Seite 1 von 1

Schlafende Katzen soll man nicht wecken - oder doch?

Verfasst: Donnerstag 19. Juni 2008, 04:07
von Shessidyr Shartir
"Hahaha! Was glaubt der eigentlich, wer er sei? Hahaha.. dieser alte Kauz ... Harharhar .."
. . .

Das laute und unbeherrschte Grunzen in Anwesenheit des Fürsten störte sie gewaltig, doch musste es wohl einen Grund haben. Bald schon kam der Fürst zu ihr und zeigte ihr den Grund für den Heiterkeitsausbruches des Legionärs mitsamt Umfeld.

Ein kurzes Lächeln, welches aber deutlich gespielt war, verunstaltete ihr Gesicht mehr, als es zieren konnte als sie ihrem Meister das Schreiben zurück gab, dabei ihre Sorge in den Blicken nicht zu vertuschen vermögend.

Er ging einfach weiter, ob er ihre Befürchtungen herausgelesen hatte oder nicht, wusste sie nicht, aber es war ihr klar, dass er wie immer richtig handeln würde - er würde es doch, oder?

Sie konnte nicht länger hier sein, an diesem Ort voller Narren. Wo um alles in der Welt war Viridian, der einzige Legionär, der über etwas wie ein Hirn verfügt? So sehr sie auch suchte, er war nicht einmal in seiner gewohnten Ecke.

Raus hier... schnell... Gedanken ordnen... nachdenken.

Einmal wieder ignorierte sie die echauffierten Rufe, als sie sich wie eine Schlange durch Grashalme an der männlichen Besatzung der Eisenwart vorbei drängelte und dabei keine Rücksicht nahm, ob es sich nun um einen der stinkenden und plumpen Rüstträger oder einen der Möchtegern-Schönlinge handelte - unter ihnen würde sie eh keinen klaren Gedanken fassen können.

Die Tür schwang auf, fiel wieder zu und das erste Murren wurde laut, welches vor einigen Augenblicken noch zu schweren Verletzungen geführt hätte.

Schnelle Schritte eilten durch den nächtlichen Burghof, als sie ungeachtet ihrer Garderobe und Schuhe mit lautem *klack klack klack* in Richtung des Haupttores eilte. Sie schenkte den teilweise noch herumstehenden Gerüsten und all dem Dreck keine Beachtung, als die Wachen am Haupttor bereits wissend das Haupttor einen Spalt weit öffneten, gerade genug, damit eine dürre Gestalt rasch hindurchschlüpfen konnte ohne dass die Tore zu weit geöffnet werden mussten.

Nur wenige Minuten später näherte sie sich bereits dem im Westen liegenden Bauwerk auf der Lichtung des die Festung umgebenden Waldes. Auch wenn der Bau deutlich später begonnen wurde als der an dem zweiten Verteidigungsring der Festung Eisenwart, sah man dem Schrein der Desloniten keinerlei Spuren kürzlicher Bauarbeiten an, fast, als habe er sich nahtlos in sein Umfeld eingefügt.

Sie ging die Stufen hinauf. Sie wusste, dass sie an diesem Ort nicht leise sein musste, da sich hier sowieso nur zwei Menschen her wagen würden - der Fürst und ... Aventius.
Da stand er auch schon. Sie hatte die Pforte keinen Meter durchschritten als sie seine rauhe Stimme hinter sich hörte, wie sich diese beunruhigend wie ein nahendes Gewitter aber keineswegs feindselig klingend in dem kleinen Schrein ausbreitete.

"Du bist schon wieder hier? Ich dachte, du wolltest zu den anderen, Shessidyr?"

"Ich konnte nicht länger dort bleiben, Aventius... es gibt Schwierigkeiten, vielleicht sogar große. Komm sofort mit!"


Bald schon erfüllte aufgeregtes Diskutieren und Raunen das Gewölbe des Schreines und die sonst so reservierte Art der beiden Desloniten löste sich während des immer intensiver geführten Gespräches auf wie Dunkelheit in der Mittagssonne. Hoffentlich würde schon bald eine Lösung gefunden werden, die diese Situation verharmlost ... oder gar unbedenklich macht.

Denn der Meister ist weise - er hat vor seinen Legionären Stärke und Unbeugsamkeit gezeigt, keinerlei Schwäche und Furcht vor den Drohungen des alten Lethyren, was seine Machtposition und den ihn umgebenden Mythos nochmals festigte, doch die bedrohlichen Worte des Erzlethyren brannten wie Gift in ihrem Geist:

"Verwechsle nicht einen schlafenden Panther mit einem der auf der Lauer liegt und ein Knurren nicht mit einem Schnurren."

Sie waren sicher hinter den Mauern der Festung... doch was, wenn sie wirklich kommen?

Es galt, zu warten und auf die Weisheit und Stärke des Meisters zu vertrauen....

Verfasst: Sonntag 22. Juni 2008, 13:05
von Aventius Vandokir
Nachdenklich steht Aventius im Raume des Frieden. Zumindest nannte er diesen Schrein so. Schließlich fand er dort seine Ruhe. Kaum einer betritt diesen Schrein und wenn es jemand war, dann war es Shessidyr und der Meister selbst.
Dieser Schrein ist etwas besonderes. Viele Menschen erbauen solche Gebäude um zu ihren Gott zu beten. Viele um sich dort Sicher zu fühlen wenn es kaum Hoffnung mehr geben sollte. Doch dieser Schrein war in den Augen von Aventius nicht dafür erbaut worden. Es ward eine Art Aura im Schreine der Eisenwart. Eine Aura die nur wenige spüren. Welche die den Weg sehen. Welche, die an dem Meister glauben, ihn Ehren und auch für ihn leben.


Welch Sinn hätte das Leben sonst...?

Es ist die Aura des Fürsten selbst die den Schrein unnatürlich Mächtig erscheinen lässt.


Deslon...

Das war eines der Wörter die Aventius in den letzten Tagen oft aussprach. Es waren fast die einzigen Worte. Mit den Legionären unterhielt er sich kaum noch. Gar überhaupt nicht mehr. Des einzigen Menschen dem dieses Privileg zusteht, seine Stimme zu hören, ist der Fürst selbst. Auch die einzig wichtige Person ist das.

Macht...

Es ward Stille im Schrein. Kaum etwas war zu hören, außer der Wind, der einen fast unheimlichen Kreischen ähnelt, als dieser sich durch den Schrein seinen Weg bahnt.

Die Statuen der Legionäre, der gepflasterte Boden...
Alles wirkt so Unzerstörbar...

Als Aventius genau diese Gedanken durch den Kopf gingen
hörte er etwas. Es schien als wäre es ein Pferd das sich rasch nähren würde. Aventius drehte sich um und sah auch schon eine Gestalt. Eine kleine, zerbrechlich wirkende Gestalt.

Shessidyr...

Als sich die Person immer mehr auf Aventius zubewegt, desto Größer wurde Aventius klar das etwas nicht stimmen konnte. Shessidyr wirkte zwar Kühl und Sicher wie immer doch irgendwas...

Aventius!
Aventius...!


Schüttelnd, als würde er aus einem Traum erwachen, blickt Aventius dann zu Shessidyr. Die beiden auf eine der Bänke und Shessidyr blickte ihn fast schon Aggressiv an.

Shessidyr, die Weisheit des Meister's wird uns leiten. Glaube mir, die Situation sollte nicht Bedenkenlos angegangen werden. Das Stimmt, doch wir werden auf den Meister vertrauen.

Wir sind doch die, die den Meister verstehen und ihn sehen...
Vielleicht die einzigen...