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Tribut der Sonne

Verfasst: Donnerstag 16. Oktober 2008, 23:48
von Der Erzähler
Das Wüstenreich wurde stets reich mit Wärme beschenkt.
Wärme? Nein, Wärme konnte es kaum beschreiben es war Hitze,
Hitze die dem stärksten Mann nach Wasser flehen ließ.
Hitze die durch die erbarmungslose Sonne den Sand zum glühen brachte.
Doch in der Nacht, wenn die Sonne untergegangen war, dann kam die Kälte.
Fast genauso erbarmungslos wie am Tage die Sonne, konnte diese Kälte sein.
Jemand der die Wüste nicht kannte, konnte die Gefahr nicht erahnen.
Trügerisch gaukelte sie in den Ersten Stunden nach Sonnenuntergang Erholung vor,
doch auch sie war tückisch.

Immer wieder kam es gerade in der Nacht dazu,
dass kleine Sandkörner, vom Wind getragen gen Horizont wirbelten.
Erst wenige, doch dann immer mehr, bis hin zu einem ausgewachsenen Sandsturm.
Auch in dieser Nacht fegte der Wind über die Wüstendünen.
Während das Licht des Vollmondes dieses Schauspiel bizarr erscheinen ließ,
wurde es vom Heulen des Windes mit einer schaurigen Melodie untermalt.
Bis, ja bis es von einem Stöhnen unterbrochen wurde.
Ein Stöhnen?

Die Kontur einer Gestalt war auf einer der Dünen zu erkennen,
mehrfach brach sie zusammen, richtete sich wieder auf.
Ganz als ob die Wüstensonne ihren Tribut zollen würde.
Jeder Schritt schien eine Qual, ein Kraftaufwand von schier unermesslichem Ausmaß.
Die Sicherheit von Menek’Ur Stadt lag noch zu weit entfernt. Zu weit für eine Rettung zu weit für Erlösung.
Selbst das Stöhnen welches von der Gestalt ausging war nur noch träge, genau wie die Schritte.
Dennoch kam sie immer näher, die Wüstenstadt, die Stadt des Handel und des Leben.

Die Stadt Menek‘Ur

Re: Tribut der Sonne

Verfasst: Samstag 18. Oktober 2008, 11:17
von Fuad Ifrey
Schöne Morgenstunden, im Reich der Sonne

Die Morgenstunden waren doch die schönsten und angenehmsten des Tages, auf Menek’ur.
Ein Krug warmer Ziegenmilch und der unfassbar schöne Ausblick, von seinem Balkon in Richtung Osten, hinaus aufs Meer.

Der Menekaner wachte schon mit einem neckenden Grinsen auf.
Hatte er gut geträumt. Sehr gut sogar.
Es war ein Traum, der ewig nervenden Falte, welche stets in den Umhängenden anderer Menekaner zu finden war. Ein ewiges Leiden, wo wohl kein Leben ausreicht, um alle Falten zu glätten.

So genoss er mit einem selbstgefälligen Lächeln den Sonnenaufgang.
Anschließend kleidete er sich ausgehfertig ein, um einen morgendlichen Spaziergang durch die, im morgendlichen milden Rotton geprägte, Stadt zu machen.
Sein Weg führte ihn schlussendlich dahin, wo der Fleiß der Nation ruhte.
Wenn man jemanden in den Morgenstunden vorfand, dann war es die Mine.
Und tatsächlich…
Eine unschuldige und sich abmühende junge Blüte fand er in der Mine vor.
Ein Grinsen, gar ein ungewolltes und nicht kontrollierbares gehässiges Grinsen formte sich in seinem Gesicht.
Der Tag war noch sehr früh.
Und in der Tat, es war noch kühl genug, um eine Schleichübung durch zu führen.
Hätte man Fuad erblickt, man konnte den Schalk, von dem er befallen war, deutlich sehen.

Faridah war somit nur zur Falschen Zeit am falschen Ort. Ein Opfer, wie es die Frauen des prachtvollen Stadtstaates nur all zu oft für Fuad waren.

Die Mine groß, dunkel und in ihrer weite gar verlassend wirkend.
Eine einsame, sich abmühende Seele darin. Das Licht konnte ihr nicht wirklich eine weite Sicht schenken.
So geschah es…
Hier und da fiel ein Stein zu Boden.
Fuad konnte meinen, gar ihre sich sträubenden Nackenhaare erblicken zu können. Wäre sie nicht gerade der Arbeit und Sitte gerecht gekleidet.
Doch ihr Schemen und Aufschrecken, in der ansonsten so leisen Höhle, schenkte Fuad eben diese freche Genugtuung.

Fuad hätte dem Spaß gewiss ein Ende bereiten können. Doch, er würde nicht Fuad sein, wenn er sich offen der Schuldigkeit bekennen würde.
So zog er es vor ihm etwas lauten Schritt wieder die Miene zu verlassen, und weiter seinen Weg zu gehen.

Im Gefühl, dass der Tag ein Schöner Tag wird, Blickte er noch eine Weile hinaus in die jung wirkende Wüste.
So wird es ein Tag, wie wohl jeder Tag in Menek’ur.
Hier und da ein Spaß. Da und dort zu verrichtende Arbeit.

Verfasst: Samstag 18. Oktober 2008, 11:42
von Cetem Falah
Die Nacht war wir üblicherweise kühl gewesen, doch sein Haus war vom Tage her gut aufgewärmt.
So zog Cet sich nur ein kurzes Hemd an, den Umhang wickelte er sich um die Schulter und wickelte den Turban um bevor er hinaustrat auf die Strassen Menek'urs.

Noch immer gehörte er nicht offiziell der Stadtwache an, wohl weil er ein Falah war, doch akzeptierte es ein jeder das er wachend durch die Strassen lief.
Der Morgen war noch kalt, doch der Umhang lieferte ihm Wärme und so trat er aus der Schützenden Stadt um in die von ihm geliebte Wüste zu treten.
Er liebte diese unendliche Weite, den Sand wie es wohl nur ein Menekaner konnte und sich hinhockend ließ er den feinen "Puder" durch seine Hand rieseln.
Sie waren Eluives Kinder... sie liebte ihre Kinder, wer sonst hätte hier in dieser für ihn doch so besondren Welt überleben können.

Sich erhebend ging er weiter um sich ein paar frische Datteln zu holen, längst stand die Sonne hoch und die Hitze begann auch auf ihn zu wirken.
Er nahm einen Schluck aus seinem Wasserschlauch, blickte auf die vor Hitze flimmernde Luft vor sich.
Oft schon hatte er von Fata Morganas gehört, selber aber noch keine Gesehen.
Es wurde Zeit. Zeit in die Schatten der goldenen Stadt zurück zu kehren.

Nur kurz ging er an der Miene vorbei um nach dem Rechten zu sehen um dann weiter zu ziehen.
Es war Zeit für ein Mittagessen. Alleine.
Er vermisste seinen Bruder, seine Familie. Aber die Ehre gebot es auch sich ein wenig Abseits von all den anderen Familien zu halten.
Solange bis die Falah's offiziell wieder zur Ehre zurückgefunden hatten.

Verfasst: Samstag 18. Oktober 2008, 12:35
von Shirin Ifrey
Die seidenen Vorhänge hoben sich unter dem kühlen Nachtwind. Kerzenschein erfüllte den kleinen Raum, des gemütlichen Hauses am Rande der goldenen Stadt. Shirin legte sich gerade ihre Rüstung an und überprüfte ihre Waffen. Der Quark und die Früchte vom Abendessen standen noch immer auf dem niedrigen Tisch. Ganz gegen die Tradition band sie ihre hellbraunen Haare zusammen, sie störten nur bei der Jagd in der Wüste. Als sie gen Stadtausgang lief war die Stadt noch von Kerzen- und Laternenschein erhellt, ab und an traf sie fein gekleidete Frauen welche nach Sitte komplett verhüllt waren. Man begrüßte sich höflich, doch hielt sich nicht weiter auf, es war offensichtlich das die junge Wüstenjägerin auf die Jagd wollte und dort in der Wüste spielte Zeit eine wichtige Rolle.

Der Schuss saß, die Harpyie ging mit einem lauten Aufschrei zu Boden. Der Vollmond gab die besten Vorraussetzungen zur jagt. Doch war sie heute schon unaufmerksam gewesen, einer der Harpyien ist zu nah an sie heran gekommen und hatte ihr mit einer ihrer Krallen eine Wunde am Oberarm zugefügt. Nachdem beide Harpyien nun erledigt waren lies sie sich auf den Boden sinken und löste den Oberarmschutz um die Wunde zu betrachten. Sie löste ihren Wasserschlauch und reinigte die Wunde. Wieso war sie nur so unaufmerksam? Was versuchte sie sich einzureden, sie wusste genau woran es lag. Sezai hatte ihr den Abend bei Bananenquark und Früchten seine Gefühle eingestanden. Sie band die Wunde mit einer Bandage ab.

[img]http://videra.vi.funpic.de/Shirin%20Ifrey/sandsturm.png[/img]
Plötzlich schlich ein seltsames Gefühl in ihre Glieder, es bahnte sich etwas an. Den Blick auf den Sand gerichtet hoben sich einzelne Körner an. Verdammt, das hatte ihr gerade noch gefehlt. Rasch richtete sich auf, drehte sich herum und wusste – wenn sie sich nicht beeilen würde wäre sie bald eine tote Wüstenblume. Immer mehr Sandkörner hoben sich vom Boden, nun hörte sie in der Ferne auch das gefährliche dröhnen des Windes. Sie hechtete in gebeugter Haltung über den Boden hinweg. Hinter einem größeren Stein machte sie halt, legte sich dagegen und hüllte sich in ihren Umhang ein. Das stöhnen des Windes wurde lauter, der Sturm fegte über sie hinweg, eingehüllt in ihren Mantel hörte sie nur das rasseln des Sandes welches über ihren Kopf fegte. Sie musste ruhig bleiben, an etwas schönes denken.. Mandelbraune Augen schwebten in ihren Gedanken, eine warme Hand legte sich auf ihre.. eine raue Männerstimme sprach ihren Namen aus, so wie es keine zweite konnte. Ihr Atem wurde flach, sie hörte den Sand nicht mehr rascheln. Spürte nicht wie die kleinen Sandkörner wie Stiche auf sie nieder prasselten. Trotz des Schutzes vom Stein wurde sie langsam unter dem Sand begraben, doch die junge Blüte blieb ruhig und hielt ihren Atem flach. Als es plötzlich Windstill wurde und die letzten Sandkörner auf sie nieder fielen richtete sie sich schwer auf. Der Sand fiel an ihren Umhang hinab, sie holte kurz tief Luft und sah dann dem bedrohlichen Sturm nach. Irgendein Unwohles Gefühl beschlich sie. Nachdem sie ihre Ausrüstung überprüfte hechtete sie los, sie musste auf einem Umweg nach Menek’ur, die Jagd war für heute beendet, der Abend war aufreibend genug gewesen.

Verfasst: Samstag 18. Oktober 2008, 12:55
von Wahid Harith Ifrey
Der Abend brach an, die letzten Sonnenstrahlen erhellten den Schmiedebereich am Kontor in einem seichten Rotton und ein leichter Windhauch setzte ein. "Endlich" meinte Wahid nur, der den ganzen Tag durch die Hitze von oben und von der Esse ausgesetzt war. Derweil leicht gekleidet, das Gesicht errötet, die Hände schmutzig durch diese Arbeit. Dennoch mit aller zuversichert formte dieser das Metall so wie es ihm beliebte. Das ständige Schlagen hallte durch die Gassen und Straßen der Stadt, als wenn dies der Herzschlag der Stadt selber sei. Desto dunkler es wurde, desto mehr leuchtete die Kohle in der Dunkelheit, die dem ganzen einen Geheimnisvollen Anblick verschafte. Irgendwann in der späten Abendstunde, als es ihm zu kalt wurde, zog er sich in sein Haus zurück. Mit dem Gedanken, was er wohl Morgen alles erschaffen würde.

Verfasst: Sonntag 19. Oktober 2008, 00:15
von Der Erzähler
Langsam kroch die Sonne am Firmament hinauf,
um sich zielstrebig dem Zenit zu nähern.
Obwohl der Tag gerade erst angebrochen war,
brannte sie bereits ohne Gnade auf den Wüstensand.
Humam, der nahe der Salzmine für die Sicherheit der Salzschürfer
und der Tränen Eluives sorgte, musste gähnen.
Zu früh hatte für ihn an diesem Morgen die Nacht geendet.
Verschlafen rieb er sich die Augen und seufzte.
Doch er war sich wie immer seiner Verantwortung bewusst,
weshalb er stets eine Hand auf seinem Krummsäbel ruhen ließ.
Wachsam suchten seine Augen den Horizont nach möglichen Gefahren ab.

Im rot goldenen Licht, welches in der Ferne zu flimmern begann
tauchte die Gestalt auf.
Humam kniff die Augen etwas zusammen um besser sehen zu können.
Doch, wer immer dort auf ihn zu kam, war ihm fremd.
Der Wüstensohn legte den Kopf schief und rief dem Mann
ein freundliches Salam zu. Ihm war unwohl, irgendetwas sorgte
für Unbehagen.
Die Gestalt setzte seinen Weg fort. Langsam,
doch unaufhaltsam wankte sie in Richtung Menek’Ur Stadt.
Die Wüste konnte einen Mann zum nieder knien zwingen,
das wusste Humam, deshalb ging er der Gestalt entgegen.
Immer noch von der aufgehenden Sonne geblendet
schirmte er seine Augen mit der flachen Hand ab.
Erst als er sich auf zwei Schritte genähert hatte
konnten seine Augen erkennen wer vor ihm stand.

Ein Gecko flitzte über den Wüstensand und hielt kurz inne.
Das kleine Tierchen huschte an zwei Gestalten vorbei,
eine davon lag am Boden, während sich die andere darüber beugte.
Ein Schrei, ein Schmatzen, dann huschte der Wüstenbewohner zu einem kleinen Stein unter dem er verschwand…

Verfasst: Sonntag 19. Oktober 2008, 00:58
von Irfaan Fateen Yazir
Der Kopf wurde vom Schreibtisch angehoben, ein Abdruck der Tischplatte hatte sich rötlich auf seiner Wange eingeschlichen und er rieb sich einmal kurz mit der linken Hand über diese. Er hatte wieder zu lange über den Büchern gesessen, der Unterricht, die Weiterbildung, die Aufgaben des Statthalters und wohl auch die eine oder andere Funktion als Zuhörer hatte er versucht bestmöglich zu lösen. Langsam war er aber müde, hatte nur wenige Stunden zusammen mit seiner Liebsten verbracht, ihre Wärme und Nähe gespürt.

Menek'Ur war schön, wie eine schöne Frau, im Inneren aber hart und unbarmherzig wie eine Raubtier, das dich verschlingt, wenn du deine Augen nicht offen hälst oder vielleicht Spielchen betreibst, die diesem nicht gefallen. Irfaan Fateen war kein Spieler, er war realistischer Optimist. Er wusste genau um die Härte seines Landes, um den Stolz seiner Mitbürger, seiner Brüder und Schwestern. Ein tüchtiges Volk, aufopferungsvoll, liebevoll, auf jeden Titel stolz, so unwichtig er auch sein mag.

Es war die Dunkelheit über Menek'Ur hereingebrochen, sein Blick schweifte über die Weiten der See, in deutlicher Entfernung das Festland. Manchmal glaubte er sogar die Lichter Bajards am Horizont zu erblicken, doch wusste er, dass das lediglich eine Wunschvorstellung war. Trotzdem genoß er die Meeresbrise um seine Nase, der kühlende Wind auf seinen Bartstoppeln am Hals und dem Kinn. Für heute hatte er seine Pflicht erfüllt, Briefe verschickt und Boten versand. Es muss auch Zeit für seine Ehefrau da sein. Der Heimweg war kurz, gesichtert von den Wachen, die ihm freundlich zu nickten, der Respekt war ihren Augen abzulesen, so wie auch in seinen, denn ein jeden Menekaner respektiere er für seine Arbeit.

Verfasst: Sonntag 19. Oktober 2008, 12:28
von Cetem Falah
Aus dem Ahnengrab kommend, am Strand entlang gehend, kam er an der Miene vorbei und stockte dort, Fuad und eine ihm unbekannte Frau die sich später als Faridah Masari vorstellte standen dort und schienen über irgendetwas besorgt zu sein.
Als Cet näher trat, sah er was ihre Aufmerksamkeit auf sich zog.
Ein Umhang, halb verweht vom Wüstensande und daneben ein Bogen.
Von dem Träger an sich schien jede Spur zu fehlen.
Respektvoll trat er näher, neigte den Kopf und grüßte Beide Personen, ohne sofort nachzufragen was passierte.
Er beschränkte sich solange aufs zuhören bis man ihn ansprach, und erst dann wagte er es Fragen zu stellen.
Der Umhang der Bogen gehörte Humam, der zweiten Wache der Salzmiene. Die Andere Wache vermochte nicht zu sagen wo er hin wahr, was passierte.
Human war fort.
Verschwunden.

Cet’em erklärte sich bereit sofort sein Pferd zu holen, um die Wüste soweit es ging zu durchsuchen, denn Spuren gab es nicht denen man folgen konnte.
Der Sand hatte alles verweht verschluckt und brachte keinerlei Hilfe, verschluckend versengend wie immer, Jungfräulich die neue Schicht die sich mit dem Wind über alles gelegt hatte.
Anaans Durah .. so hieß sein Pferd, was soviel bedeutete wie der Sohn der Wüste, war schnell gesattelt und schien sich trotz der Hitze auf die Bewegung zu freuen.
Nicht lange...
Bereits nach einer halben Stunde der Suche, war das Pferd durchgeschwitzt und Cet’em lenkte es zurück zur Miene wo Fuad noch immer stand und ihm nun forschend entgegensah.
„Nichts. Keine Spuren und auch so nichts unauffälliges. Die Wachen vor der Insel wissen auch nichts.“ Meinte er und hörte still zu als Fuad davon sprach das ab jetzt niemand mehr alleine die Stadt verlassen sollte, Cet’em sollte das veranlassen, doch der Menekaner lehnte es vorsichtig ab.
War er doch noch immer kein Mitglied der Wachen, er war nur ein Falah, ein unehrenwertes Mitglied der Gemeinschaften, auch wenn er dabei war es zu ändern.

Kaum merklich zeigte er seine Freude als der Diplomat des Emirs ihm dennoch sein Vertrauen aussprach und ihn zu den Gräbern der Ahnen schickte um dort weiter nach dem Rechten zu sehen. Danach sollte als Wache zwischen der Stadt und der Miene agieren.
Was nun wirklich mit Humam geschehen war, wusste man nicht.
Noch nicht.
Doch wenn die Wüste ihn hatte ... würde sie ihn nur schwerlich wieder herausgeben.

Verfasst: Dienstag 21. Oktober 2008, 13:00
von Fuad Ifrey
Der Blick hinaus in die Wüste wies einiges Unbehagen aus. Ein Sandsturm wütete sichtlich am Horizont doch war er fern.
Doch noch immer keine Hinweise auf das spurlose Verschwinden der Wache.
Erste Versuche, Spuren in der näheren Umgebung zu finden, waren ohne Erfolg gekrönt.
Doch schon allein um der Familie Humam’s ihren zustehenden Frieden zu schenken, mussten weitere Aufklärungsversuche gestartet werden.
Die Kaserne erhielt bereits Weisungen einen weiteren Spähtrupp aufzustellen.
Nach einem Gespräch mit der Esra, welche keine weiteren Überraschungen erleben möchte, gelangt nun ebenso eine Weisung an die Akademie Levaithan.
Auch sie soll den Spähtrupp an diesem Tag mit vorsorglich schützender Hilfe zur Seite stehen.

So gilt es nun abzuwarten, welche neuen Erkenntnisse man einholen kann.

Verfasst: Mittwoch 22. Oktober 2008, 22:45
von Cetem Falah
Noch immer fühlte er sich mulmig,
Den Blick vermochte er nicht von der Wüste wenden, aus Furcht die kleinste Kleinigkeit zu übersehen.
Schlaf hätte er eh nicht gefunden, zu aufgewühlt war er ob der Geschehnisse.
Viele Untote hatte er schon gesehen, aber solche, in diesen Dimensionen noch nie.
Sie überragten ihn um Längen, und es hatte ihn Übehrwindung gekostet sie mit den Anderen zusammen an zu greifen.
Untote waren eine Sache das hier ... etwas vollkommen anderes.
Immer wieder mussten sie sich zurückziehen, suchten Schutz in der alten Ruine.
Wirkliche Chancen hatten sie nicht.
Ausgehend das Ganze wohl von einem alten ... Mann? Magier? Der auf der Brücke gestanden hatte.
Er kam nicht näher, aber auch sie kamen nicht heran.

So entschloss man sich zu anderen Mitteln zu greifen.
Während ... er wusste nicht mal mehr wer es gewesen war, Salz aus der Miene holte, die heiligen Tränen Eluives, ritt er auf einer ... Echse zur Oase um von dort heiliges Wasser zu holen.
Vielleicht konnte diese Gemisch mehr ausrichten als all ihr Mut, all ihre Waffen zusammen.
Den einzigsten Vorteil den sie gegenüber den Ungetümen hatten, war ihre Geschwindigkeit, und genau das wollten sie ausnutzen.
Sie tränkten ihre Waffen in dem heiligem Wasser. Dann kletterte er wieder auf die Echse...
Echsen ... ein Pferd wäre ihm so viel lieber gewesen.
Er war sich nicht einmal sicher was er tun würde, sollte das Tier seinen eigenen Willen durchsetzen wollen. So konnte er nur hoffen und beten.

Der Plan .. war einfach, doch hoffte man das er zum Erfolg führen würde.
Während die Sajneen, die Esra selber und einge andere Krieger für die Ablenkung sorgen sollten, würde er, Cet’em von der Seite angeritten kommen die Brücke überqueren, und dem Alten Magier das Heilige Wasser entgegenwerfen, in der Hoffnung das er gegen Eluives Tränen nichts würde ausrichten können.
Der Plan ging in soweit auf, das er soviel Spielraum bekam, so schnell war das er über die Brücke konnte, aber der alte Magier war nicht dort.
Stattdessen schien dort ein Skelett mit einem goldenen Schwert zu wachen, das als es ihn erblickte einen Feuerstoß ausstieß, aus dem ein Pferd wurde... das genauso wenig Fleisch auf den Rippen hatte wie das Skelett selber.
Cet’em schleuderte ihm voller Furcht den Krug mit dem Wasser entgegen, der an dessen Knochen zerschellte.
Das Wasser benetzte das Skelett doch behelligte es ihn nicht, so das es ihn ungeachtet angreifen konnte.
Cet’em hatte zu sehr auf die Wirkung gehofft, daran geglaubt, das er jetzt schier aus dem Sattel katapultiert wurde, als er dem Schwert auswich und die Echse getroffen wurde.
Unsanft im Sand landend kroch er davon.
Schiere Angst trieb ihn, ließ ihn hochkommen und rennen, die Panik im Blick, ließ er die Insel der Ahnen hinter sich und überquerte die Brücke um zurück zu den Seinen zu rennen.
Schon bald wurde die erneute Aussichtslosigkeit erkennbar.
Gegen diese „Macht“ gegen diese Gegner, hatten sie in dieser Zusammensetzung keinerlei Chancen.
Sie würden Priester brauchen, sie würden mehr Kämpfer brauchen... Magier.
Jegliche Hilfe die sie bekommen konnten.

Irgendwer befahl den totalen Rückzug und Cet folgte nur zu gerne.
Schon in zwei Tagen würde man einen erneuten Vorstoß wagen. Dann jedoch mit den Priestern.
Solange würde er wieder Wache halten.
Zwischen der Miene der Wüste und der Stadt.
Das Grauen im Nacken, das einen nicht mal an den Schlaf denken ließ.
Würde Eluive mit ihnen sein, denn sonst ... war er sich nicht einmal sicher ob die Mauern Menek’urs diesen Gegnern stand halten konnten.

Verfasst: Mittwoch 22. Oktober 2008, 23:52
von Der Erzähler
Des Nachts kommen die Träume

Zwei Schüsse hatten den toten Körper des Magus durchbohrt, ihn einiges an Konzentration gekostet, die ihm für diesen Fall dermaßen wichtig gewesen wäre. Trotzdem hatte er den Zeitpunkt genau richtig gewählt, die Barriere war nicht mehr aufrecht. Der Zyklus der Jahrhunderte war genau erreicht, als er sich der kleinen Spähgruppe näherte. Frauen! Vier Frauen werden in den Kampf gegen ihn geschickt. Eine blasphemische Anhäufung der Unwissenheit – eine direkte Beleidigung an seinen Status. Sie sollten vorerst nur eine kurze Kostprobe seiner Macht kennenlernen. Jameela erreichte die Blindheit, die Esra wurde der Geist verwirrt, Khalida mit einer Käfer und Madenplage überhäuft und selbst die sonst so schüchterne Rasheeda wurde von einem Blitz nicht verschont. Der Kampf wirkte chaotisch, zwei Dutzend der ehemaligen Wachen krabbelten aus dem Sand heraus und griffe nach den Füßen und Beinen der Menekanerinnen, mit gefletschten Zähnen wurde nach dem frischen Fleisch geschnappt, ein Stöhnen und Knurren ging durch die Wüste. Wehrhaft zeigten sich die Menekanerinnen, eine fiel, wurde von den anderen aufgerichtet, um dann gleich wieder den Säbel oder den Stab zu schwingen. Dennoch wurde die Masse der Untoten größer und stärker, als zuvor doch nur die Plänklereinheiten wie Zombies und Skelette kamen, folgten nun Lichfürsten und Skelettfürsten. Dennoch konnte auch die menekanische spätere Verstärkung nicht helfen, nicht gegen diese Massen – nicht heute.

Mit dem Schlaf kommen die Träume...

Jameela, das arme Kind, verunsicherte über ihre eigene Macht, allein, gestrandet mitten in der Wüste, umringt von ihren Opfern, die Spuren ihrer Magie trugen. Jameela, Kind der Masari, die sich nicht zügeln konnte, ihre Wut über das Land brachte und nur noch aus den Gefühlen heraus reagiert. Die junge Magierin, die wusste, wie viel sie von einem neuen Meister hätte lernen können. Dem untoten Erzmagier, der nun daran war, ein eigenes menekanisches Reich zu erschaffen, das das Leben ihrer Liebsten kosten würde. Die schwarze Robe lag weit an ihrem Körper, der Magierstab bestand aus altem Holz, das beim nächsten Hauch sicherlich zusammengefallen wäre, so nicht die Magie innewohnen würde. Mit all dieser Kraft fühlte sie sich überirdisch, als könne sie der Göttin selbst das Wasser reichen – koste es, was es wolle. Würde sie innerhalb der Akademie weitermachen, würde das noch deutlich länger dauern, als wenn sie sich „DEM“ Magus anschließt. Sie hatte Blut an den Händen, hatte ihre Mitbewerber zu Fall gebracht, Majeeda und Saajid, beide lagen zu ihren Füßen im Dreck. Wieder hatte sie den Sandsturm entfesselt. Aus einem anderen Blickwinkel sah sie sich selbst, ein untotes Wesen, am Körper und im Geiste gleichermaßen verdorben. Sie erwachte, als das Herz ihr beinahe bis zum Halse schlug…

Rasheeda, Shoka der Akademie Leviathan, in ihrem Wissen deutlich fortgeschritten. Dennoch eine kindliche ab
er sympathische Art. Stolz auf ihren Rang und ihren Ruf. Trotzdem sah sie heute diesen Nebel, ihre Magie verpuffte und jeden Dschinn den sie rufen wollte verwehrte ihr diesen Wunsch. Die Präsenz des Untoten im Lied war stark, stärker als jedes Wesen, das sie vor ihm gespürt hatte. In ihren Träumen konnte sie noch die Schmerzen spüren, die von seinem verfluchten Blitz zugefügt wurden. Sie waren allgegenwärtig in ihrem ganzen Körper und kaum war ein freier Augenblick da, in dem sie kein pochendes Etwas in der Herzgegend vernahm, kam ein ähnliches Gefühl an anderer Stelle, nur um sie im wachen Zustand zu halten. Nach der Zeit des Herumwälzens würde sie schnell das Gefühl für die Wirklichkeit und ihre Träume verlieren, denn beides war in sich gekehrt, verwoben worden, wieder durcheinander gebracht. Gab es diesen untoten Magus überhaupt? War nicht alles nur ein böser Traum gewesen? Verfolgte er sie doch in ihre Träume? Irgendetwas war geschehen, irgendetwas hatte eine Barriere gebrochen, die scheinbar vorher auf der Insel der Toten ruhte… und würde vielleicht bald Menek’Ur zur Insel der Toten werden lassen…Das Bild steht ihr stets vor Augen.

Der Rücken der Esra schmerzte fürchterlich und der Arm roch nach verbranntem Fleisch, erst nachdem sie sich selbst betastet hatte, wusste sie, dass es nicht die eigene Haut war. Untotenmassen hatten sie in ihrem Traum umschlossen, es waren Hundertschaften dieser Brut, die von allen Seiten bissen und kratzten, hier und dort ihre Wunden schlugen. Der Säbel der Esra schwang vergeblich durch die Luft und traf nur selten in ihrer Panik einen sowieso schon leblosen Körper. Der Kampf war vergeblich, sinnlos, kraftraubend. Nur Khalida stand ihr noch zur Seite, bis auch sie niedergerungen wurde, röchelnd, das Blut in einer Lache im Sandboden versickernd. Eine gute Freundin – die beste Freundin die sie besaß. Eine treue Seele dem menekanischen Volk, eine Loyalistin der Familie Omar gegenüber. Die Stimme in ihrem Geiste sprach ihr zu, sich endlich zu ergeben, die Omar unter ein neues untotes Banner zu geben. Sich der neuen Macht zu beugen, um sich auf eine neue Art zu leben – zu überleben! Viele derlei Gedanken hielten sie wach. Ein Zimmer weiter kauerte ein kleiner Knabe zusammen, sich in Sicherheit wiegend.

Verfasst: Donnerstag 23. Oktober 2008, 03:33
von Ali
Seit über einem Jahr arbeitet er nun schon als „Zauberer“ an der Akademie. Nicht, dass er sich beklagen wollte, die Arbeit an der Akademie gefiel ihm um einiges besser als die Jahre vorher als Schiffsjunge, aber so ganz das wahre war es doch nicht. Jeden Tag befreite er mit Hilfe seine „Zauberstabes“ und einiger anderer „Zaubertricks“ die Akademie vom Sand der Wüste der nachts durch den Wind herangetragen wurde. Auch säuberte er die Innenräume vom Staub der Zeit und reparierte so manche Türe oder anderes Gerät.
Seine Arbeit war wichtig, das wusste er. Vermutlich war seine Arbeit wichtiger als das, was die anderen Zauberer den ganzen Tag über taten. Die anderen lasen nur in irgendwelchen alten Büchern, mischten die seltsamsten Getränke zusammen, und sprachen über irgendwelche Lieder oder über ein fremdartiges Volk namens Dschins.
Aber er konnte keinen sehen, der wirklich ernsthaft dem Zauberhandwerk nachging. Jedenfalls nicht so ernsthaft wie Ali.
Viel Neues lernte er nicht. Zwar hatte er den ein oder anderen Trick entwickelt, aber nichts Bahnbrechendes. Auch die Lehrer der Akademie versuchten nicht ihm etwas beizubringen, das fand er etwas enttäuschend. Ein Zaubertrick mit dem die Arbeit schneller ging wäre wirklich hilfreich gewesen. Andererseits… wenn es wirklich so einfach wäre, wozu bräuchten die anderen Ali dann noch?

Als Ali den aufkommenden Sandsturm sah seufzte er. Er hasste Sandstürme. Sie brachten Sand, viel Sand. Und er hatte dann Arbeit, viel Arbeit. Da er wusste in den nächsten Wochen viel Arbeit zu haben, wollte er sich vorher mal einen Nachmittag frei nehmen um Kräfte zu sammeln. Doch was war das? Vor seinem Haus sammelte sich eine Gruppe von Wüstenjägern und Magiern. Er trat vor sein Haus um sich nach dem Grund zu erkundigen.

Da war sie! Khalida, die Frau seiner Träume. Seit Ali vor über vier Jahren auf Menekur angekommen war, schwärmte er für sie. Was hatte er schon alles versucht um ihr Herz zu erobern. Doch sie blieb zurückhaltend. Doch genau das schätzte er an ihr so. Sie war einfach die Unschuld in Person. Er sehnte sich den Tag herbei wenn er sie heiraten würde, doch jetzt ging das noch nicht, noch war er ein einfacher Zauberer und sie war die Befehlshaberin der menekanischen Armee. Er musste sich erst einen Namen machen um sie heiraten zu können. Vielleicht wäre es hilfreich zu einem Eunuchen zu werden? Er wusste zwar nicht genau was ein Eunuch ist oder macht, aber offenbar musste es eine sehr respektierte Arbeit sein. Ali hätte dann Zugang zum Palast, und sogar zum Harem! Sein Ziel stand fest, erst musste er Eunuch werden, und dann würde er um Khalidas Hand anhalten.
Doch es sprach doch nichts dagegen, wenn er schon vorher in ihrer Nähe war, oder? So fragte er sich, und entschloss sich dem Spähtrupp anzuschließen. Schließlich waren genug Wüstenjäger und erfahrene Magier dabei, da würde ihm schon nichts passieren.

Doch was sie erwartete war die Hölle. Überall erhoben sich Skelette und Zombies. Und später sogar Lichfürsten und Skelettfürsten. Es war ein Massaker. Ali tat was er am besten konnte, er versuchte die Brücke zur Insel der Toten (von dort kamen die Untoten) mit Sand zu versperren. Doch es half nichts, die Untoten rückten vor. Und in Mitten der Untotenarmee stand er. Ein dunkelberobter Zauberer mit einem fürchterlichen knöchernen Stab in der Hand.
Das musste Alatar persönlich sein. Oder zumindest etwas in der Art, dessen war sich Ali sicher. Er versuchte die anderen mit Worten zu ermuntern und ihnen Mut zu machen, aber alles was seinem Mund hervor kam waren die Worte:

„WIR WERDEN ALLE STERBEN!!!“

Verfasst: Donnerstag 23. Oktober 2008, 14:53
von Jameela Hessa Masari
Ali war es gewesen der sie fortgezerrt hatte. Fort von den Anderen, hin zu den Ruinen wo sich nach und nach alle einfanden. Erschöpft, verletzt doch immerhin am Leben. Ihr brummte der Schädel, die Augen schmerzten womit die Blindheit ihre Nachwirkungen zeigte. Vollkommen unvorbereitet hatte sie die Applikation getroffen. Das Gefühl ihr Schädel würde gleich bersten vergaß sie nicht so rasch. Auf derlei hatte man sie in der Akademie nicht vorbereitet. Arme und Beine waren schwer doch hielt sie mit dem Rest des Trupps mit. Bei Eluive, sie waren es dem Inselwächter schuldig. Man konnte ihn doch nicht einfach liegen lassen! Zusammen kehrten sie zurück und scheiterten. Zu viele der untoten Heerscharen waren entsendet worden, die Gruppe zog sich zurück und trennte sich im Schatten der sicheren Stadtmauern.

Erschöpft und müde sank sie zwischen Amira und Majeeda in den Schlaf. Mit dem Schlaf jedoch kamen die Träume. Vergangenheit fand ans Tageslicht, alte Wunden brachen auf und setzten ihr zu. Honigbraune Augen die sie im Schmerz verzweifelt anstarrten, Stimmen schrien und dennoch – sie konnte nicht aufhören. Als das Bild sich änderte waren es nicht jene Augen von damals die sie sah. Neda, es waren Saajid und Majeeda die im Sand lagen. Mit einem stummen Schrei auf den Lippen saß sie senkrecht im Bett. Über Amira hinweg krabbelnd wurde die schlafende Majeeda beinahe erdrückt und verzweifelt geherzt bis ihr eigenes, pochendes Herz zu einem normalen Takt zurück fand. Nur schwerlich fand sie in den Schlaf zurück, welcher nun alles andere als erholend war. Die junge Masari hatte angst, angst vor sich selbst.

Am nächsten Tag, zu den frühen Mittagstunden fand sie sich am Westtor ein um die Sajneen zu begleiten. Alle Nackenhaare sträubten sich als die Ahneninsel in unmittelbarer Nähe war. Kampflärm drang an ihre Ohren und im nächsten Moment stand er vor ihnen. Dunkel wehte die Robe im Wind, der Stab fest umgriffen den Blick zu den Beiden gewandt. Was für ein dämliche Idee zu zweit nach dem Rechten zu sehen. Beide Frauen hatten die Waffen gehoben, schienen kurz vor dem Sprung ehe man den Irrtum bemerkte. Ein Shojen der Akademie, gekämpft hatte er gegen die letzten Reste der Heerscharen welche ihm unter Eluives strahlendem Auge nur wenig entgegen zu setzen hatten. Zu dritt, bald darauf zu viert stieß man weiter vor, musste den Verlust aller weiteren Inselwachen feststellen und durchkämmte die Gräber. Nun zur Mittagszeit schien alles wie immer. Vielleicht hatten die Sanjeen und der Shojen mit ihrer Vermutung recht? Für sie zumindest klang es schlüssig, man würde sehen wie man es bei der kommenden Besprechung aufnehmen würde.

Verfasst: Freitag 24. Oktober 2008, 19:44
von Safiya Omar
Sie atmete tief durch, nachdem sie festgestellt hatte, dass die Haut weder in Fetzen hing, noch in Flammen stand. Das Schnarchen, das durchs Gemach drang zeugte zumindest davon, dass an ihrer rechten Seiten die Welt in Ordnung war. Fahrig strich sie sich das Haar zurück und stand auf. Sie fühlte sich keineswegs besser zu wissen nur von einem Traum heimgesucht worden sein. Er war einfach zu real gewesen, um ihn so einfach abschütteln zu können. Barfuss verließ die das Schlafgemach, die Schritte vom Teppich so gedämpft, dass sie kein Geräusch verursachte.
Behutsam wurde der Vorhang zur Seite geschoben und gab den Blick auf das Kinderzimmer frei. Leicht hoben sich die Mundwinkel zu einem flüchtigen Schmunzeln, als sie die leisen kindlichen Schnarchgeräusche aus dem Kissen- und Fellberg vernahm. Erleichtert ließ sie den Vorhang los, nun da sie ihren Sohn fürs Erste noch in Sicherheit wusste.

An Schlaf war in dieser Nacht nicht mehr zu denken. Spätestens diese fortwährende säuselnde Stimme, die sich in ihrem Kopf eingenistet hatte, würde jeden Gedanken an Ruhe zunichte machen. Es wurde Zeit sie loszuwerden.
Nach einem Bad in kaltem Wasser, die letzten Spuren des Alptraums fortgespült, wurde die Rüstung angelegt. Die Klinge des Säbelns glänzte im Kerzenschein kurz auf und fand sich dann mit einem zischenden Geräusch in die Scheide am Rücken versenkt. Ein letzter Griff zum Schild, dann führte sie ihr Weg hinauf und aus dem Palast heraus.
Zeit die Stimme in ihre Schranken zu verweisen.

Besinne dich...konzentrier’ dich. Du darfst dich nicht von Unwichtigem ablenken lassen. Blende alles Störende aus...vertreibe es, verbanne es in den hintersten Winkel deines Geistes und verschließe es. Jede Ablenkung führt zu Fehlern. Ein einziger Fehler kann mit deinem Tod bestraft werden. Konzentrier’ dich. Konzentrier’ DICH. KONZENTRIER’ DICH!

Sie erinnerte sich an die vielen blauen Flecken, die sie sich vor Jahren während ihrer Ausbildung bei dieser Art Übungen zugezogen hatte, und die Zeugnis unzähliger Tode waren, die sie im Training mit ihren Mentoren gestorben war. Ein Training, welches sich, wie so viele, letztendlich ausgezahlt hatte.
Als sie das Westtor der Stadt erreichte war von der penetranten Stimme nicht mehr als ein leichter Druck im Hinterkopf übrig, einem leichten Ziehen gleich, wie bei einem sich ankündigenden Kopfschmerz. Die Stimme war verstummt und das, was an ihrer statt geblieben war, erträglich.

Die vier Schatten, die ihr in angemessenem Abstand gefolgt waren, nachdem sie den Palast verlassen hatte, blieben schließlich zurück, als Safiyas Leibwache und gleichzeitig die Sajneen der menekanischen Truppen, von ihrem Patrouillengang zurück, das Tor öffnete und in ihr Blickfeld trat. Es bedurfte keiner Worte. Schweigsam, wie sie selbst, gesellte sich Khalida an ihre Seite, als sie die Mauern hinter sich ließ. Nur das leise Knirschen von Sand war unter ihren Sohlen zu vernehmen.
Auf dem Gipfel der Salzberge von Cantar, den Schrein zu Ehren der Muttergöttin im Rücken, den klaren Nachthimmel über sich, standen sie stumm auf den Klippen und sahen, mit gleicher Entschlossenheit im Blick, dem fernen Sturm und der Insel der Ahnen weit im Westen entgegen.

Verfasst: Sonntag 26. Oktober 2008, 14:42
von Rasheeda Yazir
Heftig schlug das Herz.
"Neda wehe du springst raus!"murrte sie.
Seid der Begegnung mit dem verfluchten Shanun passierte das dauernd. Immer wieder begann es wild zu schlagen als wöllte es herausspringen. Gewiss lag dies an dem Blitz der sie traf ohne den Schutz des Dshinns, welcher sich ihr versagt hatte.
Versagt....aiwa immer wieder hatte sie in den Momenten der Schlacht versagt. Hilflos...unfähig...nutzlos...diese Gefühle überkamen sie seitdem ständig.Dann dieser Traum, der alles wieder aufwühlte.
"Das war Absicht!"ein Keuchen und ihr Kissen flog einem der Karnickel nach die durch den Harem stoben.
"Da hast du!"fast zufrieden blickte sie auf den sich überschlagenden Hasen der vom Kissen erfasst über den Teppich rollte.
"Oh Hasli tut mir leid" schuldbewusst krabbelte der kleine Zornigel zu dem Häschen.
"Er will die Esra...und Rashad!"flüsterte sie dem Kaninchen zu während sie ihm die Öhrchen knautschte.
"Und ich....ich sitze da und kann nichts tun!"eine dicke Träne tropfte auf den geplagten Hasen.
"Bist du denn überhaupt ein Hase?"skeptisch wird das Nagetier auf den Rücken gedreht.
"Sag deinem Meister das er nicht gewinnen wird hörst du?"mit einem heftigen Aufbegehren entwindet sich der Hase und flieht hakenschlagend in die Dunkelheit.
Wars ein Hase oder einer der Ausläufer der Insel der Toten?
Was war real was war Fiktion?
"Oh Mutter ich werde so langsam verrückt. Was ist hier noch wirklich?Was ein Trugbild?Der Schutz ist weg und überall die Skelette"mit aufgerissenen Augen blickte sie sich um.
"Keiner wird Rashad anfassen!"ein lauter Schrei und sie springt auf um zum Kinderbereich zu rennen.

Nicht mehr schlafen...und so sieht man die Shoka mit einem Hüfttuch bekleidet neben dem Kinderbett sitzen das Gesicht wie eine Furie verzogen und den Kopf wirr hin und herschwenkend.Ab und an mag man ihre Hand ans Herz gleiten sehn wie um es zu beruhigen.....