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Wer bin ich? Na ich bin ich!

Verfasst: Mittwoch 10. September 2008, 20:08
von Rehya von Arganta
Als sie erwachte fühlte sie den warmen Atem in ihrem Haar. Ein kurzer Blick genügte und sie schälte sich vorsichtig aus Rahels Armen. Kurz überblickte sie die Lage und schob Shelly an den Platz den sie selbst zuvor belegt hatte. Ein Glück wirkten die komisch riechenden Tropfen die Rahel zur Zeit ständig nahm wohl einschläfernd. So bemerkte diese nicht, daß sie nun die große Puppe anstatt der kleinen Baroness in den Armen hielt. Im Nachthemd schlich sie sich hinaus aus dem Zimmer im Schloss und tappste barfüssig die großen Stufen hinab.
Die Wache blickte sie streng an und sie sagte lediglich" Ich habe meine Puppe im Garten vergessen. Ich bleib schon innerhalb des Schlossbereiches. Bitte Onkel Wächter ich kann sonst nicht schlafen."
Tatsächlich nickte dieser, wohl wissend das an den Haupttoren seine Kollegen standen.
"Dankeschön!"
Ein strahlendes Lächeln und ein sehr dankbarer Blick aus den auch im Schein der Laternen erschreckend bezaubernden blauen Augen, taten ein Übriges. Rehya war frei. Naja nicht wirklich frei doch immerhin endlich einmal allein. Sie wetzte im Mondlicht durch den streng gepflegten Garten zum Stall hin. Da stand es und schien ihr zuzugrinsen. Ihr Lamapony. Schnell war es losgebunden und sie führte es auf den Zierrasen.
"Weißt du warum immer alles so kompliziert ist?"
Die Ohren des Tieres zuckten zur Antwort.
"Hm...!"
Nachdenklich blickte sie auf das Lama und ließ den vergangenen Tag nochmals Revue passieren.

Sie hätte Unterricht bekommen sollen doch die Tanten waren nicht gekommen. Onkel Hudgar hatte sich aufgemacht um nach ihnen zu sehen doch niemand hatte ihm geöffnet. Besser wäre es gewesen sie wären gekommen. Dann wäre alles anders gekommen. Dann hätte sie sich nicht mit Tari gestritten und Onkel Hudgar nicht mit Rahel. Sie hätte nicht erfahren, dass Tante Flo totgebissen wurde.
Tari kam und bis auf ein artiges' Ehre dem Reich Baroness' hatte er sie wieder nicht wirklich wahrgenommen. Rahel hatte gesagt er würde sie nich hassen sondern er wäre auf Papa böse. Traurig und zornig weil er ihn nicht mitgenommen hatte als er Mama heiratete. Nein halt-Mama hatte Tari nicht gewollt und um sie nicht zu erzürnen hatte Papa ihrerm Wunsch entsprochen. Aber Papa hatte ihr oft von Tari erzählt. Er hatte gesagt er sei wie ihr großer Bruder. Aber immer nur heimlich, wenn Mama nicht zugehört hatte. Trotzdem mied der Junge die kleine Rehya wo er nur konnte und jedesmal wenn sie da war und ein andres Mädchen war er extra liebenswürdig zu dem anderen Mädchen. Als wöllte er ihr jedesmal aufs neue zeigen was sie nicht hatte-seine Aufmerksamkeit.
Es hatte Erfolg, das musste sie eingestehn. Sie hätte nie gedacht das ihr seine kühle Art so wehtun würde. Oder war es weil er der einzige war der ihr so entgegenkam? Nein Tante Darna war auch oft bärbeissig gewesen und es hatte ihr nie so sehr etwas ausgemacht das sie weinte. Papa liebte Tari, das wusste sie und er hatte sie gelehrt das Tari für ihn immer sein Sohn sein würde. Tari hatte gesagt sie würde in alten Wunden stochern. Dann war er weggerannt. Kurz darauf war sie auch ins Zimmer gegangen und hatte gehofft allein zu sein. Doch Rahel folgte ihr und Onkel Hudgar folgte Rahel.
Dem Ganzen folgte ein Streit zwischen diesen beiden , welcher mit einem Zuschlagen der Tür endete. Onkel Hudgar setzte sich zu ihr und erklärte ihr was sie jedesmal zu hören bekam. Alle haben dich lieb auch Tari.
Aber das ist ein Geheimnis und es ist ein Geheimnis das Rahel bei ihr schlief, ein Geheimis dass sie Prinzessin Safiyas Gesicht sah, ein verdammtes Geheimnis das Rahel für sie wie eine Mama geworden war!!! Oh sie hasste diese verdammten Geheimnisse!! Sie komplizierten alles.
Genauso wie sie es satt hatte ständig verglichen zu werden. Du bist wie Feli... dass hatte er gesagt. Wollte sie so sein? Wollte sie wie ihre Mutter sein?
Das stimmt nicht du bist viel mehr wie dein Papa! Das auch noch. Sie liebte Papa, er war für sie alles. Aber sie wollte nicht wie er sein. Auch nicht wie Mama. Sie...sie ... wollte wie Rehya sein.


"Ich heiß doch nicht Rafael...und auch nicht Felicitas. Ich bin Rehya. Rehya,Tiara,Adriana,Florence von Arganta!" Mutig warf sie diesen Namen dem Lama entgegen, welches sie an einer wohl vielleicht wertvollen Tulpenzwiebel kaute.
"Und weißt du warum ich das bin? Weil die Leute meinen Eltern wichtig sind. Wieder soll ich mit jemandem verglichen werden." Eine zweite Zwiebel, ausgegraben von den Hufen des Lamas, fand ihr Ende in dessen Maul.
"Ich will zwar kein Kind, aber ich schwör dir was. Wenn ich eins bekomme nenne ich es ganz bestimmt nicht Tante Darna." Mit einem vollkommenen Platsch, landete der erste Fladen auf dem Zierrasen.
"Ich bin ich und ich werde ein richtiger Ritter!"
Ein Schnauben folgte und sie griff nach einer angebissenen Blumenzwiebel.
"Komm Lamapony, nun kann ich schlafen!"
Mit der Lockzwiebel führte sie es in den Stall und rollte sich im Heu zusammen...

Verfasst: Donnerstag 11. September 2008, 02:11
von Antares von Falkenburg
Die kleine Baroness, diese Rehya. Er wusste nicht wie er mit ihr umgehen sollte. Ihre Worte sie trafen ihn und es war ihr wohl nicht einmal wirklich bewusst gewesen wie sehr. Aber, zu guter letzt konnte er ihr keinen Vorwurf machen, sie war noch zu klein um wirklich zu verstehen und er war sich nicht einmal sicher ob sie es verstehen würde, wenn er mit ihr darüber sprache. Aber wollte er das den überhaupt? Um der kleinen Baroness zu erläutern warum er sich ihr gegenüber so verhielt, dafür müsste er sich ihr komplett offenbaren. Diese Zeit war aber gewiss noch nicht gekommen.

Er begann sogar mittlerweile bei sich selbst nach zu haken, ob er sich ihr gegenüber falsch Verhalten hatte. Aber nein, er war stets höfflich zu ihr und hatte sie mit dem nötigen Respekt behandelt der ihr Zustand. Scheinbar war das wohl ein Fehler, ihm wurde ja von Rahel vorgeworfen er wäre nicht nett zu Rehya. Als der kleine Graf das hörte, wäre er am liebsten aus allen Wolken gefallen. Nie war er zu einer Dame oder einem Mädchen auch nur Ansatzweise unhöflich gewesen. Er zollte der holden Damenwelt immer seinen Respekt. Irgendwie hatte er sich den Umgang mit Frauen von Rafael abgeschaut, dass konnte er nicht einmal leugnen. Deswegen verstand er nicht wirklich was Rahel und Rehya da eigentlich von ihm wollten.

Aber irgendwie war die kleine schon niedlich, ein leichtes grinsen stahl sie auf die blassen Lippen Taris, sie hatte stolz und scheinbar auch einen ziemlichen Dickkopf. Wusste wohl ganz genau wie sie andere Leute um den Finger wickeln konnte, ein Talent was ihr später einmal von nutzen sein würde, da war sich der Grafensohn sicher. Jetzt zu diesem Zeitpunkt konnte er auch nicht einmal sagen, wie das mit Rehya weiter gehen würde. Ob sie sich weiterhin so aus dem Weg gehen würden, oder weiterhin diese kalte Distanz zwischen ihnen herrschen wird.



Schatten.

Erinnerungen sind wie Schatten.
Sie überkommen dich einfach so.
Sobald das Licht weg ist,
kommen sie und wollen dich auf ihre Seite ziehen.

Schwarz und dunkel.
Tief und unerreichbar.
Du kannst sie nicht vertreiben.

Erinnerungen,
sie werden immer in deinem Herzen bleiben.
Sind wie Stiche.
Sind wie Schnitte.
Die Narben verlassen dich niemals,
gehen nie, verheilen nie.

Bleiben immer dein.



Autor: Meli Kizuna Warmer