In Nevyns Schlaf
Verfasst: Sonntag 12. Oktober 2008, 17:12
Es war eine Nacht wie jede andere, die Arbeit getan, der Geist träge, als der Adlerritter sich zu Bett begeben mochte. Und doch sollte er den nächsten Morgen mit dem Gefühl beginnen, daß etwas anders war. Jedes Bild des Traumes blieb sehr viel deutlicher und klarer im Bewusstsein, als man es von Träumen gewöhnt war. Dazu ein beklemmendes Gefühl in der Brust, das erst mit der Ruhe des nächsten Gebetes weichen sollte.
Aus der Dunkelheit des Schlafes und geschlossener Lider hatte sich die Finsternis erhellt wie die Nacht noch vor dem baldigen Aufgehen der Sonne an Kraft verlor. Doch statt der Sonne sollte es ein Diamant sein, der hinter dem Horizont auf seinen Auftritt wartete. Er war noch nicht aufgegangen, doch Nevyn wusste, daß er da war.
Seinem Wunsch, ihn zu sehen, schien der gewaltige Edelstein zu folgen und erhob sich, doch sobald der Adlerritter vermeinte, ihn in seiner Gänze zu erfassen, zerbrach das Gebilde, als wäre das vollständige Begreifen Illusion, gar Frevel gewesen. Ein kurzes Gefühl des Bedauerns, bis die herabrieselnden Fragmente als goldene, vertraute Zeichen erkannt wurden: Kelch, Tropfen, Schwert... eines der Symbole sank genauer in seinem Blickfeld in das Zentrum seiner Aufmerksamkeit: es war die Waage.
Die anderen Zeichen verschwanden, zumindest aus dem, was Nevyn zu sehen vermochte. Die Waage wurde größer, doch blieb ihr Bild irgendwie unscharf. Um die Waage herum eine smaragdgrüne Fläche, wie sie von den Schreinen vertraut war. Jedoch, bevor sie wirklich zum Stillstand kam, schlugen ihr von unten Flammen entgegen, umhüllten sie. Sollte dies das reinigende Feuer der Gerechtigkeit sein?
Es war ihm, als werde er näher hingezogen, um klarer zu erkennen. Die Flammen wurden heller, größer, heißer. Fast drohte die Waage dahinter zu verschwinden. Waren das Gestalten da im Feuer? Tatsächlich, plötzlich erkannte er eines der Gesichter. Mehrere. Rahaler. Straftäter. Feinde. Erst tote. Dann lebende. Das Feuer wurde immer größer, um sie alle zu erfassen, die Hitze kam ihm immer näher. Dann Personen, von denen er erstaunt war, sie zu sehen. Verdächtige, ja... oder suspekt. Er versuchte, die Masse an Menschen zu überblicken, und sah irgendwo weit hinten in den Flammen die goldene Waage, groß, doch die Flammen ließen sie glanzlos und spröde wirken. Die ersten Menschen fielen im Feuer leblos zu Boden und türmten sich zu verkohlten, schwarzen Haufen auf, doch jeder einzelne immernoch grausam genau erkennbar. Vor ihnen schlugen die Flammen um die nächsten, es wurden immer mehr. Leute, die er nur flüchtig kannte, schließlich völlig unbekannte Gestalten. Die Hitze wurde unerträglich, er wollte zurückweichen, doch konnte es nicht. Das Feuer fraß sich an den ersten Freunden empor. "Ich habe gelogen, ich weiß!", rief einer, ehe der Blick mit einem stummen Schrei leblos wurde, die Haut kohleschwarz. Der Haufen von Toten, aus dem noch immer das Feuer schlug, schien unüberschaubar zu werden, doch immernoch erhob sich dahinter die Waage wie blanker Hohn.
Die Zeit schien stillzustehen. In der Masse der Unbekannten stand zwischen all den rußgeschwärzten Leichen eine noch lebendige Gestalt. Er kannte sie nicht. Das Feuer war inzwischen auch bei ihm. Er wusste, hinter ihm stand jemand und wollte ihm warnend etwas zurufen, doch als er sich umdrehen wollte
wachte er auf.
Aus der Dunkelheit des Schlafes und geschlossener Lider hatte sich die Finsternis erhellt wie die Nacht noch vor dem baldigen Aufgehen der Sonne an Kraft verlor. Doch statt der Sonne sollte es ein Diamant sein, der hinter dem Horizont auf seinen Auftritt wartete. Er war noch nicht aufgegangen, doch Nevyn wusste, daß er da war.
Seinem Wunsch, ihn zu sehen, schien der gewaltige Edelstein zu folgen und erhob sich, doch sobald der Adlerritter vermeinte, ihn in seiner Gänze zu erfassen, zerbrach das Gebilde, als wäre das vollständige Begreifen Illusion, gar Frevel gewesen. Ein kurzes Gefühl des Bedauerns, bis die herabrieselnden Fragmente als goldene, vertraute Zeichen erkannt wurden: Kelch, Tropfen, Schwert... eines der Symbole sank genauer in seinem Blickfeld in das Zentrum seiner Aufmerksamkeit: es war die Waage.
Die anderen Zeichen verschwanden, zumindest aus dem, was Nevyn zu sehen vermochte. Die Waage wurde größer, doch blieb ihr Bild irgendwie unscharf. Um die Waage herum eine smaragdgrüne Fläche, wie sie von den Schreinen vertraut war. Jedoch, bevor sie wirklich zum Stillstand kam, schlugen ihr von unten Flammen entgegen, umhüllten sie. Sollte dies das reinigende Feuer der Gerechtigkeit sein?
Es war ihm, als werde er näher hingezogen, um klarer zu erkennen. Die Flammen wurden heller, größer, heißer. Fast drohte die Waage dahinter zu verschwinden. Waren das Gestalten da im Feuer? Tatsächlich, plötzlich erkannte er eines der Gesichter. Mehrere. Rahaler. Straftäter. Feinde. Erst tote. Dann lebende. Das Feuer wurde immer größer, um sie alle zu erfassen, die Hitze kam ihm immer näher. Dann Personen, von denen er erstaunt war, sie zu sehen. Verdächtige, ja... oder suspekt. Er versuchte, die Masse an Menschen zu überblicken, und sah irgendwo weit hinten in den Flammen die goldene Waage, groß, doch die Flammen ließen sie glanzlos und spröde wirken. Die ersten Menschen fielen im Feuer leblos zu Boden und türmten sich zu verkohlten, schwarzen Haufen auf, doch jeder einzelne immernoch grausam genau erkennbar. Vor ihnen schlugen die Flammen um die nächsten, es wurden immer mehr. Leute, die er nur flüchtig kannte, schließlich völlig unbekannte Gestalten. Die Hitze wurde unerträglich, er wollte zurückweichen, doch konnte es nicht. Das Feuer fraß sich an den ersten Freunden empor. "Ich habe gelogen, ich weiß!", rief einer, ehe der Blick mit einem stummen Schrei leblos wurde, die Haut kohleschwarz. Der Haufen von Toten, aus dem noch immer das Feuer schlug, schien unüberschaubar zu werden, doch immernoch erhob sich dahinter die Waage wie blanker Hohn.
Die Zeit schien stillzustehen. In der Masse der Unbekannten stand zwischen all den rußgeschwärzten Leichen eine noch lebendige Gestalt. Er kannte sie nicht. Das Feuer war inzwischen auch bei ihm. Er wusste, hinter ihm stand jemand und wollte ihm warnend etwas zurufen, doch als er sich umdrehen wollte
wachte er auf.