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Wenn Geschichten wahr werden ....

Verfasst: Sonntag 16. November 2008, 10:48
von Selina Talmar
Regungslos lag Selina in dieser Nacht vor dem Kamin und starrte auf die Wand. Doch die zuckenden Schatten von den verlöschenden Flammen sah sie nicht. Sie konnte nicht schlafen und wollte es auch nicht. Sie hatte nachts einfach ruhe um nachzudenken. Arsen spürte wohl diesen Wunsch und hatte sich auf die Seite gedreht ein Buch vor sich, doch ob er noch las oder schon schlief wusste sie nicht zu sagen, es war auch nicht wichtig. Zum ersten Mal seit langer Zeit hielten sie nicht Gedanken darüber wach, wer sie war und ob sie wirklich, das war, was Malachai und Arsen so selbstverständlich angenommen hatten. Sie hatte immer noch Zweifel, dass sie wirklich ein Schatten war und Malachai spannte sie immer noch auf die Folter.
Doch nun hatte sich zumindest etwas geändert, was sie lange geahnt hatte war nun bestätigt. Eduard Heleria war nicht ihr leiblicher Vater, es hätte sie auch gewundert. Doch was sie nun wusste, hatte sie verwirrt und sie war froh, das Fandor dazwischen kam und Malachai sich um Marick kümmern wollte. So hatte sie Zeit das Ganze zu begreifen.
Doch nun musste sie sich damit auseinander setzen um es zu begreifen.
Sie musste zurückdenken, Jahre fast Jahrzehnte zurück zu ihrer Kindheit, ein Kapitel, was sie am liebsten vergessen hätte. Doch sie hatte es nie.
Die Bilder an der Wand veränderten sich.

Ein Dorf, armselig und teilweise zerfallen. In der Mitte ein Brunnen an dem die Frauen Wäsche wuschen und schwatzten. Kinder die herumtollten und spielten und Männer auf den umliegenden Feldern oder in den Werkstätten. Eigentlich ein ganz normales kleines Dorf, wie es sie zu Hauf auf Tangor gab. Doch etwas war seltsam. Die Bewohner dieser Gegend waren überwiegend dunkel, Haare; Augen, Haut. So viel das kleine Mädchen von etwa 5 Jahren umso mehr auf. Schon seit ihrer Geburt hatten die Leute getuschelt in dem Dorf. Sie war Blond und hatte grüne Augen und eine hellere Haut, zudem war sie feingliedrig und glich sogar nicht ihren Geschwistern geschweige denn dem Vater. Doch niemand hatte je gesehen, dass sich die Mutter des Mädchens Magdalene mit einem anderen Mann eingelassen oder geschweige denn nur getroffen hatte. Es galt einfach nur als seltsam, dass die Tochter wenig vom Vater hatte. Doch manche priesen das kleine Geschöpf als glücklich. Denn der Vater war nun nicht gerade den Träumen der Frauen und Mädchen entsprungen. Grob und Brutal war er und das sah man ihm an. Im Dorf ging man einfach von einer Laune der Natur aus und beließ es dabei. Magdalene hatte selber hellere Haare, zwar nicht Blond aber immerhin hellbraun, aber grüne Augen besaß auch sie nicht.
Doch man hatte sich in den 5 Jahren an das aussehen Selinas gewöhnt und nahm sie als das war was sie war, ein Kind. Zwar ein sonderbares Kind, aber das konnte an den umständen liegen in denen das Mädchen aufwuchs.
Ja Selina war anders, aber wie anders, das vermochte niemand zu sagen. Ihre Mutter betrachtete sie mit Stolz, sie würde einmal aus diesem Loch herauskommen. Denn sie war intelligent und aufgeweckt. Und sie hatte eine merkwürdige Gabe. Sie konnte einfach verschwinden. Besonders wenn ihr Vater wütend war und ein Ventil brauchte, sie war spurlos verschwunden. Niemand konnte sie dann finden, außer vielleicht ihrer Mutter, aber die gab die Tochter nie preis, denn sie wusste, wenn Selina sich versteckte kam sie schon wieder zum Vorschein, wenn sie es für sicher hielt. So kam das Mädchen immer wieder um Schläge herum.
Magdalene hatte diese Entwicklung mit Freuden beobachtet und sie wusste, das Mädchen würde ihren weg finden. Als Selina nun 5 Jahre alt war kam Magdalene ein Gedanken. Das Mädchen war aufgeweckt und würde sich später sicher fragen, warum sie so war, warum sie anders war, als ihre Geschwister. Doch wie sollte sie es ihr sagen, ohne dass Eduard verdacht schöpfte, denn immer wieder stellte sie fest, das Eduard diese Tochter argwöhnisch betrachtete. Doch er wusste nichts von Magdalenes Geheimnis. Sie hatte ihm Hörner aufgesetzt und ihm damit etwas heimgezahlt. Nun musste sie nur einen Weg finden, wie sie es der Tochter erzählen konnte.
Und sie fand einen Weg.
Abends saß sie am Bett der Tochter und erzählte Geschichten, also warum nicht die Wahrheit in eine Geschichte verpacken.
Es fiel ihr schwer ihre Gedanken, ihre Erinnerung in eine Geschichte zu verpacken ohne dabei zu erröten. Doch sie hatte ihre Gefühle so lange gezähmt, sie würde es auch so schaffen.

Stockend begann sie ihre Geschichte.
Es war vor langer, langer Zeit in einen Dorf ganz ähnlich wie diesem hier. Es war ein schöner sonniger Tag, der langsam in einen ebenso schönen Abend überging. Das Wetter lud geradezu zu einem Sparziergang ein. Und so schlenderten die jungen Frauen und Mädchen, wie die jungen Männer durch die Gassen in die Umgebung des Dorfes hinaus.
Eine junge Frau war alleine, sie wollte einfach etwas Abstand haben von ihrem zuhause. Sie rauchet frische Luft und einen Ort wo sie ihren Gedanken freien Lauf lassen konnte.
So schlenderte sie in den Wald zu einem einsamen Weiher. Dort saß sie einfach und schaute ins Wasser. Ach wie schön hätte die Welt sein können, wenn alles so friedlich wäre, wie an diesem Weiher. Selten verirrte sich jemand zu dem Weiher und wenn störte ihn die Stille an diesem Ort und er verschwand schnell wieder. Abend für Abend kam die junge Frau zu dem Weiher und genoss die friedliche Stille. Doch was sie nicht wusste war, dass sie beobachtet wurde.
Im Schatten der Bäume unsichtbar stand jeden Abend ein fremder Mann. Zu erst hatte sich gewundert, warum die junge Frau diesen Ort aufsuchte, er selber hatte ganz in der Nähe sein Lager aufgeschlagen, was er war, das sollte sie nie erfahren auch nicht was ihn in diese Gegend führte. Doch bald schon genoss er ihre Anwesenheit, auch wenn ihm ihr Kummer ins Herz schnitt. Denn das sie Kummer hatte konnte niemand übersehen.
Hin und wieder sprach sie einfach zu dem stillen Wasser und schütte ihr Herz aus. Und immer hörte der Fremde versteckt hinter den Bäumen zu.
Er betrachtet sie einfach und wünschte sich ihr einmal ein Lächeln auf die Lippen zaubern zu können. Sie sah traurig schon wunder schön aus, aber wie würde sie aussehen, wenn sie lächelte, wenn diese Faszinierenden braunen Augen einmal vor Freude funkelten und nicht abwesend in die Gegend blickten.
Immer stärke wurde dieser Wunsch bei dem Fremden, bis er eines Abends all seinen Mut zusammen nahm und sich zeigte.
Die junge Frau erschrak fürchterlich und fiel vor Schreck von dem Stein auf dem sie saß, dummerweise direkt in den Weiher. Geistes gegenwärtig sprang er hinter her um sie wieder an Land zu bringen. Ob sie nun schwimmen konnte oder nicht spielte dabei keine Rolle.
Als beide am Ufer saßen entfachte er ein kleines Feuer, damit sie sich wärmen konnte, war das Wasser des Weihers doch schon recht kühl. Fest in eine Decke gehüllt saß sie vor eventuellen neugierigen Blicken verborgen an dem Feuer und betrachtete den Fremden, der wortgewandt und unter tausend Entschuldigungen um Verzeihung bat.
Sie erfuhr, dass er sie seit Monaten beobachtete und jeden Abend auf sie gewartet hatte, seit er sie das erste Mal gesehen hatte.
Seltsamer Weise fühlte sich die junge Frau nicht verunsichert, sondern genoss seien Aufmerksamkeit. Während er seien Entschuldigung vorbrachte, hatte sie Zeit ihn zu betrachten.
Faszinierend war ein treffendes Wort für ihn. Er hatte dunkle Kleidung mit der er nahezu mit dem Wald verschmolz, wären da nicht die Blonden wirren Haare gewesen, die in vorwitzigen Locken in seine Stirn fielen, und die grünen Augen. Tatsächlich grüne Augen. Die junge Frau hatte noch nie in ihrem Leben grüne Augen gesehen.
So verbrachten sie den Abend zusammen und es folgten viele mehr.


Immer war nun in den Gute Nacht Geschichten Magdalenes dieser Mann die Hauptfigur. Mystisch und unwirklich beschrieb sie ihn. So das Eduard nur lachte, so er fetzen der Geschichte mitbekam und ihr einschärfte solche Männer gab es nicht.
Doch nie nannte Magdalene einen Namen. Sie schaffte es lediglich, dass ihre Tochter diesen Mann bewunderte und mit Freuden auf die nächste Geschichte wartete, wie es weiter ging, was sie erlebten und eigentlich wollte sie allen über diesen Mann wissen.

Es wurde zu einem Spiel, zwischen Tochter und Mutter über das der Vater nur spöttisch lachte. Frauen und Fantasie, sie sollten ihre Arbeit tun und keinen Tagträumen hinterher hängen. Oft musste Magdalene ihre Geschichten bereuen, weil sie Selina auf dumme Gedanken brächte. Doch sie erzählte weiter und weiter. Jeden Abend. Zwei Jahre vergingen so und Magdalene spürte, dass sie am Ende war, sie war ausgezerrt und hatte keine Kräfte mehr und sie wusste, die nächste Geburt würde eine Qual werden. Sie hatte nicht mehr viel Zeit und so nannte sie in einer der letzten Geschichten ein einziges Mal den Namen. Elir Sangtor. Zwei Tage später starb sie an der Geburt.
Und die Geschichten gerieten in Vergessenheit. Immer seltener dachte Selina an die Geschichten, bis sie diese vergaß, erst 14 Jahre später sollte sie sich damit wieder auseinander setzen.

Selina seufzte. 14 Jahre war es her, dass sie die Geschichte das letzte Mal gehört hatte. Und nun wurde sie durch einen Namen daran erinnert. Malachai fragte sie ob ihr Elir Sangtor etwas sagte. Sie erstarrte und meinte es könne nicht wahr sein. Es war nur eine Geschichte und sie hatte den Namen nur einmal gehört. Sie hörte kaum noch Malachais Worte, das er sich unsicher war und nur er in Frage käme und ihr glich. Doch sie war zu verwirrt um das alles aufzunehmen und war froh über die Unterbrechung.
Nun dachte sie daran, was Malachai ihr noch erzählen würde und ob es wirklich so war. Hatte ihre Mutter dies als einzige Möglichkeit gesehen?
Sie konnte es nicht mehr beantworten, mit ihr Starb ihr Geheimnis. Selina hoffte Malachai konnte nun Licht ins Dunkel bringen und sie von ihrer Verwirrtheit erlösen, doch wann sie Zeit fänden dazu, das war eine andere Frage.

Verfasst: Dienstag 18. November 2008, 21:07
von Malachai Schwarzmourne
Lange noch lag Malachai mit dem Kopf über den Buch, ungeöffnet, blickte er nur auf die feinen, schwarzen Holzverzierungen, dabei seine Gedanken bei Selina und Arsen habend.
Es muss sicherlich ein Schock für Sie sein, soviele Informationen, soviel neues. Er erinnerte sich gut, als er erfuhr, was er war, doch es war sicherlich für Ihn weniger ein Schock, ein Schatten zu sein, als die Tatsache, dass er seinen Vater fand, Alt, Zerbrechlich...so leidvoll.
Ja, Selina und Arsen, Sie konnten Stolz auf ihre Väter sein. Sie waren Schatten und keine Unbedeutenden.
Doch Malachai...sein Vater...er vermied es seit er dieses verfluchte Buch bekam, auch nur einmal nachzulesen, was sein Vater und seine Mutter überhaupt bei den Schatten taten...war es Angst?
War es vielleicht, dass sein Vater ein Feigling war?
Schliesslich überlebte er, im Gegensatz zu Selinas und Arsens Väter, die ihr Leben für die Vernichtung des Abtrünnigen Opferten.
Doch Malachais Vater...
Er wusste, warum er überlebte, er erfuhr, warum man ihn als Kind weg gab...doch er fragte ihn nie, was er tat bei den Schatten, was seine Mutter tat...nein...dafür war auch keine Zeit.
Er verdrängte ihn, dachte, er würde ihn genug Ehren, wenn er sein Kind nach ihn benennen würde...Marick Schwarzmourne.
Doch wie konnte er so Naiv sein...vielleicht war sein Vater ein Versager, vielleicht war er Schuld, dass viele Menschen starben...sie wie Malachai Schuld trägt für den Tot vieler Schatten.
Ja, er wusste, dass Marick den Abtrünnigen Besiegte...doch ist dies ein Garant dafür, dass er ein Held war?
Wieder streiften Malachais Finger leicht über die Holzverzierungen, wieder gingen seine Gedanken zu den Abend.
Selina...Arsen...
So gute Freunde...und er lässt Sie leiden.
Sicher, Sie hatten die Wahrheit verdient...doch...es ist viel...zu viel...
Und nicht nur die beiden...
Sienara...auch ihr Leben stellte Er auf den Kopf.
Andreas...er wäre zum Mörder geworden....
Ein Mord...an der Akademie...der erste, der dort geschah...
Mitglieder, Schüler, die Waffen untereinander blank zogen...
Der Frieden...er war gebrochen an der Akademie...gebrochen, seit ein Mann dem Tode nahe dort mit einen kleinen Kind im Arm erschien.
Er zog das Übel an, dem war er sich sicher...und er konnte nichts dagegen tun.
Und nun?
Nun stellte er die Welt zweier Menschen auf den Kopf, die so viel für ihn taten.
Sicher, es waren nicht alles negative Nachrichten...im Gegenteil...es überraschte Malachai selber, was für ein angesehener und heroischer Schatten jener Elir Sangtor war...welch Heldenmut er in verschiedenen Schlachten zeigte, welche Anerkennung er fand, nicht nur unter seinesgleichen, auch bei vielen anderen Rassen.
Ja, er war einer von jenen, die die Schatten ihre glorreiche Zeit brachten.
Und Arsens Vater...einer der wenigen Schattenmeister, die Ausbilder kommender Generationen. Nur wenigen wurde solch ein Privileg empfangen...vielleicht ist dies der Grund, warum Arsen eine Akademie gründete...vielleicht steckt doch mehr in seinen Vater, als er glaubt.
Und Marick....
Malachai seufzte wieder.
Er würde das Buch aufschlagen, er würde es nachlesen...doch er konnte nicht...seine Familie...ja...er war sich nicht im klaren, ob er Sie als Helden...oder als Monster ansehen sollte....zu groß war der Schmerz der Vergangenheit, selbst wenn er ihre Beweggründe verstand...akzeptieren konnte er Sie noch immer nicht wirklich.
Und dann...dass er lebte...das er ihn angriff...und am Ende sein Leben nahm...
Malachai schnaubte leicht auf.
Ein toller Vater....ja.
Er nahm das Buch in die Hand und band es in die Tücher ein, ehe er es dann behutsam wieder versteckte.
Wieder eine Nacht, inder er die Antworten nicht suchte...und doch..die Schatten...er schwor ihnen ab...nun hat er mehr mit ihnen zu tun, als er wollte.
Er würde Selina und Arsen alles sagen, was er über ihre Vergangenheit weiß, er würde Sienara soweit helfen, dass Sie versteht...und dann...dann ist der Schattenlord entgültig tot.

Verfasst: Mittwoch 19. November 2008, 15:34
von Arsen Talmar
Die Kerzen sind schon lange verloschen, nur das kleine Feuer im Kamin erhellt noch etwas die Felle auf denen Selina und Sarah unter weichen Decken schlummern. Auch wenn ich lächelnd dieses Bild vor mir betrachte, welches förmlich Ruhe und Frieden in unser Zuhause bringt, nein, ich selbst finde keinen Schlaf. Zu vieles geht mir durch den Kopf, kämpfen widersprüchliche Gefühle in mir, Gefühle die ich nicht mal beschreiben könnte so man mich danach fragen würde, und meine Gedanken … nun man sagt das Denken wäre es welches uns vom Tier unterscheidet und uns über alles erhebt. Für viele mag dies ein Segen sein, doch meine Gedanken sind schlimmer als jeder Folterknecht, ihnen kann man nicht ausweichen wie einem Brandeisen, nein, sie martern mich auch des Nachts und vertreiben den Schlaf, jenen Schlaf der so erlösend ist für die beiden Schlummernden vor mir und den ich selbst herbei sehne. Aber schließe ich die Augen dann scheint es mir so als würde ich jenen Abend immer und immer wieder durchleben, jenen Abend, an dem Malachai genau dort, wo Sarah zusammengerollt wie eine kleine Katze schläft, jenes geheimnisvolle Buch aufschlug, jenes Buch dass begonnen hat unser Leben zu verändern, welches uns die Vergangenheit offenbart … das Buch der Schatten.

Ich war von einem Ausritt zurückgekommen und fand meine Selina und Malachai beim Scherzen und Lachen, sie waren bester Stimmung und schienen auf mich gewartet zu haben, denn kaum das ich mich zu ihnen gesetzt hatte, bat mein Sternchen Malachai mögen ihr nun offenbaren wer ihr Vater nun gewesen sein, von dem sie bisher ja nur seinen Namen kannte, mehr mochte nicht gesagt werden einige Abende zuvor, wurden wir doch dauernd durch Schüler und Lehrer der Akademie gestört. Oh ich Narr, wäre ich doch später gekommen oder hätte ich mich nie dazu gesellt, mir wären diese schlaflosen Nächte erspart geblieben! Aber ich erlebte nun wie das Buch geöffnet Taten zum Vorschein brachte, welche Selinas Augen trotz aller Verwirrung zum Strahlen brachte. Wir hörten die Geschichte eines strahlenden Helden der Schatten, eines Mannes von solcher Tatkraft und Einfallsreichtum wie man einen zweiten wohl suchen mag, eines Mannes der wohl zu den Ersten der Schatten gehörte. Je mehr Malachai erzählte umso mehr entstand ein Bild von solchem Glanze gegen das mein Vater immer mehr verblasste. Wie konnte ich es nur wagen ihn mit dem Vater Selinas zu vergleichen welch Frevel würde ich damit begehen! Sicher war ich voller Stolz gewesen als mir offenbart wurde mein Vater wäre ein Schattenmeister gewesen, jener das andere ausgebildet hatte … aber nun, neben Selina Vater, wirkte er wie eine graue Maus neben einem Pfau, wie ein Holzbecher neben einem juwelenverzierten Kelch. Mein Stolz, ja meine Welt schien in sich zusammenzufallen, da halfen auch Malachais Worte nichts, es wurde eher noch schlimmer mit dem Satz jeder stand an seinem Platz….

Ich muss hier heraus, meinen Gedanken, ja diesen Trugbildern entfliehen. Wie von Dämonen gehetzt haste ich nach oben, im Laufen die Robe überwerfend, und trete hinaus in die Nacht in der ein Sturm sich ankündigte. Doch was war dieser Sturm gegen jenen tief in mir, der mir Höllenqualen brachte, mich in zwei Teile zerriss, den einen, der sich für seinen Stern freute einen solchen Vater zu haben, und der andere, welche vor Eifersucht zerfressen wurde, der Scham nicht einen solchen Vater zu haben. Was war ich den anderes als ein Bauerbursche neben einer Prinzessin bei jenem Blute das sie in sich trug! Faile spürt meine Unruhe, er scharrt mit den Hufen, ja gar mag es scheinen als wollte er mit gesenktem Kopf einem Stier gleich auf ein rotes Tuch losgehen als ich auf seinen Rücken springe. Und schon stürmt er los als wollte er dem Sturme zeigen, wer der wahre Herrscher der Winde ist, will er den Tod hinaus tragen in die Welt, der auf seinem Rücken sitzt die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, so jedenfalls mögen es all jenen sehen die uns über Lameriast fliegen sehen. Und endlich kommt die Ruhe zurück, so als trägt der Sturm die Ängste und Zweifel mit sich fort, mit ihr kommen aber auch die Gedanken an Selina. Oh sie wird sicher in der Tür des Hauses stehen und warten, wissen wollen was mich in diesen Sturm treibt, aber ich habe die Hoffnung ihr den wahren Grund verschweigen zu können, wenn es auch eine trügerische Hoffnung ist. Zu sehr kennt sie mich, weiß meine Gesten, mein Verhalten zu deuten und ich fürchte eher kann ich durch Treibsand waten als Ihren forschenden Blicken entgehen, ihren bohrenden Fragen bei denen es kein Entrinnen gibt, den Fragen der Prinzessin….

Zwiefel, Stimmungsschwankungen und ein neues Leben

Verfasst: Dienstag 9. Dezember 2008, 12:06
von Selina Talmar
Leise stand sie auf und tapste durch die Dunkelheit im Keller, selbst das Feuer war verloschen und langsam kroch die eisige Kälte durch die Mauern des Kellers. Sie machte sich nicht die Mühe erst das Feuer anzufachen. Sie schnappte sich einen der Umhänge die neben dem Bett lagen und hüllte sich eng darin ein und ging nach oben. Oben war es fast noch kälter und so wickelte sie sich zusätzlich in eine Decke und lehnte sich ans Fenster.
Der frisch gefallene Schnee vom Vortag glitzerte in der Dunkelheit und spuren von Tieren zeigten sich darin, doch die junge Frau sah es nicht wirklich, sie war aus ihrem warmen Bett gekrabbelt um Arsen nicht zu wecken und um ihren Gedanken nachzuhängen.

Ein Lächeln stahl sich auf ihre Lippen, als ihre Gedanken an die etliche Stunden zuvor gingen. Die Überraschung für Arsen war geglückt, fast alle waren sie da und Malachai hatte sogar das Gelände etwas hergerichtet. Ja sie hatte Arsen zum zweiten Mal geheiratet, nicht im Namen einer Gottheit wie das erste Mal, nein diesmal im Namen der Schatten und Ihr Schattenlord hatte sie die Bindung vollzogen. Es war nicht nur die Bindung die sie haben wollte, obwohl sie nur das bestätigt hatte, was sie schon seit Jahren wusste, nämlich das Arsen und sie auf ewig zusammen gehörten. Nein es war vielmehr. Keiner der Akademie war damals anwesend, keiner ihrer Familie. Und es war ihr wichtig, diesen Schwur noch einmal vor allen zu halten. Es hatte keiner gewusst nur Malachai und Sienara und sie hatten geschwiegen. Und dann waren sie fast alle da gewesen. Ihre ganze kleine Familie, so chaotisch wie sie war, sie hatte jeden von ihnen ins Herz geschlossen.
Die Trauung war wundervoll gewesen und das Fest danach auch. Alle waren ausgelassen gewesen auch wenn immer mal wieder etwas die Stimmung trübte.
Da war zum einen Cyrions Weltuntergangsstimmung, Ihre Übelkeit und Thorans und Severines Sticheleien. Und dennoch es war ein gelungenes Fest gewesen.
Doch sie verließ das Fest nicht so fröhlich wie sie es gedacht hatte. Sie wollte nach Hause und dann hatte sie doch tatsächlich Sarah vergessen. Sie hatte sie einfach vergessen und das obwohl sie Sarah vorher ihre Angst genommen hatte, dass sich nichts ändern wird und dann das. Sarah lief davon um zu Jagen und Selina selbst war wieder den Tränen nah, auch wenn Malachai meinet das renkt sich wieder ein, sie glaubte es in dem Moment nicht, ihr war auch nicht mehr zum Lachen zu mute, nur noch zum Weinen. Sie schaffte es zwar die Tränen zurück zuhalten, aber auf dem Heimweg plagten sie Zweifel und wieder diese verfluchte Übelkeit.

Ging das nun so weiter? Wenn sie etwas roch oder aß oder ritt, das ihr die Übelkeit den Atem verschlug, wie beim Fest, als sie Arsens Met gerochen hatte und sie hinausgestürmt war. Es war grauenhaft sie hatte immer das Gefühl, es war nicht richtig und doch sie war sich sicher. Malachai hatte es gespürt schon vor einigen Tagen, wahrscheinlich schon als er besessen war. Weswegen der Abtrünnige Angst vor ihr hatte, weil er mehr spürte als sie ausmachte. Sie war stärker als vorher, sah klarer und dennoch fühlte sie sich so elend. Sie hatte sich nie weniger unter Kontrolle als zurzeit. Und sie hasste es. Sicher sie hatte nichts verloren, außer ihre Kontrolle. Sie war manch wie vor gewand und schnell. Naja noch zumindest. Noch war ihr Bauch flach, wie immer, noch passten ihre Kleider. Doch wie lange noch? Wie lange konnte sie es noch verbergen, wie erlange würde es dauern, bis sie ihre innere Ruhe wieder hatte, ihr Gleichgewicht. Und was würde werden, wenn das Kind da war.
Sicher Malachai meinte es sei normal, doch war es das wirklich. War es richtig.
Sicher sie wollte Kinder, schon lange. Doch sie hielt es nie für sicher und nun? War es nun sicher ein Kind zu bekommen?
Würden die Zweifel je aufhören?
Doch die Zweifel waren nicht so schlimm, es war eher der Umstand, dass sie wie Glas behandelt wurde, als könne sie jeden Moment zerbrechen, nun ja Malachai behandelte sie so und sie genoss irgendwo die Fürsorge und dennoch es zerrte an ihren Nerven, wie sollte man so etwas verheimlichen? Es stand für sie nicht einmal zur Frage, ob Malachai der Pate des Kindes werden würde, war es bei ihm doch gut aufgehoben, sollte ihr und Arsen etwas zustoßen und dennoch ihr wäre es lieber gewesen, wenn er sie normal behandeln würde und Arsen diese Fürsorge an den Tag legte. Doch ihr Gatte zog es eher vor mit ihr zu streiten. Sie hatte gedacht sie hört nicht richtig, als er anfing wegen seiner Hochzeitskleidung so zu brummen. Sie hatte das Gefühl, er traute ihr nicht, sicher sie sagte ihm nicht den Grund für die Kleidung, doch wollte sie ihn doch überraschen. Doch er dachte nur daran lächerlich gemacht zu werden, als ob sie ihn je darum gebeten hätte, wenn es ihr nicht wichtig gewesen wäre. Aber rein das sah er gar nicht und Selina erwiderte irgendwann er soll es doch lassen, wenn er sowenig vertrauen in sie hätte. Und dann wurde ihr auf dem Weg zur Akademie auch noch schlecht. Sie wollte das Reiten lassen und er hielt ihr vor ob sie auch das essen ließe, wenn ihr davon schlecht wurde. Als ob sie für ihren Umstand etwas konnte, als ob es ihre Schuld war, das ihr schlecht wurde.
Es war einfach nur ungerecht. Und wieder brach sie in Tränen aus. Sie konnte sie nicht einmal zurück halten. Und Arsen verstand einfach nicht. Doch sein schroffes “Tut mir leid, ich sollte lernen meinen Mund zu halten.” war wohl mehr als sie erwarten konnte. Selbst als er ihr Kleid sah, brummte er noch und auch als er den Altar und die Kerzen sah, wusste er nicht was er sagen sollte. Doch seine Sprachlosigkeit, als sie ihn bat sie noch einmal zu heiraten im Namen der Schatten war unbeschreiblich und es entschädigte sie für seine vorangegangene Schroffheit. Wusste sie doch nur zu gut, dass er es bereute und ihre Überraschung geglückt war. Und dennoch sie vermisste die Fürsorge, die Malachai an den Tag legte bei ihm. Doch sollte sie es ihm sagen?
Schon wieder kämpfte sie mit den Tränen. Nein nicht jetzt. Ungehalten wischte sie die Tränen weg. Sie hatte noch nie soviel geweint in ihrem Leben wie in den letzten Tagen.
Hatte sie doch eigentlich keinen Grund. Malachai hatte die Trauung wundervoll gemacht, er hatte die passenden Worte gefunden und auch am Altar hatte sie Tränen in den Augen.
Verfluchte Tränen. Wieder wischte sie ungehalten mit der Hand über ihre Wange. Und mit einer weiteren ungehaltenen Bewegung flog der Blumentopf von der Fensterbank und zerschellte klirrend auf dem Boden und sie stapfte vor Wut mit den Füßen auf. Was bei allen Göttern geschah mit ihr.
Warum? Doch nun war die Traurigkeit gewichen und sie ärgerte sich über sich selbst, hatte sie denn gar keine Kontrolle mehr über sich? Lange brauchte sie um sich wieder zu beruhigen und wenigstens etwas Gleichgewicht zurück zubekommen, bis sie wieder aus dem Fenster sah. Und in ihrem Ärger über sich selbst gingen noch zwei Krüge und ein Glas kaputt welche ihr aus der Hand rutschten und auf dem Boden zerschellten. Wie konnte sie nur etwas so wichtiges vergessen haben, über Wochen ja sogar fast Monate hinweg. Sie hatte es sich selber eingebrockt. Und diese Erkenntnis traf sie schlimmer als ihren Ärger und sie sackte einfach an der Wand zusammen und blieb in die Decke und den Umhang gekauert auf dem Boden sitzen und brach zu ihrem Ärger wieder in Tränen aus.

Lange saß sie so da und wusste selber nicht mehr was sie tun oder lassen sollte, ob sie sich freuen oder ärgern sollte. Es war zum verzweifeln.
Irgendwann stand sie auf und entfachte das Feuer, sie fror erbärmlich und immer noch schwankte sie zwischen Lachen und Weinen. Irgendetwas in diesem Haus musste sie doch ablenken können. Lange suchte sie zwischen den vielen Büchern; die Arsen geholt hatte und endlich fand sie es.
Ein kleines Buch mit einem Schwarzen S drauf, es war jenes Buch, was sie vor zu vielen Tagen in den Händen hatte. Sie kauerte sich dicht an das Feuer und schlug das Buch aufs gerade wohl auf. Und da sah sie es dieses Bild. Eingehend betrachtete sie es und sie lächelte. Denn sie sah Arsen, Malachai und sich selbst in den dreien auf dem Bild. Und es gab ihr ein unglaublich warmes Gefühl, sie gehörten zusammen. Ebenso wie Sarah und Sienara, sie waren ihre Familie geworden und war es da noch wichtig, was ihr Vater war oder wer er war? Und doch sie las.
Und was sie las, ließ sie lächeln. Der Schattenlord, der Schattenmeister und der Schattentänzer. Die drei verkörperten zusammen wohl das, was die Schatten ausmachte. Sie alle hatten natürliche Begabung. Elir war schnell, gewand und bewegte sich lautlos und fast unsichtbar, er wusste seine Umgebung zu nutzen, verschmolz fast mit ihr und wenn er kämpfte bewegte er sich wie im Tanz.
Irgendwo in dem Absatz stand einmal statt Schattentänzer, Traumtänzer, doch sie glaubte nicht, dass damit das gemeint war, was Sienara konnte. Eher klang es so, als nehme er teilweise seine Umgebung nicht war und war weit weg mit seinen Gedanken und dennoch ließ er sich nie überraschen, so als ob er andere einfach wahrnahm, egal wie sie sich bewegten. Als ob er einfach einen Instinkt hatte, der ihn Gefahr erkennen ließ. Versonnen las sie weiter und kuschelte sich eng an den Kamin.
Irgendwann brach sie in Gelächter aus. Diese drei waren schlimmer als sie jemals sein konnten. Jung durchtrieben und oft gewissenlos. Sie kamen alle ihren Pflichten nach und dennoch fanden sie Zeit herum zu blödeln und Unfug anzustellen, nie etwas schwerwiegendes, aber dennoch waren sie zu Schabernack aufgelegt. Einfache junge Männer, die neben ihrem Täglichen Leben Spaß haben wollten und das Leben genießen wollten, doch oft wurden sie getrennt, bis sie gar nicht mehr zusammen kamen.
Welch schmerz musste es gewesen sein, die Freunde sterben zu sehen, welch Schmer sie zu beerdigen, ihnen alle Würden zukommen zu lassen und ihre Taten festzuhalten. Nein sie beneidete Marick nicht und sie konnte nachvollziehen, warum er den Freitod wählte.
Wieder stiegen Tränen in ihr auf, warum musste sie das lesen. Warum ausgerechnet wie sie starben.
Das Buch entglitt ihr und sie krümmte sich zusammen und weinte bitterlich, weinte und weinte.
Selbst als sie neben sich jemanden merkte der sie in den Arm nahm weinte sie weiter. Nein er stellte keine Fragen, er sah mit einem Blick was sie gelesen hatte und ein weiterer Blick durch den Raum, sagte ihm, dass dies nicht der einzige Ausbruch in dieser Nacht war.
Er hielt sie einfach fest und ließ sie weinen. Unbeholfen strich er über ihren Rücken. Es dauerte lange bis die Tränen wieder versiegten und sie ihn ansehen konnte. Sie wusste nicht einmal mehr warum sie geweint hatte. Es hatte sie nicht traurig gestimmt von dem zu lesen, es war nichts Ungewöhnliches und sie wusste es bereits lange Zeit. Als sie den fragenden Blick Arsens wahrnahm, konnte sie ihm nicht einmal mehr eine Antwort geben.
Er sagte nichts sondern nahm sie einfach in den Arm und wartete, dass auch die letzten Tränen wieder versiegt waren. Doch irgendetwas war da was sie nicht erklären konnte und plötzlich lächelte sie wieder und das Lächeln wurde tiefer bis sie anfing zu Lachen.
Es war unglaublich eben noch hatte sie von dem Tot ihrer Väter gelesen und dann fing sie an zu lachen. Sie konnte sich genau vorstellen wie das auf Arsen wirkte, er musste denken sie sei verrückt geworden. Doch sie legte einfach seine Hand auf ihren Bauch und kuschelte sich an ihn.
“ Weißt du, irgendwann werde ich die Geschichten erzählen, wie sie mir erzählt wurden und auch unser Kind wird irgendwann sehen: Geschichten können wahr sein.”

Verfasst: Mittwoch 10. Dezember 2008, 10:58
von Arsen Talmar
Es ist kalt! Man glaubt gar nicht wie kalt es ist wenn man gemütlich zu Hause im warmen Bett liegt, sich an die Liebste kuschelt und den Schlaf des Gerechten schläft. Ich schmunzle etwas … Schlaf des Gerechten … man hat mir schon vieles nachgesagt, aber gerecht? Na ich denke mal da sind viele ganz anderer Meinung. Ist ja auch unwichtig, ich streife hier ohnehin durch die Büsche und suche nach Spuren die mich vielleicht bald zu Sarah führen können. Ja sie ist verschwunden am Ende eines Tages, der nicht hätte wundervollen und glücklicher sein können, und das nimmt uns die Freude in der Erinnerung an ihn. Obwohl so richtig glücklicher und freudig hatte er gar nicht begonnen, ich Esel hätte fast alles schon im Vorfeld kaputt gemacht … eigentlich typisch für mich, aber ich hasse es nun mal mich in diese feinen Klamotten zwingen zu müssen, vor allem wenn ich nicht mal weiß wozu.

Was war das aber auch für ein Tag gewesen! Wie hatte das nur begonnen? Ich ziehe den Umhang enger um mich und während ich durch den Wald streiche sehe ich direkt wieder alles vor mir wie ich an meinem Tisch saß und wieder in den las. Als Selina zu mir kam war ich erstmal mehr als verwundert, sie hatte sich so fein gemacht wie schon lange nicht mehr und ich wusste nun wirklich nicht wo eine Feier stattfinden sollte, die solch ein prachtvolle Herausschmücken benötigen würde, wobei ich allerdings gerne zugebe Selina sah wundervoll aus. Die Verwunderung wich allerdings bald der schlechten Laune als sie nun ihrerseits mir diesen „Staatsornat“ in die Hand drückte und mich bat ihn anzuziehen. Ich hasse diesen feinen Anzug, das bin nicht ich, das ist eine Fantasiegestalt, eine Puppe zum vorzeigen … jemand der in diese feinen Gesellschaften von Varuna passen würde, zu diesen Adelspapageien mit ihrem gekünstelten Auftreten! Dementsprechend brummig wurde ich natürlich, ein Wort gab das andere … na ja und dann war es passiert. Selina war im Augenblick eh sehr leicht aus der Fassung zu bringen seid sie wohl ein Kind unter dem Herzen trägt, und so war der Streit unvermeidlich. Ich schüttle den Kopf ...natürlich wäre er zu vermeiden gewesen wenn ich mir einen Moment Zeit genommen hätte nachzudenken. Sie würde mich nie nur aus einer Laune heraus bitten die Sachen anzuziehen die ich an unserer Hochzeit trug, dazu weiß sie viel zu gut wie ich reagiere, aber nein Arsen der Idiot muss einfach losbrummen … völlig unnötig das Ganze.

Der Ritt zur Akademie war still, die Stimmung mehr als bedrückend, ja sogar als ihr wieder schlecht wurde und wir rasten mussten kam es fast erneut zum Streit. Der Tag schien nun wirklich völlig verdorben als wir endlich ankamen, wenn man mich in jenem Moment gefragt hätte wo ich jetzt am liebsten wäre ... nun die Antwort wäre wohl gewesen irgendwo meilenweit weg wo ich meine Ruhe hätte, zum Glück fragte auch niemand. Dann von einem Moment auf den anderen war alles anders, kam ich mir so dumm vor, ich wäre am liebsten im Erdboden versunken. Malachai wollte uns noch einmal trauen! Sie wollte sich mir noch einmal versprechen und auch noch im Namen dessen was wir sind … im Namen der Schatten! Und sie hatte jene eingeladen die uns wohl am nahesten waren, sie hatte die ganze Akademie dazu eingeladen … oh Arsen, gibt es einen größeren Trottel als dich! Ich hatte die wundervollste Frau der Welt und hatte nichts Besseres zu tun als mit ihr wegen ein paar Kleidern zu streiten … meine Entschuldigung konnte nicht einmal annähernd das ausdrücken wie sehr es mir leid tat, aber ihre strahlenden Augen sagte mir wie sehr sie mich verstand. Alles war mit einem Mal weggewischt und nur die Freude stand in ihnen als ihr sagte dass ich sie immer wieder heiraten werde.

Die Trauung, mhm ja sie war da und fand auch statt aber mehr als an das „Im Namen des Schattens JA, bis ans Ende meines Lebens“ kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich hatte nur Augen für sie, meine Selina, wie sie neben mir saß mit diesen strahlenden Augen, das Leuchten das von ihr auszugehen schien … sie kam mir wie damals bei unsere ersten Hochzeit wieder wie eine Göttin hervor, herabgestiegen um bei mir zu bleiben … nein ich würde diese wunderbare Frau nie alleine lassen, nie wieder von mir gehen lassen dazu liebte ich sie viel zu sehr. Wenn es mir bis dahin noch nicht bewusst gewesen wäre, was es nun wirklich war da gab es bei mir nie Zweifel, dann wäre es in diesem Moment wie eine Erleuchtung gewesen. Eigentlich müsste ich mich bei Malachai entschuldigen, er war in diesem Augenblick nur Beiwerk, hörte ich doch seine Worte nur wie in Trance und doch hatte er so großen Anteil daran das dieser Tag möglich wurde und das werden ich ihm nie vergessen. Er hatte mir... nein uns, das größte Geschenk gemacht das er je hätte machen können und dafür werden wir auf ewig dankbar sein.

Der Rest des Tages war allerdings eher ein Wechselbad aus Freude, Sorge und genervter Langeweile, vor allem wegen Cyrion der wieder mal übersprudelte von seinem Rehlein und Elbenau, hätte ihm doch die Federn ausreißen sollen, aber mein Stern meinte ja nicht heute … ach ja und Dreasan fand in all dem Trubel den Weg zur Akademie und war dann gleich geblieben. Ich glaube kaum das ich jemals wieder jemand in solchem Rahmen in der Akademie begrüßen werde … hoffentlich ein gutes Zeichen für uns und ihn. Sorgen machte uns dann Sarah, aber da waren wir selbst die Schuldigen, denn trotz all unserer Versicherungen sie wäre immer ein Teil von uns hätten wir sie fast zurückgelassen und das hatte sie so tief verletzt dass sie davon gelaufen war und bisher nicht mehr aufgetaucht ist. Ich hoffe ich werde sie bald finden und nach Hause holen können.

Nach Hause konnte ich zumindest Selina bringen, wenn sie dort auch endgültig ihre Fassung verlor … es war dann einfach zuviel geworden. Der Streit, die Hochzeit, Sarah … das alles entlud sich in Tränen und Lachen, Freude und Sorge und als sie dann auch noch in ihrem Buch las dachte ich ihre Tränen würden nie mehr versiegen. Sicher sie lachte, ein eigentlich unpassendes Lachen in jenem Moment unter all der Tränen, aber als sie sich an mich kuschelte, meine Hand auf ihren Bauch legte und sagte: “ Weißt du, irgendwann werde ich die Geschichten erzählen, wie sie mir erzählt wurden und auch unser Kind wird irgendwann sehen: Geschichten können wahr sein.”, da verstand ich was in ihr vorging. Viel später ließ sie sich von mir einen Tee geben der sie schlafen lies mit der stummen Bitte in den Augen nach Sarah zu suchen.

Und das tu ich nun am Ende dieses Tages, an dem zu unserem Glück nur noch eins nun fehlt … dass Sarah endlich wieder bei uns ist, dass unsere kleine Familie endlich wieder vollständig ist.

Verfasst: Mittwoch 10. Dezember 2008, 16:27
von Malachai Schwarzmourne
Langsam liess Malachai sich ins Bett, kuschelte sich an seine Geliebte, sie fest im Arme haltend und ihrem leisen Atem lauschend.
Es war ein schöner Tag...diese Hochzeit.
Seine Wunden brannten wieder, ja, er hatte sich sicherlich etwas übernommen, als er diesen schweren Steintisch nach draußen trug, wie er spürte, dass sich die Fäden langsam wieder durch sein Fleisch beißten und bohrten.
Es war eine schreckliche Kälte und seine Hände zitterten, als er die ganzen Kerzen entzündete, die Stühle schön der Reihe nach aufstellte. Doch es war sein Geschenk für die beiden, die sich so sehr in sein Leben drängten und mit denen er schon fast eine Familie bildete: Selina und Arsen.
Ja, er war der Schattenlord...und unter dem Zeichen der Schatten wollte Selina sich ein zweites mal mit Arsen trauen lassen.
Ein Geschenk, eine Überraschung...
Erinnerungen kamen ihm hoch, seine Hochzeit, mit Inara...getraut von Khazkal. Sie war klein, geheim und spärlich geschmückt. Es waren kaum Gäste da, nur die engsten Vertrauten...doch das war ihm egal.
Er war so glücklich an diesem Abend.
Leicht seufzte Malachai und legte den Arm um die schlafende Sienara, ihr leicht über die Schulter streichelnd, fielen seine Gedanken auf den Beginn des Tages.
Wie er müde und verschlafen im Hause der Talamrs erwachte, wie er hinab ging, kaum realisierend, was vor sich ging und wie sein erster Blick auf die nackte Selina und Sarah fiel, die sich unten badeten.
Ja, es war ihm mehr als Unangenehm und er wandte sofort seinen Blick ab.
Er besaß soviel Scham...Arsen beäugte das mit einem schmunzeln, doch Malachai empfand es weniger als lustig.
Schliesslich, so dachte er, waren es hübsche Frauen...und er würde wohl kaum dem verfallen, einer so guten Freundin und die Frau eines so guten Freundes lüstern nachzublicken. Vielleicht besass er auch einfach nicht die Ruhe, soetwas zu umgehen, es einfach zur Seite zu schieben. Schliesslich gab es bei ihm noch Grenzen, in wie weit eine Freundschaft reichte...und darunter fiel nicht, sich neben eine nackte und schöne Frau zu stellen, während ihr Ehemann und der Bruder seiner Geliebten schmunzelnd in der Ecke stand.
Doch das schmunzeln, was Arsen zu diesem Zeitpunkt hatte, das amüsierte Gesicht über das erschrocken verlegene von Malachai´s würde bald ziehen, wenn er erst einmal diese hübschen Adelsklamotten trug und unwissend in eine Überraschung stolperte.
"Wer zuletzt lacht...mein Freund..", sagte Malachai, als er wieder nach oben ging.
Selina hatte ihn gefragt, ob er sie vermählen würde...welch Ehre, empfand Malachai und welch Glück, welch Vertrauen Sie in ihm legten.
Ja, er tat viele Dummheiten, ja, er war weiterhin Schuld am Tot vieler...doch es waren Fehler...man verzieh ihm, man sah auch, was er gutes tat und man vertraute ihm. Lud ihn an die Tische, leistete ihm Gesellschaft, vertraute sich ihm an mit Problemen...er war nicht nur der Schattenlord für die beiden, nein, er war auch Malachai, ihr Freund und als solcher wurde er behandelt.
Umso mehr war der Drang, diese Hochzeit für die beiden schön zu gestalten. Egal, wie schmerzlich die Wunden brannten, es solle klein, fein und dennoch perfekt werden.
Denn dies, die Vermählung unter den Augen der Schatten im Beistand von anderen, nicht Schatten...es war ein Schritt für den Neuanfang...für den Wiederaufbau jener, die Sie sind...und immer bleiben werden.
So kamen Sie...und mit ihnen nach und nach die Gäste...allesamt überrascht und doch fröhlich.
Malachai versuchte seine Sprachen kurz zu halten, setzte aber klar bestimmte Gewichtungen in den Punkten.
-In die Familie,
-In die Liebe
-In die Freunde
-In die Schatten.

Es ergriff selbst sein Herz, als er das glückliche Brautpaar sah, wie ihre Augen glänzten, diese verliebten Blicke...
Wieder musste er an Inara denke. Hatte er auch damals so einen Blick gehabt? Eben jene starken Gefühle besessen?
Und sein Blick fiel auf Sienara...und seine Gedanken schweiften wieder ab.
Unwillkürlich sah er es vor sich.
Eine schöne Hochzeit, viele Gäste....Selina, die weint, Arsen, der drohend blickt, er solle keinen Rückzieher machen. Malachai, wie er vorne stand, neben ihn Cyrion und dann, die wunderschöne Braut, Sienara, mit Marick an der Hand, der die Ringe hält.
Eine fremde Person, die sie traute, unter welchem Namen? Sicher, es wäre unter den Namen der Schatten, aber es wäre ihm auch egal.
Wie schön Sie aussehen würde, Sienara, als Sie den Schleier aus ihrem Gesicht entfernt, das lächeln ihrer süßen Lippen, ihre strahlenden Augen. Wie sie sich das Ja Wort geben und dann küssen.
"Im Namen des Schattens Ja", sagte Arsen mit fester Stimme und seine Gedanken fielen wieder auf das Brautpaar vor ihm.
Sie liebten sich, sie würden für immer bei sich bleiben.
Nach etlichen Gratulationswünschen ging es dann hinein.
Severine brachte Speisen und Tränke und es wurde ausgelassen gelacht und gefeiert. Auch Cyrion war da...wie dankbar er war, dass er hier stand...sein Bruder...auf ewig.
Dank Leah hatte er verstanden, dass er ihn nicht von seinen Problemen fern halten konnte, dass es ungerecht wäre, dass Er für Ihn da wäre, ihn aber nicht die Chance geben würde, das selbe für Malachai zu tun.
Sie unterhielten sich noch an diesem Abend...er musste mit ihm sprechen, wegen Sienara, wegen seinen Gefühlen...und er verstand.
Auch für ihn war Inara wichtig, ja, es war seine Schwägerin...und auch er wollte das beste für Sie.
Es tat so gut wieder mit ihm zu reden, selbst wenn der Zeitpunkt vielleicht ungünstig war. So ergab es sich, als er wieder kam, dass Sienara Spenden und Darlehen von Sarah und Severine nahm...100 Kronen. Malachai hasste es, sich Gold zu borgen, er hätte es ihnen am liebsten wieder gegeben. Doch Sienara war es, die es sich lieh...und sie würde es auch behalten.
Ein leises seufzen entrinnt ihm, aber auch hier musste er einsehen, dass Sienara Mitbestimmungsrecht hat und so will er auch weiter feiern...mit den Leuten, die nun seine Familie und Freunde bildeten.
Selina, Schwanger, man merkte es ihr an, ihre Stimmung schwankte manchmal, Malachai ging hinaus zu ihr, sprach mit ihr, nahm Sie in den Arm und spendete ihr trost. Sie hatte Zweifel, verständlich...die Welt ist eigentlich nicht für Kinder geschaffen, dennoch kommen Sie.
Sie müssen lernen, hierin zu bestehen, stark zu sein und mit Verlusten umgehen zu können. Wir müssen ihnen das Leben erleichtern, ihnen Lehrer und Vorbilder sein und ihnen eine glückliche Zeit bescheren. Soviele Zweifel, soviele Ängste...ein neues Mitglied der Familie...ist man eine gute Mutter oder ein guter Vater? Wird man allen anforderungen gerecht?
Vieles schwebt in ihrem Kopf...viele Fragen, die sich Malachai auch immer stellte, als Inara schwanger war von ihm....und am Ende fand er eines heraus: Ein Kind ist mit das wunderbarste auf der Welt.
Und auch Selina wird das erkennen, solange muss Sie stark sein und er wird auch weiterhin für all diese Menschen da sein.
Die Nacht, sofern man es in der Dunkelheit sagen konnte, wurde immer tiefer und tiefer und die Gäste verliessen langsam die Feier...auch Selina und Arsen erhoben sich...man sah ihr Glück und ihre Müdigkeit, als Sie herausgingen.
Malachai verfluchte sich, dass er Selina hinterherrief, ob Sarah hier bleiben sollte. Konnte er es nicht dezenter machen?
Aber nein, Sarah verspürte Angst, er merkte es, er sah es an ihr. Sie hat derzeit eine schwierige Zeit, sovieles, was Sie nicht verstand, soviel neues. Und er musste dann darauf aufmerksam machen, dass ihre Zieheltern Sie vergassen.
Sie lief natürlich weg, Selina war abermals den Tränen nah und Malachai wünschte sich das erste mal, die Klappe gehalten zu haben.
Sicher, er wusste es nicht...aber dennoch...wieder einer dieser Fehler, die man hätte umgehen können.
Es würde sich alles richten, da war er sich sicher.
Thoran, Severine, Merrik, Sienara und er waren noch einige Zeit auf...unerwarteter Besuch eines Burg´lers und einer Frau, der er wohl in seinem Hochmut einen Einkaufsbummel versprach und die ganz geknickt drein sah, als Malachai ihr den Zutritt verwehrte, störten das ausklingende Ambiente nicht und auch nicht Merriks Selbstzweifel über sein Leben. Er hätte ihn den Hintern versohlt, wenn er seine Maske nicht zerstört hätte und hochgekommen wäre zum Feiern.
Wieder starrte Malachai auf die ruhende Sienara, beugt seinen Kopf leicht zu ihrem und haucht ihr ins Ohr: "Ich liebe dich."
Er hat nach so langer Zeit jene drei Sätze zu ihr gesagt. Ja, er liebte Sie, dem war er sich sicher.
Die Zeiten standen gut, entlich würde sich alles zum besten wenden...unter Freunden, unter einer Familie....können nicht nur die Schatten einer glorreichen Zukunft entgegen Blicken, nein, auch er würde entlich, nach sovielen Jahren seit Inaras Verschwinden, wieder glücklich werden.

Verfasst: Sonntag 14. Dezember 2008, 16:30
von Selina Talmar
Dicht hatte sie die Kerze zu sich gezogen um überhaupt etwas auf den karten sehen zu können. Sie hatte sie ausgegraben um etwas Gold zusammeln, denn noch konnte sie es. Sie schaute lächelnd auf die Getreide Körner auf dem Tisch, die Trutta ihr gegeben hatte. Sie keimten, aber sie wusste es bereits vorher.
Sie war sich sicher, wie selten zuvor. An dem Tag als Arsen ihr sagte, dass nur noch Kinder ihn glücklicher machen würden und ihr bewusst wurde, seit wann sie ihre Kräuter nicht mehr nahm. Solange war es schon her und sie hatte es einfach nicht gemerkt. Zu viele andere Dinge spukten in ihrem Kopf umher. Malachais Zusammenbruch, die Schatten, der Abtrünnige und die Kräuter wurden zur Nebensache, doch als Arsen sie erwähnte viel es ihr wie Schuppen von den Augen. Sie leerte den Beutel auf dem Tisch und es fielen ein paar zerbröselte Reste heraus.
Sie hatte entgeistert auf die Blätter geschaut und konnte es nicht fassen, wie konnte sie nur etwas so wichtiges vergessen. Sie griff tief in ihren Gedanken zu einem Metkrug und goss sich etwas ein, doch kaum steig ihr der Geruch in die Nase rannte sie hinaus. Eisige Kälte schlug ihr entgegen doch sie sackte einfach an der Wand hinab und blieb im Schnee sitzen. Arsen kam dazu und nahm sie einfach in den Arm. So saßen sie noch da als Malachai durch das Tor kam. Er lächelte nur und ging hinein, später sagte er nur schlicht. “ Ich gratulier euch”
Ab da war sie sich eigentlich sicher, denn Malachai spürte Schatten, das war es was den Abtrünnigen Angst haben ließ, er spürte es aber konnte es nicht einschätzen.

Ja seit dem wusste sie es und sie freute sich, aber sie konnte es nicht immer zeigen. Am liebsten verkroch sie sich und hing ihren Gedanken nach, oder ging zu Malachai, er schien zu spüren was in ihr vorging, er war es auch, der sie wegen Sarah beruhigte, dass sie in Sicherheit war. Doch es zog sie zu ihm, weil er wusste wie es ihr ging, er war einfach nur für sie da.
Wieder betrachtete sie die Keimlinge. Nun hatte sie auch einen weiteren Beweiß, dass sie bald Mutter werden würde. Doch nun wich das Lächeln aus ihrem Gesicht und ihr Blick wanderte zu Sarahs Arbeitstisch. Wie sehr sie ihr doch fehlte. Wie konnte sie nur glauben, dass sie stören würde. Sie seufzte und blickte erneut auf die Karten, doch nun nahm sie die Karten nicht mehr war, sie würde sie später suchen mit Malachai und Sienara und Arsen und vielleicht Sarah.
Vielleicht würde Malachai sie ja überreden können, dass sie mitkommt. Er hatte ja gesagt sie sollten nicht mehr nach ihr suchen, sie würde schon verstehen. Doch im Haus zu sitzen und zu warten war auch nicht richtig und da verstand sie Arsen nur zu gut, doch was sie nicht verstand, war das er sich nicht freute. Sicher er machte sich Sorgen um Sarah, aber war das der Grund, weswegen er seine Freude nicht zeigte? Sie wusste nicht woran sie war, war sie doch meistens zu gefangen in ihren eigenen widersprüchlichen Gefühlen. Freute er sich wirklich nicht oder konnte er es einfach nicht zeigen, hatte er solche Probleme seine Gefühle zu zeigen?
Sie seufzte und legte ihre Hand auf ihren Bauch, sie wurden Eltern in - ja in wie viel Monaten eigentlich? Sie versuchte sich zu erinnern, wann ihre letzte Blutung war, das war immer etwas, was so alltäglich war und so leicht in Vergessenheit geriet, denn sie hatte diesem Thema nie viel Bedeutung bei gemessen. Doch nun musste sie sich erinnern. Waren es ein oder zwei Monate gewesen?
Nun wo sie sich versuchte zu erinnern waren es eher zwei Monate gewesen. Dann würden sie wohl in sieben Monaten Eltern werden. Aber warum freute er sich nicht? Nahm ihn die Sorge so gefangen?

Bald schon würde man es vielleicht sehen, vielleicht auch nicht. Denn die Mäntel waren weit und es ließ sich sicher noch verheimlichen. Denn sie wurde schon genug umsorgt von Malachai, es tat zwar gut, aber es war nicht das Gleiche, als wenn es Arsen wäre.
Sie rollte die Karten zusammen, es war Zeit aufzubrechen und Malachai von ihrer Idee zu erzählen. Denn sie wollte den beiden Helfen etwas Gold zusammen zu bekommen. Aber würde er sie mitgehen lassen? War seine Fürsorge für sie nicht viel zu groß. Doch sie hatte sich gewappnet. Tränke und Fallen würde sie mitnehmen. Ja Arsen hatte viel gelernt von seinem Vater und dessen Büchern. Sie würde seinen Sohn gerne nach seinem Vater nennen, aber auch das schien ihn nicht zu erfreuen. Sie hatten letztendlich wieder fast gestritten, weil sie der Ansicht war, wenn die Sturheit durch den Namen vererblich wird, dann lässt sie es lieber mit dem Namen, denn zweimal konnte sie solche Sturköpfe nicht ertragen. Und ein Mädchen? Elia oder Elira, aber sie würden es sehen, sobald das Kind erst auf der Welt war, auch wenn sie Angst hatte. Und das war etwas, was sie wohl nicht ablegen würde.
Aber eines wusste sie, dieses Kind würde viele Geschichten zu hören bekommen und es würde wohl mehr getätschelt und gehätschelt werden, als ihr lieb war. Sie lachte bei dem Gedanken und zig den Umhang fest um ihre Schultern. Dann machte sie sich auf den Weg nach Bajard unterwegs hielt sie die Augen nach Sarah offen.

Verfasst: Montag 15. Dezember 2008, 12:35
von Arsen Talmar
Eifersucht! Schön man sagt man liebt erst dann einen Menschen wirklich wenn einem auch die Eifersucht plagt, aber was nun in mir tobte war ein regelrechter Feuersturm und verbrannte mich langsam innerlich. Ja selbst jetzt, wo Selina in meinen Armen schläft und dieses verzaubernde, glückliche Lächeln auf den Lippen hatte kann ich ihn nicht bändigen diesen Sturm, denn ich weiß sie wird ihn immer wieder ohne es zu wollen anheizen. Vielleicht werde ich sogar daran zu Grunde gehen denn ich weiß nicht, wie lange ich das noch ertragen kann bei jeden Anlass seinen Namen als strahlendes Vorbild genannt zu bekommen, wie sehr ich doch ihm nacheifern soll weil er doch alles soviel besser machen würde als ich … Malachai!

Dabei versuche ich doch alles um ihren Vorstellungen eines guten Ehemann und Vaters zu entsprechen, doch egal was ich tue ich mache alles falsch und er richtig. Ich würde mich ja nicht mal auf das Kind freuen … verdammt wie kommt sie nur darauf? Ja natürlich war ich voller Sorge wegen Sarah und das drückte meine Stimmung, aber deswegen freute ich mich doch nicht weniger als sie auf unser Kind das in ihr heranwuchs. Er aber freut sich, lenkt sie, bei ihm fühlt sie sich wohl und ich ... ich enge sie ein, ja sie sagte wirklich ich enge sie ein. Ausgerechnet ich der ihr jede Freiheit lässt, der ihre Laune erträgt wie kein Zweiter, ich bin nun der Sündenbock, derjenige der sie nicht versteht, der ach so unsensible Holzklotz und zu allem Überfluss will auch noch Malachai mir Ratschläge geben und findet das sie Recht hat.

Ich bin ratlos, zum ersten Mal seit langem weiß ich nicht mehr aus noch ein. Ich liebe meinen Stern, ich liebe sie so sehr das ich sie sogar ziehen lassen werde wenn sie dadurch glücklicher wird, wenn sie sich bei ihm wohler fühlt wie bei mir. Ich würde daran zerbrechen aber ich würde sie gehen lassen, aber als ich es ihr sagte rannte sie nur weinend davon … ich würde sie wegschicken wollen. Dabei schickt sie mich doch grade weg, stößt mich von sich genau in jenen Momenten wo ich sie, wie es möchte, in den Arm nehmen will, widmet ihre Aufmerksamkeit sofort wieder Malachai und gibt mir das Gefühl einfach nur noch Beiwerk zu sein, und er scheint das zu genießen, denn er streut noch Salz in die Wunden und hält mir ebenso vor wie wenig ich ihren Wünschen nachkäme.

Meine Finger streichen durch ihr wundervolles Haar und kaum das ich es tue schmiegt sie sich noch enger an mich und legt ihren Arm über mich, sie ist wach , sie öffnet die Augen und ihre Augen strahlen mich an, ihre Liebe für mich steht so deutlich in ihnen als würde ich in einem Buch lesen. Nein, ich kann und werde sie nie von mir lassen, mag sie noch so schlimme Launen haben, mir das Leben schwer machen … ich bin und bleibe bei ihr und freue mich mit ihr auf unser Kind, ertrage die Eifersucht und vielleicht erzähle ich irgendwann auch eine Geschichte … die Geschichte von einer unendlichen Liebe, der auch Eifersucht und Streit nie etwas anhaben konnten .. die Geschichte von meinem Stern und mir.

Verfasst: Mittwoch 14. Januar 2009, 15:37
von Selina Talmar
Lange stand die junge Frau am Ufer des Meeres. Der Wind peitschte ihr die Haare aus dem Gesicht und ließ ihre Augen tränen. Und doch blieb sie stehen wo sie war. Es war ihr zuwider lange Spaziergänge zu unternehmen und Reiten konnte sie nicht mehr und wollte es auch nicht. Die anfängliche Übelkeit war Hungerattacken gewichen, doch beim Reiten und Schiffahren blieb die Übelkeit und ließ sich kaum bewältigen und so vermied sie es schlichtweg. Doch lange hielt sie es nie im Haus aus, immer wieder zog es sie nach draußen, egal wie kalt es war. Sie brauchte einfach die Bewegung, auch wenn ihre Füße sie im Stich ließen. Noch sah man den Bauch nicht allzu stark und doch merkte die junge Frau die Belastung, der sich ihr Körper aussetzen musste.
Nie war sie mollig gewesen und nun trug sie ein Kind unter dem Herzen. Ein Umstand an den sich der zierliche Körper Selinas nur langsam gewöhnte, wenn überhaupt. Soviel hatte sie schon aufgegeben für dieses Kind und sie langweilte sich zusehends. Kämpfen war ausgeschlossen, selbst die Übung mit Sarah vor ein paar Tagen war schon eine Zumutung gewesen, weswegen sie das Feld gerne Merrik überlassen hatte und nur zugesehen hatte.
Sie war erschrocken wie schnell ihr Körper auf die leichte Anstrengung reagiert hatte, als wäre sie jahrelang aus der Übung. Und sie war es doch erst einige Wochen. Wut und Enttäuschung schwankten in ihr und sie war froh, als Sarah genug hatte und sie nach hause gingen. Dort konnte sie getrost faul sein, auch wenn sie immer irgendwo Beschäftigung suchte.
Mit einer fahrigen Geste strich sie einige Haare aus dem Gesicht und blickte auf das Meer hinaus.
Sie war verdammt zum nichts tun und sie merkte wie sie immer öfter schlechte Laune bekam. Sicher der letzte Abend war zu schön gewesen. Sie standen im Haus und unterhielten sich, als sie sich langsam aus ihren Sachen schälte, die sie nun in Schichten übereinander trug gegen die Kälte. Gerade als sie das Kleid geöffnet hatte spürte sie einen kräftigen Stoß gegen ihre Bauchdecke. Überrascht und erschrocken hatte sie ihre Hände um den Bauch geschlossen und war im ersten Moment ratlos, was das gewesen war. Erst hatte sie Angst es wäre etwas passiert, etwas stimmte nicht, doch dann dämmerte ihr, dass sich ihr Kind gemeldet hatte. Auch Arsen sah sie erschrocken und besorgt an ehe er sie in den Arm nahm. Später im Keller trat das Würmchen erneut, gerade in dem Moment, als Arsen seine Hand auf ihrem Bauch hatte. Sie lachten und schliefen später eng aneinander gekuschelt ein. Früh am Morgen war Selina jedoch wieder aufgestanden, ein leichtes Ziehen im Bauch hatte sie geweckt. Leise um Arsen und den kleinen Marick nicht zu wecken schlich sie nach oben und verbrachte die Zeit damit Tee zu kochen, bis es hell war und sie sich anzog und nach draußen ging.
Mittlerweile, war die Sonne aufgegangen und sie stand immer noch am Ufer hinter dem kleinen Haus, ihrem Haus.
Kinderbekommen und hüten, das waren grad ihre Aufgaben. Schmückendes Beiwerk, wie sie hin und wieder Scherzhaft sagte, aber es traf leider zu, denn was konnte sie schon tun. Sie konnte ja nicht einmal losgehen im Malachai zu suchen, zu sehr verabscheute sie mittlerweile die Überfahrt nach Bajard und dann die Suche zu Fuß, machte das Ganze noch schlimmer. Und so überkam sie auch jetzt wieder hilflose Wut. Sie war verdammt zum Zusehen. Sie konnte nichts tun, gar nichts. Und sie lief grad Gefahr ihren besten Freund und künftigen Paten ihres Kindes zu verlieren. Und das Ganze nur wegen dummer Zufälle, wobei Zufall war es nicht, doch was es war, dass konnte sie nicht sagen. Nur Malachai war im Begriff sich selbst aufzugeben, nur weil dieser Hornochse meinte es sei der einzige Weg neues Leid zu verhindern und altes Leid zu beenden. Doch sah er in seinem Wahn nicht, welches Leid er auslöste, wenn er vergaß?
Sie war mittlerweile so angesäuert, auf ihn auf sich und auf die Welt im Allgemeinen, dass sie ihm ihre Meinung zur Not einprügeln würde. Aber das Vorhaben war schon zum Scheitern verurteilt. Da musste sie warten, bis das Kind da war und solange wollte sie einfach nicht warten. Es war doch zum Mäusemelken. Sie hatte sich noch nie so hilflos gefühlt, noch nie so schwach und verletzlich. Und das war ein Zustand den sie nicht hinnehmen konnte. Sie war immer zäh gewesen und rücksichtslos, was ihre eigene Gesundheit anging. Skrupellos hatte ihr Weg Opfer gefordert. Opfer die sie ebenso in Kauf genommen hat, wie alles andere, wie jeden einzelnen Mord den sie begangen hatte um zu leben und jetzt? Jetzt war sie dazu verdammt die Hände still zu halten und auf ihre Gesundheit zu achten. Sie merkte, wie ihr die Schwangerschaft zusetze. Zum einen ihrer Füße, dann ihre Beweglichkeit, die zwar noch nicht eingeschränkt war und ihre Bewegungen noch geschmeidig und fließend waren, dennoch merkte sie, wie es ihr schwer fiel, wie sie außer Atem kam. Sie schlief schlecht und sah morgens oft grau und angespannt aus. Ihre Augen lagen oft tief in ihren Höhlen, sie brauchte viel Zeit um wach zu werden und noch mehr um sich raus zu trauen. Sicher ihr aussehen normalisierte sich im Lauf des Tages, doch ´blass war sie nun fast seit Beginn der Schwangerschaft, erst durch Übelkeit nun durch Schlafmangel. Sie fand nie die richtige Position zum Schlafen und selbst in Arsens Armen fand sie erst nachlanger Zeit eine bequeme Position. Dazu merkte sie selbst, wie sie zusehends mürrisch wurde, je mehr ihre Tätigkeiten eingeschränkt wurden. Und sie fragte sich oft, ob Arsen eine zusehends missgelaunte Frau ertragen konnte. Denn er war schon an seine Grenzen gestoßen, als sie ständig zwischen Freude und Wut schwankte und die Launen hemmungslos hinausschrie und sich oft zu Malachai geflüchtet hatte, weil sie sich missverstanden gefühlt hatte. Nun gelang es ihr wieder ihre Laune im griff zuhaben und doch merkte sie wie es in ihr brodelte und kochte. Es war als beobachte sie von außen, wie ein Kessel langsam aber sicher überkochte. Und sie konnte es nicht aufhalten Ungeduld, Angst und Zweifel nährten ihre Wut und ihre Hilflosigkeit.
Und je sichtbarer ihr Bauch wurde, desto ängstlicher wurde sie. Sie wusste ihre Mutter war gestorben bei einer Geburt, sie hatte Angst ihr Kind nicht aufwachsen zu sehen. Diese Angst griff eisiger nach ihrem Herzen als der Wind, der ihre Haare aus dem Gesicht wehte. Doch irgendwie schien keiner diese Angst zu teilen oder zu verstehen. Wieder diese Hilflosigkeit. Was sollte das noch werden? Sie war doch erst im 4. Oder 5. Monat, so genau konnte sie es nicht sagen. Aber eines wusste sie mit Sicherheit. Malachai würde es büßen, dass er ihr solche Angst eingejagt hatte, dass er so rücksichtslos war. Ja sie hatte Angst um ihn. Und er nährte diese Angst auch noch mit seinem Verhalten.
Doch wie sie sich dafür rächen würde wusste sie noch nicht, wenn sie es überhaupt tat, dann irgendwann später. Und dann würde sie es auskosten, es sei denn sie war dann wieder mehr als schmückendes Beiwerk.
Nun huschte ein flüchtiges Lächeln über das blasse Gesicht. Sie war eine Schatten und Malachai würde sie nicht loswerden, ob er nun wollte oder nicht. Und die Rache war sicher etwas, was man später seinem Kind am Feuer erzählen konnte.
Denn wahr oder unwahr, mussten sie selber lernen. Geschichten dienten dazu, dass die Kinder lernten und die Eltern auch verschleiert die Wahrheit sagen konnten. Und wer weiß, was später aus ihr wird, wenn sie das Schmuckwerk abgelegt hatte und wieder so handeln konnte wie sie wollte.

Verfasst: Mittwoch 21. Januar 2009, 10:26
von Arsen Talmar
Ein Klirren und kurz darauf ein heftiges Fluchen .. diese Geräusche sind für mich inzwischen nichts Neues mehr, ebenso wenig das sicher bald folgende „Arsen!“ mit diesem leicht genervten und überaus gereizten Unterton. In solchen Momenten ähnelt Selina einem aufgeweckten Drachen, der kurz davor ist sein Feuer auf die Menschheit loszulassen und dem man besser entweder aus dem Weg gehen sollte… oder dessen Wünsche am besten Widerspruchslos erfüllt. Dass kann natürlich wieder den gegenteiligen Effekt hervorrufen den sie dann verhätscheln und in Watte packen nennt, ja ich bewegte mich immer mehr auf glattem Eis, jeden Tag aufs Neue die Balance suchen zwischen Sorge und Aufmerksamkeit auf der einen und den nötigen Freiraum lassen auf der anderen Seite.

Ich lege schon mal das Buch beiseite und nutze die kurze Zeit die mir noch bleibt für ein wenig Nachdenklichkeit. Natürlich meint mein Stern es nicht bewusst böse, wer das vermutete kannte sie wirklich schlecht und zugegebener Maßen konnte ich sie gut verstehen. Sie war immer der Inbegriff von Temperament und Tatendrang, konnte nie lange stillsitzen, dauernd war sie unterwegs zu Freunden und Bekannten. Sie genoss die Jagdausflüge, na gut mit einem ziemlichen Grummeln weil ich sie selten begleitete, ja eigentlich nie wenn sie zu diesem Nevyn und seiner Bande von Fanatikern ging, und nun war das alles auf einmal vorbei. Ihr makelloser Körper, auf den sie immer so stolz war, zeigte nun die ersten Anzeichen ihrer Mutterschaft und machte ihr mit Kurzatmigkeit und Schmerzen sehr deutlich klar, dass er solcherlei Unternehmungen nun gar nicht mehr erbaulich fand und sie diese also gefälligst unterlassen sollte, was sie natürlich von Tag zu Tag gereizter machte, auch wenn sie sich versuchte zu beherrschen. Ich warte eigentlich nur auf den Tag an dem der ganze Vulkan ausbricht, denn ich kenne meine Frau viel zu gut, in ihr brodelt und kocht es und wenn das ausbricht …nein, besser nicht dran denken!

Aber die eigentliche Ursache für alles ist ihre Angst, und zwar eine unbändige, kaum zu beherrschende Angst. Sie hat mit eigenen Augen als Mädchen gesehen wie ihre Mutter im Kindbett gestorben ist und diese Erinnerungen sind nun wieder da. Ich weiß dass sie glaubt ich würde sie nicht verstehen, obwohl genau das Gegenteil der Fall ist. Wenn ich könnte würde ich ihr liebend gerne diese Angst abnehmen, sie für sie tragen, man müsste mir nur einen Weg zeigen wie ich das erreichen könnte. Aber diesen Weg gibt es leider nicht und so bin ich in meiner Hilflosigkeit gefangen Selina dieses mal nicht wirklich helfen zu können, denn ihre Angst ist auch die meine. Sicher, ich zeige sie nicht, würde ich es tun ich glaube es würde für sie alles nur schlimmer machen. Sie vertraut nun darauf dass ich stark bin, an ihrer Seite, dass ich sofort zur Stelle bin wenn die Wehen einsetzen um Trutta zu holen, wobei das völlig ausgeschlossen ist Trutta rechtzeitig aus Berchgard hierher zu uns zu bringen, da werden wir noch eine Lösung finden müssen. Aber im Innern habe ich mindestens ebensoviel Angst das etwas schief gehen und ich meinen Stern verlieren könnte, doch diese Angst darf sie nie sehen und so verstecke ich sie in ruhigen, ihr oft viel zu nüchternen Betrachtungen und Vorschlägen, dafür würde sie mir manchmal am liebsten die Augen auskratzen, aber damit kann ich leben.

„Arsen!“ Ich schrecke hoch, da ist er schon der erwartete Ruf mit dem ebenso erwarteten Unterton. Ich verziehe das Gesicht und hole tief Luft beim Aufstehen ... ruhig Arsen, auch das geht vorbei. Beim Hochgehen fällt mein Blick zum Arbeitstisch, dort wo Sarah wieder ihrer neuen Leidenschaft nachgeht und wieder ein Döschen voll Heilsalbe mischt, sehr konzentriert diesmal, dass Genick eingezogen und mich aus den Augenwinkeln verstohlen beobachtend. Nur still verhalten ist ihre Devise, besser der Leitwolf kriegt es ab als sie … nun ja, wie ich finde eine sehr gut nachvollziehbare Einstellung der ich mich gerne anschließen würde, nur leider bin ich ja derjenige der es nun abbekommt. Aber nun rasch, denn ein nochmaliges „Arsen!“ wäre mehr als nur genervt und gereizt, dann würde der Drache Feuer spucken und das wäre viel, viel unangenehmer … und diese Geschichte sollte besser doch nicht wahr werden!

Verfasst: Montag 26. Januar 2009, 19:16
von Selina Talmar
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Ein gellender, schriller Schrei erklang durch die Dunkelheit. Er hielt lange an, bis er heiser verklang und durch ersticktes Keuchen ersetzt wurde. Verwirrt öffnete die junge Frau ihre Augen. Es war Dunkel. Sie konnte noch einmal die Hand vor ihren Augen sehen. Doch ihre Beine fühlten sich schwer an. Schwerer als sonst. Ihre Arme schmerzten und ihr Atem ging stoßweise und wollte sich kaum beruhigen. Was war geschehen?
Verschwommene Bilder drangen wieder in ihr Bewusstsein. Sie stand auf einem Dach, doch sie war nicht mehr schwanger, sie hatte ihre Figur und ihre Geschicklichkeit wieder. Behende war sie von Dach zu Dach gesprungen auf der Suche nach etwas. Doch sie wusste nicht wonach. Dann sah sie es tief unter sich in der Straße. Doch sie konnte nichts tun. Sie musste hilflos mit ansehen, wie Malachai Sienara tötete. Es war ein Bild was sie nicht vergessen sollte. Doch es war nicht die dunkle Straße, sondern der Rasen der Akademie. Malachai bedrohte Sienara damals schon mit diesen Tentakeln, nein es war nicht Malachai, es war der Abtrünnige.
Doch war das Bild etwas anderes, was sich ihr bot?
Sie würgte und sprang auf. Doch ihre Beine gaben nach. Sie sackte zusammen und fiel.
Schmerzhaft landete sie auf dem Teppich vor dem Bett.
Doch die Übelkeit die sie durchschoss, bei dem Bildern war nicht weg. Sie richtete sich mühsam auf und ging langsam nach oben. Der Schrei drang noch durch ihren Kopf, noch war sie sich nicht im Klaren das es ihrer war. Ihr Schrei der auch die anderen beiden geweckt haben musste.
Doch sie tastete nur Blind nach ´Wasser und trank durstig einige Schlucke. Ihr Hals brannte von dem Schrei. Immer noch hatte sie sich nicht aus den Fängen des Traumes befreit. Ihr Atem ging stoßweise. Und deutlich sah sie vor sich, wie das Schwert Sienara durchbohrte. Und dann hatte sie das Gefühl nicht Sienara sondern sie selbst stand dort. Sie fühlte den Schmerz, als sei sie es selbst.
Ein Messer bohrte sich in ihren Leib.
Es brannte sich seinen weg durch den Rücken bis in den unteren Bauch bereich. Sie hielt den Atem an, dann Schrie sie wie am Spieß. Panik, Angst und Entsetzen klangen in diesem Schrei mit. Er schwoll an und sie sackte vor der Küchenzeile zusammen.
Tränen rannen über ihre Wangen. Und sie krümmte sich zusammen. Nein.
Alles in ihr wehrte sich und doch konnte sie den Kampf gegen den Schmerz nicht her werden und auch wurde sie nicht ruhiger. Und dann verschwanden die Bilder und zurück blieb, pechschwarze wohltuende Dunkelheit.
Der Schmerz ließ nach und sie begann zu vergessen.

Verfasst: Montag 26. Januar 2009, 21:18
von Cyrion Sha´Ar
bitte löschen *g* falscher thread ^^

Verfasst: Mittwoch 28. Januar 2009, 12:41
von Arsen Talmar
Was für Traum und was für ein Schrei! Ich bin wach und doch eigentlich noch im Geist in den Bildern gefangen die ich gesehen hatte, so wirklich waren sie mit erschienen. Ein Malachai, der sich in keinster Form von jenem Abtrünnigen unterschied, welchen wir endlich beseitigt hatten, war das nun schon wieder Wochen , ja fast Monate her? Meine Schwester, wie sie Malachai mit Magie begegnete, Marrik vor seinem eigenen Vater beschützte, kämpfte wie eine Löwin, doch unterlag und durch seine Hand den Tod fand, starb wie auch Inara durch seine Hand gestorben sein musste. Ein Traum, sicher, denn wusste ich doch den Jungen bei Inara, seiner Mutter, Sienara erst am Anfang ihrer Ausbildung an dieser komischen Academia, ein Zauberlehrling, mehr nicht und Malachai war kein Abtrünniger oder…doch? War dieser Traum einfach ein Alb, der sich auf die die Brust legt und den Atem raubt und doch nur das Ergebnis einer verdorbenen Rehkeule ist, oder war er ein Warnsignal auf Dinge die sich wirklich entwickeln konnten, wahr werden würden? So völlig abwegig waren Handlungen aller in diesem Traum ja nun nicht gewesen, waren durchaus möglich in einigen Jahren…

Nur schwer kann ich mich von den Eindrücken lösen, doch jener Schrei war nicht Teil des Traumes, niemand schrie dort in solcher Todesangst, nicht einmal Sienara die gemeuchelt wurde. Und die Stimme war mir so vertraut, so nah, es war… Ich bin wach! On einem Augenblick zum anderen bin ich wieder in der wirklichen Welt denn jene Stimme kenn ich nur zu gut… Selina! Da springt sie auch schon neben mir auf, aus dem Bett hinaus, ohne das ich eine Möglichkeit habe sie festzuhalten. Sie strauchelt, sackt zusammen, natürlich, es kann nicht anders sein, sie ist schwanger und ihr Körper protestiert gegen solcherlei Unfug, er schickt ihr ein Schwindelgefühl um sie von weiteren Kraftakten abzuhalten, aber sie hört nicht darauf. Sie scheint in Panik, natürlich, auch sie muss jenen Traum mit erlebt haben, sie ist sensibler wie ich, hat ein engeres Verhältnis zu Malachai aufgebaut, er scheint fast zu ihrem Bruder geworden zu sein und durch das Kind unter ihrem Herzen scheint sie eh sehr empfänglich für solcherlei Gefühlsschwingungen.

Schon springt sie wieder auf und rennt nach oben, keine Möglichkeit sie aufzuhalten, weder durch mich noch durch Sarah die nun völlig verwirrt neben dem Bett steht, natürlich hatte sie auch von jenem Traum etwas abbekommen, man sieht es ihr an, sie … Ein neuer Schrei von meinem Stern lässt mich jene Überlegung schnell vergessen, doch dieser bedeutet nicht Angst, oder zumindest nicht völlig, er verheißt Schmerzen, rasende Schmerzen vermischt mit unsäglicher Angst. Das Kind! Himmel! Ich fliege förmlich nach oben, Sarah hinter mir nun ebenfalls hellwach, ja da liegt Selina, ohnmächtig, die Hände schützend auf dem Bauch, aber sie lebt und es ist auch kein Blut zu sehen, ich hoffe inständig es ist nichts Schlimmes geschehen! Vorsichtig tragen wir sie zurück ins Bett, Sarah holt Wasser und Tücher, macht ihr kalte Umschläge für die Stirn, sie atmet nun ruhiger, nicht mehr stoßweise und in Panik. Dieser verfluchte Traum, dieser verfluchte Malachai, nur weil er mit zwei Frauen gleichzeitig rum tändelt, die Heirat verspricht und seine Ehe nicht lösen will ist das alles geschehen! Ich spüre das Eis, das durch meine Adern zu strömen beginnt, spüre die Kälte langsam nach oben steigen zu meinem Herz … wenn Selina oder dem Kind in dieser Nacht etwas geschehen ist wird Malachai sterben, nicht schnell, sondern unendlich langsam …. doch das war eine Geschichte die besser nicht wahr würde und nie erzählt werden sollte….

Verfasst: Sonntag 15. Februar 2009, 16:22
von Selina Talmar
Es war doch zum heulen.
Nichts, aber auch gar nichts durfte sie mehr machen. Immer wieder bekam sie zu hören:” Du darfst nicht, du sollst nicht, du musst vorsichtig sein, pass auf dich auf, geb Acht”
Und noch mehr in der Art. Sie konnte es nicht mehr hören. Es reichte ihr.
Dieses verdammte Kind, sollte endlich Anstalten machen, auf die Welt zu kommen.
Es war einfach nicht mehr zu aushalten. Immer wieder fühlte sie sich ausgegrenzt, einsam und verlassen.
Aber wie sollte es auch anders sein, sie hatte es sich selbst eingebrockt und nun konnte sie es auch nicht mehr rückgängig machen. Sie hoffte nur noch möglichst schnell auf die Niederkunft.
Sie lief nun schon seit stunden, wie ein gefangenes Tier im Haus herum.
Hoch und Runter auf und ab, immer wieder. Das noch keine Furche in den Dielen gelaufen war, war ein wahres wunder. Der Ausflug nach Bajard hatte ihren Nerven den Rest gegeben. Sie hatte sich gerade zu befreit gefühlt, als sie das Schiff betreten hatte. Sie hatte die Gelegenheit genutzt, als Arsen unterwegs war. Es ging einfach nicht mehr, sie hatte das Gefühl, ihr fällt die Decke auf den Kopf.
Als sie dann etwas zitternd und schwach an Land ging, fühlte sie sich trotz allem wohler.
Es tat ihr gut, wieder etwas anderes zu sehen. Direkt führten sie ihre Schritte gen Malachai, doch noch ehe sie sein Haus erreicht hatte, sah sie sein Pferd bei der Herberge. Neugierig ging sie hinein. Und bekam auch kurz darauf die erwartete Schelte für ihren Leichtsinn. Doch die hielt nicht lange an. Es war im Großen und Ganzen ein fröhlicher Abend, der sie auf andere Gedanken brachte.
Malachai hatte sich verplappert, es wurde ein Mädchen. Er hatte es schon vor langer Zeit gespürt. Es wurde eine Elira. Dennoch wollte sie Arsen nichts davon sagen. Spät am Abend brachte Malachai sie wieder nach Hause. Und was geschah?
Sie bekam erneut Vorhaltungen, warum sie nichts gesagt hatte, das sie wegwollte, warum sie dann allein wegging und so weiter. Sie sagte kaum etwas, sie fühlte sich klein und elend. Alles was während der paar Stunden in Bajard von ihr genommen wurde, fiel mit doppelt und dreifacher Last wieder auf sie herein. Sie fühlte sich zerschlagen, ausgelaugt.
Ihre Nerven waren bis zum zerreisen gespannt. Sie wusste noch ein Wort und sie würde platzen.
All ihr Ärger würde ausbrechen. Sie wollte nichts sagen, was verletzte. Sie ging erschöpft ins Bett. Nur eines sagte sie noch: “ Ich geh ja nicht mehr” Es war kein Versprechen das sie artig und folgsam wurde für den Rest ihrer Schwangerschaft, aber sie konnte nicht mehr.
Sie wollte nicht mehr. Nicht mehr streiten, nicht mehr rechtfertigen, nichts mehr versprechen. Sie wollte ihre Ruhe.
Vor einer Woche war es genauso gewesen. Sie war nur spazieren gegangen, weil Trutta da gewesen war und ihr versichert hatte, es war wieder alles in Ordnung soweit. Doch nur weil sie es Arsen nicht sagte, gab es wieder Vorhaltungen und Mahnungen. Sie hatte ihm gesagt soll er doch Trutta per Brief fragen. Auch da vibrierten ihre Nerven schon. Nun ging gar nichts mehr.
Sie hatte keine Kraft mehr sich zurück zu halten. Sie hatte aufgegeben. Nein noch nicht ganz. Sie versuchte immer noch sich unter Kontrolle zu halten. In dem sie irgendetwas zu tun fand. Aber weder kochen noch lesen lenkte sie ab. Sie hatte ein Buch in die Hand genommen, hatte es im Gehen aufgeschlagen ein paar Worte gelesen und es wieder zu geschlagen. Sie kannte es bereits. Sie wusste was in jedem Buch im Haus stand. Selbst Die Bücher Jeromes hatte sie gelesen. Gut sie hatte kaum etwas verstanden, aber sie hatte sie gelesen. Manche sogar zweimal. Selbst das Buch zur Traumkontrolle hatte sie gelesen. Gut es half etwas, sie hatte sich damit auseinander gesetzt, aber es befriedigte sie nicht. Und kochen? Für wen denn? Sarah versorgte sich selber und war nicht zu Hause, sie war bei Malachai. Arsen er aß auch nicht soviel und nur für sich aufwendige Essen zu machen, war frustrierend. Besuch kam auch selten oder gar nicht. Tränen brannten in ihren Augen. Nein nicht weinen, nur das nicht.
Sie ging wieder auf und ab. Doch es half nichts. Sie spürte wie es ihr brodelte, wie es langsam aber sicher gefährlich für jeden wurde, der ihr Begegnete. Und vor allem gefährlich für sie selbst. Nur noch einen Monat, sagte sie sich immer und immer wieder. Nicht mehr lange. Bald ist es vorbei. Dann hast du dein Kind im Arm. Doch auch das beruhigte sie nicht mehr. Es brachte nichts. Es brodelte nur noch weiter.
Sie war alleine. Arsen war zur Akademie geritten. Er wusste genau, warum er ihr aus dem Weg ging. Denn er musste es einfach spüren, wie es in ihr Kochte.
Tief versuchte sie einzuatmen und auszuatmen. Ruhig zu bleiben, wie Trutta es ihr gezeigt hatte. Einfach den Ärger wegatmen. Ein und aus. Sie schloss die Augen versuchte sich nur auf das Atmen zu konzentrieren. Ein und aus. Tief einatmen und langsam wieder aus.
Doch anstatt das sie ruhig wurde, packte jähe Wut sie. Unbezähmbare Wut. Sie brach sich unaufhaltsam Bahn. Doch es war nicht nur Wut. Irgendetwas anderes mischte sich dazu, eine fremde Empfindung und nicht ihre Eigene. Wild pochte das Blut in ihren Adern. Es ließ sich nicht bezähmen. Sie holte aus mit der Hand und fegte über das Regal. Klirrend vielen die Gläser zu Boden. Es folgten Töpfe, Krüge Teller und alles was in ihrer Reichweite stand. Noch immer hatte sie die Augen geschlossen. Sie zertrümmerte wahllos etwas um ihrer Wut Luft zu machen. Eingesperrt war sie wie ein Kind. Ja wirklich eingesperrt. Nichts mehr wert zu nichts zu gebrauchen. Nutzlos und vergessen. Es gingen ihr alle aus dem Weg. Es scherte doch niemanden was in ihr vorging. Alle rieten ihr nur auf das Kind zu achten. Elira auf Elira zu achten. Doch Elira war eine Schatten, jetzt schon. Sie spürte die Hilflosigkeit ihrer Mutter und gerade jetzt ließ auch sie sich nicht beruhigen.
Selina öffnete die Augen. Und mit der nächsten Bewegung zerschmetterte sie den Blumentopf auf dem Tisch. Es tat gut. Mit jeder Scherbe, die sie anrichtete floss die Wut aus ihr heraus. Wie Wasser aus einer Quelle. Nach endloser Zeit wie es ihr vorkam, war sie ruhig und ging nach draußen. Sie holte tief Luft und ging ein paar Schritte auf und ab. Sie wurde wieder ruhig. Aber auch nur für einen Moment wieder. Es war wie ein Vulkan, der nicht zur Ruhe kam, sie wusste es. Doch sie wusste nicht ob sie es war, oder Elira oder sie beide.
Das Haus war ein Scherbenhaufen, aber sie sah nicht ein aufzuräumen. Sie nahm ein Buch und setzte sich gemütlich an den Kamin neben sich eine Tasse Tee und las, als sei nichts geschehen.

Verfasst: Montag 16. Februar 2009, 13:16
von Arsen Talmar
Eingesperrt!! Das Wort hatte schon immer einen unheilvollen Beigeschmack, jenen Hauch von Endgültigkeit für Leute wie mich dass alleine seine Erwähnung unangenehme Gefühle hervorrief. Doch dieses Mal schnitt das Wort tief in mein Herz, denn Selina hatte es ausgesprochen, sie war es die sich eingesperrt fühlte und ich ... ja, ich selbst war ihr Kerkermeister geworden. Ihr eigener Ehemann, der ihr jeden Wunsch erfüllen wollte, der ihr immer die alle Freiheiten der Welt gelassen hatte, ich hatte sie ihr nun genommen. Dass es aus Angst um sie, um ihre Gesundheit und des ungeborenen Kindes geschehen war machte es auch nicht besser, so etwas hätte nie geschehen dürfen und das Schlimmste war ich Idiot hatte es nicht mal gemerkt in meinem falschen Eifer.

Aber deutlich genug gesehen hatte ich es, denn als ich von der Akademie nach Hause kann trat ich in ein Meer von Scherben. Nicht ein Stück Geschirr, eine Blumenvase oder ein Glas war noch heil geblieben, Selina musste über Stunden gewütet haben und nun saß sie in all der Zerstörung und warf mir ihre Vorwürfe entgegen nach dem ich gewagt hatte danach zu fragen was passiert sein. Ihr Worte trafen, nicht wie Keulen die einem benommen machen, oh nein, wie feine Nadeln deren Spitzen direkt ins Herz gingen und dort nur unendlichen Schmerz verursachen. Ich setzte mehrmals zu einer Entschuldigung aber gab es die überhaupt noch? Sie hatte doch recht ich hatte ihr ihre Freiheit genommen, hatte sie an die Leine genommen und nichts mehr hasste sie doch! Sie war am Ende ihrer Kraft und als sie nun weinend vor mir saß schien etwas in mir zu zerbrechen.

Dachte ich schlimmer könnte es nicht werden, so wurde ich eines Besseren belehrt, denn in all dieses Chaos kam nun Malachai. Malachai der Verständnisvolle, der Wissende, der anscheinend immer genau wusste was Selina zum Lächeln oder Lachen brachte. Oh ja er schaffte es auch dieses Mal, er schenkte ihr einfach einen kleinen Welpen und ihre Augen strahlten wieder, ihr Lächeln war wieder da. Er zeigte mir deutlich wie unfähig ich doch war, denn hätte ich nicht auf solch eine Idee kommen sollen? Ich hatte versagt, auf ganzer Linie und mit allen Konsequenzen versagt, unfähiger als ich konnte kein werdender Vater und Ehemann sein! Ich konnte nicht mehr, nun war auch ich am Ende meiner Kraft. Ich wollte alles für sie richtig machen und was hatte ich geschafft … alles was ich tat war falsch wie es falscher nicht sein konnte!

Ich ging nach unten, ließ beide alleine damit sie mich nicht mehr sehen musste, damit man meine Tränen der Scham, der Verzweiflung nicht sah die nun flossen, allein der Wunsch mich über alle Maßen zu betrinken trieb mich noch mal nach oben, die Flaschen hatten es zum Glück überstanden, also her mit dem Absinth und kein Wasser sollte ihn dieses Mal verdünnen, seine Schärfe sollte ungefiltert durch meine Kehle rinnen, sollte mein Gehirn in wohltuenden Nebel hüllen damit ich meines Versagens nicht mehr ansichtig wurde. Aber meine Schritte stockten, ich hörte ihr „Aber nicht ohne ihn!“ Ihn? Wen meinte sie? Mich doch nicht etwa, mich der sie doch eingesperrt hatte. Wohl hatte Malachai ihr grade den Vorschlag gemacht in sein Haus bei Bajard zu ziehen bis zur Geburt, das war doch die Gelegenheit dem Käfig zu entkommen und doch wollte sie dass ich mitkam?

Ja sie wollte dass ich mit komme und sie schien zu verstehen dass ich sie niemals hatte einsperren wollen. Aber auch für mich war alles neu gewesen, ich wusste sowenig davon wie man sich als werdender Vater verhält wie sie davon was er bedeutete Mutter zu werden. Nicht das es an guten Ratschlägen und Mahnungen gemangelt hätte, grade das Gegenteil war der Fall und sie waren es auch gewesen die mich übervorsichtig hatten werden lassen, dazu noch die Auswirkungen des Traumes… alles war einfach schief gelaufen. Später hielt ich meine Stern in meinen Armen, nachdem sie mir das süße Geheimnis verraten hatte und alles schien so als wäre nichts passiert, wären da nicht die Scherben rum um uns die ich noch wegzuräumen hatte, das war der Preis für das Geheimnis gewesen.

Nun steh ich hier am Fenster und sehe hinaus. Alles ist gepackt, sie sucht nur noch einige Dinge zusammen meinte sie, aber da spüre ich schon wie sie ihre Arme um mich legt und sich an mich schmiegt. „Hör auf zu grübeln, Liebster. Ich habe nie gesagt das ich dich nicht sooft es nur geht bei mir haben will, du sollst mich nur nicht einsperren!“ Oh das werde ich niemals mehr, diesen Schwur hab ich mir selbst gegeben, denn ich liebe meinen Stern über alles und solchen Fehler werde ich nicht zweimal machen. Und irgendwann werde ich unserem Kinde diese Geschichte erzählen damit es die Dummheiten seines Vaters niemals wiederholen mag…