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Die Balkonszene

Verfasst: Mittwoch 16. Juli 2008, 05:45
von Dalana D´Ron
Diese Schmerzen! Immer wieder fuhr Dal aus ihren Schlaf empor, als eine neue Schmerzwelle ihr Bein erfasste. Selten waren die Tage, seit ihrem Unfall geworden, an dem es so schlimm war. Sie hatte absolut keine Ahnung wie spät es war, aber Zeit war meist irrelevant. Mit einem leisen seufzen, warf sie die Decke zurück und schwang die Beine über die Bettkante. Vielleicht würde ja ein kleines Pfeifchen helfen, mit jenem Kraut was sie erst kürzlich erworben hatte, in jedem falle würde es für ein paar Stunden diese nervenden Schmerzen betäuben. Unsittlich wie sie nun einmal war, tapste sie nur mit ihrem leichten Nachthemd bekleidet, ohne einen Überwurf oder der gleichen, durch die Hallen der Feste zum kleinen Balkon, welches sie sich ein wenig gemütlich eingerichtet hatte.

Mit der Pfeife und dem Kraut bewaffnet betrat sie nun eben jenen Steinbalkon und stieß ein leises „Oh“ aus, als sie sich der Person gewahr wurde welche dort im Sessel saß. „ Ich wusste nicht das jemand hier ist tut mir leid.“ Und schon wollte sie wieder hinein gehen, schon alleine aus jenem Grund das es ihr nun doch unangenehm war in solch einem Aufzug vor einem Gildenmitglied zu stehen und weil nicht unbedingt jeder wissen sollte, dass sie heimliche irgendwelches Kraut rauchte. Doch seltsamer weise kam von der sitzenden Person kein Laut nur tiefe gleichmässige Atemzüge. Dalana pirschte sich leise her ran und beugte ihr Gesicht bis weit vor des anderen. Als die Wolken nun den halb Mond frei gaben konnte die Schützin auch erkennen wer das war. Cyprian, der eigentlich nur eine Weile seinen Gedanken nachhängen wollte, war im Sessel eingeschlafen. „Toller Ort“..murmelte sie leise.

Dann beschloss sie doch noch einmal in ihr Zimmer zu gehen um einige Sachen zu holen. Nach wenigen Minuten trat sie dann abermals auf den Balkon. Ihre Hand fuhr vorsichtig unter dem Nacken Cyprians und hob dessen Kopf leicht an, um dahinter ein Kissen zu platzieren. Ebenso breitete sie eine grosse Decke über den Körper des Kriegers aus, jener quittierte das alles nur ab und an mit einem leisen Murren. Zufrieden mit ihrem Sozialenwerk, drehte sie sich zum Gelände und beugte leicht ihren Kopf, die braunen Augen suchten den Sternenhimmel und wehmütig lächelte sie zu jenem auf.

Schon fast Blind stopfte Dal ihre Pfeife und mit zwei Steinen entstanden Funken um sie zu entzünden. Nur ab und an drehte sie ihren Kopf zu Cyprian, der jedoch wohl seelenruhig zu schlafen schien. Dann drehte sie sich wieder um und ließ sich vorm Mondenschein durchfluten. Ihre Gedanken kreisten zum gestrigen Abend zurück, während sie an ihrer Pfeife zog. Sie wusste nicht ob es ein Segen oder ein Fluch war, dass Mortys aufgetaucht war und sie und Cyprian in der Unterhaltung gestört hatte. Wer weiss aber auch wie jene verlaufen wäre, wäre er nicht dazwischen geplatzt. Sie musste sich eingestehen das Cyp ihr irgendwie Angst machte, sie kannte sich beide noch nicht wirklich gut, hatten sich aber auf Anhieb verstanden und doch schien es der Schützin manchmal und vor allem gestern, als würden sie sich schon ewig kennen.

Er hatte das bemerkt, was anderen, die sie nun schon länger kannten, nicht einmal in hundert Jahren bemerken würde. Ihre Maskerade, die sie sich aufgebaut hatte als sie hier her gekommen war, um all das zu verstecken was auf ihrer geschundenen Seele lag. Ihm ist es aufgefallen, einfach so nur durch Beobachtung. Die Schützin schlang sich einen Arm um ihren Körper, nun fröstelte es ihr sogar und wie sie gehofft hatte, tat das Kraut seinen Teil dazu und nahm ihr die Schmerzen, jedoch wohl auch leider nicht für lange. Bevor sie jedoch wieder in die Halle ging schaute sie noch einmal gen Cyprian und flüsterte leise : „Ich wünsche dir angenehme Träume und für mich bist du ein Ritter.“ Ehe sie dann in den warmen Aufenthaltssaal schlüpfte und zurück in ihr Bett.

Verfasst: Freitag 18. Juli 2008, 10:58
von Dalana D´Ron
Vorsichtig und unter schmerzverzerrtem Gesicht bewegte sie ihre rechte Hand, streckte die Finger aus und ballte jene zur Faust. Es war nun schon einige Zeit vergangen, doch die Hand wurde ehr schlechter als besser. Von den geschwollenen Fingern mal abgesehen, zeichnete sich langsam aber sicher ein farbenfrohes Muster von blau und grün Tönen auf ihrer Handfläche ab. Wie konnte sie auch so blöd sein und mit der blossen Faust gegen die Brustplatte Zerons schiessen? Nur weil sie sich wieder von ihm provozieren lassen hat. Jetzt hatte sie die Rechnung dafür erhalten. Wieder fand ihre Hand den Weg in den kleinen Bottich mit Wasser, dass kühle Nass verschaffte ihr eine halbwegs passable Linderung, dieses „Poch, poch“ in der Hand machte sie ja noch wahnsinnig.

Plötzlich machte es „Poch, Poch“ an der Tür, irritiert hob sie den Blick. „Ja?“. „ Ich bin es Cyprian, du hast vorhin gesagt es spricht nichts dagegen!“. Die Stirn der Schützin runzelte sich leicht, was zum Himmel meinte er den damit? Dann viel es ihr ein. „Ja ich komme sofort nach, geh schon mal.“ Sie Zog ihre Hand aus dem Wasser her raus und ihr Blick huschte her rum, sie brauchte irgendwas mit dem sie die Hand verbinden konnte, nur was? Der Schrank! Mit der linken wühlte sie den Inhalt des Schrankes durch und beförderte ein schlichtes, graues Kleid zu Tage. Mit dem Dolch zerschnitt sie das Kleid in einige Fetzen und band die um ihre lädierte, rechte Hand. Eine Schützin mit einer verletzten Hand, wunderbar. Dachte sie sarkastisch.

Dann ging sie hinauf in das höchste Zimmer der Feste. Jenes sollte nun Cyprian gehören, da es so gut wie nie von jemand anderen genutzt wurde. Sie hatte Rafael unter Einsatz ihrer braunen Augen dazu gebracht, _ja_ zusagen. Als sie oben angekommen war, saß er bereits auf dem Mauervorsprung und grinste sie an. Dalana indes war überhaupt nicht zum Lachen zu mute, sie setzte sich nur stumm in dem Sessel neben ihn. Wie einige Stunden zuvor lehnte sie ihren Kopf, wieder gegen die Polster des Sessels und fast auffordernd lagen die braunen Augen nun auf Cyprian. „ Hm heute soll ich wohl nur reden?“. Dann griff er das Thema, welches sie vor einigen Stunden schon hatten wieder auf.

Wieder hang Dalana an seine Lippen, nahm jedes Wort was er sagte in sich auf. Sie liebte es mehr über andere Menschen zu erfahren, meist lernte man die Personen dadurch auch besser kennen. Cyprian indes ließ sich nicht beirren und redete munter weiter. Die Schützin schloss ihre Augen und beruhigend wirkte die Stimme des Kriegers auf sie ein. Eine bleierne Müdigkeit machte sich plötzlich in ihr breit. Nein! Sie wollte nicht schlafen, es war zwar schon spät, aber so spät dann doch nicht. Sie kämpfte dagegen an, riss immer wieder die Augen auf, fixierte Cyprians Gesicht. Doch gegen den Schlaf war sie machtlos. Nur einmal kurz hatte sie die Augen geschlossen, nur für einen winzigen Moment, sie hörte sogar noch die Stimme des Mannes, doch war sie viel weiter weg. Und der Schlaf hatte sie nun unbarmherzig eingefangen und hielt sie umschlungen. So saß sie da, auf dem Sessel zusammen gekugelt, den Kopf zur Seite neigend, schlafend.

Verfasst: Freitag 18. Juli 2008, 17:48
von Cyprian Laeneos
Es war eine Erleichterung für Cyprian, denn endlich hatte er jemanden gefunden, der ihm zuhörte, von dem er das Gefühl hatte, er könne ihm - oder in diesem Fall ihr - einfach alles erzählen. Schon seltsam, dachte er für einen Augenblick, gerade als er an Dalanas Tür geklopft hatte, ausgerechnet sie, die sie doch eigentlich selbst eine so schwere Last mit sich herumträgt, belaste ich mit meinen alten Geschichten. Dann aber tönte auch schon die Stimme aus dem Zimmer. „Ja ich komme sofort nach, geh schon mal.“, hörte er, hielt noch einen Augenblick inne, nickte dann aber und machte sich auf den Weg in sein neues Zimmer.

Kaum war er oben angekommen, er hatte gerade einmal den Blick schweifen lassen können, da hörte er auch schon hinter sich auf der Treppe leise Schritte. Da war es wieder, dieses vertraute, geborgene Gefühl, welches ihm kaum eine Wahl ließ und nicht zuletzt dieser fordernde Blick nach mehr. Nun, sie hatte es zumindest verdient auch den Rest seiner Geschichte zu erfahren, nachdem Rafael seine Ausführungen vorhin so ungeschickt unterbrochen hatte.

Es dauerte auch nicht lang, da stiegen die Erinnerungen in ihm auf, griffen nach ihm, manche zerrten regelrecht mit Klauen an seinem Bewusstsein - wollten ihm das ein oder andere Mal Herz zerreißen, ließen dann aber wieder ab und beschwingt von anderen, schöneren Erinnerungen verlor er sich regelrecht in einem Strudel des Vergangenen. Die Worte sprudelten geradewegs über seine Lippen. Gefangen in seiner eigenen Erzählung erlebte er Jahre seines Lebens wie im Zeitraffer erneut, doch wurden die Erinnerungen mit fortschreitender Stunde immer düsterer, und mit ihnen auch sein Blick. Der Mond war schon fast wieder Untergegangen als er nahezu Tonlos mit dem Wort “Exil” schloss. Immer noch hallte es in seinem Kopf wieder und sein Blick war trüb geworden als sich Tränen den Weg über seine Wangen bahnten. Nur einen Augenblick hatte er es zugelassen, dann wischte er sie auch schon, trotzig wie ein kleiner Junge mit dem Ärmel beiseite.

Erst jetzt bemerkte er, dass Dalana eingeschlafen war und in Anbetracht dieser Erkenntnis musste er lächeln. “Wie viel hatte sie wohl noch mitbekommen?”, “Hat es sie so gelangweilt”, schossen die Gedanken durch seinen Kopf, doch auch die wischte er, wie zuvor die Tränen beiseite. Es hatte gut getan, sich das von der Seele zu reden - und nur das zählte nun. Kurz darauf rutschte er von dem Mauervorsprung auf dem er zuvor Platz gefunden hatte und verließ das Zimmer leisen Schrittes. Es sollte nicht lange dauern, da kehrte er mit einer weichen Decke und einem Kissen zurück. Das Kissen war schnell in Dalanas Nacken platziert und auch die Decke die Decke hüllte er nun behutsam um sie. “Heut bin ich wohl an der Reihe das Gespenst zu spielen, hm”, flüsterte er heiser aber mit einem lächeln auf den Lippen, als er selbst sich in dem nebenstehenden Sessel setzte.

In diesem blieb er noch eine lange Weile wach, denn als die Erinnerungen, die er zuvor beschworen hatte, ließen ihn nun nicht los - und so hing er ihnen nach bis der Morgen schließlich sein Dämmern am rot schimmernden Horizont andeutete und die Müdigkeit ihn umfing und schließlich einen tiefen, aber ruhigen Schlaf mit sich brachte.

Verfasst: Sonntag 20. Juli 2008, 19:01
von Dalana D´Ron
Mit beinahe zittrigen Händen, packte sie ein Kleidungsstück nachdem anderen in ihren Beutel. Nur das Notwendigste wollte sie mitnehmen, sie hatte ja nie viel gebraucht um zu recht zu kommen. Dalana erinnerte sich in diesem Moment an das letzte mal das sie die Allianz verlassen hatte, doch damals war es ihr nicht so schwer gefallen wie jetzt. Sie hatte hier so viele ins Herz geschlossen und hatte sich auch hier ihr Herz offenbart, an Cyprian. Ein sachtes Lächeln huschte über ihre Lippen, ihn würde sie wohl am aller meisten vermissen. All die viele Abende die sie gemeinsam verbracht hatten, dass Lachen, das Scherzen aber auch die ernsten Themen und Worte die sie miteinander gewechselt hatten. Es schmerzte sie zutiefst ihn hier zurück zu lassen, doch was sollte sie tun? So wie es bisher in der Allianz war, so konnte es nicht weiter gehen. _Zu guter letzt bist du selbst egoistisch_ hallte eine innere Stimme in ihr wieder und jene ließ sie in ihrem tun inne halten. Völlig hilflos mit ihren Gedanken setzte sie sich auf die Bettkante das Bündel fest gegen ihre Brust gepresst. Er hatte etwas verdient, ja das hatte er wirklich, dachte sie bei sich. Schnell war ein Blattpapier aus dem kleinen Nachtschrank entnommen und die Feder zur Hand.

„Viele Nächte lang, saßen wir Gemeinsam und lauschten aneinander gebannt. Du hast mich zum lachen gebracht, hast mir gezeigt was das Leben so ausmacht. Dir habe ich mein Herz offenbart und nun begehe ich Verrat. Allein lasse ich dich zurück, aus meinen Händen lasse ich entrinnen mein Glück. Deine Worte fanden immer den richtigen Weg nun ist es an mir das ich geh. So vieles würde ich dir noch sagen, so vieles stellen an Fragen. Ich werde an dich denken Tag aus Tag ein, vielleicht wieder irgendwann bei dir sein.


In Gedanken stets bei dir

Dalana „

Sie faltete den Brief zusammen und ihr Weg führte sie hinauf zu Cyprians Zimmer, wo sie jenen unter der Tür hindurch schob. Dann wollte sie nur noch raus, nur noch hinaus aus der Feste. Auf ihren Pferd aufsattelnd, preschte sie in die Nacht hinaus. Wohin sie eigentlich wollte wusste sie selbst nicht, bis sie an dem Haus von Rafael ankam. Jenes lag in tiefer Dunkelheit und doch betätigte sie die Glocke. Sie brauchte jemanden, sie brauchte einen Freund, einen Menschen bei dem sie sich über ihren Kummer auslassen konnte. Doch ob Rafael wirklich der richtige war? Wäre Cyprian nicht geeigneter gewesen? Sie schüttelte sachte den Kopf, sie konnte ihn nicht immer mit ihren Problemen belasten. Dann holte sie tief Luft und laut hallte ihre Stimme in der schwärze der Nacht wieder.


„RAFAELLLL*

Verfasst: Montag 21. Juli 2008, 14:00
von Dalana D´Ron
Fenster wurden aufgerissen und lauthals brüllten die Anwohner ihr irgendwelche Verwünschungen zu. Dalana murrte vor sich her und noch einmal startete sie den Versuch laut nach Rafael zu rufen. Doch bevor sie noch einen Nachttopf an den Kopf bekam, hörte sie dann lieber auf. „Hm gut kommt Raf nicht zu dir..gehst du zu Raf“ Murmelte sie vor sich her. Trotz ihrer Behinderung am Bein war die Schützin immer noch bemerkenswert Geschickt, man hatte sich eben in all den Jahren irgendwie arrangiert, schon war sie dabei eine Lücke in der Hecke zu suchen, welche sie auch fand. Nachdem sie einiges an Haarbüscheln in dem Gestrüpp gelassen hat und sich einige Kratzer im Gesicht zu gezogen hatte, stand sie auch schon auf dem Grundstück. Nur kurz keimte der Gedanke in ihr auf weiter vor zu dringen, doch jenen verschob sie sofort wieder. Ihre Schlafstätte würde wohl für heute der Stall sein.

Am nächsten Morgen.


Dalana wühlte sich aus dem Stroh hervor, ihre Knochen fühlten sich an als hätte ein Dämon auf ihr gelegen und so ungelenk stakste sie auch her rum. Nachdem sie versuchte hatte ihre Kleidung und ihr Haar halbwegs vorm Stroh zu befreien, ging sie in Richtung des Hauses. Als Rafael plötzlich vor der Tür stand und sie gänzlich verwirrt anblickte. „Was machst du den hier?“. Sie zog leicht den Kopf zwischen den Schultern ein und schnipste abermals einen Strohhalm aus ihren langen, nicht zu Recht gemachten und zerzausten Haaren. „ Ich hab in deinem Stall geschlafen.“ Erwiderte Dal kleinlaut. Rafael hob nur eine Braue an und bat sie schliesslich ins Haus um mit ihm zu frühstücken.

„Warum? Hast du das getan?“. Sein Blick lag nun neugierig auf ihr und Dalana begann sich alles von der Seele zu reden. Die derzeitige Situation der Allianz, ihr unwohl sein innerhalb der Gemeinschaft, die Zerstückelung und Abspaltung der einzelnen. Der Kronritter hörte ihr Aufmerksam zu, lediglich ein Nicken ab und an. „Da müssen wir wohl eine Lösung finden.“ Dalana starrte auf das Essen, welches Raf vor ihr aufgetischt hatte, doch einen wirklichen Hunger verspürte sie nicht, was wohl mehr daran lag das sie jemanden vermisste und gestern schon die halbe Nacht deswegen wach war.

Als Raf mit seinen Ausführungen und Erläuterungen, bezüglich der Umstrukturierung fertig war schaute er sie fragend an. „Das halte ich für eine sinnvolle Lösung.“ War ihre Antwort darauf. Doch irgendwie traute sie sich ihm nicht alles zu sagen was ihr auf den Herzen lag, sie hatte beinahe eine gewisse Scheu mit Raf darüber zu reden, weil sie wusste wie er meist darauf reagierte wenn sie über einen Mann sprach. So blieb das Thema wohl vorerst vor dem Kronritter verborgen. „ Dann werde ich wohl wieder zurück zur Allianz müssen? Ich weiss ja sonst nicht wo ich hin soll.“ Raf hob eine Braue an. „ Du kannst auch gerne vorerst hier bei mir bleiben.“ Genau das war es was Dalana erhofft hatte zu hören. Sie wollte Abstand, Abstand von der Allianz, aber eigentlich weniger Abstand von jemand anderen. Tief Atmete sie ein und wieder aus. Was wollte sie eigentlich wirklich und überhaupt?

Aus den Augenwinkeln musterte sie Rafael. Er war und würde immer ihr Freund, ihr Bruder sein. Es gab eine Zeit da hätte sie sich mehr gewünscht, jedoch waren das damals wohl er die Gedanken einer jungen Frau die sich einfach nur nach Liebe sehnte. Heute, jetzt konnte sie nur noch darüber Lachen. Nein, Rafael war und blieb was er ist. Sicherlich besaß er einen unwiderstehlichen Charme, doch bei Dalana prallte er ab, zu gut kannte sie ihn. Ein sachtes Lächeln legte sich auf ihren Zügen, als in ihr die Erinnerungen hoch wallten wie Rafael sich immer vor ihr gestellt hatte und irgendwelchen Männern Drohungen an den Kopf geworfen hatte. Selbst bei Cyprian hatte er es getan, warum auch immer. Als wenn sie nicht alt genug war selbst mit Verlusten klar zu kommen. Sie hatte bisher zwei gescheiterte Beziehungen hinter sich und immer, immer wieder hatte sie sich davon erholt. Auch wenn es sicherlich lustig gewesen wäre, zu sehen wie ein Rafael einen Zeron oder einen Marlan zum Duell forderte. Aber soweit war es nie kommen und mittlerweile wohl auch nie mehr passieren. Sie war ja nicht alleine, sie hatte Freunde, jedoch manchmal reicht es auch nicht Freunde zu haben, manchmal sehnt man sich einfach nach mehr. Dal schüttelte den Kopf, die Gedanken einer älter werdenden Frau, deren Träume vor vielen Jahren in einer Nacht und an einem Tage zerstört wurden. Sie wendete ihren Blick hinaus hin die Morgendämmerung, dass sanfte rötliche Licht weckte die Menschen und die Tiere. Lauthals begannen die Vögel ihren Gesang. Leise flüsterte sie zu sich selbst: „Wo bist du nur?“. Ehe sie ihr Frühstück mit Rafael fortsetzte.

Verfasst: Montag 21. Juli 2008, 19:39
von Cyprian Laeneos
Neugierig tasteten die Sonnenstrahlen an diesem Morgen durch das Blätterwerk der Apfelbäume unten im Hof. Das geschäftige Gackern der Hühner, das gemächliche Schnauben der Pferde und die zufrieden mähenden Schafe im hinteren Gatter kündeten voller Vorfreude davon, was der Tag noch so bringen würde.

Oben im Turm der Burganlage jedoch war noch immer das ruhige Atmen eines Mannes zu vernehmen und es war ganz offensichtlich, dass dieser vor hatte noch eine Weile zu schlafen.

„Kikerikiiiiiiii“, hallte es da auch schon aus der Ferne – aber als Antwort bekam der Hahn nur ein leises Brummen. Es dauerte nicht mehr lange, da entdeckten die forschenden, neugierigen Sonnenstrahlen dieses jungen Tages auch schon die Fenster zu Cyprians Zimmer. Und noch viel schneller entdeckten sie Cyprian, der sich in der Nacht von seiner Decke frei gestrampelt hatte und nun im Nachthemd wehrlos vor ihnen lag. Vorsichtig tasteten sie sich über seine entblößten Zehen, aber nichts geschah. Die Sonnenstrahlen jedoch sahen nicht ein nun schon aufzugeben, und so tasteten sie weiter über den doch recht muskulösen Körper des Mannes – bis sie schließlich einen schwachen Punkt fanden. In aller Ruhe gingen sie nun dazu über an seiner Nasenspitze zu kitzeln – und sie hatten einen ersten kleinen Erfolg. Wieder brummte es leise. Nein das war ihnen nicht genug! Motiviert durch ihre kleine Schandtat setzten sie ihre Arbeit fort und geradezu genüsslich kitzelten sie weiter.

Einige Maler versuchte Cyprian sich noch dagegen zur Wehr zu setzen, erfolglos versuchte er anfangs noch die Nase zu kräuseln, später setzte er seine Bemühungen fort, indem er mit dem Handrücken darüberstrich. Schließlich aber musste er sich mit einem heftigen Niesen geschlagen geben und fiel aus dem Bett.

Fluchend rappelte Cyprian sich auf, zog sich am Bettrahmen hoch und stand schließlich barfüßig und im Nachthemd vor seinem Tisch, doch rührte er sich nun nicht mehr – denn sein Blick verharrte einen langen Augenblick auf einem kleinen weißen Blatt, welches irgendjemand heute Nacht unter der Tür durch geschoben haben musste.

Erst Einer, dann ein weiterer Schritt und schon befand sich der Krieger an der Tür und hatte das Blatt in der Hand, doch kaum las er die ersten Zeilen, entwich seinen eben noch rosigen Wangen jede Farbe. Langsam schritt – nein taumelte – er zurück zu einem Bett und ließ sich schwer darauf niederfallen, dann las er weiter. Je weiter er kam, desto schmaler wurde die Linie, die seine Lippen in sein Gesicht zeichneten und mit steinerner Mine ließ er den Brief schließlich in den Schoß sinken und verharrte einen sehr langen Augenblick schweigend.

Erst nachdem er mehrere Male tief ein und wieder ausgeatmet hatte hob er das Blatt erneut, und fast schon ungläubig starrte er darauf nieder, als wolle er fragen: „Warum steht das da immernoch? Müsste es nicht längst verschwunden sein? Sollte da nicht stehen, dass alles nur ein Scherz sei und Dalana in Wirklichkeit unten beim Frühstück auf ihn wartete?“

Es verging eine weitere Viertelstunde bis jemand donnernd die Treppen herunter preschte. Alexandre, der gerade im Alchemielabor war, war sich in dem Bruchteil der Sekunde, die verging bis es auch schon wieder vorbei war, nicht einmal sicher ob der blaue Blitz noch lief oder schon fiel bevor dieser ihn etwas unsanft an der Schulter streifte und dann auch schon wieder fort war. Im Hof hörte er noch ein Pferd wiehern und schließlich dessen Hufgetrappel, welches aber schnell leiser wurde.

Wohin ritt er eigentlich? Cyprian wusste es nicht recht – doch schon tauchte das Stadttor Varunas vor ihm auf. Unruhig wanderte sein Blick durch die Gassen, als er sie passierte und letzten Endes erreichte er das Zentrum der Stadt. Sein Blick huschte hektisch suchend hin und her noch während er Gedwyon, sein Pferd, an band und das Innere der Taverne aufsuchte um die Wirtin zu befragen. Wenn Dalana fortgegangen war, da war er sich sicher, musste sie hier durchgekommen sein – und tatsächlich war es so, denn die Bardame hatte wirklich eine Frau wie Dalana in Erinnerung behalten, denn die von ihr beschriebene Frau hinkte leicht und hatte am Ende des Abends ein kleines Vermögen dort gelassen. Was Cyprian nun verunsicherte war, dass sie einen Mann erwähnte, der in der Begleitung der vermeintlichen Dalana war und ihr den ganzen Abend bis in die Nacht hinein Gesellschaft geleistet hatte. Mit einer Hand voll Münzen bedankte Cyprian sich nun und und verließ die Taverne auch schon wieder. Die Stadt erwachte und das rege Treiben auf den Straßen Varunas nahm langsam zu und so verrannen die Stunden viel zu schnell für Cyprians Geschmack.

Verzweiflung keimte in ihm und schnürte ihm die Kehle zu, als er, es war bereits Nachmittag geworden, Varuna wieder verließ. Immerhin sollte Rafael über Dalanas Fehlen bescheid wissen, weshalb er Gydwion im müden Schritt laufen ließ, selbst hing er eher nachdenklich im Sattel, als dass er wirklich ritt. Die Zeit wollte nicht vergehen und so zog sich der kurze Weg, als würde er mit einer Fähre nach Lameriast übersetzen. Doch auch das sollte irgendwann vorbeigehen – und so hielt er den Mustang am Zügel als er die Türglocke am Heim des Kronritters betätigte.

Doch was er im Folgenden erblickte konnte er kaum glauben...

Verfasst: Dienstag 22. Juli 2008, 08:22
von Rafael von Arganta
Noch immer müde, leise gähnend trat er in die Kühe, un dann Gähnend sich Frühstück auf zu legen.
Rehya war die Nacht über bei Mia geblieben, weil Rosa heute Frei hatte.
Als Kiara zu bellen begann, nahm er das Schwert zur Hand.... wohlgemerkt die Linke Hand, Zoe hätte ihn sonst sicherlich umgebracht, und trat hinaus um verblüfft zu sehen wie Dalana gerade versuchte über den inneren Zaun zu stiegen und nun von Kiara angebellt und angeknurrt wurde.
"Kiara AUS!" brüllte er den Befehl und die Wölfin trollte sich, nicht aber ohne ein kletztes Knurren aus zu sprechen.
Sie musste immer das letzte Wort ... hm... Knurren haben.
"Dalana komm rein." meinte er ernst, "und ekrlär mir was nun wieder los ist."

Dalana folgte ihm, setzte sich gehorsam an den Frühstückstisch... wohl eher aus Hunger weniger weil er es ihr befahl, das täte sie nie, und er tat auch ihr auf.
Dann setzte er sich dazu und hörte sich ihre Sorgen an, um sich dann Gedanken darüber zu machen, die er dann zusammenfassend aufführte.
Vielleicht war es wirklich an der Zeit etwas zu ändern.
"Du kannst ersteinmal hier bleiben." meinte er ruhig.
Rahel war im Moment nicht da, für wie lange... das wusste er nicht.
Er sah Dalana zu wie sie frühstückte, dann erhob er sich.
"Wir sehen uns später?"
Meinte er versuchsweise, und sie nickte ergeben. "Unten ist ein Bad, entspann dich ein wenig." Dann ging er, um ins Kastell zu gehen. Berichte bearbeiten.

Als er Abends dann wiederkam, war er überrascht Dalana in einem Kleid zu sehen, bevor er jedoch etwas sagen konnte kamen sie erneut ins Gespräch. Sie entschuldigte sich das sie kein Abendessen vorbereitet hatte. Doch weiter kamen sie nicht. Erneut erklang die Türglocke dann, mit dem Bellen und Knurren von Kiara ein Ruf, "Rafaaael."
Cyprian ...
Dalana nahm den Kopf zwischen die Schultern, während Rafael hinaus ging wo er ersteinmal die Wölfin zur Ruhe brachte bevor er Cyprian einließ der sogleich erklärte "Sie ist Weg, Dalana ist weg."
Natürlich das hatte so kommen müssen. Er säufzte.
"Dem ist nicht ganz so." erklärte er ruhig. "Komm mit hinein!".

Er ging vor, während Cyprian ihm doch wohl verwirrt folgte.
"Schaaaaaaaaatz, besuch für dich!" rief er lautstark, was wohl Cyprians Verwirrung nur noch mehr steigerte.
"Keine Angst ich will sie nur Ärgern, das hat sie verdient." meinte er sofort erklärend, während Cyprian fragte. "Besuch für dich? Ich ... verstehe nicht Sire."
"Dalana... sie ist hier. Sie hat mich heute Morgen aufgesucht." meinte er.
"Ich wusste nicht das du dich um sie sorgst... Lass sie ruhig ein wenig Leiden!" meinte er leise und stieß die Tür auf.
"Dalana?!" rief er laut und bot Cyprian an sich zu setzen.

Verfasst: Dienstag 22. Juli 2008, 13:06
von Dalana D´Ron
Cyprian! Er war gekommen. Wieso? Warum? Weshalb? Fast wie ein gehetztes Reh blickte sie sich im Wohnzimmer Rafaels um. Dann raffte sie das Kleid und mehr stolpernd als laufend, eilte sie die Treppe hinauf. Sie nahm reis aus vor ihm. Doch konnte sie sich ihrer Neugierde nicht verwehren und so ging sie ein Stück weiter hinunter um den beiden bei ihren Gespräch zu lauschen. An der Tonlage seiner Stimme erkannte Dal das Cyprian sich sorgen gemacht hatte, diese Erkenntnis traf sie wie ein Donnerschlag. Die aufkeimenden Schuldgefühle ließen sie nicht los. „ Wo ist sie eigentlich?“. Das war ihr Stichwort und noch während sie die Treppen nun gänzlich hinunter Schritt meinte sie. „Ich bin hier.“ Rafael hatte sie indes allein gelassen, da es an der Tür abermals geläutet hatte. Nun standen sie vor einander. Beide schweigend. Warum auch immer wusste keiner von beiden was er sagen sollte. Dann begann sich Dal zu entschuldigen, sie musste es einfach. Es tat ihr wirklich Leid das sie ihm so viele Sorgen bereitet hatte. Kurz wechselten sie wieder einige Worte und dann war wieder Stille, bedrückend lag sie im Raum. _Komm Dalana, verdammt sag doch was du bist doch sonst nicht auf den Mund gefallen_. „Ist Rafael draußen?“. _Toll, ein wirklich toller Satz_. Cyprian nickte nur. Dann haute sie einmal mit den Fuss gegen die Tür und rief laut nach Raf. Man entschied sich nach Varuna ins Gasthaus zu gehen, was jedoch alles umgeworfen wurde als Raf dann doch in die Feste wollte um etwas zu klären.



Mehrere Stunden später – Mittlerweile tief in der Nacht


Als die Zimmertür ins Schloss viel, kam es ihr so vor als würde dieses Geräusch die Atmosphäre welche sich aufgeladen hatte zerstören. Sie lehnte ihre Stirn gegen das kühle Holz und strich mit den Fingerspitzen zart darüber, als würde er auf der anderen Seite stehen. Sie war aufgewühlt wie schon lange nicht mehr, dass Blut rauschte in ihren Adern, ihr Herz pochte Wild und ihre Hände zitterten, als hätte sie so eben eine Schlacht geschlagen. Vielleicht konnte man es auch so sehen, eine Schlacht, die Schlacht der Gefühle. Sie hatte sich hinreißen lassen, hatte sich von ihm einfangen lassen und es kamen Worte über ihre Lippen, von denen sie dachte, dass sie in ihr schon längst ausgestorben wären. Sie stieß sich von der Tür ab und ging zum Fenster. Friedlich lag der Hof der Feste vor ihr. Wieder hob sie ihr Gesicht dem Mond entgegen und jener ließ sein Licht über ihr Gesicht gleiten, wie die Finger eines Liebenden. Der Mond, stets war er ihr treuer Begleiter, ihr ganzes Leben lang hatte er ihr auf und ab gesehen, immer war er da um mit seiner Schönheit wenigstens hin und wieder ein Lächeln auf ihren Zügen zu zaubern. Doch heute war es nicht der Mond der sie zum lächeln brachte, nein, die Worte Cyprians, sie fanden ihren Weg bis tief in ihre Seele und ihr Herz.

Und doch begehrte alles in ihr dagegen auf. Sie versuchte sich vor dem zu verschließen. Wollte einen Riegel davor schieben. Doch alles wehren und dagegen aufbegehren half nichts. Zu tief war er vorgedrungen, zu tief hatte er einen Punkt erreicht an dem selbst sie, die Kühle, stets schlecht gelaunte Dalana einen weichen Kern besaß. Sie hob in hilfloser Gestik die Hände zum Mond, als wolle sie ihn damit einfangen. Jedoch die Worte, seine und ihre waren gefallen und doch wusste sie nun nicht wie es weiter gehen sollte. Sie wirbelt im Kreis und ließ sich dann auf ihr Bett fallen. „Ruhig mein schlagend Herz, ruhig meine wilden Gedanken.“ Flüsterte sie leise. Und doch stahl sich wieder dieses sanfte Lächeln auf ihre vollen Lippen. „Nur wenige Meter, nur wenige Schritte liegt dein Glück entfernt? Nimmst du es an oder lässt du es vorüber gehen?“ Stellte sie sich selbst jene Fragen. Eine Drehung im Bett und sie lag auf ihren Bauch, unter ihrem Kissen zog sich ein in Ledergebundenes Buch hervor aus jenen sie eine Rabenfeder entnahm. Nachdenklich drehte sie jene zwischen ihren Fingern hin und her. Eine solche Feder lag auf dem Grab ihres Kindes und eine hatte sie für sich selbst beansprucht. Leicht ließ sie das schwarze Gefieder über ihr Gesicht gleiten und immer, immer wieder stellte sie sich die Frage. „Was wird es sein? Wie geht es weiter?“. Sie schloss die Augen, vergrub ihr Gesicht in den Kissen. Eine Antwort, nur eine Antwort mehr verlangte sie nicht. Soviel ist gesagt worden von beiden Seiten, doch eine Antwort die war nicht dabei. Im Endeffekt stand sie genauso da wie vorher, nur mit dem Unterschied da nun etwas da ist, was sie vorher nicht bemerkt hatte. Kaum zu entdecken, winzig klein und doch so überwältigend, dass es ihr schier den Atem raubt. „Kontenonz bewahren Dal.“ Murmelte sie. Dann geleitete ihr Blick zum Fenster und sie hoffte, dass die Nacht schnell ihr Kleid ablegt damit sie ihn wieder sehen konnte. Damit sie wieder in diese wunderschönen grau-grünen Augen blicken konnte.

Verfasst: Dienstag 22. Juli 2008, 17:56
von Cyprian Laeneos
Der Mond musste gerade untergegangen sein der Horizont färbte sich zögerlich in einem sanften Purpur – lange konnte es nicht mehr hin sein bis die Sonne an diesem Morgen aufgehen sollte. Dünne Wolken hatten in den letzten Stunden die Berge nördlich überquert und hüllten die Welt nun in einen milden Schauer. Auf seinem Bett lag, mit eine Schlange aus Decke ringend, ein unruhig schlafender Cyprian und auch am heutigen Tag sollte er unsanft und von jenem charakteristischen dumpfen Geräusch, welches entsteht wenn jemand unsanft zu Boden geht, aufwachen.

Ein leises Brummen, ein kurzer Blick zur Tür und er atmete tief, geradezu erleichtert durch. Ein langer Augenblick verstrich, bis Cyprian sich überhaupt bemühte, aufzustehen – oder sich zunächst einmal von der ihn umschlingenden Decke zu befreien. Nachdenklich ruhte der Blick des Mannes auf einem langen, tastenden Lichtschein, der schüchtern durch das Fenster in sein Zimmer fiel und alles was er berührte in liebliches Rot hüllte und davon kündete, dass der Regenschauer von eben vorüber sei und es wohl schwer haben würde, noch einmal zurück zu kommen..
„Cyprian, du bist ein Idiot!“, dachte der am boden liegende bei sich. „Warum sagst du ihr nicht einfach, dass du sie liebst? - Aber nein, der Herr hält es für eloquent dumm rum zustehen und zu schweigen!“, schalt er sich weiter in Gedanken. Dann aber brummte er wieder leise und befreite sich zunächst aus der Decke und stand schließlich auf. Rasch zog er sich Hemd und Hose an, schlüpfte in seine Stiefel und huschte auch schon die Treppe vor seinem Zimmer hinunter, die ihn früher oder später zu Dalanas Zimmer führen würde. Als er doch vor ihrer Tür ankam hielt er inne und biss sich auf die Unterlippe. Nein so wollte er da nicht aufkreuzen, und rasch, aber plötzlich sehr viel mehr darauf bedacht leise zu gehen, schlüpfte er in den großen Versammlungsaal der Allianz und kurz darauf durch das Hauptportal in den Innenhof. Mit einem freundlichen Nicken grüßte er die Wache am Tor als er dieses passierte, und gleich darauf an der Mauer entlang in Richtung der Stadt Varuna rannte.

Es war keine halbe Stunde vergangen, da kehrte Cyprian zurück. Unter dem Arm hatte er einen wohlduftenden Korb mit Brot, Käse, Honig und noch einigen anderen Sachen. Es vergingen nur wenige Momente und schon klopfte es an Dalanas Tür.

„Keiner da!“, drang eine gereizte Stimme durch die Holztür – doch Cyprian ließ nicht locker, er klopfte erneut. „Ich hab was zu Essen dabei – und hatte gehofft, dass du auch etwas magst“, gab er an und trat einen Schritt zurück, nur um von dort aus neugierig den leisen Geräuschen zu lauschen, als Dalana wohl aufstand und sich etwas überzog. Es dauerte noch eine Weile, aber dann öffnete sich die Tür und ein zerzauster Blondschopf spähte aus funkelnden Augen daraus hervor. War Cyprian zu weit gegangen, als der Dalana so früh ihres Schlafes beraubte?

Verfasst: Mittwoch 23. Juli 2008, 00:52
von Dalana D´Ron
„Ich Liebe dich“. Er liebt mich, er liebt mich! Dalana konnte es immer noch nicht glauben, es schien so unwirklich, einfach zu schön um wirklich wahr zu sein. Doch ist es die Wahrheit, jene ernst gemeinten drei Worte, die soviel Glück bringen können, aber auch Schmerzen mit sich führten, dass wusste Dalana nur zu gut. Im Moment fühlte sie jedoch nur unsagbares Glück. Der Tag hatte mit einem wunderbaren Picknick begonnen und schon hier hatte sie gehofft er würde es ihr endlich sagen, doch war er wieder zurück haltend und man redete über belanglose Sachen. Dann zog sich der Restliche Tag mehr oder minder in die Länge. Bis es Abend wurde, als hätte die Dunkelheit eine Art Magie an sich vielen in ihr doch die meisten Worte, die meisten Offenbarungen so auch die drei Worte. „Ich liebe dich.“ Die Schützin breitete die Arme aus, als wolle sie die Welt umarmen, sie hätte wohl auch jeden Umarmt der ihr jetzt über den Weg gelaufen wär. So blieb wieder nur einmal der Mond, der ihrem Tanz im kleinen Zimmer bereitwillig zusah.

Solange war es her. Nein, sie mochte jetzt nicht an vergangene Tage denken. Das was einst war, dass war und sollte auch dort bleiben tief im Kopf. Wenn sie jetzt darüber nachdachte würde sie nur wieder diese Angst spüren, die Angst eine Liebe zu verlieren. War jene doch nun noch so frisch und zart im aufkeimen und erblühen. In ihrem Kopf drehte sich alles und als wäre sie beschwippst ließ sie sich in die weichen Kissen, vor dem Kamin nieder. Die tanzenden Flammen, spiegelten sich in ihren braunen Augen wieder und so wie die Flammen tanzten, tanzte auch ihr Herz den Schritt der Glückseeligkeit. Sie ergriff ihre Bürste und löste den dicken Zopf auf um die aschblonden Haare mit kräftigen Bewegungen durch zu bürsten. Es störte ihn nicht einmal, dass sie nicht so perfekt und anmutig war wie die anderen Frauen die sie kannte. Es störte ihn nicht das sie ein hinkendes Bein hatte und sie dachte immer die Männer wollen nur hübsch aussehende Frauen ohne Makel.

Zulange hatte sie wohl die Männliche Gattung über einen Kamm geschert und dann musste ihr ausgerechnet einer aufzeigen das es eben nicht der Fall ist. Sie ertappte sich abermals das auf ihren Lippen ein Lächeln lag. Sooft hatte sie die Tage nun schon gelächelt und wie jetzt, fiel ihr wieder auf das sie ernsthaft über etwas nach dachte. Langsam erhob sie sich von ihrem Lieblingsplatz und ging zur kleinen Kommode. Aus der untersten Schublade holte sie ein Paket hervor, welches fein säuberlich mit einer roten Schleife verziert war. Vorsichtig zog sie die Schleife ab und nahm den Deckel hoch, dass Papier ebenso vorm Inhalt weg nehmend. Ihre Hände glitten vorsichtig über den kostbaren Stoff. Jungfräulich gleich schimmerte das weisse Kleid im Schein des Kaminfeuers. Einst hatte sie es von Rafael geschenkt bekommen, jedoch nie angehabt, vielleicht sollte sie dies einmal ändern, jetzt hatte sie ja einen Grund dazu.

Zaghaft holte sie das elegante Kleid gänzlich aus dem Karton und legte es sich provisorisch an den Körper, sofort viel ihr Blick in den Spiegel. Der weisse Stoff passte perfekt zu ihrer dunklen, gebräunten Haut. Weich vielen die aschblonden Locken über ihre Schultern und bildeten ebenso einen schönen Kontrast. Sie bewegte sich einwenig hin und her, erst da sah sie die leichten Silberfäden, die im Stoff mit eingearbeitet waren, sie schimmerten bei jeder Bewegung auf. Damit würde sie ihn überraschen, doch zu welchem Anlass sie es anziehen würde und wollte, wusste sie selbst noch nicht. Dann legte sie es wieder zurück in den Karton und platzierte ihn griff bereit auf den Tisch. Er hatte sie wirklich komplett verdreht, normalerweise würde sie nicht einmal im Traum daran denken ein Kleid an zu ziehen. Vielleicht war es auch nur weil sie für ihn hübsch sein wollte?

Eigentlich sollte sie nun wirklich mal schlafen, die letzte Nacht war schon mehr denken als Schlafen, doch war die Schützin viel zu aufgedreht als das sie auch nur ein Auge zu machen konnte._ Stell dir mal vor du wachst Morgen auf und alles war nur ein Traum?_ Redete sie sich dann plötzlich ein. Was ein Unfug! Selbst wenn dann würde sie schnurstracks nach oben gehen, Cyprian aus dem Bett prügeln und ihn ordentlich durchschütteln bis er die Zähne aus einander bekam. Aber das war ja wohl nicht nötig. Er hatte es gesagt „Ich liebe dich“. Ja, er hatte es gesagt. Jetzt konnten die anderen sie ruhig aufziehen mit ihren Anspielungen, dass würde sie einfach an sich vorbei gehen lassen. Auch wenn sich viele der Allianz Mitglieder nicht vorstellen konnten, dass Dalana überhaupt fähig war eine Beziehung zu führen oder zu lieben, es reichte wenn Cyprian es spürte das es anders war, dass auch sie anders sein konnte, als sie es vor den anderen war.

Mittlerweile hatte sie wieder ihren Platz am Kamin gefunden und spürte wie die Müdigkeit nun doch ihren Körper entlang kroch. Wie eine Katze rollte sich Dalana zusammen, einzig ihr Blick vertieft in das Feuer, welches eine fast hypnotische Wirkung auf sie hatte und sie mehr und mehr dazu zwang die Augen zu schliessen. Ihre letzten Gedanken galten Cyprian, bevor sie endlich in ihren viel zu lange entbehrten Schlaf fiel.

Verfasst: Donnerstag 28. August 2008, 02:37
von Dalana D´Ron
Es war einmal wieder typisch Dalana, dass wusste sie dummerweise selbst zu gut. Immer die Flucht ergreifen, wenn es mal wieder ziemlich mies lief. Sie drückte ihren Körper gegen den Rücken ihres Pferdes und ihre Oberschenkel in die Seiten des Tieres. Der Wind Pfiff ihr scharf ins Gesicht und zog Tränenspuren über ihre Wangen, jedoch war der Wind der schuldige dafür?! Die Landschaft huschte nur Schemenhaft an ihr vorbei, ein kunterbuntes Wirrwarr aus verschiedenen Grüntönen. Sie ließ ihr Tier einfach reiten, ohne es auch nur annähernd zu steuern, sie wusste, dass es irgendwann anhalten würde. Wenn sie doch nur ihre Gedanken genauso hinter sich bringen könnte, wie die Landschaft die sie hinter sich ließ. Doch nein, sie verfolgten einen erbarmungslos und waren immer da, ließen einen nicht los, quälten einen und trieben schon manchen in die Verzweiflung. Sie hob den Kopf ein Stück und blinzelte in die untergehende Sonne, als ihr Pferd abrupt stehen blieb. Wolfsgeheul drang an ihr Ohr und auch das Tier tänzelte unruhig auf der Stelle. „Verdammt..“Fluchte die Schützin lautstark vor sich her, an diese vermaledeiten Wölfe hatte sie gar nicht mehr gedacht.

Vorsichtig führte sie „Cyp“ durch das wild wuchernde Gestrüpp des Waldes, als sie zwischen grünem Efeu einen schwarzes Loch entdeckte, eine Höhle. Sie steuerte darauf zu, für diese eine Nacht würde das schon ausreichen, dachte sie bei sich. Eilig, bevor sich die Nacht gänzlich ihr Territorium erobert hatte suchte Dal Holz für ein kleines Feuer. Minuten später stoben die Funken in den Nachthimmel empor und sie saß zusammen gekauert vor ihren Feuerchen. Sie liebte die Allianz, sie war ihre Familie und doch würde sie manchmal einfach nur ausrasten und jeden am liebsten anschreien, einen richtigen schönen Tobsuchtanfall bekommen. Sie war von Anfang an dabei, sah wie die AdL wuchs, sich etablierte zu dem wurde was sie jetzt war. Sie sah Menschen kommen und gehen. Lernte so viele verschiedene Persönlichkeiten kennen, mögen oder weniger Leiden. Sie war immer da, immer da wenn sie gebraucht wurde. Sie hatte es einfach nicht verdient. Natürlich zwang sie keiner da zu sein, doch musste sie sich so etwas von jemand sagen lassen der erst seit einpaar Monden in der Allianz war?

Sie fühlte sich wie ein Abtreter, wie etwas Unwichtiges. Doch dabei versuchte sie stets die Menschen in ihrer Umgebung zum Lachen zu bringen, teils erfolgreich und halt mal nicht so von Erfolg gekrönt. Sicherlich war sie auch eine sehr schwierige Persönlichkeit und nicht jeder wusste wie er mit ihr umgehen sollte. Doch sie war, hm Dalana. Einsam hockte sie nun im Wald, in einer kalten Höhle und starrte vor sich her. Nur weil sie immer wieder vor Problemen und vor allem aber vor ihren Gefühlen davon lief. Sonst nahm sie nie ein Blatt vor den Mund, aber wenn es um etwas ging was sie wirklich kränkte war sie plötzlich still. Dal presste sich mehr an die raue Felswand und versuchte mit ihren Umhang ihren Körper vor der Kälte der Nacht zu schützen. Als wäre das alles nicht schon Strafe genug, begann es auch noch zu regnen. Erst nur Tröpfchen weise fiel das kühle Nass auf die Erde, bis es dann plötzlich in Strömen los brach. Die Höhle bot nur einen geringen Schutz vor diesen Naturgewalten und so dauerte es auch nicht lange bis der Regen, sie bis auf die Haut durchnässt hatte. „Cyp“ schaute aus seinen Pferdeaugen zu ihr, fast als wolle er sagen „_Du bist selbst daran schuld._ Weggelaufen aus Wut, aus Frustration nur weil Alexander sie so abwertend behandelt hatte, sah sie zumindest so. Sie zwang sich dazu die Augen zu schließen und das Wolfsgeheul zu ignorieren, es waren nun einmal die typischen Geräusche des Waldes. Vielleicht, wenn der Tag angebrochen war, ihr hitziges Gemüt eventuell etwas abgekühlt würde sie in die Feste gehen und würde ihnen zeigen, dass sie auch anders konnte, zumindest wollte sie es versuchen.

Verfasst: Mittwoch 3. September 2008, 01:00
von Dalana D´Ron
Man kann nicht vergessen..



„Mama? Mama wo bist du? Es ist so dunkel ich sehe dich nicht Mama? Wir wollten doch spielen! Hast du mich vergessen? Erinnerst du dich nicht mehr an mich?“ Kleine Kinderarme streckten sich ihr entgegen, sie wollte zu dem kleinen Geschöpft, wollte es in den Armen nehmen, es beschützen. „ Mama..“ erklang es nun flehender, weinerlicher. „Bitte Mama mach nicht, dass sie mich holen, ich will bei dir bleiben. MAMA!


Mit einem leisen, unterdrückten Schrei fuhr Dalana aus ihrem leichten Schlaf empor. Am ganzen Körper zitternd hockte sie im Stuhl. Nein! Nein das konnte doch nicht sein. Ihr Kind war Tot, Tot bevor es überhaupt die Chance hatte zu Leben. Genommen von einer Bestie, die sich ihrer ermächtigt hatte, die über das Leben ihres Kindes entschieden hatte. Ihre eiskalte Hand schob sich unter ihr Hemd und holte die schwarze Rabenfeder hervor und presste sie gegen ihr Herz. „Es tut mir so leid…so leid.“ Hauchte die Schützin leise und plötzlich wurde die Feder von ihren Tränen benetzt.

Sie wiegte ihren Oberkörper hin und her, ihren Tränen konnte sie keinen Einhalt mehr gebieten. Es war schon so lange her und immer hatte sie geglaubt sie wäre darüber hinweg. Konnte das Vergessen was ihr schreckliches angetan wurde, sie hatte sich geirrt. Das kleine Mädchen, welches Darcey in die Feste brachte, holte alles wieder hinauf. Ruckartig flog ihr Kopf in der Richtung ihres Zimmers, wo nun das Kind schlief. Mit verschleiertem Blick fixierte sie die Holztür. Was hatte sie sich nur dabei gedacht ihr Zimmer zur Verfügung zu stellen, aber auch wenn sie so tat als wäre sie das Böse in Person, ein Kind im Stall schlafen lassen, dass konnte nicht einmal sie mit ansehen.

Schnell wischte sie sich mit den Handrücken über die Augen. Tränen! Sie verachtete sich gerade selbst dafür. Sie saß hier und heulte. _Ein Schwächling bist du Dalana_ schimpfte sie innerlich vor sich her und doch die Gefühle schwappten nur so über sie hinweg. Sie musste sich von dem Mädchen fernhalten, wenn sie nicht gänzlich schwach werden wollte.

Langsam hob sie die Feder an und betrachtete das schwarze Schimmern. „ Warum habe ich nur zu gelassen das man dich mir nimmt? Warum habe ich mich nicht gewehrt? Warum habe ich dich im Stich gelassen? Warum nur….warum….?“. Ihr Körper von Weinkrämpfen geschüttelt erhob sie sich aus dem Sessel. Sie wollte jetzt nicht allein sein und so führte ihr Weg hinauf in das Zimmer Cyprians. Fest biss sich die Schützin auf ihre Unterlippe, damit er nicht von ihrem Weinen aufwacht.

Wie friedlich er schlief. Ohne zu zögern legte sie sich zu ihm, ließ ihren Kopf auf seine Brust ruhen und schlang den Arm um seinen Oberkörper. Wärme und halt suchend. Es war das erste Mal in ihrem Leben, dass sie in ihrem Kummer nicht mit sich selbst blieb, sondern zu jemanden ging um bei ihm Trost zu suchen. Die Nähe Cyprians ließen ihre Tränen langsam versiegen und mit einem nuschelnden Geräusch drehte sich der Krieger zu ihr, schlang wohl instinktiv, seine starken Arme um ihren Leib. Kurz verharrte Dalana vor Steifheit, doch dann ließ sie sich einfach fallen. Beschützend in seinen Armen liegend und immer noch die Feder an sich gepresst versuchte sie nun Schlaf zu finden.

Verfasst: Mittwoch 3. September 2008, 20:28
von Cyprian Laeneos
Das Gurren einer Taube, die unter dem Giebel ein Nest gebaut hatte, weckte Cyprian heute Morgen. Er blinzelte zunächst und nahm noch gar nicht recht wahr, dass dort dieser freche Blondschopf in seinen Armen lag.

Einige Augenblicke vergingen noch - doch dann weiteten sich seine Augen und jede Müdigkeit war verflogen. "Was soll ich nur tun?", schoss es dem gestandenen Krieger durch den Kopf. Ihm wurde heiß und kalt - und dann wieder heiß. Sein Herz pochte so heftig, dass er bereits fürchtete, Dalana dadurch zu wecken - doch dann biss er sich auf die Unterlippe - nur einen Augenblick und schließlich formte sich ein inniges Lächeln auf seinen schmalen Lippen.

Gerade wollte er Dalana fester an sich drücken als ihm etwas auffiel. "Sie muss geweint haben", dachte er und Besorgnis verdrängte die eben noch überschwängliche Freude aus seinen Zügen. In der Hand hielt sie noch immer diese Rabenfeder. Der Mann presste in diesem Moment die Lippen zu einer kurzen, schmalen Line, denn er wusste um die Bedeutung.

Erst jetzt fiel ihm außerdem auf, dass die Sonne noch nichteinmal aufgegangen war - ganz im Gegenteil, durch das Fenster schien noch immer der silbrige Glanz des Mondlichts.

Vorsichtig löste er nun die Umarmung und zog den Arm ebenso vorsicht unter Dalana weg. Sanft bettete er ihren Kopf auf das eben aufgeschüttelte Kissen und rutschte auf der anderen Seite des Bettes heraus.

Er erinnerte sich sich an den letzten Abend und wie er Dalana zuletzt im Hof gesehen hatte. Sie war wie ausgewechselt als die kleine Samira aufgetaucht war.

In diesem Moment fiel es Cyprian wie Schuppen von den Augen - wie vom Donner gerührt stand er vorm Fenster und blickte ins Leere. Konnte es sein, dass Dalana noch immer so fest in ihrem Unglück verwurzelt war? Wie könnte er ihr beistehen? Mehr unbewusst drehte er sich nun etwas, gerade so weit, dass er zum Bett und der zusammengerollten Dalana schauen konnte. Sie hatte die Hände vor der Brust, als wolle sie dort ganz unbewusst etwas beschützen - und dazwischen die Feder.

Leise - eher ergeben seufzte Cyprian nun als er den Stuhl am Bettende nahm und neben selbiges stellte um sich selbst darauf zu setzen. Schlaf würde er ohnehin nicht mehr finden und so konnte er zumindest über Dalanas wachen.

Verfasst: Donnerstag 4. September 2008, 10:53
von Dalana D´Ron
Die Augen geschlossen, ihre Arme um ihren Leib stand sie nun schon seit einigen Stunden auf der Wehrmauer der Feste. Das einzige was sie an sich her ran ließ, war der kühle Lufthauch der Nacht, welcher über das schlafende Land zog. Soviel galt es zu verarbeiten, soviel galt es in sich auf zu nehmen und vor allem mit einer Sache fertig zu werden. Dalana hatte es bisher immer geschafft Kindern aus dem Weg zu gehen, um jene wirklich nur mit einem grossen Sicherheitsabstand und aus weiter Ferne betrachten zu können. Doch jetzt scheint es als wolle das Schicksal sie noch mehr verhöhnen oder ärgern. Die Nähe zu der kleinen Samira tat ihr nicht gut, alte, längst verheilte Wunden platzten auf und fingen wieder an zu bluten. Sie konnte sich nicht einmal wirklich selbst einschätzen und es fiel ihr von Tag zu Tag schwerer, diese eiskalte, kühle Fassade dem Kind gegenüber aufrecht zu erhalten. Dann noch die Worte Samiras, _ Kindermund tut Wahrheit kund_ sie hasste dieses Sprichwort und doch steckte darin mehr als man eigentlich glaubte.

Mutig und ohne zu zögern würde sie sich vor einen Drachen stellen, oder sich in mitten einer Horde wütender Balrons werfen, sich aber eigenständig um ein Kind zu kümmern, da hatte sie wahnsinnige Angst und Panik davor. Angst, Angst die sie beeinträchtigte in ihrer ganzen art zu Leben. Zu Heiraten, eine eigene Familie zu gründen, dass alles sind Sätze wo sie am liebsten schreiend davon gelaufen wäre und doch irgendetwas in ihr zog sie langsam aber sicher in diese Richtung. Kann es wirklich sein das eine Frau irgendwann ihre innere Uhr hört? Tick, Tack! Sie schüttelte den Kopf, dass ist nun wirklich absurd. Sicherlich sie war keine junge 20 oder 25 Jahre mehr, aber mit ihren 30 eigentlich noch immer noch gut auf den Beinen, dachte sie zumindest.

Die dunklen, braunen Augen schweiften hinüber zum Hauptgebäude der Festungsanlage. Im Turmzimmer brannte noch immer Licht. Cyprian, sie seufzte leise auf. Womit hatte er eigentlich so ein nervliches Wrack verdient? Warum hatte sie sich ausgerechnet in diesen Mann verliebt und bei allen was ihr heilig war, warum hatte er sich in ihr verliebt. Sie wollte keinen Mann mehr, niemanden mehr der sie verletzte und ihr Schmerzen zu fügte. Doch ist alles anders gekommen, als sie geplant hatte, da sah man wieder einmal mehr, dass sich das Leben halt nicht nach seinen Richtlinien planen ließ. Nun stahl sich doch ein Lächeln auf die ernsten und steinigen Zügen der Schützin. Es tat gut in solch Nächten, wie die gestrige, in den Armen eines Menschen ein zu schlafen den man liebt, doch als sie heute Morgen aufgewacht war lag sie alleine in seinem Bett und dachte schon etwas falsch gemacht zu haben.

Dann schweiften die Augen weiter, zu ihrem Zimmer, welches in tiefer Dunkelheit lag. Lange würde Samira nicht mehr in der Feste weilen, davon war sie überzeugt und dann würde alles wieder seinen normalen Gang gehen. Sie würde wieder die ständig missgelaunte und motzende Dalana spielen, jeden der es Verdient hat mehr mals täglich einen nicht gerade freundlichen Kommentar an den Kopfwerfen. Ja, es war wirklich an der Zeit das dass normale Leben wieder Einzug hielt.

„Dalana wollt ihr nicht langsam in die Feste zurück? Man könnte meinen ihr wollt mir meinen Posten streitig machen!“ Eine leise, wohlbekannte Stimme tauchte plötzlich neben ihr auf und kräftige Männerhände legten einen Umhang um ihre Schultern. Sie drehte sich ein Stück zur Seite und blickte geradewegs in die blauen Augen von Michael. „ So gern ich eure Gegenwart genieße, ist sie doch immer eine willkommene Abwechslung zum ständigen stehen, solltet ihr dennoch rein gehen.“ Dalana zog den Umhang fester um die Schultern, erst jetzt durch den wärmenden Stoff spürte sie wie unterkühlt ihr Körper war. „Ich wünsche euch einen wohlen Abend Michael.“ Er lächelte sachte und legte seine Hand auf die Brust, ihr ein respektvolles senken des Hauptes entgegen kommen zu lassen.

Als sie dann schliesslich in die Vorderhalle eintrat und die Treppen nach oben ging zögerte sie. Sollte sie wirklich nochmals so dreist sein und bei ihm schlafen? Oder sollte sie doch vorlieb mit dem Stuhl nehmen? Andererseits er hatte es ihr ja angeboten und ausserdem hatte sie seit gestern diesen drang dazu nicht alleine zu schlafen, als könnten die bösen Geister ihrer Angst sie in der Dunkelheit holen. So tapste sie nun leise wie nur möglich zu Cyprians Zimmer. Er lag mit den Rücken zu ihr ausgestreckt auf den Boden. Vorsichtig ging die Schützin in die Hocke und beugte sich über ihn. Zärtlich strich sie eine Haarsträhne aus seinem Gesicht. Auf seine Stirn hauchte sie einen sanften Kuss und leise wurde an sein Ohr geflüstert: „ Danke das es dich gibt.“ Dann griff die Schützin nach dem Bettzeug und breitete dies ebenso neben ihren Mann aus. Das Kerzenlicht wurde ausgepustet und eiligst verkroch sie sich unter der Decke. Ihr Gesicht drückte sich gegen seinen Rücken, mit einem wohligen Schauer und seltsamen Gefühl im Bauch, erhoffte sie sich nun eine geruhsame und längere Nacht als jene zuvor.

Verfasst: Donnerstag 4. September 2008, 19:07
von Cyprian Laeneos
Ein lauwarmer Wind zog durch die zarten, grünen Blätter der Bäume und zupfte neckisch an diesem und jenem. Es waren die ersten warmen Tage des Jahres und der Gesang der Kröten johlte lebensmutig durch die vom vollen Mond erhellte Nacht. Am Himmel zogen bereits die ersten Wandervögel zurück in die nördlicheren Ländereien und begrüßten den rasch nahenden Sommer mit ihrem an wirres Gemurmel erinnernden Gezwitscher. Nur etwas darunter, am Rand eines kleinen Weihers befand sich eine nich besonders große, aber eben auch keine kleine Hütte und verträumt züngelten dünne Rauchfäden durch den Schornstein in den Nachthimmel.

“Aber warum soll ich denn jetzt schon schlafen!”, zirpte die dünne Stimme eines kleinen Jungen trotzig und noch viel zu munter für diese Uhrzeit. “Damit du mir morgen im Garten helfen kannst du kleiner Quälgeist”, zischte daraufhin eine Frauenstimme, die trotz der bemühten Härte im Ton noch immer viel zu gutmütig klang. Mit einem resignierten und lang gezogenen Seufzer kletterte der Junge dann auf sein Lager und zog die warme Decke bis zu den Ohren, aber wohl darauf bedacht noch drüber hinweg blinzeln zu können. So betrachtete er also seine Mutter wie sie die Lampe im Zimmer löschte, ihm noch einen warmen, liebevollen Blick und schließlich einen Gute-Nacht-Kuss schenkte. “Träum jetzt Spatz, ja?”, sagte diese leise und zog die Tür daraufhin sanft ins Schloss.

Es verging eine Weile, in der der Junge dem Lauf des Mondes durch das große Zimmerfenster folgte, seine Gedanken schweifen ließ und schließlich in den Schlaf sank der allumfassend mit seinen Schwingen nach ihm griff.

Lautes Poltern weckte den kleinen Jungen und Verwirrung zeichnete sich auf seinen Zügen wieder.
Es vergingen einige wirre Augenblicke, bis er sich schließlich darüber klar wurde, dass da jemand sehr energisch an die Tür klopfte.
"Wie spät es wohl ist?"
Einige weitere Augenblicke vergingen und es wurde kurz still. Da waren Stimmen - Stimmen von Männern - die Stimme seiner Mutter. Etwas stimmte nicht, denn sie klang - verängstigt. Der Junge griff die Decke und presste sich an die Rückwand seines Bettes.
Wieder ging das Poltern los, diesmal als die Tür zu seinem Zimmer regelrecht aus den Angeln gerissen wurde.



Cyprian öffnete schweißgebadet seine Augen, sein Atem ging stoßweise noch bevor er seine Umgebung recht wahr nahm. Dann aber spürte er die liebevolle Umarmung Dalanas und beruhigte sich langsam. Er schloss seine Arme um sie, zog sie zu sich heran und vergrub sein Gesicht in ihren weichen Haaren. Bei ihr fand er Ruhe, eine Vertraute mit der er über alles reden konnte. In ihrer Gegenwart überkam ihn eine tiefe innere Ruhe, das Gefühl, dass da jemand ist, der sich sorgt.
"Ja, du hast es schwer", flüsterte Cyprian dann leise und drückte sie einen Augenblick lang etwas fester an sich. Seine Gedanken kreisten im Folgenden um Dalana und schließlich fiel er in einen ruhigeren Schlaf.