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Geheimnisse
Verfasst: Montag 23. Juni 2008, 13:12
von Lanaya Shevanor
Arrr diese Kopfschmerzen! Sie würde noch wahnsinnig werden. Zusammen mit zwei hohen Arkorithern hatte sie besorgt was zu besorgen war und das Konstrukt geformt. Genährt war es wahrlich ungewöhnlich und durchdrungen von einer Magie wie man sie nur weit ab des Panteons finden konnte. So man sich konzentrierte machte es den Anschein es würde leben, pulsieren im Einklang mit dem Lied selbst. Beruhigend, beständig – laut! Schon wieder presste sie die Hände an die Schläfen und musste den Drang vor Schmerz aufzustöhnen unterbinden. Langsam aber sicher machte sie das Geräusch wahnsinnig. Egal wie weit sie sich von dem Konstrukt entfernte, egal womit sie sich ablenkte, immer war es da. Selbst in der Nacht schwieg es nicht und bald schon, bald sollte... Mit einem Seufzen brach sie den Gedanken ab. Geduld war nicht immer als eine ihrer Stärken zu erkennen. Tage vergingen und so sehr die Verankerung sich festigte so lauter erschien ihr dieses verfluchte Geräusch.
Am Abend des siebten Tages war es dann soweit. Fest umschlossen die blassen Finger das neunschwänzige Artefakt des Ordens. Viele Leiber hatte sie gestraft und es war einfach ihrer Macht zu verfallen. Ruhig lagen die Hände an ihren Seiten wie es das Ritual erforderte trugt sie nichts weiter als die eigene Haut. Noch nass von der rituellen Reinigung lag das Haar schwer auf den Schultern und sie nahm den ihr bestimmten Platz an der Spitze des Pentakels ein. Wabernde Schatten schienen aus ihren Ecken zu kriechen und auf der nackten Haut zu tanzen. Wie eine Bogensehne war der Körper gespannt, die Knöchel an der Hand jene das Artefakt umschloss traten hell hervor. Langsam hob sie die Arme an sie in zwei Richtungen ausbreitend als wolle sie etwas umfassen. Im selben Moment trat ein weiterer Arkorither hinzu um ein eingepacktes, leicht zappelndes Bündel vor ihr in das innere Fünfeck und somit auf das Konstrukt im Pentakel zu legen. Rasch entfernte er sich wieder es machte den Eindruck als wolle er möglichst weit fort von diesem Ort sein.
Seit wenigen Tagen war aus dem vertrauten Pulsieren des Konstruktes etwas neues entstanden. Stimmen quälten die Elegida, drängte sie das Vorhaben nicht zu vollenden. Säten Unsicherheit und raubten ihr die letzten Nerven. Gereizt und gefährlich wie eine Löwin war ihr bewusst das es hiernach ein Ende hatte. Auch jetzt vernahm sie warnende Strophen eines inzwischen bekannten Liedes.
Lasse ab!
Warum das alles?
Sie hat dir nichts getan, so unschuldig...
Zerstöre nicht dich selbst...
Eindringlich und hindernd vermochte es dennoch nicht die Jahrelang geübte Konzentration zu erschüttern. Bedacht hob sie die Hand etwas an um die verhasste Dämonenpeitsche in Richtung des Bündels zu schlagen. Wie von selbst wickelten sich die tentakelartigen Striemen in der ungewöhnlichen Farbe um das Bündel. Eine Reaktion erfolgte umgehend. Ein leises, flehendes Krähen wie man es nur bei einem Neugeborenen finden würde unterbrach die andächtige Stille. Minuten mochten verstrichen sein ehe der unschuldige Lebenssaft das Konstrukt auf dem das Bündel gelegen hatte tränkte. Wie zähe Marmelade hatte sich das Rot durch den Stoff gefressen und gierig verschlang das Artefakt was für das Ritual nicht von Nöten war. Kurzum – es erfüllte den Zweck zudem es erschaffen worden war.
Umgehend erfolgte die Reaktion und auch jene Arkorither die nur bei der Formung des Konstruktes zugegen waren würden nicht umhin kommen davon zu bemerken. Nun sollten auch sie geplagt sein. Geplagt von Zweifeln und Stimmen die an ihren Grundsätzen rüttelten.
Warum nur Arkorither?
Ist es die Macht wert?
Ist dir bewusst was du aufgeben musst um sie zu erlangen?
Hass der dich nährt?
Anderen Mächten sagt man mehr Kraft nach Arkorither...
Leise, lauter – doch niemals schweigend.
Verfasst: Montag 23. Juni 2008, 13:30
von Tarja Lycron
Ein bisschen hiervon, ein bisschen davon.
- Es kam einem vor, als wären die drei Arkorither einfach nur einkaufen, aber nein, es steckte schon Sinn dahinter, warum sie sich durch die Gegend stahlen. Und alles, was sie sich aneigneten hatte einen Sinn.
Zurück auf der Burg marschierten sie auf den großen Balkon. Dort sollte das Ritual beginnen. Die Erde wurde aufgehäuft, der Efeu wie ein Netz darum gelegt. Dann das Blut der drei Arkorither.
- Dieser Schmerz. Es war, als würde ihr sämtliche Lebenskraft genommen. Die Verankerung kostete einiges an Kraft, doch sie war bereit ihre Kraft zu geben. Sie drohte, umzukippen, sie schwankte, sie rang nach Luft. Bei tausend trunkenen Tölpel, sie musste sich zusammenreissen. Und irgendwann sollte auch der Schmerz nachlassen, die Leb- und Kraftlosigkeit ihrer Körper jedoch blieb. Lanaya flüchtete förmlich vor diesem Ort und auch Tarja hielt es keine Sekunde länger aus. Sie musste nach Hause. Nach Hause ... dort war sie sicher.
- Vorerst.
Über sieben Tage waren vergangen, als sie auf einmal dieses leise Flüstern vernahm. Erst leise, als wäre es fast gar nicht zugegen. Dann lauter. Dann nahm die Lautstärke wieder ab. So ging dieses hin und her.
Warum nur Arkorither?
Ist es die Macht wert?
Ist dir bewusst was du aufgeben musst um sie zu erlangen?
Hass der dich nährt?
Anderen Mächten sagt man mehr Kraft nach Arkorither...
Die Kopfschmerzen, welche verursacht wurden waren teilweise unerträglich. Umso lauter sie wurden, umso stärker die Schmerzen. Und dann waren sie auf einmal wieder weg oder so leise, dass sie diese nicht mehr deutlich verstehen konnte.. Zweifel überkamen sie, die sie wieder von sich schob, um sie wenig später wieder zu empfangen. War das, was sie taten, richtig? War es die Macht wert? War sie sich wirklich bewusst, was sie aufgeben musste?
- Ja, verdammt.
Und doch stellte sie sich diese Fragen immer und immer wieder ... um nach einer Weile und dem Sammeln ihrer Konzentration die Frage immer und immer wieder zu beantworten. Sollte irgendjemand daran denken, dass sie aufgeben würde, hatte derjenige sich geschnitten. Sie hatte ihr Leben nicht dem Orden verschrieben, ihre Seele nicht in das schwarze Buch geschrieben um dann wegen eines Konfliktes in sich einfach zusammenzubrechen. Sie war Maga, sie hatte vieles gelernt. Und sie würde auch noch weiteres lernen, - vielleicht war das eine Art Prüfung für sie. Und sie würde diese bestehen, ohne weiteres, egal, welche Konsequenz das für sie hatte.
Warum nur Arkorither?
Ist es die Macht wert?
Ist dir bewusst was du aufgeben musst um sie zu erlangen?
Hass der dich nährt?
Anderen Mächten sagt man mehr Kraft nach Arkorither...
Verfasst: Montag 23. Juni 2008, 15:27
von Lucan Linari
Einige Tagesläufe sind nun vergangen seit diesem Ritual auf dem Dache der schwarzen Festung. Die Kraft die seinem Körper entzogen wurde, ließ seinen Körper erzittern – schon dachte er würde dieser enormen Kraft nicht stand halten können, welche das letzte Fünkchen Energie aus ihm zerrte, doch ließ sie von ihm ab noch bevor sein Ende gekommen war. Die Erschöpfung zeichnete sich sichtbar in seiner gebeugten Haltung ab, doch ist ihm dieses Gefühl nicht fremd gewesen. Schon einige Rituale hatte er überstanden, auch die Schmerzen in seinem Kopf, das Zittern in seinem Leib – es schien schon Gewohnheit geworden zu sein. So dachte auch er, als die drei Arkorither sich wieder vom Ritualplatz zurückzogen – ein wenig Ruhe würde es wieder richten... doch dieses Mal sollte es nicht so sein... dieses Mal hatte das Ritual zu tiefe Spuren hinterlassen oder gar andere Pforten geöffnet...
Übelkeit und rasende Kopfschmerzen suchten ihn seit jeher immer wieder heim und immer wieder diese Stimmen in seinem Kopf – Stimmen die stetig vorhanden waren, auch wenn er sie hin und wieder in den Hintergrund rücken ließ. Doch sollten sie so schnell nicht verstummen...
Warum nur Arkorither?
Ist es die Macht wert?
Ist dir bewusst was du aufgeben musst um sie zu erlangen?
Hass der dich nährt?
Anderen Mächten sagt man mehr Kraft nach Arkorither...
wisperten sie immer zu – doch war es bisher nie so schlimm wie in jener Nacht, als ihm die Zweifel ereilten:
Ein Kratzen unterbrach die Stille der Nacht, welche lediglich von dem leisen Atem seiner Gefährtin erfüllt wurde. Dort war es wieder – ein Kratzen, doch woher kam es. Lucan schlug die Augen auf. Das ganze Zimmer war vom Schleier der Dunkelheit umhüllt. Nur einige Lichtstrahlen des Mondes drangen durch den Stoff der Vorhänge und warf ein blasses Licht auf das Bett in dem er lag.
Seufzend warf er die Decke beiseite und setzte sich auf, wobei sich rasch beide Hände in seinen blauen Haaren vergruben, welche wild in alle Richtungen abstanden. Als seine Finger an seinem Gesicht herab glitten und den Blick auf ihn immer mehr freigaben, wurden die dunklen Schatten unter seinen Augen sichtbar sowie das helle Rot welches das Weiss seiner Augen bezwang. Diesmal nur schienen seine Augen nicht so klar und finster, wie sie so manchen Menschen begegnet sind, welchen er Einblick auf sie gewährte.
Ächzend stemmte er sich von der Bettkante hinauf und schritt zum Fenster, um dieses aufzuschieben. Ein leichter Windhauch strich über sein Gesicht und blies ihm die Haare beiseite. Er schloss seine Augen - Ruhe – Kühle – endlich etwas, was er lange nicht mehr hatte. Die Strapazen der letzten Wochen spiegelten sich deutlich in seiner gebeugten Haltung wieder, in welcher er vor dem Fenster verharrte.
Ein Schreien ertönte urplötzlich aus dem raschelnden Baum am Nachbarhaus, als sich ein Vogel, der einem Adler gleich kam, vom Ast abdrückte und kurz darauf mit dem Schwarz der Nacht verschmolz. In diesem Moment trieb der Wind Lucan eine Feder entgegen, welche sein Gesicht striff, als er den Kopf des Schreies wegen hob.
Er kniff die Augen kurz zusammen doch macht er keine Anstalten diese Feder irgendwie aufzufangen. Sie schwebte frei zu Boden. Kein Hindernis stellte sich ihr entgegen und niemand hinderte sie daran ihren Tanz zu vollführen.
Sein Kopf gesenkt, verharrte sein Blick lange Zeit auf dieser weissen Feder.
Keine Verunreinigungen – kein Blut. Eine Feder, welche frei war oder doch nicht?
War es nicht der Wind der sie lenkte oder benutzte sie nur den Wind um sich lenken zu können. Kontrolle, Macht, Freiheit. Diese Worte schossen ihm plötzlich durch den Kopf. Wie viel waren ihm diese Dinge doch wert, als er noch jünger war und dachte, die Welt stünde ihm offen. Die Kontrolle über sich hatte er verloren , er beugte sich der Macht anderer, doch hat er seine Freiheit bewusst abgegeben, um genau dies zu erreichen. Doch war es wirklich das Richtige, dass ein Teil von sich starb, damit die Macht wuchs? Dem war er sich irgendwie nicht mehr ganz sicher...
Zuerst überkam ihn ein leichtes Zittern, doch weitete es sich immer weiter in seinem Körper zu einem Schütteln aus, welches ihn allmählich in die Knie zwang. Die Stimmen waren wieder lauter geworden. Schwindelgefühle suchten ihn heim und hüllten seine Sinne in einen undurchdringlichen Nebel.
Angst und Verzweiflung gehen Hand in Hand:
Sie scheint gar unendlich, endlos zu sein – die Schwärze in die er gefallen ist ehe er sich auf einem kühlen und sogleich feuchtem Steinboden wieder fand mit nichts weiter bekleidet als ein paar Fetzen, welche man nicht mal mehr Hemd oder Hose schimpfen konnte. Kein Licht schien für ihn, keine Stimme, die ihm den Weg weist. Zitternd versuchte er seine, vor Kälte fast erstarrten, Hände mit seinem Atem zu wärmen bis ihm auffiel, dass kein Lüftchen aus seinem Mund entkam und ebenso eingezogen wurde. Er japste kläglich und erlag schließlich der Pein bis er, mit allen Glieder von sich gestreckt, auf dem Boden lag. Für einige Zeit lag eine Stille in der Luft – nichts schien mehr wirklich zu existieren. Kein Schall – Kein Licht…doch existierte es wirklich nicht oder konnte er es nur nicht sehen? Lag es eigentlich direkt vor seiner Nase, doch waren seine Sinne zu sehr von seinen Gedanken eingenommen, dass es ihn täuschte?
Doch da – Stimmen, Wimmern - Sätze, die sich in seinem Kopf immer wieder wiederholten und nicht verhallen wollten.
Warum nur Arkorither?
Ist es die Macht wert?
Ist dir bewusst was du aufgeben musst um sie zu erlangen?
Hass der dich nährt?
Anderen Mächten sagt man mehr Kraft nach Arkorither...
Es ist als würde er Dinge immer und immer wieder erleben - Dinge sie so tief in einem haften bleiben und die Wut in ihm zum kochen brachte – welches als Resultat seiner Angst ihn ständig begleitete.
Es ist ein ständiger Kampf ist, der in ihm rumorte seit jener Nacht, doch ist es gleich wie man sich zu wehren vermag – die langen knochigen Finger der Bestie, welche nicht existent ist, doch immer da zu sein scheint, umschlingen seine Eingeweide und versuchen diese mit bloßer Gewalt zu zerquetschen. Wie vertraut ist ihm dieses Gefühl – auch wenn er sich nie daran gewöhnen könnte.
Ein Glucksen drang aus seinem Bauch heraus und er spürte, wie etwas seinen Hals hinauf wollte, doch ehe es dazu kam, zog er sich hinauf und hing seinen Kopf zum Fenster hinaus von dem nun alle Überreste des vergangenen Abendbrots herunter tropfte…
Einige Äderchen in seinem Auge platzten, als er vor Anstrengung versuchte wieder die Herrschaft über seinen eigenen Körper zu gewinnen.
Wie es aus ihm herauslief – es faszinierte ihn, dass man doch bei klaren Verstand seinen Körper lenken kann, doch wenn er es nur wollte, würde er einen für immer knechten können. Sollte der Geist nicht über den Körper erhaben sein? Sind es gar zwei verschiedene Dinge, obwohl das Eine ohne das Andere nicht existieren kann – doch hatte man nie gehört, dass der Körper den Verstand lenkt – oder doch? Waren die Einflüsse so ineinander verstrickt, dass man nicht mehr weiss, welcher Teil was bestimmt?
Zweifel kamen in ihm hoch: War es wirklich der Richtige Weg, den er eingeschlagen hatte oder hätte es eine bessere Alternative gegeben. Das Einzige, was er wusste war, dass er es jetzt nicht mehr ändern konnte...
Klare Gedanken zu fassen, fiel ihm schwer und immer wieder diese Stimmen...
Er kniff seine Augenzusammen – die Stimmen, die in seinem Kopf begannen zu schreien und sich immer wieder wiederholten, machten ihn rasend – er ließ sich wieder zurück in sein Bett fallen, aufdass der Schlaf ihm doch ein wenig Ruhe verschaffen möge.
Verfasst: Mittwoch 16. Juli 2008, 09:01
von Der Erzähler
Zwischen den Regalen hast du sie gefunden. Alt, mit Ornamenten geziert, das Schloss verrostet und dennoch hing dein Blick nur an dem Siegel. Rot, pulsierend dem Großsiegel deines Ordens gar nicht so unähnlich Arkorither. Tastend fuhren deine blassen Finger über dieses Siegel. Wie eine Motte das Licht zog es dich an. Hättest du dich überhaupt dagegen wehren können? Hättest du gewollt? Einige Momente hast du gezögert, deiner Krankheit nachgegeben alle Möglichkeiten abschätzen zu wollen doch dann warst du schwach, hast dich zu sicher gefühlt. Diese Zeilen waren nicht für dich bestimmt Arkorither, nicht für dich...
.....zerschlagen.. der Feind.. im Blute vereint ... die Kräfte des Einen.. in ihnen sie nun keimen... nur er vermag es wagen zu binden was längst gebunden.. die Herzen der Menschen zerschunden... Macht... Macht... Macht... nur eines wonach sie streben in diesem Leben... Enttäuschung, Verrat doch nie an den Deinen... die Wurzel vermag vielleicht zu einen...
Sinnlose Phrasen auf ganzen sieben Pergamenten. Gelb, modrig umhüllt von dem Duft des Alters scheinen nur wenige der Pergamente einen tieferen Sinn zu haben. Geschwungene Schrift zeugt von einem anderen Verfasser und auch die wellenförmigen Zierungen lassen zumindest Ansatzweise auf magische Symbole schließen...
Viele Applikationen erscheinen erstrebenswert doch diese Eine befähigt zu den Wurzeln zurück zu kehren. Denn ihr werdet keine Gesichter tragen, ihr werdet der Schatten sein der in Dunkelheit und im hellen Lichte wandelt. Auf roten Pfaden dem Einen zu folgen. Salz sei euer Begleiter und Leid eure Musik. Für euch gibt es nur die Euren und alle Anderen begleiten euch so lange sie nützlich sind. Schmerz war eurer Meister und nun seid ihr es der die Peitsche lenkt. An dieser Stelle zieht sich das Pergament zusammen ein irres Lachen dringt aus dem Nichts an deine Ohren. Schatten kriechen aus den Ecken hervor. Manch einer hat es in den Prüfungen erlebt doch nun, nun scheinen sie lebendig! Gänsehaut wo immer sie dich streiften, Schauer die über Rücken und Arme jagen. Langsam, nur langsam ziehen sie sich zurück. Oh Arkorither! Beherrscht du was du rufst?... Schwarz, grün, lila ... wechselhaft und unvergesslich in dem was sie verrichtet. Ein Geschenk an meinen alten Freund Adaven. Einst wird er in Erinnerung bleiben wo ich längst vergessen bin doch dies, dies wird meine Art sein nicht in Vergessenheit zu geraten. Mondlicht in dem zu baden ist. Gereinigt wie es sich gehört. Erde und Feuer verkehrt und doch in Einem. Wasser und Luft hervorgehoben durch mächtiges Beiwerk. Krönend sollst du stehen die Arme umfassen Feuer und Wasser in ihrer Ausrichtung. Schützendes wird dich nur Ablenken denn einzig ein Weg besteht zu bannen was du rufst. Feuer wird im Winde angepeitscht und Wasser tränkt die Erde. Dann sollst du opfern was von reinem Lichte ist. Sein Hymnus wird dich leiten. Siebenmal soll er erklingen, verkehrt wie Erde und Feuer. Stocke nicht, übe zuvor. Nach dem siebten Male ist es dein Blut jenes gegeben wird und das Feuer erstickt. Nur drei sind geblieben geleitet von allem was sie krönt. Dunkelheit wird sich herabsenken von keiner Flamme vertrieben. Schmeichelnd wird sie dein Fleisch verzehren um zu bleiben wo Luft und Wasser sie halten. Einzig die Erde sei dein Anker ab jenem Moment. Vertraue nicht den Klängen der verhassten Mutter. Sie war es die unterschätzte und gedankenlos erschuf. Höre dem süßlichen Fauchen, erkenne die schmeichelnden Worte – verfalle, verfalle dem was der Mensch als Wahn sieht und sei frei. Lasse los, denn du bist der Schatten der die Dunkelheit bringt.
Warum vollbringst du was den Anderen schadet? Warum durchzieht der Hass dein Herz? Was musstest du aufgeben Arkorither um so zu werden? Was wirst du aufgeben um dies zu Erfüllen? Ja das Zeichen ist perfekt, wie man es dir beibrachte. Im Mondlicht bist du wahrlich bezaubernd.. Sterben muss sie also, für deine Macht? Lasse doch ab, es ist viel einfacher Arkorither! Natürlich kannst du nicht, du brauchst es. Brauchst das Gefühl der Macht, die Verbundenheit zu ihren Klängen denn ihr Lied ist in dem du lebst, wofür du lebst. Wie kann man zerstören was man lebt Arkorither? Oh du zögerst, sind es Zweifel? Angst die deine Augen durchzieht? Doch nun, nun beginnt es... zu spät Arkorither du hättest auf die Stimmen hören sollen die dich plagen denn nun werden sie nie mehr schweigen!
Verfasst: Donnerstag 17. Juli 2008, 22:01
von Lanaya Shevanor
Rot, war rot nicht eine bezaubernde Farbe? Wie gebannt hing der Blick auf dem Konstrukt ehe sie die Anordnung der Verkörperung der Elemente in den zwei notwendigen Spitzen korrigierte. Jeglicher Magiekundiger wäre entsetzt gewesen über dieses 'Experiment'. Nicht die krönende Spitze erwählte sie sodann als Platz sondern jene die ihr Standfestigkeit verleihen würde. Inzwischen erreichte das Wimmern ihre Ohren nicht länger. Freudige Erregung in Erwartung der neu zu gewinnenden Kraft gepaart mit einem gewissen Forschungsdrang erlaubten nicht das Lebewesen als solches zu betrachten. Noch immer umfasste die blasse Hand den dunklen Ledergriff. Würde sie ein zweites Mal zuschlagen müssen? Konzentriert zwang sie sich ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Laut zu lenken.
Nein, das Wimmern wurde schwächer und schwächer. Grabesstille herrschte auf dem dunklen Plateau während die Arme angehoben wurden und sich je ein Arm in Richtung verschiedener Spitzen des Pentakels ausstreckte. Heftig peitschte der Wind in das blasse Gesicht während Lanaya Klänge filterte, verdichtete hier ein Element nährte und dort das Andere zu bändigen wusste. Verzerrte Symphonien klangen dumpf dann wieder schrill um sie herum auf als sie die Stimme hob und jene Weise rezitierte die nur den mächtigen Arkorithern, wenn auch in anderer Form, bekannt ist.
nenbe uz nhi nemmokeg tieZ eid leiZ niem geW red
tfahcsnedieL eniem netöT sad
nerho neniem ni kisuM eid nehelF sad
edafP eid redü retielgeB niem tsi dieL sad
neztuN uz rim hci ehcam leknuD sad
neliew etieS reniem na eis egnalos hci etielgeb neniE sed redniK eid
dieL mehcilgäsnu uz hci erühcs nezreH red reueF eid
estüW renebe uz hci enkcort ereeM eid
zalS uz hci elednawrev nehcsneM red etdätS eid
essülF nenruprup eid rebü ereiger hcI
nivalkS dnu nirreH nib hcI
sdnegrin dnu llarebü nib hcI nekcürB ella etierhcsrebü hcI
nedafP netor fua elednaw nomäD red HcI
Exakt siebenmal mit einer gewissen Betonung während die Haare inzwischen nass im Gesicht klebten und nur durch heftigen Wind wieder gelockert wurden. Auch die Robe hing am schmalen Körper als sei sie mit ihm verwachsen. Mit dem letzten Ton des Hymnus der verklang erstarb auch das schwache Wimmern des Kindes zur Gänze. Zunächst passierte nichts weiter, der Brustkorb hob und senkte sich rasch als sei sie einen Marathon gelaufen, dann ging alles sehr schnell. Schatten krochen, schwarzem Nebel gleich, aus den Ritzen und Ecken der dunklen Burg. Hüllten den Ritualort in vollkommene Schwärze und verhinderten das man die Hand vor Augen sah. Inzwischen war es keine unangenehme Symphonie mehr die quälte sondern Klangfolgen, einer donnernden Explosion gleich, die jeden Magiekundigen in der Nähe der Burg zu Boden getrieben hätten. Lanayas Schreie vermischten sich mit der gewalttätigen Verzerrung des Liedes dann wurde der blasse Körper in der geballten Schwärze empor gerissen.
Ein Spielball fremder, alter Macht der hin und her geworfen wurde ohne das Dunkel zu verlassen. Wimpernschläge vergingen in denen sie das Gefühl hatte die Schwärze brenne ihr die Haut von den Knochen dann endlich schaffte sie es die nötige Konzentration aufzubringen. Energisch wurde der Schmerz aus ihrem Bewusstsein gedrängt sie konzentrierte sich ganz auf die Klänge des genannten Elementes und konnte sich nach Minuten ein Bild machen wo in dieser undurchdringlichen Schwärze sie sich befand. Weitere Zeit verstrich dann machte sich das Gefühl einer gewissen Macht breit. War es das was man erwarten durfte? War dies das Ende dessen was die Anweisungen versprochen hatten? Langsam und bedacht ließ Lanaya den Schild um sich herum sinken. Mit diesem Vorgang sank die Schwärze herab und gab den Blick auf das Pentakel frei. Keine der Linien war unterbrochen das Konstrukt jedoch fehlte gänzlich als hätte es nie feste Form gehabt. Auch von dem kleinen Körper war keine Spur geblieben. Mittig jedoch fand sich die Dämonenpeitsche in ihren grässlichen Farben als sei sie ein Geschenk des Rituales.
Schritt für Schritt fanden die nackten Füße auf dem kalten Stein näher an das Symbol. Es fühlte sich gut an, berauschend – die Stimmen waren erstorben und die Schwäche die normalerweise nach jeder großen Applikation an einem zerrte gab es nicht. Schmerz und Kälte erreichen den blassen Körper nicht länger. Dann endlich griff sie nach der Peitsche um sie dort zu verwahren wo sie die Obersten zu verwahren pflegten. Ein Ruck ging durch den blassen Körper, es fühlte sich an als hätte man in eine Steckdose gefasst. Irres Lachen klang in ihrem Schädel auf ehe sie hilflos mitansehen musste wie die Magie des Artefaktes durch sie hindurch das Seelenbuch des Ordens herbei rief. Nun waren es fremde Mächte die den zierlichen Körper leiteten und ihre Bewegungen steuerten. Symbole wurden auf dem Einband mit dem Finger nachgezogen, sie konnte nicht kontrollieren welchen Fluch sie hier im Lied bewirkte. Alles aber wirklich alles, ging schrecklich schief. Zum Zweck geschaffen die Macht einzelner zu bündeln, zu vereinen und der Spitze des Ordens absolute Kontrolle zu verschaffen wurde das Seelenbuch hier missbraucht jeden der dem Orden seine Seele verschrieben hatte zu erreichen. Schmerzhaft würden sie an die Bindung erinnert werden jene sie beim Eintritt in den Orden festigten – dann war es vorbei. Abrupt ließen die Kräfte von ihr ab die gewonnen geglaubte Macht verflüchtigte sich und einem Hammer gleich bekam sie die Auswirkungen zu spüren. Wie leblos sank sie zusammen und blieb vor dem Pentakel liegen.
Verfasst: Montag 21. Juli 2008, 16:31
von Der Erzähler
Getötet! Dein eigen Fleisch und Blut noch im Keim vernichtet. Saat zweier des Ordens und doch verhasst und fortgeworfen. So mächtig hätte es sein können und so hilflos war es das es dir in seiner Unvollkommenheit nicht einmal den Tot schenken konnte. Sie hat dich gerettet Arkorither, war für dich da. Erinnerst du dich? Nun hat sie dich verraten setzt die Deinen einer Macht aus der sie nicht gewachsen sind. Bist du es Arkortiher? Glaubst du wirklich die Kette kann bändigen wenn Zeit und Ort danach rufen? Erbärmlich Arkorither selbst sein Wissen, seine Vergangenheit ließen dich nicht verstehen. Du gehörst uns, uns allein und bist so hilflos wie jene die du vernichtet hast.
Oh Arkorither, du hast einen Fehler gemacht. Ist er dir bewusst? Hast du die Zeilen nicht aufmerksam genug studiert oder konntest du nicht aufgeben was du so zwanghaft erhalten hast? Berechenbar bist du in deiner Unbeständigkeit. So berechenbar und nutzbar. Ein williges Werkzeug fremder Mächte und dennoch dem Kern ergeben! Was dich gerettet hat wird dich vernichten Arkorither. Wir bekommen was wir wollen und du wirst es uns mit Freuden geben.
Spielzeug hast du sie genannt! Spielzeug soll sie sein. Doch nutzt du womit du dich schmückst? Fast hättest du es getan, fast hättest du beendet was sie ohnehin nur zu vergeuden scheint. Doch warum hast du gezögert Arkorither? Warum nicht beendet was deine Stärke und Überlegenheit bezeugt hätte. Brauchst du sie Arkorither? Willst du durch sie lenken oder selbst ihren Platz einnehmen? Wärst du nicht viel besser geeignet als sie? Schwach, weich! Nur einen Bruchteil deiner Macht nutzt du Magier. Du wirst ein leichtes Opfer sein. Es ist so einfach, so einfach...
Verbunden unter dem Zeichen der Pranke. Doch was ist das? Welche Saat keimt in euren Herzen Arkorither? Für den Zweck oder doch für euch selbst? Den Erhalt der kläglichen Triebe die ihr kaum zu zügeln wisst? Blutige Spiele gefolgt von zärtlichen Neckerreien? Namen offen preisgegeben kaum das jemand mit Nettigkeiten lockt! Unvorsichtig Arkorither. Ihr seid kein Schatten, seid keine Macht denn ihr seid einander mehr verbunden als dem Orden womit auch ihr mir verfallen werdet.
Ah, du magst sie Arkorither. Hast dich auf einen Pakt eingelassen. Bist du nicht die Fliege im Netz der Spinne? Ist sie es nicht die an den Fäden zerrt und zurrt bis du endlich den Richtigen greifst? Winterkind nennen sie dich doch brennt in dir nicht die Flamme gegen die du dich so wehrst? Zuneigung die dich bewegt ihr Freude zu bereiten, ihr zu gewähren was sie sich so sehr wünscht? Glaubst du sie wird dich belohnen? Glaubst du sie steht dir näher als Anderen? Manchmal bist du nicht mehr als ein naives Kind, ein mächtiges Kind das seinen Reiz hat. Was jedoch könntest du sein so du gänzlich nutzt was man dich lehrte? Vergeudet und vielleicht bald vergessen Arkorither. Macht ist es was bleibt und du hast sie gewiss noch nicht ergründet.
Glaubst du es ist eine Auszeichnung die sie dir gewährt wenn sie dich mit hinauf nimmt wo nur wenige freiwillig verweilen? Bist du nicht vielmehr eine graue Maus in den fängen der roten Katze? Ein Spielzeug Arkorither, ein interessantes Spielzeug das irgendwann seinen Reiz verliert. Nur wenige konnten sie über Monde hinweg bei Laune halten. Das schwächste Glied der Kette und so unerforscht Arkorither. Sieh, sieh hin und erblicke was die Zukunft birgt. Denn in ihr wirst du uns dienen!
Strebsamkeit, Wissen gepaart mit dem richtigen Umgang. Jawohl Arkorither du hast gelernt ihnen ein Bild zu bieten das dir die nötige Ruhe belässt. Doch was ist das? Schmächtig, kaum körperliche Kraft in einem Orden voller Kriegsmagier? Nimmst du dein Training nicht ernst Arkorither? Bist du selbst nicht bestrebt dich zu stärken? Wir werden dich scheuchen Magier, mehr als es die über dir stehenden Arkorither vermögen. Hattest du nicht falsches erkannt und dazu geschwiegen? Hättest du nicht verhindern sollen das jene Macht den Orden verlässt? So unvorsichtig, so dumm, so schwach. Verfalle uns Arkorither und gewinne an Macht. Wehre dich und geselle dich zu den Toten der Burg.
Zweifel über Zweifel als wüssten die Stimmen nur zu genau wie sie welchen der Arkorither am ehesten lenken können. Immer wieder einmal wirkt die Stimme so schrill wie das Kreischen eines hysterischen Weibes dann wieder so sanft und schmeichelnd wie die süßesten Verlockungen einer Jungfer. Alle Arkorither werden stetig geplagt und bald schon wird sich ein weitere Stimme hinzufügen. Leise, zischelnd doch mit einer Eindringlichkeit der man sich nicht erwehren kann. Triefend vor Hass und Bosheit peitscht sie Zorn und Wut hinauf. Einer zweiten, begleitenden Melodie gar nicht so unähnlich und dennoch verstummt sie immer wieder, lässt den Zweifeln das Rampenlicht. Doch sind es nur Kopfschmerzen und kaum zu kontrollierende Emotionen die es mit sich bringt? War da nicht ein Schmerz im Rücken, ein Ziehen in den Gelenken? Gar ein Klangkomplex der ungewohnt erscheint obwohl er ein Teil seiner selbst sein sollte?
Verfasst: Montag 21. Juli 2008, 17:56
von Tarja Lycron
Alles war auf einmal so anders. Seitdem sie das Ritual abgehalten waren, war nichts mehr so, wie es einmal war. Es gab Tage, da wurde Tarja fast wahnsinnig ob der Stimmen in ihrem Kopf. Nichts desto trotz war sie eine Magistra des Ordens. Sie war zierlich, schmächtig, kaum einer vermochte ihr zuzutrauen, dass sie zu mehr fähig war, als nur herumzusitzen und gut auszusehen. Der Schein trügt, der Schein trügt.
Unerträglich waren die Zweifel, die in ihr aufkamen. Sie hatte einen Schritt in ihrem Leben gewagt, damals, als sie ihren Namen in das Buch schrieb. Ihre Seele hatte sie der Maestra und damit dem Orden überlassen, um ihn fortzubringen, die Macht zu stärken. Und nun? Den zweiten Schritt, sie tat ihn aus zweierlei Beweggründe. Das Vereinen unter seiner Pranke zu tiefster und größter Macht - und zum anderen aus einem Grund, der nicht sein durfte. Arkorither, Arkorither, deine Seele ist fort, dein Herz ist schwarz wie die Nacht. Immer wieder spürte sie deutlich die Zweifel, die sie überkamen. Was war ihr Ziel? Was war ihr wichtig? Schwach, schwach, sie wurde schwach durch das, was in ihren eigenen vier Wänden lebte. Schwäche, Schwäche, ein Anfall von Sehnsucht, ein Anfall von Angst. Wovor? Wovor, Arkorither? Es ist dir egal, es ist dir egal, es hat dir egal zu sein. Dein Weg ist ein anderer, dein Weg ist dein Eigen. Nicht seiner, nicht eurer. Tausend Fetzen rissen sich durch ihre Gedanken. Abertausende von Nadeln spürte sie auf ihrem Körper. Die Schwankungen der Stimme in ihrem Ohr kamen ihr bekannt vor. Sie schwankten genauso wie ihre Gedanken, dabei sollte nichts so klar sein wie die Frage: Wem dienst du, Arkorither.
Dem Orden, einzig allein dem Orden.
Ihre Kraft ließ nach. Und ihre Wut stieg. Ihre Wut auf alles, was sie fand. Gläser, Flaschen, selbst Möbel flogen im hohen Bogen gegen die Wand. Ihre Wut war unaufhaltsam, töricht zu glauben, sie würde sich im nächsten Moment wieder beruhigen. Ein Vulkan, der wochenlang vor sich hinbrodelte und nun gab es die ersten Zeichen, dass er ausbrechen würde. Diese unglaubliche Wut, die sich in ihr breitmachte. Der Zorn, der sich in ihren Adern verteilte. Das Hämmern im Kopf. Die Stimmen überall. Ihre Hände wanderten langsam zu ihrem Haupt, welches sie schmerzhaft festhielt und einen lauten Schrei von sich gab. Verflucht sei das, was mit ihr geschah. War das die Strafe dafür, dass sie sich einem Spiel hingegeben hatte? War das die Strafe dafür, dass aus dem Spiel bitterer Ernst wurde? Arkorither. Arkorither. Wofür lebst du? Sie bewegte ihren Kopf langsam hin und her, kreisförmige Bewegungen, um ihrem Nacken Entlastung zu bieten. Ein kläglicher Versuch, die Kopfschmerzen zu lösen. Kopfschmerzen, die recht bald begleitet wurden von einem stechenden Schmerz im Rücken, ein Ziehen in den Gelenken. Wurde es intensiver, umso stärker ihre Wut wurde? Umso gefestigter der Zorn in ihr war? Sie hatte vergessen, wer sie war. Sie sank auf den Boden. Schwach, sie war schwach. Sie musste von sich halten, was sie schwach machte. Der Versuch, sich von dem kalten Fliesenboden aufzudrücken scheiterte kläglich. Bleib liegen Arkorither, schwach bist du. Oder etwa nicht? Sie versuchte erneut, sich aufzudrücken, aber erneut schafften ihre Glieder es nicht, ihrem Gewicht stand zu halten. Tarja, was ist nur los mit dir?
Sie biss sich auf ihre Lippen, um Herrin über den Schmerz in ihren Gelenken, ihrem Kopf, überall, zu werden. Sie raffte sich auf, ehe sie das warme Blut spürte, welches von ihren Lippen aus über ihr Kinn hinablief. Mit der Oberfläche ihrer Hand wischte sie es weg und sah es an. Blut. Ihr Blut. Der helle Schein über ihren Augen verschwand und ihre Augen durchzog nun ein schwarzer Schatten, welcher die Augen finsterer werden ließ, als sie je waren. Ein Arkorither bist du, Tarja. Nicht mehr, nicht weniger - ehe sie der schmerzende Klangkomplex wieder zu Boden riss und sie ihre Augenlider hinabsenkte.
Verfasst: Montag 21. Juli 2008, 22:54
von Lucan Linari
Warum ausgerechnet jetzt? - Schatten verfinsterten seine Sicht und legten sich wie ein Vorhang über seine Sinne. Taumelnd schwankte er zur Seite, als ihm seine Kräfte verließen – wobei ihm die Pranke eines Oger mit gewaltiger Wucht gegen die nächste Wand schlug. Sein Fleisch klatschte an die Wand, wobei es an dem kalten Gestein aufplatzte und er mit einer klaffenden Wunde zu Boden fiel. Das Blut floss pulsierend hinaus und strömte über seine linke Gesichtshälfte.
Dunkelheit – eisige Dunkelheit umfasst sein Herz und krallt sich mit seinen Klauen an jenem fest, als von weitem ein hallendes gackerndes Aufschreien laut wird. Krähen und Raben, dessen Flügelschläge er verlaut nimmt und ihre Rufe immer lauter werden, während sie über ihm seine Kreise ziehen.
Macht – ist es das, was du wolltest?
Diese wurde Dir längst entrissen bevor du sie greifen konntest...
Kontrolle?
Du kannst nichtmal dich selbst kontrollieren – wie willst du Andere kontrollieren?
Freiheit?
Ketten wurden Dir angelegt und du hast eingewilligt...
Dir wurde so viel Macht mitgegeben und du verschwendest sie... was ist mit Dir los?
Nutze sie - töte, manipuliere, zerstöre...unterdrücke!
Ein Schreien brach aus ihm heraus, gefüllt mit Zorn und Hass, welcher ihn zu zerreissen drohte.
Doch plötzlich riss es ihm den Boden unter den Füßen weg und er fiel in die Schwärze – sein Körper zuckte derweil unkontrolliert vor sich hin bis er auf dem Boden auftraf. Sein Kopf ertönt mit einem dumpfen Laut und er schlug die Augen auf.
Die Nebel lichteten sich langsam wieder und die Verschwommenheit weichte dem klaren Bild.
Der Oger schien ihn aus den Augen verloren haben, aber sein Kopf fühlte sich an, als sei eine Kutsche über jenen gefahren. Das Blut bahnte sich seinen Weg weiter herab bis es schon seine Lippen benetzte. Seine Zunge glitt über das Blut – dieser Geschmack, er ließ ihn sich auf der Zunge zergehen. Nur zu gut kannte er das Gefühl – nicht immer nur schlechte Erinnerungen verbindet er mit diesem Geschmack. Einige Zeit saß er nur da – gar wie eine Statue könnte man meinen, doch in seinem Kopf spukte es nur so von Gedanken. Ständig hatte er das Gefühl, er würde verfolgt werden – die Unsicherheit wurde groß auch das dem begleitende Misstrauen. Misstrauen allem und jeden gegenüber – er wusste nicht mehr, wer Freund und wer Feind war, nicht was er war oder sein wollte. Diese Stimmen, die ihn heimsuchten erklangen jetzt schon seit Wochen in seinen Köpfen. Er dachte es sei wie das andauernde Wasserplätschern, welches das Gehör irgendwann gar nicht mehr wahrnimmt, aber je mehr er versuchte jene zurück zu drängen, desto lauter schrien sie – so erbärmlich. Er wusste, dass er etwas dagegen tun müsste... aber sich jenen Stimmen ergeben? War das vielleicht der einzige Weg sie zum Schweigen zu bringen? Nein – sein Stolz war angeschlagen, aber noch nicht tot. Noch würde er sich dem nicht erlegen...
doch wieder diese Zweifel - hatte sie nicht vielleicht doch Recht? Er konnte mehr, war zu mehr bestimmt... davon war er jedenfalls überzeugt.
Er drückte sich vom dreckigen, kühlen Höhlenboden hinauf und strebte wankend den Ausgang an – die Kraft für eine helfen Applikation war ihm nicht mehr gegeben.
Verfasst: Dienstag 29. Juli 2008, 17:11
von Der Erzähler
Dunkelheit die sich herabsenkt und einhüllt was ihr dargeboten wird. Stimmen dringen aus der Taverne und im Hafenviertel vollziehen Gauner ihre letzten Tagesgeschäfte. Langsam weicht der Abend der Nacht, Stille legt sich über Rahal und die Menschen suchen ihre Häuser auf. Hier und da vernimmt man die typischen Nachtgeräusche und sieht eine Katze ihrer Beute hinterherjagen. Alles ist wie es sein sollte, wirklich alles?
Auch Arkorither müssen schlafen, ruhen, ihre Kräfte sammeln um zu sein was sie sind. In dieser Nacht jedoch schliefen sie alle wie ein Stein. Bleierne Schwere hielt die Glieder auf die Felle und Betten gedrückt. Erschöpfung, Mattigkeit und eine gewisse Reizbarkeit hatten sie alle gezeigt. Fast schien es als hätte es ein Ende genommen, wirkte es doch als sei verstummt was sie die Tage antrieb. Friedlich schlummernd schien es als könnte nichts die schwarzen Magier erwecken. Auch in Rahal strich die Zeit dahin. Stunden vergingen, der Mond ward von dunklen Wolken verdeckt doch dann verstummte jedes Geräusch. Kein Tier gab einen Laut von sich, kein Wind regte sich und selbst das Rauschen des Meeres schien Herzschläge lang zu verstummen.
Die Arkorither jedoch erwachten just in jenem Moment und schlugen wie ein Mann die Augen auf. Schmerzlich verzerrte sich das Lied in gewagten Klangexplosionen und ebenso schmerzlich verschoben sich die Klangstrukturen die man von den schwarzen Magiern gewohnt war. Unauffällig war dieser Vorgang keinesfalls. Jeder Magier der sich in Rahal oder seiner nahen Umgebung aufhielt würde die Verzerrung bemerken ohne ihren Ursprung zu erkennen. Für den Orden jedoch brachte es weitaus mehr mit sich. Glänzende Körper die sich zuckend auf oder dicht neben ihrer Schlafstätte wanden und dem Eingriff dennoch nicht entkommen konnten. Mit der Veränderung der Klangstrukturen veränderten sich die Körper wie man es bei einer Verwandlung erwarten durfte. Hier jedoch gab es keine Kontrolle, kein eigener Willen der es angenehm gemacht hätte oder gesammeltes Wissen das von dem Kommenden kundete.
Nach und nach wich die Haut der Magier dunkleren Strukturen. Schattenartige Schlieren krochen über Arme, Beine, Rumpf und Kopf ohne eine Stelle auszusparen. Hier und da hatte es den Anschein als würde die menschliche Form einer unbeständigen Form weichen die einzig mit den dunklen Nebeln angefüllt war. Ständige Bewegung, die es dem Auge erschwerte einen Punkt fixieren zu können, schien sich dort zu befinden wo man einst den Körper gefunden hatte. Kaum war der Vorgang abgeschlossen gewann die zischelnde Stimme an Kraft. Peitschte die Menschen an und begann sie in Bahnen zu lenken denen sie nur wenig entgegen zu setzen hatten. Im selben Moment setzen die gewöhnlichen, nächtlichen Geräusche Rahals wieder ein. Wie zuvor lag Rahal in Dunkelheit und bot den Anblick den man erwarten würde.
An anderer Stelle gingen krachend Gegenstände zu Bruch, Feuerzungen schlugen aus dem Boden und nicht selten wurden sie gedrängt anzugreifen was sich in ihrer Nähe befand. Zuviel Macht ist eine schmale Brücke zum Wahnsinn und in dieser Nacht schienen sie alle mehr davon zu besitzen als gut für sie war. Lange währte der Rausch von Macht der auf die Schmerzen folgte nicht. All zu rasch hatten sie sich verausgabt, waren der Stimme gefolgt und ihre Gaben genutzt. Manche willig andere Arkorither mit einem schwachen Versuch sich gegen das Schicksal aufzubäumen. Noch ehe die Nacht dem Morgen wich waren alle Ordensmitglieder vor Erschöpfung zusammen gesunken. Keine Applikation wäre noch gelungen doch hatten sie alle erlebt was möglich war so sie sich nicht schonten. Ihr Zustand jedoch schwand nicht. War es das Ende des Ordens oder waren sie fähig sich zu wehren?
Verfasst: Dienstag 29. Juli 2008, 22:59
von Darian von Seranyth
Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit... er wirkte ausgezerrt, was durch die tiefen Augenringe und den blässe in seinem Gesicht nur noch verdeutlichte.
Wann immer er glaubte Ruhe und etwas Schlaf finden zu können, drangen wieder Stimmen an sein Ohr, hämmerten in seinem Kopf wieder und wieder. Wie lange würde das noch gehen? Wie lange wären diese Zustände noch zu ertragen? Etwas war erheblich schief gelaufen. Unmöglich konnte das der eigentliche Sinn des Rituals gewesen sein. Doch war die Suche nach dem Fehler alles andere als Früchte tragend. Es fand sich nichts, das auf eine Ungereimtheit schließen lies.
Von Tag zu Tag trieb es ihn mehr in den Wahnsinn, lies ihn, wie er selbst bemerkte, aggressiver und gereizter reagieren.
Was gäbe man in solch einem Moment nicht alles für einen Augenblick Ruhe.
Ein zucken durch fuhr seinen Körper. War dort nicht eben etwas?
Das graue Augenpaar spähte durch die Dunkelheit seines Gemachs. Nein.. er hatte sich wohl nur wieder etwas eingebildet. Doch schon im nächsten Moment vernahm er die schmerzhaft Zerrissenen Klänge des Liedes, die sich um ihn herum legten, in förmlich einhüllten.
Die Hände fuhren an den Kopf, versuchten den schrillen laut zu verdrängen, doch es war zwecklos.
Taumeln tat er einige Schritte durch das abgedunkelte Zimmer, ehe er zu Boden sackte und sich unter scheinbaren Schmerzen wandte.
Als wäre dies alles noch nicht genug, drang wieder eben jene Stimme an sein Ohr, die ihn seit Tagen plagte. Säuselnde Worte, ein penetrantes zischeln.
Just in diesem Moment, war etwas zu Tage getreten, das er bisher vor außen stehenden verheimlicht hatte. Sein tiefster, dunkelster Schatten ward erwacht...
Ein unbeschreibliches Gefühl durchzog ihn. Die Schmerzen, das Leiden der letzten Tage war mit einem mal vergessen. Stattdessen durchströmte in neuerliche Kraft.
Sein Blick glitt über seine schemenhafte Gestalt. Durchzogen von von dunklen Schatten, die ihm eine Gestalt gaben, doch nichts wirklich erkennen ließen.
Er wurde gedrängt sich hinaus zu begeben, hinaus in die Nacht um seinem Willen freien Lauf zu lassen, die errungene Macht aus zu kosten... seinem Schatten freien Lauf zu lassen.
Das Versteckspiel hatte ein Ende. Es war an der Zeit zu zeigen wozu er fähig war. Weiter trieb ihn die Stimme an, schürte seinen Zorn, seine Wut und stachelte ihn an ihr freien Lauf zu lassen.
Ein kehliges, irres lachen drang hervor und der Schatten verschmolz mit der Dunkelheit der Nacht.
Endlich war er frei...
Verfasst: Dienstag 29. Juli 2008, 23:51
von Lanaya Shevanor
Kratzend fuhren die Nägel über die weiche Haut ihres Partners. Hautfetzen wurden schabend abgerissen und ein Schlag in den Magen beendete die Kampfübung vorzeitig. Nein sie war die Tage wirklich nicht für harmlose 'Spielereien' zu haben und teilte ordentlich aus. Weicheier, harmlose, sabbelnde Weicheier. Dieser rüde Tongang hätte es in ihren Augen durchaus passend beschrieben. Wieviele Übungen musste sie noch anordnen ehe der Dorn am emporsteigenden Busch verschwand? Lange würde sie diesen schmächtigen Körper nicht mehr in ihrer Nähe dulden können. So voller Potential war entweder der Magus nachlässig dem sie auferlegt hatte den Mann zu formen oder aber er selbst zeigte nicht genug Begeisterung. Ein selbstkritischer Blick an sich herunter trug nicht sonderlich dazu bei die Laune zu bessern. Zierlich doch sehnig erkannte man durchaus eine gewisse kämpferische Ausbildung die die Figur über die Jahre bewahrt hatte. Doch hätte sie nicht viel mehr von diesem Körper fordern können?
Schnaubend verwarf sie den Gedanken wieder. Was machte sie sich überhaupt Sorgen? Bislang hatte sie vielfach an anderer Stelle wettgemacht was sie selbst noch nicht perfektioniert hatte. Dummerweise waren die letzten Kämpfe nicht spurlos geblieben. Flecken über Prellungen und Verbrennungen hinweg bis hin zu tieferen Schnitten die gerade ausreichend mit Magie geschlossen worden waren um wenige Tage daran zu erinnern. Nach dem Blick ihrer Magd zu urteilen vermutete diese wildeste Einfälle dahinter und die Baronin ließ ihr die Gedanken. Würde sie sich darum scheren was einzelne Menschen von ihr dachten wäre sie schon längst im Selbstmitleid zerflossen. Ein grimmiges Lächeln begleitete die Erinnerung an den letzten Kampf. Irgendeiner dieser ketzerischen Priester war ihr zu Nahe getreten. Ein lästiges Insekt das sich ordentlich die Flügel verbrannte ehe es in den Schlamm stürzte und missachtet liegen blieb. Wären da nicht diese lästigen Stimmen die alle Zweifel aufwühlten – hätte sie sich vermutlich noch eine Weile vergnügt so jedoch, stob sie davon in die Dunkelheit. Pah! Der Pfaffe hatte einen Kern getroffen, purer Zufall und die Gabe einfache Gleichungen zu ergänzen. Mehr nicht.
Nachdenklich glitt der Blick durch ihr Anwesen nahe des Palastes. Ihr Zimmer im Palast hatte sie seit Monaten nicht genutzt und vermutlich würde es früher oder später einen anderen Bewohner finden. Das Anwesen jedoch war ihr ans Herz gewachsen. Lange hatte es gedauert bis sie den Ort 'zu Hause' nannte und noch länger bis sie die Menschen die sie um sich herum akzeptiert hatte mochte und ihnen zu einem gewissen Grad vertraute. Selbstredend hätte dies nicht gehindert sie der Notwendigkeit wegen zu opfern. Lanaya hatte auf ihrem Pfad bereits vieles aufgegeben und verloren. Menschen kamen und gingen wie Ebbe und Flut. Manchmal war sie selbst es die für eine Wendung sorgte manchmal waren es unerwünschte Verluste die nicht weniger schmerzten. Bislang jedoch hatte sie immer gewusst wo sie trotz aller Veränderungen um sich herum stand. Mit diesen und ähnlichen Gedanken war der Abend der Nacht gewichen und sie sank in einen tiefen Schlaf.
In der Nacht kamen die Schmerzen. Nassgeschwitzt warf sie sich auf dem dünnen Laken von einer Seite zur Anderen um sich kurzzeitig hoch zu stemmen und das Bett zu verlassen. Weit kam sie nicht ehe der Schmerz den zierlichen Körper zu Boden trieb. Nachdem die Verwandlung abgeschlossen war, waren es Stunden oder Minuten?, fühlte sie sich wie in einem Rausch. Macht strömte durch den blassen Körper so pulsierend und gegenwärtig als könnte man im nächsten Augenblick danach greifen. Sie war klein, erschreckend klein. Arme und Beine kaum mehr als sich bewegende Schlieren die sich irgendwo in dem bauchigen Schattenkomplex 'verlaufen' hatten. Dort wo man den Kopf erahnen konnte fanden sich zwei eisblaue Augen die sich aufmerksam umsahen. Hätte sie Grinsen können, sie hätte es getan. So jedoch 'wanderte' sie durch das vertraute Haus und gab im nächsten Moment den peitschenden Stimmen nach. Nichts blieb im Haus zurück außer Stein und Asche. Alles war innerhalb weniger Herzschläge vernichtet worden und das grelle Leuchten der Feuerzauber tauchten die nahe Umgebung in rötlich-oranges Licht. Das Schattenwesen jedoch verließ das Haus und verschmolz mit der Nacht. Man sah die Baronin die man schon zuvor getrost hätte vermissen können seit jener Nacht nicht wieder. Es war als sei sie von einem Tag zum Anderen schlichtweg verschwunden.
Verfasst: Mittwoch 30. Juli 2008, 11:25
von Tarja Lycron
Die donnernden Kopfschmerzen waren vorbei. Endlich vorbei. Die Stimmen hatten sie verlassen, es war ruhig. Ruhig, konnte man das fassen?
Ruhig lag sie da. Sehr ruhig. Die Augen geschlossen und nichts in der Welt konnte sie dazu bewegen, die Augen zu öffnen. Man könnte meinen, sie hätte tagelang keinen Schlaf mehr genossen. Ihr Gatte, Lucan, wie immer neben ihr. Kein Wort wurde in den Räumlichkeiten gewechselt, kein Ton war zu hören. Alles war ruhig – zu ruhig?
Seit Tagen waren die Stimmen auf einmal nicht mehr zu vernehmen. Hatten sie es irgendwie geschafft den Bann zu brechen? Indem sie sich zusammensetzten? Nein, das war vermutlich viel zu einfach. Die Nacht legte ihren Schatten und ihre Schwärze um die Häuser, verfärbte die dunkle Stadt des Herren in ein noch viel tieferes Schwarz. Auch die Stadt verstummte, auch dort war es ruhig – auch hier zu ruhig? Keine Katzen zu vernehmen, keine rauschende See, nein - nichts war zu hören.
Just in diesem Moment schlug sie die Augen auf. Für nicht einmal einen Lidschlag wusste sie, was mit ihr geschah und blinzelte. Für einen Moment hatte sie selbst die Orientierung verloren und musste sich fangen, um zu erkennen, dass sie sich in ihren eigenen vier Wänden befand.
Dann aber verzog sie quälend ihr Gesicht, sie registrierte nicht einmal mehr Lucan neben sich, der sich ebenso wie sie in den Laken wandte. Sie riss den Kopf hin und her, ihre blassen Hände wanderten an ihren Kopf, den sie krampfhaft festhielt, auch ihr Körper schlängelte sich vor unsagbarem Schmerz hin und her. War dies das Ende?
Leicht öffnete sie ihre Lippen, um einen kläglichen, vor Schmerz stechenden Laut von sich zu geben. Sie musste aus dem Bett kommen, irgendwie. Die Finger krallten sich in den kalten Stein und sie zog sich unter Schmerz aus jenem. Ein dumpfer Aufschlag bestätigte, dass sie jenes geschafft hatte. Nur nicht mit dem erwünschten Ziel. Die Schmerzen durchzogen ihren Körper von der Haarwurzel bis zu ihrem großen Zeh. Hatte sie nun verlernt, wie man mit Klangbildern umging? Die Lider presste sie aufeinander und es gelang ihr sogar, mit ihren Fingernägeln vor Schmerz Kerben in den Boden zu reißen. Keuchend, zitternd, sich dem Schmerz irgendwie stellend kämpfte sie weiter gegen den unsagbaren Schmerz an. Sie versuchte immer wieder die Augen zu öffnen, um zu realisieren, was mit ihr geschah. Aus den Augenwinkeln heraus fiel ihr Blick kurz auf Lucan, der sich ebenso wie sie vor Schmerz hin- und her wälzte. Ob sie das beruhigen sollte, dass es nicht allein ihr Ende war, sondern auch andere davon betroffen waren, wusste sie nicht. Sie spürte nur allzu deutlich, das etwas mit ihnen geschah, was nie hätte passieren dürfen. Eine Strafe dafür, dass sie unaufmerksam waren? Die Rache dafür, dass sie nicht als das fungierten, was sie waren? Aber war es wirklich so? War ihr Ende gekommen? Das Ende aller Arkorither?
Die Geräusche der Nacht setzten wieder ein, genau dann, als die Schmerzen ein wenig nachließen und sich zwei schemenhafte Schatten aus dem Haus schlichen. Die leisen und lauteren Stimmen hatten sie wieder im Ohr, mal so laut, dass sie unter dem Schmerz fast schon wieder zusammengebrochen wären, mal so leise, dass man sie kaum hören konnte und es ein so unangenehmes Gefühl war, dass sie bei jedem kleinsten Laut zusammen zuckten. Sie hatten den Drang nach draußen in die Nacht zu flüchten. Raus, raus, einfach nur raus! Im Dunkeln der Nacht konnte man die Schatten fast gar nicht mehr ausmachen. Schattengestalten, die ihre Wege durch die Stadt zogen, um dann aus jener auszuziehen. Schatten, die innerlich nach Fragen suchten und in ihrer Wut, in ihrem puren Hass, in ihrem Tun nur ein Ziel hatten: Töten.
Die Schatten waren erwacht und die Stimmen, die sie allesamt vernahmen trieben sie hinaus. Weit hinaus, dorthin, hierhin. Überall da, wo man Unheil anrichten konnte. Beißende und nach frischen Fleisch lechzende Höllenhunde, Dämonen, die ihr Unwesen trieben – kurz vor Bajard. Ein Schütze, der vergeblich versuchte, dem Dämon einen Bolzen in den Rachen zu rammen, Männer, Frauen, ein Kind des Herrn. Und Schattenwesen, die auch nicht davor zurückschreckten, sich selbst anzukeifen. Schuld, sie. Schuld, er. Wer hatte Schuld? Schuld an was? Unruhig zuckte eine der Schattengestalten hin und her. Vertrieb die Menschen, umhüllte sie, umtanzte sie mit den schleierhaften Umrissen, die nicht zu deuten waren. Das irre Kichern, welches ihr aus der Kehle trat, dürfte noch tagelang im Ohr erklingen. War jenes das Ende, von dem man immer erhofft hatte, dass es irgendwann eintreten würde? Konnte die Welt ab sofort ohne die Angst leben von einem Arkorither überrumpelt und verschleppt, getötet zu werden?
Die schemenhaften Gestalten trieb es zurück nach Rahal. Dort wurden sie zerrissen, jedes Wesen schien seinen eigenen Weg zu gehen. „Schuld, Schuld, sie hat Schuld – nein er, oder du selbst?“ Leises Flüstern, überall. Immer und immer wieder. „Was denkst du kannst du tun, Arkorither?“ Was konnten sie tun? Die Schatten huschten durch das kleine Haus, wirbelten alles um, was dort herumstand. Aber konnte man es nicht auch anders sehen? Das, was sie tief in sich beherzigte war frei. Der dunkle Schatten, der immer hinter ihr stand, sich mit ihr und ihrem Körper verbunden hatte war frei. Frei, um an neue Macht zu gelangen. Ein irres Kichern durchzog erneut die Stille des Hauses. Selbst der Kater hatte sich den ganzen Tag über nicht sehen lassen, befürchtete er wohl, dass er den Tag niemals überlebt hätte. Das unbeschreibliche Gefühl, welches sich nun in ihr breit machte trieb sie zu einem erneuten irren Kichern an. Das Verstecken hatte nun ein Ende. Nein, es war nicht das Ende der Arkorither. Es war erst der Anfang! Ein erneutes irres Kichern drang abermals ihre Kehle hinauf, ehe sie die Türe hinaus schoss, um sich auf die Suche nach ihren Brüdern und Schwestern zu machen.
Verfasst: Donnerstag 31. Juli 2008, 01:55
von Samuel Taakis
Es war dunkel in den Katakomben unter dem Tempel Alatars, und ein Eindringling hätte nahezu zwangsläufig zwischen Kandelabern und Foilanten stolpern und sich den Hals brechen müssen. Samuel aber, und die Catuli die er durch die Regalreihen scheuchte, fanden sich in diesen Schluchten aus staubigen Regalen und muffigem Papier sichtlich zurecht.
"Seid ihr sicher, dass ihr euch nicht selbst verzaubert habt?". Zuzutrauen wäre es diesen Gestalten gewesen, den Schwarzmagiern, den Manipulatoren am Lied.
Auf der anderen Seite waren es Verbündete Rahals, die Banner des Ordens wehten neben anderen, weniger beständigen, auf den Türmen der heiligen Stadt. Während er die Catuli Alfred und Chulia im harschen Befehlston abstellte die Bücher nach den Themen "Flüche", "Dämonen und Exorzismen" und, der Sicherheit halber, "Strafen Alatars" zu sortieren löste er sich gedanklich von dem Gespräch im Tempel und ließ noch einmal den Abend revue passieren.
Er kam gerade aus Bajard, dem verhassten Fischerdorf, zurück mit der Erkenntnis, dass sich an den desolaten Zuständen betreffs des Glaubens an den All-Einen nichts geändert hatte, aber zur Zeit wohl auch keine Gefahr von diesem Kaff ausging. Wie regelmäßig nach seinen Besichtigungen führten ihn seine Schritte, nahezu automatisch, zur Taverne. Noch einen Wein, ein paar Bürgern einbleuen wem sie dienen, und dann in den Tempel zur Ruhe zurückziehen. So der Plan.
Nicht davon umfasst war jedoch Vertreter der Summe der ehrbaren, wie auch der weniger gern ehrbaren, Gäste und Einwohner Rahals auf einen Schlag zu treffen.
Ein Erhabener, keine Seltenheit aber dennoch eine Freude ein Kind des Herrn in der heiligen Stadt zu sehen. Weniger erfreulich, aber doch auf seine Art zumindest wohl ein nützlicher Diener, war Ritter Crain auch zugegen. Seine Manieren gegenüber dem Templer waren so schroff wie eh und je, dessen Begrüßung mithin auch nur so knapp wie nötig. Vermutlich schätzten inzwischen beide einen möglichst knappen Kontakt und großtmögliche Distanz.
Ein vorlauter Knabe, am Tisch neben diesem unglaublich respektlosen Weib, das er glaubte mehrfach am Rathaus gesehen zu haben - er würde sie dort der Tage noch einmal suchen müssen, und noch dazu zwei grau Berobte. Eigentlich wäre dies eine Situation für ein Stoßgebet gewesen, mit der Bitte Alatar möchte die Götzendiener erschlagen und dem Weib die Zunge im Munde verfaulen lassen. Aber all seine Aufmerksamkeit wurde auf es gelenkt.
Am Tisch war ein Wesen, ein wabernder Haufen Düsternis, den er selbst erst auf den zweiten Blick wahrgenommen hatte. Dieses etwas, bisweilen schien es einem kleinen Mädchen ähnlich, irritierte ihn so sehr dass er sogar vergaß auf die Dämonenknechte zu fluchen.
"Ich suche den Vicarius, ich hoffe er hat Informationen für mich" - so oder so ähnlich hatte das Schattenwesen es gesagt. Nun, gemeint war wohl nicht er sondern der Clericus Devertare, aber zumindest war hier ein Templer, und nach denen wurde offenbar gesucht.
Im folgenden Gespräch stellte sich heraus, dass das Wesen Informationen über seine Gestalt sucht, darüber wer oder was es ist. Während dieser nichtsnutze Ritter offenbar Schattengestalten in Rahal für gewöhnlich hielt und sich um die Sicherheit der Stadt nicht weiter sorgte, versicherte der Erhabene, das Wesen seie zwar gefährlich, nicht aber für Rahal. Samuel hätte lügen müssen, wollte er sagen das Wesen sei ihm nicht suspekt gewesen. Gleichwohl wollte er den Worten des Letharen Glauben schenken, gab sich als Templer zu erkennen - der Verwirrung durch den Schatten geschuldet versäumte er das schon zuvor; diesem Weib hätte es vielleicht geholfen die Zunge zu hüten - und bot an das Gespräch im Tempel fortzusetzen.
Wer einmal versucht hat mit einem kleinen Mädchen aus schierer Schwärze einen Ort des gelebten Fanatismusses zu betreten wird sich erinnern, wie rasch Tempelwachen bei den Waffen sind. Samuel wusste nicht ob das Wesen überhaupt verletzbar war, aber die Anspannung mit der die Tempelgarde sich an die Waffen klammerte brachte ihm ein wenig Ruhe zurück. Wenn es ging, dann würden sie es schaffen - falls nötig.
Nötig indes wurde es am Ende nicht. Es war schwer zu fassen was das Wesen ihm über seine Identität enthüllte... ein Magier des Ordens? So machtvoll ihre Art das Lied zu manipulieren auch war, für Samuel war es seit jeher eine nicht von Alatar vorgenommene, und damit unreine Magie. Ob es eine Strafe war? Zumindest sprach dieses Wesen von einem Fluch. Vor ein, oder zwei, Nächten hätte es ihn ereilt.
Wenngleich es das wahrscheinlich bizarrste Wesen war mit dem er sich seit Monaten... ach was, jemals... unterhalten hatte, die Wahrscheinlichkeit dass "es" wirklich "er", ein Magier des Ordens der Arkorither, war war zu groß, um seinem Hilfsgesuch nicht nachzukommen. Natürlich würde er auch den Tempel informieren müssen, später, aber erst einmal galt es diesem vermeitlich Verfluchten zu helfen.
"Eine Hand wäscht die andere"... wie Recht dieser Arkorither doch hatte, und an Samuels Händen gab es viel zu waschen.
Die Catuli, was ihnen nicht mitzuteilen Politik des Tempels war, hatten erstaunlich gute Arbeit geleistet was die Vorauswahl an potentiell nützlichen Werken anging. Es würde dennoch die ganze Nacht kosten alles zu lesen, zu sichten und auf Plausibilität zu prüfen.
Längst hatte der Morgen, ohne davon auch nur eine Spur in die Gewölbe tief unter der heiligen Stadt dringen zu llassen, alle natürlichen Schatten vertrieben, als Samuel endlich den Brief an den Orden verfassen konnte, um dem Magus mitzuteilen was er hatte finden können...
Verfasst: Freitag 1. August 2008, 23:19
von Lanaya Shevanor
Am dritten Tage der Schatten hatte 'sie' eine Entscheidung getroffen. Lange schon schob sie es vor sich her und einfach waren diese Schritte sicherlich nicht. Inzwischen hatte sie jede der sich wiederholenden Phrasen tausendfach verflucht und war es müde geworden. Hatte der junge Magister recht? Hatte sie tatsächlich einen Fehler gemacht oder waren es die Zweifel die fruchteten? Ein ungnädiger Blick wanderte über die schattenhaften Schlieren die nun ihren Körper formten. So vieles war ungewiss doch eines war sicher, sie hasste diese Form. Sogar Fell oder Schuppen hätte sie bevorzugt aber das hier... nein.. wirklich nicht.... Hoch wuchs die schwarze Burg empor und Heute verschwand sie wie viele der Arkorither gänzlich in der Schwärze. Tauchte ein und schien mit der Dunkelheit verschmolzen. Kaum konnte man Umrisse erkennen, kaum den Bewegungen mit dem Auge folgen. Endlich am Ziel ihres Weges musterte sie die Türe einige Momente. Klopfen war überflüssig die Maestra wusste ohnehin das sie zugegen war. Um es zu verdeutlichen sandte sie entsprechende, mentale Nachricht. Lautlos schwangen die Türen auf und gefasst trat sie in die Räumlichkeiten. Vorwurfsvolle Worte folgten Schlag auf Schlag und bald schon hatten die 'Frauen' einen Punkt erreicht an dem es kein zurück gab. An diesem Abend schien die Zeit gekommen der Hierarchie gerecht zu werden.
Zuckende Flammen tauchten die schwarze Burg in unwirkliches Licht, zeugten von einem Kampf hoch oben auf den Zinnen. Klangvolle Symphonien der Zerstörung im Klangefüge prallten aufeinander, hielten einander fest um sich gegenseitig zu übertrumpfen ehe sie auseinander drifteten um sich noch verbissener miteinander zu messen. Gewaltige Magien, von zwei der mächtigsten Frauen gegeneinander gelenkt, erschütterten die Burg bis in die Kellerverließe. Auf den Zinnen jedoch umkreisten sie sich wie zwei Raubtiere immer darauf bedacht keinen falschen Schritt zu machen. Angreifen, verteidigen, zurückschlagen und auf eine Nachlässigkeit hoffen. Endlich ein Kampf der seinen Reiz hatte, endlich jemand der hätte stärker sein müssen. War sie nicht gekommen dem ein Ende zu bereiten? Hätte es hier nicht Ruhe geben können? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Hatte die Baronin diese Schritte von Anfang an geplant? Dieser 'Fluch' dieser 'Zustand' hatte er sie stark gemacht oder das Starke schwach? Applikation um Applikation traf, und nur mühsam hielt sie sich auf den Beiden. Geröll lockerte sich als die Burg erbebte nur um im nächsten Moment abermals einem Flammenregen zu trotzen. Auch Lythiana konnte dies nicht ewig fortsetzen. An diesem Abend jedoch hatte sie den Applikationen überraschend wenig entgegen zu setzen. Hielt er sich zurück? Genoss er den Zweikampf ohne selbst einzugreifen? Fragen über Fragen schossen ihr durch den Kopf. Längst hätte es zu Ende sein müssen doch je länger es dauerte desto offensichtlicher war es. Wo sie nur eine klitzekleine Chance gesehen hatte taten sich nun Abgründe auf und die Anstrengungen wurden verstärkt. Schon immer war es der Geist eines Menschen der sie fasziniert hatte. Je machtvoller ein solcher Geist war desto interessanter. Vorsichtig wurden die entsprechenden Klanggefüge verschoben während sie ihr recht offensiv zusetzte um sie davon abzulenken. Es war schwierig Magie zu wirken während man sie an anderer Stelle benutzte und dennoch, die List wurde belohnt und viel hatte ihre Kontrahentin dem Schlag nicht entgegen zu setzen. Lanaya sah berechnend zu wie der schmale Körper zu Boden sank und verharrte um Atem zu schöpfen ehe sie sich vorsichtig näherte. Noch konnte sich alles ändern, alles zerfließen wie die schönsten Träume. Jetzt war es an ihm zu entscheiden wem er seine Gunst gewährte.
Glaubst du dieses Angebot höre ich zum ersten Mal?
Keine Flammen, kein Blut Lanaya?
Eine Weile 'unterhielten' sie sich und kurz klangen Lythianas Warnungen in ihrem Kopf auf. Wie es zu erwarten gewesen war konnte dies die Arcomaga nicht abhalten. Sie hieß willkommen was sehr lange unterdrückt worden war. Verbunden damit waren es nicht wenige Informationen, Bilder und Eindrücke die sie gewann. Lythiana jedoch wurde nach und nach vernichtet bis von der ehemaligen Freundin nichts aber auch gar nichts mehr übrig war. Einen von zwei Menschen denen man vertraute zu töten viel schwer. Mit diesem Ende war auch in ihr etwas gestorben und langsam nur wandte sie sich ab.
Ich der Dämon....
Kichernd stellte sie fest das diese Aussage so betrachtet eine ganz neue Erfahrung barg. Zunächst jedoch forderten ihre beanspruchten Kräfte entsprechend Ruhe um zu regenerieren. Selbst die lästigen Stimmen schwiegen und somit blieb das Schattenwesen jenes sie zur Zeit verkörperte auf der schwarzen Burg, leckte seine Wunden und sammelte sich für das Kommende.
Verfasst: Montag 4. August 2008, 00:10
von Darius Zerphos
Der tiefe Schlaf fand abrupt sein Ende. Sofort saß Darius aufrecht in seinem Bett, die schmerzlichen Veränderungen im Lied waren nicht zu überhören. Etwas Großes war im Gange.
Womöglich ein neues Ritual? Ein Neues Ritual? Sofort war er hellwach, mit weit aufgerissenen Augen starrte er in die Finsternis. Einen Sekundenbruchteil später waren seine Gedanken bei den letzten Tagen.
Die Stimmen, die Kopfschmerzen, die ständigen Lockrufe, das...
Seine Gedanken brachen schlagartig ab als er seine Situation erahnte. Das konnte nichts Gutes sein.
War es zu spät um ES auf zu halten? Etwas von dieser Größe konnte man nicht aufhalten, schon gar nicht ohne Vorbereitungen.
Verzweifelt schuf er ein Magieschild – ohne Erfolg. Als sei das Schild nicht existent breiteten sich die Klänge weiter aus. Egal was er tat, keine Applikation hatte irgendeine Auswirkung auf das was geschah. Er konnte ES nicht umkehren, verändern, abschwächen, zurückschicken – wohin überhaupt?
Wie oft hatte er dieses Gefühl genossen? Die Macht über eine niedere Kreatur in den Höhlen. Wie er jene verkrüppeln konnte, ohne dass sie Einfluss darauf nehmen konnten oder auch nur ahnten, was geschah.
Nun war er in jener Lage. Nichts konnte er tun. Unbekannt war das Klangbild, der Zweck schien sich in den Klängen zu verlaufen. Nichts! Er hatte keine Ahnung, was geschehen würde. Aber im Gegensatz zu den meisten Wesen spürte er, dass etwas geschah. Aber er war genau wie Jene hilflos. Hilflosigkeit! Das Gefühl von Hilflosigkeit! Beinahe hatte er es vergessen. Nie wieder wollte er Hilflos und Schwach sein. Diese Zeit war vorbei. Vorbei seit seiner Kindheit. - Jetzt bloß nicht mit den Gedanken abschweifen!
Es gab keine Zeit mehr nach zu denken. Im schummrigen Licht einer einsamen Kerze sah er wie sich schwarze Schlieren von seiner Hand in Richtung Körper ausbreiteten. Sofort zog er das Feuer von der Kerze und hüllte seinen Unterarm in rote Flammen. Der Geruch von verbrannten Fleisch machte sich im Zimmer breit, während sich das Feuer in das Fleisch fraß. Seine Schreie hallten von den Wänden wider und ungebremst breitete sich die schwarze Farbe aus.
Er ließ die rötlichen Flammen zu Boden gehen und in fünf Linien mit spitzen Winkeln über den Boden wandern. Ein Pentagramm aus züngelnden roten Flammen ward zu seinen Füßen geschaffen. Nicht aufwendig, nicht in den Klängen verankert und kaum von großen Nutzen, aber mehr war in der begrenzten Zeit nicht möglich.
In der Mitte des Pentagrammes stehend, versuchte er sich zu konzentrieren und alles Fremde aus seinem Klangbild zu verbannen. Nichts schien jedoch fremd, obwohl er bereits völlig in schwarz gehüllt war. Wut kam auf, unkontrolliert schoss ein Lichtbiltz durch das Zimmer, flog auf ihn zu und wurde vom Schatten absorbiert.
Was auch immer ES war, nichts schien gegen es zu wirken. Darius wusste, dass er so nichts tun konnte, doch konnte er nicht aufhören. Er konnte ES nicht frei wirken lassen, er steigerte sich in Rage und bald war er umgeben von tänzelnden Flammen. Wieder ein Lichtblitz, dann noch einer, er konnte sich nicht mehr kontrollieren.
Sein schwarzer Körper hob sich wenige Daumenbreiten in die Luft. Jeder einzelne Muskel verkrampfte sich auf einmal, starr und fast unbewegt war es nur sein Mund, der unkontrolliert zwischen Aufreißen und Zähne zusammenbeißen pendelte.
Tanzende Flammen, Lichtblitze, die Gegenwart schien zu verschwimmen, er konnte nicht mehr mit Bestimmtheit sagen, was Real und was Einbildung war. An der Grenze seiner Kräfte angekommen hielt er nicht inne, immer weiter bot sich das Schauspiel. Eingriffe in das Lied ohne erkennbaren Sinn. Aufsteigende Flammen, die ohne Wirkung wieder verpufften, wild umher fliegende Gegenstände, es schien, als sei der einzige Sinn darin nur sämtliche Kräfte auf zu brauchen.
Einer Marionette gleichend hatte er seine Grenze weit überschritten, oder war das alles nur Einbildung?
Wie weit kann man seine Grenzen überschreiten? Wie weit noch? Waren seine Gedanken, als er nach Luft japsend und völlig entkräftet auf den Boden zusammen sank.
Gegen Mittag wachte Darius in der Mitte seines Zimmers auf. War es der folgende Mittag? Wie lange hatte er geschlafen? Seine Schlafstätte war ausgebrannt, sein Zimmer wirkte wie nach einem Bombeneinschlag, sein Körper ein wabbernder Schatten. War er überhaupt noch er selbst? und dieser Schmerz! Er fasste sich an seinen verbrannten Arm...
Er hatte etwas geruht. Die Verbrennung an seinem Arm machte dank eines magischen Eingriffs kaum noch Probleme. Sein Blick schweifte durch das Zimmer. Zum Aufräumen war keine Zeit, es galt Antworten zu finden und so machte er sich auf in die Heilige Stadt.
So man sich im Schatten hielt, hatte diese Form durchaus Vorteile, und sei es nur, dass man ungesehen blieb. An der Taverne trat er aus dem Schatten in das Licht. Es war ihm egal, was die anderen Leute bei seinem Anblick sagten oder dachten, er brauchte neue Informationen. Informationen, die sein Aussehen erklären. Informationen, die ihm helfen könnten das Aussehen zu ändern.
Warum ging er in die Taverne? Dort hörte er wie befürchtet nur alte Geschichten von Bauern, deren Ernte angeblich von Schattenwesen zerstört wurde und andere nutzlose Geschichten, die ihn kein Stück weiter brachten. Bald sammelten sich Menschen zu einer große Runde wie er sie nicht mochte.
Glücklicherweise war ein Vicarius des Tempels zugegen und bot an das Schattenwesen mit in den Tempel zu nehmen.
Die Einladung kam ihm recht. Hielt er doch große Stücke auf deren Bibliothek, nachdem man ihn schon bei anderen Fragen hilfreiche Informationen aus jener zukommen ließ.
Schnell war das Problem erläutert, so gut es eben ging ohne zu viel zu erzählen. Der Vicarius versprach in der Bibliothek nach etwas hilfreichen zu suchen und ihn zu benachrichtigen. Nun hieß es warten.
Er brauchte Antworten!