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Das erste Blut...

Verfasst: Freitag 31. Oktober 2008, 18:48
von Asthar Llastobhar
Sie war so naiv...

Ein unschuldiges Kind, auf dem die Last eines Fluches lag den es nicht verstand... das umgeben war von einer Familie, die Unheil und Leid über alle brachte...

Sie verstand es nicht...

Ihr Fluch zwang sie das Leiden anderer zu übersehen, zwang sie Blut zu vergießen und Wunden zu schlagen, um das eigene Leid und das anderer von sich fern zu halten... und doch verstand sie es nicht...

Lag es an ihrer Kindheit?
Ihrer unerfahrenheit?
Oder war sie einfach Schwach?

Vielleicht hatte sie der Fluch unserer Sippe auch schon bis tief ins Mark verdorben Korrumpiert und geschwächt... Vielleicht war es besser sie zu erlösen...
Sie gegen ihren Willen aus den Kreisen ihrer verfluchten Sippe zu reißen und sie fort zu bringen an einen anderen Ort... aber wo konnte sie überleben, wenn sie nicht bereit war Blut zu vergießen? Sie würde überall nur noch mehr leiden... noch mehr Unheil auf sich ziehen... diese Welt ist ein verfluchter Ort und dieses Kind sollte es lernen... sie sollte nicht so leiden müssen, sondern sich wehren können.
Sie musste es begreifen...
Ganz langsam würde man ihr den Blick für die Wahrheit eröffnen und dazu musste in diesem Falle Blut fließen... das verfluchte Blut ihres eigenen Sippe.
Und so presste er ihr den Dolch in die Hand und leitete sie an, der Griff um ihre Hand war für sie nicht zu brechen... sie würde es lernen. Sie würde lernen im Blut die Erlösung von so manchem Leid zu finden... Dann ein rascher Schnitt und es war getan.
Blut tropfte auf den Boden... und zeichnete ihr Gesicht...

Ihr erstes vergossenes Blut...
Sie machte sich gut dafür... doch nun würde sie Zeit brauchen das wissen in sich auf zu nehmen...


Zeit...

Verfasst: Freitag 31. Oktober 2008, 20:19
von Kat Ascardia
„Bist du verwöhnte Göre schon wieder alleine Unterwegs?“

Eine dunkle Stimme... eine die Niia nicht mit positivem in Erinnerung verbinden konnte. Einer Statue gleich erstarrte sie und blickte langsam über ihre Schulter.
Dort an einem Pfahle gelehnt und in der Düsternis des Abends nur schwer zu erkennen, lehnte eine Silhouette... dunkle Kleidung, ein entstelltes Gesicht und ungepflegtes, langes weißes Haar, all dies hatte Niia schon in ein oder zwei Alpträumen gesehen... dieser Kerl wieder. Langsam trat er an sie heran und Angst füllte des jungen Mädchens. Sie schien nicht fähig zu sein sich zu bewegen... und dann sagte der Mann noch so seltsame Sachen... ein Fluch laste auf ihnen und sie müsste bereit sein, sich diesem zu stellen und vielleicht wäre es besser ihre Sippe zu verlassen...
Die Junge Rittertochter konnte es einfach nicht verstehen, was wollte dieser Kerl von ihr...? Er machte ihr... Angst! Und er kam näher...
Langsam wanderte die grazile Hand gen des kleinen Messers das sie bei sich trug, auf bitten ihrer Familie...

„Komm nicht näher...“

Zittrig klang wohl die Stimme, welche diese Worte sprach und doch kam er näher: einen Schritt nach dem anderen... mit frostiger Stimme und einem Wahnsinn im Blick, wie Niia bisher nicht gesehen, forderte er sie auf ihren Namen zu nennen... mehrfach... und als sie sich weigerte, schien er gar zornig zu werden und seine Worte sprachen von Verderbnis, welche sie bereits umgab und das man sie vielleicht gleich ihrem Schicksal zuführen müsste... wollte der Mann etwa...?

Eine frostige Klaue legte sich um das Herz der kleinen Llastobhar und zögerlich sprach sie den Namen aus...ihren Namen. Es schien fast, dass dies den Mann bereits für einen Augenblick zu beruhigen und wieder hörte sie von dem Fluch und das sie bereit sein musste andere zu verletzen... oder gar zu töten.. um allein zu bestehen.
Dann kniete der unheimliche Mann sich vor das junge Mädchen... ein langer Dolch wurde gezogen und so zwang er sie, die reinen Finger um die Waffe zu legen... panisch wollte sie sich wehren und doch gelang es ihr nicht. Seine Hand, seine kalte Hand ergriff die ihre, hielt sie fest und schob sie langsam in die Richtung des jungen Leibes. Die Klinge fuhr in das kalte Fleisch... Blut tropfte zu Boden, das Blut ihres Gegenübers und der Mann schien zu Lächeln. Kurz berührte er die Wange des Mädchens und sie schloss die Augen verkrampft... einen Kloß aus Angst im Hals, der sich nicht zu lösen schien.

Sie spürte die Wärme der Hand, wie etwas ihre Wange hinab lief... wohl eine Träne der Angst, wie ihr bewusst wurde... und dann ging der Fremde... ließ sie dort stehen mit dem blutigem Dolch in der Hand... seinem Blute auf der zarten Wange... und einer Wunde in der jungen Seele....