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Sünde eines einfachen Mannes

Verfasst: Sonntag 25. September 2005, 22:12
von Tridain Xendral
So lang war das geschehen schon her.. und doch war seine Schuld, seine Sünde, größer als je zuvor. All die Gebete, die tiefen Gedanken, die stillen Gespräche mit sich selbst.. all dies hatte nichts gebracht. Er beschloß die Schuld endlich von sich zu waschen...

"Er wollte fliehen, sogar die Beute ließ er zurück. Doch ich wollte dies nicht, ich war so von Wut gepackt, dass ich, vom Zorn geleitet, auf ihn einstach und ihn damit tötete. Ich wollte diesem Mann nicht nur Schaden zufügen, nein, ich wollte ihn töten."

Sprach Tridain im Kloster zu Alyssa Arnis, während sich eine Träne in seinem Auge bildete. Man sah ihm sein Schuldbewußtsein deutlich im Gesicht an. Er bereute diese Tat zu tiefst..

Vor einem Jahr geschah es, dass ein Dieb den Hof Tridains Eltern beklauen wollte. Tridains Bruder, damals nur 13 Winter alt war von Tapferkeit erfasst und versuchte den Dieb zu stellen, welcher daraufhin auf den tapferen jungen Burschen einstach.
Tridain sah nur seinen Bruder am Boden liegen, als die Wut in ihm aufkochte. Wie konnte es jemand wagen einen so unschuldigen Jungen einfach niederzustechen?!...


Alyssa sprach ihm gut zu und Tridain glaubte ihr, auch wenn er sie nicht für die Erzemtplerin hielt, er glaubte ihr. Ihr Worte, sie klangen so gutmütig, so vernünftig, sie konnte nur Wahr sein. Also machte er sich auf sie zu befolgen, er sollte sich selbst Verzeihen, sagte sie ihm. Sie gab ihm den Rat die Vergangenheit des Diebes herauszufinden, das er dies schon damals tat wußte sie nicht. Denn sie war das schlimmste an alle Dem, der Dieb stahl nur um Kind und Frau zu ernähren... Doch damals war Tridain seine Schuld kaum bewußt, also versuchte er nicht der Familie des Diebes zu helfen...

Nach einigem Nachdenken machte Tridain sich auf die Frau zu finden, die man durch seine Hand Witwe zu nennen vermochte..

Verfasst: Dienstag 27. September 2005, 15:36
von Tridain Xendral
Tage vergingen doch vermochte er nicht diese Frau zu finden...
Es vermutete bereits das Schlimmste... sie war bereits tot. Auf der Suche nach bestätigung suchte er die Friedhöfe des Königreiches ab. Nichts zu finden, es war einfach nichts zu finden. Bis zum heutigen Tage... er fand ein schäbiges Grab, von Moos bedeckt, offenbar schärte sich niemand auch nur einen Dreck um diese letzte Ruhestätte

Hier ruhen Dimian Vangul, seine Gemahlin Leastra Vangul, so wie derer beiden Sohn Dorgal Vangul. Sie waren einfache Leute, doch rein im Herzen.

Ruhet in Frieden


Das war der Mann, den Namen vermochte Tridain schon damals herauszufinden. Er wußte nicht was er tun sollte, seine Schuld ward nun noch gewaltiger. Nun, er wußte es nicht genau, doch ging er davon aus, dass der Hunger Gemahlin wie Sohn tötete. Der Hunger, der kam, weil der Vater keinen "Verdienst" mehr nach Hause brachte...
Das einzige was Tridain jetzt noch für die Familie Vangul tun könnte war, den Grabstein zu pflegen. Das war was er tat...
Doch musste er seine Sünde noch anders von sich waschen, wieder versank er in Gebeten. Nächte verbrachte er in der Kirche um Temora um Vergebung zu bitten. Doch konnte er sich selbst nicht vergeben...

Verfasst: Sonntag 9. Oktober 2005, 21:23
von Tridain Xendral
Endlich war es soweit, er konnte mit Korporal Darinor sprechen, wie ihre Heiligkeit ihm empfohlen hatte. Er beichtete ihm das ganze geschehen und der Korporal würde sich beim Hauptmann für ihn einsetzen und für einen Urlaub sorgen, den der junge Rekrut im Kloster der Temora verbringen sollte. Er sollte seinen Seelenfrieden suchen und mit den hießigen Templern beten. Den ersten Schritt zur Reinheit seiner Seele hatte er bereits getan, er bereute und dies zu tiefst. Doch auch wenn Temora ihm vergeben sollte oder dies sogar schon getan hatte, so hatte und konnte er sich immernoch nicht selbst vergeben. Insgeheim hoffte er darauf, dass er es vielleicht nach dem Aufenthalt im Kloster tun konnte...

Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2005, 15:07
von Tridain Xendral
Am Tage Anghars Ablage der Uniform, lag Tridain noch lange auf seinem Bett, tief in Gedanken versunken. Seine Gedanken zerrissen ihn innerlich. So viel hatte er die letzten Tage erlebt, es war alles ganz anders als er noch auf dem Hof seiner Eltern schuftete. Dort hatte er keine Zeit gehabt zum Nachdenken, entweder arbeitete er oder schlief. Wenn mal etwas mehr Zeit war so spielte er mit seinen Geschwistern. Doch nun gab es Clarissa Ilvess, er verstand diese Frau einfach nicht. Erst greift er sie an und schlägt ihn halb zu Tode, dies gleich zwei Mal, auf einmal dankt sie ihm, sagt ihm sie habe ihn unterschätzt. Und plötzlich begann er diese Frau doch irgendwie zu mögen, vielleicht hatte sie Recht gehabt, vielleicht war er zu verweichlicht. Die letzten Tage hatten ihn seelisch zerrissen. Als Gardist, griff er nun härter durch als jemals zuvor, doch dies war nur seine Fassade. Er dachte über seine Vergangenheit immernoch nach, sich immernoch nicht vergeben könnend. Dazu kam Anghar, es erfüllte ihn mit Trauer, wie er über die Garde sprach und seine Uniform ablegte, um sie wohl nie wieder anzulegen, er war doch sein Kamerad, der Kamerad, sein großes Vorbild. Doch nun war dies auch weg und er hatte eigentlich niemanden mehr... Um sich wenigstens über seine Vergangenheit im Klaren zu werden und sich vergeben zu können entschloss er sich also, so bald wie möglich Urlaub zu erhalten und eine Zeit lang im Kloster zu sein, so gleich ließ er von einem Schreiberling zwei Briefe, einen an ihre Heiligkeit und einen an den Hauptmann verfassen..[/i]

Verfasst: Montag 21. November 2005, 14:10
von Tridain Xendral
Der neue Hauptmann, Serald Khaliz, hatte es ihm gestattet Urlaub zu nehmen und dies tat er auch. Umgehend begab er sich ins Kloster, jedoch nicht ohne anzumerken, er sei stets für die Garde verfügbar, so er gebraucht werde. Im Kloster angekommen, sprach er mit Bruder Falkenburg, der ihm mitteilte in welchem Zimmer er wohnen könne. Er sollte sich das Zimmer mit Leon selbst und dem Bruder Gedion teilen. Natürlich wollte er nicht umsonst im Kloster wohnen und essen, also ließ er sich von Bruder Leon sagen, ob er irgendwie helfen könne und dieser sagte ihm er solle sich an den täglichen Aufgaben im Kloster beteiligen. All zu schwer sollte dies nicht sein, schließlich verbrachte Tridain den größten Teil seines Lebens auf dem Hofe seine Eltern, Äcker zu bestellen und Schaafe zu Schären, sollte er also schaffen können.
Danach zeigte Leon ihm den Baum, den Baum des Lichtes. In all seinem Glanze erstrahlte er, er erstrahlte Tridains Herz. Zum ersten Mal in seinem Leben sollte Tridain all seine Sorgen vergessen, nur von Wärme und Licht erfüllt sein. Tridain kam eine Träne, ehe die nächste folgte und er versuchte sie sich unauffällig wegzuwischen. Ob Leon diese Tränen bemerkte, dies weiß Tridain bis heute nicht. Doch weiß er nun, was Temoras nähe wirklich bedeutete.

Der Tag verging, gemeinsam arbeiteten Leon und Tridain auf dem Felde, ehe sie gemeinsam in der Klosterkapelle beteten, um anschließend mit den anderen Brüdern zu speisen. Doch der Tag sollte noch nicht vorbei sein und Leon bot Tridain an, ihn im Lesen und Schreiben zu unterrichten, dass er dankend annahm, schließlich konnte fast jeder Andere der Garde sowohl Lesen als auch Schreiben und Tridain wollte immer mit der Truppe mithalten können. So versuchte Leon die Grundkenntnisse des Lesens, wie das Alphabet, noch bis spät in den Abend hinein beizubringen.

Ähnlich ging es die nächsten Tage weiter und Leon versuchte Tridain die Tugenden Temoras näher zu bringen, der seit dem Erlebniss am Baum des Lichtes wissbegieriger als ein kleiner Junge zu sein schien, was den Glauben Temoras anging.

Als erstes sollte Leon ihm die Tapferkeit näher bringen, denn sie war es, die Tridain benötigte um erste Schritte zu tun, sich selbst zu vergeben, schließlich beruhte dieses nicht verzeihen können auf Angst, die es durch die Tapferkeit zu besiegen galt.

"Ihr müsst eure Seele festigen, Tridain. Die Wärme der unseren Hüterin, Temora soll euer Herz und eure Seele ummanteln und schon bald werdet ihr sehen, dass ihr dank ihrer Wärme nie wieder Angst zu haben braucht. Verbannt die Angst aus eurem Herzen, denn sie ist ein schlechter begleiter und mit Temora werdet ihr dies schaffen."
War der Teil Worte, den Tridain sich von den vielen Worten die Leon über die Tugend der Tapferkeit sprach, den er sich für immer merken sollte, denn er war der, der ihm am wichtigsten war.

Verfasst: Samstag 26. November 2005, 10:00
von Tridain Xendral
Tridain dachte, am Tage, noch viel über die Tugend der Tapferkeit nach und am Abend übte er wieder einmal das Lesen und Schreiben mit Leon, ehe er zu Bette ging. Der nächste Tag brach an und als die ersten Sonnenstrahlen den Tag erhellten kniete Tridain bereits in der Klosterkapelle und faltete seine Hände zum Gebet, ehe er dann mit den anderen Brüdern zum Frühstücken ging.

Und wieder sprach er mit Leon über eine der 7 Tugenden, diesmal sollte es die Demut sein und die Worte Leons lauteten:

"Ihr seid Stolz, nicht war Tridain?", fragte er und Tridain beantwortete damit, er sei Stolz darauf in der Garde dienen zu dürfen, ja.

"Nun, Tridain, ich rate euch euren Stolz zu erkennen und ihn unter Kontrolle zu halten, denn er ist die Saat des Hochmuts und der Hochmut wird euch zu Fall bringen. Wenn ihr jedoch erkennt, dass die Welt viel größer ist, als ihr je reisen könntet, es viel mehr Wissen gibt, als das ihr es euch je aneignen könnt und so Können auf der Welt gibt, dass ihr es nie erlenen könntet, so habt ihr erkannt, dass es immer jemanden geben wird, der etwas besser kann als ihr und alle Gaben und Fähigkeiten dieser Welt sind genauso viel Wert wie die eurigen. So ihr all das erkannt habt wird euch auch ersichtlich sein, warum Ruhm und Reichtum nicht glücklich machen."

Verfasst: Samstag 26. November 2005, 10:22
von Tridain Xendral
Zwei von Fünf Tugenden hatte Leon ihm schon näher gebracht und auch das Lesen und Schreiben klappte immer besser. Bald schon würde Tridain in der Bibliothek des Klosters sitzen und die Bücher lesen, wie es auch Aradan tat. Doch nun sollte Leon ihm erstmal eine weitere Tugend näher bringen, die Tugend der Geistigkeit, die zur Tugend der Ehre weiterleitete.

"Ihr dürft nie aufhören zu Suchen, Tridain. Sucht stets nach Wahrheit, Liebe und Mut, denn immer mehr werdet ihr finden und die sieben Tugenden werden sich euch Stück für Stück mehr offenbaren. Und sucht nicht nur in Büchern und in eurer Umgebung, sucht auch in euch selbst, denn dort werdet ihr noch viel mehr Wissen finden, als in All den Büchern Gerimors niedergeschrieben steht. Und wenn ihr stets die Wahrheit sucht, so werdet ihr auch die Ehre erlangen, die die Tugend der diesigen euch abverlangt."

Verfasst: Samstag 26. November 2005, 10:41
von Tridain Xendral
Die Demut hatte ihm Leon nun schon näher gebracht. So auch die Tapferkeit, die Ehre und die Geistigkeit. Doch Mitgefühl, Gerechtigkeit und Opferbereitschaft fehlten noch und Leon bemerkte Tridains Interesse an den Tugenden, das zu der Entscheidung führte vollends nach diesen Tugenden zu leben und so fuhr Leon mit der Tugend der Gerechtigkeit fort.

"Du musst stets denken und die Weisheit walten lassen. Wenn der Zorn dich packt, so beruhige dich bevor du richtest, denn der Zorn lässt die Weisheit schwinden. Du musst wissen, dass jedwedes Leben genauso viel wert ist, wie das deinige und auch so handeln. Stand oder Ansehen, Ruhm oder Reichtum, als dies zählt nicht für die Gerechtigkeit, nur die Wahrheit zählt."

Beim Abendessen unterhielten sich Leon und Tridain weiter und Tridains Wissbegier nach den verbleidenen zwei Tugenden war kaum zu bändigen, so kam es, dass Leon noch am selbigen Tage über die vorletzte, die Tugend dese Mitgefühls sprach, dass letztlich auch zur Erklärung der Opferbereitschaft führen sollte.

"Ich denke du hast bereits erkannt, dass dein Leben nicht mehr und nicht weniger wert ist als die der anderen Lebewesen und dies ist das offene Tor zur Tugend des Mitgefühls. Denn du musst andere Lebewesen nicht nur als genauso viel wert wie dein Leben erachten, nein, du musst all diese Leben lieben lernen. Denn nur wenn du dies tust wirst du gutes tun und dabei deine Erfüllung spüren. Ich hörte von deiner Spende für das Waisenhaus, dies war ein Beispiel deines Mitgefühls, Tridain. Doch muss dein Mitgefühl und deine Liebe für andere so weit gehen, dass du all deinen Besitz, gar dein Leben für das Wohl anderer opfern würdest. Denn nur so kannst du deine Opferbereitschaft beweisen, die Tugend, die nur durch die Vereinigung aller anderen Tugenden in dir zu erreichen ist. Doch sei nicht töricht, entscheide Weise, denn wenn du dein Leben sinnlos opferst, so wird es niemandem helfen, hättest du jedoch weiter gelebt, so hättest du weiter für das gute einstehen können.."

Verfasst: Sonntag 27. November 2005, 16:42
von Tridain Xendral
Ein entschluss war in der Zeit, die er mit Leon verbrachte, in Tridain gewachsen und als er dann mit Aradan Krenor, seinem Leutnant, über den Orden sprach wurde dieser noch gefestigt. Er hatte sich entschlossen dem Orden beizutreten, so er als würdig befunden wurde und würde schon bald erst Aradan und dann Leon davon unterrichten. In der Garde wollte er dennoch weiter dienen, Aradan schien es schließlich auch zu schaffen Garde und Orden zu gleich in seinem Leben unterzubringen...

Verfasst: Samstag 17. Dezember 2005, 12:00
von Tridain Xendral
Es waren bereits wieder einige Tage vergangen.
Tridain befand sich, wie so oft, wenn er keinen Dienst hatte, in der Kirche Varunas. Allein saß er da im Stillen und verbrachte seine Zeit mit Gebeten und dem Nachdenken. Viel war geschehen in den vorhergegangen Tagen, das gravierenste schein jedoch Leons Tod zu sein. Als er ihn abermals besuchen wollte, hatte er es erfahren.... Ein Gefühl der Angst machte sich damals ihn im breit, doch Angst sollte er nicht haben, er sollte sie besiegen, wie er es schon abermals tat. Nun galt es erneut mit Aradan über die Aufnahme im Orden der Temora zu sprechen, der Tod Leons sollte seinen Wunsch nicht ändern.

Tridains Haupt erhebte sich langsam wieder. Die langen, blonden, Haare, die sein Gesicht umrahmten fielen zurück auf die Schultern und gaben die Sicht auf ein junges, doch in der letzten Zeit herangereiftes Gesicht, frei. Seine linke Hand griff nach den Handschuhen die neben ihm lagen und nach dem er aufgestanden war, zog er sie über seine genauso kräftigen, wie jungen, Hände, während er die Kirche verließ. Der Wind der draussen wehte ließ den Umhang der Garde etwas flattern und Tridain sollte gleich seinen Dienste wieder antreten.