Abschied?
Verfasst: Samstag 11. Oktober 2008, 16:35
Still packte sie ihr letztes Hab und Gut in ihre Taschen und die ihres Pferdes. Ruhig Blut, mein Freund. Wir sind bald weg. Sie tätschelte dem tänzelnden, unruhig schnaufenden Mustang den Hals, schwang sich hoch und ritt langsam los. Das bepackte Pferd in ruhigem Trab hinterher. Ein schlechter Abschied wie sie selbst fand, doch hatte es eines Tages so kommen müssen und das wusste sie tief im Inneren.
Und so würde Zoljana schon bald ein fein säuberlich zusammengefaltetes Pergament auf den Fellen liegen sehen, in denen Reka die letzten Monde geschlafen hatte. Sie waren noch warm.
Sobald der zweiseitige ineinandergefaltete Brief aufgeschlagen wird, bekommt sie Folgendes zu lesen.
Allerliebste Zoli,
ich war lange weg, das weiß ich und ist mir auch vollkommen bewusst, doch hat sich wieder einmal vieles verändert in meinem Leben. Die Zeit verstrich, als ich ausser Lande war und so machte ich Entdeckungen und Erfahrungen.
Wir hatten viele schöne Tage, immer habe ich es mit dir genossen im Sonnenschein zu sitzen und eine Meeresbrise die Gemüter erfrischen zu lassen. Und selbst wenn es mal regnete, so warst du immer diejenige, die mir Licht spendete. Auch im Herzen.
Das Erinnerungsstück an dich werde ich immer um den Hals tragen. Der Saphier symbolisiert für mich all das, was wir gemeinsam erlebten und durchgemacht haben. Diese Zeit wird für mich nie in Vergessenheit geraten und immer in Ehren gehalten werden.
Doch die Zeit den Abschieds naht und schon Morgen in der Frühe werde ich dieses Haus verlassen müssen. *Die Schrift wird hier undeutlicher, die Buchstaben zittriger - einige sind verschwommen* Es zerreisst mich innerlich, dir vorher nicht Bescheid gesagt zu haben, doch ich wusst*die Buchtaben sind verwaschen, unkenntlich* und das kann nicht sein.
Ich bin für die Zeit sehr dankbar.
Dankbar für die Unterkunft.
Dankbar für die Freundlichkeit und Aufnahmebereitschaft.
Dankbar für die Liebe.
*Hier befindet sich ein großer, durchsichtiger, verlaufener Fleck. Das Pergament ist an dieser Stelle leicht gewellt. Erst ein Stück weiter unten auf der zweiten Seite setzt der Text neu an*
Die Welt ruft mich und erwartet eine Antwort. Eine Antwort, die ich erst noch suchen und finden muss. Wann und ob ich zurückkehren werden, obliegt meinem Schicksal.
Ich bitte dich inständig nicht auf mich zu warten.
Lebe dein Leben, finde deine große Liebe - achte und wertschätze sie.
Du bist eine wundervolle Frau, die das Herz am rechten Fleck hat.
Gebe niemals auf, so tief du auch in einer Miserie steckst.
Ich werde immer über dich wachen,
allerliebste Zoli.
Reka
Die Unterschrift ist nur sehr schwer zu lesen. Die Handschrift wurde über den gesamten Text immer krakeliger, die Abstände zwischen den Wörtern unregelmäßiger und an einigen Stellen - zum Ende hin ebenso zunehmend - sind schwarze Flecken. Dort verweilte der dünne Kohlestift wohl länger.
Und so reitete sie im Morgengrauen gemächlich auf den Hafen zu. Reka hatte den Eindruck, das Auf und Ab des Pferdes würde auch ihre Gefühle durchrütteln.
Eine einsame Träne rollte an ihrer Wange hinab, glänzte im Schein der aufgehenden Sonne, ehe sie das Schiff betrat.
Nicht mehr lange sah man das Schiff gen Horizont segeln, bis es zwischen dem blauen Meer und den orange-roten Wolken verschwand.
Und so würde Zoljana schon bald ein fein säuberlich zusammengefaltetes Pergament auf den Fellen liegen sehen, in denen Reka die letzten Monde geschlafen hatte. Sie waren noch warm.
Sobald der zweiseitige ineinandergefaltete Brief aufgeschlagen wird, bekommt sie Folgendes zu lesen.
Allerliebste Zoli,
ich war lange weg, das weiß ich und ist mir auch vollkommen bewusst, doch hat sich wieder einmal vieles verändert in meinem Leben. Die Zeit verstrich, als ich ausser Lande war und so machte ich Entdeckungen und Erfahrungen.
Wir hatten viele schöne Tage, immer habe ich es mit dir genossen im Sonnenschein zu sitzen und eine Meeresbrise die Gemüter erfrischen zu lassen. Und selbst wenn es mal regnete, so warst du immer diejenige, die mir Licht spendete. Auch im Herzen.
Das Erinnerungsstück an dich werde ich immer um den Hals tragen. Der Saphier symbolisiert für mich all das, was wir gemeinsam erlebten und durchgemacht haben. Diese Zeit wird für mich nie in Vergessenheit geraten und immer in Ehren gehalten werden.
Doch die Zeit den Abschieds naht und schon Morgen in der Frühe werde ich dieses Haus verlassen müssen. *Die Schrift wird hier undeutlicher, die Buchstaben zittriger - einige sind verschwommen* Es zerreisst mich innerlich, dir vorher nicht Bescheid gesagt zu haben, doch ich wusst*die Buchtaben sind verwaschen, unkenntlich* und das kann nicht sein.
Ich bin für die Zeit sehr dankbar.
Dankbar für die Unterkunft.
Dankbar für die Freundlichkeit und Aufnahmebereitschaft.
Dankbar für die Liebe.
*Hier befindet sich ein großer, durchsichtiger, verlaufener Fleck. Das Pergament ist an dieser Stelle leicht gewellt. Erst ein Stück weiter unten auf der zweiten Seite setzt der Text neu an*
Die Welt ruft mich und erwartet eine Antwort. Eine Antwort, die ich erst noch suchen und finden muss. Wann und ob ich zurückkehren werden, obliegt meinem Schicksal.
Ich bitte dich inständig nicht auf mich zu warten.
Lebe dein Leben, finde deine große Liebe - achte und wertschätze sie.
Du bist eine wundervolle Frau, die das Herz am rechten Fleck hat.
Gebe niemals auf, so tief du auch in einer Miserie steckst.
Ich werde immer über dich wachen,
allerliebste Zoli.
Reka
Die Unterschrift ist nur sehr schwer zu lesen. Die Handschrift wurde über den gesamten Text immer krakeliger, die Abstände zwischen den Wörtern unregelmäßiger und an einigen Stellen - zum Ende hin ebenso zunehmend - sind schwarze Flecken. Dort verweilte der dünne Kohlestift wohl länger.
Und so reitete sie im Morgengrauen gemächlich auf den Hafen zu. Reka hatte den Eindruck, das Auf und Ab des Pferdes würde auch ihre Gefühle durchrütteln.
Eine einsame Träne rollte an ihrer Wange hinab, glänzte im Schein der aufgehenden Sonne, ehe sie das Schiff betrat.
Nicht mehr lange sah man das Schiff gen Horizont segeln, bis es zwischen dem blauen Meer und den orange-roten Wolken verschwand.