Briefe in die Heimat
Verfasst: Donnerstag 13. November 2008, 01:40
Ein Brief macht sich auf die beschwerliche Reise nach Dragenfurt, genauer gesagt in die Stadt Vesten, wo er dem Soldaten Larsen überreicht werden soll.
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Werter Bruder,
endlich finde ich die nötige Zeit, Euch einen Brief zu schreiben und Kunde über meinen Aufenthalt in der Grafschaft Hohenfels zu geben. Wiewohl es nicht unüblich zu sein scheint, über den Freihafen Bajard einzuschiffen, bin ich in Berchgard an Land gegangen und habe meinen Fuß sogleich auf Hohenfelser Boden gesetzt. Die Einwohner nennen den Ort liebevoll ein Dorf, aber es ist doch wenigstens ein Städtchen. Es hat sehr beachtliche Wehranlagen und alle Häuser sind aus festem Stein erbaut. Auf dem Weg nach Varuna kommt man an weiteren prächtigen Burgen, aber auch an ausladenden Landgütern vorbei. Alles ist hier sehr schmuckvoll gehalten, nicht so düster und klamm wie Burg Dunkelschanz. Varuna selbst blendet durch seine verschwenderische Großzügigkeit. Wie in Vesten ist es hier wirklich nicht. Die Straßen sind breit und geschmückt, die Herrenhäuser groß, beim Zählen der ansässigen Edlen- und Adelsfamilien schwirrt einem der Kopf … de Jagotin, de Coste, de Arganta, von Bourgo, von Hohenfels, von Falkenburg, von Avaryn, von Rhogan, von den Nebelauen, von Weylenstein und natürlich auch von Dragenfurt. Wer weiß, wen ich alles vergessen oder übersehen habe. Zum Glück gibt es auch ein etwas einfacheres Viertel. Sonst würde man sich gar nicht auf die Straße wagen. Man muss doch unentwegt fürchten, in eine wichtige Persönlichkeit zu stolpern oder jemand Vornehmen durch bloße Anwesenheit oder schlimme Manieren zu beleidigen.
Ich muss Euch gar gestehen, dass mir die Sinne von Alldem so benebelt waren, auch weil das Wetter ein etwas anderes ist, dass ich Seine Hochgeboren, unseren Freiherrn, nicht sogleich erkannt habe. Ihr könnt jedoch ganz beruhigt sein, als Er sich sehr nachsichtig zeigte, es Ihn wohl auch nicht dauerte, einmal einen Dragenfurter und nicht nur Hohenfelser zu Gesicht zu bekommen. Er wusste gar um die Treue, mit der Ihr Euren Dienst in der Heimat verseht, und empfahl mir, mich für eine Anstellung an den Burgvogt Arenvir Tilianas zu wenden. Natürlich will ich Seiner Hochgeboren Gunst und Großmut nicht überbeanspruchen. Vielleicht wisst Ihr Rat. Auch Ihre Hochgeboren, die Freiin Mariella, weilt in Varuna und bekleidet hier ein Amt im Stadtrat. Ich durfte mit Ihrer Hochgeboren sprechen, um für die Bürgerschaft vorstellig zu werden, welche man erwerben muss, um ein Haus zu pachten oder ein Geschäft zu eröffnen. Ich glaube es ist alles sehr gut verlaufen und ich hoffe, meinen Bürgerbrief in einigen Tagen zu erhalten. Dann kann ich anfangen, mir etwas mehr Gedanken zu machen. Seid einstweilen so gut und sendet mir die beiden Seekisten nach, die ich zurückgelassen habe. Schickt mir, wenn es Eure Zeit erlaubt, auch einen Brief mit, so dass ich erfahren kann, was in der Heimat alles geschieht. Gebt hingegen unserer lieben Schwester einen Kuss von mir und versichert ihr, dass alles in bester Ordnung ist.
Es grüßt Euch Euer Bruder,
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Werter Bruder,
endlich finde ich die nötige Zeit, Euch einen Brief zu schreiben und Kunde über meinen Aufenthalt in der Grafschaft Hohenfels zu geben. Wiewohl es nicht unüblich zu sein scheint, über den Freihafen Bajard einzuschiffen, bin ich in Berchgard an Land gegangen und habe meinen Fuß sogleich auf Hohenfelser Boden gesetzt. Die Einwohner nennen den Ort liebevoll ein Dorf, aber es ist doch wenigstens ein Städtchen. Es hat sehr beachtliche Wehranlagen und alle Häuser sind aus festem Stein erbaut. Auf dem Weg nach Varuna kommt man an weiteren prächtigen Burgen, aber auch an ausladenden Landgütern vorbei. Alles ist hier sehr schmuckvoll gehalten, nicht so düster und klamm wie Burg Dunkelschanz. Varuna selbst blendet durch seine verschwenderische Großzügigkeit. Wie in Vesten ist es hier wirklich nicht. Die Straßen sind breit und geschmückt, die Herrenhäuser groß, beim Zählen der ansässigen Edlen- und Adelsfamilien schwirrt einem der Kopf … de Jagotin, de Coste, de Arganta, von Bourgo, von Hohenfels, von Falkenburg, von Avaryn, von Rhogan, von den Nebelauen, von Weylenstein und natürlich auch von Dragenfurt. Wer weiß, wen ich alles vergessen oder übersehen habe. Zum Glück gibt es auch ein etwas einfacheres Viertel. Sonst würde man sich gar nicht auf die Straße wagen. Man muss doch unentwegt fürchten, in eine wichtige Persönlichkeit zu stolpern oder jemand Vornehmen durch bloße Anwesenheit oder schlimme Manieren zu beleidigen.
Ich muss Euch gar gestehen, dass mir die Sinne von Alldem so benebelt waren, auch weil das Wetter ein etwas anderes ist, dass ich Seine Hochgeboren, unseren Freiherrn, nicht sogleich erkannt habe. Ihr könnt jedoch ganz beruhigt sein, als Er sich sehr nachsichtig zeigte, es Ihn wohl auch nicht dauerte, einmal einen Dragenfurter und nicht nur Hohenfelser zu Gesicht zu bekommen. Er wusste gar um die Treue, mit der Ihr Euren Dienst in der Heimat verseht, und empfahl mir, mich für eine Anstellung an den Burgvogt Arenvir Tilianas zu wenden. Natürlich will ich Seiner Hochgeboren Gunst und Großmut nicht überbeanspruchen. Vielleicht wisst Ihr Rat. Auch Ihre Hochgeboren, die Freiin Mariella, weilt in Varuna und bekleidet hier ein Amt im Stadtrat. Ich durfte mit Ihrer Hochgeboren sprechen, um für die Bürgerschaft vorstellig zu werden, welche man erwerben muss, um ein Haus zu pachten oder ein Geschäft zu eröffnen. Ich glaube es ist alles sehr gut verlaufen und ich hoffe, meinen Bürgerbrief in einigen Tagen zu erhalten. Dann kann ich anfangen, mir etwas mehr Gedanken zu machen. Seid einstweilen so gut und sendet mir die beiden Seekisten nach, die ich zurückgelassen habe. Schickt mir, wenn es Eure Zeit erlaubt, auch einen Brief mit, so dass ich erfahren kann, was in der Heimat alles geschieht. Gebt hingegen unserer lieben Schwester einen Kuss von mir und versichert ihr, dass alles in bester Ordnung ist.
Es grüßt Euch Euer Bruder,