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Die unheimliche Begegnung mit einem Schönen Ausgang

Verfasst: Mittwoch 16. Juli 2008, 19:45
von Fabrizio al Cor
Fabrizio war mit den drei Frauen, Anna, Ileana und Kyra, sowie dem Schützen Lerano alleine am Kontor der Gefolgschaft von Reensdorf. Da sie alle fast gleich alt waren und er der war, der am längsten mit Anna in der Gefolgschaft war, fühlte er sich etwas verantwortlich für die anderen. Wenn er auch noch jung an Jahren war, so hatte er doch schon einiges erlebt.

Wie immer sammelte er zuerst die Eier und Federn ein. Danach molk er die Kuh und die Ziege und kümmerte sich um die Bienenvölker. Diese umschwirrten ihn wie jedesmal in heller Aufregung und einige stachen ihn auch, weil er ihnen die Früchte ihrer Arbeit nahm, den Honig und das Bienenwachs.

Damit fertig ging er in Richtung Kontor, um die Sachen in den jeweiligen Truhen zu lagern. Als er an Ileana und Kyra vorbeikam grüßte er wie immer freundlich. Doch die beiden jungen Kriegerinnen hörten ihn gar nicht weil sie kräftig mit ihren hölzernen Übungsschwertern auf die Schilde der Gegnerin schlugen. Zielstrebig ging er ins Haus und verrichtete dort seine Arbeiten. Kurze Zeit später ging er hinauf in die Küche um etwas zu essen. Dabei traf er Lerano und Anna. Nach einer Weile ging Anna auf den Balkon hinaus und Fabrizio unterhielt sich mit Lerano, weil er am Tage davor zu ihm gesagt hatte, das er mit ihm reden wolle.

Jung an Jahren nahm er seine Aufgabe als stellvertretender Kontorleiter sehr ernst. Er erkundigte sich bei Lerano wie es mit der Jagd steht, welchen Bogen er benutzt und andere ihn interessierende Sachen.

Plötzlich hörten beide ein lautes Rufen von Ileana und Kyra. Sofort eilten sie auf den Balkon hinaus. Unweit der beiden Mädchen stand eine, in den Farben der Raben gekleidete, Frau. Sie war nicht sonderlich groß dafür aber leicht füllig gewachsen. Ihre Stimme klang noch nicht alt, aber auch nicht mehr jugendlich. Die Frau forderte die Mädchen auf ihren Helm und ihre Schwertscheide abzulegen. Sie sagte sie komme wegen dem Kopfgeld, welches Kelgor Mar Hent auf Kleidungsstücke mit dem Wappen derer von Reensdorf ausgesetzt hatte.

Fabrizio rief sie an und forderte sie auf die Mädchen in Ruhe zu lassen. Dann sagte er leise so das sie es nicht hören konnte zu Lerano: "Geh runter zur Tür und öffne sie wenn du hörst das ich den Mädchen zurufe sie sollen ins Haus rennen." Er nickte nur und begab sich zur Haupttür.

Fabrizio versuchte die Frau abzulenken bis Lerano an seinem Posten war. Dann forderte er die Mädchen laut auf ins Haus zu rennen. Doch die Frau, welche scheinbar eine Magierin war, hatte einen Bann auf sie gelegt, so das sie sich nicht bewegen konnten.

Fabrizio überlegte krampfhaft was er tun könne. Doch die Rabenfrau kam ihm mit einer Aussage zuvor. Sie sagte. "Wollt ihr wirklich euer junges Leben geben, für einen Helm und eine Schwertscheide?"

Diese Aussage brachte ihn dazu, die Frau noch einmal anzusprechen. Er forderte sie auf die Mädchen von dem Bann zu befreien. Im Gegenzug dafür würden sie Helm und Schwertscheide ablegen und sobald sie im Haus seien könne sie die Sachen holen. Sie war einverstanden und Fabrizio sagte zu den Mädchen: Legt Helm und Schwertscheide ab und geht dann langsam ins Haus zurück!"

Gesagt, getan. Die Frau blockierte die Ausgangstür mit einer ruhelosen Seele, so das die 5 Reensdorfer den Kontor nicht verlassen konnten, so nahm diese jedenfalls an. Dann nahm sie die Sachen auf und verschwand in südwestlicher Richtung.

Fabrizio sagte zu Lerano, er möge das Haus zur Kontortür hinaus verlassen und die ruhelose Seele von der Tür weglocken. Er solle aber vorsichtig sein und dieses Wesen, was auch immer es sei, nicht zu nahe an sich heran lassen. Als das Wesen von der Tür fort gelockt war, ging er hinunter und zog seine Kettenrüste aus Eisen an, welche er sich selbst schmiedet hatte. Zum Glück war er ein Grobschmied, der dies selber konnte. Danach gingen sie alle 5 auf die Suche nach jenem Wesen. Doch sie fanden es nicht, da es wahrscheinlich seiner Meisterin gefolgt war.

Aufgeregt und immer noch erschreckt gingen die Frauen ins Haus. Fabrizio und Lerano folgten ihnen. Er rief die beiden jungen Kriegerinnen noch einmal zu sich hinaus zur Schmiede, von welcher das Dach auch schon einsturzgefährdet war, weil zwei Krähenkrieger den Stützbalken mit einer Axt zerschlagen hatten, einen Tag vorher. Er gab ihnen zwei Trainingsrüsten aus Eisen und sagte, das sie ab sofort nur noch mit diesen trainieren sollten ohen jegliche Kleidung mit Wappen, wenn keine erfahrenen Krieger in der Nähe wären.

Lerano verabschiedete sich dann und auch Kyra legte sich schlafen. Nur Ileana, Anna und Fabrizio waren noch im Kontor. Er unterhielt sich mit Ileana über das eben erlebte. Diese war noch total verstört, so das er sie eine Weile allein lies und zu Anna auf den Balkon ging.

Draussen auf dem Balkon saß sie und war in Gedanken versunken. Auch sie schien über irgend etwas nachzugrübeln. Er setzte sich neben sie und legte seinen Arm vorsichtig um ihre Schulter und fragte was sie so nachdenklich mache. Sie sah ihn an und sagte ganz leise: "Ich denke über etwas nach, was du gestern gesagt hast!" "Nun" sagte er leicht schmunzelnd "ich rede viel den ganzen Tag, aber ich glaube ich weiß was du meinst. Ich sagte gestern das du hübsch bist, meinst du das? Anna nickte nur knapp. Er lächelte und sagt: "Ja du bist das hübscheste Mädchen welches ich kenne und ich würde gern mit dir gehen. Fabrizio schaut sie dabei unsicher an wie sie wohl reagieren würde. Als er ein kurzes Lächeln auf ihrem Gesicht sieht und sie leise zu ihm sagt: "Ich auch mit dir! machte sein Herz einen kleinen Sprung vor Freude. Sie küssten sich das erste mal etwas unbeholfen und strahlten sich gegenseitig an.

So hatte dieser Tag, welcher unheilvoll begann für sie beide noch ein glückliches Ende gefunden.