Zwanzig Hiebe mit dem Stab
Verfasst: Donnerstag 7. August 2008, 03:28
von Yalia Flarens
"Sehen wir uns das jetzt erstmal an."
Yalias feine Brauen wanderten ihre Stirn hinauf.
Sie folgte Sue, die mit der Fackel in der Linken die hereingebrochene Dunkelheit verscheuchte, über die Wiese zurück zum Tor.
"Sehen wir uns was an?"
Ihre neue Aufpasserin blickte sich kurz mit nichtssagenden Ausdruck im Gesicht zu ihr um, bevor sie ihre Schritte fortführte.
"Heute wird jemand ausgepeitscht"
Einen kurzen Moment hielt sie unter dem Torbogen inne.
Am liebsten hätte sie auf der Stelle kehrt gemacht und wäre weggelaufen, zwang sich aber zur Ruhe und schritt durch ihn hindurch.
Es wäre ein sinnloses Unterfangen.
Selbst ohne eine Söldnerbande die sie suchte wäre es ihr schwer gefallen sich zu ernähren.
Wer nichts kann, ist ein Niemand
Die Worte von Alexyos verstummten ob Yalias Wut über sie.
"Wer?"
Sie bemühte sich den Worten einen belanglosen Klang zu verleihen, wie sie es immer tat, und hoffte Sue würde die Unruhe, die sie nicht ganz verbergen konnte, nicht sofort entdecken.
"Fey"
Yalias Lippen wurden zu einem schmalen Strich.
Sonst war sie es, die mit solch lakonischen Antworten ihrer Umwelt auf den Geist ging.
Sie würde jetzt wohl nicht viel aus ihr herausbekommen, und es würde wahrscheinlich ohnehin noch einen kurzen Schauprozess geben, wie sie vermutete, so schwieg sie, bis sie in der großen Halle Platz nahmen.
Nach und nach füllten sich die Plätze, und Yalia nutzt die Gelegenheit, dass sich ein offensichtlich neues Mitglied mit ein paar älteren bekannt machte dafür, einige Namen ihren Gesichtern zuzuordnen, bis der Hauptmann mit durchdringender Stimme das Wort ergriff.
"Feyares"
Eilig wandte sie ihr Haupt um zu sehen, in welche Richtung er den Namen aussprach. Wer betroffen war, war leicht an dem etwas schockierten Gesichtsausdruck zu erraten.
"Mal sehen wessen du dir schuldig gemacht hast."
Er holte ein Buch aus der Tasche, aus dem er zu zitieren begann.
Was für ein unnötiges Theater
Das Ergebnis erschütterte sie dennoch.
Zwanzig Schläge mit dem Stock, weil er ohne Titel gegrüßt, und bei der Versammlung Wein getrunken hatte.
Sie ließ sich nicht anmerken wie sehr Alexyos eindringlicher Seitenblick in ihr Gesicht sie aus der Fassung brachte.
Hatte er das Strafmaß so hoch angesetzt um ein Exempel für sie zu statuieren?
Würde sie eine ähnliche Strafe erwarten, wenn man sie bei etwas Verbotenen erwischte?
Nach dem ersten Hieb fixierte sie eine leere Wand.
Er war hart geführt, und sie glaubte nicht dass 'Fey' nach zwanzig von ihnen noch einmal in seinem Leben auf dem Rücken liegen konnte.
Sie wollte und konnte ihn nicht sehen, doch sie konnte sich nicht die Ohren abschneiden.
Sie hörte wie der Stab jedesmal auf seinen Rücken prallte.
Hörte wie Sue bemüht ruhig die Hiebe zählte.
Hörte wie das Opfer seinen Widerstand aufgab und begann zu schreien.
Hörte wie die Umstehenden das Spektakel kommentieren.
Hörte wie Knochen nachgaben.
Hörte wie das Opfer aufgab zu schreien.
Hörte wie der Hauptmann nach fünfzehn Hieben einschritt.
"Das genügt, lasst von ihm ab."
Er hätte seine Stimme so hart klingen lassen können wie er wollte.
Yalia wusste dass er fest dazu entschlossen war, streng zu wirken, und nicht milde, und es musste ein grausiger Anblick gewesen sein, wenn es ihm wert war, das aufs Spiel zu setzen.
Nachdem Feys Bestrafung vollzogen war, und seine gröbsten Wunden versorgt waren, leerte sich die Halle wieder, bis nur noch Yalia und Sue dort waren. Sie hatte dabei geholfen, und so war ihr letzten Endes doch nichts anderes übrig geblieben, als den blutüberströmten Körper zu sehen.
"Das war nicht gut."
Begann sie, starrte wieder die Wand an.
"Aye"
Stimme Sue ihr zu.
"Er wollte ein Exempel statuieren."
"Aye"
"Es ist außer Kontrolle geraten."
"Aye, Gregor ist ein Sadist."
"Jetzt bleibt ihm nichts anders übrig als so weiter zu machen, wenn er sein Gesicht nicht verlieren will.
Das ist nicht gut."
"Aye..."
Verfasst: Donnerstag 7. August 2008, 17:11
von Alexyos Rachus
*Nachdem der Bestrafte weggeschhaffen wurde, wanderte der Blick des Hauptmannes von einer Blutspur zu anderen. Die Ecke des Grauens, eine passende Bezeichnung, denn hier hatte nicht eine formelle Bestrafung stattgefunden, sondern ein Schauspiel von Schmerz und Lust.
Feyares hatte an diesem Abend den Schmerz verkörpert, Kerkermeister Gregor Dagonare die Lust... Alexyos hatte sich während der ersten Hiebe äußerlich keine Emotionen anmerken lassen, der Gesichtsausdruck war streng wie gewohnt, die Arme abwartend hinter seinem Rücken verschränkt, der Blick konzentriert auf die beiden Männer gerichtet. Er hatte von den Kameraden über den Ruf des sadistischen Kerkermeisters gehört, dennoch liess er den Mann sein Handwerk ausüben, warum auch nicht, immerhin gefiel Alexyos die Loyalität dieses Mannes, der seine Aufgaben pflichtbewusst und mit Passion erfüllte. Man musste ihm nichts zweimal sagen, und so begann das Spektakel ohne Protest oder Zwischenfälle...
Alexyos Wunsch, den Rekruten hart ranzunehmen, war überflüssig, dennoch sprach er ihn aus, und er wusste, sein Wunsch war Gregor Befehl. - "Aye Hauptmann.", und Gregor Dagonare liess seinen Mahagonie Stock schnell, zielichsicher und kraftvoll auf den Rücken des armen Feyares niedersausen. Die Schlagbewegungen waren kontrolliert, dennoch steckte viel Leidenschaft in der Ausführung... das spiegelten die Augen des Kerkermeisters wieder. Der Trotz des Rekruten machte dem Schreien platz, der nun eintrat. Es war grauenvoll, selbst für die Ohren des strengen Hauptmannes. Doch sein Mund bildete immer noch eine Linie. Die Mimik spiegelte nicht das wieder, was in seinem Innerem vorging...
Gregor war ein Sadist. Nicht der Zweck der Bestrafung konnte seine Gedanken und sein Handeln dominieren, niemals, dieser Gregor musste es geniesse, er hasste und liebte sein Opfer zugleich; der Gesichtsausdruck des Kerkermeisters war nun irre angehaucht.
Die Knochen des Rekruten gaben nach, und nicht weil Gregor es erst jetzt geschafft hatte, den Bruch zu verursachen, nein, es geschah, weil er es erst jetzt wollte. Er steigerte die Schmerzstufe gekonnt.
Der Hauptmann liess gewähren, er selbst dachte, wie wohl die meisten seiner Kameraden, dass dies der Höhepunkt der Bestrafung war. Rippen können heilen, und wenn die gängliche Medizin versagen würde, könnte man ihn ja noch zu einem Heiler schleppen... Doch es war jener 15. Schlag, der der Letzte sein musste - Alexyos wusste dies...
Der 15. Schlag sollte wohl auch ein Knochenbrecher werden. So dachten sie, die Zuschauer. Doch nein, keineswegs... Gregor, der nun gänzlich seinem sadistischen Rausch verfallen war, machte einen Seitensprung gen Feyares... jetzt konnte er doch gar nicht mehr effektiv den Rücken verletzen, was hatte er vor? Um das in jenem Moment zu beantworten hätte mehr Zeit abverlangt, denn Gregor hob den Stock an und schlug treffsicher mitten auf den Mund des Rekruten. Nachdem der Stock den Mund wieder verliess, hinterblieb ein Blutmatsch im Gesicht des Bestraften. - Der Hauptmann befahl aufzuhören. Und Gregor hörte auf.*
Verfasst: Samstag 9. August 2008, 04:26
von Yalia Flarens
Das Knallen der Tür musste im ganzen Haus zu hören sein.
Yalias Herz raste.
Nein! Er kann es nicht wissen! Es muss ein Bluff sein!
'Ich weiß wer es war. Wenn er oder sie sich nicht stellt, werde ich ihn in fünf Tagen enttarnen'
Ihre Augen wurden schmal.
Er würde dieses Spielchen nicht mit ihr spielen.
Ihre Eltern hatten oft genug versucht sie so zu einem Geständnis zu bewegen.
Der Hauptmann sprach dort unten immer noch mit dem Ausbilder, ihre Stimmen waren stark gedämpft zu vernehmen, aber sie konnte kein einziges Wort von dem verstehen, was sie Sprachen.
Ihr Blick fiel auf die Tasche.
Das 'Diebesgut' befand sich nach wie vor dort drinnen, und wie Alexyos schon gesagt hatte, es war ein nettes Spielzeug, warum es nicht in Situationen wie diesen Benutzen?
Vorsichtig öffnete sie die Tür wieder und schloss sie bedacht wieder hinter sich.
Sie schlich weiter, den Weg zurück zur Halle, bis eine Ecke vor ihr, dann hockt sie sich auf den Boden und lauschte in die Dunkelheit.
"wir können nicht erlauben dass die Söldner wieder so undiszipliniert werden wie zu den Zeiten meiner Vorgänger!"
Der Hauptmann war hier unten klar und deutlich zu vernehmen.
"Sue und Yalia sagten, ich würde mein Gesicht verlieren, weil ich diesen Feyares so hart bestraft habe, aber ich denke das war gut so."
Ein Mundwinkel schnellte in die Höhe.
Nicht weil du ihn so hart bestraft hast, sondern wenn du Reuhe dafür zeigst, hab ich gesagt du Trottel.
Nun sag schon irgendwas relevantes.
Doch das Gespräch kam nicht mehr auf die gestohlenen Tränke oder die Diebin, geschweige denn wie er sie überführen wollte.
Stattdessen führte Alexyos seine Rede fort, und Regado, den sie noch weniger mochte als den Hauptmann, stimmte ihm ab und zu zu, oder ergänzte seine Worte.
"Warte, ich muss noch kurz etwas holen..."
Als Yalia die näherkommenden Schritte vernahm zuckt sie so heftig zusammen, dass sie beinahe die Flasche fallen gelassen hätte, die sie die ganze Zeit umklammerte.
Ein paar Schlucke später schien der Gang leer zu sein.
Es ist wahrlich ein schönes Spielzeug...
Der Hauptmann kam mit schweren Schritten an ihr vorbeigestampft.
Sein Blick wanderte immer wieder von einer Seite des Ganges zur anderen, und Yalia wagte es nicht mehr auszuatmen, in Sorge er konnte es vernehmen.
Ein paar Fingerbreit weiter nach links, dann hätte er mit seiner Plattenrüstung ihre Zehen zerquetscht.
Ihre Lunge begann zu schmerzen.
Erst als er fast an der Tür angelangt war, fand sie den Mut wieder auszuatmen, stützte sich auf die Schenkel und erblickte....ihre Füße.
Wäre dieser Kerl noch langsamer gegangen, hätte der Trank bereits nachgelassen!
"Yalia?!"
Sie fuhr herum.
Ohje, er wollte zu ihr?
Der Ausbilder war wahrscheinlich immernoch in der Halle.
Mit einem Seufzen entkorkte sie die nächste Flasche und hastete kurz darauf wieder ungesehen quer durch den Saal, die andere Treppe nach oben, formte mit den Händen einen Trichter und brüllte gegen die Wand
"Jaa?!"
Hätte sie nicht genau gewusst, dass kein Gott ihr in diesem Moment helfen würde, hätte sie gebetet.
Hoffentlich würde er denken, der Ruf käme aus ihrem Zimmer, auf der anderen Seite er Wand.
Hoffentlich war er noch nicht dort gewesen.
Hoffentlich würde es ihm genügen, sich auf diese Weise mit ihr zu unterhalten.
Sie hielt inne und lauschte erneut.
"Yalia?"
Nein, er ist bei der Treppe!"
Noch während sie aus der Sichtlinie schlüpfte, giff sie nach einem neuen Trank.
"Yal....hum? Ich dachte sie wäre hier gewesen. Die Lichtverhältnisse sind verwirrend."
Panisch sah sie sich um.
Ein Weg führe über den Balkon in ihre Zimmer, aber die Tür hatten beide im Auge, diesen Weg konnte sie nicht nehmen.
Aber sie werden es wahrscheinlich tun.
Sie unterdrückte ein Schnaufen und hastete wieder los.
Den Weg zurück, die Treppen an ihnen vorbei, durch die Halle, passierte den Gang und stieg die andere Stiege nach oben, bis zu ihrem Zimmer.
"Yalia, wo bist du?!"
Die Türe wurde aufgerissen und der Hauptmann kam die Leiter hinaufgeklettert, dicht gefolgt von seinem Schoßhund, dem Ausbilder.
"Wieso bist du plötzlich hier, und vorher nicht?"
Er wirkte aufgeregt. Eine Ausrede musste her.
"Vielleicht war ich unter der Decke, hast du...?"
"Natürlich habe ich nachgesehen, verkauf mich nicht für dumm."
"Hm, du warst wohl schneller, ich hab ein wenig gebummelt....noch etwas in Sues alten Zimmer nachgesehen."
Er funkelte sie wütend an und wandte sich herum, kletterte wieder nach unten.
Ihr eigener Blick traf Regado.
Stünde dieser Narr nicht noch hier, würde sie sofort ihre Beute verstecken. Sie würde das hier nicht mehr durchhalten.
So jedoch musste sie sich Mühe geben....vielleicht hatte sie noch eine Chance...
"Ich bin wieder da. Dort gibt es nichts zu sehen.
WO warst du?"
"Sagte ich bereits, was es dort zu sehen gibt ist eine Frauenangelegenheit."
Alexyos Lächeln war zugleich humorlos und ungläubig.
"Zeig mir doch bitte deine Tasche, Yalia."
Sie stockte.
"Da sind Privatsachen drin, ich will nicht dass du sie durchwühlst."
"Das ist _mein_ Haus, ich kann tun was ich will."
Verzweifelt suchte sie noch ein paar Augenblicke nach einem Ausweg, dann kapitulierte sie innerlich und suchte stattdessen eine Möglichkeit zur Schadensbegrenzung.
"Das Fass stand so offen da...ich dachte es wäre für alle gedacht...und nachdem du so geschrien hast hab ich mich nicht mehr getraut es zuzugeben....tut mir Leid"
Er musste entweder erraten haben, dass alles bis auf die ersten sechs Worte eine Lüge war, oder Mitleid war tatsächlich nicht seine Spezialität.
Oder beides.
Die flache Hand kam angeflogen und schnalzte auf ihre Wange.
"Du willst mich also für dumm verkaufen, ja?"
Die Hand kam wieder und prallte auf die andere Seite.
"Ich werde dich lehren fremdes Eigentum zu stehlen."
Zwei Mal noch schlug er ihr Gesicht, dann wurde sie von hinten am Schopf gepackt.
Regado, dieser Hund. Ich stech' ihn eines Tages ab!
"Sieh ihn an, wenn er mit dir redet!"
Doch er wandte sich um.
"Alsogut....fünf Hiebe mit der Peitsche, die tut nicht so weh wie der Stab"
Als er sie wieder ansah, hatte er ein großzügiges Lächeln auf den Lippen, das Yalias Wut nur noch schürte.
"Sehr gut, ich werde ein wenig Salz holen!"
"Nagut, vier Hiebe dafür mit Salz."
"Regado nickte mit dreckigem Lächelen und trat auf die erste Sprosse, als der Hauptmann ihn noch einmal innehalten ließ.
"Oder...
Du wirst bei der nächsten Versammlung vor alle treten und folgendes sagen:
''Ich bin ein dreckiger kleiner Dieb und ich entschuldige mich, dass ich lieber stehle, als Euch hilfreich zu sein, meine lieben Kameraden. Außerdem möchte ich mich bei Euch bedanken, hier sein zu dürfen, obwohl ich nichts kann und somit ein Niemand bin."
Während er sprach, veränderte sich etwas in Yalia.
Bis vor einem Moment hatte sie allen Widerstand aufgegeben und sich ihrem Schicksal gefügt, doch damit war es vorbei.
Sie hatte wieder die Möglichkeit selbst über ihr Schicksal zu entscheiden, und selbst wenn es nur die Möglichkeit war zwischen zwei schlechten Alternativen zu wählen.
Der Augenblick, in dem die Angst mit dem Stolz rang, war erschreckend kurz.
"Das werde ich nicht sagen."
So sehr sie sich auch angestrengt hatte, es möglichst fest klingen zu lassen, ihre Stimme zitterte immer noch zu sehr von den Tränen, die sie vergossen hatte.
Die heiß brennenden Wangen erinnerten sie zu gut daran.
Sie konnte es nicht erkennen, aber sie dachte das Nicken des Hauptmannes hatte etwas anerkennendes an sich.
"Dann hol das Salz und die Peitsche, Regado.
Aber nicht die ein-endige, sondern die mit den sechs Enden."
Ein kurzer Hoffnungsschimmer glimmte in ihrem Inneren auf, dass der Hauptmann dachte, sechs Enden bedeuteten sechs mal so viele Schmerzen.
Die Kraft würde sich auf die Enden aufteilen und...
"Die mit den Eisensternen an den Spitzen."
Oh.
In diesem Falle war es wohl der Faktor sechs.
Alexyos musterte sie forsch, als warte er darauf, dass sie es sich anders überlegte, und ihre Augen wurden Schmal.
So einfach würde er den Widerstand nicht noch einmal brechen.
Diese Worte würde nie in ihrem Leben über ihre Lippen kommen, unter keiner Folter.
"Hier ist sie..."
"Die Kleidung darfst du anlassen, die Spitzen werden sie ohnehin zerreißen....schade darum, eigentlich."
Nach kurzem Zögern glitt ihr Umhang zu Boden.
Ihre Weste behielt sie an, sie würde sich sicherlich nicht entblößen, und so schade war es auch nicht um diese.
"Oh, sieh an, die Spitzen sind ja rostig auch noch...aber noch recht scharf"
"Aye, wir pflegen unsere Folterwerkzeuge nicht."
Regado, elender ja-Sager und Untertan....Alexyos, verdammter herrschsüchtiger Prinzipienreiter...ich will zu meinen Eltern
"Du wirst mich nicht dazu bringen das zu sagen, Alexyos"
Dieses Mal war sie zornig genug, es fest klingen zu lassen.
"Nagut, dann an die Wand. Wir fangen an."
Ihre Hände zitterten vor Angst, als sie sie anhob, um sich an der Wand abzustützen, aber jetzt würde sie sich noch mehr blamieren, sich zurück zu ziehen.
"Eins."
Vernahm sie Alexyos Stimme.
Es war ein grausiges Gefühl, den kurzen Moment lang, als sie wusste dass der Schmerz nicht mehr lange auf sich warten lassen würde, fast schlimmer als das, was danach folgte:
Sechs Zacken bohrten sich mit voller Wucht an unterschiedlichen Stellen in ihren Rücken.
Sie hatte sich vorgenommen so lange wie möglich nicht zu schreien, ein Vorsatz den sie schon nach dem ersten Hieb in den Wind warf.
Regado zog die Peitsche zurück, und die Sterne wurden aus ihrem Fleisch gerissen.
"Weiter. Zwei."
Die Stimme des Hauptmanns klang unbarmherzig.
"Oh, sieh, Blut"
Der Ausbilder klang erheitert, dann schlug er das zweite mal zu.
Das Mädchen kreischte wieder gequält auf, dann sackte sie auf die Knie, doch der dritte ließ nicht lange auf sich warten, und langsam überkam sie eine leichte Betäubtheit.
"Willst du nicht doch lieber sagen, was ich dir vorschlug?"
Erst nachdem er diese Worte geraunt hatte, nahm Yalia wahr, dass er sich zu ihr gebeugt hatte.
Trotz und Wut verliehen ihr neue Kraft.
Im Übermut versuchte sie sogar, sich wieder aufzurichten, gab den versuch unter Schmerzen aber wieder auf.
Ihr Rücken fühlte sich an als wäre er zig-Male von Schwertern durchstoßen, und langsam bemerkte auch sie dass etwas warmes, zähflüssiges weiter nach unten rann und ihren Rock tränkte, es dauerte aber einen Moment, bis ihr klar wurde was das bedeutete.
"Vier."
Sei kniff die Augen zusammen, und der vierte Schlag übertraf alles, was sie je gefühlt hatte.
Als sie aufschlug bemerkte sie, dass ihre Beine wohl nachgegeben hatten.
"Nicht einschlafen, Kleine"
Irgendwo am Rande ihres Bewusstseins bließ ihr jemand entgegen.
Einen Moment hatte sie Angst, es wäre Kra'thor, der ihr Lebenslicht löschte.
Im nächsten wünschte sie sich, er wäre es gewesen.
Der feine Salzstaub legte sich über ihren Rücken wie tausend feine Messer, die langsam, Millimeter für Millimeter tiefer in sie eindrangen.
Wohl wissend dass es ihr keine Besserung versprach wand sie sich auf dem Boden, wimmernd und schluchzend, doch der Schmerz schein sich jede Sekunde zu verschlimmern.
Hätte sie noch genug von ihrer Umwelt wahrgenommen, um die Stimmen der beiden zu hören, hätte sie nicht mehr die Kraft aufgebracht, ihre Wunden mit dem Verbandszeug zu versorgen, das sie da gelassen hatten.
Das letzte, bevor sie die gnädige Bewusstlosigkeit umfing, war Alexyos in ihren Gedanken.
"...die tut nicht so weh wie der Stab"