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[Wolfsquest] Vom Jäger zum Gejagten ...

Verfasst: Donnerstag 18. September 2008, 01:20
von Trystjarn Bunjam
Der Wind wehte schon deutlich kühler in der dunklen Nacht und man merkte deutlich, dass der Sommer sein Ende fand und langsam dem Herbst und Winter wich. Die letzten Tage waren sehr ereignisreich und brachten viel Leid und Trauer in die Lande der Clans, besonders jenem der Bunjam. Erst wurde Finnleik, der Schamanenschüler von Systra durch einen Letharen ermordet, was an sich schon ein Ereignis ist das den vollen Zorn des Clans heraufbeschwören würde. Doch damit nicht genug vielen auch noch Leif und Kadlin, das Jarlspaar den Werwölfen zu Opfer welche auf Gerimor wüteten und schon einmal fast einen Krieg zwischen den Thyren und den Städtern ausgelöst hätten. Die Leiber wurden nach Thyrischer Tradition aufgebahrt und schliesslich den Flammen übergeben, die Tage der Trauer eingehalten und mit der Bestattung aufgehoben. Und wie jene Tage den neuen Platz machten, machte die Trauer etwas anderem Platz ... Wut und Zorn ... der Wunsch nach Rache für die Getöteten. Selbst Wolf, das heiligste Totem der Thyren wurde in einem sehr gefährlichen Ritual beschworen und zu den Werwesen auf Gerimor befragt und die Antworten waren klar und unmissverständlich: Findet jene und bringt sie zur Stecke.
Die Tage wurden mit Vorbereitung, mit Beratung verbracht, selbst mit dem Jarl der Städter hatten sie gesprochen und alles was an spärlichen Informationen verfügbar war zusammengetragen. Viele unbewiesene Theorien wussten die Städter zu berichten, Theorien deren Tauglichkeit erst noch überprüft werden musste und doch war es alles was sie hatten. Alles womit sie arbeiten konnten und um Gegensatz zu den Städtern die darauf warteten, dass sich die Wölfe wieder zeigten, sich wie eine Beute in ihren Städten, ihren Bau, versteckten zogen die Thyren aus um die Suche .. die Jagd nach den Wölfen zu eröffnen egal wie Aussichtsreich sie auch sein mochte. Egal wie klein die Chance auch war, dass sie Erfolg hatten, dass das was in diesen seltsamen Büchern drin stand wirklich die Wahrheit war. Die Werwesen hatten die wahren Wölfe, die Kinder des großen Geists der Hatz und der Jagd aufgeweckt und jene liefen nicht davon ... im Gegenteil. Sie waren fest entschlossen den Werwesen zu zeigen wie es ist, sich selbst als Beute zu fühlen und so begannen die Tiefländer ihre Jagd ...

Zugegeben ... die Methode war ... fragwürdig .. im besten Fall. Man verliess sich auf die Hoffnung, dass die Informationen die die Städter zu Tage gefördert hatten wahr waren. Das Tiere die Anwesenheit jener Bestien auch wenn sie in Menschengestalt waren spüren konnten. Pferde sollten sich merkwürdig verhalten, plötzlich scheuen vielleicht sogar austreten. Hunde sollten jene ohne ersichtlichen Grund ankläffen und so wage die Informationen auch wahren, es war das Beste was sie hatten und Tryst und die ihn begleitenden Schwerter waren bereit ihre Hoffnung auf diese Begebenheit zu setzen. Mit den stolzen Kaltblütern, Pferden welche selbst edle Mustangs noch in Größe und Kraft überragten und mit einem wilden unerschrockenen Gemüt, wollten sie die Bestien in Menschengestalt aufspüren. Wenn etwas diese Tiere erschreckte, musste es schon etwas ganz besonderes und durchaus gefährliches sein. Und so zog die Schar von bis an die Zähne bewaffneten und gerüsteten Streitern der Hinrah und Bunjam, sowei ein Angure durch die Lande, von Bajard bis nach Varuna und quer durch Ostgerimor immer auf der Suche nach Merkwürdigkeiten und unberittenen Stadtmenschen. Jeder Passant wurde von den Thyren umringt und skeptisch beäugt. Behutsam näherte sich stetig ein Krieger aus dem Kreis den umringten Städtern. Die Blicke der Thyren lag dabei stetig auf ihre Pferde gerichtet, jederzeit bereit an die Waffen zu greifen und den Mann oder die Frau vor sich gefangen zu nehmen, so die Pferde seltsame Verhaltensweisen, insbesondere Furcht zeigen sollten. Doch egal auf wen sie trafen, die Pferde blieben ruhig und so verlief die erste Nacht der Jagd ergebnislos. Lediglich eine etwas merkwürdige Hütte hatte man in Ostgerimor gefunden, welche umgeben von allerlei Tieren war und einen nahen Wolfsbau aufzuweisen hatte, doch ansonsten fand man nichts. Und dies würde wahrscheinlich noch viele weitere Nächte so sein, aber ans Aufgeben dachte niemand der hartgesottenen Krieger und Kriegerinnen. Früher oder später würde sich das Werwolfsrudel zeigen, auf die ein oder andere Art und die Clans würden sich diesem Rudel entgegenstellen, geeint und entschlossen bittere Rache für die Verstorbenen zu nehmen. Trystjarn selbst hatte sich geschworen nicht eher zu ruhen bis er die Schädel von Leif und Kadlin, auf das abgezogene Fell dieser Bestien betten konnte, dann erst würde der Rache genüge getan sein und dann erst würden die Clans ihren Feldzug gegen diese Wesen beenden. Bis dahin sieht man sie weiter ausziehen ... Tag für Tag, Nacht für Nacht, die Stadtmenschen überprüfend in der Hoffnung in diesen alten Aufzeichnungen stecke auch nur ein Fünkchen Wahrheit die sie früher oder später zu den Bestien führen würden ...

Verfasst: Donnerstag 18. September 2008, 05:18
von Kanubio Bunjam
Trystjarns Auftrag gefiel Kanubio ausnehmend gut. Er sollte sich nach Gerimor begeben und sich dort nach allem umhören, was sich die Leute aus dem Volk so über die Werwölfe erzählten. Er würde dabei weitaus weniger auffallen, wie ein Tiefländer, meinte Trystrjarn – und dieser wusste gar nicht, wie recht er damit hatte!

Das erste, was Kanubio am nächsten Morgen tat, war, sich Kleidung aus seinen alten Beständen aus seinem Haus am Wegkreuz zu holen - war doch einst eine Schneiderin seine Gefährtin gewesen und hatte seine Truhen mit unzähligen verschiedenen Gewandungen gefüllt. Als er den Kilt abgelegt und sich umgezogen hatte, fühlte er sich seltsam. Diese Schnitte … diese Farben!

Es bereitete ihm große Freude, jene wiederzusehen, die er schon lang nicht mehr getroffen hatte oder einfach nur in Ruhe in einer Taverne zu sitzen und den Worten der niedrigen Stände zu lauschen.

Allerdings barg Trystjarns Auftrag auch einige Gefahren, die ihm sein freundliches Lächeln oft einfrieren ließen, besonders dann, wenn er auf Leute stieß, die den Thyren nicht wohl gesonnen waren und noch mehr, wenn er sich vorstelle, dass jeder – und wirklich jeder! – dem er nun in menschlicher Gestalt begegnete, sich des Nachts in eine dieser grausamen, mordlustigen Bestien verwandeln könnte. Und er stellte sich dies vor, bei jedem, den er traf, um die Gefahr nicht aus den Augen zu verlieren.

Während er sich unter jenen im Land herumtrieb, die wohl kaum oder nur wenig bekannt waren, kümmerte sich die Clansführung um die Hochrangigen – was Kanubio nur recht war. So erhielten sie Informationen von anderen Seiten, Berichte aus verstaubten, alten Büchern, Vermutungen und Thesen, doch nichts wirklich handfestes. Es hieß, Pferde und Hunde könnten die Nähe eines solchen Wesens, auch in Menschengestalt, erspüren. Ob das stimmte? Und wenn ja, dann alle Pferde oder nur besonders feinfühlige?

Um das herauszufinden, schwangen sie sich, als es zu dunkeln begann, gemeinsam auf die Gäule und ritten los. Auch wenn der Grund ihres Tuns ein wahrlich ernster war, war es doch amüsant zu beobachten, wie sich die Leute verhielten, wenn einer der Thyren mit seinem riesigen dunklen Kaltblüter nahe an sie heran ritt oder sie aufforderte, doch dem Tier die Nüstern zu streicheln.
Erstaunen – Verwunderung – Angst – Gleichgültigkeit – allem begegneten sie, nur keinem, vor dem ein Pferd aus unerklärlichem Grund scheute oder sich sonst wie auffällig oder seltsam verhielt.

Auch die kleine, verwahrloste Hütte besahen sie sich. Kanubio hätte vieles über sie und das Gebiet, in dem sie stand, erzählen können, doch keiner interessierte sich dafür. Und was ihm noch auffiel, war ein Name, einer der, wenn auch selten und doch immer wieder, auftauchte. Er nahm sich vor, auch diese Spur nicht aus den Augen zu verlieren.

Verfasst: Donnerstag 18. September 2008, 11:10
von Evja Hinrah
Wutfontänen glitten in ihrem äusserlich ruhigen dürren Körper auf und ab und fütterten die junge Thyrin mit erneuter Kraft.
Natürlich war sie jung, jünger im Gegensatz zu den anderen Kriegern, doch sie hatte schneller gelernt und verbissen an ihrem Ziel festgehalten.

Sie war ein Ridder, ein Posten der eigentlich Kerlen zugeschrieben wird, dennoch hatte sie es geschafft sich durchzusetzen und mit ihrer unerschütterlichen Art den Clan zusammengehalten und neu angespornt.

Doch heute war es egal, ob Clansschwert, Ridder oder Jarl, sie verfolgten das gleiche Ziel, die Rache und an etwas unnatürlichem, vielleicht Fuchtelei..
Evja hasste die Städter und so wurde es ihr auch heute wieder bewusst.
Die Städter dachten nicht nach, sie handelten ohne zu wissen was es bedeutete..
Trystjarn meinte sie sollten nahe an die Städter ranreiten um zu sehen, ob ihre riesigen, muskolösen Kaltblüter unruhig wurden, Tiere hatten einen siebten Sinn bei solchen Wesen.

Auch bei Zauberer und unnatürlichem Zeug wussten die Tiere meist lange bevor die Menschen das wussten, das etwas nicht stimmte.
Doch sie hören meist nicht zu und degradieren eben jene feinfühlige Wesen, nur weil sie nicht so sind wie sie.
Evja verlies sich auf ihre Stute, war sie doch vom Charakter ähnlich wie sie, sie schien zu wissen was Evja wollte und ritt dementsprechend ohne Aufforderung in eben jene Richtung.

Die Werwölfe, wesen die sich bei Vollmond verwandelten und alle rissen die sie trafen, ob Städter oder Thyre..Ebenso war es ihren alten Freunden gegangen. Leif und Kadlin, beide getötet durch diese Bestien. Genau deswegen suchten sie jetzt wild diese Untiere um sie zu richten..
Aber sind sie nicht normale Städter bei Tage?Wurden sie vielleicht bösartig verzaubert von irgendwem? Sollten sie denn für das Werk eines anderen gerichtet werden?

Erstmal mussten sie diese Wesen finden, erst dann würde man sehen ob man ihnen vielleicht helfen könnte. Sie wussten noch nicht ob man sie überhaupt finden könnte aber sie gaben nicht auf, denn wenn Thyren bekannt wären, dann durch ihre unerschütterliche Sturheit.