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Wer die Folgen nicht kennt...

Verfasst: Mittwoch 16. Februar 2005, 16:13
von Aviel Amairwen
Mit einem Aufstöhnend öffne ich meine Augen, wenn man davon ausgeht, daß ein zusammengekniffenes Blinzeln auch ein Öffnen ist – und schließe sie sofort wieder, aber dieses richtig, als das erste Licht auf meine Augenschlitze trifft, um sogleich mit einem stechenden Schmerz den Weg in den Kopf zu finden und dort nachhaltig zu explodieren!
Leise fluchend wälze ich mich daraufhin im Bett herum, natürlich weg von der Fensterseite und dem hellen Schein der Laterne, um mich dann in einer äußerst geschmeidigen Aufwärtsbewegung in eine sitzende Position zu bringen. Zumindest glaubte ich dies geschmeidig getan zu haben, werde jedoch dann recht schnell eines Besseren belehrt, als zu einem nun pochenden Schmerz auch noch ein Schwindel mich erfaßt und ich gerade nicht weiß, ob ich nicht lieber auf der Stelle sterben möchte. Zumindest so lange, bis dieser verdammte Kater sich verflüchtigt hätte!

Da offensichtlich meine Ohren sich aber allerbester Gesundheit erfreuen und sich wohl vorgenommen haben, alle Geräusche in doppelter, nein dreifacher Lautstärke ins Bewußtsein zu transportieren, kommt dort nun auch der Grund an, warum ich überhaupt wach wurde:
Ein fast rythmisches Gestampfe eines Irgendwas auf dem Boden und das fast unmittelbar vor meiner Tür.
Ein erneuter Versuch eines zusammengekniffenen Blinzelns und das langsame Vortasten mit einer Hand - die Andere muß den Kopf festhalten, damit er nicht auf den Boden purzelt – bringt mich sodann zur Tür, die ich nun öffne, um meinen Kopf hindurch zu schieben, von dem ich hoffe, er würde auch durch passen.

Was ich allerdings dann sehe, veranlaßt mich lediglich dazu, erneut leise vor mich hin zu fluchen und die Tür möglichst schnell wieder zu schließen noch ehe die energische Stimme der Herbergsmutter sich durch meine entzündeten Gehirnwindungen frißt.
Unglücklicher Weise jedoch sind sich meine Körperteile und die ausgesandten Impulse noch nicht ganz einig und so bewegt sich die Tür schneller in Richtung Türrahmen, als daß sich mein Kopf hätte rechtzeitig zurückziehen können und so befindet sich nun Dieser noch draußen auf dem Flur, während sich der Rest des dazu gehörigen Körpers im Herbergszimmer befindet.

Wie Donnerhall echot die Stimme in meinem Kopf:
„Guten Morgen Kind! Wird es nicht Zeit für dich zu gehen?“
Dazu mischt sich das Gestampfe des Irgendwas, welches sich nun als Besen herausstellt, von der Herbergsmutter auf den Boden gestoßen. Ob der nun unerträglichen Schmerzen, gelingt es mir nun doch, leise aufstöhnend die Tür wieder etwas aufzuschieben, den Kopf ins Zimmer zu ziehen, die Tür dann zu schließen und mich von innen gegen zu lehnen. Danach zur Waschschüssel schlurfend, versuche ich mich zu erinnern, was gestern geschehen war:

Nachdem ich die junge Kriegerin kennen lernte und wir feststellten, einen untrügerisch gleichen Geschmack an den Tag zu legen, was Farben von Roben betraf, beschlossen wir, einen gemütlichen Platz zu Plaudern zu suchen.
Wir fanden recht bald eine Taverne. Nur dem Umstand unserer Heiterkeit und dem, des Lesens nicht mächtig zu sein, war es zu verdanken, daß wir beim Wirte Wein bestellten.
Während wir nämlich die Karte „studierten“ entdeckte Elaria ein Weinfaß in der hinteren Ecke und die Bestellung des Weines diente dazu, uns keine Blöße zu geben.
Es mag daran gelegen haben, daß dies mein erster Kontakt mit Alkoholischem war, oder auch daran, daß der Wein unserem Geldbeutel entsprach.
Er roch herb und würzig und ebenso war sein Geschmack.

Jegliche weitere Erinnerung scheint wie ausgelöscht.
Gewaschen und angezogen mache ich mich auf den Weg zurück zum Kloster. Die Wege sind leer und der Tag noch nicht angebrochen. Leichter Schwindel begleitet mich und das Gefühl mein Magen würde sich von innen nach außen stülpen wollen.
Endlich, endlich erreiche ich das Kloster und schleiche mich in Richtung meiner Kammer. Gerade als ich die Hand auf die Klinke legen möchte, schlagen die Glocken zur ersten Gebetsstunde. Ohrenbetäubend hallt das Echo eines jeden Schlages in meinem Kopf wieder.
Ding... DING.. dong... DONG! Ich reiße beide Hände an die Ohren und drücke mit dem Ellenbogen die Klinke herunter, um so schnell wie eben möglich auf die andere Seite der Tür zu gelangen und sie mit dem Fuß zuzuschieben.
So schlurfe ich durch die Kammer, hin zu meinem Bett. Die Robe eilig vom Körper streifend, verkrieche ich mich sodann unter der Bettdecke, den Kopf unter dem Kopfkissen vergrabend.

Das erste Morgengebet.
In der Hoffnung, daß meine Abwesenheit nicht auffällt, sinke ich in einen tiefen Schlaf.