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Mord vor den Toren Varunas

Verfasst: Montag 24. November 2008, 17:39
von Neroith
Vor einiger Zeit auf dem Markt in Varuna

Früh war es noch. Der Morgentau lies die frischen Früchte in der gerade aufgehenden Morgensonne schimmern. Die meisten Stände würden noch aufgebaut werden müssen. Eine gute Gelegenheit um sich sein Frühstück zu verdienen. Die Händler schätzten Neroith. War er doch tagtäglich schon früh auf dem Markt unterwegs und ging ihnen zur Hand. Neroith genoss seinen Lebensstiel. Ein Paar Handgriffe konnten den gestressten Handelstreibenden schon wahre Erleichterung bescheren. Sie dankten es ihm mit Eiern, Früchten und Milch, manchmal sogar mit einem brocken gutem Fleisch oder einigen Goldmünzen. Generell war es in Varuna leichter geworden für Tagelöhner wie ihn. So bot die Taverne im Gegenzug für abendliche Dienste in der Küche ein sättigendes Mahl sowie einen Schlafplatz für die Nacht. Und dieser Schlafplatz war es, der für Neroith so wichtig war. Nicht wegen der Strohmatte in dem stickigen Lagerraum. Nein. Sondern weil er sich mit einem Schlafplatz das Recht erwirkte, sich auch Nachts innerhalb der Stadtmauern aufzuhalten. Neroith blickte sich weiter um. Im aufgewühlten Treiben am morgendlichen Markt erspähte er die Garde. Zwei Rekruten stolperten durch die Stände und kontrollierten Bauern und Schmiede auf verbotene Waren. Neroith hatte von ihnen nichts zu befürchten. War er doch gewieft genug gewesen, seinen Krummdolch aus Rahal vor dem Stadtbetritt zu verstecken. Zu dieser Tageszeit würde er ihn eh nicht brauchen. Morgens waren seine Triebe noch nie erwacht. Und Mitbewerber um Arbeit als Tagelöhner schaltete er vorübergehend mit einem Pulver aus giftigen Pilzen und gemahlenen Schlangenzähen aus. Am Stand ihm gegenüber, wo gerade ein Karren abgeladen wurde, fingen sich seine Blicke. Sein Verstand schien plötzlich wie benebelt. Die Blicke gefangen im goldenen Haar einer Magd, die die Pferde striegelte. Wie paralysiert füllte er sich. Seine Arme von einer unnatürlichen Unruhe zum zittern gebracht. Ein Schmachten, ein gierendes Verlangen trübte seine Sinne. Die junge Frau, eben 20 mag sie gewesen sein, bemerkte ihn nicht. Unbekümmert, wenn auch mit einer gewissen morgendlichen Trägheit versehen, löste sie die Pferde vom Karren. Neroith beobachtete nun jede ihrer Gesten, studierte ihr Verhalten wie es ein Attentäter vor einem Mordanschlag mit seinem Opfer tut. Doch dann erschrak er. Urplötzlich wurde sein Gesicht bleich. Die Augen weit aufgerissen und der Mund geöffnet; er wieder Herr seines Bewusstseins. Wie ein Raubtier auf der Pirsch, kam es ihm in den Sinn. Sollte es nun auch am Tage geschehen? Neroith schätzte realistisch ein. Sein Leben, wie er es bisher gestallten konnte, würde schon bald nicht mehr sein. Zu groß die Gefahr ins öffentliche Augenmerk zu geraten. An diesem Tag bot er seine Hilfe keinem Händler mehr an. Er begab sich rasch außerhalb der ihn kerkernden Stadtmauern und verharrte in seinem Versteck. Doch in Gedanken war er noch bei ihr... bei der Magd

Im Versteck

Verfasst: Montag 24. November 2008, 17:43
von Neroith
Im Versteck.
Neroith wühlte sich hin und her. Seit Tagen hatte er keinen Schlaf finden können. Was heiß seit Tagen. Er hatte kein Zeitgefühl mehr seit dem Einsätzen der andauernden Dunkelheit. Lediglich die abbrennenden Kerzen aus Bienenwachs, für die mittlerweile horrende Summen gezahlt werden mussten, boten ihm einen Anhaltspunkt. Alpträume plagten ihn immer wieder. Jene Stimme, die ihn schon so oft heimsuchte terrorisierte ihn nun mit steigender Intensität. Neroith schreckte Schweißgebadet auf. Er starrte zum Fenster der Scheune. Nur einige Meter von ihm entfernt saß krächzend ein unwirklich wirkender Vogel. Irgendwie unnatürlich in Größe und Erscheinung. Die Augen auf Neroith fixiert und kalt. Dann erhob sich jenes Ungetüm mit breiten Schwingen in die Lüfte und verschmolz schon bald mit dem Grau der Nacht. "Töte sie", hallte es plötzlich in seinen Kopf. Und obwohl keine weitere Seele sich in seiner Nähe befand, und allein die Tatsache solche Stimmen zu vernehmen verstörend auf ihn wirken sollten, war es dieses Mal anders. Kein suchendes Herumblicken im Raum. Keine Flucht in eine Ecke des Raumes. Stattdessen senkte Neroith bedächtig sein Haupt und wisperte leise: "So soll es geschehen" In seinen Gedanken zeichnete sich das Bild einer jungen Frau. Neroith erinnerte sich an sie. War er ihr doch schon einmal auf dem Markt in Varuna begegnet.

Tun was zu tun ist

Verfasst: Montag 24. November 2008, 17:46
von Neroith
tun was zu tun ist
Das wenige Licht, welches die Sterne am klaren Himmel warfen umspielte Neroith mit tanzenden Schatten. Seine gräuliche Robe mit der tiefgezogenen Kapuze, machte ihn nur schwer ausmachbar. Scheinbar des Zieles seiner Wanderung im Unklaren trugen ihn seine Füße wie von selbst fern ab jeglicher befestigter Pfade in Richtung der Varuna vorgelagerten Höfe. Doch obwohl er über den Weg nicht wusste, hatte er sein Ziel deutlich vor Augen. Es würde ihn zu der goldhaarigen Magd ziehen. Wahrscheinlich läge sie schlafend in ihrer Kammer. Unbehelligt und das nahende Ende nicht vorhersehend. Vermutlich würde sie noch einmal ihre Augen weit aufreißen aber nicht mehr in der Lage sein einen Schrei auszustoßen weil der polierte Krummdolch Kehle und Stimmbänder durchtrennt hätte. Er würde den sterbenden Leib unbemerkt auf das Feld schaffen und ihr den Bauch auftrennen. Mit der Spitze des Dolches die blutige Darstellung eines Vogels auf ihren Oberkörper zeichnen und sie wie eine Vogelscheuche für alle sichtbar, nahe der Wege zur Hauptstadt Aufhängen.

Neroith erwachte erst viele Stunden später wieder. Gewandet in blutige Robe und mit einem triefenden Dolch in der Hand. Er blickte sich um. Er befand sich wieder in seiner Zuflucht. Seine Füße schmerzten wie nach einer langen Reise und auch Hunger plagte ihn. Dann entdeckte er ein Büschel goldene, lange Haare in der anderen Hand und war sich plötzlich sicher; was er auch getan habe, es war das Richtige gewesen und der Richter würde Wohlgefallen daran gefunden haben. Mit einer tiefen Befriedigung innehabend machte er sich später auf nach Varuna. Vielleicht konnte er auf den Märkten den Händlern etwas unter die Arme greifen. Sich etwas Brot und Milch verdienen. Doch wusste er die junge Magd mit dem schillerndem Haar dort heute nicht antreffen zu werden.

Verfasst: Mittwoch 26. November 2008, 16:49
von Neroith
http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=36906

Verfasst: Mittwoch 26. November 2008, 16:51
von Neroith
Zwei Befehle eine Order.
Zwei Taten folgten einem Zwang.
Der Zwang wurd zur Befriedigung,

Doch.. Nur für wie lang?

Zwei Morde und die Gewissheit
das Richtige getan.
Das bracht die Befriedigung.

Doch nie für lang.

Und so bleibt nur die Gewissheit,
das es nie enden kann.
Die Gier des Richters ist andauernd.

Und so.. fängt es von Neuem an.