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Belagerung der Burg Schwertwacht
Verfasst: Freitag 13. Juni 2008, 12:10
von Nevyn Silberhand
Siehst du die Lichter,
siehst du die Feuer?
Von gar schwerem Kriegsgerät die Rede war,
die grosse Schlacht ist nah!
Was, wenn das Heer versagt?
Was, wenn dies Bollwerk fällt?
Dann gibt es für den Feind kein halten mehr,
dann steht sie offen, unsere Welt!
Seht, der Feind steht vor der Stadt!
Seht, zu gross die Übermacht.
Auf ihr Männer, auf die Mauern,
stellt das kochend Pech bereit,
wetzt die Klingen, spannt die Bögen,
bald schon ist der Feind soweit!
Schlachtet Tiere, bunkert Wasser
Beeilt euch bis der Tag erwacht,
denn bei Morgengrauen heisst's:
"Wir ziehen in die Schlacht."
(Schandmaul - Vor der Schlacht)
Die Nacht hatte der Ritter auf den Zinnen der Burg Schwertwacht verbracht.
Im Osten des Landes gelegen erhoben sich die trutzigen Mauern der Festung, eng an das mächtige
Bergmassiv gebaut, in einem natürlichen Tal.
Nach Süden hin bot die Mauer mit dem eingelassenen Tor die einzige Zugangsmöglichkeit und genau
dort lagerte nun die rahaler Armee.
Von den Zinnen war das Feldlager zu sehen, Palisadenzäune und Soldaten in Schwarz und Rot, die sich knapp ausserhalb der Reichweite der Geschütze hielten.
Sie konnten nicht gefahrlos näher heran, versperrten aber gleichzeitig auch den Weg, den ein
berittener Bote hätte nehmen können, um von den Bündnisspartnern Entsatz anzufordern.
In der Burg herrschte höchste Anspannung, seit der Bote das vorrücken des Feindes gemeldet hatte.
Sie waren gut vorbereitet, seit dem letzten Gefecht lagerten Lebensmittel für mehrere Wochen in der
Burg, der Brunnen sicherte eine ständige Wasserversorgung und die Munition für die Geschütze würde
ausgereichen, eine Strasse von Berchgard bis Rahal damit zu Pflastern.
Dennoch lag der Blick des Brudermörders drückend auf der Festung der Bruderschaft, seine Pranke
reckte sich mit ausgefahrenen Krallen nach den lichten Streitern und forderte das zurück, was sie
ihm genommen hatten.
Seit einigen Wochen beherbergte das Verliess der Burg einen besonderen Gast.
Die Tetrarchin war der Bruderschaft in die Hände geraten und lange Zeit hatten sie es geheimhalten
können, doch durch einen unglücklichen Zufall hatte der Feind es erfahren.
Immernoch schweigend blickte der Patriarch auf den im Hof aufgeschichteten Scheiterhaufen.
Rahal würde seine Chance bekommen, die Tetrarchin lebend zurückzuerhalten, auch wenn es ihm nicht
so wirklich gefiel, eine derart verderbte Seele einfach ziehen zu lassen.
Aber auf ihre Art war sie bewundernswert.
Es war nicht gelungen, ihren Widerstand zu brechen, sie würde mit Hingabe eher für ihren Gott sterben, als ihn zu verraten, eine Eigenschaft, die Nevyn bei manch anderem schmerzlich vermisste,
und dafür hatte sie die Anerkennung des Ritters verdient.
Man würde sehen, wie die feindlichen Truppen auf das angebot reagieren würden...
Verfasst: Samstag 14. Juni 2008, 11:56
von Melakur Vidori
Angespannt war die Situation, angespannt waren auch seine Brüder und Schwestern und auch er selbst wie er da auf der Mauer stand und Nachtwache hielt. Aber die Spannung war gut, sie machte die ungeliebte Nachtwache um einiges erträglicher, da man jetzt erst gar nicht mehr ans Schlafen dachte.
Wenn man über die Zinnen der Mauer spähte sah man die Lagerfeuer des rahalischen Feldlagers und mit jeder Stunde so schien ihm kam immer mindestens ein Neues dazu. Doch noch war es ruhig, die berühmte Ruhe vor dem Sturm. Aber auch das konnte sich schlagartig ändern und so wagte man es kaum sich auch nur kurz einmal zu kratzen, man könnte ja einen Augenblick verschenken, indem an sonst einen Rahaler mit seiner Armbrust hätte erschießen könne, falls der Angriff nun plötzlich losbrach.
Furcht machte sich in ihm breit und er war sicherlich nicht der einzige. Sollte Rahal tatsächlich angreifen konnte die Burg nicht ohne Unterstützung weiterer Lichtentruppen standhalten. Es waren einfach zu viel und sie hatten zu viele Belagerungswaffen. Die Truppen Rahals möchten zwar im Geiste schwach sein und sich vom Brudermörder verführen lassen, doch waren sie im Kampf leider nicht ganz so schwach.
Doch nicht nur Furchte keimte in ihm auf auch der Mut begann in ihm zu wachsen. Beim morgendlichen Gebet am kleinen Altar in der Burg, schwor Sire Silberhand immer wieder alle darauf ein bis zum letzten Tropfen Blut für die Herrin und ihren Glauben zu kämpfen, falls es zum einem Kampf kommen würde.
Seine Nachtwache war beendet doch konnte er noch nicht schlafen und so überprüfte er noch zusätzlich die Balliste und das Katapult auf den Türmen der Burg auf ausreichend Geschosse und Funktionstauglichkeit. Als er neben dem Katapult stand und vom Turm auf den aufgetürmten Scheiterhaufen sah, bildet sich ein triumphales Lächeln in seinem Gesicht. Sie sollten ruhig kommen. Sie würden schon sehen was sie davon hätten!
Dann begab er sich in eines der Schlafgemächer. Er wurde endlich müde und musste neue Kraft schöpfen für den vielleicht bevorstehenden Ansturm.
Verfasst: Samstag 14. Juni 2008, 12:30
von Nevyn Silberhand
"Gestern spät Abends haben sie versucht, Markierungen auf dem Feld vor der Burg anzubringen, wohl für
ihre Katapulte."
"Konnten wir welche von ihnen erwischen?"
"Von den Markierungen, ja."
"Ich will, dass jeder verdammte Bastard des Panthers der sich in Reichweite wagt, mit Pfeilen gespickt wird!
Und Bruder Esgaron soll endlich das Öl fertigstellen, wir werden es wohl noch brauchen.
Und holt mit diesen Arenvir her, was bildet der sich eigentlich ein!"
"Jawohl Sir!"
Mit zusammengekniffenen Augen standen sie wie schon so oft auf der Mauer, während der frische, morgendliche Wind an den Umhängen und Tuniken zupfte.
'Es sind zu viele' ging es dem Ritter abermals durch den Kopf, ehe er sich besann, dass Temora die Ihren nie
im Stich lassen würde.
Sie würden sich teuer verkaufen und soviele Feinde mitnehmen wie möglich.
Der Entsatz würde spät kommen...vielleicht zu spät für einige oder sogar alle Brüder und Schwestern.
"Verzagt nicht!
Wenn wir dem Tode ausersehen sind, sind wir genug, um unserm Land und unserer Kirche Verlust zuzuführen.
Und wenn wir leben sollten: Je weniger Männer es sind, umso größer wird ihr Anteil an der Ehre sein.
In der Göttin Namen wünscht ihr nicht einen einzigen Mann mehr.
Verkündet in meinem Heer, dass der, der einen zu schwachen Magen hat für diesen Kampf, sich absetzen darf.
Er bekommt ein Empfehlungsschreiben von mir.
Zehn Kronen stecken als Reisegeld in seinen Beutel. Wir wollen nicht in der Gesellschaft eines Mannes sterben,
der die Gemeinschaft scheut. Der heutige Tag ist dem heiligen Viktor von Kreuzenstein geweiht.
Derjenige, der diesen Tag überlebt und sicher heimgelangt, wird aufspringen wenn dieser Tag sich jährt,
wird sich erheben bei dem Namen Viktor von Kreuzenstein.
Wer heut am Leben bleibt und kommt zu hohen Jahren, gibt jährlich eben an diesem Tage ein Fest für seine Nachbarn und sagt:
'Freunde, heute ist jener Tag'. Dann streift er die Ärmel auf und zeigt die Narben vor und sagt:
'Diese Wunden, die schlug man mir am Kreuzensteintag.'
Alles wird vergessen werden. Nur eines wird bei allem Vergessen für immer in Erinnerung bleiben:
Nämlich was er für Heldentaten tat. Und dazu unsre Namen, jedem Mund vertraut wie Alltagsworte.
Silberhand der Ritter, Melakur und Esgaron, Moira und Tandur, Silvan und Beak.
So wird uns allen bei einem Glase immer frisch und ehrenvoll gedacht.
Und fort und fort wird der Vater dem Sohn die Geschichte erzählen und das Gedenken an diesen Tag wird nie vergehen.
Vom heutigen Tag an bis zum Ende dieser Welt!
Und wir, die wir die Schlacht geschlagen sind ebenfalls unvergessen.
Wir Wenigen, wir glücklichen Wenigen, wir diese Schar von Brüdern.
Der heutge Tag adelt unseren Stand. Und Leute die daheim in Varuna jetzt im Bette liegen, verfluchen dereinst
sich selbst, dass sie nicht hier gewesen sind. Und werden schamrot wenn da einer kommt, der mit uns focht,
sich mit uns schlug, am heutigen Tag!"
(Textpassage geklaut und angepasst aus "Henry V" (Shakespear-Verfilmung von 1989 von u. mit Kenneth Branagh))
Verfasst: Samstag 14. Juni 2008, 13:59
von Darna von Hohenfels
Seit Demoar mitten in der letzten Nacht im Anwesen berichtet hatte, wie er von Silvan die Nachricht erhielt, geriet das Haus von Elbenau wieder zum Bienenstock, doch außer Luca schwirrte diesmal alles nach draußen.
Sie hatte Shaya mit dem Erzmagus mitgeschickt, um einen soliden Spähbericht über die Lage vor Ort zu bekommen, Befestigungen, Mannstärken... was eben rauszufinden war.
Währenddessen schmiß sie Rafael aus dem Bett, Savea sollte auf Shayas Rückkehr warten, Darna selber begab sich ins Schloß, nachdem sie im Kastell vorbeigesehen hatte. Am nächsten Vormittag erreichte sie im Schloß vom Kloster die Nachricht Sandrovals und sie nickte. Einen Moment war sie unschlüssig, ob sie dem Aufruf sofort Folge leisten sollte - doch sie würde doppelt so nützlich sein, wenn sie zum Kloster gleich mit dem Spähbericht und vor allem Informationen käme, welche Unterstützung die Grafschaft mitlieferte.
So tigerte sie im Schloß auf und ab, Adrian noch Schlaf gönnend, bis Shaya kam. Sie war erleichtert, sie wohlauf zurück zu wissen, doch ging es dann sofort auch mit militärischem Ernst zur Sache:
"Erst eine Zusammenfassung oder gleich die ausführliche Variante Milady?"
"Zusammenfassung."
"Herr Jaques schätzt etwa ein Dutzend Mannen in der Burg als anwesend. Von der Wehr hatte man einen guten Überblick über das Lager vor den Mauern, ich könnte ohne Probleme eine Karte anfertigen.
Ein einfaches Durchkommen gibt es nicht, sie haben Barrikaden errichtet vom Gebirge bis hinunter zum Wasser. Scheinen aber noch nicht ganz fertig zu sein. Vor dem Gelände der Schwertwacht oder auf... befindet sich in der Trampelpfadschleife ein großes Gebäude... nach Aussagen Herrn Jaques gehört es zur Bruderschaft ...von dort aus ziehen sich nach
Norden und Süden die Barrikaden entlang.
Wieviele Mannen im Lager sind konnte niemand zuverlässig sagen oder schätzen.
Ich konnte drei Zelte sehen von den Mauern... ein recht großes...geschätzte 15 oder 20 Schritt in der Länge und ein dutzend in der Breite, dann zwei kleinere..vielleicht 10 mal 10 Schritt...
Katapulte sind auch vor Ort."
"Wisst Ihr, wie viele Katapulte? Und wie sind die Palisaden befestigt, schon mit Wehrgängen? Tore?"
Shaya berichtete, was zu berichten war, zudem fertigte sie eine Skizze an. Mit Dreiecken markierte sie die Zelte, rahaler Strichmännchen standen auf den Wachposten, und die zu erkennenden Katapulte - womöglich hatte sie nicht alle sehen können - wurden mit kleinen Kreisen im Feindeslager eingezeichnet.
[img]http://home.arcor.de/avarsir/belagerung.jpg[/img]
"Und es waren tatsächlich rahaler Gardisten als Wache?", hakte Darna nach. Ein Irrtum hätte fatal sein können. Ohnehin hatte sie betont, daß es nicht allein die Flammenden Greifen waren, die dort angerückt waren und die man der Bruderschaft zum Fraß überlassen hätte. Pack.
"Schwarze Rüstungen, dunkelrote Umhänge ...", lautete die Antwort, "Fragen wollte ich nicht."
Darna nickte knapp, nur kurz ruckte ein Mundwinkel hoch, die Miene blieb ernst. Also Rahal. Dreckspack.
"Sind draußen vor den Befestigungsanlagen örtliche Gegebenheiten, wo sich gut ein Heertrupp verstecken könnte, um einer ins Lager rauschenden Truppe in den Rücken zu fallen?", fragte sie argwöhnisch. Der Aufbau schien glatt zu einfach, zu einladend.
"Milady... das einzige was es dort gibt ist Gras... es gibt dort keinen Busch, geschweige denn Bäume auf weiter Flur."
"Das hört sich fast so simpel an, daß es wie eine Falle wirkt", sinnierte sie vor sich hin.
"Niemand stellt sich auf einen Praesentierteller.. mit etwas Verstand", meinte Savea leise und sie konnte dem nur zustimmen: "Kein General, der seinen Posten verdient hat, beginnt eine Belagerung, wenn die zu erwartende Hauptstreitmacht von hinten käme."
Doch mehr gab es dazu nicht zu berichten. Für die Möglichkeiten magischer Spielereien war sie zu wenig beschlagen, auch wenn sie eine Idee hatte... das würde man später sehen, ob sie sinnvoll und durchführbar war.
Als sie aufstand, hatte sie das Gefühl, daß der Körper dabei fast einen Satz machte, der Blick wach und geweitet. Rahal... Vielleicht Revanche für die Schmach bei der Einweihungsfeier der Burg, je nach vorhandenen Truppen vielleicht sogar ein weiterer empfindlicher Schlag, endlich wieder seit der Stürmung des alten Rahals, eine Klatsche ins Gesicht, wenn sie einfach nur schnell und entschlossen genug waren. Sie fühlte sich wieder wie der Kettenhund, begierig, loszuspringen und zuzubeißen.
Sie ließ Shaya die Skizze zweimal abzeichnen.
"Savea, geht zum Kloster und lasst bescheidgeben, daß ich mich einfinde, sobald ich Meldung über die Reichstruppen und die Befehle seiner Hoheit habe. Bringt eine Skizze dort hin und berichtet über die Lage vor Ort."
"Jawohl Milady."
"Shaya, geht nach Hause und sorgt dafür, daß Luca heute nicht neue Scherereien macht und bereitet alles Nötige an Ausrüstung vor, wenn ihr mitkommen wollt. Ich werde es nicht ablehnen."
"Jawohl Milady."
Sie griff sich ihren Umhang und das Original nebst einer Kopie. "Ich geh ins Kastell, danach bin ich wieder hier."
Damit machte sie sich selber auf den Weg, das Regiment zu informieren und danach mit Adrian zu sprechen.