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Es ist überall nichts in der Welt, als ein guter Wille...

Verfasst: Sonntag 22. Juni 2008, 12:57
von Gwain
Wie eine warme Decke, so legten sich die Sonnenstrahlen auf meine Körper als ich des Nachmittags in vollkommener Ruhe an einem Baum gelegen ins Leere blickte und ich mich lediglich von stillen rascheln der Blätter hoch oben in den Wipfeln der Bäume stören ließ, welches mir jedoch kein Unbehagen bereitete sondern ich mir meiner Umwelt noch bewusster werden ließ.

Meine Gedanken flossen dahin wie ein Quell der aus einem Berg entsprang und fanden ihren Weg in der Unendlichkeit. Nichts hätte meine Ruhe stören können, nicht einmal ein Stein der direkt auf meinem Kopf hätte
landen können. So verstrich die Zeit und es wurde langsam Abend.

Die Kälte begann langsam vom Boden aufzusteigen, durchfloss bereits meine Hände, ebenso Hände und Ohren waren nun deutlicher den je zu spüren und so öffnete ich meine Augen. Mein Blick wanderte über die sich vor meinen Augen eröffnende Landschaft. Ein großer See zwischen alten Bäumen in dem sich eine Vielzahl verschiedener Populationen befand. Drum herum kleine Holzhäuser die gerade zu einladen sie zu betreten und einen schönen Abend vor einen Kamin zu verbringen und so den Tag ausklingen zu lassen.

Meine Augen liefen weiter über die Szenerie als sie auf einem Mann hingen blieben der auf einer Bank saß, welche sich direkt vor dem See befand. Noch waren meine Augen von der Ruhe so überwältigt das ich sie ein wenig zusammen kneifen musste um zu sehen um wen es sich handelte. Nach wenigen Momenten klärte sich der Blick und ich erkannte des es sich im Kilyan handelte.

Sogleich legte sich ein sachtes Lächeln auf meine Lippen und ich stemmte mich, dabei die Hände auf den Boden drückend von jenem auf und ging Schnurtracks auf ihn zu. Meine Hand glitt zum Mund und ich ließ ein leises räuspern von mir, welches zur Wirkung hatte dass der Kopf Kilyans sich langsam zu mir drehte und seine Augen zu mir aufblickten. Leicht senkte ich meinen Kopf und sprach die Worte des Grußes gen ihn, welches er sogleich lächelnd erwiderte. Meine Hand deutete auf den freien Platz neben ihn worauf sogleich ein bejahendes Nicken auf meine unausgesprochene Frage folgte. So gleich glitt ich an ihm vorbei und ließ mich auf jener nieder.


Für einen Moment herrschte Stille, ehe Kilyan auf das Wasser blickend das Wort erhob und mich dennoch direkt ansprach. Seine Worte führten mich zu der Erkenntnis, dass es soweit war meinen geistigen Horizont zu erweitern und somit eine nächste Stufe in meiner Ausbildung einzuschlagen. Er stellte mir weniger ein Rätsel als die Aufgabe mich auf die Suche nach zwei Gegenständen zu begeben, welche weit von meiner Heimat ihren Aufenthaltsort auf Lameriast und dem Sumpf fanden. Etwas irritiert von jener Aufgabe hoben sich meine Augenbrauen und ein gewisses Gefühl der Angst oder Besorgnis über jenes Unterfangen schwebten einher mit einer inneren Spannung oder auch gar eine Art der Aufregung jener Aufgabe gerecht zu werden.

Doch nicht nur die Worte des Aufgabe folgten über Kilyan’s Lippen auch vernahm ich eine Warnung auf welche Ereignisse ich gewappnet sein muss und wie ich mich in bestimmten Situationen verhalten solle sodass ich mein Ziel mit Gewissheit erreichen würde. Später an einem anderen Tag und einer anderen Stunde würde ich mit bedauern genauer feststellen worum es sich bei jenen Worten, die er mir bei seinem Abschied sagte halten würde, denn durch mein nicht ganz richtiges Verhalten, verpasse ich die Chance den ersten Teil meiner Aufgabe zu lösen.

Mein erstes Ziel bestand darin die Insel Lameriast aufzusuchen. Meine Wege sollten mich nach Nord Osten führen zu einer Burg aus Holz. Meine Gedanken surrten um jene als ich mich mit dem Schiff von Bajard aus machte um in wenigen Stunden Lameriast zu erreichen. Es war eine grausige Fahrt dorthin. Es wippte so als wolle das Meer das Schiff zum sinken bringen, sodass ich nicht dort ankommen sollte, doch die Seemänner waren tüchtig in ihrer Arbeit und so erreichten wie den Harfen an jenem sogleich das Schiff anlegte.

Auch wenn ich ein flaues Gefühl in der Richtung des Magens hatte so gab es dennoch keine weiteren gesundheitlichen Komplikationen auf der Schifffahrt. Und so nahm ich lediglich einen Schluck Wasser in der örtlichen Taverne und ließ mir sogleich eine kleine Ration von Brot fertig machen, sodass ich bei meinem Marsch ins noch mir Ungewisse nicht all zu viel Hunger leiden musste. So wartete ich einen Tag und machte mich sogleich mit munterem Tatendrang am nächsten Morgen auf die Reise gen Nord Ost. Wohl gespannt was passieren würde überlegte ich den ganzen Weg über mit gerunzelter Stirn was mich wohl erwartet, doch konnte ich mir keinen rechten Reim auf den Worten machen „Lege deine Vorurteile ab, sei schweigsam aufgrund deines Könnens und sprich immer die Wahrheit“, jene Kilyan bei meinem Gespräch mit ihm als Rat hinterließ.

Meine Gedanken jedoch lösten sich von der Grübelei ab, als ein Schwarm von Vögeln aufgeschreckt über die Wipfel der Bäume emporstiegen und sich immer weiter auf den Horizont zu bewegten. Der Weg auf jenem ich wandelte führte nach Nord Osten und so verlor ich den sinn als eben jener Vogelschwarm mich zurück holte. Ich blickte mich blinzelnd um und versuchte herauszufinden wo genau ich war. So stieg ich auf einen Baum und versuchte von dort aus eine bessere Sicht zu bekommen. Doch jenes unterfangen kostete ein wenig Zeit, weil meine Fähigkeit für Tollpatschigkeit nur all zu stark an jenem Tag ausgebildet war und ich nach dem ich endlich oben war einige blaue Flecken an den Beinen aufweisen konnte.

Nun denn befand ich mich auf dem Baum und meine Augen verengten sich aufgrund der Sonne welche bereits hoch im Zenit stand und langsam ihren ruhigen Abstieg gen Westen begann. Als meine Augen sich jedoch an das licht gewöhnten zogen sie ratlos umher auf der Suche nach einem mir bekannten Ort, doch nichts wahr zu sehen als endlose Weite bestücket mit unzählbar vielen Bäumen. Nur kurz sah mein Auge in der Ferne etwas weit aus größeres als die Baumwipfel, doch mein Geist hatte jene Information noch nicht verarbeitet sodass ich mich wieder herunter bewegte, als dann mich innerlich ein Schlag traf, der mich straucheln ließ und ich das Gleichgewicht auf den Ast verlor. So kam es das ich einige wenige Meter auf den Boden mit einem dumpfen Ton auftraf. Der schlag im inneren war mehr Erstauntheit die Burg aus Holz übersehen zu haben, als etwas was durch eine Krankheit verursacht wurde.

So mein Geist von der Endlosigkeit beseelt war nahm ich erst nach dem ich wieder herunter ging die Burg war. Jene lag genau auf meinen Weg durch den Wald und ich machte mich unter kurzweiligem Stöhnen auf mich durch Geäst und Unterholz zu kämpfen, auf das ich mein Ziel immer näher komme.
Die Seele war stark doch der Körper schwach nach jenem Marsch durch den Wald. Ich wollte nicht aufgeben, doch wenn der Geist will der Körper ab nicht dann kann man nicht dem einen das andere überlassen und der andere dürfe sich ausruhen. So schleppte ich mich mit schwachem Körper aber munteren Geist weiter voran bis sich endlich etwas in naher Ferne zeigt was weit weniger wie ein Baum alleine aussah sondern wie aufeinander gestapelte Bäume. Ich hielt inne und musterte es aus der Ferne. Meine Hand legte sich auf den Hals und rieb nachdenklich jenen. Als dann ich meine Hand zur Faust ballte und in die andere vereinbarend mit mir selber einschlug und mein Schritt fester als zuvor sich auf jene Burg machte.

Meine Kinnlade viel herunter als ich das mächtige „Etwas“ sah, welches mir nachher als Grimwould bekannt gemacht wurde. Etwas zögerlich schritt ich drauf zu und blickte mich suchend um ob ich ein Punkt finde der dafür sorgte das ich genug Aufmerksamkeit bekomme damit jene die dort drin lebten wussten das ich vor ihren großen Toren stand. Doch reicht ein junges Stimmchen aus um auf sich aufmerksam zu machen. Nein, stellte ich fest als ich fast schwer nach Luft ringend zu der Burg empor rief. Etwas verbittert mit kratziger Stimme suchte ich nach etwas, als mein Blick auf ein Seil ging welches herunter ging und seinen Anfang in einer schweren alten Glock fand. Ich fühlte mich so als hätte ein Pferd mir die Hinterläufe direkt ins Gesicht geschlagen. Mit halben Schatten über den Augen ging ich auf die Glocke zu und zog kräftig an dem band, auf dass gleich ein lautes Läuten entstand.

Nach wenigen Momenten hörte ich bereits die mir noch unbekannte Stimme und ich blickt suchend nach jener zu den Palisaden auf. Von unten sah jene Person jedoch nur wie ein kleiner Fleck in meinen Augen aus da die Entfernung zu groß war als das ich irgendetwas genauer erkennen konnte. So rief ich erneut etwas zu jener Person hoch. Als Antwort sah ich lediglich wie der Kopf verschwand und in wenigen Sekundenläufen sich vor mir die großen Tore öffneten und eine in meinen Augen fast ebenso große Frau daraus hervor trat. Wie bereits am Anfang klappte sich die untere Hälfte meines Mundes herunter doch des Anstandes willen zog ich jenen wieder empor und versuchte ein Lächeln auf den Lippen zu zaubern. Ich vollführte eine Verbeugung welche mich etwas nach vorne straucheln ließ und bekundete somit meinen Respekt.

Ich erkannte nun an der Größe des es sich um Tiefländer handelte zu jenen mich Kilyan schickte. Aus vorherigen Stunden unter den Menschen lernte ich einige wenige Worte in ihrer Sprache und so stellt ich mich vor ihr und schlug mit der geballten Faust auf meine Brust und rief laut aus…“Stolz und Ehre“. Also Antwort erhielt ich jedoch nur ein warmes Lächelnd und ein grüßendes Lächeln. Später würde ich erfahren das ich mich verabschiedete denn einen Gruß aussprach.

Die Folge meiner Ankunft war die Frage der großen Frau, welche mich weit überragte weshalb mich meine Wege hier herführten und so erklärte ich ihr ohne alle Worte meines Ziels auszusprechen mein Anliegen. Kilyan gab mir die Aufgabe einen Gegenstand zu finden der die Inkarnation etwas vollkommen reinen zu finden. Doch hielt ich es für unangebracht mich gleich meiner Sorge bei jener Frau zu entsorgen und schwieg noch überjenes Anliegen, was mir jedoch später das Genick brechen sollte. Ich wollte erst das Vertrauen jener Menschen gewinnen, gar hoffte ich dass es vielleicht zu späteren Tagen, Monaten und Jahren zu einer Freundschaft zwischen mir und den Tiefländern kommt.

Doch das wird eine andere Geschichte sein dachte ich mir als die Frau mich bereitwillig dazu einlud mir die Burg Grimwould zu zeigen. Ebenso war ihr Sohn dabei. Die Namen der beiden erfuhr ich erst später doch ist jenes dorthin kommen weit aus weniger wichtig als mein eigentliches Ziel. Sie hießen Jolinn und Ansgar.
Als ich nun den Innenhof jener Burg betrat ward mir erst jetzt die gewaltige Anwesenheit der Kraft der Tiefländer bewusst, welche jenes errichtet haben. Ihre Erklärungen erzählten von der Burg von den Menschen die hier wohnte und lebten.

Der Weg führte an einem baum so hoch das man meinen könnte er wäre unendlich weit vorbei, jenen erblickte ich jedoch nur aus der Peripherie und so nahm ich keine weitere Notiz von ihm, sondern konzentrierte mich noch immer auf alles andere um mich herum. Der Fehler wie mir später ebenso bewusst war, das ich nicht nur alles sagte was ich wollte, sondern auch das was genau um mich herum geschah nicht all zu genau beobachtete.


Sie führte mich eine robuste und weitläufige Treppe empor welche ihr Ende in einer Halle fand in dessen Mitte ein Feuer loderte. Das Leuchten des Feuers war in meinen Augen unbeschreiblich. Es war als würden die Flammen ein Eigenleben erfinden und auf jener Feuerstelle umher tanzen so als seien sie sich selber bewusst so etwas zu vollbringen. Ebenso waren die unsere Schatten so lang und reihten sich umher an der Wand so dass ein Lichtspiel aus Schatten und Licht an der Wand entstand.
Mein Blick wanderte zu Jolinn und Ansgar und wir erzählten von einander. Dinge über die Burg und über die Familie der Hinrahs. Doch ein Wermutstropfen haftete immer noch an mir denn ich konnte nichts von dem entdecken was ich suchen und letzen Endes finden sollte.

So fragte ich ob es mehr zu sehen gäbe als jene Hallen. Ich machte sie aufmerksam auf den Baum welcher mir in Gedanken kam. Und so kam es das sie auch mit Misstrauen in Blick und stimme mich hinunter zu jenen begleitete, da jener eine Verbindung bzw. ein Gegenstück oder das Gegenstück zu jenem Baum darstellt welcher sich auf Gerimor befindet. Um zu beweisen das ich jenen anderen kenne erzählte ich ihr von dem Aufenthaltsort jenes Baumes auf Gerimor. Ein bejahendes nicken folgt und nun fanden wir uns vor dem baum wieder.

Ein Klingeln ertönt und Jolinn machte sich auf zum Eingang der Feste. Ihr Sohn Ansgar dagegen befand sich in meiner Nähe und begann nun in ein Lied durch Pfeifen einzustimmen, welches mich nach einer graumen Sekunde ansteckte und ich seiner vorgegebenen Melodie folgt, wobei es weniger als gelernt klang denn mehr dem Zufall entsprach.
Von dem Pfeifen ablenkt nahm ich nur unterbewusst die Reinheit der Erde wahr, welche sich um den Baum befand und durch einen Steinkreis begrenzt war. Jolinn berichtete mir von Geistern die um jenen herum hausten und ihn bewachten. Kaum einer ihrer selbst durfte an jenen Baum zu nahe heran, warum sollte ich es denn dürfen? Fragte ich mich als ich erkannte worin die Reinheit des Objektes welchen ich suchte befand.

Ich hätte den Augenblick nutzen sollen etwas Erde um den Baum zu nehmen als Jolinn draußen bei dem Neuankömmling war, doch waren meine Gedanken noch durch die Melodie und das sachte hin und her wippen zu jener benebelt und so kam mir erst jener als es bereits zu spät war.
Nachdem Jolinn wieder zurück kehrte, sagte sie mir dass es bald Zeit sein würde die Burg wieder zu verlassen, das sie noch einige Dinge zu erledigen hat. Unbehagen machte sich in mir breit. Ich erkannte das Gesuchte doch war durch die Erkenntnis ferner denn je, denn ich durfte zwar nahe heran doch Jolinns Augen waren auf mir wie ein Fuchs seine Beute beobachtete. Ich erzählte ihr nun von meinen weiteren Grund weshalb genau ich hier her gekommen sei. Jener Punkt führte dazu das sie zu mir sagte ich hätte nicht die Wahrheit gesprochen.

In meinen Gedanken und Geiste webten sich die Worte zusammen doch blieben sie unausgesprochen. So dachte ich wenn ich nicht die Wahrheit gesagt habe dann hätte ich gelogen doch so kam kein Wort der Lüge über meine Lippen, lediglich sagte ich noch nicht alles was genau ich wollte und jenes darf man nicht als Lüge bezeichnen. So folgte ich der Maxime das Lügen nie etwas zu rechtfertigendes ist, denn ich möchte ebenso nicht das man mich belügt und so blieb mein Gewissen rein, auch wenn es nicht die Ansicht von Jolinn entsprach dessen Bild sich von mir leider änderte mit meiner weiteren Erklärung. So kam es das ich Grimwould verlassen musste und mit betrübtem Blick die Burg verließ. Der erste Teil meiner Aufgabe war somit fehlgeschlagen. Und so nahm ich mir vor mehr auf das von anfang an einzugehen was mein Begehr ist ohne umher zu schweifen gar vom eigentlichen Thema abzuschweifen.

Verfasst: Samstag 5. Juli 2008, 16:12
von Gwain
Ich erinnere mich noch genau an die Worte Kilyans. Wie er davon sprach welch Vorsicht ich walten lassen muss, damit ich mein Ziel mit gutem Gewissen und sicher erreiche. Die Gedanken von seinen Worten schwebten noch immer in meinem Kopf herum und somit auch der nächste Ort den es galt zu besuchen, nachdem ich nun in der Festung der Familie Hinrah war und dort mit schmerzen feststellen musste, dass vollkommene Wahrheit wohl mehr bedeutet als wenn ein in Wasser fallen würde.

Meine Wege führten mich von Lameriast herunter wieder zurück auf Gerimor. Dort im Harfen Bajards angekommen sinnierte ich über meinen weiteren Werdegang und dem Ort den ich als nächstes aufsuchen sollte, so wie man es mir auftrug. Wie zuvor galt es einen Gegenstand zu finden der in sich rein ist, dennoch so banal wie ein Lagerfeuer sein kann oder aber auch nicht wie ich später in einer anderen Geschichte feststellen musste.

Mein nächstes Ziel war der tiefe Sumpf, welcher sich weit im Südwesten Gerimors befindet. Die einzige Information die mir Kilyan verriet, war das sich dort eine Gemeinschaft befindet die sich in den Belangen der Heilkunst auskennt. Nur fragte ich mich wie so oft was ich an solch einen abgelegenen Ort finden soll. Bange wurde es mir bei diesen Gedanken und seufzend lies ich die Schultern hängen und machte mich auf den Weg zu jenem Ort.

Durch einen tiefen Wald schreitend erreichte ich einen freien Landstrich auf dem sich vereinzelt Häuser zeigten. Es waren an der Zahl etwas drei oder zwei, doch das hängt vermutlich damit zusammen das mein Blick immer gen Südwesten konzentriert war und ich andere Dinge kaum wahrnahm. Die Vorsicht pochte gerade zu an meinem Schädel doch ließ ich die Gedanken nicht herein. Unweigerlich wurde sie mir dann allgegenwärtig als ich in meiner Unachtsamkeit und Konzentration über einen Stein stolperte direkt in Pfütze welche wohl noch vom letzen Regen ihre Berechtigung dort fand. Ein kleiner Fluch ein sauberes Tuch und ich machte mich wieder auf den Weg, diesmal achtete ich jedoch weit mehr als zuvor auf meine Schritte und auf das was vor mir lag und so gelang es mir schnell den Ort zu finden den ich suchte.

Der sumpf befand sich auf einer kleinen Insel zu jener man nur über eine schmale Holzbrücke kommen konnte. Ich betrachtete die Brücke und klopfte mit der Hand auf das Gatter an dem man sich festhalten konnte. Man konnte allein schon durch das Klopfen die Kolonie von Termiten und anderem Tierzeugs spüren. Ich biss mir auf die Unterlippe, klammerte meine Hand an das Brückengeländer und schritt über das alte und morsche Holz zum Ende der Brücke. Kurz wanderte mein Blick zurück zum Festland.

Vor mir befand sich ein Dickicht von Bäumen, welche sich der Umgebung angepasst hatten und somit fast wie ein einzelnes Gefüge aus allem aussah. Ich stellte mir einen Knäuel Wolle vor durch dann man hindurch schreiten sollte. Mein Kinn fiel auf die Brust und ein ächzendes Stöhnen kam über meine Lippen. Mit dem bevorstehenden Sumpf würden die dreckigen Stiefel wohl mein geringstes Übel darstellen.

Meine Kleidung war durch das dornige Gestrüpp zerrissen und kein Ende von dem alten Wald war in Sichtweite. Erst als es langsam dämmerte sah ich ein Haus, welches sich fast wie ein Stück Mosaik in einem ganzen System aus Mosaik anpasste, sodass es fast unsichtbar wirkte. Ich sah viele Dinge im Leben aber noch nie so ein Haus welches heruntergekommen wirken sollte, jedoch durch die Ranken und Pflanzen an den Wandseiten und dem Dach wie ein einziger frischer Baum wirkte.

Ich schlug einige Mücken von mir weg welche sich bereits mehr als einmal auf meine Haut ihr ende fanden, jedoch immer zwei zurück kamen wenn eine bereits auf meine haut klebte. Ich bahnte mir den Weg bis zur Tür vor und sah mich kurz um, wohl überprüfend ob jemand hier sei. Kurz zuckte ich mit den Schultern und hob die Glocke an, jene sodann ein schillerndes Geräusch von sich gab. Voller Erwartung hoffte ich das jemand die Tür öffnete. Doch dem war nicht so und so ließ ich sie erneut umher sausen und dachte mir lediglich dass das Klingeln zuvor zu schwach war. Doch wieder passierte nichts.

Dann jedoch vernahm ich Schritte hinter mir und dreht mich geschwind um. Im Dreh jedoch verlor ich das Gleichgewicht und strauchelte etwas rückwärts. Hinter mir kam eine Frau in das Licht der Hütte. Sie trug dunkle Kleidung. Ein Korb befand sich um ihr Handgelenk, in dem sich leuchtend die Köpfe von Fliegenpilzen und anderen Arten von Pilzen und Kräutern zeigte. In ihrer anderen hand hielt sich einen kleinen Dolch, welchen sie jedoch neben sich baumeln ließ. Ihr Haar war zu einem dicken Knoten gebunden, nur vereinzelte Haare konnte sich einen weg durch das dicke Haargestrüpp suchen und verliehen der Frau somit etwas uriges und seltsames, jedoch hatte sie in Lächeln auf den Lippen als sie mich sah.

Sie schritt näher auf mich zu und ich richtete mich wieder auf meine Füße. Ich neigte leicht mein Haupt gen ihr und sie begrüßte mich ebenso. Nur eine Sache war seltsam an der ganzen Szene, so als würde jemand einen Stein auf eine Scheibe werfen war Verwunderung in meinem Gesicht zu sehen. Sie kannte meinen Namen, ich der ihren aber nicht. Meine Hand griff an den Kopf und verwundert strich sie über jenen. Woher kannte sie mich? Ich schüttelte kurz innerlich den Kopf und machte mir wieder deutlich das alle mich immer kannten ich jedoch niemanden und so war die Verwunderung über jenes wieder weg.

Ich erklärte der Frau, welche sich als Nuria Mondin herausstellte, mein Vorhaben und sie bat mich mit in das haus hinein. Jenes betretend machte vernahm ich die Kräuter und Reagenzien welche die Luft mit ihren Gerüchen schwängerten. Unweigerlich griff ich mir an die Nase, bis ich mich an diese Umgebung gewöhnt hatte. Einen solch stickigen Raum habe ich noch nie erlebt.

Sie bot mir ein Platz und eine Tasse Tee an und wir unterhielten uns über meinen Besuch des Sumpfes. Ich schilderte ihr mein Vorhaben. Verriet ihr wer mich auf jene Reise schickte und machte ihre meine Ratlosigkeit über das deutlich weshalb ich hier suche von dem ich nicht weiß was es ist. Unser Gespräch ging lange und fand kein Ende, was wiederum bedeutet das ich mein Ziel wohl nie erreichen würde. Langsam fühlte ich mich auch schlecht, weil ich die Nerven der Frau langsam zu strapazierte wie es mir schien. Ich redete und hörte damit auch nicht auf und somit war das Ende immer weiter von mir fern gerückt. Mein loses Mundwerk würde mir in einer anderen Geschichte zum deutlichen Nachteil werden wie ich feststellen werde.

Der Tag wurde immer mehr zur Nacht und wir fanden keine Lösung für mein Problem. Bis Nuria eine Idee hatte was mir den Weg auf meine Suche erleichtern würde. Wie es schien zählte die Kunst der Meditation zu einer ihrer Spezialitäten. Und so führte sie mich hinter eine Trennwand.

Ich legte mich auf eine Matte und sie wies mich an die Augen zu schließen, tief ein und auszuatmen, den Gedanken an Raum und Zeit zu lösen und mir eine Vorstellung von einer Landschaft zu machen. Ich folgte ihren Anweisungen und fand mich in einer Landschaft aus Bäumen wieder. Ich lag im hohen Gras. Unter mir kitzelte das Gras an den Händen und Füssen. Ein Insekt lief über meinen Arm. Ich erhob mich und folgte der Stimme Nurias. Ich stieg ohne bedenken über eine Brücke. Meine Augen vernahmen in der Ferne einen Schrein der Temoragläubigen, ebenso sahen sie weiter Südwesten einen großen Sumpf in dem sich eine Vielzahl der dort lebenden Wesen befand. Alles wirkte schummrig, die Farbpalette nahm jede Nuance von grün, grau und braun an, so dass ein Gesamtbild geschaffen wurde. Ein Krähen vernahm meine Ohren und ich spürte den Blick eines Raben auf mich. Weiter unter jenem befand sich etwas was nicht in das Gesamtbild hineinpasste. Es waren Seerosen die es geschafft hatten sich in jener Umgebung anzupassen.

Dann jedoch verließ mein Blick die Landschaft und hielt auf ein Haus fest aus dem ein schummriges Licht kam. Ich stieg die kleine Treppe zu jenem empor und fand mich in einer Stube wieder in der ein Kessel auf einem Feuer brodelte, die Luft war mit dem Geruch von Tee erfüllt und hinter einem Baldachin vernahm man eine leise Stimme. Ich ging auf jene zu. Ein Licht erschien und meine Sinne kehrten in meinen Körper zurück. Ich konnte deutlich die Stimme Nurias vernehmen die mich nun anwies die Augen zu öffnen.

Die Meditation endete und ein leichtes Lächeln zeigte sich auf ihrem Gesicht. Langsam war es spät geworden und so sagte sie mir mit bedauern in der Stimme das es Zeit war für mich zu gehen. Ich nickte lediglich und bedankte mich für ihre Hilfe. So war es wieder geschehen das durch meine Geplapper und meine ausschweifenden Reden sich mein Ziel wieder entfernt hatte. Wie es bei meinem ersten Abenteuer geschah so war es auch jetzt, jedoch schwor ich mir dass dies noch nicht das Ende sein würde und so fragte ich sie ob ich sie am morgigen Tag antreffen würde. In dem Traum welcher durch die Meditation verursacht wurde, konnte ich den Gegenstand finden den ich suchte und so sagte ich ihr das ich den gesuchten Gegenstand zu ihr bringe, sodass sie meinen Triumph über jenes mit mir teilen konnte.

Der Tag verging und ich machte mich ein letztes Mal auf den Weg zu dem Haus der Heilerin. In der Hand den Gegenstand den ich gesucht und geglaubt habe zu finden. Nur war es zwei Objekt die ich mitbrachte, da ich mir nicht genau sicher war um welchen es sich handelte.

Nuria empfing mich mit einem Lächeln und ich hielt ihr beide Gegenstände hin. Ihre Reaktion war unerwartet, sie wusste die Antwort nicht auf meine Suche und so musste ich alleine Entscheiden welcher der beiden Gegenstände nun der richtige war. Ich entschied mich erst für den einen Gegenstand als eine andere wohl auch zu dem Heilerhaus gehörende Frau den Raum betrat und unser Gespräch unterbrach. Da Nuria mir bereits viel geholfen hatte, wollte ich nicht weiter stören und bedankte mich für all das was sie für mich tun konnte und so verließ ich wieder den Sumpf, in der Hand ein Bündel Federn.