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Neue Entscheidungen, neue Konsequenzen.

Verfasst: Dienstag 17. Juni 2008, 22:59
von Leah Katuri
Mit einem deftigen Geräusch flogen die Schuhe in die Ecke, bald gefolgt von dem zusammengeknüllten Umhang, der in dem Kerzenschein dunkelrot schimmerte. Eine Weile stand sie so da, nicht wissend, was sie als nächstes umwerfen oder zerstören sollte.

Du hast es wieder falsch gemacht.
Wieder ein Fehler... Bist du sicher, dass das der richtige Weg ist?


Mit einem Kopfschütteln wollte sie die Stimme los werden und wusste doch, dass sie die Vorwürfe die Nacht nicht loswerden würde. Die Schritte der nackten Füße führten sie quer durch die Stube, hinauf in das Schlafzimmer, wo sie sich auf dem Bett zusammenkauerte. Die Knie wurden angezogen und die Hände darum geschlungen, während der Rücken den Halt der Bettlehne suchte.
Elend flatterte es in ihrem Magen, während sie sich immer wieder dazu zwang, den Atem ruhig zu halten.

Von wegen Bruder...die anderen haben sich mehr Mühe gegeben!
Siehst du mal, nichts kannst du richtig beenden. Man hätte dich doch richtig bestrafen sollen damals.
Was?! Eine Aufgabe für jeden auf der Welt? Pah, nicht für deinesgleichen!


Höhnend drang die Stimme wieder zu ihr, erschien von Mal zu Mal lauter zu werden, während sie die Augen schloss. Tief und tiefer zog sie die Luft ein. „Beherrsch dich...bleib stark.“ Ein Flüstern, das sie in den Raum sprach. Kraft... ja, sie galt es zu suchen. Sie musste so handeln; sicher tat es ihr genauso weh wie ihm. Er würde es bald vergessen, sie anders behandeln vielleicht. Es war besser.... immer und immer wieder musste sie es sich so sagen, um sich zu beruhigen. Sie war ersetzbar, austauschbar. Wenn sie einmal gehen müsste, wäre er noch enttäuschter, frustrierter. Jemand hatte sich seiner angenommen, führte ihn und gab ihm die Regeln, die er brauchte. Zu viele Köche verderben den Brei... sie hatte die Worte der Paladina gehört, hatte sie schluckend aufgenommen und akzeptiert. Nein, sie wusste nicht, was alles bereits geschehen war, wer bereits seine Mühe mit ihm hatte und wie man versucht hatte mit ihm umzugehen. Nein, sie wollte nicht die Verantwortung voll und ganz für ihn übernehmen. Aber sie mochte den Burschen und nur zu sehr brach manchmal das Bedürfnis durch, ihn zu beschützen.
Ein Scheppern draussen riss sie aus dem Kreis der Gedanken. Die Wache hatte ihren Rundgang aufgenommen und war wohl nun an den Mauern des Anwesens vorbeigezogen. Die Augen huschten in die Richtung des Fensters, wohl wissend, nichts als die dunkle Nacht erfassen zu können.

Gib doch einfach auf. Lass es.... es hat doch keinen Sinn.

Ein weiteres Kopfschütteln, ein eigenes Tadeln. Nein, sie würde es gut machen, würde zeigen, dass sie weiterhin stark bleiben könnte. Nur zu rasch gingen die Gedanken zu der Aufgabe, die sie am heutigen Abend nicht wahrnehmen konnte. Lameriast konnte nicht angefahren werden, der Kapitän hatte ihr zwischen mehreren Erzählungen von einem Sturm berichtet, der sich auf der See zusammengebraut hatte. Bis zum Morgen hoffte man, dass es aufklaren würde. Sie hoffte, dass sie einen der Hinrahs antreffen würde, erfahren könnte, was passiert war und Luca zumindest so wieder Ruhe zu schenken. Wenn sie es durch ihre Person nicht tun konnte, so durch die anderer...
Und nur zu gut klarte der Abend in ihr auf, wo er nach Elina rief, sie suchte. Er würde schnell vergessen, sie war eine der vielen, die auf und abtraten. Er würde es verschmerzen.... und sie musste es lernen.

Verfasst: Freitag 27. Juni 2008, 16:49
von Leah Katuri
Die Sonne hatte kaum zu scheinen begonnen und doch schien die Welt bereits mit Farben und Lichtspielen erfüllt. Wie stets zu dieser Zeit suchte ihr Schritt den Weg zum Gebet, zwar nun in Varuna innerhalb des Kapellenraumes, doch auch hier spürte sie die Ruhe, fand das innere Gleichgewicht wieder. Sie wollte verstehen, wollte dem nahe sein, was ihr Herz bewegte...
Die Schritte hallten gleichmäßig in dem kühlen Raum. Der Schein der flackernden Flammen vermischte sich mit dem einfallenden Tageslicht und beleuchtet die aufwirbelnden Staubflocken, die in dem windstille Raum nicht stillstehen wollten.
Hier, im Schutze des Gebetes, der stillen Worte an Temora, waren die Gedanken ruhig, konnten sich entspannen. Vergessen war für einen Moment der Abend zuvor, vergessen jedes Wort, das ihr tief ins Fleisch geschnitten hatte.

Es war ein Abend gewesen, der zunächst ruhig schien, der alles andere als Unfrieden hervorgerufen hatte. Sie hatte Luca seit ihrem Bericht bei der Lady nicht mehr erblickt, als sie den Tod Elinas bestätigt hatte. Sie hatte gesehen, wie sehr man die Hinrahs als Familie verstand und mit trauerte und zu gerne hätte sie einen Teil der Last mit abgenommen.
Ein Ausritt sollte es werden. Ein Geleit der Lady und des Herren Sankurio. Sie machte erst gar nicht den Versuch, zu schnell im Sattel zu sitzen, zu gut wusste sie um ihre Ungeschicklichkeit und war dankbar dafür, dass Cassius ein solch ruhiges Wesen hatte. Sicher hätte er sie mehr als einmal hinuntergeworfen bei ihren plötzlichen Zugwechseln an den Zügeln, würde er dem Wesen eines Mustangs mehr entsprechen und nicht dem eines Lamms. Die erste Unruhe brach erst aus, als sie die Gegend sondierte, abwartend, ohne zu wissen, ob oder wenn, wer auftauchen würde. Immer wieder spürte sie die Nähe des Schreines im Rücken, immer wieder ging der Blick verstohlen zu jenem, um schemenhaft die Bewegungen der beiden Betenden zu beobachten.
Ruhe...Besinnung...Konzentration.
Es galt, sich an die vorgegebenen Worte zu halten und so wurde der Blick rasch wieder ins freie Feld gewandt, dabei nun langsam in einen stetigen Schrittwechsel verfallend. Kurz spürte sie einmal Cassius Schnauze in ihrem Rücken, den sie behutsam zur Seite schob.
Der Kiefer malmte, die Gedanken waren am Überlegen und nur zu überrascht mochte sie gewesen sein, als beide auf einmal wieder in ihrer Nähe standen und es galt, zurückzureiten.

Ein Knarzen des Holzbodens ließ sie auffahren aus dem Gebet und den Blick umherhuschen. Ein älterer Herr war eingetreten und nickt ihr nur kurz zu, ehe er sich den Kerzen zuwandte und die Erloschenen gegen Neue austauschte. Ein kurzes Lächeln huschte über ihre Lippen, ehe sie das Haupt wieder neigte und die Augen schloss, weiterhin den inneren Worten der Besonnenheit lauschend.

Sie hatte es aufgegeben, als der Abend sich dem Ende zugeneigt hatte. Der Junge hatte sich seine Meinung gebildet und würde von jener nicht mehr abrücken. Noch immer konnte sie nicht glauben, dass sie ihn wohl bald mit Schwert und Schild in der Hand sehen würde. Nein, sie wollte es nicht sehen, wollte dieses Bild nicht vor Augen haben. In solch einem Alter sollte niemand das Morden lernen, niemand solch Gewalt sehen im Krieg. Sie selbst hatte noch kein Schlachtfeld erlebt, keine Massen an sterbenden Menschen....und doch wusste sie, was Gewalt sein konnte. Überleben...das hatte sie erst spät lernen müssen, notgedrungen. Sie schätzte mittlerweile die Sicherheit, die sie durch das Schwert hatte, schätzte die Kraft, die noch an die damalige Feldarbeit erinnerte und die sich langsam kontrolliert entwickelt hatte in der Zeit, in der sie im Orden lernen durfte. In ihren Augen war er ein Kind...ein Kind, dass noch nicht einmal es als gerecht empfand, wenn es nicht sein Recht erhielt. Was wäre, würde man diesem Sturkopf ein Schwert in die Hand geben? Dann würde mehr passieren, als das einer Katze unrecht geschehen würde...
Die Worte der Paladina hatten sie einigermaßen beruhigt, hatten die Vorwürfe verdrängt, die sich langsam wieder bemerkbar machen wollten...ein Wispern, nur einem Flüstern gleich und schnell verloschen:

Gib auf...

Langsam richtete sie sich von der Bank auf und kniete sich vor den Altar, dabei das Ankh vor der Brust mit der Hand nachzeichnend, ehe sie sich dem Weg nach draussen zuwandte. Der alte Herr war bereits wieder hinaus und verstaute vermutlich die Kerzenstumpen, um sie später neu einzugiessen.
Ein scheues Lächeln trat auf die Lippen, als sie hinaustrat und dem Tag entgegensah.

Sie war bereit zu lernen, hatte darum gebeten und konnte nicht minder mehr erwarten, als ihr zustand.
Die Worte der Paladina hatten ihr eine kurze Wärme geschenkt und neue Erwartungen geweckt.
Kein Zweifel durfte zugelassen werden....der Halt gestärkt....der Schutz intensiviert.

Verfasst: Dienstag 22. Juli 2008, 19:29
von Leah Katuri
Erste, neue Herausforderungen

Nichts kann auf Erden
verglichen werden
der Schäfers Lust,
auf grünen Heiden,
Verblümten Weiden,
gibts wahre Freuden,
mir ists bewust.


Die Stirn setzte sich in mehr als tiefe Furchen, als sie im Summen innehielt und sich das Dilemma auf dem Boden vor sich ansah. Jedes Rüstteil des Harnisches war auseinandergenommen und nun quer verstreut. Sie konnte nur hoffen, dass keiner auf die Idee kam, hereinzustürmen und zu stolpern. Seufzend ließ sie sich auf den Boden fallen und ließ klirrend die Werkzeuge zu Boden gehen.
Irgendwie würde es schon gehen, sie hatte ab und an den ein oder anderen Schmied gesehen, wie er mit dem Hammer auf dem Metall rumgehauen hatte. Und noch verbeulter würde die Rüstung nicht werden....hoffte sie zumindest. Ein kurzes Schmunzeln zog sich über ihr Gesicht, als sie den Harnisch zu sich zog und die Delle begutachtete. Sie hatte einen ganz schönen Schlag abbekommen, das musste sie sich gestehen. Doch die Prellung heilte gut, das schnelle Laufen war noch nicht die beste Idee, sowie außerordentliches Training; nur die „Farbenpracht“, die sich langsam an der Seite bildete, störte sie ein wenig. Langsam drehte sie den Harnisch herum und versuchte, die Beule wieder herauszudrücken. Sie musste sich gestehen, dass sie keines der Werkzeuge mit Namen benennen konnte und darauf hoffte, dass sie sie schon irgendwie richtig benutzen würde.
Sie spürte förmlich schon den prüfenden Blick der Milady, sobald sie wieder die Rüstung an hätte...

Bei kühlen Bronnen,
Bei heisser Sonnen
Bestrahlet sein,
Ohn Furcht der Waffen
Im Grünen schlafen,
Bei meinen Schafen
Ist Freud allein.


Langsam keimte ein Lächeln auf, als sie das Summen wieder aufnahm und ruhig den Blick auf die Teile vor sich heftet. Sie brauchte nur genügend Geduld und Ruhe. Das Haus war zum Glück ruhig und alles schien ausgeflogen. Schon lange war sie nicht mehr solchen Trubel gewöhnt. Die Zeit mit den Späßen der Brüder schien eine Ewigkeit her zu sein und im Orden vernahm man meist die andächtige Stille. Nun war sie wieder an einem Ort gelandet, der stets voller Leben und jeder menge Durcheinander war. Das letzte, was sie wollte, war, selbst für Aufruhr zu sorgen. Kaum den Gedanken an den Abend aufgegriffen, bekamen die Wangen einen Hauch eines roten Tones und sie musste einen Moment innehalten, den Riemen wieder zu befestigen. Sie war sicher nicht die, die im Sumpf steckte, nein. Das ganze war ein Missgeschick und die Lady hatte sie mehr als gefordert. Kurz wiegte sie den Kopf, als sie sich versuchte, an das ganze zu erinnern. Waffenkunde, Metalle, Beobachtungsgabe...und Taktiken, eine völlig neue Welt für sie. Sicher, trainiert wurde stets im Orden, Angriff und Verteidigung waren ein Begriffspaar, welches sie sich gut und gerne eingeprägt hatte. Doch die Kenntnisse der Lady, wohl durch den Dienst der Garde, erforderten ein völlig neues Denken von ihr.

Bald geh ich leyren,
Bald wieder feyren,
Durch tiefe Thal,
Dann muß ich springen
Mich ganz aussingen,
Thut wieder klingen
Der Echo Schall.

Prüfend engte sie die Augen zusammen und ließ den Blick über ihr “Werk“ gleiten. Nun, ausreichen würde es und...hoffentlich auch halten. Zumindest das Polieren war eine Sache, die sie beherrschte und erledigen konnte, damit der ganze Staub und Dreck von den Teilen weg wäre. Langsam rappelte sie sich auf und brachte die Werkzeuge zurück, um Momente später bereits wieder in dem Zimmer sich auf das Bett im Schneidersitz zu setzen. Kurz musste sie auflächeln, als sie sich umsah. Es war schon zu verrückt, dass sie manche Nacht nun hier blieb; natürlich zum Schutz. Ein kurzes Kichern folgte, als sie die Rüstteile an die Bettkante zog. Nun ja, manche Nacht auch wieder nicht, da hätte Milady sie wohl wirklich noch geohrfeigt, wenn sie mit der pieksenden Seite nach Hause gehumpelt wäre.
Nun, Liralia hätte sicher helfen können...
Geübt ging sie mit dem Lappen fürs Polieren über das Metall, während sie wieder zu Summen begang. Früher hatte sie es ab und an mit Selina gesungen....bei der Arbeit, wenn sie sich ablenken wollten.

Ums Schäferleben
Soll man gern geben,
Ich weiß nicht was,
Ich tausch mit keinem
Und schlaf bei meinen
Herzliebsten Schäfchen
Im grünen Gras.


[Nichts kann auf Erden verglichen werden-nach einem fliegenden Blatt - Musik. Friedrich Silcher (1789-1860)]

Verfasst: Freitag 1. August 2008, 23:28
von Leah Katuri
„Zu dieser Zeit, als die sieben Kinder Temoras die Schreine erbauten, suchte die Herrin Temora einen weiteren Ort der Reinheit, an welchem all diese Lehren sich eines Tages sammeln sollten. Um diesen zu erwählen, nahm sie den Samen eines Baumes und verlieh ihm einen Teil ihrer göttlichen Kraft. Genau hier...schlug der Samen Wurzeln. Und als alle sieben Kinder ihre Lehren empfangen und verinnerlicht hatten, die Schreine errichtet waren, wies Temora sie an, diesen Ort aufzusuchen.
Hier an diesem Baum trafen sie das erste Mal alle aufeinander, und obwohl sie zuvor nichts von dem jeweils anderen gewusst hatten, erkannten sie sich hier in ihrer Art...
Hier trafen sie aufeinander...und in hier in diesem Baum ruhen ihre Seelen vereint, bis heute. So wie der Baum wuchs, wuchsen dieses Kloster und der Glaube.“


Die feinen Härchen an ihren Armen stellten sich leicht auf, als der Schauer durch ihren Körper glitt. Fast schämte sie sich für ihre selten dämliche Frage, als sie den Baum erblickt hatte und das seltsame Leuchten wahrnahm. Sie hatte kaum registriert, wie ehrfürchtig Milady ihn ansah, hatte wohl jenen falsch interpretiert oder einfach nur...übersehen.
Der Baum des Lichtes....hatte sie einmal davon gelesen? Wohl kaum, die Schriften im Orden waren immer so verziert gewesen und mehr als einmal hatte sie bereits nach ein paar Seiten aufgegeben gehabt. Nun, diesmal würde sie keine Ausrede parat haben dafür, die Lady beobachtete einfach zu gut. Vielleicht war sie auch einfach nur leicht zu durchschauen, schließlich konnte man ihr bereits früher jede Lüge von den Augen ablesen.

„Manchmal kommen die Schreine zu einem. Ich schätze, viele Menschen suchen sie nur auf, aber es gibt Momente, da findet einen der Schrein mehr, als man ihn selber sucht...“

Einer Suche gleich kamen ihr die Worte vor, die sie in den letzten Tagen gehört hatte, die Wärme, die sie gespürt hatte. Sie fragte sich, warum sie noch nicht bereit war, sich einfach darauf einzulassen, warum sie jene Wärme nicht zulassen konnte. So leicht und verlockend war es, sich wie Zuhause zu fühlen. Das Lächeln Saveas und Shayas war offen gewesen, ohne Hintergedanken. Sie wollte glauben und vertrauen...
Vielleicht war es auch einfach nur Vorsicht. Sie wollte nicht enttäuschen, hielt sich deswegen eher zurück, als es zuzulassen. Auch wenn der eigene Sturkopf es ab und an anders kommen ließ.

Der Kapellenraum war kühl und angenehm umschloss die Stille sie. Sie sog die Luft ruhig ein, genoss einen Moment den Duft des alten Gemäuers und der Geschichte, die in jenen lagen. Selbst die Kerzen schienen stumm zu brennen und fast hätte sie den Atem angehalten, nur, um nicht die Einzige zu sein, die diese fast unnatürliche Stille störte. Die Stimme Darnas glich einer Ergänzung gleich, als das Gebet gesprochen wurde. Die Stille verschwand und eine Form der Besinnung, der Andächtigkeit tauchte auf. Tief sog sie die Luft ein, nahm die Worte ruhig auf und versuchte, die Worte zu verinnerlichen. Sie hatte es bereits einmal versucht, an jenem Abend zu erklären, doch nun, in diesem Raum, mit den Worten Darnas und dieser überirdischen Atmosphäre, spürte sie es wieder:

„Warum folgt ihr Temora?“

„Sie gibt mir Halt, Milady, Sie gibt mir Wärme und das Gefühl, eine Aufgabe zu haben. Ich habe lange auf Pfaden gewandelt, die voller Versuchung und Gefahren waren. Ich weiß, ich hatte mich verirrt....und dann....war da dieses Licht und es machte auf einmal alles Sinn...
Ich weiß, ich lerne langsam und drücke es nicht immer so aus, wie es soll...aber ich spüre, dass es das Richtige ist, Milady.“


Sie spürte es, spürte es tief in ihrem Herzen und sagte ihr, dass es richtig war. Es machte Sinn, gab ihr Halt, Wärme...und den unerschütterlichen Glauben.

Verfasst: Samstag 2. August 2008, 16:29
von Leah Katuri
Temora, im Lichte deiner Gerechtigkeit....

Wie oft schwirrten ihr die Worte nun in den letzten Stunden bereits durch den Kopf? Sie wusste es nicht, hatte nicht nachgezählt oder darauf geachtet. Einzig das stete monotone Wiederholen der Worte sorgten dafür, dass die Augen geöffnet blieben, dass der Blick einigermaßen wachsam über die Stelle vor sich ging. Noch immer verschwamm das Bild regelmäßig vor ihr, trübte sich Momente und ein leichter Schwindel bestätigten, dass sie eigentlich längst im Bett liegen und sich erholen sollte.
Kurz ging der Gedanke zu Liralia, zu dem Abend und den Momenten der schieren Verzweiflung, ehe sie vehement den Kopf schüttelte und wie wild über den Teppich rieb mit dem Lappen...

Nein, es war wirklich mehr als eine dumme Idee gewesen, Liralia ihren Plan anzuvertrauen, gar sie um Hilfe zu bitten. Doch in der Not frisst ein Dämon Fliegen oder wie es das Sprichwort auch immer ausdrückte. Sie wollte ihn doch nur finden, einfach nur diese Fragen beantwortet haben, um Gewissheit zu haben und einmal was richtig zu machen. Sie schuldete es der Lady.
Es war ruhig in dem Fischerdorf gewesen, nur am Eingang schien ein ständiges Kommen und Gehen zu herrschen und manch einer fluchte wild über die trunkenen Kerle, die sich wieder vorm Ausgang des Dorfes prügelten. Der alte Fischersmann am Hafen konnte ihnen nicht viel sagen und Antonia...nun sie hatte sie die Tage zuvor immer mal wieder gefragt, mehr und mehr die Details benutzt, die Viola ihr preis gegeben hatte, nur um letztendlich wieder ein Kopfschütteln zu ernten.
Nein, keiner schien den Kerl zu kennen und wenn, dann nur in Verbindung mit Wildkraut. Noch immer wurde ihr schlecht, wenn sie daran dachte. Damals, in dem Lager der Krähen, hatte sie es probiert und mehr als bitter bereut. Das Zeug war geschaffen, um die Sinne zu vernebeln und zu trüben und ebenso war es in ihre „Niemals Wieder“ – Liste gekommen wie der Wein.
Umso strafender war der Blick, als Liralia ihr die Bierflasche in die Hand gedrückt hatte, ihr Wispern kam nicht wirklich überzeugend bei ihr an: „Du musst ja nur so tun als ob!“
Sie war verwirrt über die fast leeren Gassen und das ruhige, andächtige Treiben. Die Handwerker gingen in Ruhe ihren letzten Arbeiten nach und manch Gassenjunge pflückte heimlich einen Apfel hinweg von einem der Bäume. Eine Katze streifte ihre Beine, an denen der ungewohnte Stoff der Hose hing. Kurz streifte der Gedanke zu dem Moment das Häuschen Liralias, in dem ihre Kleider des Haushaltes zum Trocknen hingen. Im Gegensatz zu dem Abend war die Begegnung vor Berchgard mehr als gewöhnlich gewesen und so war es wohl die Kombination des Nachmittages und das erneute Erblicken eines Rabendieners, dass sie mit Liralia gen Dorfeingang steuerte. Sie bereute es in dem Moment, als sie die Gestalten vor sich sah...


Keuchend ging sie in die Knie, als ihr die Luft wegblieb. Das Gift wirkte nach und nach in ihrem Körper und das starke Zittern der Muskeln erschwerte jede Bewegung, Sie hatte einfach nicht zurücksehen wollen, hatte einfach nur in Sicherheit gewollt. Sie musste doch Liralia wegbringen! Der Bolzen saß tief in der Brust, nur das schwache Heben und Senken der Brust verriet, dass der letzte Funken Leben in ihr saß.

„Leah..kalt...“

Ja, das Gift zog sich fast eisig durch die Nervenbahnen und lähmten mehr und mehr jede Wahrnehmung. Doch auch der eiskalte griff des Todes hing über der Freundin, näherte sich stetig und in fast atemberaubender Geschwindigkeit, um zu entreissen, was ihm gehört. Sie durfte nicht sterben, nicht, nachdem sie sie nun in Sicherheit gebracht hatte! Was hatte diese Pantherbrut nur mit ihr gemacht? Wie viel hatte er ihr nur angetan? Sie wusste es nicht, zu sehr war ihre eigene Konzentration auf dem Templer gewesen und den Stimmen, die in ihrem Kopf umhersausten. Ketzersiche, Frevlerische Stimmen...


Die Augen fielen matt zu, als sie die Treppe eher hochgekrochen war und sich ins Zimmer geschleppt hatte, um "Nachtwache" zu halten an dem Bett der Freundin. Liralia schlief, die Behandlung des Hochgeboren hatte geholfen und auch sie konnte wieder durchatmen. Sie konnte sich gar nicht mehr erinnern, wann sie so dankbar gewesen war für etwas selbstverständliches, für eine Sache, die sie jeden Tag tat: Atmen...und leben. Kurz ging der Blick zu dem Stuhl, auf dem Luca eingeschlafen war. Sie hatten sich wirklich wieder einen eigenen, kleinen Kampf heute geleistet. Sie konnte nur hoffen, dass er wirklich nichts sagen würde, sie wollte nicht, dass gleich ein ganzes Haus wegen so einer Dummheit in Aufruhr geriet. Die Diskussion mit Hochgeboren von Dragenfurt war noch immer präsent, als sie sich auf den Boden niederließ und nach Liralias Hand griff. Nein, sie würde die Schuld schon auf sich nehmen...aber lieber erst in ein paar Tagen, wenn sie die Kraft dafür hatte. Die Müdigkeit trieb die restlichen Sorgen hinfort und ließ zwei junge Mädchen zurück, die einen Kampf fast zu sehr verloren hätten und einen Teppich mit seltsamen Flecken, die nass und trübe vor sich hintrockneteten im Haushalt Elbenau.

Verfasst: Montag 4. August 2008, 23:51
von Liralia Naudron
Ein leichtes Aufdämmern, als sie die Augen öffnete, ein fremdes Haus, ein fremdes Bett,
die gleichen stinkenden Sachen und das Blut in die Händen, aber da war noch etwas.. der Schmerz,
er schien mit ihr zu erwachen. Verdammt, es war schon hell draußen,
du musst dich bewegen, warum bewegt sich nichts,
du bist so schwach, langsam schienen die Erinnerungen wieder zu kommen...

Leah kam vorbei, endlich wollte sie ihre Hilfe, sie konnte von nutzen sein, ihrer Freundin zur Seite stehen und auf sie acht geben.
Einige Momente dachte sie noch nach dann fielen ihr die Worte eines alten Mannes ein...

„Um Füchse zu fangen musst du wie einer denken, wie einer werden!“

Natürlich! Wenn sie Verbrecher fangen wollten, dann müssten sie wie Verbrecher denken und vielleicht welche werden?
Nein, aber zumindest so tun als ob! Leah sah auch einfach zu lustig aus in diesen Sachen, die Kohle aus der Feuerstelle gab ihr den letzten Schliff, auch wenn ihr Blick wohl kaum der einer tollkühnen Verbrecherin war, vielmehr eines schwarz angemalten Schäfchens.
Aber das war egal, Hauptsache war doch das ihnen die das abnehmen und die kannten Leah nicht so.
So ging es mit dem Schiff nach Bajard, aber keiner kannte den Kerl, sie fragten hier und da,
aber irgendwie waren die Menschen nicht wirklich beeindruckt von ihrem auftreten, zu schade.
Langsam waren sie gen Dorfausgang gegangen, schon in Gedanken enttäuscht in der Kutsche nach Berchgard sitzend,
fiel der Blick auf die drei Gestallten. Leah stand da wie ein Stein und als es endlich den Anschein machte,
sie könnte Leah mit sich ziehen umkreiste auch schon die Schlangenzunge die beiden. Und der Verführer sprach auf sie mit seinen Lügen ein.

„Temora...ist Licht....Temora....ist Wärme....Temora ist...alles, was die Welt...zusammen...hält.“

War die trotzige Antwort gewesen die sie ihm entgegen warfen, dann kam der Bolzen und brachte die Dunkelheit und die Kälte mit.
Trübe wurde der Blick, kaum das sie merkte wie sie entkommen konnte, hörte sie leise die Stimme ihrer Freundin auf sie einsprechend,
daneben die Engels Stimmen und der schlichte Befehl nicht zu sterben, harsch ausgesprochen. Langsam spürte sie wie ihr jegliche Kraft genommen wurde, sich am letzten Rest der ihr verblieben war festhaltend lag sie da.
Bis sie schließlich oben im Bett lag und mit Leah sprach, verging einige Zeit, kaum mehr als einige Fetzen waren davon geblieben...

Langsam schloß sie die Augen wieder, als sie merkte das ihre Gedanken an den letzten Tag von Müdigkeit umfangen unterbrochen wurden,
die letzten Gedanken formten ihr dann aber doch ein Lächeln auf die Lippen.

„Wahre Freunde tun das für einander“

Verfasst: Samstag 30. August 2008, 14:26
von Leah Katuri
Alltag kehrt ein...oder?

Lern deine Grenzen kennen.

Das Holz splitterte, als sie den Kopf der wuchtigen Waffe auf den Stamm sausen ließ. Immer und immer wieder wurde das Gewicht ausgetestet, immer und immer wieder ein leichtes Korrigieren der Griffhand, der Fußstellung. Sie konnte sich immer noch nicht mit diesem Ding von Waffe anfreunden und lernte nur mehr als langsam. Warum konnte sie nicht einfach ihr Schwert nutzen und behalten?
Ein kurzes Ausschnauben, ehe wieder das Holz barst und ein Krachen durch die Gegend erschallte.
Erwartungen wurden an sie gestellt, Forderungen gemacht. Ein völlig neuer Tagesrhythmus beherrschte sie nun und immer mehr nutzte sie das Gästezimmer Miladys, um sich dort auszuruhen.
Ruhe...ein Wort, auf dem sie sich anscheinend zu lange ausgeruht hatte und sich bequem in ihr ausgebreitet hatte. Sie konnte wirklich nicht mehr mit den Kräften angeben, die sie früher auf dem Feld investiert hatte, konnte nicht stur ihre eigenen Regeln verfolgen oder alte Traditionen achten.
Neue Zeiten erforderten neue Denkweisen....auch wenn das hieße, auf einmal nun Leseübungen zu machen, den Kampf weiter zu trainieren und...reiten zu lernen.
Noch immer zog sich der Magen zusammen, allein schon, wenn sie wieder an das frühe Aufstehen dachte. Der Herbst kam bald und so würde es noch dunkel sein, wenn sie immer noch regelmäßig zu der Zeit aufstünde. Sie hatte wirklich begonnen, gemütlich zu werden...

Wovor Angst?

Es waren meist anstrengende Tage und sie wollte es richtig machen. Liralia half, so gut es ging...und förderte zugleich ihr eigenes Training damit. Die verspannten Muskeln, die ziehenden Gelenke und die blauen Flecken wiesen auf, dass der Körper sich erst nach und nach wieder gewöhnen müsste. Teilweise gelang ihr das Ignorieren der Zeichen des Körpers, wenn er wieder ziepte und zerrte. Teilweise half es ihr auch aber, sich nur darauf zu konzentrieren. Die Gedanken flirrten einfach viel zu viel durch ihren Schopf, ließen hier eine Frage auftauchen, dort einen Konflikt beschwören und an einer anderen Stelle wieder alles mindernd herunterspielen.
Nicht nur der Tagesplan hatte sich geändert, hatte für völlig neue Aufgaben gesorgt. Auch die Gedanken beschäftigten sich nun mit ständig neu aufkommenden Fragen. Milady vertraute ihr...begann zumindest, ihr zu vertrauen. Sie hatte ihr Geschichten erzählt, von damals, von den Zeiten, in denen sie selbst noch unerfahren war und mit Ängsten erfüllt. Sie sprach von einem eigenen Wollen, von einem eigenen Impuls, der kommen musste. Sie bot ihr ihre Hilfe an, ein offenes Ohr, vielleicht auch mehr. Sie zögerte, wie sie es stets tat. Eine höhere Person...eine Frau, die mit den Problemen belastet ist, die sich sonst um Politik und Glauben drehen...und dann ihr einfaches Problem, die Vergangenheit nicht ablegen zu können?
Sie kam zurecht, würde es irgendwann schaffen...zumindest im Einreden war sie immer noch stur genug. Und wenn nicht...?

Herausforderungen. Waren es vielleicht einfach nur Dinge, die ihr aufzeigen sollten, dass sie alles erreichen kann, wenn sie es wollte? Sie nahm den Unterricht ernst, versuchte, jedes Wort zu katalogisieren und bei sich zu behalten, so gut es eben ging. Seufzend schälte sie sich aus der Rüstung und zog sich um; das Handgelenk hatte zu ziehen begonnen, sodass sie diesmal etwas früher geendet hatte. Vielleicht konnte sie diesmal in der Zeit ein wenig lesen und musste es nicht auf die Abendstunden im Bett verschieben. Es wäre zu schön....auch wenn es sicher war, dass irgendwas dazwischen käme. Und sei es, dass Savea ihr den Putzeimer in die Hand drückte. Denn ihre Schuld...musste sie ja auch noch begleichen.
Eben ein ganz normaler Tag.

Verfasst: Mittwoch 1. Oktober 2008, 23:21
von Leah Katuri
Eine unbestimmte Suche mit unbestimmten Zielen:

Sie kommen zu dir...nicht du zu ihnen.

Wie Recht hatte sie doch mit ihren Worten gehabt, ohne dass es Milady wusste. Das Licht der Kerzen flackerte ruhig, beständig, während draussen die Nacht mit ihren Geräuschen Einzug hielt. Noch vor ein paar Stunden war ihr Kopf unruhig, ihre Gedanken ein Wirbelwind ohne Sinn und Zweck. Doch hier, an jenem Ort, fühlte sie sich ruhig, sicher. Sie konnte es sich nicht erklären, konnte nicht diese Wärme um ihr Herz zuordnen, sobald sie einen jener Orte betrat. Einer nach dem anderen hatte sie mehr oder minder....gefunden: Demut; Geistigkeit, Ehre, Mitgefühl, Gerechtigkeit....Opferbereitschaft.

„Aufopferung, das bedeutet sich selbst egal zu sein, alles zu tun...zu vergessen, was...Nein, seine Grenzen muss man kennen. Und heute waren meine verschwommen... Unser beider Grenzen Liralia.“

Beide ließen sie sich leiten, von Gefühlen und zu verwirrten Gedanken. Sie hatten bereits einmal eine Dummheit begangen, waren damals in Bajard so naiv gewesen zu glauben, sie könnten allein etwas bewegen, verändern. Und nun sollten zwei Männer so ihren und Liralias Kopf wirr, das Herz rasend machen? Sie hatte sich lange genug eingeredet, dass sie so etwas nicht wollte und doch geschah es und ließ sie nicht los. Beten, zu sich kommen....es machte den Kopf klar, machte sie ruhig.
Die Gedanken flogen weit weg...weg von dem Schrein, von der Nacht drumherum und der stetig aufkommenden Kälte, wuchs zu einer Wärme und einem sanften Lächeln um ihre Lippen herum.

Geistigkeit...sie hatte den Schrein damals mit Cyrion besucht, hatte um Schutz für den kleinen Marrik gebeten und gehofft, dort Antworten zu finden. Sie hatte eines der Gebete genommen, welches sie einst gelesen hatte. Und hatte sie es nicht einmal selbst von Milady gehört? Sicher war sie nicht, doch nur zu gut wusste sie einmal um die tadelnden Worte ihrerseits: „Betet mit euren eigenen Worten und Gedanken, nicht von Fremden.“

Ehre, Mitgefühl...welch Ekel, welch eisiger Schauer sie umgarnte, als sie den Schrein betrat und im ersten Moment zurücktaumelte. Blut...überall Blut. Die Banner, der Boden. Sie konnte nicht glauben, wie man ausgerechnet den Schrein des Mitgefühls so schänden konnte. Wollten oder konnten sie nicht verstehen, was jene Tugend bedeutete? Zu gut war jener Tag verlaufen, als sie mit Liralia zusammen gen Wegkreuz ritt und den Schrein der Ehre fand. Ein schöner Ort, einer, an dem man alles mögliche, nur keine Ehre erwarten würde. Es schien alles so bescheiden, so klein zu sein. Eine perfekte Harmonie, ein Einklang zwischen Natur und Stein, der von Menschenhand geschaffen war. Die Stimmen von Vögeln, die in der Nähe noch zugegen waren und trällerten, obwohl der Herbst im Anklang war, das Schnauben der Pferde, welche am Ufer grasten und sich am Wasser labten. Perfekt...zu perfekt, wie sie es einsehen musste. Nie würde es kompletten Frieden geben, immer Neid, Hass und falsch geleiteter Zorn der Zerstörung. Sie selbst wusste nicht, wie sie gehandelt hätte, wäre der Frevler noch an Ort und Stelle gewesen und sie hätten ihn erwischt. Umso erstaunter ihr Blick, umso irritierter ihre Sinne, als sie vernahm, wie Milady den Leuten verzieh...im Gebet.

Demut...Eine der Lehrstunden des Ordens. So lange war es her und doch wusste sie noch um jeden einzelnen Moment. Die Lehre des Symbols, des Hirtenstabes, die Stimme Sandrovals und sein Schmunzeln in den Mundwinkeln, wenn Elaine wieder eine Frage an ihn hatte. Jahresbeginn war es gewesen, die Bäume wehrten sich schon zum Frühling hin, obwohl der Winter noch auf sein Recht beharrte und stets für frühen Frost sorgte. Es wirkte so friedlich auf dieser kleinen Insel, so vollkommen. Wie überrascht war sie doch, als sie auf einen Elfen trafen. Ein Elf, einer aus dem erwählten Volk der Weisen...Mutter hatte stets von diesen Wesen erzählt, von ihrer Anmut und Eleganz. Sie war immer noch fasziniert, doch die Zeit lehrte, dass sie ganz anders, völlig verschieden voneinander dachten. Lharan...würde sie ihn je wieder sehen? Er würde ihr wohl kaum verzeihen...

Gerechtigkeit....Nahe Bajards, noch näher dem Kloster gelegen, ragte der kleine Schrein in die Höhe. Sie hatte ihn kurz nach dem Geleit Miladys mit ihrem Knappen ein weiteres Mal besucht. Sie wollte wissen, wie sehr sie sich wirklich danach sehnte. Wie viel es ihr wirklich bedeutete, für die Lichtbringerin zu dienen, ihr zu glauben und die Tugenden zu verinnerlichen. Sie hatte nur dort gekniet, auf beiden Knien, während die Hände ruhig im Schoß lagen. Kein Gebet, kein lautes Wort hatte damals ihre Lippen verlassen, nur die Ruhe um sie herum, der Wind, der an ihren Kleidern nestelte und das ferne Rauschen des Meeres, welches man mit halben Ohr noch vernahm. Die Tugend der Gerechtigkeit...sie stellte an jenem Tag nicht die größte Bedeutung zu, doch hatte sie jenen Platz gewählt. Um nachzudenken...die Gedanken zu ordnen und einen Sinn zu sehen. Sinn in dem Verlassen des Ordens, Sinn, ein neues Heim zu finden und einen neuen Weg einzuschlagen. Und doch passte es, hatte seine Bedeutung, auch, wenn sie es nicht sofort sah.


Die Gedanken glitten zurück, alles abgesonderte bekam wieder Konturen, erhielt seine Bedeutung, sobald der Morgen dämmerte und sie sich auf den Weg zurück machten. Sie fühlten sich ruhiger, auch wenn das Hals kratzen eine unangenehme Folge der Nacht war. Und erst der Ärger der folgen würde...man hatte sicher bemerkt, dass zwei Betten nur ausgestopft waren und keine zwei Mädchen in ihnen lagen. Ärger...ja, man konnte sich mehr als drauf einstellen....


1 Woche später:

Tapferkeit...Ja, es war dumm. Es war ziemlich einfältig und einfach nur...unüberlegt. Und doch stand sie nun vor dem dichten Dickicht, wickelte zweimal die Zügel um ihr Handgelenk und rief laut in den Wald: „Ich will keinem was tun! Ich...ich will nur zu dem Schrein!“
Ungerüstet...sie wollte niemanden erschrecken oder gar anfeinden. Man hörte viel über diesen Wald und einmal hatte sie bereits die Ehre, jenen von Innen zu sehen. Doch damals hatte sie einen Wegweiser, eine Person, die sie hinein und wieder hinaus führen konnte. Mehrmals schluckte sie, ehe sie den Weg sich bahnte, immer darauf bedacht, den Hengst neben sich zu führen. Die Lehrstunde bei Savea zeigte erste Früchte und das Lenken durch Geäst und Unterholz dauert nur halb so lang, wie sie eigentlich vermutet hatte. Fremde Geräusche drangen an ihr Ohr, hier und da ein Rascheln im Geäst, dort ein Licht, welches nicht zu dem Sonnenstand passen wollte. Unruhig tänzelte Cassius neben ihr und übertrug jene Unruhe auf sie. War da nicht eben was? Und wenn ein Elf nun doch sie als Feind sähe? Fragen zuhauf formten sich und wurden wieder verworfen, während sie darauf achtete, mit ihrem Rock nicht hängen zu bleiben oder zu stolpern. Und dann...endlich das gewohnte Bild von Stein, welches ihr ein erleichtertes Lächeln auf die Lippen zauberte. Das Gebet lang, intensiv und mit Ruhe gewählt. Sie wollte es einfach genießen, das ‘Finden‘ jenes Schreins als etwas Besonderes erachten. Umso mehr musste sie lächeln, als der Hase in ihr Blickfeld traf. Ja...jener Schrein war etwas Besonderes...sie würde es nicht so schnell vergessen.
Lange blieb sie noch, bis sie endlich samt Hengst den Weg zurück suchte. Am Gebirgspass orientierte sie sich und fand alsbald heraus. Kein Elf, kein Wunderwesen trat in ihr Blickfeld. Die wusste nicht, ob sie erleichtert sein sollte oder es schade fand. Doch auch bei jenen Wesen hieß es wohl auch:

Sie finden dich, nicht du sie...

Verfasst: Freitag 10. Oktober 2008, 14:08
von Leah Katuri
„Pflichten und Selbstverständlichkeiten gehen manches Mal Hand in Hand, das haltet Ihr für Euch selbst für völlig normal, aber daß noch andere Menschen ebenso reagieren und auf diese Weise nicht einmal in zu verurteilender Art – im Gegenteil – auch für euch da sind und dann unter Umständen auch mit Euch leiden, ist offenbar eine Form von Verantwortung, mit der Ihr noch grundlegend umzugehen lernen müsst.“

Ja, es tat weh. Ja, es war mehr als klar, was Milady damit ausdrücken wollte. Wieder mal hatte sie sich verfangen in Ausflüchten, Gegenhaltungen, bis der Satz sie traf und irritiert zurückließ mit der Gewissheit, dass sie sich nicht länger einreden konnte, „nur“ Angestellte zu sein.

Der Nachmittag hatte die Gewitterwolken bereits aufziehen lassen, als sie in der Küche die Kiste ausräumte, die Spjall einen Tag zuvor vorbeigebracht hatte. Allerlei seltsame Namen, zumindest eine Leseübung, die sie somit heute machte und trotzdem dann irgendwo hinstellte, in der puren Hoffnung, dass die anderen Gläser daneben das gleiche drin hatten. Die Schritte auf der Treppe und ihre Annahme wurde bestätigt: Nolik Leunbach. Sie wusste noch zu gut, was Savea zu ihr gesagt hatte, hatte noch zu gut in Erinnerung, wie er es schaffen konnte, die Sachen auf einmal in ein andres Licht zu stellen. Ihr war nicht klar, wie leicht sie sich wieder verlor in ihrer Fassung...ein Wort folgte dem anderen, während sie immer unüberlegter Worte formulierte und sie sich von Gefühlen leiten ließ. Missverständnisse...seit geraumer Zeit schwebten sie im Raum und bildeten mehr als Verwirrung. Sie hatte es so weit kommen lassen, hatte diesen... diesen Unsinn zu verantworten. Ein Name, ein Wort bildete sich unnachgiebig im Raum und hing bedrohlich über den Köpfen: Cyrion.
Sie wusste, dass sie nicht ihm diese Schuld zuschieben konnte, doch mit diesem Hünen, diesem Mann, gegen den sie einfach nicht imstande war, sich ganz normal zu verhalten, hatte alles begonnen. Sie wusste zu gut um den Trubel die letzten Wochen: Der Streit mit Liralia, ihr Verschwinden und die gemeinsame Suche. Zuvor das gemeinsame Ausreissen zum Schrein, das lange Gespräch, das sie dort hatten. Die Angst darum, dass Cyrion ein Rabendiener sein konnte, ein Anhänger dieser erbarmungswürdigen Seelen, die nach falschen Zielen strebten und falsche Ideale produzierten. Sie hatte von Anfang an keine Kontrolle über diese Situation gehabt, konnte weder hier, noch dort einlenken, beruhigen, abmildern. Es war zu viel...zu schwer, das selbst zu tragen. Sie hoffte, sie würde bald die Kraft dafür haben, selbst Herr über sich zu sein und nicht einmal wieder von Gefühlen überrannt zu werden, nur weil dieser...Mann neben ihr stand und für einen Moment zu nah den Arm an ihr vorbeistreckte, um eine Weinflasche herauszuholen aus dem Regal.
Savea...sie hatte sie enttäuscht, hatte die ganze Zeit nicht die eigene Ignoranz gesehen, nicht bedacht, was sie mit ihrem sturen Handeln, ihrem egoistischen Denken tat. Sie hatte wirklich die Pflichten vernachlässigt, hatte zugelassen, dass mehr Chaos statt Ordnung ins Haus kam. Aus einer jungen Frau war ein Mädchen, ein...wie es Milady bezeichnet hatte...Backfisch geworden. Verantwortung und Pflichten waren erstmal vergessen und das eigene Wirrwarr war wichtiger geworden, als das Drumherum. Dabei hatte sie sich so eingelebt im Haus, es als selbstverständlich genommen, dass ihr halber Kleiderschrank mehr oder minder bereits in den Schubladen der Kommode gestopft war. Sie brauchte nicht viel und doch ließ sie es manchmal schmunzeln, wenn sie sah, dass demnächst einige Sachen wieder zurückgebracht werden müssten in ihr...eigentliches Haus.


„So, wie seine Hoheit einst mir als seiner Ritterin zu verstehen geben musste, daß er nicht einfach nur mein Vorgesetzter ist, den meine persönliche Verfassung nicht interessiert, so hoffe ich, könnt Ihr auch von mir zu akzeptieren lernen, daß ich _für Euch da bin_ , wenn es brennt und Euer Wohl das meine mit beeinflusst, habt Ihr dies soweit vernommen?“


Verantwortung über sich selbst...Verantwortung für andere. Es gab Menschen, die sich sorgten. Um sie, um ihr Wohlergehen...und darum, dass sie nicht nachließ in ihren Arbeiten, ihrem Tun, ihren Fortschritten. Es war ungewohnt, zu sehen, dass man nicht nur seine Fehler aufgezeigt bekam, sondern auch die Fortschritte. Oft reichte das Nicken, das kurze Lob, um sich sicher zu fühlen, bestärkt und weiter voran zu kommen. Ja...eine Erfahrung, die sie akzeptieren lernen musste. Dass man sich um sie kümmerte...komme, was wolle. Natürlich war ihr bewusst, dass das ganze nicht nur aus Uneigennützigkeit hervorkam, nein, mit dem eigenen Verhalten konnte sie schaden. Wenn Cyrion wirklich das gewesen wäre, was Liralia unterstellte...sie wollte sich nicht ausmalen, was alles hätte passieren können. Jeder Schritt konnte ein Fehler sein, jedes Handeln wies eine Gefahr auf. Ihr wurde mehr und mehr klar, was alles hätte schief gehen können...wegen ihrem verwirrten Köpfchen.

Und doch, sie wusste auch, dass sie noch viel mehr Kraft aufbauen musste. Das Nicht sehen tat gut, gab ihr wieder den Kopf frei für Übungen, für die Dinge im Haushalt. Doch war jenes Nicht sehen auch noch viel zu kurz, ständig kreuzten sich die Wege, als würde man sie auf die Probe stellen.
Sie verfluchte ihn innerlich...nur um im nächsten Moment dankbar zu sein, zumindest sein Gesicht zu sehen, sein Lächeln zu erhaschen.

„Eine Familie darf nicht weglaufen, hm?“

Ja, Liralia hatte Recht. Sie hatte es versprochen, hatte versprochen, zu bleiben und nicht wieder vor den Problemen wegzurennen. Allein Lira allein zu lassen...nein, eine Vorstellung, die sie erst gar nicht zulassen wollte. Sie hatte schon genug verschuldet und ihr eine Möglichkeit genommen. Sie musste bleiben, musste sich dem stellen...und weiter lernen, zu vertrauen.

Verfasst: Montag 13. Oktober 2008, 18:21
von Leah Katuri
Ein fahler Lichtschein suchte sich seinen Weg in den kleinen Raum, fuhr über die einfachen Möbel, die schlichte Bettdecke, die unberührt und ohne eine Falte geradezu ideal auf der Bettfläche auflag. Kleine Staubflocken tanzten in dem Raum, der so friedlich schien, so ganz und gar, als sei die Welt im Einklang, die Ruhe eingekehrt. Ein leises Scharren klang durch den Raum und erst jetzt würde ein äußerer Beobachter seinen Blick zu dem Tisch auf der anderen Seite des Raumes wenden, um die junge Frau in Augenschein nehmen zu können. Ausdruckslos, weit entfernt schien der Blick, sie hätte sicher nicht einmal die Türe gehört, hätte man sich hineingewagt, gar sie angesprochen. Geradezu irritiert mochte der Eindruck sich erwecken, wie sie so auf der Tischplatte saß, die Knie angezogen und umschlungen mit beiden Händen. Etwas weißes blitzte bei einer langsam Bewegung der Rechten Hand auf, würde den Blick wohl einen Moment zu dem Verband lenken, der darum gewickelt war. Und würde man weiter den Blick senken, das Augenmerk von diesem seltsam bedrückten Gesicht wegwenden, so fiele der Blick auf den Schwertgurt auf der Tischplatte neben sich, einer Weste und einem weißen Tuch auf dem Stuhl. Sie hatte wohl die Nacht so verbracht, Erschöpfung stand ihr geradezu in der Miene, auch wenn sie es sich wohl kaum zugestehen würde.
Eine lange Nacht muss es gewesen sein, eine Nacht vieler Worte, vieler Gedanken. Das Fragen schien lange aufgegeben worden zu sein, sie hatte begonnen, sich selbst zu konfrontieren, tief in ihr Innerstes zu gehen und die Bilder hervorzuhebeln, welche sie stets belastet hatten.
War der Blick darauf verschoben, hatte sie es endlich eingesehen?


„Ich weiß nur eines Leah. Und dazu brauche ich keine Erzählung der Geschehnisse, wie sie waren, dazu brauche ich nur die Wochen, in denen ich mal um mal, ab und zu, doch beharrlich mitbekam, wie Ihr unter Selbstvorwürfen und Unsicherheit um Euren Wert leidet. Es ist für mich in Euch zu lesen wie in einem offenen Buch, denn ich ‘lese‘ dergleichen nicht zum ersten Mal.“
Unbefangen war sie in das Gespräch gegangen, ohne einen Gedanken daran verschwendend, in welche Richtung das ganze gehen würde. Die Schreine, deren Besuche...und dann das? Wieder ein Blick auf ihre Vergangenheit, ihre Schuld? Sie verstand die Welt nicht mehr, verstand nicht, warum man ihr nicht die Ruhe gönnte, es dort beließ, wo es sein sollte: Ganz tief versteckt in ihr drin. Alles sträubte sich, der Körper krampfte und der stechende Schmerz in der Hand glitt völlig in den Hintergrund. Sie wollte nicht wieder daran denken, wieder daran zerbrechen. Die Träume waren fort, was sollte sie mehr erwarten? Sie lebte, sie musste mit einer Schuld leben, die ihr aufgetragen wurde und die sie mit sich tragen würde....tragen.... „Leah...Diesen Schatten nehmt _Ihr selber mit_ . Ihr tragt ihn mit Euch, Ihr klammert Euch regelrecht daran...“

Regeln haben für die Menschen da zu sein, nicht Menschen für die Regeln.

Langsam aber sicher verlor sie den Halt unter den Füßen, strauchelte, fühlte sich gehetzt, verraten. Man wollte ihr alles nehmen, alles rauben. Ihre Kindheit...ihre Traditionen, ihr Leben. Welchen Sinn hatten die Regeln, wenn sie nicht stimmten, wenn sie wirklich falsch waren? Es machte keinen Sinn....Sinn... Jeglicher Bezug zu einem Sinn war immer weiter verloren gegangen, tief und erbarmungslos griff eine Leere nach ihr, die sie herunterzog. Sie wurde in eine ungewisse Zukunft, in ungewisse Gefühle gezogen. „Was ist eigentlich so schlimm daran, wenn Euer Vater einfach einen Fehler gemacht hätte?“
Das Idol begann, zu zerfallen. Die Statue, das Götzenbild zerbrach in seine Einzelteile und hervor kam die bittere Wahrheit. Eine Wahrheit, die sie nicht sehen wollte, nicht verstehen wollte...oder konnte. Jeglicher Sinn schaltete sich ab, sie nahm Zeit, Raum nicht mehr war, wollte nur weg. Weg vor dem, was man ihr erzählte, weg von den schonungs- und erbarmungslosen Worten, die auf sie eindrangen. Sie wollte es nicht sehen! Nicht diesen Schmerz spüren, der sich immer mehr in ihr aufbäumte und ohne Skrupel an ihrem Herzen riss.

Ihr Vater...ein Mann mit Fehlern? Ein Mann, der im falschen Sinne Wut ausließ? Ein Mann, der sich von falschen Vorsätzen leiten ließ? Von falschen Ambitionen, Grundsätzen?
„Was der Panther damals begründet hat, könnt Ihr Euch wie eine Art Waffe vorstellen, die Ihr in der Hand habt, egal, ob Ihr wollt oder nicht. An diesem Waffenbesitz seid Ihr nicht schuld, aber es liegt an Euch, ob Ihr mit dieser Waffe jemanden verletzt oder nicht.“

Kälte...Leere...sie fiel in ein Loch und wusste nicht, wo festhalten. Konnte sie weiter leugnen, weiter so tun, als hätte sie die Worte, die eindringlichen Sätze niemals gehört? Sie würde sie abstreiten, doch niemals vergessen können. Es würde nicht mehr so sein, nicht mehr das gleiche sein. Sie wusste, es war eine Lüge, wenn sie noch immer an ihren Worten, an ihren Idealen festhielte.
Die Augen öffnen, endlich erkennen, sehen. Sie fühlte sich schwach, leer...
Schritte hallten durch die Gänge, auf den steinernen Wegen des Klosters. Man begab sich zum morgendlichen Gebet in dem Kirchraum. Das Licht hatte einen ganz eigenen Glanz erhalten und säumte zart beinah die Wänder der Mauern des kleinen Raumes. Auch auf ihrer Miene spürte sie die Wärme, das beruhigende Gefühl der Erkenntnis, dass der Tag nahte. Sie wollte nicht auf sich aufmerksam machen, weder Hunger, noch Durst trieb sie, sich von ihrer Position zu bewegen. Sie wusste, sie musste sich entschieden haben, sobald sie diesen Raum, diese Mauern verlassen würde. Sie musste mit sich...im Klaren sein. War sie bereit dafür? Wollte sie es wagen, einen neuen Boden unter den Füßen zu spüren, neue Einsichten zuzulassen?

Irgendwann werdet ihr zurücksehen müssen....vergesst nie, woher ihr kamt und was geschah...

Ein leichtes Zittern durchfuhr den Körper, ließ die Beine noch etwas mehr anziehen der jungen Frau. Eine erste Bewegung, der Hinterkopf dabei leicht gen des Steines hinter sich anlehnend. Schwach...leer...schwarz. Sie hatte Angst, vor dem, was kommen würde, was weiter geschähe....wie der Weg aussehen würde, den sie nun gehen müsste mit diesem Wissen. Erkenntnis....Wahrheit....neue Perspektiven.
So viele Fragen hätte der Beobachter, die er kaum zu stellen wagen würde. Diese Traurigkeit, diese unendliche Tiefe in ihrem Blick jedoch brachte traurige Gewissheit, beantwortete die niemals gestellten Fragen. Und so schien es nur als eine weitere Verständlichkeit, dass mit dem Entspannen des Griffes die befreienden Tränen folgte, die hemmungslos ihren Weg sich entlang der Wangenpartie bahnten. Nur leise drang das Schluchzen aus der bebenden Brust, aus der heftigen Bewegung, die sich nun endlich vom Brustkorb ergoss. Ein befreiendes, neues Atmen.


„Warum wollt ihr mir das rauben? Warum wollt ihr mir das nehmen?“

„Weil es euch schmerzt.“


Es schmerzte, sichtlich schmerzte es den ganzen Körper und sein Innerstes, dem Herzen. Bebend, schluchzend, suchte der Blick der Frau den Raum ab, fand das Fenster und das Licht, welches hereinfiel. Eine Suche...
„Die Tugendbringerin ist das Licht, sie will in Euch rein! Aber sie kann Euch nicht abnehmen, was Ihr festhalten wollt.“


Lernen, stark zu sein...ein langer Weg, der viel Konfrontation bieten würde, viel Geduld und Mut.

Unsere Stärke besteht aus unseren Erfahrungen, und was für Lehren wir daraus ziehen. Wie sehr wir dann darauf vertrauen und es auf Neues anzuwenden wissen. Dies entscheidet, wie stark oder schwach wir sind.

Verfasst: Donnerstag 16. Oktober 2008, 16:04
von Leah Katuri
Zeit. Was für eine Rolle spielte die Zeit, wenn man das draussen am liebsten wegsperren und nie wieder sehen wollte? Was für eine Rolle spielte es, was da draussen vor sich ging, wenn man nicht mit sich selbst zurecht kam. Nichts machte mehr Sinn, weder der Tag, noch der Abend, noch die sternenklare Nacht.

Die zweite Nacht. Der Tag war an ihr vorbeigerauscht, ohne Sinn und Zweck. Essen, Trinken, nein...eine Sache, die im Moment so ganz und gar nicht in ihre Funktion passte. Sie wollte nur ihre Ruhe, wollte einfach nichts von dem sehen, was da draussen vor sich ging. Die zweite Nacht... Sie hatte im Laufe des Tages begonnen, bei irgendjemanden eine Schuld zu finden. Sich selbst konnte sie ja nicht mehr die Schuld geben, dafür war sie viel zu erschöpft, zu leer, als das sie weiter ihre Lüge aufrecht erhalten könnte. Sie suchte, suchte wie eine Irre einen Sinn, eine Schuld bei jemanden. Sie drehte, wendete, versuchte...ohne Erfolg. Weder Milady, noch ihrem Vater...weder sích selbst noch Temora konnte und wollte sie die Bürde weitergeben. Es war Nachmittags, als man einen immensen Schlag hörte und das wütende Aufgrollen einer Stimme, die letztendlich immer leiser wurde. Wut....nein, ein Mittel, das eher die Unzufriedenheit schürte und ihre Hand umso mehr Pochen ließ. Das Tuch hatte sie seit der Nach nicht mehr zum Schonen benutzt und noch immer drangsalierte sie das Ziehen neben der Ermattung, die mehr und mehr ihren Körper forderte, sich auszuruhen.
Die zweite Nacht... Die Sterne tauchten den vollen Mond in eine unwirkliche Idylle, einzelne Wolkenschwaden wölbten sich am Firmament, verdeckten hier und da das glitzernde Licht, schufen unwirkliche Gestalten und Formen. Sie hatte den Raum verlassen, war durch die Gänge des Klosters gelaufen, ohne wirkliches Ziel. Die Kapelle fiel in ihren Blick, wurde dann doch rigoros umgangen, während ihre Füße weiter und weiter sie durch den gang trieben, immer wieder ihre Türe des Ruheraumes auch streifend. Selbst die kühle Luft wollte ihren Kopf nicht freier machen, wollte ihr nicht die Ruhe schenken, die sie so dringend suchte. Resignation... sie wünschte nicht mehr, als einfach völlig ruhig zu sein. Es musste keine befriedigende Ruhe sein, nein, eine völlige Lethargie hätte ihr genauso gereicht. Die zweite Nacht... kühl und unwirklich, als würde sie durch einen Traum schreiten, kam ihr die Umgebung vor. Selbst das Nachhallen ihrer Schritte klang anders als sonst...fremd und undeutbar. Irgendwann hatte sie ihre Sinne nur noch auf das Hören, auf das Sehen vor sich reduziert. Sie funktionierte, atmete...lief. Der Kopf war für Momente abgeschaltet und nur die Schritte zeigten, dass sie unstet, rastlos war. Manch Akoluth hätte den Kopf geschüttelt, hätte sie wohl angesprochen, wenn man nicht bereits vernommen hätte, dass Milady sie des Nachdenken wegens hier gelassen hatte und es an ihr lag, wieder zu gehen. Die zweite Nacht... warum traute sie sich nicht raus? Einfach hinaus und weg? Sie könnte wieder weglaufen, könnte einfach irgendwo hinfliehen, um die schützende Mauer der Selbstvorwürfe wieder aufzubauen. Doch die Mauer war eingerissen worden, erbarmungslos, ohne Skrupel oder Scheu. Diesmal hatte man nicht aufgehört, wo es angefangen hatte zu schmerzen, diesmal war man bis an den Kern angekommen, um die Schale zu entfernen und in das Innerste zu sehen. Kein Erbarmen...die Wahrheit zulassen,...die Lüge abstreifen und von sich lassen. Ein Neubeginn? Irgendwann wurden die Schritte schwer, der Kopf nur noch darauf reduziert, sie zurück in die Kammer zu weisen und sich auf das Bett fallen zu lassen. Es war ein traumloser Schlaf, einer, der nur die Energien, das Notwendigste wieder auffüllte, damit kein schrecklicher Gedanken, keine Schatten in ihren Träumen auftauchen könnten. Die zweite Nacht trieb weiter voran, bis sie vertrieben wurde vom nächsten Morgen, vom kommenden Mittag und dem nächsten Tag. Ein weiterer Tag, an dem sie ohne ein Ziel aufwachte, das verknitterte Hemd einigermaßen richtete und den Schmerz in ihrer Hand ignorierte. Sie hatte kein Ziel...keinen Sinn,...keine Antworten gefunden. Schon wieder ein Tag, an dem sie wieder im Kreis rotieren würde, an dem sie aufpassen müsste, nicht verrückt zu werden.

„Macht es euch nicht zur Aufgabe, nur weil...Ihr mir zeigtet, wie es ist, Milady.“
Sie hatte es verdrängt, schlichtweg verdrängt, dass die Zeit da draussen weiterlief ohne sie. Jeder hatte seine Aufgabe, jeder musste seiner Bestimmung folgen. Der Bauer stand früh morgens auf, bewirtschaftete sein Feld, versorgte sein Vieh. Die Bäcker schufen Teig und Brote, Kuchen und Fladen, duftende Köstlichkeiten und der Händler packte emsig seine Sachen zusammen, um sie auf dem nächsten Stand feilbieten zu können. Keiner hielt an, jeder ging seinem Treiben nach. Sie hatte es schlichtweg nicht wahrgenommen, wie die Zeit an ihr vorbeigerast war...und nicht daran gedacht, dass sich jemand sorgen könnte, wieder einmal. Und dann diese Stimme, ihr Blick, ihre Worte. War jemals so eine Ruhe, Sanftheit darin gewesen? Sie wusste es nicht; vielleicht hatte sie es gar einfach vergessen oder nicht wahr haben wollen. Wie so oft...sie wollte allzu oft die Wahrheit nicht sehen, bis vor kurzem. Jetzt...war da einfach nur diese Hülle, gefüllt mit nichts als der Erkenntnis, dass das falsch war.

„Es hat auch andere Gründe. Und die hätten nicht mit 'schuld oder nicht schuld' zu tun.“
Sicher, ein Halt der ihr geboten wurde, um nich völlig abzurutschen in das Loch ohne Boden, was sich mehr und mehr vor ihr auftat. Am liebsten wäre sie in den Wahnsinn geflohen und hätte sowas wie “Probleme“ dann nicht mehr gekannt. Ein Ausweg, der ihr zu verlockend schien, eben wie die Flucht aus all dem hier....und doch...wurde sie festgehalten. Festgehalten von der Erkenntnis und der Wahrheit, die unwiederbringlich im Raum stand und an der nicht mehr zu rütteln war.
„Kommt....“

Der Tag traf sie wie das Aufwachen aus einem Dämmerschlaf. Kühl umfing die Luft sie und ließ sie die noch immer erschöpften Glieder spüren, die schneller als sonst auf das Wetter reagierten. Sicher bildetet sie es sich nur ein und die Müdigkeit zollte geradewegs dazu, dass sie das Tageslicht heller als sonst wahrnahm, gar als würde sie jeden Lichtbrechung im Gang wahrnehmen. Als wäre sie nie hier gewesen, als hätte sie nicht die Nächte hier verbracht. Alles schien...anders. Auch der Raum der Kapelle umfing sie mit einer seltsam kühlen Luft und das Murmeln der Gebete klang im ersten Hören unwirklich, gar fremd für sie. Hatte sie sich so verschlossen? Wollte sie aufgeben?

Die Worte Darnas, so nahe an ihrem Ohr, drangen durch den Raum und wurden mit ihm eins. Sie hatte das Gebet schon des Öfteren gehört, doch noch nie so, wie sie es an jenem Nachmittage sprach. Langsam, bedächtig...hier und da die Nuance der Farbgebung eine neue, als würden Wörter anders betont werden. Sie schauderte, als sie ihren leisen Kommentar dazwischen schob, als ihr bewusst wurde, dass sie in jenes Gebet mit eingeschlossen war. Ein Mensch, der für sie mitbetete, ein Mensch, der helfen wollte.

„Ihr seid noch nicht stark. Und es gibt niemanden, der niemals der Hilfe bedürfte. Ich bitte Euch: lasst mich helfen. In Euch ruht... die Möglichkeit eines Beginns.“

Einlenkend sollten die Worte wirken, verwirrten den beanspruchten Geist aber umso mehr. Sie verstand nicht, wollte, konnte einfach den Zeig nicht verstehen, der da so dicht vor ihr lag.

„Die 'Möglichkeit eines Beginns', wie ich ihn meinte, ist das Betreten des Weges, den ein Adlerritter geht, Leah... Ein solcher Weg vermag Euch das zu geben, was Ihr wollt... und er wird unweigerlich Blut, Schweiß und Tränen von Euch fordern. Was für Tränen dies sein können... habt Ihr die letzten Tage erfahren, denke ich.“

Ihr Blick sagte es: Nein, kein Scherz, sondern voller Ernst. Sie meinte die Worte, wie sie sie aussprach, voller Überzeugung und Kraft. Sie wollte sie an die Hand nehmen, sie leiten, führen, sie wachsen und stark werden lassen. Und das nicht nur als Leah....als Hauswächterin oder Mensch. Nein, sie wollte sie dahin führen, was in ihr stecken könnte: Eine Ritterin, eine, die ihren Dienst in den Glauben der Tugendbringerin legte und für sie stritt, um andere zu schützen.
Nein, klarer war sie keineswegs im Kopf, stärker...umso weniger. Und doch, als sie an diesem Nachmittag die Kirche verließ, mit all den Wundern, die sich während der Momente eingeschlichen hatte, war ein kleiner Keim der Hoffnung in ihr gesetzt, welcher nun beutsam sich entfalten musste.
So, wie Milady es sagte:

„Dann werde ich Euch meine Hand leitend mit an den Weg geben, wo nötig, Euch einen Weg aufzeigen... und das Urteil der Herrin wie Ihr erwarten.“

Verfasst: Mittwoch 22. Oktober 2008, 17:48
von Leah Katuri
„Ich bin hier...wann immer Ihr mich braucht Fräulein Leah. Ich weiss, wie es ist, wenn man das Gefühl hat, der Boden würde sich unter einem auftun und man fällt...und fällt...und fällt.“

Der Streit, die kurze Nacht, das Ziehen in der Hand. Erschöpft und ausgelaugt fühlte sie sich und noch immer mischte sich die Spur der Bitterkeit in ihr ein, als sie an den Blick des Anguren dachte, der sie in der letzten Nacht getroffen hatte. Sie hatte sich sein Gesicht so gut es ging eingeprägt, hatte auf jede Bewegung geachtet und doch... die Zufriedenheit war immer noch nicht in ihr. Was sollte sie tuen, damit sie aufhörte, ständig nachzudenken, ständig Schuld zu suchen. Der Streit, die Auseinandersetzung mit Savea... eine weitere Sache, die ihr zu schaffen gemacht hatte und unruhig schliefen ließ. Sie wusste, sie hatte ihren eigenen ‚Fettnapf‘ gewählt, als sie Milad darauf ansprach, wusste, dass sie einen kleinen Staatsakt kreeiert hatte, der am besten nie begonnen hätte.

Noch immer war sie unsicher, zweifelhaft in den Gedanken, die ständig in ihrem Kopf umherwirbelten. Seit der Nacht im Kloster war sie täglich die Küste unterhalb des Klosters entlanggeritten, um die Gedanken ordnen zu können. Doch selbst die frische Brise, der fordernde Wind und das Peitschen des Meeres unter ihr ließen sie nicht ankommen, nicht ausruhen. Die Unruhe wog herauf, wandelte sich im nächsten Moment in Zorn, nur um Sekunden später in Resignation umzuschlagen. Sie war kaum in der Lage, auf sich selbst aufzupassen bei diesen Spaziergängen, so sehr drifteten die Gedanken ab, so sehr war sie damit beschäftigt, das wilde Tosen in sich ruhig zu bekommen. Cyrion hätte sie genausogut übers Pferd packen und mitnehmen können, so nahe waren schon die Schritte des fremden Pferdes an sie herangekommen. Ein langer Nachmittag. Ein Nachmittag, der mehr Fragen aufwarf, als sie es sich eingestehen wollte. Das Denken macht mich noch verrückt...
Sie bewegte sich in einem Kreis...so schien es ihr zumindest. Kein Ende wollte sich einstellen, kein Ausgang aus diesem über sie wuchernden Labyrinth. Sie hatte es ihm gesagt, hatte ihn mehr als deutlich darauf hingewiesen, dass sie nicht mehr dieselbe sein dürfte.

Doch was würde sich ändern?

Sie hatte erkannt, dass sie auf einer Lüge gelebt hatte. Musste erkennen, dass ihr Vater, wie so viele andere Männer auf dieser Welt, ein Mistkerl war und nicht immer richtig gehandelt hatte. Musste erkennen, dass es verschiedene Welten, Wahrheiten gab, in denen man aufwachsen konnte.

„Jemand, der nie Fehler macht...ist von Geburt an weise...das wäre nahe des Göttlichen. Ihr werdet keinen solchen Menschen finden....und die Fehler, die wir machen, bringen uns auf dem Weg voran, denn sie weisen uns, es anders zu machen.“


Es war schwierig, sich selbst keine Schuld mehr zu geben. Schwierig, nun zu erkennen, dass sie wirklich neu beginnen musste. Sie wollte sich einreden, dass sie dafür auch mit den Leuten brechen musste, die ihr lieb geworden waren in der Zeit. Doch wollte sie das überhaupt? Die Worte Saveas hatten sie an dem Abend mehr als getroffen, hatten einem Rückschlag gleich auf sie niedergeprasselt. Das Geleit Miladys an dem Abend...ein Wunsch, den sie schon geraume Zeit zuvor geäußert hatte, den sie jederzeit hätte wieder abschlagen können. Und doch war sie mitgekommen, hatte sich einen der jenigen angesehen, die der Frau weh getan hatten, die an diesem Abend selbst einen Kampf mit ihr geführt hatte. Die Wut über sie war schnell umgekehrt in die Wut gegenüber jenes Hünen, der schon fast provozierend ruhig blieb. Die Nacht kehrte ein, dunkler und dunkler wurde es, die Gestalten vor ihr nur noch Schemen. Genug Zeit, die Wut verfliegen zu lassen und sie in stete Anspannung umzuwandeln. Genug Zeit, die Wut auf ergiebiges zu lenken...weiteres Ordnen, ankommen, aufrichten im Innern.

Quälend lang schien der Blick auf sie zu sein, als sie ihn an jenem Vormittag das erste Mal auffasste. Unnachgiebig und distanziert, als habe sie völlig falsch gehandelt. Sie konnte sich nur zu gut vorstellen, wie Savea das Hufgetrappel mitbekommen hatte von den beiden Pferden, konnte sich nur zu gut vorstellen, wie sehr jener ‚Hieb‘ auf sie gewirkt haben musste. Sich für den Abend zu entschuldigen würde gewiss zu Diskussionen führen, zu erhitzten Gemütern. Und...die Nacht war lang zum Nachdenken gewesen. Ruhig, vorsichtig wollte sie es ihr erklären, ihr deutlich machen, was sie für sie bedeutete. Sie wusste nicht, wann es sie eigentlich in die Knie gezwungen hatte, wann das Herz einfach nur noch sprach ohne nachzudenken. Die Botschaft jedoch war angekommen, ausgesprochen, frei, ohne Scheu: „Ich brauche euch als Begleiter, Lehrer....Vertraute....Fräulein Savea. Ich habe einen schwierigen Weg vor mir und ich...ich weiß nicht, wie ich ihn bewältigen soll. Stoßt mich nicht weg, wenn ich auf euch zugehen will.“ Sie wusste, sie hatte Milady an ihrer Seite, wenn es darum ging, sie wachsen zu lassen im Glauben, im rechten Tun...im Leben. Doch ihr Herz sagte ihr, dass sie jene Stütze brauchte...und wollte. Egoistisch, ja, doch der reine Instinkt, nicht noch mehr Leute zu verlieren, gar zu vergraulen ersetzte jede Scheu. Sie hatte Cyrion fast vertrieben, ihn weggeschickt und ihn nicht an sich herangelassen. Und auch Liralia wusste nicht eine Handvoll von dem, was in jener Nacht passiert war, als sie sich am nächsten Morgen im Kloster wiedergefunden hatte. Es war erstaunlich, wie sehr sie sich für sie gefreut hatte, gar einen spontanen „Festakt“ kreeiert hatte. Wollte sie solche Menschen loslassen und gehen lassen? Nein, sie durfte, konnte nicht. Erst Recht nicht jene Stütze, die ihr geboten war.

„Ihr werdet da sein?“

„Solange ihr es wünscht...“


Schwer zu beschreiben und doch so einfach: Eine unglaubliche Ruhe setzte sich kurzzeitig auf das Herz, auf ihr Gemüt. Sicherheit durchrauschte das Blut und machte sie im Ganzen ruhiger. Egal, was sein würde, sie konnte sich auf die Menschen verlassen, die um sie herum waren.

Es sollten zwei Tage später werden, an denen nicht nur die Herbstsonne am Himmel lockte und zu weiten Spaziergängen durch Laubdichte Waldböden einlud, sondern auch ihr Herz um einiges leichter zu werden begann. Ehrlich klang das Lachen, befreiend...und die Spaziergänge der Nachdenklichkeit wurden ersetzt durch jene des Ankommens. Es war noch ein langer Weg, ja, aber sie würde es schaffen.