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Die Rückkehr in traute Gefilde

Verfasst: Dienstag 17. Juni 2008, 22:06
von Tyrius Sendar
In beinahe schon regelmäßigen Abständen schlagen die Wellen an den hölzernen Rumpf des Schiffes.
Leise aber stetig durchfährt das Schiff ein Ächzen.
Das Holz wiedersteht den Belastungen der See und drängt das Wasser beiseite.
Die dicken Tampen, welche hinauf in den Segelbaum führen spannen sich und immer wieder ertönt ein leises Knarzen.

Beinahe totenstill ist es an Deck, einmal abgesehen von den nächtlichen Geräuschen und dem Schnarchen der Besatzung, welche unter Deck in den Hängematten liegt und schläft.
Nur die Wachmannschaft ist an Oberdeck um den Kurs des Schiffes zu bestimmen.
Der Weg von Bajard nach Lameriast ist normal nicht sonderlich fordernd oder aufregend. Eine beinahe schon ermüdende Trägheit liegt in der Arbeit der Seeleute, während eine Gestalt in weißer Robe auf dem Achterdeck steht und sich den Wind um die Nase peitschen lässt. Die braunen, langen Haare wehen mit dem Wind und die weite mit Ornamenten verzierte Robe flattert und wird um den Körper des dort stehenden geschlagen.
Langsam nähert sich einer der Seeleute dem Mann auf dem Achterdeck.

Entschuldigung Euer Gnaden.. aber ich soll Euch mitteilen, dass wir Lameriast planmäßig erreichen werden…
Der berobte Mann wendet langsam den Blick in Richtung des Sprechers und ein stummes Nicken erfolgt. Bevor jedoch dieser wieder seinen Blick hinaus auf die See richtet und hinauf zu den Sternen blickt.

Nach einer Weile wendet er sich dann schließlich vom Horizont ab und geht gemächlichen Schrittes die hölzerne Treppe vom Achterdeck hinunter auf das Hauptdeck und wendet sich an den Wachhabenden Seemann.
Ich werde mich ein wenig zurück ziehen… bitte weckt mich sollte sich etwas Unplanmäßiges ergeben oder sollte es neue Kunde über unser Einlaufen im Hafen Lameriasts geben.
Ayh euer Gnaden..

Dann verschwindet die weiße Gestalt von Oberdeck und steigt hinab in eine für Reisende vorgesehene Kammer. Mit einer kurzen Bewegung öffnet der Mann die Verschnürungen seiner Robe und hängt diese an einen Haken an der Wand. Die nun sichtbar gewordene Lederrüstung wird zum Teil abgelegt, so dass sie beim Schlafen nicht mehr behindert, während sich der Mann auch schon in die Hängematte legt und die Augen alsbald geschlossen hat.

~ ~ ~

Wind peitscht dem Mann entgegen, die Haare fliegen weit hinter ihm und tief ist er über den Hals seines Pferdes gebeugt. Unbändige, schrille Schreie durchschneiden die Nacht und das Rascheln von federbesetzten Flügeln rauscht bedrohlich heran.
Immer wieder stoßen messerscharfe Krallen herab und verfehlen ihn das ein ums andere Mal, wie sie ihn auch das ein ums andere Mal streifen.
Sich davon jedoch nicht ablenken lassend jagt er weiter.
Irgendwo dem Weg nach lag der Hafen und diesen müsste er erreichen ehe er sicher wäre.
Doch dann geschieht es.
Das Pferd unter ihm strauchelt und in nahezu Zeitlupe nimmt der Mann wahr, wie das Pferd einknickt und zu Boden geht. Ebenso in einer Art Trancezustand dringt der Schmerz in sein Bewusstsein vor.
Mehrmals überschlägt der Reiter sich am Boden ehe er in einen Busch kracht und zur Ruh‘ kommt.
Das Kreischen am nächtlichen Himmel nimmt zu und das reißen von Fleisch dringt an die Ohren des Mannes. Nur noch kurz hört man das gequälte Wiehern des Pferdes in der Nacht.
Doch dann wird dem Mann schwarz vor Augen.


~ ~ ~

Dann entschwindet die Szenerie langsam aus dem Geist des Schlafenden…
Ein einziger Gedanke huscht dem Ruhenden durch den Kopf.

‚Dieser Mann…
... das bin ich!‘

Rückkehr in traute Gefilde - Sturmnacht

Verfasst: Mittwoch 18. Juni 2008, 11:28
von Tyrius Sendar
Von Schweiß schier durchnässt fährt der Mann aus dem Schlaf hoch.
Aufrecht sitzt er in der Hängematte, welche mittlerweile beachtlich zu schaukeln begonnen hat.
Ein Seemann in der Tür blickt verwundert zu dem Mann hinüber.

Herr Sendar?.. Wir kommen in einen Sturm.. Euer Gnaden…, Herr..
Einen Augenblick sind Tyrius seine grauen Augen nur auf den Seemann gerichtet während sein Körper noch immer
den eigenen Herzschlag zu spüren im Stande ist. Es dauert lange, bis er sich zu einer Antwort durchringen kann.
Danke.. ich komme.. umgehend..“, lautet dann die recht knappe und gepresst hervorgebrachte Antwort.
Der Seemann verschwindet daraufhin nur mit einem Nicken und die Tür fällt wieder ins Schloss.
Mit einem leisen brummeln schwingt Tyrius die Beine aus dem Bett und kaum ist der hölzerne Boden unter seinen Füßen, als er auch schon damit kämpfen muss nicht hinzufallen.
Der Seegang hatte tatsächlich beachtlich zugenommen in der kurzen Zeit in der er sich ein wenig Ruhe zu gönnen versucht hatte. Doch dieses war nun vorbei.
Nicht nur das es unangenehm war nicht sehen zu können was auf einen zu kam, nein vielleicht war es sogar seine Pflicht nun an Deck zu gehen. Immerhin könnte der Sternenvater vielleicht einige Geschicke anders lenken als sie vom Schicksal vorherbestimmt waren.
Aus diesem Grund verlässt der Mann seine Kammer auch nur wenige Augenblicke später in die leichte Bordmontur gekleidet, bestehend aus lederner Hose einem langen, weitem Hemd und einer darüber zusammengeschnürten Weste.
Mit schnellen aber leicht wankenden Schritten begibt er sich hinüber zum Aufgang.

Die Männer an denen Tyrius auf seinem Weg vorbeischreitet blicken voller Verwunderung und Angst zu dem Diakon auf.
‚Warum haben sie solche Angst.. dies kann bei den Sternen nicht der erste Sturm sein in den sie geraten..‘

Doch als er die Luke zum Oberdeck öffnet und der Wind die Wellen über das Deck peitscht, ist diese Frage schon wieder vergessen.
Kraftvoll und mit brachialer Gewalt drückt der Wind in die Segelflächen und schiebt das Schiff stetig vorwärts in die sich auftürmenden Wellenberge hinein. Hart kracht der Bug in die Wellen, stößt hinein und das Schiff wird gehoben – hinauf – immer Richtung Himmel.
Doch oben angelangt stößt es hinab.
Jedesmal durchfährt das Holz ein Ruck, als würde ein Oger aus dem Lauf gegen eine Mauer rennen, wenn der hölzerne Rumpf in das Wellental klatscht und das Wasser daraufhin über dem Schiff zusammenschlägt und alles was nicht fest genug ist von Bord reißt hinaus in die aufgewühlte, raue See.
Wellen beinahe höher als die Mauern der Festung Eisenwart toben um das im Verhältnis viel zu kleine Schiff.
Der Anblick dieser monströsen Formationen der Natur lassen Tyrius schaudern.
‚Das ist wahrhaft unglaublich..‘, schießt es ihm durch den Kopf ehe wiederum der Reflex sich festzuhalten folgt.

Eine weitere Welle jagt über das Oberdeck und einige Seeleute werden von ihr erfasst.
Aufschreiend krachen die Männer auf der anderen Schiffseite in die Reling…
… doch sie hält…
Die Männer kommen wieder auf die Beine und stürmen zurück zu ihren Positionen, während von Achterdeck unentwegt Befehle erklingen. Nachdem Tyrius sich einmal kurz umgeschaut hat beginnt er damit, sich gen Achterdeck vor zu arbeiten immer stetig an der Reling entlang und möglichst niemandem im Weg. Am Fuß der Stufen schließlich löst er die Hände von der Balustrade aus Holz und greift nach dem Geländer der Treppe.
Nur schwer gelingt es ihm sich gegen den Wind und die Bewegung des Schiffes die Treppe hinauf zu kämpfen. Und zweimal droht er gar abzurutschen auf dem glitschigen Untergrund, doch dann ist er oben und schaut zu Kapitän hinüber.

Mit dem gesamten Körpergewicht hängt der nicht gerade leichtgewichtige Mann in der Ruderanlage um den Kurs zu halten, während er immer wieder einen Blick an den Horizont wirft.
Zum Einen, um die nächste Welle abzupassen, zum Anderen um Ausschau zu halten nach dem Kurs.
Tyrius jedoch kommt nicht einmal dazu sich zu erkundigen, wie weit man noch von der lamerischen Küste entfernt sei als sein Blick auf die Wolkenberge am Horizont fällt.
Euer Gnaden.. wir müssen dieses Sturmtief umfahren, sonst gehen wir alle drauf!
Wie von fern dringt die Stimme des Kapitäns an Tyrius Ohr und wie schon in der Kammer dem Seemann gegenüber lässt die Antwort wiederum länger auf sich warten, bis er dann antwortet.
Tut was Ihr tun müsst Kaptän…
… Aber seht zu das wir heil‘ da durch kommen.

Die grauen Augen von Tyrius sind dabei jedoch unentwegt gen Horizont gerichtet, hinüber zu den gewaltigen, schwarzen Wolkenbergen am Horizont wo man den Einen oder Anderen Blitz gen Wasser herniedergehen sehen kann.

‚Was auch immer dort kommt…
… das ist kein einfacher Südmeersturm…
… … das wird deutlich schlimmer…!‘

Ein Lichtblick

Verfasst: Freitag 11. Juli 2008, 15:41
von Tyrius Sendar
Rasch türmen die dunklen Wolken sich auf und näher und näher kommen sie dem kleinen Schiff, während er Kapitän versucht einen Kurs zu erreichen, welcher an dem Sturmtief vorbei führt.
Doch auch ihm beginnen die Kräfte deutlich zu schwinden und erst als er Unterstützung durch einen weiteren Seemann bekommt gelingt es ihm das Schiff in eine leicht andere Richtung zu steuern.
Weit jedoch kann er den Kurs nicht abändern, sonst würden die gewaltigen Wellen unweigerlich das kleine Schiff zum Kentern bringen und dann wären sie alle verloren.

Tyrius, der seine Augen noch immer auf die Wolken hält, kommen langsam deutliche Zweifel darüber, ob es nicht besser sei, gänzlich umzukehren, doch würde ihnen dies aus dem Sturm heraus helfen? Wer sagte ihnen, dass dort nicht eine eben solche Wand auf sie wartete oder das der Sturm schneller war als ihr Schiff?
Erneut erfasst eine Welle das kleine Schiff und wuchtet es hinauf in die Höhe, nur, um danach wieder hinab zu stürzen. Der Aufprall auf dem Wasser lässt Tyrius in die Knie gehen und einen Augenblick schließt er vor Schmerz die Augen ehe er sich wieder aufrichtet und zum Kapitän hinüber schaut.
Schmerz und Anspannung stehen in dessen Gesicht geschrieben.
Sorge und Unruhe.
Die gesamte Besatzung scheint davon ergriffen und Tyrius wird klar, dass er etwas dagegen unternehmen muss. Es würde riskant und schwierig werden sich auf andere Dinge zu konzentrieren ob dieser Bedrohung, doch es war das einzig Sinnvolle, was er in dieser Situation tun konnte.
Den Seemännern würde er nur im Weg stehen oder sie gar noch ablenken von ihrem Handeln und ihrer Arbeit.

Kapitän!..“, erhebt er dann seine Stimme und schreit es hinüber zu den zwei Männern an der Ruderanlage. „AYH!?“, kommt auch prompt die gepresste Antwort.
Wo ist Tau?!
Kurz ein fragender Blick ehe dann ein kurzer Wink gen einer am Boden vernagelten Kiste auf dem Hauptdeck folgt. „Dank!“ ist daraufhin Tyrius Antwort und er macht sich mühsam und unter größter Anstrengung daran die Treppe wieder hinab zum Hauptdeck zu steigen um an die Kiste zu gelangen.
Als er schließlich diese erreicht dringen die Worte eines Seemanns an sein Ohr.
Euer Gnaden… Ihr solltet unter Deck! …..“ eine Pause folgt darauf ehe er deutlich lauter aufschreit… „WELLE VON BACKBORD!
Innehaltend hebt Tyrius den Kopf und wendet ihn in die angegebene Richtung. Kurz weiten sich die Augen als er auch schon zupackt.
Das Wasser zerrt an seinem Körper und versucht ihn zu erfassen. Kraft und Wucht sind es die Wirken und hustend und schnaufend versucht er um Luft zu ringen, wobei er eine Menge Wasser schluckt.

Dann ist es vorbei und die Welle ist weiter…
Laut hustend versucht Tyrius zur Arbeit zurück zu finden.
Die weiße Robe klebt an seiner darunter befindlichen Kleidung und selbst diese ist komplett durchnässt. Die braunen Haare kleben ihm im Nacken und im Gesicht und die Hände zittern durch den Wind, welcher das Wasser zu trocknen versucht.

Die grauen Augen hasten durch den Inhalt der Truhe und dann erblicken sie das Ende eines Tampens.
Mit einer schnellen und ruckartigen Bewegung zieht er diesen aus der Kiste und schaut hinüber zu dem Seemann der ihn gewarnt hatte.

IHR da!... bindet mich an die Reling dort oben..“ schreit er diesem hinüber und der Seemann richtet verwundert den Blick auf den Diakon. „NA LOS DOCH!“, schreit Tyrius den Mann, der gar nicht so recht weiß wie er reagieren soll an. Dann jedoch setzt er sich in Bewegung und begibt sich zur Treppe, welche auch Tyrius erneut erklimmt.
Oben angelangt greift Tyrius seinen kleinen Dolch und platziert ihn in griffreichweite, ehe er sich dem Seemann zuwendet.
Meine Beine müssen an die Reling hier…
Kaum ist dies gesprochen reagiert dieser und packt den Tampen fest, als er Tyrius‘ Beine wie geheißen an die Reling bindet. Dafür erntet er ein dankbares Nicken.
Der Seemann schien genau zu wissen was er da tat, denn die Tampen saßen nun so fest an Tyrius Beinen, dass dieser sich nun sicher war nicht bei der nächsten Welle von Bord zu fallen.

Dann schließen sich die grauen Augen.
Mühsam versucht er die Wellenbewegung und den Sturm zu ignorieren.
Versucht das Geschrei und die Hilferufe an Bord verstummen zu lassen.
Sich ganz auf das rauschen des Wassers und das fegen des Windes einzustellen.

‚Horteras… Vater Stern… dies ist eine schwere Stund‘ in der ich, dein Diener stecke.
Doch bin nicht ich es, der derzeit deines Schutzes bedarf, sondern jene Menschen hier an Bord, welche darum kämpfen dem Sturm zu widerstehen.
So bitte ich dich inständig um deinen Beistand, oh Stern am Himmel, Streiter für die Freiheit!‘


Dann öffnen sich die grauen Augen und dem ein oder anderen Seemann war das schwache glimmen von Achterdeck aufgefallen, denn ein paar wenige hatten kurz inne gehalten um hinüber zu sehen.
Doch nun arbeiteten sie schon weiter.

Langsam hebt Tyrius den weißen Stab, welcher sich nun in seinen Händen befindet an und stellt das untere Ende mit einem leisen Geräusch von Holz auf Holz auf dem Decksboden auf.

Die noch an den Masten verbliebenen Segel, der Sturm und die Wellen jedoch übertönen dieses Geräusch. Nicht jedoch das glimmen vermögen sie zu verdecken, welches nun von dem Stab auszugehen scheint.
Die klammen und kalten Hände um den Stab gelegt ist Tyrius Blick hinab auf das Hauptdeck gerichtet.
Und einem Schleier gleich, legt ein weißlicher sehr dünner Nebel sich um das kleine Schiff.
Die grauen Augen sind starr und jemand der Tyrius nun aus der Nähe betrachten würde, könnte nicht genau feststellen ob der Diakon nun lebte oder ob er im Stehen gestorben war.
Einzig das leichte heben und senken des Brustkorbes würde von Leben zeugen.

Jene Seemänner, welche von dem weißen Schleier erfasst werden, werden in diesen Verwoben und eine angenehme wärme breitet sich in ihren Gliedern aus. Eine angenehme Vertrautheit und doch das ungewohnte Gefühl von göttlicher Macht, welche auf ihre Körper wirkt.
Vertraut und doch Fremd.
Warm und doch kühl.

Die Muskeln jedoch scheinen es zu danken und es mag dem einen oder anderen auch auffallen, dass dieser Nebel sie zu beruhigen scheint und sie wieder an Kraft gewinnen.
Die müden und ausgezehrten Seemänner blicken teilweise verwirrt, teilweise verstehend und teilweise lachend zu den im Wind flatternden Segeln und den Wellen entgegen ehe die Stimmung an Bord umzuschlagen scheint.

Geschrei zerfetzt die soeben eingesetzte Stille und Seemänner stürmen an ihre Positionen.
Geschrei dringt an Tyrius seine Ohren, doch bemerken scheint er es nicht direkt, zeigt sein Gesicht doch keinerlei Reaktion.
Geschrei des Triumphes, der Hoffnung..

Vollkommen in Trance versunken hängt er an der Reling fest und folgt den Bewegungen des Schiffes unweigerlich mit dem Körper.



Dann hebt sich sein Blick…
Ein Stern!...“, stellt er ruhiger Stimme fest als er hinauf schaut.
Der Kapitän hebt den Blick an und seine Augen weiten sich, ehe er sodann nahezu in Panik seine Stimme erhebt.

DIE KÜSTE!!!!“, wobei er nun mit einer äußerst unvorsichtigen Geschwindigkeit, wegen welcher er beinahe von Bord geht, zur Steuerbordseite.
DIE STEILKÜSTE!!!“, ertönt als nächstes.
Und das Geschrei setzt aus.
Stille…
Gebannt starren alle an Bord über die Steuerbordseite hinaus nach schräg vorn, wo sich nun massiv und nahezu schwarz in diesem Licht die Felsen der lamerischen Küste in die Höhe schieben.

Der Kapitän dreht sich langsam zu Tyrius um und die beiden Männer blicken sich einander an.
Wir kommen nicht daran vorbei…“, flüstert er leise und ein kurzes, wortloses Nicken folgt von Tyrius.

Lasst die Männer an Deck antreten Kapitän…
…bereiten wir sie darauf vor…
… …vielleicht kann der Sternenvater ihnen seinen Schutz gewähren.

Die Fürbitte

Verfasst: Montag 21. Juli 2008, 00:07
von Tyrius Sendar
Langsam setzt Tyrius sich auf die unterste Stufe der Treppe, wobei seine Augen sich auf die antretenden Männer richten. Alle Leute des Schiffes treten auf dem Oberdeck an und lediglich jene Mannen, die mit dem Steuern des Schiffes beschäftigt sind, verrichten ihre Arbeit weiterhin.
Gebannt starrt die Besatzung hinüber zu den dunklen Felsen und dorthin, wo die Wucht des Meeres unweigerlich alles was im Wasser treibt gegen die massiven Felsen drückt.
Krachend und ohrendbetäubend ist der Lärm der von den Wellen herüber reicht und als Tyrius sich langsam erhebt und sich vor den Männern aufstellt, blicken ihn diese zu großen Teilen mit Angst und Furcht in den Augen an.

Ruhig blickt Tyrius einen jeden Einzelnen einmal an, bevor er dann langsam die Augen schließt und sein inneres Auge auf die Besatzung gerichtet, legen seine Hände sich um den weißen Stab mit den Insignien darauf. Die weiße Robe flattert um seinen Körper und seine braunen, langen Haare wehen im Wind.
Die Wellen schlagen nach wie vor gegen den Rumpf des Schiffes und werfen es von der einen auf die andere Seite, als er einmal tief durchatmet und einmal mehr versucht nicht umzufallen.

Als er dann nach einigen verstrichenen Augenblicken die Augen wieder öffnet blickt er hinauf zu den paar Sternen, welchen es gelingt die Wolkendecke zu durchstoßen.

Sternenvater…
Dein Stern weist uns den Weg,…
Dein Stern ist uns ein Zeichen,…
Dein Stern ist unser Schild,…
Schütze diese Mannen und verleih‘ ihnen die Kräfte, welche sie benötigen.
Schütze diese Mannen und gib ihnen die Hoffnung, die nicht stirbt.
Schütze diese Mannen und erfülle ihre Herzen auf das sie nicht vergehen in der rauen See.
Auch wenn die Natur sich gegen uns gestellt zu haben scheint,
so sei DU Sternenvater uns ein Hirte und führe uns, deine Herde,
in das friedliche und geschützte Land.

Sternenvater…
Dein Stern ist uns ein Zeichen,…
Dein Stern ist unsere Freiheit,…
Dein Stern ist unser Leben…


Eine Weile hält er die Augen noch geschlossen, ehe er dann leise durchatmet und die Augen öffnet.
Seine grauen Augen legen sich auf die Männer vor ihm und ein sanftes Lächeln bildet sich auf seinen Lippen.

Dann erhebt Tyrius seine Stimme um den Wind zu übertönen.

Männer…
… Empfangt den Segen Horteras!
… Empfangt die Gunst und die Hoffnung Horteras!
… Empfangt seine Freiheit und seine Liebe!
… Empfangt seine Kraft und seine Weisheit!
… Empfangt all‘ dies um die wohl schwerste Prüfung für einen Jeden von uns zu überstehen!


Ein heller Schein beginnt sich auszubreiten und schlingt sich wie ein Nebel um die Seemänner.
Er windet sich um sie und fließt um sie herum. Sie Atmen ihn ein und der Ein oder Andere schließt die Augen.

Dann ertönt ein ohrenbetäubendes Krachen…
Ein Ruck geht durch das Schiff…