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Politik und die Frage des Blickwinkels

Verfasst: Donnerstag 21. August 2008, 19:45
von Darna von Hohenfels
(Thread gerne für andere offen)

Roghan - zurück an die Krone. Stolzenfels - zurück an die Krone. Drachenfels - es wurde nur wiederholt, was allen bereits klar war. Gleichzeitig schien seine herzogliche Hoheit Theobald vom Eirensee die Knappen regelrecht anspornen zu wollen, sich mit Verdiensten für das Reich eines dieser Lehen würdig zu machen. Es wehte ein scharfer Wind, und in den ersten Minuten wusste Darna nicht recht, was sie von all dem halten sollte: es klang gut und schlecht zugleich.
"Ich kündige an, dass der hohe Rat der Krone eine neue Politik anstrebt. Der hohe Rat wird eines Tages nur noch eine beratende Funktion innehaben. Dieser Tag rückt unausweichlich näher. Der hohe Rat möchte das Reich in bestem Zustand übergeben. Die Zeit des Wegsehens wird ein Ende finden. Wir werden mehr erwarten... mehr erwarten, was das Zurückdrängen der Aufständigen im Westen betrifft. Wir werden mehr erwarten, was die Achtung der hohen Häupter vor dem Glauben betrifft, aber ebenso werden wir auch von den Eminenzen mehr erwarten.
Ich bin froh, dass noch viele Gespräche vor mir liegen und nicht der heutige Eindruck allein entscheidend ist. Ich mag vielen nun Unrecht tun, aber keine weinerlichen Worte werden dem hohen Rat helfen, wenn es daran ist, das Reich zu übergeben und Erklärungen zu finden, und deswegen wird auch der hohe Rat diese Worte nicht akzeptieren.
Ich weiß, dass viele sich bemühen." Er machte eine kurze Pause, "der hohe Rat weiß das zu schätzen, wenn das Bemühen in ein Gelingen mündet."

Es klang nach Tatendrang, es klang nach der Forderung nach Fakten und Erfolgen. Es klang gut. Sie war inzwischen selber lange genug im Geschäft, um die vielen "aber" und Einschränkungen zu kennen, die solchen Forderungen folgten. Anspruch und Wirklichkeit. Diese Forderungen mussten immer wieder sein, ehe alles erlahmte. Doch wie weit würde der Rat mit sich über das verhandeln lassen, wo man mit Teilerfolgen zufrieden sein musste, wie lange durften stillstehende Fronten akzeptiert und gutgeheißen werden?

"Ein jeder kann so sein Handeln prüfen und sich dem hohen Rat empfehlen. Es gibt jedoch einen, der dies bereits vollbracht hat. Ich möchte darum bitten, daß sich erhebt und vortritt..."
Lange blickte der Herzog durch die Runde, und sie sah selber grübelnd und mit noch schweifenden Gedanken durch die Gesichter. Eine aktuell anliegende Ehrung? Tilianas war erst heute dem Herzog vorgestellt worden. Silvan... nein, da hing die Gerichtsverhandlung im Raum, an der sich etwas entscheiden würde, wenn. Eben war Rafael bekanntgemacht worden, daß er nun das Erbe seines Vaters Arthur antrat und Titelherr von Arganta war. Kurzer Argwohn hatte sich dabei geregt: hofften sie, ihn damit von hier weg und in das Lehen zu ziehen? Eher würde er sich den Arm abschneiden, dafür brauchte sie Rafael nicht mal anzusehen. Was hing in der Luft?
"Seine königliche Hoheit Graf Adrian von Hohenfels."
Man mochte nun vorfreudige Neugier erwarten - doch es war Hohenfels. Und der Kronrat. Wer durch die Reihen der Personen sah, fand in Darna einen Wachhund, der geweckt lauschend den Kopf angehoben hatte, und Rafael wippte ein wenig auf dem Stuhl vor... aus Interesse, wenn man ihn nicht kannte - bereit, jeden nächsten Moment aufzuspringen.
"Ihr, Eure königliche Hoheit, habt eines der schwierigsten Lehen des Reiches. Ihr habt viel entbehren müssen und viele Schlachten und Kriege gegen die widerwärtigen Horden bestreiten müssen."
Das entsprach den Tatsachen, doch ihr schmeckten die Worte nicht. Sie klangen ihr nett ausgesprochen nach dem, worüber sie sich einst mit Silvan gestritten hatte. Theobald lächelte Adrian zu, und ihr lauernder Blick lag darauf: war es eines dieser falschen Lächeln?
"Es gibt bei der folgenden Verkündung zwei Hintergründe: Der hohe Rat der Krone will sich verstärkt wissen, um jemanden höchster Integrität und Erfahrung mit den Aufständigen, jemand der sich in der Praxis vielfach verdient gemacht hat. Über Jahre hinweg dem Reich und der Krone diente. Und bei all den Dingen, die ich im Verlauf des Tages unliebsam und kritisch anmerkte, gilt Euch daher auch meine ganz persönliche Anerkennung."
Es klang tadellos, es klang gut, es ... ließ ihre Alarmglocken noch immer Sturm läuten, mit jedem Wort mehr: "Dazu kommt natürlich, dass der Kronprinz verständlicherweise bestrebt ist, die
Familie möglichst oft zusammen zu haben."
"Und den Kronrat freut das, weil er dann nicht hier ist, wo schwerer erreichbar ist, man ihn schwerer beobachten und kontrollieren kann..." Sollte sie diesem innerlichen Knurren glauben?

"Somit...", Theobald überreichte ihm eine Schriftrolle, die letzte des vorigen Stapels, "Werdet ihr Graf Adrian von Hohenfels in den hohen Rat der Krone aufgenommen."
"Das stand doch eh schon lange fest." Sie furchte leicht die Stirn - und behielt recht, der Haken kam erst noch, während Adrian sich bereits bedanken wollte.
"Im gleichen Zuge wird das Lehen in der Krone treue Hände übergeben."
"Das kann er nicht meinen wie bei den anderen Lehen, oder?"
"Ihr sollt eure Tätigkeit im hohen Rat der Krone voller Aufmerksamkeit ausführen können."
"Sie wollen ihn hier weg haben. Scheinbar mit allen Mitteln. Dafür versuchen sie ihn jetzt nicht allen Ernstes zu enteignen?"
"Zeitnah wird Gräfin Valentina von Sternwall hier eintreffen."
"... ... Gräfin. Statt... Gräfin, hier... Gräfin, statt... WAS?!"
"Ich bin mir sicher, dass euer Wissen und Können eine saubere Übergabe garantieren. Meine persönlichen Glückwünsche, Eure königliche Hoheit."
"Weggelobt. Das ist ein Wegloben. Und das... das hier..."


"Wie kannst du...", erklangen später ihre und Adrians Stimme leise im Gartenlabyrinth des Schlosses, nachdem das Mahl aufgrund der Stimmung aufgehoben war - fast hätte sie ihr Glas in der Hand zerbrochen.
"Wie konnte ich was... mich der Order nicht widersetzen?"
Er drehte sie zu sich und sie sah ihn mit bebenden Lippen wie vor den Kopf geschlagen an. "Du bist... sie können doch nicht... das hier ist ein Grafenlehen, das Lehen deines Blutes, das hier ist doch kein Rittergut, aus dem sie dich mal eben wegloben können!"
"All das ist es.. ich werde mich mühen, zumindestens einen Haushalt hier aufbauen zu dürfen.
Es ist meine Heimat und ja ich liebe es.. jeden .. Halm... Doch wie würden sie es werten, doch wohl als Untreue zur Krone .." Er presste die Lippen zusammen. "Ich bin gewiss, es war Adors .. und Isidors persönlicher Wunsch, mich näher zu wissen. Ich hoffe, dass es dies ist.. sie sind der Rest meiner Familie."
"Adrian... Das ist dein Schloß! Du bist doch kein Beamter, und ja, sowas ist ein
Grund für Revolte, das kann der Kronrat doch nicht machen! Das ist Willkür! Was soll der nächste Graf denn denken, daß er mal eben so abgesetzt werden kann??"
Schon eine Baronie zu enteignen, war eine reichliche Dreistigkeit. Sie fand auf die Frage, was sich der Kronrat daraus für Konsequenzen erwartete, keine Antwort. Welcher Adelige stimmte so einer Maßnahme zu, ohne mit Fug und Recht dann auch um seinen eigenen Familienstammsitz fürchten zu müssen? "Das kann doch nicht ihr Ernst sein."
Was ging hier vor sich?

Der Abend wurde noch lang... und er wurde dunkel. Sehr dunkel. Bis ihr klar wurde, daß sie überall nur noch Schatten und Dolche sah. Aus jenen Reihen, die doch auf der gleichen Seite stehen sollten wie sie, wie sie alle, Adrian, Rafael...
"Sind Eure Worte und meine Befürchtungen wahr, so wird das Reich von einem... Natternnest regiert, Silvan", sollte sie später noch sagen. Es war weder das letzte Wort noch die letzte Sorge.

"...und die Menschen fingen an, sich gegenseitig zu misstrauen. Sie hatten Angst, dass Alatar unter ihnen war, denn sie wussten nichts von seiner Gestalt. ..."

Verfasst: Montag 25. August 2008, 18:58
von Rafael von Arganta
Die Stille der Nacht senkte sich nur langsam auch über das Schloss.
Hier und da war noch ein Laut zu hören, dann gingen wohl auch die letzten Bediensteten zu Bett.
Nur hier und da hörte man noch die Schritte der Wachen, während auf dem Flur auf dem Rafael stand alles ruhig war.
Auch die Wachen des Herzogs standen ruhige da, und hingen ihren eigenen Gedanken nach, so wie er wohl.
Adrian im Raum hinter ihm schlief sicher schon... obwohl... ob er wirklich schlafen konnte, oder ebenso versuchen würde den heutigen Abend irgendwie zu verarbeiten?
Zweiteres war Wahrscheinlicher, und doch wusste Rafael das sein Freund jetzt diese Ruhe dringend benötigte um über alles Nach zu denken.

Herzog Theobald Zirius Archimbar vom Eirensee ...
Mit Sicherheit ein ... interessanter Mann. Daneben war ein Silvan noch Schoßhündchen, und Adrians hochgerühmter Sarkasmus lange nicht annähernd an diesen Mann heran.
Machtvoll und Gefährlich.
Wie Gefährlich, das ließen schon einige seiner Worte, seine Andeutung mehr als nur erahnen.
Zweifelsohne hatte er sehr viel Macht im Kronrat.
Zweifelsohne... Rafael brach den Gedanken ab. Das Grenzte an Hochverrat.
Aber was sollte er auch anderes denken im Moment.
Adrian, wie sagte es Darna so schön, weggelobt. Hohenfels würde nicht länger von ihm regiert werden, er selber?
Nun Titelträger und aufgrund dessen nun nicht mehr direkter Befehlshaber des Regimentes, sondern der Ritterschaft Hohenfels.
Sprich ... die alte „Garde“ Hohenfels war ausgehebelt worden.

Ein grimmiges Auflachen verließ seine Kehle, was ihm irritierte Blicke der andren Wachen einbrachte.
Von wegen! Man würde sich noch wundern!
Hohenfels würde für ihn immer unveränderbar mit Adrian verbunden sein, und er war sich sicher das darüber das letzte Wort noch nicht gesprochen war.
Sollte diese Gräfin Valentina von Sternwall ruhig kommen. Rafael war sich sicher das sie nur eine Marionette Eirensees sein würde.
Sollte sie ruhig versuchen ihn vom Gegenteil zu überzeugen, sie war in der Bringschuld, nicht er.
Er stellte sich diese Gräfin schon vor. Hutzelig, Alt, Schnepfe und Arrogant.
Sie würde keinen einfachen Stand haben. Gewisslich nicht.
Das Volk hatte ihren Grafen geliebt.
Fast wütend rieb er sich über das Gesicht und stellte wieder einmal fest das der Siegelring an
seinem Finger ihn mehr als nur störte.

Der Ganze Tag war Grauenvoll gewesen.
Die Ankunft des Herzogs, seine Worte bei der Besichtigung Varunas die Rafael die Zornesröte ins Gesicht getrieben hatte.
Dann der Abend, Eirensee wie er ihm den Ring übergab, seinen Namen änderte und der Hinweis darauf wie ach so tugendhaft sein Vater wäre und und und ...
Danach die Enthebung, nein... Entmachtung Adrians, sowie die Verkündung welche Lehen zurück an die Krone fielen.
Stolzenfels... Rafael war zusammengezuckt bei der Nennung dieses Namens, fast versucht auf zu stehen, Einspruch zu erheben, aber es war nicht an ihm, das wusste er. So hielt er sich zurück. Mühsam bemüht die Ruhe in sich wieder zu finden.

Eines war sicher.
Langweilig würde es sicherlich nicht werden solange der Herzog in Hohenfels weilte, und Rafael hoffte das dieses nicht all zu lange währen würde, denn in wie weit er sich mit seinen Vorwürfen zurück zuhalten, vermochte er nicht zu sagen.
Doch ohne Beweise, gab es einfach keine Chance, wollte er nicht selber als Hochverräter enden.

Verfasst: Dienstag 26. August 2008, 11:06
von Trutta van Drachenfels
Die schlimmsten Kämpfe waren rund um die Burg Drachenfels ausgefochten worden. Wenngleich vom düsterbruchchen Erbe nicht mehr viel über war, so sprach man doch immer noch mit Furcht von dem Tyrannen. Langsam normalisierte sich das Leben wieder. Zeit, Regen und Sonne ließen dunkle blutgetränkte Male verblassen. Die Wunden der Menschen und des Landes vernarbten allmählich.
Die rasch errichteten Feldlazarette verschwanden. Ein neues Hospital war auf den Grundmauern, des alten zerstörten errichte worden.

Trutta hatte die Insel bereist und sich über den Fortgang des Wiederaufbaus und die Umsetzung ihrer sozialen Ideen, informiert. Liliana würde sich über die Entwicklung freuen. Neu Weidenstein blieb zum größten Teil von den Kämpfen verschont, was wohl seiner günstigen Lage zu verdanken war, genoss jedoch den allgemeinen Aufschwung. So wurde hier eine Einrichtung für Kinder gegründet, in der die kleinen spielen und die größeren lernen konnten. Sie war der Heilerakademie unterstellt.
Im kleinen Dorf Unterbergen, das fast so umkämpf wurde wie die Hauptstadt, war kein Haus stehen geblieben. Und auch jetzt hatten noch nicht alles Familien wieder ein eigens Dach über dem Kopf. Sie hausten zum Teil noch in provisorischen Laubhütten. Die Bauarbeiten waren in vollem Gange und bis zum Winteranbruch, so hofften sie, würden alle Häuser wieder stehen und die Arbeit in den Minen wieder anlaufen.

Im Nebelthal sah düster aus. Hier müsste noch viel geschehen, zwar wurde nicht gekämpft, aber das Joch des Despoten hatte die Menschen verarmen und verbittern lassen.

Auf der Rückreise nach Drachenfels Stadt kam ihr der Silberdrache in den Sinn. Sie hörte ihn in ihrem Kopf. Müde lächelnd seiner Hilfe dankend, schlief sie in der schaukelnden Kutsche ein.

Am nächsten Tag packte sie ihre Sachen zusammen um nach Gerimor zurück zu reisen. Da hörte sie ihn wieder. Ihren Sinnen nicht trauend, machte sie sich auf den Weg zu Hafen, als ein stechender Kopfschmerz ihr Vorhaben vereitelte. Zurück bei der Burg stand ein Pferd für sie gesattelt bereit. Allmählich dämmerte es ihr. Es war kein Traum, keine Einbildung, der ehrwürdige Silberdrache hatte sie gerufen. Aus Liliana Erzählungen wusste sie sie davon, aber dennoch hatte sie es immer belächelt, für ein Märchen aus Kindertagen gehalten.

Aber wie sollte sie den Weg wieder finden? Sie war damals viel zu aufgeregt um sich heute an irgendetwas in den Höhlen zu erinnern. Ehe sich es sich versah, trabte das Pferd los. Es kann den Weg, dachte sie erleichtert.
Am Höhleneingang blieb das Pferd stehen. Missmutig rutschte sie herab. Mit mulmigem Gefühl betrat sie die Höhle, versuchte sich an irgendetwas zu erinnern, das ihr den rechten Weg weisen könne, irrte zweifelnd und ziellos umher.

Eine Fackel hatte sie noch. In Gedanken, mit sich selber hadernd, so dumm zu sein, sich in die Höhlen zu begeben ohne sich auszukennen, rief sie den Silberdrachen um Hilfe an.
Dann hörte sie ihn: „Was jammerst du? Komm herein!“ Und wirklich, vor ihr war ein Leuchten, das nicht von ihre Fackel kam.

Der alte ehrwürdige Drache eröffnete ihr, dass Drachenfels unsicheren Zeiten entgegen sehe. Sie erfuhr von den Beschlüssen seiner herzoglichen Hoheit Theobald vom Eirensee. Es war ihr alles so unwirklich und rätselhaft, dass sie sich gar nicht darüber wunderte woher der Silberdrache das wusste.
Mehr aus Verzweiflung als eine Antwort erwartend, fragte sie, was sie tun könnten um den Frieden der auf Drachenfels und das Wohl des Silberdrachen, die Sicherheit das Hortes zu garantieren.

Wie erwartet gab er keinen Lösung zum Besten, aber er erzählte von Slain.




Verfasst: Freitag 29. August 2008, 02:44
von Antares von Falkenburg
Auf und ab, auf und ab, dies nun schon seit einigen Minuten. Leicht gebückt seine Gestalt, die Hände auf den Rücken verschränkt, lief er wie ein alter Mann, in seinem Zimmer hin und her. Die anfangs Euphorie darüber das er sich wohl bald ein Zimmer mit Adrian teilen sollte, hatte nach gelassen. Erst jetzt, hier in der Ruhe des grossen Zimmers wurden ihm die Worte seines Vormundes bewusst. Es stand eine wahrliche Veränderung in der Hohenfelser Grafschaft bevor. Eine Veränderungen die unter Garantie einigen nicht schmecken würde. Eine bittere Pille, die niemand schlucken wollte. Ihm selbst war es eigentlich egal ob hier nun eine neue Gräfin aus Sternensee, Sternenwald oder Sternwall, wie auch immer, einzog. Ihm machte ehr die Aussage Adrians zu schaffen das es wo möglich, _wo möglich_ passieren kann das er in die Königsstadt muss, um seinen Verpflichtungen gegenüber Ador nach zu kommen. Dies war Antares seine bittere Pille und die lag schwer im Magen. Sicherlich hatte Adrian recht mit seinen Befürchtungen das man Ador, manipulieren könnte, dass Leute ihm wirklich Honig um den Mund schmierten nur um ihre eigenen Ziele zu erreichen. Jedoch Ador war nicht dumm, ganz im Gegenteil, Antares konnte sich in mancher Situation davon überzeugen, dass der Kronprinz sehr gewitzt war.

Tari wollte Adrian nicht ziehen lassen. Der Gedanke machte ihm Angst und schnürte seine Kehle zu. Schon längst war der Graf von Hohenfels nicht nur sein Vormund, nein, für Antares war er weit mehr, viel mehr. Nicht nur ein Vorbild, fast so etwas wie eine Vaterfigur. Auch wenn er kaum Zeit für Antares hatte, in den kurzen Momenten wo er einmal nicht der Truchsess war, ließ er Tari das spüren was der Junge so schmerzlich vermisste. Er blickte gedankenverloren auf sein Schreibpult, ob er es wirklich wagen sollte? Langsam ging der kleine Graf auf darauf zu und zog sich mit samt den Stuhl eng an den Tisch her ran. Die Federspitze wurde in das Tintenfass getaucht und sodann auf das fein, hergestellte Papier angesetzt.



Meine besten Grüsse entsende ich dir Ador,

viele Monde ist es nun schon her als ich bei dir in der Königsstadt war und ich hoffe inständig bei dir steht alles zum Besten. Vielleicht freust du dich über Zeilen meiner seit`s, jedoch kann ich mir auch denken das du leicht verwundert bist. Es hat sich hier viel getan, viel verändert sich. Sicherlich weißt du bereits darüber bescheid, über jene Neuerungen welche auf Hohenfels eingetreten sind. Es wird viel getuschelt und getratscht über die neue Gräfin welche hier das Zepter in die Hand nehmen wird. Weißt du etwas über sie? Man sagt sie sei alt und runzelig, mit grauen Haaren. Eine Sache welche ich nie verstehen werde, warum man eine Gräfin immer als alte Frau sieht, aber so sind sie nun einmal die Dienstboten. Es ging ein regelrechtes Aufraunen durch die Stadt, als der Herzog jene Sache mitteilte, doch zweifle ich an das der _Schock_ in einigen Gesichtern wirkliche Schockiertheit war. Du weißt ja selbst zu gut, welch Maskerade manche Menschen aufsetzen. Adrian indes hat mir heute mitgeteilt, dass er eventuell zu dir Reisen wird um dich zu unterstützen. Ich kündige dir schon einmal an, sollte das Adrian wirklich tun, bin ich der erste der fertig gepackt in der Kutsche sitzt. Vielleicht ist dies sogar eine gute Idee um den ganzen Trubel hier zu entkommen. Es geht wirklich zu wie ein einen Bienenstock, als wenn Adrian, wegen der neuen Gräfin aus der Welt sei. Ich für meinen Teil erwarte sie sogar mit Spannung, eine Frau regieren zu sehen ist einmal eine Erfahrung wert. So nun komme ich zum Ende und ich hoffe wirklich das wir bald einmal wieder aufeinander Treffen, ich habe noch ein Übungskampf mit dem Schwert bei dir gut.

Bis dahin verbleibe ich hochachtungsvoll und in Demütigkeit


Antares

Leicht drückte er seinen Rücken durch, als er den letzten Punkt auf das Papier setze und die Feder zurücklegte. Er war sich nicht einmal wirklich sicher ob Ador diesen Brief überhaupt erhalten würde, nicht selten kam es vor das irgendwelche Dokumente einfach abgefangen wurden. Jetzt hieß es nur noch irgendjemanden zu finden der sich auf den weiten Weg in die Königsstadt machte um jenen Brief dort ab zu geben. Antares faltete ihn sorgsam zusammen und ging nach draussen. Wie der Zufall so spielte, sah er gerade einen jungen Mann, scheinbar ein Dienstbote oder der Sohn von einem Angestellten des Schloss, so genau konnte Tari das nicht mal sagen. Sofort verneigte der junge Mann sich vor ihm. „Dem Reich zur Ehr, euer Erlaucht.“ „ Ich habe hier einen Brief und einen Auftrag, von bedeutender Wichtigkeit an euch. Jenes Schriftstück muss schnellst möglich in die Königsstadt gebracht werden, vorzugsweise direkt zum Kronprinzen. Es soll euer Schaden nicht sein.“ Der Mann nickte nur eifrig und nahm den Brief an sich, ohne sich noch länger auf zu halten machte er eine Kehrtwendung aus dem Schloss. Tari rieb sich vergnügt über die Nase, dass ging ja leichter als gedacht. Dann zuckte er zusammen, war da nicht die Stimme Adrians? Wenn er ihn hier um diese Uhrzeit noch erwischt gibt es wieder ärger. Eiligst schlich sich der Junge hoch in sein Zimmer.



Es wird sich zeigen was noch alles auf jeden zukommen wird, für die einen sicherlich auch negative Dinge, doch er hoffte nicht für seinen geliebten Onkel selbst.

Gute Mine zu bösem Spiel

Verfasst: Freitag 29. August 2008, 14:04
von Trutta van Drachenfels
Die See war ruhig, so hätte sie die Passage genießen können. Das Erlebte und die Unsicherheit was aus Drachefels werden würde vereitelte es.
Antarian von Weylenstein: Drachenfels mag in den Augen des Kronrats unwichtig erscheinen, aber mit euerm Schreiben habt ihr die Aufmerksamkeit des Kronrates auf euch gezogen und das nicht Positiv. … Ihr hab den Kronrat vor den Kopf gestoßen, was erwartet ihr wie man reagiert?
So ein Unsinn! Den Kronrat beleidigt! Das Adelsrecht verraten! Die Ehrung unangemessen zurückgewiesen!
Wer hat wen verraten? Auf die verzweifelten Hilfehersuchen kam nicht eine Antwort. Die Untätigkeit der Landesväter kam dem Tyrannen von Düsterbruch grade recht. Aber die Sorge und Verantwortung für das Volk, das das Land bearbeitet und Erze aus den Minen brachten, das letztlich den Wohlstand förderte, und das gegeben Versprechen des Vaters und Oheims duldeten keinen Tag länger Aufschub.
Jetzt wo der Erfolg ihnen Recht gab, der schwere Sieg errungen war, erinnerten sie wieder.
Liliana: ... Der Kronrat hat es einkassiert, als wäre es eine reife Frucht.
Nun ist Drachenfels wieder wichtig. Eine Perle im Reich, ein Schmuckstück. Vielleicht hätten sie im Überschwange der Gefühle nicht auf ihren Titel verzichten sollen, das war sicher kurzsichtig hinsichtlich der nachfolgenden Entwicklung der Politik, aber! welche Wahl hatten sie denn?
Und nun? Als loyale Untertanen des Königs, auf altes Erbrecht vertrauend, fühlte sich ausgeliefert. Sie war eine von Drachenfels. Drachenfels, ein geachteter Name, eine stolze Familie mit einer ehrenwürdigen Geschichte, gebunden an Wort und Land.
Es schmerzte Trutta zu sehen, wie Liliana der Respekt des Reiches versagt wurde.
Nie hatte sie sich etwas zu Schulden kommen lassen. Das hatte sie nicht verdient. Was war so verkehrt daran jedem Lebewesen, Geschöpfen Eluives mit Respekt zu begegnen, freundlich zu sein, Armen aus der Not zu helfen, Kranken ungeachtet ihres Standes nötige Behandlung angedeihen zu lassen? War es nicht genau das, was der jungen Königin Anara bei Hofe die Herzen öffnete und sie beim Volk zu einer beliebten Herrscherin machte?

Akaius nicht daheim antreffend, führt der zweite Weg zu Liliana. Ihr gab sie ausführlichen Bericht vom Stand des Wiederaufbaus, von der Zuversicht der Menschen, vom erblühen der geliebten Heimat und von dem unerwarteten und nicht ganz freiwilligen Besuch beim Silberdrachen.
Trutta: Er scheint dem Grafen zu vertrauen …
Liliana: Nun ich denke Graf Adrian ist noch einer der umgänglichsten Herrscher. Er ist weder eingebildet, auch kein herrschsüchtiger Tyrann, vielleicht könnte man sich sogar mit ihm arrangieren
Trutta: Ich glaube das wollte der Silberdrache mit seiner Geschichte sagen. Nur das es nicht in unserer Hand liegt, aber es ist wichtig, die Sicherheit von Drachenfels und auch der des Hortes zu bewahren und Graf Adrian wäre wohl ein solcher Garant
Liliana: Er ist ja als Graf von Hohenfels abgelöst und in den Kronrat befördert worden sicherlich wird man ihm als Ersatz ein anderes Lehen anvertrauen. Du meinst wir sollten ihm Drachenfels anbieten? Bevor wir irgendeinen Tyrannen bekommen?
Trutta: Ich weiß nicht in wie weit wir das können, haben wir nicht mal eine offizielle Nachricht erhalten. Oder hast du ein Schreiben vom Kronrat bekommen?
Liliana: Ein Schreiben? Nein ... ich sah nur die Aushänge. Man hielt es nicht für nötig uns gesondert zu informieren. …


Als Bittsteller würden sie ins Rathaus gehen und ihr geliebtes Lehn wie Sauerbier anbieten. Es war demütigend. Es war so bitter, ein bleiernes Opfer was sie aufzubringen gedachten.

Allgemeinwohl vor Eigennutz.