Die Geschichte des Lukas Aneldo
Verfasst: Dienstag 15. Februar 2005, 21:59
Tiefe Fußstapfen hinterließ der Handelsmann, als er sich seinen Weg richtung der Stadttore bahnte. Es war aber auch sehr verwunderlich, dass letzte Nacht soviel Schnee gefallen ist. Sicherlich 5 Ellen hoch lag er an einigen Stellen. Bepackt mir allerlei Waren musste der Händler trotz des Schnee losziehen, denn immerhin hatte er eine Familie zu ernähren. Die Stadtwachen am Tor hatten sich in warme Tücher und Laken eingepackt und ihr Atem gefror bei jedem Atemzug. Als sie den Händler erkannten, öffneten sie das Tor und noch einige Brocken Schnee rieselten zu Boden. Der Anblick, der sich dem Händler auftat war wunderschön. Wie Puderzucker sah der Schnee aus, der sich gleichmäßig auf der ganzen Stadt niedergelassen hat. Nach einem kurzen verträumten Blick zog er Händler weiter, die Straße hinab um seine Waren feil zu bieten.
Viele Kinder rannten auf der Straße umher, bewarfen sich mit Schnee oder bauten hübsche Gebilde in die Schneedecke. Es war ein Lärm, wie er sonst nur während des Dorffestes zu vernehmen war. Der Händler ging weiter die Straße hinab um zu dem Laden des Allgemeinwarenhändlers zu gelangen. Als er in ein kleines Gässchen einbog, sah er auf einer Treppe vor einem kleinen Steinhaus einen Jungen sitzen. „Willst du nicht mit den anderen Kindern spielen?“ Doch bevor der Junge auf die Frage des Handelsmannes antworten konnte drang ein Schrei aus dem Inneren des Hauses hervor: „Lukas, du unnutzes Balg, wo steckst du? Komm sofort rein!“ Der Junge ließ einen traurigen Blick über die Schneelandschaft streifen und ging schmollend hinein.
„Lukas da bist du ja! Hast du dir die Füße abgetreten?! Immer drückst du dich irgendwo rum, während ich für uns arbeiten muss. Gehe nun schnell zum Feinschmied und kaufe mir 30 Nägel!“ Der kleine Lukas hatte während diesem Monolog nach jedem Satz sachte genickt und machte sich auf zum Laden des Feinschmiedes zu gehen.
Der Laden aus dem Lukas kam gehört seinem Vater Kregor. – Schreinerei Aneldo – stand auf einem kleinen Schild neben der Tür. Früher war es leichter gewesen Gold zu verdienen, denn sie konnten sich die Arbeit durch drei teilen. Doch seit Lukas Mama und Kregors Frau gestorben war, musste Lukas aushelfen, wo immer es nötig war. Ob dies ihm Spaß machte oder nicht spielte keine Rolle.
So rannte Lukas zum Feinschmied, mit den Nägeln zum Vater, anschließend zum Schneider, ein Stück Stoff zu kaufen, mit dem der Vater Sitzflächen mancher Stühle bezog. Zwischendurch musste er beim Tavernenwirt noch nachfragen, welche neuen Möbel er benötige. Das ging tagein tagaus so; Kregor arbeitete in der Werkstatt und Lukas besorgte Rohstoffe und vertrieb die Waren.
Per Bote kam eines Tages eine Bestellung vom Schmied aus Varuna, der eine neue Einrichtung seiner Wohnstube benötigte.
„Hilf mir in der Werkstatt, Lukas, in 6 Tagen fahren wir mit der Bestellung des Schmiedes nach Varuna! Das trifft sich sowieso gut, denn ich brauche noch neue Bretter und diese sind in Varuna viel preiswerter als hier bei uns. Du weißt ja, dass ich die Zeit zum selbst fällen schon lange nicht mehr habe und du bist ja zu schwach dafür!“
Die folgenden Tage waren für Lukas sehr anstrengend. Er rannte von einem Laden zum Anderen, besorgte Nägel, Hammer und Stoffe. Wenn er mal keine Waren zu besorgen hatte, zimmerte er in der Werkstatt Bretter zusammen, bezog Stühle mit Stoffen der verschiedensten Farbe und befestigte Griffe an Schranktüren.
Früh morgens, 6 Tage nach dem Eintreffen des Boten mit der Bestellung, machten sich die Beiden auf den Weg gen Varuna. Sie hatten sich beim Bauer in ihrem Ort einen Esel genommen, der immer wenn wer ein Reit- oder Zugtier brauchte gerne aushalf. Diesen Esel spannten sie vor ihren Karren, den Kregor vor langer Zeit einmal mit einem Freund zusammen gebaut hatte. Seltsamerweise war Kregor mit diesem Freund zerstritten seit einigen Monaten, aber darüber wusste Lukas nichts und machte sich auch weiterhin keine Gedanken.
Der Boden war matschig und die Verhältnisse des Weges miserabel. Es war eine harte Arbeit den Karren auf dem etwas befestigten Untergrund zu halten, und oft musste Lukas abspringen und schieben helfen, weil der Karren sich festgefahren hatte. So fuhren sie einige Stunden, bis ihnen immer mehr Leute, auf dem immer breiter werdenden Weg begegneten. Es waren vor allem Bauer, die von ihren Feldern nach Hause fuhren, oftmals mit voll bepackten Karren, des anderen Händler, zu Fuß oder auf Pferden unterwegs. Als sie an der letzten Kreuzung vor der Stadt in richtung Zentrum abbiegen wollten, kam ein Reiter aus der Stadt geritten. Er hatte eine teuflische Geschwindigkeit und raste ganz knapp vor dem Esel an dem Karren vorbei. Der Esel erschrak, ging durch und machte einen, für einen Esel kräftigen, Satz nach links. Der Karren wurde rumgerissen, sodass sich Lukas und Kregor noch gerade so halten konnten. Gleich darauf hörte man ein lautes Krachen, als der Wagen schließlich an einem Fels zum stehen kam. Kregor fluchte noch dem Reiter nach, hatte aber das Ausmaß dieser Situation noch gar nicht gesehen. Das Krachen das hören war, war die Achse des Karren, die nun in der Mitte auf den Boden hing. Überall lagen Holzsplitter und Lukas ahnte schlimmes.
„Vater, von hier aus können wir nicht mehr weiterfahren, der Karren ist kaputt.“
Der Vater kochte vor Wut über den Reiter.
„ Dann schleppst du alle Möbel in die Stadt zu dem Schmied! Ich gehe schon vor!“
Lukas wurde wild. Er spürte, wie es ihm heiß den Rücken herunterlief und seine Ohren färbten sich hochrot. Immer musste er alles ausbaden, auch wenn er, wie in diesem Fall, gar nichts für das Geschehene konnte. Er schaute seinem Vater kopfschüttelnd nach und machte sich ans Abräumen der Möbel.
Auf dem Karren standen vier Stühle mit Sitzflächen aus Stoff, des weiteren eine Kommode und ein Tisch, alles notdürftig mit einem Seil gesichert. Lukas nahm die Kommode vor die Brust und wackelte langsam in richtung Stadt. Sein Vater hätte ihm wenigstens den Weg erklären können, dachte er bei sich. Aber auch das würde er schaffen.
Er kam schließlich an einem Brunnen an, so schön wie er noch nie etwas gesehen hatte. Lukas vergaß auf einmal seine Last, als er einfach da stand und in das Wasser schaute, dass unter dem Glitzern der Sonnenstrahlen wie kleine Diamanten aussah. Zwar hatte Lukas noch nie einen Diamanten gesehen, aber so stellte er sie sich vor, hatte er doch schon viele Erzählungen über dieses seltsame Gestein gehört.
Als er nach einigen Augenblicken des Träumens dann weitergehen wollte, fiel sein Blick auf den Fremden. Er saß ein wenig abseits vor dem Brunnen auf einer kleinen Bank, den Kragen seines Umhangs bis zum Kinn gezogen und den Hut tief ins Gesicht gesetzt. Der Fremde mochte fast ein wenig schaurig aussehen, doch die nette, goldgelbe Farbe seiner Kleidung ließ etwas anderes vermuten. Lukas musterte den Fremden, der wie schlafend da saß und auf einem Stück Holz herumkaute. Der Umhang war wunderschön verarbeitet, doch als Lukas Blick in richtung Kopf des Fremden wanderte blieb sein Munde offen stehen. Am Hals des Fremden war eine Kette, mit einem Anhänger glänzend aus Gold. Lukas kniff die Augen zusammen und erkannte, dass es ein kleiner Stab war, an dem eine Schlange empor kroch. Noch während Lukas auf den Anhänger starrte sagte der Fremde:
„Hail thee, kann ich Euch helfen?“ Lukas war so erschrocken, dass er nur ein zaghaftes „Zum Schmied?“ herausbrachte.
„Gleich dort das Eckhaus.“ sagte der Fremde und zeigte an Lukas vorbei.
Lukas rückte die Kommode vor seiner Brust zurecht und ging los, in die Richtung, die er gezeigt bekommen hatte. Er erkannte das Haus schließlich am Geruch, denn es roch nach Feuer und Rauch, wie es auch beim Schmied in seinem Dorf zuhause immer stank. Ohne zu sagen, dass er auch ohne die Hilfe seines Vaters den Schmied gefunden hatte, lief er zurück zum Karren um die noch fehlenden Möbel beizuschleppen. Lukas musste noch 4 weitere Male hin und her laufen, bis letztendlich alles vor der Schmiede stand. Als er gerade den Tisch abstellte, kamen sein Vater und der Schmied aus der Türe.
„Das wurde auch Zeit, ich gehe mit dem Schmied zum Karren, damit er sich anschauen kann, was du angerichtet hast.“
Lukas stand da, die letzten Worte noch in den Ohren und schaute seinem Vater und dem Schmied nach. Wut stieg in ihm auf, Wut die sich seit Jahren angesammelt hatte. Er rannte in die Schmiede und schlug vor Zorn die Tür so fest zu wie er konnte.
„Es reicht“ sagte er zu sich. Mit Tränen in den Augen nahm er die Schreibfeder des Schmiedes und schrieb auf irgendeine leere Seite in einem Buch.
- Ist gutt Vather. Ish habe ferstanden. Wenn ish gehe hast duh keinen Erger mehr. Herr Schmiid, es tuht mir leit für den Diepstaal. –
Dann legte er das Buch aufgeschlagen auf den Tisch und sah sich um. - Ich muss irgendwie Gold verdienen, alleine – dachte Lukas.
Er nahm sich einen Laib Brot, ging in die Werkstatt, nahm sich dort eine kleine Picke, die an der Wand lehnte. Als er gerade die Werkstatt wieder verlassen wollte, fiel ihm noch ein Gürtel ins Auge. Dieser Gürtel hatte eine Schlaufe um eine Picke aufzuhängen und in einem kleinen Beutel an dem Gürtel waren noch kleine Werkzeuge.
Mit diesen Sachen bepackt machte er sich auf, aus der Schmied um seine Kindheit und vor allem seinen Vater hinter sich zu lassen.
Viele Kinder rannten auf der Straße umher, bewarfen sich mit Schnee oder bauten hübsche Gebilde in die Schneedecke. Es war ein Lärm, wie er sonst nur während des Dorffestes zu vernehmen war. Der Händler ging weiter die Straße hinab um zu dem Laden des Allgemeinwarenhändlers zu gelangen. Als er in ein kleines Gässchen einbog, sah er auf einer Treppe vor einem kleinen Steinhaus einen Jungen sitzen. „Willst du nicht mit den anderen Kindern spielen?“ Doch bevor der Junge auf die Frage des Handelsmannes antworten konnte drang ein Schrei aus dem Inneren des Hauses hervor: „Lukas, du unnutzes Balg, wo steckst du? Komm sofort rein!“ Der Junge ließ einen traurigen Blick über die Schneelandschaft streifen und ging schmollend hinein.
„Lukas da bist du ja! Hast du dir die Füße abgetreten?! Immer drückst du dich irgendwo rum, während ich für uns arbeiten muss. Gehe nun schnell zum Feinschmied und kaufe mir 30 Nägel!“ Der kleine Lukas hatte während diesem Monolog nach jedem Satz sachte genickt und machte sich auf zum Laden des Feinschmiedes zu gehen.
Der Laden aus dem Lukas kam gehört seinem Vater Kregor. – Schreinerei Aneldo – stand auf einem kleinen Schild neben der Tür. Früher war es leichter gewesen Gold zu verdienen, denn sie konnten sich die Arbeit durch drei teilen. Doch seit Lukas Mama und Kregors Frau gestorben war, musste Lukas aushelfen, wo immer es nötig war. Ob dies ihm Spaß machte oder nicht spielte keine Rolle.
So rannte Lukas zum Feinschmied, mit den Nägeln zum Vater, anschließend zum Schneider, ein Stück Stoff zu kaufen, mit dem der Vater Sitzflächen mancher Stühle bezog. Zwischendurch musste er beim Tavernenwirt noch nachfragen, welche neuen Möbel er benötige. Das ging tagein tagaus so; Kregor arbeitete in der Werkstatt und Lukas besorgte Rohstoffe und vertrieb die Waren.
Per Bote kam eines Tages eine Bestellung vom Schmied aus Varuna, der eine neue Einrichtung seiner Wohnstube benötigte.
„Hilf mir in der Werkstatt, Lukas, in 6 Tagen fahren wir mit der Bestellung des Schmiedes nach Varuna! Das trifft sich sowieso gut, denn ich brauche noch neue Bretter und diese sind in Varuna viel preiswerter als hier bei uns. Du weißt ja, dass ich die Zeit zum selbst fällen schon lange nicht mehr habe und du bist ja zu schwach dafür!“
Die folgenden Tage waren für Lukas sehr anstrengend. Er rannte von einem Laden zum Anderen, besorgte Nägel, Hammer und Stoffe. Wenn er mal keine Waren zu besorgen hatte, zimmerte er in der Werkstatt Bretter zusammen, bezog Stühle mit Stoffen der verschiedensten Farbe und befestigte Griffe an Schranktüren.
Früh morgens, 6 Tage nach dem Eintreffen des Boten mit der Bestellung, machten sich die Beiden auf den Weg gen Varuna. Sie hatten sich beim Bauer in ihrem Ort einen Esel genommen, der immer wenn wer ein Reit- oder Zugtier brauchte gerne aushalf. Diesen Esel spannten sie vor ihren Karren, den Kregor vor langer Zeit einmal mit einem Freund zusammen gebaut hatte. Seltsamerweise war Kregor mit diesem Freund zerstritten seit einigen Monaten, aber darüber wusste Lukas nichts und machte sich auch weiterhin keine Gedanken.
Der Boden war matschig und die Verhältnisse des Weges miserabel. Es war eine harte Arbeit den Karren auf dem etwas befestigten Untergrund zu halten, und oft musste Lukas abspringen und schieben helfen, weil der Karren sich festgefahren hatte. So fuhren sie einige Stunden, bis ihnen immer mehr Leute, auf dem immer breiter werdenden Weg begegneten. Es waren vor allem Bauer, die von ihren Feldern nach Hause fuhren, oftmals mit voll bepackten Karren, des anderen Händler, zu Fuß oder auf Pferden unterwegs. Als sie an der letzten Kreuzung vor der Stadt in richtung Zentrum abbiegen wollten, kam ein Reiter aus der Stadt geritten. Er hatte eine teuflische Geschwindigkeit und raste ganz knapp vor dem Esel an dem Karren vorbei. Der Esel erschrak, ging durch und machte einen, für einen Esel kräftigen, Satz nach links. Der Karren wurde rumgerissen, sodass sich Lukas und Kregor noch gerade so halten konnten. Gleich darauf hörte man ein lautes Krachen, als der Wagen schließlich an einem Fels zum stehen kam. Kregor fluchte noch dem Reiter nach, hatte aber das Ausmaß dieser Situation noch gar nicht gesehen. Das Krachen das hören war, war die Achse des Karren, die nun in der Mitte auf den Boden hing. Überall lagen Holzsplitter und Lukas ahnte schlimmes.
„Vater, von hier aus können wir nicht mehr weiterfahren, der Karren ist kaputt.“
Der Vater kochte vor Wut über den Reiter.
„ Dann schleppst du alle Möbel in die Stadt zu dem Schmied! Ich gehe schon vor!“
Lukas wurde wild. Er spürte, wie es ihm heiß den Rücken herunterlief und seine Ohren färbten sich hochrot. Immer musste er alles ausbaden, auch wenn er, wie in diesem Fall, gar nichts für das Geschehene konnte. Er schaute seinem Vater kopfschüttelnd nach und machte sich ans Abräumen der Möbel.
Auf dem Karren standen vier Stühle mit Sitzflächen aus Stoff, des weiteren eine Kommode und ein Tisch, alles notdürftig mit einem Seil gesichert. Lukas nahm die Kommode vor die Brust und wackelte langsam in richtung Stadt. Sein Vater hätte ihm wenigstens den Weg erklären können, dachte er bei sich. Aber auch das würde er schaffen.
Er kam schließlich an einem Brunnen an, so schön wie er noch nie etwas gesehen hatte. Lukas vergaß auf einmal seine Last, als er einfach da stand und in das Wasser schaute, dass unter dem Glitzern der Sonnenstrahlen wie kleine Diamanten aussah. Zwar hatte Lukas noch nie einen Diamanten gesehen, aber so stellte er sie sich vor, hatte er doch schon viele Erzählungen über dieses seltsame Gestein gehört.
Als er nach einigen Augenblicken des Träumens dann weitergehen wollte, fiel sein Blick auf den Fremden. Er saß ein wenig abseits vor dem Brunnen auf einer kleinen Bank, den Kragen seines Umhangs bis zum Kinn gezogen und den Hut tief ins Gesicht gesetzt. Der Fremde mochte fast ein wenig schaurig aussehen, doch die nette, goldgelbe Farbe seiner Kleidung ließ etwas anderes vermuten. Lukas musterte den Fremden, der wie schlafend da saß und auf einem Stück Holz herumkaute. Der Umhang war wunderschön verarbeitet, doch als Lukas Blick in richtung Kopf des Fremden wanderte blieb sein Munde offen stehen. Am Hals des Fremden war eine Kette, mit einem Anhänger glänzend aus Gold. Lukas kniff die Augen zusammen und erkannte, dass es ein kleiner Stab war, an dem eine Schlange empor kroch. Noch während Lukas auf den Anhänger starrte sagte der Fremde:
„Hail thee, kann ich Euch helfen?“ Lukas war so erschrocken, dass er nur ein zaghaftes „Zum Schmied?“ herausbrachte.
„Gleich dort das Eckhaus.“ sagte der Fremde und zeigte an Lukas vorbei.
Lukas rückte die Kommode vor seiner Brust zurecht und ging los, in die Richtung, die er gezeigt bekommen hatte. Er erkannte das Haus schließlich am Geruch, denn es roch nach Feuer und Rauch, wie es auch beim Schmied in seinem Dorf zuhause immer stank. Ohne zu sagen, dass er auch ohne die Hilfe seines Vaters den Schmied gefunden hatte, lief er zurück zum Karren um die noch fehlenden Möbel beizuschleppen. Lukas musste noch 4 weitere Male hin und her laufen, bis letztendlich alles vor der Schmiede stand. Als er gerade den Tisch abstellte, kamen sein Vater und der Schmied aus der Türe.
„Das wurde auch Zeit, ich gehe mit dem Schmied zum Karren, damit er sich anschauen kann, was du angerichtet hast.“
Lukas stand da, die letzten Worte noch in den Ohren und schaute seinem Vater und dem Schmied nach. Wut stieg in ihm auf, Wut die sich seit Jahren angesammelt hatte. Er rannte in die Schmiede und schlug vor Zorn die Tür so fest zu wie er konnte.
„Es reicht“ sagte er zu sich. Mit Tränen in den Augen nahm er die Schreibfeder des Schmiedes und schrieb auf irgendeine leere Seite in einem Buch.
- Ist gutt Vather. Ish habe ferstanden. Wenn ish gehe hast duh keinen Erger mehr. Herr Schmiid, es tuht mir leit für den Diepstaal. –
Dann legte er das Buch aufgeschlagen auf den Tisch und sah sich um. - Ich muss irgendwie Gold verdienen, alleine – dachte Lukas.
Er nahm sich einen Laib Brot, ging in die Werkstatt, nahm sich dort eine kleine Picke, die an der Wand lehnte. Als er gerade die Werkstatt wieder verlassen wollte, fiel ihm noch ein Gürtel ins Auge. Dieser Gürtel hatte eine Schlaufe um eine Picke aufzuhängen und in einem kleinen Beutel an dem Gürtel waren noch kleine Werkzeuge.
Mit diesen Sachen bepackt machte er sich auf, aus der Schmied um seine Kindheit und vor allem seinen Vater hinter sich zu lassen.