Wenn Worte mit dem Wind tanzen ...
Verfasst: Freitag 8. August 2008, 16:45
Sie war gerade von Menek'Ur zurückgekehrt, als sie ihren Welpen noch im Hof sah. Merkwürdig, zu dieser Zeit, dass er noch wach war. Aber wie so oft konnte er vermutlich diese Nacht auch nicht schlafen. War es die Sehnsucht nach seinem Vater, Falk, die ihn wachhielt? Die Hoffnung, dass er eines nachts durch die Tore kam und wieder dort war, wo er hingehörte? Zu seinem Rudel, zu seinem Weib, zu seinen Söhnen?
Nachdem Jolinn ihm die Milch gegeben hatte verschwanden Mutter und Sohn auf einem der Wachtürme Grimwoulds. Sie sahen in die dunkle Nacht, zum Horizont und versuchten nur eine kleine Bewegung dort auszumachen. Nur einen Lichtschein, einen Stern - irgendetwas, das darauf schließen lies, das Falk an sie dachte, so sehr, wie sie auch an ihn dachten. Oftmals standen sie hier zu zweit, manchmal auch zu dritt, je nachdem wie Ulfarr aus den Wäldern zurückkam. Er war mittlerweile groß genug, als das er schon anfing, den Bären hinterherzuwetzen, um ihnen das Fell über die Ohren zu ziehen. Jolinn war das erste Mal entgeistert nachgerannt, aber als sie gesehen hatte, was er konnte, war sie überrascht und verwundert zugleich. Aber was erwartete er - bei dem Vater Ulfarrs. Und auch Ansgar würde eines Tages genauso groß und stark werden wie Falk. Die hölzerne Klinge trug er jetzt schon mit vollem Stolz. Zeitweise hatte Jolinn gehofft, dass er sich eher für den Bogen interessierte, aber man konnte es eben nicht leugnen: Es war Falks Bursche.
"Dah, wann tust du wiederkommn tun?" Die verzweifelten Worte des kleinen Jungen taten ihr im Herzen weh. Sie sah die Bilder noch vor sich, wie glücklich er war, als die Kunde getragen wurde, dass Jolinn guter Hoffnung war. "Mey tut dey vermissn tun!" Jolinn hatte Ansgar recht früh beigebracht, dass alles, was er dem Wind sagte, auch zu Falk gelangen würde. Wenn er sich nur von ganzem Herzen wünschen wurde, dass sein Dah irgendwann durch die prächtigen Tore zurückkehren würde, so würde das auch geschehen.
Jolinn wusste nicht, wo genau er nun war, ob ihm etwas geschehen war. Manchmal quälten sie unruhige Träume, manchmal weckte sie die Sehnsucht. Es war, als wäre sie allein. Auch, wenn ihr liebster Mann noch lebte, er war so weit fort. Und immerzu lebte sie mit der Angst, dass er gar nicht mehr wiederkommen würde. Das etwas passiert war und sie nie davon erfahren würde. Vielleicht sollte sie mit Hedwig sprechen.
Als sie Ansgar in ihre Felle brachte streichelte sie ihm noch ein paar Mal über die blonden Haare. Er war ganz wie sein Vater. Ein bildhübscher kleiner Junge und ihm wie aus dem Gesicht geschnitten. Es war schön, wenigstens denTeil ihrer beider Liebe noch bei sich zu haben. Die Verbindung über ihre beiden Welpen war das, was Jolinn noch hoffen lies. Und erst als Ansgar schlief, schlich sie sich nochmals hinaus auf den Aussichtsturm um ihre eigenen Worte an den Wind zu richten. Worte, die deutlich zeigten, dass sie mehr litt, als sie zugab. Worte, die an Falk gerichtet waren, liebevolle und sehnsüchtige Worte, ehe sich eine einzelne Träne wie jeden Abend auf ihrer Wange ihren Weg bahnte. Es war keine Trauer, es war die Sehnsucht, die sie handeln ließ.
Nachdem Jolinn ihm die Milch gegeben hatte verschwanden Mutter und Sohn auf einem der Wachtürme Grimwoulds. Sie sahen in die dunkle Nacht, zum Horizont und versuchten nur eine kleine Bewegung dort auszumachen. Nur einen Lichtschein, einen Stern - irgendetwas, das darauf schließen lies, das Falk an sie dachte, so sehr, wie sie auch an ihn dachten. Oftmals standen sie hier zu zweit, manchmal auch zu dritt, je nachdem wie Ulfarr aus den Wäldern zurückkam. Er war mittlerweile groß genug, als das er schon anfing, den Bären hinterherzuwetzen, um ihnen das Fell über die Ohren zu ziehen. Jolinn war das erste Mal entgeistert nachgerannt, aber als sie gesehen hatte, was er konnte, war sie überrascht und verwundert zugleich. Aber was erwartete er - bei dem Vater Ulfarrs. Und auch Ansgar würde eines Tages genauso groß und stark werden wie Falk. Die hölzerne Klinge trug er jetzt schon mit vollem Stolz. Zeitweise hatte Jolinn gehofft, dass er sich eher für den Bogen interessierte, aber man konnte es eben nicht leugnen: Es war Falks Bursche.
"Dah, wann tust du wiederkommn tun?" Die verzweifelten Worte des kleinen Jungen taten ihr im Herzen weh. Sie sah die Bilder noch vor sich, wie glücklich er war, als die Kunde getragen wurde, dass Jolinn guter Hoffnung war. "Mey tut dey vermissn tun!" Jolinn hatte Ansgar recht früh beigebracht, dass alles, was er dem Wind sagte, auch zu Falk gelangen würde. Wenn er sich nur von ganzem Herzen wünschen wurde, dass sein Dah irgendwann durch die prächtigen Tore zurückkehren würde, so würde das auch geschehen.
Jolinn wusste nicht, wo genau er nun war, ob ihm etwas geschehen war. Manchmal quälten sie unruhige Träume, manchmal weckte sie die Sehnsucht. Es war, als wäre sie allein. Auch, wenn ihr liebster Mann noch lebte, er war so weit fort. Und immerzu lebte sie mit der Angst, dass er gar nicht mehr wiederkommen würde. Das etwas passiert war und sie nie davon erfahren würde. Vielleicht sollte sie mit Hedwig sprechen.
Als sie Ansgar in ihre Felle brachte streichelte sie ihm noch ein paar Mal über die blonden Haare. Er war ganz wie sein Vater. Ein bildhübscher kleiner Junge und ihm wie aus dem Gesicht geschnitten. Es war schön, wenigstens denTeil ihrer beider Liebe noch bei sich zu haben. Die Verbindung über ihre beiden Welpen war das, was Jolinn noch hoffen lies. Und erst als Ansgar schlief, schlich sie sich nochmals hinaus auf den Aussichtsturm um ihre eigenen Worte an den Wind zu richten. Worte, die deutlich zeigten, dass sie mehr litt, als sie zugab. Worte, die an Falk gerichtet waren, liebevolle und sehnsüchtige Worte, ehe sich eine einzelne Träne wie jeden Abend auf ihrer Wange ihren Weg bahnte. Es war keine Trauer, es war die Sehnsucht, die sie handeln ließ.