Ein Versprechen
Verfasst: Samstag 12. Juli 2008, 20:09
Viridian seufzte, blickte auf das Pergament vor sich, schüttelte sachte den Kopf. Er hätte sich die Zunge abbeißen wollen, dafür, dass sie diese voreiligen Worte geformt hatte, ehe er darüber nachdenken konnte.
"Ich werde die Eindrücke meiner Reise für Euch in schöne Worte fassen, junge Dame, das verspreche ich Euch."
Und sie hatte auf ein Gedicht bestanden.
Doch nicht irgendeines, ein Sonett sollte es sein!
Mit einem lautlosen Fluch auf den Lippen las er, was er bei seinem Versuch, das voreilig gegebene Versprechen einzulösen, angerichtet hatte. Auf dem Pergament stand:
Komm, lass uns wandern, wie die Wolken ziehen,
Die weiß und leicht, mal grau und Regen tragend
Gen Norden in das Elf-Reich alter Sagen
Auf Windes Schwingen treiben, ständig fliehen.
Von dort aus weiter östlich Sonn’ entgegen.
In weiter Ebene erklingt Dein Klagen
Ob all der brachen Einsamkeit Dein Fragen,
Warum dies Land nicht kennet Reiches Segen?
Ich schweige, träumend lauschend Deinen Worten,
Dabei an Stromes Ufern still betrachte –
Fast scheint mir ’s, dass das Wasser murmelnd lachte,
Als ob ’s mir sagen wollte: Menschensohn
Du wirst vergehen, vielleicht balde schon.
Ich Fluss jedoch bin ewig – aller Orten.
Nein, es war wirklich kein Wunder, dass der Grat zwischen etwas und sich versprechen ein so Schmaler war! Sprichwörtlich.
"Ich werde die Eindrücke meiner Reise für Euch in schöne Worte fassen, junge Dame, das verspreche ich Euch."
Und sie hatte auf ein Gedicht bestanden.
Doch nicht irgendeines, ein Sonett sollte es sein!
Mit einem lautlosen Fluch auf den Lippen las er, was er bei seinem Versuch, das voreilig gegebene Versprechen einzulösen, angerichtet hatte. Auf dem Pergament stand:
Komm, lass uns wandern, wie die Wolken ziehen,
Die weiß und leicht, mal grau und Regen tragend
Gen Norden in das Elf-Reich alter Sagen
Auf Windes Schwingen treiben, ständig fliehen.
Von dort aus weiter östlich Sonn’ entgegen.
In weiter Ebene erklingt Dein Klagen
Ob all der brachen Einsamkeit Dein Fragen,
Warum dies Land nicht kennet Reiches Segen?
Ich schweige, träumend lauschend Deinen Worten,
Dabei an Stromes Ufern still betrachte –
Fast scheint mir ’s, dass das Wasser murmelnd lachte,
Als ob ’s mir sagen wollte: Menschensohn
Du wirst vergehen, vielleicht balde schon.
Ich Fluss jedoch bin ewig – aller Orten.
Nein, es war wirklich kein Wunder, dass der Grat zwischen etwas und sich versprechen ein so Schmaler war! Sprichwörtlich.