Endlose Nächte
Verfasst: Mittwoch 20. August 2008, 19:55
Ein schriller Schrei hallt durch die Nacht
Die Angst durch meine Glieder zieht
So schrecklich das ich aufgewacht
Sehe den Mut der auf dem Nebel flieht
Die kalte Hand die meine Schulter greift
Lässt mich noch schneller rennen
Der heiße Atem, meinen Nacken streift
Von hinter mir, höre ich es brennen
[anonymer Autor]
Das Feld schien endlos sich vor ihr aufzutun und wurde in ein blutrotes Licht getaucht, als die Sonne in ein unnatürliches Abendlicht unterging. Das Klirren von Schwertern drang hautnah an ihr Ohr, laute Befehle, einem Orkan gleich, peitschen durch die Luft, begleitet von den Schreien der Schmerzen und des Todes. Langsam durchschritt sie das Feld, ließ den Blick weit schweifen. Sie sah nichts und doch hörte sie immer wieder diese Schreie, das Geräusch von kämpfenden Massen.
Irritiert zogen sich die Brauen zusammen, die Hand huschte automatisch gen des Griffes ihres Rapiers, welches sie stets bei sich trug. Der Feind...er musste doch irgendwo sein. Sie spürte doch die Gegenwart, spürte, dass sie nicht alleine war. Langsam tastete sie sich weiter voran, schritt über Unebenheiten und knackende Äste hinweg.
Sie verstand nicht, wo die Männer waren, warum man sie so weit hinten zurückgelassen hatte. Wollte Gillian sie nur schützen? Oder hatte man sie mit Absicht so weit nach hinten fallen lassen? Der Schritt verschnellerte sich langsam, der Atem ging einen Deut rascher als gewohnt und ein Unbehagen schoss durch die Fasern ihres Körpers.
Die Stimmen schienen sich zu nähern, der Geruch von Blut und Schweiß stieg ihr in die Nase, als sie auf einmal das Gleichgewicht verlor und zu Boden fiel. Sie war doch nur an einer Wurzel hängen geblieben....oder? Der Blick ging ruckartig nach hinten, gen des eigenen Knöchels, verharrte dort voll Schrecken und Ekel. Eine Hand...eine Hand umfasste den Knöchel, fest und eisern. Der Körper des Mannes war voller Blut, die Augen glasig und entrückt von dieser Welt. Und doch war da dieses Flehen in seinem Blick. Helft mir....
Ruckartig trat sie nach ihm, wollte nicht mehr diese Kälte spüren, die er verströmte und die geifernd und gierend ihren Körper durchdrang. Sie stolperte ein paar Schritte weiter vor, fiel wieder und wurde erst jetzt der Umgebung gewahr, die sie die ganze Zeit durchschritten hatte. Menschen...ein Feld voller Menschen. Voller Krieger, die ihr Leben gelassen hatten, die Siechtum, Krankheit und Tod mit sich bringen würden. Eure Schuld....eure Schuld....
Sie spürte wieder die Hände, diese eiskalten Hände, die nach ihr griffen. Es schienen mehr und mehr zu werden, sie drängten auf sie, ließen kein Aufstehen, kein Entkommen zu. Sie biss die Zähne aufeinander, wehrte sich mit aller Kraft, bis...
Die Augen wurden aufgeschlagen, der Körper richtete sich kerzengerade auf. Schnell und unregelmäßig ging ihr Atem, während die Schweißperlen auf ihrer Stirn hinunterrannen und das Gesicht umrahmten. Zitternd fuhr sie sich durch das Haar, versuchte, den Blick auf etwas zu richten, dass sie beruhigen würde. Ein Traum, es war nur ein Traum...
Immer und immer wieder murmelte sie die Worte vor sich her, während sie aufstand und im Zelt auf und abging. Die Bilder mussten aus ihrem Kopf. Nicht schon wieder diese Kälte, diese ausdruckslosen Gesichter...nein. Nicht schon wieder...
Die Angst durch meine Glieder zieht
So schrecklich das ich aufgewacht
Sehe den Mut der auf dem Nebel flieht
Die kalte Hand die meine Schulter greift
Lässt mich noch schneller rennen
Der heiße Atem, meinen Nacken streift
Von hinter mir, höre ich es brennen
[anonymer Autor]
Das Feld schien endlos sich vor ihr aufzutun und wurde in ein blutrotes Licht getaucht, als die Sonne in ein unnatürliches Abendlicht unterging. Das Klirren von Schwertern drang hautnah an ihr Ohr, laute Befehle, einem Orkan gleich, peitschen durch die Luft, begleitet von den Schreien der Schmerzen und des Todes. Langsam durchschritt sie das Feld, ließ den Blick weit schweifen. Sie sah nichts und doch hörte sie immer wieder diese Schreie, das Geräusch von kämpfenden Massen.
Irritiert zogen sich die Brauen zusammen, die Hand huschte automatisch gen des Griffes ihres Rapiers, welches sie stets bei sich trug. Der Feind...er musste doch irgendwo sein. Sie spürte doch die Gegenwart, spürte, dass sie nicht alleine war. Langsam tastete sie sich weiter voran, schritt über Unebenheiten und knackende Äste hinweg.
Sie verstand nicht, wo die Männer waren, warum man sie so weit hinten zurückgelassen hatte. Wollte Gillian sie nur schützen? Oder hatte man sie mit Absicht so weit nach hinten fallen lassen? Der Schritt verschnellerte sich langsam, der Atem ging einen Deut rascher als gewohnt und ein Unbehagen schoss durch die Fasern ihres Körpers.
Die Stimmen schienen sich zu nähern, der Geruch von Blut und Schweiß stieg ihr in die Nase, als sie auf einmal das Gleichgewicht verlor und zu Boden fiel. Sie war doch nur an einer Wurzel hängen geblieben....oder? Der Blick ging ruckartig nach hinten, gen des eigenen Knöchels, verharrte dort voll Schrecken und Ekel. Eine Hand...eine Hand umfasste den Knöchel, fest und eisern. Der Körper des Mannes war voller Blut, die Augen glasig und entrückt von dieser Welt. Und doch war da dieses Flehen in seinem Blick. Helft mir....
Ruckartig trat sie nach ihm, wollte nicht mehr diese Kälte spüren, die er verströmte und die geifernd und gierend ihren Körper durchdrang. Sie stolperte ein paar Schritte weiter vor, fiel wieder und wurde erst jetzt der Umgebung gewahr, die sie die ganze Zeit durchschritten hatte. Menschen...ein Feld voller Menschen. Voller Krieger, die ihr Leben gelassen hatten, die Siechtum, Krankheit und Tod mit sich bringen würden. Eure Schuld....eure Schuld....
Sie spürte wieder die Hände, diese eiskalten Hände, die nach ihr griffen. Es schienen mehr und mehr zu werden, sie drängten auf sie, ließen kein Aufstehen, kein Entkommen zu. Sie biss die Zähne aufeinander, wehrte sich mit aller Kraft, bis...
Die Augen wurden aufgeschlagen, der Körper richtete sich kerzengerade auf. Schnell und unregelmäßig ging ihr Atem, während die Schweißperlen auf ihrer Stirn hinunterrannen und das Gesicht umrahmten. Zitternd fuhr sie sich durch das Haar, versuchte, den Blick auf etwas zu richten, dass sie beruhigen würde. Ein Traum, es war nur ein Traum...
Immer und immer wieder murmelte sie die Worte vor sich her, während sie aufstand und im Zelt auf und abging. Die Bilder mussten aus ihrem Kopf. Nicht schon wieder diese Kälte, diese ausdruckslosen Gesichter...nein. Nicht schon wieder...