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Nächtliche Schnitzeljagd

Verfasst: Dienstag 3. Juni 2008, 23:47
von Tarja Lycron
Manchmal musste man über seinen eigenen Schatten springen und sich selbst und den Menschen, die einem etwas bedeuteten, etwas Gutes tun. Ungewöhnlich für Tarja - aber auch sie war nur ein Mensch. Also packte sie einige Dinge ein und machte sich schon nachmittags auf den Weg um alles vorzubereiten. Sie ging den Weg ab, den sie vorgesehen hatte. Das letzte Stückchen Zettel musste sie eh zuhause lassen. War jener Zettel doch der Anfang zu dem, was sie sich ausgedacht hatte. Ein kurzes Schmunzeln überkam ihre Lippen ... sie wusste genau, wann Lucan nach Hause kommen würde. Also legte sie den Zettel auf den Tisch und ging los. Immerhin musste sie ein Stück laufen um dort anzukommen, wo er sie finden sollte.

Wenn er nach Hause kam, würde er auf dem Tisch einen Brief sehen. Jenen Brief würde er gar nicht übersehen können, so mittig wurde er auf den Tisch gelegt. Darauf stand in geschwungenen Lettern sein Name - Lucan. In jenem Pergament werden folgende Worte stehen:


"Dunkel ist die Nacht, die Welt sei mein,
möchtest du gern bei mir sein?

Gehe zum Ort, an dem Grenzen übertreten wurden.
Dort wirst du finden kostbaren Rat, wonach du suchst."

Verfasst: Mittwoch 4. Juni 2008, 00:10
von Lucan Linari
Die Tür fiel ins Schloss und plötzlich schien alle Spannung von ihm abzufallen - als würde er nicht nur die lederne Maske ablegen, welche er sich vom Gesicht zerrt. Die Kapuze in den Nacken geschoben, wandert sein Blick durch den Raum. Außer den Tiere unterbrach nichts die Stille - wobei er doch eigentlich Tarja irgendwo zu dieser Stunde im Haus vermutete. Der Zettel stach ihm plötzlich ins Auge - sein Name zierte jenen und er trat näher. Erst lag Skepsis in seinem Blick, jedoch während sein Blick die Zeilen überflog begann sich ein Mundwinkel zu heben. Er griff an den Stoff seiner Kapuze und zog jene tief in sein Gesicht, woraufhin die Schatten sich über seine Züge legten.
Er eilte zur Tür hinaus in Richtung Oberstadt. Die Wachen wussten sofort, wer vor ihnen stand und ließen ihn passieren.
Wenige Zeit später stand auf dem Steg einer Insel, auf der eine schwarze große Festung stand - welche einem normalen Bürger Respekt sowie Furcht einflößen könnte.
Immer wieder wirft er einen Blick auf das Schriftstück, während er die Tore jener Burg durchtrat. In der Eingangshalle hielt er inne - sein Kopf drehte sich zur Seite in Richtung des Gemeinschaftsraumes, während ihm einige Gedanken durch den Kopf schossen. Er spitzte seine Ohren ehe er weiterging, in der Hoffnung, etwas zu wahrnehmen zu können.

Verfasst: Mittwoch 4. Juni 2008, 00:14
von Tarja Lycron
Im Gemeinschaftsraum der Arkoritherburg würde er einen weiteren Brief finden. Still war die Burg wie immer, kaum einen Ton konnte man vernehmen, selbst die Ratten im Keller hätte man quietschen hören können. Und doch... Direkt auf dem Tisch, nicht unbedingt gleich auffällig, da das Licht wie immer sehr gedämpft war, lag ein Brief. Auch dieser Brief war wieder an ihn adressiert, die gleichen Buchstaben zierten jenes Kuvert, welches er öffnen musste, um das Innere lesen zu können.

"Wie konnte ich auch nur einen Moment daran zweifeln,
dass du vergessen hattest, wo alles begann.
Die Erinnerungen an diesen Abend sitzen tief
- und sie veränderten unser ganzes Leben.

Erinnere dich schnell, du wirst diesen Ort recht rasch wieder verlassen.
Eile zu dem Ort, an jenem warmen Ort, an welchem wir lebten, gemeinsam,
bevor wir den ewigen Bund eingegangen sind.

Dort wirst du weiteres erfahren und deiner Überraschung einen Schritt näher sein."


Währenddessen sah sie auf das Wasser. Es war ein weiter Weg gewesen und sie fragte sich, wie weit er wohl war und wie lange sie noch auf ihn warten musste...

Verfasst: Mittwoch 4. Juni 2008, 00:35
von Lucan Linari
Doch setzte er sich langsam in Bewegung. Das Leder seiner Stiefel knirschte leise, als er in den Raum trat. Das schummrige Licht des Kaminfeuers vertrieb die Schatten von seinem Gesicht. Sein Blick huscht gleich über den Tisch und es verging nur wenig Zeit, bis er den Umschlag entdeckte. Er neigte sich herab um nach jenem zu greifen und öffnete ihn mit raschen Fingern. Beim lesen der Zeilen geschah es ein weiteres Mal, dass ein Schmunzeln über seine Lippen huschte. Gleich kehrte er um, den Umhang schlang er mit einer Hand um seinen Leib, als er sich wieder auf machte in die Kälte in die heilige Stadt Rahal. Vorbei an der Taverne und über den Marktplatz strebte er auf ihr altes Haus zu - in der inzwischen eine Schneiderin lebte. In den kleinen Gang, welcher durch das Haus führte stand er nun und ließ seinen Blick schweifen - ausschau haltend nach einem weiteren Schriftstück.

Verfasst: Mittwoch 4. Juni 2008, 00:36
von Tarja Lycron
Auch hier würde er, wenn er genau suchen würde unter dem überdachten Teil des Hauses ein Schreiben entdecken. Ein Brief, klein zusammengefaltet und mit einer schwarzen Schleife umgeben. Ein Haarband von Tarja, welches jenes Schreiben umgab und ein eindeutiges Indiz für einen Brief an ihn war. Das Band, so er es vom Brief löste, roch intensiv nach ihr.

Im Brief würde er erneute Zeilen finden.


"Erinnere dich an die Zeit, die wir hier verbrachten.
Es war nicht die Einfachste und dennoch hast du mich in diesen Räumlichkeiten gefragt, ob ich deine Frau werden möchte. Und ich bejahte. Genieße den Duft, der dich umgibt und lass die Gedanken einen Augenblick lang an jenen Moment schweifen.

Begebe dich dann zu einem Ort, an dem du dein vorheriges Leben zurückgelassen hast. An den Ort, an dem wir eins wurden und uns ewige Treue versprachen. Am Fuß der Treppe zu diesem Gebäude wirst du das finden, was du suchst. Einen weiteren Schritt in die Nähe dessen, was dich erwartet."

Verfasst: Mittwoch 4. Juni 2008, 00:53
von Lucan Linari
Sein Kopf regte sich kaum, doch immer wieder huschte sein Blick durch den Gang bis er ein kleines gefaltetes Papier fand. Er ging in die Hocke und hob es auf. Rasch entfaltete er es und begann das Schreiben zu lesen. Wie in Paralyse verharrte er einige Augenblick in jener Haltung. Doch drückte er sich dann wieder hinauf. Die Schreiben stopfte er in die Tasche seines Mantels. Nur wenige Schritte waren zu gehen und er erreichte das Templerviertel Rahals. Den Wachen ließ er einen kurzen Gruß zukommen, als er an ihnen vorüberstrich. Schon von weitem sah er die Treppen, die zum Tempel hinaufstrebten und nun endlich stand er vor ihnen - den Blick lässt er die Treppen hinauf zum Eingang gleiten, ehe er sich entschließt die Treppen hinauf zu steigen.

Verfasst: Mittwoch 4. Juni 2008, 00:57
von Tarja Lycron
Oben an der Treppenstufe würde er recht versteckt und doch sichtbar ein Schreiben finden. Die Wachen waren längst eingeweiht in das, was sie vorhatte. So sollte es ihm ein leichtes sein, den Brief an sich zu nehmen, um ihn zu lesen.

"Es wäre eine Schande, wenn du diesen Brief nicht gefunden hättest.
Aber ich weiß halt doch, dass auf dich Verlass ist.

Du weißt, die Wut trieb mich oftmals fort von dir.
Erinnerst du dich noch an den Platz an dem ich lag? Kämpfend um die Kälte und die Nässe? Suche jenen. Dort wirst du weiteres erfahren."

Verfasst: Mittwoch 4. Juni 2008, 01:12
von Lucan Linari
Stufe für Stufe stieg er die Treppe hinauf - und dort auf einem der Stufen lag etwas. Er neigte sich hinab udn angelte gleich jenes Stück Papier, welches er aufschlägt , um nach weiteren Anweisungen zu suchen. Seine Lippen presste er aufeinander, als er sich an jene Zeit - er nahm einen langen Atemzug, doch dann verstrichen seine Gedanken wieder aus seinem Kopf und er eilte die Treppen hinab. Dieses Mal führte ihn der Weg aus den Mauern der heiligen Stadt hinaus. Er wusste noch genau, wo er sie halbtot auffand - wie könnte er es auch vergessen? - Solche Ereignisse brennen sich tief ein.
Er erreichte ein bewaldetes Gebiete ganz in der Nähe Rahals - durch den ein kleiner Fluß. Kurz vor jenem Fluß schien es, als dass seine Gestalt sich mit den Schatten verschmolz, als wäre er nicht mehr existent und dann auf der anderen Seite des Gewässers wieder auftauchte und sich aus den Schatten der Bäume löste. Dort auf jenem Baumstamm, welcher vor ihm lag, lag sie einst - kreidebleich mit blau angelaufenen Lippen und zu schwach um sich zu erheben. Dieses Bild blieb ihm bis heute erhalten.

Verfasst: Mittwoch 4. Juni 2008, 01:16
von Tarja Lycron
An jenem Ort, direkt neben dem Baumstamm, neben welchem sie lag, würde er einen weiteren Brief finden. Gebettet auf einem ihrer schwarzen Umhänge lag er, geschützt vor Wasser und dem Wind. Auch diesen Brief dürfte er sehr schnell finden, sobald er sich aus seinen Gedanken gerissen hatte.

"Ich weiss, Liebster, die Gedanken, die du mit diesen Ort verbindest sind nicht die schönsten. Aber vielleicht mussten wir sie leben, um das zu werden, was wir sind. Eine Macht. Kleide dich um, ich möchte nicht dein Tod sein. Schwarz wie die Nacht bist du, doch auffallen sollst du nicht. Erinnere dich an den Ort des Misstrauens, als ich dich fragte, warum du mich hierhin führst. Wenn du ihn gefunden hast, gehe zum gleichen Tisch, an welchem wir ruhten.

P. S. Ich warte noch immer auf dich."

Verfasst: Mittwoch 4. Juni 2008, 01:32
von Lucan Linari
Kaum hatte er jene Worte gelesen, entfuhr ihm ein leichtes Seufzen. Doch kehrte er kurz darauf zurück - die Straßen Rahals entlang bis hin zu seinem Haus. Er stieg die Kellertreppen hinab, bishin zum Schrank,in dem er seine Kleider aufbewahrte. In der Nacht tauschte er seine schwarze Gewandung mit einer Blauen. Kein Fremder sollte nun noch seinen Rang oder ähnliches an seinem Äußeren festmachen können. Die Haare wurden nochmals gerichtet und die Kleider glattgezogen.

Vor Rahal wartete schon geraume Zeit eine Kutsche, dessen Fahrer er darum bat, ihn doch bitte zum Wegekreuz zu fahren.
Einige Zeit verstreich in der Kutsche und seine Gedanken kreisten die ganze Zeit, was sie damit bezweckte und vor allem war er gespannt, was ihn erwarten würde. Bosheit vermutete er nicht hinter jener Aktion und so schlich sich ein Lächeln auf seine Züge.
Am Wegekreuz angelangt, warf er dem Kutscher ein paar Münzen zu als Lohn für seine Dienstleistungen - kümmerte sich aber nicht mehr weiter um ihn, sondern ging die Straßen entlang bis er eine Taverne erreichte, bei dem man auch im Freien platz nehmen konnte. Dort vor dem Gartentor stand er und ließ vorerst sein Blick über die aufgestellen Steintische schweifen.

Verfasst: Mittwoch 4. Juni 2008, 01:43
von Tarja Lycron
Auch dort wird er ein erneutes Schreiben finden..

"Ich bin nicht mehr weit von dir... Der Weg teilt sich und im Südosten sollst du finden, was dir gehört."

Die Zeit verstrich und es wurde langsam wirklich Zeit, dass Lucan auftauchte. Die Wegelagerer hatte sie mit nur wenig Gold und einem abgenutzten Umhang zufrieden stellen können. Es war an der Zeit das Zucht und Ordnung herrschte... jenes dachte sie sich erneut.

Verfasst: Mittwoch 4. Juni 2008, 12:44
von Tarja Lycron
Die Überraschung war ihr wohl gelungen. Die Reise in die Vergangenheit hatte sie nur abermals fester zusammengeschweißt. Anfangs dachte sie, diese Wegelagerer hatten sie erneut aufgesucht. "Richtet der Baroness einen schönen Gruß aus." Als ob sie, eine Arkoritherin, interessieren würde, was mit der Baroness war. Meinetwegen konnte sie qualvoll in den Kerkern Rahals zugrunde gehen - noch lieber war ihr der Kerker der Burg, aber man konnte es sich ja nicht immer aussuchen.

Der Rest des Abends verlief dennoch recht interessant. Es fielen Fragen, die leicht zu beantworten waren. Ja, sie würden beide nichts verändern. Manchmal war sie noch immer recht verwundert, dass er sie mit dem Leben verteidigen würde. Und doch, indirekt wusste sie es. Schließlich würde sie nicht anders handeln. Schon bald würde sie sich auf die Suche nach diesen Wegelagerern machen. Zwei Männer, eine Frau. Dann würden sie für den Umhang und das Gold bezahlen müssen. Man verärgerte keine Arkoritherin und schon gar nicht sie, erst recht nicht, wenn sie auf ihren Liebsten wartete um jenen gebührend mit einer Überraschung zu empfangen.