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Abendlicher Besuch mit schmerzlichen Folgen...

Verfasst: Samstag 1. November 2008, 21:25
von Victoria Serikon
Die Dämmerung war bereits voll eingesetzt, als sich Victoria dazu entschloss noch einmal im Handelskontor zu Varuna vorbei zu schauen. Auf dem Weg dorthin lief ihr ein Herr über den Weg der sie bat ihn zu eben jenem Kontor zu bringen, wo er in Zulunft eine Lehre als Schreiner beginnen wollte. So geschah es auch und als Falco diesen Herren Pelates Formos in die Gemeinschaft aufgenommen hatte bat er Victoria darum ihm alles notwendige zu zeigen und zu erklären. Die junge Schneiderin nahm sich der Aufgabe voller Freude an und führte das neueste Mitglied ihrer kleinen Familie, wie sie sie bezeichneten, in den Räumlichkeiten herum.

Nachdem sich Pelates von ihr verabschiedet hatte und die Türe soeben wieder geschlossen wurde, vergingen nur wenige Augenblicke ehe die Klingel betätigt wurde. Mit einem Seufzen ging sie der Türe entgegen, denn eigentlich wollte sie soeben zuschließen und sich auf den Heimweg begeben. Doch alles kam anders als erwartet. Als die Türe aufgedrückt wurde, stand eine junge blonde Dame vor ihr, welche etwas eingeschüchtert und nervös wirkte. Kurzerhand bat Victoria die Fremde hinein, mit der Erwartung, dass die neue Kundschaft bedeute. Doch ehe sie die Türe wieder schließen konnte stand eine weitere Person darin. Seine Statur wie auch die Kleidung ließen darauf schließen, dass es sich um eine männliche Person handelte. Das Gesicht wurde von einer Maske wie auch von einer Kaputze verdeckt. Sein Auftreten wie auch die Tatsache, dass die junge Fremde sich immer weiter hinter sie bewegte, flößten der Schneiderin größtes Unbehagen ein.

Die Kaputze wurde gelüftet, weißes Haar kam zum Vorschein ebenso wie dunkel blau gefärbte Haut und ehe sie sich versah, spürte sie eine in Metall gehüllte Faust sich in ihrer Magen graben. Ein heißer Schmerz hüllte ihren Körper wie eine Decke ein und als dieser ihren Kopf erreichte gaben ihre Beine nach. Sie sackte auf die Knie und rang nach Luft als der Angreifer zu sprechen begann. Zischend und voller Argwohn gab er von sich, dass ihre untersetzte Statur wie auch ihr verseuchtes Blut Grund genug seien um sie ohne zu zögern zu töten. Unzählige Gedanken schossen Victoria durch den Kopf, doch der klarste war, dass sie ihr Leben noch nicht einmal richtig gelebt hatte und nun schon sterben soll....
Sie zwang sich aufzustehen und niemand hinderte sie daran. Ein eiskaltes dämonisches Grinsen legte sich auf sein Gesicht und plötzlich holte dieser zu einem kräftigen Tritt gegen ihr rechtes Bein aus. Unter Schmerzen schrieh sie einmal laut auf, ehe sie sich auf die Lippe biss, ihr Bein hielt und sich auf der Stuhllehne abstützte.
Ein zweiter Fremder war nun in das Gebäude eingetreten, ebenso gekleidet wie der Erste. Dieser stellte sich direkt vor die Türe um diese scheinbar zu bewachen. Gebete durchströmten ihre Gedanken, in denen sie darum flehte diese Attacken zu überleben.
Nur kurze Wimpernschläge später sah sie seine Faust auf sich zufliegen. Er traf sie direkt auf dem Nasenbein und dank der hohen Wucht wurde sie hintenüber auf den Boden geworfen.
Blitzschnell wurde ihr schwarz vor Augen und sie verlor das Bewusstsein...


*Ich hab das alles nur geträumt....das ist nur ein böser Alptraum.... öffne die Augen und du liegst in Taras Haus in deinem Bett!* diese Worte sprach sie in Gedanken zu sich selbst. Doch die starken Schmerzen ihrer blutenden Nase, wie auch ein brennender unerträglicher Schmerz am linken Oberarm zerrte sie in die Realität zurück. Unter lauten Schmerzensschreien riss sie die Augen wieder auf und blickte in eine unbeschreibliche Fratze. Ihr Angreifer hockte nun direkt über ihr und blickte mit einem fiesen Grinsen auf sie hinunter. Das Blutverschmierte Messer in der Hand genoss er sichtlich diese Situation. Panik stieg in Victoria auf und so kroch sie unter starker Anstrengung von ihrem Angreifer weg. Doch bot sich so nun ein schrecklicher Anblick, denn die Kleider auf dem Auslagentisch brannten lichterloh. Die junge Dame wie auch der zweite Fremde liefen von Raum zu Raum, scheinbar nach Beute suchend. *Sie gehört also dazu, das war alles geplant, was suchen sie? Was wollen sie hier?* Doch Geräusche von außen rissen sie aus ihren Gedanken. War Hilfe da? War da draußen jemand der sie aus dieser Miesäre hätte retten können? Die zwei Letharen wie sie nun erkannt hatte und die Frau entfernten sich hastig aus dem Kontor doch konnte Victoria trotz geöffneter Türe in dem Dunkel nichts erkennen.
Ein Blick auf ihren Arm brachen die ganzen Gefühle über sie zusammen. Trännen rannen ihr unter lautem Schluchzen übers Gesicht. Eine Pranke war auf ihren Arm verewigt worden. Sie war fürs Leben von diesen finsteren Wesen gezeichnet worden. Es war draußen leiser geworden, die Stimmen schienen sich entfernt zu haben und so ergriff sie die Gelegenheit und stemmte sich auf um zur Türe zu humpeln. Doch dort angekommen stand wieder die fremde Frau vor ihr und warnte sie wieder zurück zu gehen, wenn sie es nicht noch schlimmer machen wollte.
So geheißen trat sie in den Raum zurück, doch benötigte sie Wasser um den Brand zu löschen.
Sie biss die Zähne zusammen und bahnte sich einen Weg die Treppe hinauf um aus der Küche eine Wanne voll Wasser zu holen.
Schnell war diese über den Tisch ergossen, doch gänzlich waren die Flammen noch nicht bezwungen. Erneut wagte sie den Schritt vor die Türe und tatsächlich sie waren verschwunden. Schnell humpelte sie zum Brunnen hinaus und zog dort einen gefüllten Eimer heraus. Auch dieser wurde über den Tisch ergossen und somit waren die Flammen endlich erloschen, doch der Schaden war schon zu groß gewesen, die Waren konnten nicht mehr gebraucht werden.

So entschloss sie sich letzten Endes hinaus zu gehen und nachzusehen ob sie gefahrlos nach Varuna eilen konnte.
Um die Häuserecke herumgetreten erblickte sie eine reglose Gestalt am Boden. Victoria eilte zu dieser hinüber und erkannte Cuno der am Kopf wie auch aus der Nase blutete. Sie hockte sich seitlich neben ihn und versorgte seine Wunden mit zerissenen Stoffstücken und etwas Wasser aus einem Ledereutel. Sie klopfte ihm mehrmals gegen die Wange und erhoffte sich so, dass er das Bewusstsein wieder erlangte. Mit Erfolg! Er schlug die Augen auf und fragte sich wo er sei, wer sie wäre und was geschehen sei... Er hatte sein Gedächtnis verloren... er konnte ihr nichtmal mehr sagen wer er selbst war... Völlig verzweifelt rannen erneut zahlreiche Tränen über ihre geröteten Wangen.

In diesem Augenblick trat Pelates um die Ecke und schaute mehr amüsiert als schockiert zu den beiden hinüber, die Situation scheinbar völlig falsch einschätzend. Sie rief zu ihm rüber er solle nach Varuna eilen und Hilfe holen, sie seien überfallen worden und bräuchten einen Heiler! Er tat wie befohlen und nachdem sie Cuno geholfen hatte in den Kontor zu gelangen wo er sich setzen konnte, trat Pelates mit einem Herren in Magierroben ein, der, wie sich später herausstellte Arenvir van Tilianas hieß. Dieser tat alles um die Wunden von Cuno und der nun völlig zusammengebrochenen Victoria zu versorgen. Doch eines wurde ihr unmissverständlich klar gemacht. Die Narbe der sogenannten Panter-Pranke war für immer auf ihrer Haut eingraviert. Ein schrecklicher Tag mit Folgen für die Ewigkeit. Doch hoffentlich würde dies nicht auch für Cuno gelten...

Verfasst: Sonntag 2. November 2008, 09:02
von Cuno Tyranis
Es war schon recht spät am Abend als er beschloss das er für heute genug getan hatte. So verlud er das gerade geschlagene Holz auf sein Pferd um sich auf den Weg nach Haus zu machen. Während er so auf dem Weg zum Hafen war dachte Cuno das es nicht schaden könne noch einmal am Kontor vorbei zuschauen,vielleicht würde er ja auch Falco antreffen. Es musste endlich etwas passieren damit er seiner Arbeit richtig nachgehen konnte .Entweder Falco gab ihm Handelsvollmacht und die nötigen Mittel dazu,oder er würde sich endlich mal selbst um Salz kümmern...... Noch immer bestieg er die Seelenverkäufer mit einem unguten Gefühl,manchmal musste man sie jedoch benutzen. Besseres Holz als auf Lameriast gab es kaum irgendwo und so schlug er das seinige meist dort. Während der Überfahrt hing er seinen Gedanken nach und freute sich auf daheim und auf Deidrui. Auf Deck wurde Anweisungen gebrüllt ,aus jenen konnte man entnehmen das sie gleich in Bajard anlegen würden. Nachdem dies dann vollbracht war ....ENDLICH..... verließ er eilig das Schiff. Er lagerte das Holz ein und ritt dann anschließend geradewegs zum Kontor vor Varuna....

Wie immer band er sein Pferd an und ging zum Eingang, vor der Tür hielt ihn eine verhüllte Gestalt auf. Jene sagte ihm er solle verschwinden das Kontor wäre geschlossen. Da dies aber kaum sein konnte das hätte Falco ihm sicher gesagt,bestand er darauf das dies wohl nicht sein könne und er würde jetzt hineingehen. Der Verhüllte stellte sich ihm in den Weg und legte Cuno nochmal auf eine unmissverständliche Art nahe besser zu verschwinden Dummerweise erwähnte er das er sich aufmachen würde die Wachen zu holen.... Jener verfolgte ihn und versuchte ihn zu erreichen,schließlich wurde Cuno gerade als er aufsteigen wollte grob aus dem Steigbügel gerissen. So stand er dann dem Letharen gegenüber Auge in Auge,kurz darauf landete der erste Schlag in an seinem Kopf und hinterließ eine Platzwunde.. Taumelnd wich er zurück dann spürte die Klaue des Letharen an seiner Robe. Langsam wieder klarer werdend suchte er nach dem Dolch an seinem Gürtel,als er jenen faste hielt er jenen dem Letharen vor. Drohte jenem die Kehle zu öffnen,was wohl eher ein verzweifelter Versuch war als eine wirkungsvolle Drohung. Derweil waren die mörderischen Kumpane des Letharen aus dem Kontor gekommen, scheinbar hatten sie ihr schmutziges Werk vollendet. Inzwischen sah sich Cuno dem Schwert seinen gegenüber ausgeliefert,sein Gegner bereit sich mit seinen Kumpanen was sie mit ihm machen sollten. Plötzlich wurde Cuno gestoßen und stolperte rückwärts bedingt durch den Pfosten hinter ihm ging er direkt zu Boden. Dann sah er nur noch wie ein Fuß sich in Richtung seines Kopfes bewegte,einen Bruchteil später gingen ihm die Lichter aus......

Eine ganze Weile später spürte er wie jemand ihm gegen die Wange schlug und er öffnete so gut es ging die Augen. Sein Schädel schmerzte und er fühlte sich wie gerädert. Mühsam blickte er zu der Frau auf die bei ihm kniete,jene rief einen Namen den er noch nie gehört hatte . Immer wieder sprach sie ihn an mit Cuno wurde ihm nach einer Weile bewusst . Mühsam brachte er die Worte über die Lippen „ wer ist Cuno und wo bin ich hier“ .Später dann als er wieder ein wenig klarer wurde befand er sich in einem Haus von dem er nicht wusste wem es gehörte. Immer wieder hatte er Mühe nicht wieder ohnmächtig zu werden. Zwischendurch versuchte er herauszukriegen wo er sei und wer die Frau sei,die im übrigen auch recht mitgenommen aussah . Auch unterstellte er ihr das sie ihn so zugerichtet hätte wohl. Später dann kam ein recht ungehobelter Kerl mit einem andrem im Schlepptau herein. Jener wechselte wohl einige Worte mit der Frau um sich danach Cuno zuzuwenden und die Verletzungen zu untersuchen. Währenddessen sackte sie hinter dem Heiler vollends zusammen . So das jener sich nach einem Hinweis wieder ihr zuwendete, Cuno nun wurde das alles zu viel und entschied sich das es Zeit wäre zu gehen. Kurz gesagt schnell getan,er stand auf und eilte zur Tür gerade als er hinaus wollte wurde er festgehalten wie von Geisterhand..er wollte fluchen und um sich schlagen doch irgendwie ging es nicht so recht. Als jener Kerl dann mit dem Weibe fertig war konnte Cuno nach einem Wink des Kerls wieder bewegen und wurde wieder zu dem Stuhle geführt. Ich muss eure Nase richten meinte der Heiler oder was immer er zu sein vorgab. Dagegen wollte Cuno sich wehren so drückte ihn der andere Kerl auf den Stuhl,wobei jener doch einige Schwierigkeiten hatte ihn zu halten. Währenddessen abgelenkt von seinem Versuch sich loszureißen hatte er gar nicht bemerkt wie der andere sich an seiner Nase zu schaffen machte.

Verfasst: Sonntag 2. November 2008, 09:11
von Cuno Tyranis
Plötzlich gab es einen Ruck und Cuno schrie vor Schmerzen auf ,dann hörte er noch wie jener sagte das seine Nase wohl nun wieder gerade wäre. Dann wurde eine Verband um seinen Kopf gewickelt und die Nase gestützt damit sie in jener Position bliebe..Irgendwann verschwand der Heiler nachdem er den andern beiden die Anweisung gegeben hatte Cuno unterzubringen im Kontor und ihm einen Schlaftrunk zu verabreichen. Widerwillig ging er gefolgt von der Frau nach oben,Victoria so behauptete sie das sie hieße gab ihm jenen Trank und wartete bis er ihn zu sich genommen hatte. Er leerte den Becher jedoch schluckte er das Zeug nicht herunter,in einem unbeobachteten Moment entledigte er sich des Zeugs auf dem Boden. Er schloss die Augen was ihm auch recht gut tat,jedoch versuchte er nicht einzuschlafen. Verschiedenste Gedanken schossen ihm durch denn Kopf. Wo bin ich hier ,was wollen die von mir,warum sperren die mich ein und wer bin ich? Später dann es war dunkel und der Mond schien durch die Fenster er hüllte das Haus in ein kaltes Zweilicht erwachte er und versuchte etwas auszumachen. Dann fiel sein Blick auf die Victoria gleichmäßig atmend saß jene auf dem Stuhl und schlief. Kurz entschlossen erhob er sich von seinem Lager,dies stellte sich jedoch als Fehler heraus. Ihm wurde schwindlig und beinah schwarz vor Augen. Eine Weile hielt er sich krampfhaft am Bett fest . Als langsam wieder alles klarer wurde schlurfte er schwankend zur Treppe,beinah eine Ewigkeit schien es zu dauern. Eben solange dauerte der Weg nach unten. Im Dunkel raffte er einige von den Kleidungsstücken aus der Auslage zusammen und suchte einen Weg nach draußen.

Irgendwann fand er ein Fenster das ihm groß genug erschien um sich hindurchzuzwängen. Er fiel recht hart auf den Boden und lag einen Moment einfach nur da. Darauf wartend das die Sterne vor seinen Augen verschwinden würden. Als er wieder soweit beisammen war das er sich aufrichten konnte entledigte er sich dieser grässlichen blauen Kleidung und schlüpfte umständlich und unter Schmerzen in jene die er mitgenommen hatte. Als dies geschafft war suchte er sich ein Pferd und eignete es sich an. Die Kleidung hatte er bei den Pfosten liegen lassen,quälend langsam stieg er auf das Pferd. Er trieb es kurz an jedoch ließ er ihm dann den freien Willen was den Weg anging.....

Verfasst: Montag 3. November 2008, 22:48
von Deidrui
Nachdem sie wieder ins Haus ging, weinte sie bittere Tränen. Tränen der Angst, der Sorge, der Wut, aber auch der Erleichterung und Freude.
Und trotzdem, das sagte ihr Gefühl, würde sie noch eine ganze Weile allein in dem großen Haus bleiben. Sie schleppte sich hoch ins Bett. Ihre Glieder waren mit einem Mal so schwer, die Müdigkeit übermannte sie. Was ja kein Wunder war, nach diesen 2 Tagen.
Sie kam spät aus Lameriast heim, alles war dunkel. "Er ist immernoch unterwegs?" waren ihre ersten Gedanken. Cuno ist morgens los, um den Bäumen wieder mal zu Leibe zu rücken. Sie wollten es sich abends gemütlich machen, da sie in letzter Zeit wenig voneinander hatten.
Aber er kam nicht. Nachdem ihr die Stühle in der Küche zu hart geworden waren, legte sie sich ins Bett, lauschte aber auf jedes Geräusch. Wenn sie zwischenzeitlich einmal einnickerte, schreckte sie wieder hoch, wenn jemand am Haus vorbei ritt. Leider ritten alle vorbei.
Gleich bei Sonnenaufgang stand sie auf, sie mußte los. Sie hatte dieses ungute Gefühl. Was war passiert? Wo war er? Gut, er ist schonmal einfach weg, aber er hatte doch eigentlich keinen Grund dazu.
Deidrui schüttelte diesen Gedanken ab und nachdem sie sich fertig gemacht hatte, ging sie zum Kontor. Vielleicht war Cuno ja noch da, vielleicht war es so spät geworden gestern, dass er dort genächtigt hatte. Aber auf ihr immer energischer werdendes Klopfen und Klingeln reagierte niemand. Es war niemand da. Was tun?
Sie lief nach Hause, holte ihr Pferd und nahm das erste Schiff nach Lameriast. Dort besorgte sich Cuno das Holz. Angekommen ritt sie alle Wege und Wälder ab, die sie kannte. Sie kam auch zur Eisenwart. Es war ruhig dort, aber wer weiß, was im Inneren passierte. Sie hoffte nur, Cuno hätte keine Dummheiten gemacht.
Mit hängenden Schultern und traurigem Blick fuhr sie zurück und landete in Bajard. Aber sie fand ihn nicht, er war wie verschluckt. Sollte sie jetzt noch nach Varuna? Aber was sollte er dort? Sie ritt noch ein Stück in die anliegenden Wälder, aber mittlerweile wurde es dunkel. Und im Wald gar nicht so ungefährlich.
Daheim schmiß sie ihre Stiefel in die Ecke. Ihr Hintern tat weh. Sie ging hoch und legte sich hin. Sie war erschöpft. Ihr Magen knurrte auch die ganze Zeit, aber sie bekam nichts runter. Ihre Träume plagten sie mit den schlimmsten Vorstellungen.
Sie erhob sich noch vor Sonnenaufgang und versorgte die Tiere. Wohin sollte sie sich wenden? Sie probierte es erneut beim Kontor, aber dort war wieder niemand. Sie führet Anifel nördlich von Varuna. Deidrui hatte eigentlich einen schlechten Orientierungssinn. Hoffentlich verlief sie sich nicht.
Wieder überstieg die Sonne den Zenit und machte sich einige Stunden später daran unterzugehen. Mittlerweile war sie soweit, dass sie in die Wälder hineinrief. Aber nicht mal die Vögel antworteten ihr. Deidrui wollte es noch einmal in Bajrad probieren, vielleicht traf sie jemanden, der ihr Auskunft geben konnte. Sie stellte ihr Pferd bei der Herberge ab und ging durch die Stadttore, als ihr ein Mann auffiel, gekleidet in den Farben des Kontors. Sie kam auf ihn zugerannt, fragte wo er sei und ja, dieser Mann führte sie zu Cuno. Sie verstand überhaupt nicht die Zusammenhänge seiner Worte. Irgendwelche Letharen und Cunos Kopf und er weiß nicht wer er ist. Pelates Formos, so hatte sich der Mann vorgestellt, ging mit ihr in die Herberge. Und da war er, ihr Cuno, aber wie sah er aus? Was waren das für Sachen, die er anhatte? Und warum erkannte er sie nicht? Und wer ist Rupert????
Dann kamen auch noch diese zwei Nichtsnutze und wollten Cuno erst mitnehmen und dann wollten sie Gold, damit sie gingen. Es war ein heiloses Durcheinander und die Bajarder Wache ist auch nie da, wenn man sie braucht! Deidrui war wütend, über Cuno, über die zwei Idioten, über alles.
Nach langem Zureden folgte ihr Rupert zum Haus. "Aber ich gehe sofort, wenn ich mich nicht daran erinnere!" waren seine Worte.
Was sollte Deidrui machen, festhalten konnte sie ihn nicht. Er sah sich alles an, aber der erhoffte "Klick im Kopf" blieb aus.
Deidrui fühlte sich hilflos, der Mann den sie liebte, konnte sich an nichts mehr erinnern. Sie war für ihn nur irgendeine Frau, deren Name man schon in seiner Gegenwart erwähnte. Sie hoffte nur, das der Ring den er trug, ihm mal ein Hinweis geben wird. Cuno nahm beim Abschied ihre Hand, es tat ihm wohl leid, dass er sich nicht erinnerte. Aber das tröstete nicht wirklich. Er ritt davon... .

Verfasst: Dienstag 4. November 2008, 10:26
von Victoria Serikon
Lang war der erste Tag nach dem Überfall. Lang ... und schmerzvoll. Nicht die offensichtlichen Wunden waren es, welche nur langsam heilten und so ihr übriges zum schlechten Gemütszustand der Schneiderin taten, sondern die seelischen waren es, die ihr keine ruhige Minute brachten.
Sie war gezeichnet für ihr Leben.
Die Nacht über konnte sie nicht schlafen und tagsüber war sie damit beschäftigt sich von den finsteren Gedanken abzulenken. Egal wieviel Stoff sie sich überwarf, nichts schien diese Schnittwunde genügend verdecken. Victoria fühlte sich beobachtet und somit unwohl in der Gegenwart von anderen Menschen. Man sagte ihr, sie solle sich nichts daraus machen, denn schließlich wäre diese Wunde nur äußerlich und würde nicht ihren Glauben wiederspiegeln. Doch was wussten sie schon? Sie fühlte sich wie ein Tier welches ein Brandzeichen seines Besitzers bekommen hätte...

Verfasst: Dienstag 4. November 2008, 11:59
von Falco Pendri
Falco war zur Zeit des Überfalls in seinem Haus und nahm ein genüssliches Bad. Lange Zeit verbrachte er nachdenkend im Bad, wann seine Freunde endlich von ihren Reisen wiederkehren werden, wann nun die Kleiderschau stattfinden sollte. Alles Gedanken, welche sich in seinem Kopf abspielten. Nach dem Bad ging er dann erschöpft zu Bett und schlief Seelenruhig, als es im Kontor zu dem Überfall kam.

Am nächsten Tag ging er wieder, nicht ahnend was auf ihn zukommt, zum Kontor, schloss wie gewohnt die Tür auf und ging in den Kontor hinein. Doch dieses Mal war etwas anders. Er vernahm den Geruch von Rauch, scheinbar war etwas verbrannt worden, als er nicht im Kontor gewesen sei. Der Geruch ließ sich auch aus dem Nebenraum her kommend identifizieren und Falco ging raschen Schrittes durch den Torbogen von der Eingangshalle hinein zu den Auslagen. Das was sich nun vor ihm aufgetan hatte, entsetzte Falco nicht nur, sondern ließen Sorge und Übelkeit in ihm hinauf kommen. Auch bemerkte er Spuren von Blut auf dem Boden, welche er nicht identifizieren konnte, bis schließlich die Schneidereitür aufgemacht wurde und Victoria in den Raum trat. Sie sah ihn mitgenommen und blass an, auch war ihr Kleid blutverschmiert. Er konnte nicht glauben was er sah und ging auf Victoria zu, welche ihn nun mit einem traurigen, ja fast schon weinerlichen Gesichtsausdruck ansah und ihm erzählte, dass es ihr leid täte, dass die Auslagen abgebrannt sind. Es klingelte an der Tür und Victoria ging rasch, wohl auch verängstigt, in die Schneiderei zurück. Falco konnte ihr Verhalten nicht einordnen und wandte sich nun ersteinmal der Tür zu. Als Falco sie öffnete, erblickte er Pelates, welcher gefolgt von einem Kunden in den Kontor ging. Da die Nachfrage des Kunden nicht erfüllt werden konnte, verließ dieser nun kurze Zeit später den Kontor wieder.

Pelates sah auch recht mitgenommen aus. Falco verstand die Welt nicht mehr. Er dachte sich: "Was war hier nur geschehen?" Doch wurde seine in Gedanken gestellte Frage gleich von Pelates beschrieben. Falco brach fast unter dem Schock und der Wut über den Angriff und die Letharen zusammen. Sein Blick richtete sich sofort gen Schneiderei, welche nun sein eiligstes Ziel war. Er riss die Tür auf und fragte Victoria, ob es ihr gut gehen würde und ob ihr etwas schlimmes passiert sei. Sie sagte ihm lediglich nur, dass sie Angst habe und dass ihr sonst nichts schlimmes geschehen sei. Falco blieb Skeptisch. Plötzlich begann Pelates in Falcos Rücken aufzuschreien. Cuno, welchen die drei zu diesem Moment vernachlässigt hatte, war aus dem Kontor geflohen, nur wohin, dass wussten sie nicht. Als Falco sich besann und zu Temora betete, schwor er Rache gegen die Letharen, dieser Angriff sollte der letzte sein, welchen sie ohne Beachtung in der Grafschaft gemacht haben. Rasch setzte Falco zwei Schreiben auf, eines, welches er zur Allianz und das andere, welches er zum varunesischen Kastell brachte.

Falco schwor sich bei seinem Leben und Blute, dass sollen die Letharen büßen!

Verfasst: Dienstag 4. November 2008, 13:27
von Teira
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Nur ein Spaziergang

Verfasst: Dienstag 4. November 2008, 13:28
von Teira
Nur ein Spaziergang


Es blieb nicht bei jenen schändlichen Taten der Letharen...

Der Anblick des zerschlagenen Möbiliars des Kontors hatte Teira sehr verstört, ebenso der Zustand der Handwerker, die zum Unfall anwesend waren. Sie konnte von Glück reden, dass sie gerade etwas auswärtig zu erledigen hatte, als die Kinder des Bösen einfielen..
Nun belasteten Gedanken hierüber - zusätzlich zu der Kleiderschau, die bald stattfinden sollte, und ihr eigener Unfall mit der Kutsche, der nun schon mehrere Wochenläufe zurücklag, doch wovon sich ihr Körper und vorallem ihre Seele nicht erholt hatte - ebenfalls ihren schon vom gedanklichen Hadern wunden Kopf.
An Schlaf war die folgende Nacht gar nicht zu denken.. darum schlich sie sich aus Laurentinnes Haus zur Geisterstunde hinaus. Normalerweise stieß sie an die Grenze ihrer Courage, wenn sie allein im Dunkeln war - doch heute erschien es ihr fast wie Balsam.
Lange war der Weg, den sie so zurücklegte; fast bis nach Bajard brachten sie ihre Füße, ohne dass sie der Müdigkeit gewahr wurde.
Kalt wurde es auch schon, bald würde wohl der Winter Einzug halten..

Oh, sie mochte den Winter gar nicht! Man konnte weder lange Spaziergänge machen, die Teira so liebte, noch Blumen pflücken oder die Freude der Tiere über die sonnigen, warmen Jahreszeiten beobachten.
Aber Winter war die Zeit des Backens - worin sie alles Andere als talentiert war - und die Zeit der dicken Kleidung. Generell gab es im Schneidergeschäft dann immer einen Aufschwung..


Gerade floßen ihre Gedanken in einem gewaltigen Strom so dahin, bis urplötzlich ein riesenhaftes, grausiges Vieh vor ihr auftauchte.
Die seltsame Mischung aus Pferd und Käfer stellte sich auf seine Hinterbeine und geiferte der Spaziergängerin Speichel entgegen.
Vor Ekel, Abscheu und Schreck zuckte sie einige Schritte zurück und hob die Arme abwehrend, bevor sie den Reiter des Ungetüms entdeckte.
Schaudernd lauschte sie den kalten Worten

"Es wird die Maske reparieren."
, die ohne jegliche Betonung ausgesprochen wurden. Daraufhin flog ein ziemlich kaputter Fetzen grünen Leders durch die Dunkelheit auf sie zu, sie fing ihn gerade so noch ungelenk und ganz und gar nicht elegant.
Was? Sie sollte das unerkennbare Ding hier wieder zu einer Maske flicken?
Emotionslos betrachtete sie der blauhäutige Kerl mit den rubinroten Augen, wohl abwartend. Sie würde nicht anders können, als das Ding hier zu reparieren - sofort war es ihr klar, als sie mit jenem Blick bedacht wurde.

Teira hatte zwar Nadel und Faden dabei, doch half das gar nichts, denn die nächtliche Dunkelheit und der Grad der Zerstörung an dieser 'Maske' machten solch eine Feinstarbeit unmöglich. Dazu kam noch die Müdigkeit und die Sorgen der Schneiderin, die nicht aus ihrem Kopf verschwinden wollten.
Und die Zeit war gleichermaßen ihr Gegenspieler...
Der Lethar verlor die Geduld. Ein plötzliches Aufblitzen der furchteinflößenden Augen - Mordlust und Wahnsinn in jenen - und, wie mit einem stummen Befehl bedacht, stürtzte sich das geifernde Ungetüm auf die zierliche Gestalt und warf sie gewaltsam zu Boden.
Mit weit aufgerissenen Augen zu dem rücksichtslosen Reiter starrend, konnte sie sich perplex nicht rühren, als das riesige Vieh zum tödlichen Biss in den Hals ansetzte.
Noch bevor es knackste, blieb ihr Herz stehen, ihre Gedanken bei all den Personen, die sie auf diesen Landen kennen lernen durfte - allen voran Lugario, Johann, Falco - und zu guter Letzt Tharis...
Ein Knacken, ein leises Gurgeln und dann -- Stille.
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Am nächsten Morgen war nichts mehr von dem nächtlichen Spektakel zu sehen.