Ohren verschließen vor der nahenden Gefahr und als hätte er es nicht geahnt richtete sich der Sprecher an ihn.
Ihm solle es zufallen, sich einige Rabendiener zu suchen und mit ihnen dafür zu sorgen, dass das Ziel ahnungslos blieb bis das Verderben vor ihrer Tür stehen würde.

Lange nachdem die Versammlung sich aufgelöst hatte saß die kleine Gruppe noch in der Kammer beisammen. Leise erklang das Rascheln von alten Buchseiten und ein gelegentliches Räuspern im Versuch die abgestandene Luft aus den Lungen zu vertreiben.
“Hieß es nicht das Wasser bringt Verderben, warum… greifen wir diesen Gedanken dieses dicken Priesters nicht einfach auf?” , erklang es vorwarnungslos und die übrigen Anwesenden wandten sich dem Sprecher zu.
“Ja Wasser, erkennt ihr es nicht?”, ein kurzes Schweigen folgte als er in die nachdenklichen und teils finster dreinblickenden Gesichter schaute. “Nebel… wir hüllen sie in die Schwingen des Rabens, sie werden blind und taub sein wenn wir über sie hereinbrechen.”
Was folgte war ein zustimmendes Raunen. Ehe die kleine Gruppe in reges Treiben verfiel. Kerzen wurden aufgebaut, der Altar gesäubert dahinter ein kleiner Sockel mit einer etwa Tellergroßen, verzierten Schüssel aufgestellt.
Erst als die Vorbereitungen soweit abgeschlossen waren kam die Quelle des hintergründigen stets anwesenden Wimmerns zum Vorschein. Eine junge Frau, gezeichnet und ausgemergelt wurde von zwei Dienern zum Altar gezogen und dort mit einigen Handgriffen angebunden.
Es war ein Schauspiel das ihn kaum noch berührte. Der sich leicht windende Körper, zerlumpt nach Angstschweiß stinkend und zitternd rang ihm kaum mehr als ein freudloses Lächeln ab. Sie war, nein vielmehr ihre Seele war der gegenwert den sie dem Raben darbrachten, das er seine Schwingen über ihre Opfer auszubreiten vermöge und sie in Unwissenheit tauchen sollte.

Die entzündeten Kerzen und die Fackeln ließen die Hitze im Raum fast unerträglich werden. Die Luft flimmerte förmlich während gedämpfte Sprechköre Krathor preisten. Klangvoll erfüllten ihre synchronen Stimmen die Luft priesen ihren Gott und erbaten seine Gunst.
“Krathor, Seelenfresser, ewiger Richter Rabe der Nacht… erhöre das Bitten und Rufen deiner Diener und labe dich an dem was wir die darbieten.”
Was folgte dauerte nur wenige Augenblicke. Die Klinge des Opferdolches blitze kurz im Licht der Kerze ehe es schon Haut und Fleisch durchschnitt und in einer wuchtigen Bewegung den Brustkorb der Frau durchstieß.
Er blickte nicht auf als er den Dolch beiseite nahm und den Brustkorb schließlich mit den Fingern und einem widerwärtigen Knacken aufriss. Die Bewegungen der Frau erstarben als das freigelegte Herz noch ein letztes mal das Blut durch den sterbenden Körper jagte ehe es diesem entrissen wurde.
Zusammen mit einer öligen Flüssigkeit legte der Diener das noch warme Herz in die Opferschale.
Das Blut rauschte in seinen Ohren als er angespannt wartete ob der Rabe dieses Oper annehmen würde, ihm stockte der Atem als in den ersten Augenblicken eine Reaktion ausblieb und das Knistern der Fackeln das einzige war das er neben dem Rauschen in seinen Ohren wahrzunehmen vermochte.
Doch schließlich wurden sie erlöst, das Herz begann erneut zu pochen, zuckte in der Schale ehe es in dunkle Flammengehüllt langsam begann sich aufzulösen.

Kaum hatte Krathor ihr Bitten erhört und begonnen die dargebotene Seele zu verzehren breiteten sich seine Schwingen über das Land aus. Nach und nach begann sich so über die Nacht und frühen Morgenstunden hinweg ein schleierhafter Nebel vom Boden zu heben, schwer, dicht und träge beginnen die Nebelschwaden sich rund um die Festung der Allianz des Lichtes aus dem Gras bewachsenen Boden zu heben. Zäh und träge kriechen die dichten Schwaden über Stock und Stein verschlingen dabei die Konturen des Landes ebenso wie die Schritte derer die ihn durchwandern… ob lebend oder tot…

Verfasst: Sonntag 14. Dezember 2008, 12:13
von Rafael von Arganta
Rafael hatte das Krankenzimmer vorbereiten lassen und gab Anweisungen Alexandre in die Festung zu bringen, in der Hoffnung das Liliana hier öfter vorbei sehen konnte.
Noch müde von seiner eigenen Reise und dem Kampf, verbrachte er die Nacht auch in den Gemäuern der Festung, und schlief seit langem einmal wieder einige Stunden mehr.

Als er erwachte war es noch immer Dunkel ...
Dunkelheit so langsam zermürbte es Alle. Wenn man aufstand und nicht wusste war es Tags oer Nachts.
Er Trat hinaus, an die Luft, in der Hoffnung sie würde ihn den Rest an Wachheit geben, und merkte erst nach einige Schritten das etwas nicht stimmte.
Obwohl ... nicht stimmte .. der Nebel verschluckte jeden seiner Schritte.
Als wäre die Dunkelheit nicht schon Schlimm genug.
Jetzt würde auch noch der Nebel alles mögliche veschleiern.

Wie er hörte sollte heute eh etwas geschehen, ein Versuch die Dunkelheit auf zu halten.
Vielleicht brachte es ja etwas, vielleichtg aber auch ein letztes erneutes aufbäumen Krat'hors und seiner Schergen.

Verfasst: Sonntag 14. Dezember 2008, 13:34
von Wihelt Pranerova
Viel Arbeit war zu erledigen, heute solle die Sonne den Kampf gegen den Mond gewinnen. Die Sorge um die Untoten wurde immer grösser war sie es doch die sie nur zu Staub zerfallen lies. Das Potenzial des Mondes einfach nur verpuffen lassen lag ihm fern so musste er die Diener nochmals für das letzte Gefecht sammeln. Rafael führer einer ganzen Gruppe von jenen die sie jagten, ein Graf gespickt von Lügen unter den Fingern der Temora. Er solle am heutigen Abend das womögich letzte Gefecht austragen. Seine Hoffnung lag darin das der Mond noch solange die Oberhand gewinnen mag bis das Heer in Farben der ADL gewachsen ist. Letzte Lumpen in Blau sollten Knochenreste einhüllen, mit dem Grafen selbst ein mächtiger Diener.

Die Fluten von denen ein Aushang in Bajard spicht mag sich über das restliche Land ausbreiten, alle anderen darunter leiden lassen. Sie hingegen waren geschützt im Landesinneren. Drakhon schien seine Aufgabe mt Bravur gemeistert zu haben. Verkleidet als jugendlicher Recke atmete er den Nebel, Drakhons Werk mit genuss ein. Das laute Rufen nach den Wachen auf den Zinnen fand keinerlei Anklang obgleich er direkt vor den Mauern stand. Zufrieden wandte er sich etwas nach Süden ab um nun seinen Teil zu erfüllen. Er spähte über das Grün fern von der Sicht der mächtigen Feste. Nachdem er einen geeigneten Ort gefunde hatte rammte er ein rostiges Schwert vor dem Berg in das von geschmolzenem Schnee aufgeweichte Gras.

Die Kutsche zu Berchgard schien am geeignetsten, die Wachen konnten sicherlich nicht bis zu ihr spähen, die Schreie des jungen Bauersmann traten ebenso nicht an ihr Gehör. Leichte Noten flossen in das Lied ein als er ihn erblickte, unsicher stieg der Bauersmann die Stufen hinab und blickte sich um. Kurz geschnittenes Blondes Haar die Hände leicht zerschnitten und von Dreck überzogen, haftete ein sehr Natureller Duft an ihm. Wihelt jedoch fand gefallen an seinem Opfer, der erste Eingriff in das Lied förderte ein stechen in seine Brust gefolgt von heftigem Husten. Als vermeindlicher Heiler gelang es dem Rabendiener recht zügig sein Vertrauen zu erlangen. Mit ihm nun traten sie den Weg zurück an und erst vor dem rostigen Schwert zeigte er sein wahres Bild. Wihelts Züge veränderten sich, ein grauer Schleier hüllte sich um ihn und die Ritualsrobe schmiegte sich an ihn. Zeitgleich durchzog ein noch grösserer Schmerz den Bauersmann, seinem Gesicht nach zu Urteilen wusste er nun was ihn erwarten würde. Der Schmerz nahm zu und zwang ihn letztendlich in die Knie. Der Bauersmann musste seine Arme schon als Stütze nutzen bis ein kraftvoller tritt Wihelts ihn gar zu Boden zwang. Seine Schmerzschreie drangen einzig an die Ohren des Rabendieners, der Nebel erfüllte seinen nutzen und schlang sie in sich. Wihelt begann sich an dem Anblick zu ergötzen, der Wahnsinn kehrte wieder in ihn. Mit freude begann er zu gestikulieren und Marionettenähnlich traten verweste Hände aus dem nassen Boden um den leidenden an den Boden zu klammern.

Wihelts nahm seine Halskette hervor und begann sich an dem schreiendem Körper auszulassen. Blut tropfte bei jedem Schnitt von der Spitze der Spiegelscherbe welche im Mondschein schimmerte. Ein tiefer Schnitt über ihn förderte einen Schwall Blut an das Berggestein. Fein säuberlich häutete er ihn sein Blut ergoss sich dabei über den Boden und färbte das Grün langsam rot. Vereinzelte Organe behandelte er Sorgsam und lag sie vor den Berganfang. Seine Blutverschmierten Knochen baute er mit Sorgfallt zu einem Altar auf. Recht klein erschien er was Wihelt sehr missfiel, so fand auch wenig später sein Pferd den Tod, im gegensatz zu dem Bauersmann ein recht Schmerzfreier Tod mit einem tiefen Stich in den Kopf des Tieres. Künstlerisch vollendete er sein Kunstwerk des Altars um abschliessend zufrieden zu nicken.

All seine Kraft wendete er auf um einen Teil von Drakhons Werk um seine Tat zu legen. Eine undurchdringliche Wand aus Nebel legte sich darum, die Wand kaum erkennbar in der anhaltenden Dunkelheit lies keinen Blick durchdringen, der Abend jedoch würde sein vollstes Potenzial Preis geben.

Verfasst: Sonntag 14. Dezember 2008, 16:30
von Cyprian Laeneos
Langsam, fast schüchtern und sanft tanzten die zarten Schneeflocken am heutigen Nachmittag aus dem schwarzen von Wolken verhangenen Himmel. Die Welt war noch immer in fortwährendes Zwielicht getaucht. Zu allem Überfluss musste Cyprian nun auch noch feststellen, dass Nebel aufkam. Irgendetwas in ihm verkrampfte sich, jedes seiner Nackenhaare sträubte sich und hätten sie es gekonnt, laut in die Welt hinaus gerufen, dass etwas vor sich ging. Schweigend stand er nun über dem Tor und sein Blick ruhte finster auf den grauen, alles verschlingenden Schwaden, die seit den frühen Morgenstunden aufgezogen waren. Das passte ihm nicht, überhaupt nicht.

Die Erinnerungen an die Überfälle der vergangenen Tage und Wochen waren frisch und die Schreie der Menschen waren noch nicht ganz verklungen. Keine Nacht verging mehr ohne durch Mark und Bein gehende das Geheul der wilden Tiere in den Wäldern. Selbst die häuslichen Tiere waren von einer tiefen Unruhe ergriffen worden und verhielten sich alles Andere als normal.

Cyprian wurde aus Gedanken gerissen, als Gedion, der andere Posten neben ihm die Treppe heraufkam. Schweigend trafen sich die Blicke der beiden Männer und tiefe Besorgnis stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Wie lange würde diese unheilige Dunkelheit – diese Geißel, die die Welt fest in ihrem Würgegriff hielt – ein Ende nehmen. Hoffentlich bald und hoffentlich bevor es noch schlimmer wurde.

Verfasst: Sonntag 14. Dezember 2008, 18:20
von Wihelt Pranerova
Scheinbar war ihm der Rabe heute nicht wohl gesonnen so blieb jegliche Kraft in der Dunkelheit verborgen. Der Nebel lichtete sich um das ADL Gelände wieder, einzig der Blutbeschmierte Fels des Berges und vereinzelte Knochen deuteten auf das Werk der Rabendiener hin.