Die Schützin mit einem Arm
Verfasst: Sonntag 6. Juli 2008, 12:00
Wochen war es her, dass man ihr in Varuna den Arm abgenommen hatte. Eine schnöde Blutvergiftung, die hätte geheilt werden können, hervorgerufen durch die Abtrennung eines Fingers weil man sie für eine Verräterin hielt. Auf eigene Faust hatte sie gehandelt, diese Kajol. Der Fürst war nicht anwesend, man imitierte seine Befehle, schaffte neue, dachte sich welche aus. Einzig Viridian behielt einen kühlen Kopf, galt dadurch auch als Verräter. Weil er sich nicht anmaßte, Befehle des Fürsten auszuführen, die es nicht gab.
Nun stand sie da, eine Schützin mit einem Arm. Ein Krüppel würden manche sagen, doch noch war sie fähig mit ihrem Speer anzugreifen und vielleicht würde Kyara mit sich sprechen lassen, eine Armbrust so umzubauen, dass sie diese mit einem einzelnen Arm und vier verbliebenen Fingern bedienen könnte. Eine Trittschlaufe zum beladen, eine tiefere Bolzenkerbe damit die Geschosse nicht gleich beim Anheben wieder herausfielen - das galt es mit ihr zu besprechen. Denn die Burg verlassen, das wollte sie nicht mehr. Doch in ihrem Zustand könnte sie ihren Eid unmöglich erfüllen.
In den folgenden Tagen sollte sie bemerken was Training mit einem Arm bedeutet. Klimmzüge, Liegestütze, alles war doppelt so schwer und sollte ihren verbliebenen Arm kräftigen. Doch die schwerste Übung bislang war das anziehen am Morgen. Wofür sie einst nur wenige Minuten brauchte, war nun beinahe eine halbe Stunde Zeit nötig. Aus diesem Grund schlief sie häufig in ihren Kleidern wenn sie spät zu Bett kam, denn der nächste Morgen war nicht fern und ihr Dienst genau so wenig. Obwohl Dienst - was konnte sie schon groß verrichten? Immerhin war sie noch geduldet. Man würde sehen, wie lange.
Nun stand sie da, eine Schützin mit einem Arm. Ein Krüppel würden manche sagen, doch noch war sie fähig mit ihrem Speer anzugreifen und vielleicht würde Kyara mit sich sprechen lassen, eine Armbrust so umzubauen, dass sie diese mit einem einzelnen Arm und vier verbliebenen Fingern bedienen könnte. Eine Trittschlaufe zum beladen, eine tiefere Bolzenkerbe damit die Geschosse nicht gleich beim Anheben wieder herausfielen - das galt es mit ihr zu besprechen. Denn die Burg verlassen, das wollte sie nicht mehr. Doch in ihrem Zustand könnte sie ihren Eid unmöglich erfüllen.
In den folgenden Tagen sollte sie bemerken was Training mit einem Arm bedeutet. Klimmzüge, Liegestütze, alles war doppelt so schwer und sollte ihren verbliebenen Arm kräftigen. Doch die schwerste Übung bislang war das anziehen am Morgen. Wofür sie einst nur wenige Minuten brauchte, war nun beinahe eine halbe Stunde Zeit nötig. Aus diesem Grund schlief sie häufig in ihren Kleidern wenn sie spät zu Bett kam, denn der nächste Morgen war nicht fern und ihr Dienst genau so wenig. Obwohl Dienst - was konnte sie schon groß verrichten? Immerhin war sie noch geduldet. Man würde sehen, wie lange.