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Mord

Verfasst: Sonntag 2. November 2008, 15:31
von Thoran Wynther
Unzählige Male die er um das Gildenhaus schlich, immer wieder in die Fenster schaute und auf die Menschen schaute die durch die Räume gingen, sassen, lachten und lernten. Die wenigsten hatten mitbekommen was gestern geschah. Keiner hatte Fragen gestellt, selbst Miraus schien keinen Verdacht zu schöpfen. Doch wielang noch? Wielang würde es dauert bis jemand Fragen stellte, bis das namenlose Grab im Wald entdeckt würde? Und was sollte er sagen wenn man ihn fragte warum er ihn im Wald verscharrt hatte wie ein totes Tier?

Mittlerweile sass Thoran auf den Stufen zum Tor der Akademie und hing seinen Gedanken nach. Wie hatte es nur soweit kommen können?

Als er in die Akademie kam war ein Teil gerade von der Jagd zurückgekehrt und Thoran hatte sich über Selinas zweifelhaften Mut geärgert. Er war dazu übergegangen es Mut zu nennen denn mit den drei Schülern eine magische Truhe zu öffnen die Drachen und Dämonen als Wächter hervorrief hätte man sonst nur Dummheit nennen können. Doch zumindest sie hatte ihren Preis bezahlt der sie in den nächsten Wochen von allen Kämpfen fernhalten keiner der Schüler war zu Schaden gekommen. Als er jenes mit Genugtuung feststellte hatte er sich nicht ausgemalt zu welch Farce dieser Gedanke am Abend werden würde.

Sie versammelten sich im Garten um das grosse Lagerfeuer welches dieser Tage die letzten Versammlungen im Freien ermöglichte ehe der Winter sie in die Räume zwingen würde. Ob Selina nun schon ob der Kälte oder ob der Erschöpfung ihrer Verletzungen zitterte verschloss sich ihm, doch stur und tapfer blieb sie und folgte der folgenden Anhörung. Es ging um einen Vorfall mit einem Schüler namens Lion der sich in einem Verhaltewn offenbart hatte welches zu seinem Ausschluss geführt hatte. Fandor schilderte es und Thoran schüttelte bei dem Erzählten nur verständnisslos mit dem Kopf. Und er war sich sicher der Ausschluss wäre gerecht gewesen. Auch Cyrion schilderte den Vorfall aus seiner Sciht.

Nun begann der Rahmen in Thorans Leben auseinanderzubrechen.

Richard begann leise, zurückhaltend dann lauter und fordernder für Lion einzutreten. Arsen bezeichnete ihn als Wahnsinnigen, Richard sprang auf. Er schrie dass es nicht stimme und ging in grossen Schritten auf Arsen zu der ein wenig zurückwich. Aufgebracht baute sich Richard vor Arsen auf, dessen rechte Hand im linken Ärmel verschwand. "Noch einen Schritt weiter ..." Arsens Warnung war eindeutig und Thoran wusste das. Doch bevor er den Mund öffnen um die Situation zu entschärfen war es auch schon geschehen. Richards Schritt vor, der Dolch in seiner Seite und die verhängnissvollen Worte. "Das wirst du bereuen ..."
Lange starrte Thoran auf die Leiche Richards. Blut sickerte aus der Wunde über dem Herzen und die Lache unter ihm wurde grösser. Selina war mit einem Schrei zusammengesackt, Arsens kalter Blick auf die Leiche, Severines trockener Kommentar, die Sprachlosigkeit der Schüler und Cyrions Spott. Thoran fühlte sich allein. Alles um ihn herum schien wie in einem Traum.

Die Gespräche und der Streit die folgten waren heute schon so fern wie seine Heimat. Es blieben nur zwei Dinge: der Anblick des toten Richards und Severines Worte in seinem Hinterkopf. "Hab Vertrauen in Arsen. Er weiss warum er es getan hat."

Vertrauen in Arsen? Thoran hatte ihm nie getraut, ihm nie bewusst den Rücken zugedreht und sich immer auf Selina verlassen. Ihr vertraute er obwohl er auch um ihre Vergangenheit wusste, doch Selina fehlte die Kälte die in Arsen wohnte. Doch war er sich immer sicher dass Arsen wusste was er tat.
Aber wusste er es wirklich oder war es der Reflex der in ihm wohnte? Wusste er mehr als er, der seit einigen Wochen mit ihm gearbeitet und trainiert hatte? Hatte er Angst um seine Familie ... vor Richard? Allein der Gedanke erschien ihm schon mehr als lächerlich, bis zu dem Augenblick in dem er erkannte dass seine Familie nicht nur aus ihm und Selina bestand. Sarah wäre ein leichtes Opfer und Sienara wohl auch doch hatte er bei den beiden mehr angerichtet als Richard es je vermochte. Sarah die sich bei seinem Anblick im Baum verkroch und Sienara die ihn nicht nah kommen lassen wollte.

Richard wurde begraben in einem Stück des Waldes fernab des Dorfes. Verscharrt in einem namenlosen Grab auf einer namenlosen Lichtung. Ohne Priester und ohne Messe. Und er war es der dies tat. Er hatte diese Schuld auf sich geladen. Und er hatte es getan um dieses sein Haus zu schützen. Und obwohl er es sich nicht wirklich eingestand, schützte er auch Arsen damit.

Wieder blickte er zurück auf das grosse Tor der Akademie welches er vor nunmehr einem Jahr durchschritten hatte um seine Ausbildung anzufangen. Hinter dem er seine Ausbildung abschloss und als Ausbilder blieb. Die Mauern in denen er so vielen den Umgang mit Schild und Schwert lehrte und sein Wissen über die Kreaturen, die Höhlen, die Waffen, die Tränke weitergab. Viele Erinnerungen kamen plötzlich hoch und er bereute es zutiefst Arsen seinen Gildenring vor die Füsse geworfen zu haben.
Zurück konnte er nicht, wollte er nicht. Doch wohin sollte er gehen? Die Insel verlassen durfte er nicht denn er hatte seinen Eid geleistet und er war nicht bereit seine Heimat dem Wasser oder den Orks zu überlassen. Und was gab es noch auf Lameriast? Die Burg? Die Ruine der Schwestern? Die Clans? Die Handwerker?
Nein, seine Heimat war hier in diesen Mauern. Und doch waren es sein Glauben und sein Ehrgefühl die sein Verbleib hier verneinten.
Er konnte nicht bleiben, er durfte nicht bleiben. Oder doch?

Verfasst: Sonntag 2. November 2008, 19:21
von Arsen Talmar
Ich habe das Fenster hochgeschoben und es mir auf der Fensterbank recht bequem gemacht. Den Rücken am breiten Fensterrahmen angelehnt, mich an der gegenüberliegenden Seite mit dem Fuß abstützend, in der hand den Absinth blicke ich über das Akademiegelände bis meine Augen kurz über die Stelle streichen an der das für viele Unfassbare geschah, jene Stelle an dem vergossenes Blut das Gras rot färbte, jene Stelle an der Richard seinen letzten Atemzug tat. Lange Beachtung findet der Fleck nicht unbedingt, ein leises Stöhnen lässt meinen Kopf sich schnell und besorgt in jene Richtung drehen dort wo Selina erschöpft und verletzt schläft, hin zu jener kleinen Kammer dort wo Sarah über sie wachte. Sie wird noch eine ganze Weile schlafen dafür die ätherischen Öle der Salbe, welche einen betäubenden Duft verströmen der sie ruhig schlafen lässt. Sie wird mir später eine ihrer berühmten Standpauken halten weil ich sie ohne ihr Wissen in tiefem Schlaf gehalten habe, aber es war einzige Möglichkeit zu verhindern dass sich Selina bewegt und sich die Wunde neu öffnet.

Was war gestern überhaupt geschehen? Selbst jetzt einen Tag später habe ich Mühe Ordnung in dieses Chaos zu bringen, welches ich vorfand als ich von einem… „Ausflug“ zurückkam und die Werkstätten betrat. Links von mir beim Webstuhl Selina und Sienara, die sich um Andreas kümmerten, rechts Dalana, Richard und Fandor, jener, am Arme verletzt, versuchte den Flaschen auszuweichen welche auf ihn zuflogen, geworfen von Lieon, der vor mir in meiner Blickrichtung saß. Andreas schien mir gut versorgt zu sein durch die beiden Frauen und auch Selina schien mir nur müde und erschöpft, und so wendete ich meine Aufmerksamkeit den Flaschenwürfen zu, eine fatale Fehleinschätzung der Lage wie sich später fast zu spät herausstellte. Ich muss in diesen Augenblicken ziemlich laut geworden sein um das gesamte Stimmengewirre zu übertönen, nun, es erfüllte seinen Zweck, natürlich nicht in der gewünschten Form, kam doch aus Lieons Mund nur wahnwitziges Gerede und Gefluche, entsprungen einem nicht fassbaren Wahn dem er zu unterliegen schien. Malachai hatte recht, diesen Mann in der Akademie zu lassen würde zu Mord und Totschlag führen, eine Einschätzung welche sich spät am Abend nur zu treffend bewahrheiten würde. Was genauer er von sich gab war so nichtig dass ich es gleich wieder vergaß, wichtiger allein war das ich ihn des Geländes verwies, eine Aufforderung der er wenig später nachkam. Wir versuchen in der Akademie jedem einen Platz zu geben und zu helfen, aber auch wir haben unsere Grenzen.

Damit schien der Abend eigentlich nun in ruhigen Bahnen laufen zu können, doch nun machte mir mein Sternchen einen dicken Strich unter die Rechnung. Sie hatte mir grade noch geschildert was nun eigentlich passiert war und die Verletzungen eines jeden beschrieben, nur sich selbst sparte sie natürlich wieder aus. So konnte es passieren dass sie auf der Werkbank, auf der sie saß, zusammen sank, ja fast von ihr herabstürzte, grade in dem Moment wo ich eigentlich für Andreas eine Salbe zubereitete, welche helfen sollte die Quetschung seines Armes besser zu kurieren. Fandor den Mörser mit den nötigen Anweisungen in die Hand drückend eilte ich so schnell ich konnte zu Selina, um die sich Sienara so gut sie könnte kümmerte mich dann aber doch in einem Ton, der an den Befehlston einer Mutter erinnerte, zu sich „herbeizitierte“. Fehlt grade noch dass Siena ihre mütterliche Seite entdeckt bei mir! Selinas Verletzungen stellten sich schnell als schlimmer heraus wie sie geschildert hatte… ein tiefer, hässlich zerfranster Schnitt oder Riss enthüllte sich unter ihrem zerfledderten Hemd. Sie musste viel Blut verloren haben so wie sie aussah und es dauerte eine Weile bis ich die Wunde restlos gesäubert hatte. Ich hätte Sarah den Anblick gerne erspart, aber genau in diesem Augenblick nun kam sie herein, fassungslos auf die fast ohnmächtige Selina blickend. Aber später half sie mir bei meiner Aufgabe Selina zu versorgen, sie hielt sie tapfer fest während ich meinen Stern versorgte. Zwischendurch schickte ich Sienara mit Fandor und Andreas nach draußen, sie schien mir doch mit dem Ganzen etwas überfordert zu sein, war ein solches Chaos scheinbar für sie eine völlig neue Erfahrung. Nachdem Selina nun endlich auch versorgt war trug ich sie zu den anderen ans Feuer, zu denen sich auch Severine, Richard und Thoran gesellt hatten. Ich hätte sie besser nach Hause gebracht, denn nun begann der Albtraum für die Akademie.

Ich war noch einmal zurück gegangen um mich und meine Kleidung zu säubern und kam nun zurück ans Feuer, wo Cyrion, welche nun ebenfalls anwesend war, seine Sicht der Dinge kundtat, jene unheilvollen Vorgänge Tage zuvor, als Lieon Fandor mit gezogener Waffe bedrohte, ja gar angriff. Richard begann nun Lieon zu verteidigen, scheinbar verband ihn mehr als nur eine Bekanntschaft wie er und wissen lassen wollte. Für mich war der Kerl nichts als ein Wahnsinniger, was ich auch laut kundtat, doch dies brachte Richard nun Rage und zwar so plötzlich dass es selbst mich überraschte. Dieser Mann war gefährlich, nicht die Art Gefährlichkeit welche aus kühlem Handeln und geschickter Waffenbeherrschung herrührt, nein diese Gefährlichkeit entsprang Unbeherrschtheit, Jähzorn… war er vielleicht vom selben Wahne befallen wie Lieon? Dann wäre er eine größere Gefahr als ich es mir jetzt dachte und damit auch eine Gefahr für meine Familie! Nun trat er auf mich zu, voller Zorn und Wut, meine Hand fuhr in den Ärmel, wo der versteckte Dolch seinen Platz hatte, ja ich sprach sogar noch eine Warnung aus nicht näher zu treten, aber sie verhallte scheinbar ungehört. Nun, einer Giftschlange zieht man am besten die Zähne bevor sie wirklich gefährlich werden kann und so zog ich diesen Giftzahn Richard! Mein Dolch sprang in meine Hand und fand den Weg zum ungedeckten Bauche Richards, worauf sich Blut auf seinem weißen Hemde ausbreitete. Nicht das er noch die Möglichkeit gehabt hätte mit dem Leben davon zu kommen, meine Waffen tragen immer ein von mir selbst gebrautes Gift, aber seine Drohung ich würde das bereuen ließ mich nicht solange warten bis es wirkte. Der Dolch flog in sein Herz und wenig später verstrich sein letzter Atemzug.

Die Stille die über dem Ort des Geschehens lag war fast greifbar, nur Sienaras Schrei als Selina zusammen sackte durchbrach sie. Mein Stern hatte sich wohl in der Absicht das ganze zu verhindern und sich so zu ruckartig bewegt, so dass die Wunde sich geöffnet hatte. Schnell brachte ich sie nach oben um sie neu zu versorgen, was eine gewisse Zeit in Anspruch nahm, Zeit in welcher man die Leiche weggeschafft hatte wie ich später sah , als ich zurückkam um Sarah zu Selina zu holen. Sie war ebenso verstört wie alle anderen, wer wollte es ihr verdenken, und floh fasst vor mir. Cyrion sah sich nur darin bestätigt das ich eine Klapperschlange sei der man nicht trauen konnte und Thoran… nun dieser warf mir den Ring vor die Füße, jenes Zeichen das ihn als Lehrer der Akademie kenntlich machte. Ich hatte es erwartet, vielleicht werden ihm noch viele folgen und ich sollte deshalb besser selbst die ehrwürdigen Gemäuer verlassen. Nun die Zeit wird es zeigen…..

Verfasst: Sonntag 2. November 2008, 21:05
von Sienara Schwarzmourne
Das darf doch alles nicht wahr sein! Wie konnte es soweit kommen!

Kopfschüttelnd dachte sie an die Szene zurück, die sich mitten an der Akademie zwischen all den Leuten abspielte.
Es herrschte wie immer, wenn sie alle zusammen kamen, ein heilloses durcheinander. Die meisten lauschten den Schilderungen von Cyrion zu dem Vorfall mit Lieon und Fandor. Sie selbst war etwas abgelenkt und merkte erst dass etwas nicht stimmte, als sie aus den Augenwinkeln beobachtete wie Richard direkt hinter ihr zu Boden fiel. Das Erste das sie wirklich sah, als sie erschrocken aufsprang, war Arsen. Arsen mit einem blutigen Dolch in den Händen. Kalt blickte er auf den am Boden liegenden Richard.
Hastig lies sie sich neben dem Verwundeten auf die Knie fallen, die Bandagen zum blutstillen schon in den Händen, als Arsens geworfenes Messer sie abrupt zurück fallen lies. Es traf sein Ziel mit tödlicher Präzision. Mitten ins Herz von Richard. Kalt und erbarmungslos.

Wie erstarrt, fassungslos und sprachlos schaute sie zu ihrem Bruder auf. Sie konnte nicht wirklich glauben was er da getan hatte. Wegen einer Nichtigkeit ließ ein Mann sein Leben. Direkt vor aller Augen. Die Erkenntnis traf sie wie ein kalter Schauder. Ihr Bruder war ein Mörder. Er hatte es nie bestritten, ja er hatte sie sogar immer gewarnt davor. Doch es selber sehen zu müssen und nun auch glauben, dass war etwas anderes.

Wie neben sich stehend verfolgte sie die hitzigen Diskussionen die nach einer kurzen erschrockenen Stille folgten. Was tut mit dem Toten. Ihr bliebt nichts weiter zu tun als sich um Selina zu kümmern, die vor Anstrengung ihr Bewusstsein verlor.

Viel später, nachdem die Mannen aufgebrochen waren den Toten zu begraben, Arsen, den sie nichtmal mehr ansehen konnte, Selina ins Haus getragen hatte und Sarah sich sicherlich irgendwo versteckt hielt, blieb ihr Zeit zum nachdenken. Sie wusste nicht warum ihr Bruder tat was er tat, wollte es auch gar nicht wissen zu diesem Zeitpunkt, aber eins wusste sie ganz genau…. Sie hoffte inständig dass sich diese Kälte, diese Erbarmungslosigkeit nicht auch bald in ihr zeigen würde. Zu sehr fingen sie schon an sich zu ähneln. Und das fiel nicht nur ihr auf.
Trotz des Lächelns, trotz all der Freundlichkeit die sie allen stets zeigte. Manch einer blickte durch sie hindurch.

Hoffen wir alle dass dieser Abend ohne Folgen bleibt

Verfasst: Dienstag 4. November 2008, 15:46
von Selina Talmar
Laut zerrte der Wind an den Häusern und kündigte unbarmherzig den nahenden Winter an. Und obwohl sich der Tag schon wieder dem ende neigte, bereute es Selina diesmal nicht ans Bett gefesselt zu sein. Hier ließ man sie in Ruhe und niemand bestürmte sie mit Fragen und sie brauchte sich nicht dem Wetter aussetzen, auch wenn sie diese stürmische Zeit irgendwo mochte, im Moment jedoch zerrte sie nur an den Nerven. Noch immer konnte sie nicht fassen was geschehen war. Und immer noch hämmerte die Frage durch ihren Kopf, ob sie das Ganze unter anderen Umständen nicht hätte verhindern können.
Und sie wusste, dass sie sich genau deswegen noch im Bett verkroch.
Seit 4 Tagen lag sie nun im Bett, weil sie unbedingt diese Truhen bergen wollte und ein Dämon oder Drache ihr die Seite aufgerissen hatte. Nur schemenhaft konnte sie sich an die Vorfälle erinnern, alles ging so schnell alles war so durcheinander. Aber mittlerweile glaubte sie zumindest alles wieder in richtiger Reihenfolge zu haben, was passiert war. Sie hatte ja lange genug Zeit nachzudenken.
Sie waren zu viert auf dieser Schatzsuche, es lief auch alles ganz gut, selbst der eine Dämon barg wenig Probleme, na ja zumindest nicht für die anderen. Selina selbst war zu oft zu Boden gegangen. Sie fühlte sich wie zerschlagen. Ihr Kopf schmerzte. Blut nahm ihr die Sicht, welches von ihrer Schläfe in ihr Auge rann, aber das war nicht das schlimmste, sie hatte noch Kraft und wischte das Blut weg. Sie straffte die Schultern und suchte die nächste Karte und dies war der Beginn des Chaos, was diesen Tag beendete. Wobei war es Chaos? Ein anderer Begriff viel ihr nicht ein.
Die Truhe war der reinste Alptraum. Ein Drache, ein Dämon und zwei von diesen großen Luftwirbeln. Es war zum verzweifeln. Selina merkte nicht wie ihre Seite aufgerissen wurde, zu sehr war sie in Sorge, alle wieder heil nach Hause zu bekommen. Fandor und Lieon waren da zu gestoßen und irgendwann, war es vorbei. Sie schleppten sich zur Akademie zurück. Selina nur in Sorge um die Schüler, hielt sich mit Mühe aufrecht. Sie hoffte Sienara konnte helfen die Wunden zu versorgen, damit Selina sich schnell zurückziehen konnte, doch ihre Schwägerin schaffte es nicht, Andreas zu versorgen. Selina seufzte innerlich und arbeitete so schnell sie konnte um Fandor zu versorgen. Doch immer wieder musste sie Lieon zur Ruhe rufen. Immer wieder brachte er höhnische Kommentare und Selina war nah dran ihre letzte Kraft dazu zu gebrauchen Lieon unangespitzt in den Boden zu stampfen. Doch sie beherrschte sich und fauchte ihn lediglich an. Sie ließ Dalana Fandor helfen und richtete sich wieder auf. Ihr Hemd war nur noch ein Fetzen und verbarg nur noch das nötigste und das auch nur mäßig. Es war blutgetränkt und sie schwankte bedrohlich. Die Schmerzen brachten sie fast um und doch scheuchte sie Sienara weg und nahm sich Andreas an. Aus dem Augenwinkel bekam sah sie, wie eine Flasche durch den Raum flog und an der Wand zerschellte. Sie brauchte nicht lange suchen um zu sehen wer das war. Denn im nächsten Moment flog die Nächste. Doch ehe sie etwas sagen konnte flog die Tür auf.
Arsen rauschte in den Raum. Es brauchte nur einen Augenblick und er hatte überblickt was sich vor seinen Augen abspielte.
Ein Moment später war Ruhe und Lieon draußen, für immer. Es war das erste Mal, dass sie jemanden vor die Tür setzten, aber es war nicht tragbar und gefährlich für alle anderen.
Danach nahm Arsen die Versorgung in die Hände. Selina gönnte sich endlich Ruhe und setzte sich auf die Werkbank. Doch was dann geschah, war immer noch nebelhaft. Sie merkte wie ihr Schwarz vor Augen wurde und sie ganz langsam nach hinten kippte, doch sie vermochte sich nicht mehr festzuhalten. Egal wie sehr sie es versuchte, ihre Finger glitten ab und sie fiel. Doch dann fühlte sie sich schon aufgefangen und auf die Bank gelegt.
Ganz weit entfernt hörte sie Arsens Stimme und noch weiter entfernt, nahm sie war, was ihr zugestoßen war und wie viel Blut sie verloren hatte.
Arsen versorgte ihre Wunden und schickte die anderen hinaus zum Feuer. Wo er Selina später auch hinbrachte. Sie war soweit bei Kräften um am Stamm gelehnt im Gras zu sitzen und zuzuhören. Denn sie wollte die Vorfälle der letzten Tage geklärt haben, auch wenn Lieon nun fort war.
Sie ließ Fandor schildern und hörte nur halb zu. Sie fror erbärmlich und nahm durch die Schmerzen kaum etwas war. Dann sprach Cyrion. Dann Arsen.
Sie nahm alles nur noch verschwommen war, nichts war deutlich. Doch dann trat Richard auf Arsen zu. Und mit einem Mal, sah sie so klar, wie in den letzten Stunden nicht. Jede Bewegung nahm sie in Zeitlupe war. Sie sah wie Arsens Hand im Ärmel verschwand. Sie wusste, was in dem weiten Ärmel der Robe lauerte. Und sie wusste auch, was auf der Klinge des Dolches haftete. Doch sie musste es verhindern, er konnte nicht vor allen Anwesenden, es ging einfach nicht. Im Schatten konnte er es tun, allein mit ihm, aber nicht so.
Sie sprang auf. Sofort wanderte ihre Hand an die mühsam verbundene Seite. Ein Schrei entrann ihr. Nur ein einzelnes Wort kam über ihre Lippen. ARSEN! Dann wurde alles schwarz vor ihr und sie sackte zusammen. Doch sie wusste was geschehen würde. Richard würde nicht mehr leben, sobald sie wieder bei Bewusstsein war. Und genau so war es. Selbst wenn der Stoß ins Herz nicht gewesen wäre. Keiner der anderen hätte das Gift aufhalten können, welches in Richard wütete.
Zu gut kannte sie ihren Gatten, um das zu wissen. Und dieses Wissen drang in dem Moment in ihr Bewusstsein, als sie am nächsten Tag die Augen aufschlug. Sicher sie hätte aufstehen können, aber sie verkroch sich lieber, ebenso Arsen. Er wich nicht von ihrer Seite. Doch nun sah sie in die Dämmerung dieses Tages und wusste, länger konnte sie es nicht aufschieben. Sie war kräftig genug um sich dem zu stellen, was sie erwarten würde. Und so schwang sie langsam die Beine aus dem Bett. Leise um Sarah nicht zu wecken, die endlich eingeschlafen war. Und langsam um sich nicht zu Überfordern. Und dann wartete sie einfac

Verfasst: Mittwoch 5. November 2008, 19:51
von Andreas Myrtol
*Ein Tagebuch wird fortgeführt, aber die Seite wurde abgerissen, sodass sie nicht im Tagebuch des Autors steht*

Enthoben, sein Schwert ihm entrissen; ein kalter Atemzug war dem sein Ernanntes Unglück, gesprochen und ausgeführt vom Selbsternannten Richter.
Nein es steckte keine Notwehr dahinter, es war unkontrolliertes Feuer von einem Mann,
der seinen Verstand ins leere fallen ließ. Reflex vom gezückten Dolche? es war mehr Absicht dahinter als die Sorge um sein eigenes Wohl; es war Mord.

Schlimmer als jeder Freitod! und die Nachricht, dass Arsen ihn umbrachte war dem eines Feuers gleich, der sich innerhalb der Akademie zu einer blauen Flamme entwickelte. Die Trauer und die Wut lagen im Verborgenen, selbst im Schlaf dachte ich darüber nach.

„Wehe dir den einen Schritt“- und er fiel dahin. Blutüberdeckt, ringend nach Luft, seine Blick starr, der langsam durch das zittern mehr an seiner Kräftigkeit verloren hatte. Ehe sein Haupt zu Boden sank, begleitete ihm noch ein leises keuchen, eine letzte Hürde um Schmerz und Brennen zu übertönen, die ihm zum Teil eines Liedes machte. Narr, du sprachst vom Lied? Keine Normalität spricht von einem lieblichen Gesang, selbst jenes Todeslied ist geprägt vom Hass.

Und nun Sienara, diese Frau über die ich über alles liebte(liebe), sie ist mit dem Mörder aus einer Linie. Ich überlegte mir, was mit ihr geschehen würde wenn ich sie verließe?
Ich hielt mich an Malachais Rat, unterstützte sie soweit ich sie konnte, liebkoste sie mit aller Zärtlichkeit, in voller Absicht sie an diesem schweren Verlust ins Vergessen zu bringen.

Es blieb mir nichts übrig, denn dieses Gesicht vom Ermordeten, der mir in aller Seelenruhe zulächelte, mich fragte nach meinem Befinden, selbst zu jenen Abend besorgt auf meine damalige Verletzung auf meine Gesundheit achtete. Er ist Tod, und nur diese Fratze eines Teufels, verborgen hinter einer menschlichen Gestalt, sie machte mich fertig. Ich dachte mir, es müsse was dahinter sein, aber es tat es nicht. Es war kein Grund da, ich habe ihn entdeckt; es war nur Zorn der Luft brauchte.

Und nicht nur das macht mich zum Verdruss meines eigenen Wohls, denn mich plagte dabei das Nachdenken, dass komplizierte Denken was ich versuchte ein und auszuschalten um die Situation endlich zu verstehen. Ebenso der Kuss mit Sienara, wehe dir! Küsse und Romantik und die Erotik die wir teilten, im befindlichen Rahmen, denn Hüte dich ein Engel anzufassen ehe man es dir gestattet!
Nein ich merkte dass sie mir etwas verschwieg(verschweigt), und nein, ich merkte, dass sie mir es verschweigen will.
„Ich werde es dir später beichten“- von einer Qual die mich schon zerfraß, von einem Wissen das ich nicht wissen durfte? Ich ließ ihr Zeit mein Gemüt besser kennenzulernen, meine Absicht zu ihr, aber den Spaß den wir teilten machte mich nicht ruhiger; Thorans trostspendenden Worte waren leer, er war ebenso ratlos wie ich. Wenn er ein Tagebuch führen würde, wären diese Seiten dunkler.

Ich bin im Zwiespalt, und Sienara bemerkte es. Ich werde versuchen nicht den Fehler wie damals durch ein Missverständnis zu entfachen; ich werde die Wahrheit offenbaren.