Ausgeburt des Panthers
Verfasst: Samstag 15. November 2008, 04:25
Ohhh.. wie schmerzten ihre Glieder... zerschunden und zerschlagen lag die Lethra hingeklatscht wie eine fauliges Stück Obst auf ihrem Lager.
Alle Viere von sich gestreckt, nackt, wie Vater sie schuf, der zornesfunkelnde Blick an die dunkle Decke ihrer Wohnhöhle gehaftet.
Mit Mühe hatte sie sich heim geschleppt.....
Es war sonnenklar, dass auf diesen Tag ein Fehler folgen musste.
Dass der Jähzorn, der sich über Stunden und Stunden hinweg anstaute, ein Ventil finden musste - und dass dies ihr wieder einmal zum Verhängnis werden würde.
Aber immerhin, sie befand sich in Leth'Axorn, nicht in irgendeinem dreckigen Verließ.
Und auch nicht an der Seite Vaters. Immerhin.
Begonnen hatte der Tag mit seinem vollkommen normalen Wahnsinn...
Shai'naira stellte ihre Geduld eines ums andere Mal auf die Probe, aber das junge Ding lernte schnell, war nicht dumm, auch wenn sich die ältere der beiden Lethryen so durchaus die Mühe machen musste, nach Fehlern zu suchen, um ihre unbändige Wut an irgendwem auszulassen.
Aber nun war Shai nicht greifbar.
Und Lys wütend.
Zwei Umstände, die das Desaster begünstigten.
Qyl'zaox war nur halbherzig als Blitzableiter zu gebrauchen, aber immerhin, er verließ sie heute in nicht minder großem Zorn, das zumindest verschaffte doch eine gewisse Befriedigung.
Was jedoch war es, das die Lethry so in Aufruhr versetzte?
Seit jenem verfluchten Vorfall in Rahal verlief nichts mehr in geregelten Bahnen, die sonst doch eher geordnete Welt der Lethry geriet aus den Fugen.. gleichwohl dies schon seit Monaten der Fall war, wenn man mal Rahal mit einbezog, wurde es dieser Tage doch mehr und mehr deutlich vor Augen geführt - selbst wenn sie es noch so krampfhaft versuchte - sie konnte sich davor gar nicht mehr verstecken.
Und dies nun, was sich nicht mehr leugnen ließ, besprach sie mit der Jüngeren, die so dumm, so unbeholfen und unreif war, doch aber der Älteren so ähnlich in ihrer ungestümen Art...
Denn die Teile fügten sich zusammen, eines ums andere.
Und schuld war Mael'Rayat.
Dessen war Lys sich sicher.
Kaum noch einer hatte dieses... Ding.. vor Augen, wohl verborgen befand es sich im Allerheiligsten, und verschwand aus dem Gedächtnis der Brüder und Schwestern.
Doch aber gab es einen Nachhall all des Unfriedens, ein Unheil verkündendes Echo auf längst vergangene Geschehnisse.
Aufgewühlt, wutentbrannt, und zugleich vollkommen hilflos hagelten die Informationen auf die Jüngere ein, überranten diese, zwangen sie dazu der Älteren recht zu geben, den richtigen Pfad in all den wirren Gedanken zu finden - und ergaben.. ein Ganzes.
Und nein.. in Ruhe sollten diese wirren Gedanken heute nicht enden.
Denn wie stets unverhofft, unerwartet, und vor allem unerwünscht betrat einer die Szene, der stets noch mehr Wirbel verursachte, stets noch mehr alles an Ordnung, an der von Lys so hoch geschätzten Ordnung rüttelte, als es jeder sonst vermochte.
Er, der erhabene Mory'tael.
Unausgesprochene Flüche, ungehörte Verwünschungen, ungesehene hasserfüllte Blicke... all das sprang dem Erhabenen entgegen.. aber er schien es nicht zu bemerken, wie stets..
Und selbst wenn - würde er es doch als "Kompliment" schätzen, sein Ziel erreicht sehen.
Was sollte dies, was mischte er sich ein, was wagt er es, das Maul zu öffnen, sich einen Kommentar über all das zu getrauen, was er nicht erlebte, was er nicht sah, was er nicht verursachte---
Und ...
"Einer, der in dem Glauben lebt, mächtiger zu sein, als der Höhergestellte zweifelt diesen an, bringt das Machtgefüge ins wanken, zerstört die Hierarchie, die von Vater gegeben..."
Nicht genau der Wortlaut, doch aber der Sinn dieses Satzes war es, der Lys im Gedächtnis haften blieb.
Oh, merkte er nicht, spürte er nicht, dass es falsch war?
Dass nicht der Gefahr bringt, der den Höheren anzweifelt, sondern dass der an Macht einbüßt, der solche Zweifel an seiner Person nicht von sich fern halten konnte?
Und ein Machtverlust in dieser Position war nicht gut zu machen, war nicht auszumerzen, bedeutete letztendlich nur eines:
Er muss weichen.
Noch eine Aufgabe erteilte er ihr.. eine.. Aufgabe.. sie wagte es nicht zu wiedersprechen.
Aber so enthusiastisch sie dies erst aufnahm - ihre eigenen vier Wände rückten ihr den Kopf zurecht, sorgten dafür, dass die klaren Gedanken sich durch ihren Zorn fraßen und Vernunft einhauchten.
Nicht unklug handeln, es war nicht nur ein Spiel mit Vaters Macht, oder eher gesagt - nicht nur die ihr von Vater geschenkte Macht stand auf dem Spiel...
Ein ungutes Ränkeschmieden bahnte sich an... etwas, das schon einmal folgenschwer einschnitt, und woran ihr Volk in eben jenen Tagen mehr als nur schwer zu knabbern hatte.
Ja, soviel war sicher!
All dieses Ducheinander, dieses elende Chaos, das Lys so sehr hasste!
Ja - Chaos verursachen, die Welt aus den Fugen stoßen, dezent hinterlistig oder mit roher Gewalt, jedes Mittel ist recht, an jedem Schmerz lässt sich unendlich weiden...
Aber bitte.. bitte doch nicht in ihrem Volk.
Die Hierarchie, der Gehorsam, der Schmerz, all das hatte Struktur, all das bildete einen Rahmen, all das brauchte sie.
Doch wenn ein gesunder Blutdurst und das Stillen desselben wenigstens ein bisschen Ordnung schaffen sollte, so sei ihr dies nur recht.
Was läge näher, als einen Ausflug zu unternehmen..
Ein kurzer Abstecher ins Lager, und weiter..
Mit Sicherheit gibt es noch weite Teile in den verborgenen Gängen und Höhlen, die sie noch nicht erforscht..........
Q'in
Q'in... mit Echse, Q'in mit Knochen, Q'in in seiner verdorbenen, hässlichen, kranken Art.. die Maden..
Er hatte getanzt, er hatte gespielt.. er ..
Nein.. dieses wirre Kapitel des Tages war zu viel, sie strich es schlichtweg aus ihren Gedanken.
Und so entschied sie sich, doch noch einen Gang hinaus zu wagen, alles wirre aus ihrem Kopf dem wilden Zorn frei zu geben, der aufgestaten Wut Luft zu machen, zu jagen, zu töten, den Boden mit Blut zu tränken.
Und was eignete sich besser als die Gestalt Vaters..
Und so wandelte sie sich, nahm Gestalt des Panthers an.
Ein schönes Tier, nicht so zerfetzt wie oft, nein, von wohlgeformter Gestalt, nachtschwarzes Fell, glühende, Zornesfunken sprühende Augen, und von der Schwanzsspitze bis zu den Schnurrhaaren bebend vor Mordlust und Blutdurst.
Auf lautlosen, samtenen Pfoten strich sie durch den nachtstillen Wald, kaum ein Tier war noch wach, kaum eine Kreatur störte die Stille.
Und so zog es sie immer weiter in Richtung der großen, wiederwärtigen Stadt der Ketzer, der Heuchler, der Wiederlichen.....
Der Panther schüttelte sich, bannte alle Gedanken, nutzte seine Sinne, Geräusche und Gerüche aufzuspüren... bis...
Er erstarrte.. tappte lautlos weiter voran.. da war etwas..
Hund.. Pferd.. Frau....
Wieder ein Innehalten...
Nicht irgendein Hund, irgendein Pferd, irgendeine Frau...
Die Hure des Grafen war es.. Darna.. deren ekelerregende Gedanken in Leth'Axorn in schriftlicher Form das Auge der Lethry eines ums andere Mal beleidigten.
Schon oft hatte sie im Verborgenen das Anwesen beobachtet, auch von weitem diese... Frau .. gesehen, aber so nah wie heute war sie ihr noch nie......
Eine einmalige Gelegenheit.
Doch nein, bei klarem Gedanken war sie noch lange nicht angelangt.
Was tun.. mitnehmen - vollkommen unmöglich, es war nicht irgendeine Frau, und die Stärke dieser konnte die Lethry nur schlecht einschätzen.
Und dann die nun doch hinderliche Gestalt des Panthers.. nicht, dass dies nicht in einem Sekundenbruchteil behoben sein könnte.. aber..
Der Hund!
Geradezu spürbar, beinahe zu erwittern war es, was zwischen Hund und Frau in der Luft hing.
Zuneigung, Liebe, Wertschätzung.. wie armselig!
Und somit stand fest - der Hund ist das Ziel.
Nicht sterben muss er. Nein.. oder - doch..
Wieder wallte der unbändige, lodernde Hass in der Lehry auf, nur noch wenig Zeit für ein läppisches Hin und Hergeplänkel.. nur noch wenige Sekunden um die Tarnung aufrecht zu erhalten, das doch vergleichsweise harmlose Tier mimend..
Sie spürte es, spürte, wie sie der bodenlose Zorn übermannte, eine unbändige Wut, aufgestaut über lange Zeit, sich Bahn brach und sich Raum verschaffte, die Lethry allen klaren Denkens beraubte.
Ein sachtes Beben, das den Waldboden durchzog warnte Tier und Mensch nur einen Lidschlag zuvor, ehe ein ohrenbetäubendes Tosen den Himmel zerbersten ließ und die Nacht mit wutkreischendem Beben erfüllte..
Blitze zucken, Donner grollt...
Und von fern die Schreie, mit einem Male von Lärm und Tod erfüllt der friedliche Wald, tote Vögel, Hasen, Igel.. verletzte Wölfe, Bären..
Toter Hund...
Und im Unterholz die Lethry.. verfolgt, geschlagen, gebissen von Kreatur, getroffen von Schwert und Licht..
Welch Desaster..
Das, was ihr nie hätte passieren dürfen, wofür sie ihre Schüler bis nahe an den Tod geprügelt hätte, war eingetreten..
Übermannt von ihrem Zorn, ihrer Wut, außer Kontrolle geratene Ausgeburt des Panthers...
Unbedacht, geschlagen von sich selbst....
Alle Viere von sich gestreckt, nackt, wie Vater sie schuf, der zornesfunkelnde Blick an die dunkle Decke ihrer Wohnhöhle gehaftet.
Mit Mühe hatte sie sich heim geschleppt.....
Es war sonnenklar, dass auf diesen Tag ein Fehler folgen musste.
Dass der Jähzorn, der sich über Stunden und Stunden hinweg anstaute, ein Ventil finden musste - und dass dies ihr wieder einmal zum Verhängnis werden würde.
Aber immerhin, sie befand sich in Leth'Axorn, nicht in irgendeinem dreckigen Verließ.
Und auch nicht an der Seite Vaters. Immerhin.
Begonnen hatte der Tag mit seinem vollkommen normalen Wahnsinn...
Shai'naira stellte ihre Geduld eines ums andere Mal auf die Probe, aber das junge Ding lernte schnell, war nicht dumm, auch wenn sich die ältere der beiden Lethryen so durchaus die Mühe machen musste, nach Fehlern zu suchen, um ihre unbändige Wut an irgendwem auszulassen.
Aber nun war Shai nicht greifbar.
Und Lys wütend.
Zwei Umstände, die das Desaster begünstigten.
Qyl'zaox war nur halbherzig als Blitzableiter zu gebrauchen, aber immerhin, er verließ sie heute in nicht minder großem Zorn, das zumindest verschaffte doch eine gewisse Befriedigung.
Was jedoch war es, das die Lethry so in Aufruhr versetzte?
Seit jenem verfluchten Vorfall in Rahal verlief nichts mehr in geregelten Bahnen, die sonst doch eher geordnete Welt der Lethry geriet aus den Fugen.. gleichwohl dies schon seit Monaten der Fall war, wenn man mal Rahal mit einbezog, wurde es dieser Tage doch mehr und mehr deutlich vor Augen geführt - selbst wenn sie es noch so krampfhaft versuchte - sie konnte sich davor gar nicht mehr verstecken.
Und dies nun, was sich nicht mehr leugnen ließ, besprach sie mit der Jüngeren, die so dumm, so unbeholfen und unreif war, doch aber der Älteren so ähnlich in ihrer ungestümen Art...
Denn die Teile fügten sich zusammen, eines ums andere.
Und schuld war Mael'Rayat.
Dessen war Lys sich sicher.
Kaum noch einer hatte dieses... Ding.. vor Augen, wohl verborgen befand es sich im Allerheiligsten, und verschwand aus dem Gedächtnis der Brüder und Schwestern.
Doch aber gab es einen Nachhall all des Unfriedens, ein Unheil verkündendes Echo auf längst vergangene Geschehnisse.
Aufgewühlt, wutentbrannt, und zugleich vollkommen hilflos hagelten die Informationen auf die Jüngere ein, überranten diese, zwangen sie dazu der Älteren recht zu geben, den richtigen Pfad in all den wirren Gedanken zu finden - und ergaben.. ein Ganzes.
Und nein.. in Ruhe sollten diese wirren Gedanken heute nicht enden.
Denn wie stets unverhofft, unerwartet, und vor allem unerwünscht betrat einer die Szene, der stets noch mehr Wirbel verursachte, stets noch mehr alles an Ordnung, an der von Lys so hoch geschätzten Ordnung rüttelte, als es jeder sonst vermochte.
Er, der erhabene Mory'tael.
Unausgesprochene Flüche, ungehörte Verwünschungen, ungesehene hasserfüllte Blicke... all das sprang dem Erhabenen entgegen.. aber er schien es nicht zu bemerken, wie stets..
Und selbst wenn - würde er es doch als "Kompliment" schätzen, sein Ziel erreicht sehen.
Was sollte dies, was mischte er sich ein, was wagt er es, das Maul zu öffnen, sich einen Kommentar über all das zu getrauen, was er nicht erlebte, was er nicht sah, was er nicht verursachte---
Und ...
"Einer, der in dem Glauben lebt, mächtiger zu sein, als der Höhergestellte zweifelt diesen an, bringt das Machtgefüge ins wanken, zerstört die Hierarchie, die von Vater gegeben..."
Nicht genau der Wortlaut, doch aber der Sinn dieses Satzes war es, der Lys im Gedächtnis haften blieb.
Oh, merkte er nicht, spürte er nicht, dass es falsch war?
Dass nicht der Gefahr bringt, der den Höheren anzweifelt, sondern dass der an Macht einbüßt, der solche Zweifel an seiner Person nicht von sich fern halten konnte?
Und ein Machtverlust in dieser Position war nicht gut zu machen, war nicht auszumerzen, bedeutete letztendlich nur eines:
Er muss weichen.
Noch eine Aufgabe erteilte er ihr.. eine.. Aufgabe.. sie wagte es nicht zu wiedersprechen.
Aber so enthusiastisch sie dies erst aufnahm - ihre eigenen vier Wände rückten ihr den Kopf zurecht, sorgten dafür, dass die klaren Gedanken sich durch ihren Zorn fraßen und Vernunft einhauchten.
Nicht unklug handeln, es war nicht nur ein Spiel mit Vaters Macht, oder eher gesagt - nicht nur die ihr von Vater geschenkte Macht stand auf dem Spiel...
Ein ungutes Ränkeschmieden bahnte sich an... etwas, das schon einmal folgenschwer einschnitt, und woran ihr Volk in eben jenen Tagen mehr als nur schwer zu knabbern hatte.
Ja, soviel war sicher!
All dieses Ducheinander, dieses elende Chaos, das Lys so sehr hasste!
Ja - Chaos verursachen, die Welt aus den Fugen stoßen, dezent hinterlistig oder mit roher Gewalt, jedes Mittel ist recht, an jedem Schmerz lässt sich unendlich weiden...
Aber bitte.. bitte doch nicht in ihrem Volk.
Die Hierarchie, der Gehorsam, der Schmerz, all das hatte Struktur, all das bildete einen Rahmen, all das brauchte sie.
Doch wenn ein gesunder Blutdurst und das Stillen desselben wenigstens ein bisschen Ordnung schaffen sollte, so sei ihr dies nur recht.
Was läge näher, als einen Ausflug zu unternehmen..
Ein kurzer Abstecher ins Lager, und weiter..
Mit Sicherheit gibt es noch weite Teile in den verborgenen Gängen und Höhlen, die sie noch nicht erforscht..........
Q'in
Q'in... mit Echse, Q'in mit Knochen, Q'in in seiner verdorbenen, hässlichen, kranken Art.. die Maden..
Er hatte getanzt, er hatte gespielt.. er ..
Nein.. dieses wirre Kapitel des Tages war zu viel, sie strich es schlichtweg aus ihren Gedanken.
Und so entschied sie sich, doch noch einen Gang hinaus zu wagen, alles wirre aus ihrem Kopf dem wilden Zorn frei zu geben, der aufgestaten Wut Luft zu machen, zu jagen, zu töten, den Boden mit Blut zu tränken.
Und was eignete sich besser als die Gestalt Vaters..
Und so wandelte sie sich, nahm Gestalt des Panthers an.
Ein schönes Tier, nicht so zerfetzt wie oft, nein, von wohlgeformter Gestalt, nachtschwarzes Fell, glühende, Zornesfunken sprühende Augen, und von der Schwanzsspitze bis zu den Schnurrhaaren bebend vor Mordlust und Blutdurst.
Auf lautlosen, samtenen Pfoten strich sie durch den nachtstillen Wald, kaum ein Tier war noch wach, kaum eine Kreatur störte die Stille.
Und so zog es sie immer weiter in Richtung der großen, wiederwärtigen Stadt der Ketzer, der Heuchler, der Wiederlichen.....
Der Panther schüttelte sich, bannte alle Gedanken, nutzte seine Sinne, Geräusche und Gerüche aufzuspüren... bis...
Er erstarrte.. tappte lautlos weiter voran.. da war etwas..
Hund.. Pferd.. Frau....
Wieder ein Innehalten...
Nicht irgendein Hund, irgendein Pferd, irgendeine Frau...
Die Hure des Grafen war es.. Darna.. deren ekelerregende Gedanken in Leth'Axorn in schriftlicher Form das Auge der Lethry eines ums andere Mal beleidigten.
Schon oft hatte sie im Verborgenen das Anwesen beobachtet, auch von weitem diese... Frau .. gesehen, aber so nah wie heute war sie ihr noch nie......
Eine einmalige Gelegenheit.
Doch nein, bei klarem Gedanken war sie noch lange nicht angelangt.
Was tun.. mitnehmen - vollkommen unmöglich, es war nicht irgendeine Frau, und die Stärke dieser konnte die Lethry nur schlecht einschätzen.
Und dann die nun doch hinderliche Gestalt des Panthers.. nicht, dass dies nicht in einem Sekundenbruchteil behoben sein könnte.. aber..
Der Hund!
Geradezu spürbar, beinahe zu erwittern war es, was zwischen Hund und Frau in der Luft hing.
Zuneigung, Liebe, Wertschätzung.. wie armselig!
Und somit stand fest - der Hund ist das Ziel.
Nicht sterben muss er. Nein.. oder - doch..
Wieder wallte der unbändige, lodernde Hass in der Lehry auf, nur noch wenig Zeit für ein läppisches Hin und Hergeplänkel.. nur noch wenige Sekunden um die Tarnung aufrecht zu erhalten, das doch vergleichsweise harmlose Tier mimend..
Sie spürte es, spürte, wie sie der bodenlose Zorn übermannte, eine unbändige Wut, aufgestaut über lange Zeit, sich Bahn brach und sich Raum verschaffte, die Lethry allen klaren Denkens beraubte.
Ein sachtes Beben, das den Waldboden durchzog warnte Tier und Mensch nur einen Lidschlag zuvor, ehe ein ohrenbetäubendes Tosen den Himmel zerbersten ließ und die Nacht mit wutkreischendem Beben erfüllte..
Blitze zucken, Donner grollt...
Und von fern die Schreie, mit einem Male von Lärm und Tod erfüllt der friedliche Wald, tote Vögel, Hasen, Igel.. verletzte Wölfe, Bären..
Toter Hund...
Und im Unterholz die Lethry.. verfolgt, geschlagen, gebissen von Kreatur, getroffen von Schwert und Licht..
Welch Desaster..
Das, was ihr nie hätte passieren dürfen, wofür sie ihre Schüler bis nahe an den Tod geprügelt hätte, war eingetreten..
Übermannt von ihrem Zorn, ihrer Wut, außer Kontrolle geratene Ausgeburt des Panthers...
Unbedacht, geschlagen von sich selbst....