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Mit dem Tod hört alles auf - oder etwa nicht?
Verfasst: Montag 19. Mai 2008, 23:05
von Tarja Lycron
Lange saß Tarja über dem Brief. Sie drehte und wendete ihn so oft sie konnte - und dennoch, der Absender blieb immer der Gleiche. Madlen Thyrmon. Wie konnte es sein, dass sie eine Schwester hatte, dazu auch noch eine Zwillingsschwester und keiner hatte jemals von ihr gewusst? Hatten ihre Eltern sie weggegeben? Gleich bei der Geburt? Es war ein beunruhigendes Gefühl zu wissen, dass es noch jemand aus dieser Familie gab. Mit dem Tod ihres Erzeugers - ja, Erzeuger, ein Vater war dieser Mann nie gewesen, dachte sie, sie hätte die ganze Familie bis auf ihren Bruder ausgerottet und wo der steckte wusste nur der Teufel.
Madlen Thyrmon also. Vielleicht war es auch einfach ein schlechter Scherz? Lucan konnte es nicht gewesen sein, er wusste genau, wie sehr sie zur Zeit unter den Traumerscheinungen litt. Er konnte zwar fies sein, aber das würde er nicht tun. Aber wer sonst konnte ein Auge auf sie geworfen haben? Vikko, oder wie auch immer er sich nun nannte? Nein, er hatte es auf Lucan abgesehen. Aber vielleicht wollte er Lucan auf diese Art und Weise schaden? Wie auch immer es sein würde, sie musste es allein herausfinden. Das sie wirklich auf ihre Schwester traf, dazu auch noch in Bajard - mehr durch einen Zufall konnte sie selbst kaum glauben. Und dennoch war es so gewesen. Es war nicht schwer, sie zu erkennen. Immerhin glich sie Tarja zumindest von der Statur und dem Gesicht. Ihre Haare waren anders und Tarja war mittlerweile durchaus trainierter als ihre Schwester und die Narben unterschieden sich ebenso. Umso genauer sie Madlen beobachtete umso deutlicher wurde, dass sie noch viel lernen musste. Sie war offenherziger als Tarja selbst und dennoch bekam sie gleich Tarjas kalte Seite zu spüren. Niemals zuviele Angaben über sich selbst und dazu auch noch in einem Tonfall, welcher den meisten das Blut in den Adern gefrieren lassen würde. Aber jeder würde lernen und umso öfters sie ihrer Schwester über den Weg laufen würde, umso sicherer war sie sich: Auch Madlen würde lernen. Wie weit sie es bringen würde lag allein in ihren eigenen Händen. Wenn sie sich herauskristallisieren würde, würde es sicherlich einen Weg geben ihr unter die Arme zu greifen. Wenn ...
Vorerst aber hatte sie andere Dinge im Kopf. Dinge, die sie grübeln ließen.
Das alles konnte recht gut mit ihren Träumen zu tun haben, aber was zum Teufel hatte der Mann in ihren Träumen zu suchen? Ihren Vater hatte sie längst umgebracht. Er konnte nicht mehr am Leben sein, es sei denn er war selbst für den Tod zu schlecht. Ihre Hände glitten über ihr Gesicht, ein Zeichen ihrer Ratlosigkeit. Kopfschmerzen machten sich an ihrer vorderen Schädeldecke breit und ließen ihre Ader an der Stirn pochen. Es war an der Zeit etwas Neues, Böses zu erschaffen. Irgendwas musste sie tun um sich selbst zu befreien. Und manchmal war es gar so, dass Alatar ihre Bitten und ihre Gedanken erhörte. Den Abend auf der Burg würde sie so schnell nicht vergessen - ein durchaus amüsantes Grinsen überzog ihr Gesicht. Sie war sich sicher, dass sie nicht die Einzige war, die sich an jenes Schauspiel erinnern würde.
Bezüglich ihrer Schwester musste sie sich noch etwas einfallen lassen. Und es schien sich auch schon etwas in ihrem Kopf breitzumachen, als sie die heimischen Gefilde aufgesucht hatte ...
Verfasst: Montag 26. Mai 2008, 14:33
von Tarja Lycron
Grauenvoll - zumindest wenn man daran dachte, dass die Ära der Thyrmon wohl doch noch nicht vorbei war. Sie hatte ein ungutes Gefühl dabei, dass ihre Schwester hier war. Tarja musste aufpassen. Es durften nicht zu viele erfahren, dass sie aus dem gleichen Blute waren. Es war von Vorteil, dass sie ihren Mädchennamen abgelegt hatte. Aber auf der anderen Seite ...
Sie kräuselte die Stirn. Vielleicht war es doch ganz praktisch, - zumindest dann, wenn sich ihre Schwester als nützlich erwies. Wie Lucan schon gesagt hatte, vielleicht ist sie stärker als der größte Teil des Fußvolkes und würde es durchaus noch zu etwas bringen. Tarja tippte sich mit dem Kohlestift immer wieder an die Unterlippe, das Resultat der schwarz-gefärbten Lippen störte sie nicht im geringsten.
Madlen Thyrmon also.
Tarja versuchte sich zu erinnern. Sie rief sich all die Erinnerungen an die Vergangenheit noch einmal in den Kopf und es war fast, als huschte sie erneut in die Rolle. Sie verschwamm mit dem Bild der Vergangenheit. Aber sie konnte nichts erkennen, nichts feststellen. Niemals hatte jemand irgendwas über Madlen gesagt oder etwas von ihr gewusst. Tarja war die Jüngste gewesen, also mussten ihre älteren Geschwister doch irgendwas wissen. Aber selbst, wenn sie es wussten hieß es noch lange nicht, dass sie auch etwas gesagt hätten. Verrätervolk. Ob Madlen anders war? Der Einzige, der vielleicht etwas wusste, war ihr großer Bruder. Ihr Bruder, ja. Dieser feige Hund, der sich aufmachte und sein Leben in Sicherheit brachte. Ein wahrer Held, wie er im Buche stand. Hatte seine Schwestern im Dreck sitzen lassen. Sie würde ihm den Hals umdrehen, würde sie ihn jemals wieder sehen. Sie war vielleicht gerade einmal vier oder fünf gewesen, höchstens sechs Jahre alt, als er gegangen war. Vielleicht war er damals ihre einzige Anlaufstelle gewesen, immerhin schien er so 'normal' wie sie zu sein. Verflucht sei ihre Familie. Sie hatte es doch geschafft gehabt, einen großen Teil davon auszurotten. Warum mussten sich nun alle wieder um sie herum versammeln?
Verfasst: Dienstag 27. Mai 2008, 16:04
von Tarja Lycron
Sie drehte und wendete den Brief in ihrer Hand. Der letzte Brief war schon kein gutes Zeichen gewesen, wobei man es nun auch auslegen konnte, wie man wollte. Vielleicht war es gar nicht so schlecht, dass Madlen wieder hier war. So konnte sie immerhin kontrollieren, was sie tat. Kontrolle. Ja. Bisher hatte Tarja ihr Leben seit sie von zuhause raus war sehr gut unter Kontrolle gehabt. Abgesehen von der Bindung zu Lucan, die etwas überraschend für sie kam aber mittlerweile auch zu ihrem kontrollierten Leben gehörte.
Ein paar Herzschläge lang hatte sie den Brief weiter in Augenschein genommen. Es war kein Siegel zu erkennen, ebenso gab es keinerlei Indiz dafür, woher jener Brief stammen könnte. Vielleicht sollte sie warten. Aber was würde das schon bringen? Sie würde sich innerlich damit nur in extreme Unruhe versetzen. Erneut legte sie den Brief zurück auf den Tisch. Mh, vielleicht warten, bis Lucan zuhause ist ... Aber was würde ihr das schon bringen? Er konnte sie nicht vor dem bewahren, was in dem Brief stehen würde. Zumal, warum glaubte sie neuerdings, dass sich in jedem Brief eine schlechte Nachricht befand? Gut, abgesehen von den letzten Schreiben an sie war das Schreiben an Lucan auch nicht sonderlich erfreulich. Es schien in der Gewalt der Natur zu stehen, dass jene negativ behafteten Briefe immer an sie geschickt wurden. Es half alles nichts. Sie zog den silbernen Dolch mit den eingravierten Flammen aus ihrem Stiefelschaft und öffnete die Schnur um das Schreiben. Trotz ihrer innerlichen Anspannung öffnete sie den Brief langsam und geduldig. Man wusste zumal nie, ob sich nicht doch eine Falle daran verbarg. Ja, dabei dachte sie an den letzten Brief, den Lucan von Vikko bekam. Aber nichts geschah. Fast schon zufrieden sah Tarja auf das Schreiben in ihrer Hand, ehe sie zu lesen begann.
Zum Gruße dir, liebste Cousine, Tarja.
Vielleicht wunderst du dich, vielleicht aber auch nicht, dass ich dir schreibe.
Es dauerte eine Weile ehe ich dich gefunden habe. Immerhin hast du dein Heimatdorf verlassen und neue Wege eingeschlagen. Mir wurde ein Familienerbstück zuteil. Ein Buch mit all unseren Vorfahren und Nachkommen, es scheint fast als würde sich jeder dort schon bei der Geburt wie durch Geisterhand eintragen. Es stammt von unserem Ur-ur-urgroßvater Jonathan Miro Thyrmon, ich bekam es mehr durch einen Zufall in die Finger, als ich über einen der Märkte in meinem kleinen Fischerdorf hier spazierte. Natürlich nahm ich den Besitz der Familie umgehend an uns.
Tarja runzelte die Stirn. Langsam hatte sie die Schnauze voll von den Neuigkeiten über ihre eigene Familie. Ihre Cousine also. Nunja, das konnte sie noch verkraften. Immerhin war sie nicht direkt mit ihr verwandt. Über jenes Buch hatte sie bisher nie etwas gehört, sie erinnerte sich auch nicht daran, ob es damals auf dem Speicher lag oder nicht. Kurz wog sie ihren Kopf hin und her. Es musste ja nicht zwingend heissen, dass es bei ihren Eltern aufbewahrt war. Sie zog die Luft durch die Nase und las weiter.
Es war nicht einfach, dich ausfindig zu machen. Was ich in Erfahrung bringen konnte durch Boten und Beobachter ist, dass du in einer Stadt namens Rahal lebst, dich einem Gott namens Alatar verschworen hast und deinen Mädchennamen abgelegt hast um den deines Mannes anzunehmen. Ob du diesbezüglich meine Gratulation hören möchtest, weiss ich nicht. Und dennoch übersende ich dir meine Glückwünsche, was auch immer dich zu dem Schritt bringen lies.
Tarja blinzelte kurz und sah auf. Sie musste neuerdings vorsichtiger sein mit wem sie sprach und was sie von sich preis gab. Manchmal stimmte es wohl doch, man durfte nicht zu vielen Menschen trauen. Was für eine Schmah. Kurz schüttelte sie ihren Kopf, als wolle sie die Gedanken vertreiben um sich dem Brief weiter zu widmen.
Mein eigentliches Anliegen, warum ich dir den Brief schreibe ist ein ganz anderes. Ich denke, uns verbindet einiges. Vermutlich haben wir die gleiche Vergangenheit, auch wenn wir sie unabhängig voneinander erlebt hatten. Ich hörte mich in deinem Heimatdorf um und jeder erzählte mir das, was ich auch kannte. Und dennoch hatten wir den starken Willen und haben überlebt. Vielleicht ist jenes ein Zeichen, um etwas größeres heraufzubeschwören. Nimm dir die deinen Verbliebenen und schließ dich mit ihnen zusammen. Sie haben Kraft, Mut und Stärke bewiesen. Vielleicht war der andere auch feige und ging fort, nichts desto trotz ist es jedoch an der Zeit, dem Blute der Thyrmon neue Kraft und Macht zu verleihen. Ich habe das Buch auf die Reise geschickt. In einigen Tagen dürfte ein Bote es bei dir abgeben. Vielleicht wirst du schlauer daraus. Aber führe dir meine Worte zu gemüte. Wenn der Tag reif ist, werde ich vor deiner Türe stehen. Bis dahin hoffe ich, dass deine Wege die Richtigen sind.
Jana Layani Thyrmon
Tarja legte den Brief auf den Tisch und nahm ihn einige Lidschläge später wieder in die Hand um ihn erneut zu lesen. Vielleicht hatte ihre Cousine gar nicht so unrecht mit dem was sie schrieb. Die Stirn der Maga kräuselte sich erneut. Vielleicht war es wirklich an der Zeit ihre Familie mit neuer Kraft und dem richtigen Streben zu erfüllen. Sie würde Madlen erneut zu sich ordern müssen, um mit ihr zu sprechen. Wer weiss, was sich aus jenem Gespräch ergeben würde. Aber es war an der Zeit, dem Reiche zu mehr Macht zu verhelfen.
Verfasst: Mittwoch 28. Mai 2008, 11:31
von Tarja Lycron
Nachdem sie aus den Höhlen zurückgekommen war saß sie noch eine Weile wach. Sie hatte Lucan davon berichtet, dass ihre Cousine geschrieben hatte. Langsam könnte man ein Familientreffen einberufen ... Das waren seine genauen Worte. Ja, wahrscheinlich war es so. Vermutlich konnte man nach all der Zeit wirklich ein Familientreffen einberufen. Es gab ihre Cousine, ihre Schwester und sie selbst, dazu noch Lucan, der mehr oder minder in die Familie eingeheiratet hatte. Oder zumindest in Tarjas Augen dazu gehörte, selbst wenn sie seinen Namen angenommen hatte. Tarja Thyrmon war ein Name, der ihre Vergangenheit prägte. Aber in der Zukunft schien er doch noch einiges bedeuten zu können. Es war nur die Frage, WAS das alles zu bedeuten hatte. War es wirklich an der Zeit, dass die nächste Generation der Thyrmon etwas Neues, etwas großartiges erschaffen sollte? Tarja seufzte langgezogen. Es war an der Zeit zu schlafen, heute würde sie eh nichts mehr zustande bringen. So ging sie zur Ruhe, zumindest für den Rest des Tages.
Mit dem nächsten Morgen kam auch ein neuer Tag. An jenem Tag wollte Tarja sich noch einmal Gedanken über das machen, was sie in dem Schreiben ihrer Cousine gelesen hatte. Es war ein ewiges hin und her. Eigentlich hatte Tarja mit ihrer Vergangenheit längst abgeschlossen. Aber was war verkehrt daran, wenn es von Nutzen war? Es klopfte an der Tür. Sie raffte sich auf und öffnete jene, verhüllt wie immer blickte sie den Boten an, der vor der Türe stand. Ein größeres Päckchen hielt er in der Hand, verschnürt, als würde darin etwas überlebenswichtiges zu finden sein. Auf dem Päckchen lag noch ein weiterer Brief, den, wie sie erfuhr, der Bote von einem weiteren Fremden überreicht bekommen hatte. Die Tür flog recht schnell wieder in die Angeln, ehe sie sich daran machte, das Päckchen auszupacken. Sie wusste, darin konnte sich nur jenes Buch befinden von dem Jana Layani geschrieben hatte.
Es war interessant das Buch durchzublättern. Sie erfuhr einiges über ihre Verwandtschaft. Es war merkwürdig das Buch aufzuschlagen. Es war fast so, als würde jenes Buch das fehlende Stück von Tarja ergänzen. Ein Stück, welches sie irgendwie immer vermisst hatte. Selbst die Todestage der Verstorbenen standen in jenem Buch, etwaige Zeichnungen der Gesichter waren ebenso in jenem zu finden. Vor lauter Faszination hätte sie fast den Brief vergessen, der neben dem Buch für sie abgegeben wurde. Jenen öffnete sie jedoch umgehend, als er sich ihr ins Gedächtnis rief.
Schwester,
Vor nicht allzu langer Zeit erhielt ich ein Schreiben von unserer Cousine, die mich dazu aufrief, die Stadt des Herrn aufzusuchen, um eine Wiedervereinigung der Familie Thyrmon zu bewirken. Ich folgte ihrem Ruf und verweile nun hier. Wenn die Zeit reif ist, werde ich mich dir offenbaren. Es gibt Dinge zu besprechen, die zu unser aller Vorteil sein könnten.
Wilyam
Tarja sah auf den Brief und ihrem Gesicht entwichen sämtliche Gesichtszüge. Langsam verstand sie selbst die Welt nicht mehr. Und dennoch, wenigstens hatte sie eine Erklärung für die Träume, die sie nachts plagten. Freu dich nicht zu früh, du wirst nicht kommen und mich holen ...
Verfasst: Freitag 30. Mai 2008, 11:40
von Tarja Lycron
Es war nicht immer Gold, was glänzte. Aber vielleicht reichte es, um daraus Gold zu machen. Das wusste niemand. Tagelang hatte sich Tarja darin geschult ihren Körper sowie ihren Geist zu verteidigen, im Kampfe zu lehren. Immer wieder ging sie zu Boden und stand wieder auf. Erschreckend für eine Maga ihres Standes, aber manchmal wurde man überrumpelt von einem Gegner. Jenes musste sie lernen zu unterdrücken, unter Kontrolle zu haben. Kontrolle - das, was ihr Leben ausmachte. Sie hasste es, wenn nichts unter ihrer Kontrolle war. Vielleicht würde sie sich aber genau an jenes gewöhnen müssen?
Ihr Vertrauen in andere Menschen war gleich null. Sie hatte ihr Vertrauen, ihre Seele in die Hände des Ordens gelegt. Der Rest der von ihr übrig blieb wurde Lucan zuteil. Aber was erwartete man auch schon? Sie hatte in den letzten Tagen und Wochen Informationen bekommen mit denen sie so gar nicht gerechnet hatte. Aber vielleicht ließe sich aus jenen Informationen wirklich etwas schaffen. Wo war das Buch? Sie hatte es gut versteckt, damit niemand es finden konnte. Nicht einmal Lucan - vorerst.
Ledrig war der Einband und ein geschwungenes 'T' zierte den Einband. Es war ein komisches Gefühl mit den Fingern darüber zu streichen. Sie schlug die erste Seite auf und blätterte gedanklich das ganze Buch durch bis zu der Seite, mit der alles begonnen hatte. Das Kapitel über ihren Ur-ur-urgroßvater ...
Verfasst: Sonntag 1. Juni 2008, 23:44
von Madlen Thyrmon
Gespenstisch und schaurig, fast schon ungewöhnlich war das auftreten meiner Schwester gewesen. Jener Moment war der erste an welchem ich mir dachte: Ein Glück dass sie dich weggaben. Ich war selbst nie die Freundlichste, aber eine solche Kühle und eine derartige Mauer um sich herum ~ das konnte ich nicht verstehen. Vielleicht musste ich auch selbst noch an mir arbeiten und war vielleicht doch zu freundlich und dankbar für die Welt ...
Ich erinnere mich nur an den Tag bei der Schneiderin. Als erstes saß ich dort ohne Tarja, die jedoch recht bald nach mir durch die Türe trat. Ankleiden ließ sie mich, angeblich damit ich mich auf den Straßen sehen lassen konnte. War das der erste nett gemeinte Zug von ihr? Ich wurde recht bald eines besseren belehrt. Und jedes weitere Treffen verlief immer seltsamer.
Erst recht wenn ich an das letzte Treffen zurückdachte. Man konnte fast sagen, sie war ein wenig aufgelöst. Sie wirkte nervös und etwas durcheinander, bisher hatte ich sie so nie kennengelernt. Die Aufregung schien ihr in die Augen geschrieben. Ich hörte sie nur murren und schimpfen, dass Teile der Familie zurückkommen würden und sie stopfte mir einige Briefe in die Hand, die ich lesen solle. Mein Bruder war also noch am Leben, eine erfreuliche Überraschung und eine noch schönere Nachricht, dass noch mehr von uns zusammenfinden würden. Ebenso wie unsere Cousine, aber Tarja schien wirklich alles andere als begeistert. Wovor hatte sie Angst? Was belastete sie so? Ich würde einiges an Zeit benötigen, um das herauszufinden. Vielleicht sollte ich mich auch an ihren Mann wenden, eventuell würde er mir sagen können was in sie gefahren war ...
Verfasst: Montag 2. Juni 2008, 01:08
von Tarja Lycron
Da ist eine Angst in mir,
dennoch zeigt sie sich nicht.
Es könnte mein Ende sein,
das Ende von Allem, was ich kenne.
Und doch werde ich nicht gehen.
Sie hatte das Kapitel, geschrieben von ihrem Vorfahren, gelesen. Seufzend legte sie den Kopf zurück an die kalte Mauer. Das Gespräch mit Madlen war nicht so verlaufen, wie sie es sich erwünscht hatte. Zu aufgeregt, zu angespannt war sie gewesen. Zuviele Fragen hatte Madlen gestellt und Tarja konnte ihr keine Antworten auf die Fragen geben. Vielleicht sollte sie ihr das Buch aushändigen, aber jenes behielt sie für sich. Es sollte nicht in falsche Hände geraten, hatte sie diesen Reichtum gerade für sich beansprucht. Über das Buch würde sie noch einiges herausfinden können. Es war, als habe es für all ihre Fragen eine Antwort, keine genaue, aber immerhin eine etwaige mit der sie vorerst nichts anfangen konnte. Aber umso mehr sie sich auf jene konzentrierte umso detailierter erschien ihr jene.
Sie ging die Treppen langsam hinauf ins Badezimmer. Wovor hast du Angst, Tarja Linari? Sie setzte sich auf die Steinstufen und sah ins Wasser, besah sich ihr Spiegelbild. Die schwarze Robe sorgte dafür, dass ihre Rundungen noch deutlicher betont wurden. Was erwartest du, Tarja Linari? Tausend Fragen schlichen sich durch ihren Kopf. Vielleicht musste sie ihren Kopf irgendwie freibekommen. Ihr war nur noch nicht klar, wie. Dann kamen ihr Lanayas Worte in den Kopf zurück, die sie nach dem letzten Unterricht vernommen hatte. Vielleicht sollte sie ihr Augenmerk darauf legen, zumindest für den Moment. Sie legte den Blick wieder auf die ruhige Wasseroberfläche ... Eine Herausforderung, die sie annehmen musste.
Verfasst: Sonntag 22. Juni 2008, 15:37
von Tarja Lycron
Tarja, denk nach... denk verflucht nochmal nach.
Das Schicksal meinte es alles andere als gut mit ihr. Obwohl sie sehr nach den Regelwerken Alatars lebte konnte sie sich nicht weiter damit anfreunden, was passiert war. Vermutlich das erste Mal in ihren Leben, dass sie hätte heulen können. Umso schneller musste die Familie zusammenfinden und aus ihr neue Kraft schöpfen.
- Sie brauchte einen Plan. Einen sehr guten Plan.
Aber sie wäre keine Thyrmon gewesen, bis sie ihren Namen ablegte, wenn sie nicht schleunigst einen Plan hätte. Madlen, sie würde ihren richtigen Platz auch noch finden. Jana Layani und Wilyam, die weiß Alatar wo herumschlichen. Jana Layani hatte sich nicht weiter bei ihr gemeldet. Es blieb an ihr und eventuell an Madlen hängen, die Familie letztendlich zusammenzuführen. Rasch setzte sie ein Schreiben auf, um jenes verschicken zu können, sobald der passende Zeitpunkt da war.
Bis jener da war musste jedoch noch einiges passieren. Und sie musste sich eiligst Gedanken darüber machen, wo, was, wann und vor allem.. wie?
Verfasst: Mittwoch 25. Juni 2008, 15:20
von Lucan Linari
Nachts lag er noch wach im Bett – nur das Plätschern des Wassers und die unzähligen Stimmen, ließen ihn jeden Gedanken einige Male überdenken, die er zuvor gefasst hatte. Zu oft hatte er sich im Wirrwarr seiner Gedanken verlaufen. Familie – der Orden war seither seine erste richtige Familie gewesen, wo er akzeptiert wurde. Doch hatte sich seither viel verändert...
Tarja – welche er einst zur Frau nahm, welche gerade neben ihm ruht, war ebenso aus einer zerbrochenen Familie gekommen, scheinbar abgeschnitten von ihren Wurzeln.
Aus dem Scherbenhaufen ihrer Familie haben sich jedoch einige Teil wiedergefunden – ihre Schwester Madlen, welche er schon kennen lernen durfte. Einmal in der Taverne Rahals und ein weiteres Mal in der Taverne von Bajard. Dort erfuhr er, dass sie Gardistin der heiligen Stadt wurde - interessant und scheinbar hatte sie auch schon Kontakte geknöpft, wie der Herr neben ihr bewies.
Eine Gardistin – und sie soll die Ziehmutter seines Kindes werden? - Er wusste noch nicht genau, was er davon halten sollte. Zuviele Dinge gab es zu bedenken, zuviele Dinge abzuwägen...
Welcher könnte der richtige Weg für alle beteiligten sein?
Die Stunden strichen davon, als Lucan sich schließlich aufsetzte und sich mit dem Rücken gegen die kalte Steinwand legte. Den Kopf in den Nacken gelegt verharrte er so einige Zeit. Die Augen hielt er geschlossen und ein Seufzen fuhr ihm über die Lippen.
Zu weiteren Mitgliedern Tarjas Familie sollen sie schon Kontakt hergestellt werden - dabei schwirrten ihm einige Gedanken durch den Kopf. - Waren sie ebenso begabt wie sie? Welchen Weg haben sie eingeschlagen? Würden es Verbündete sein oder Feinde?
Er könnte nicht alles erdulden, was auf ihn zukommen könnte... sie würde es sicherlich verstehen – sie würde sicherlich selbst die Messer wetzen, wenn es nötig sein würde.
Doch verschwammen jene Gedanken immer mehr, als er schließlich ins Land der Träume sank.
Verfasst: Dienstag 1. Juli 2008, 13:22
von Tarja Lycron
Tap – Tap – Tap. Tap – Tap – Tap.
Es hämmerte in ihrem Kopf, als erstes leiser. Man könnte meinen, jemand tappte durch das verlassene Haus. Tap – Tap – Tap. Immer und immer wieder. So sehr sie sich auch konzentrierte, sie bekam das Geräusch nicht aus ihren Ohren. Schlafen konnte sie auch nicht, nicht so, nicht auf diese Art und Weise. Nicht, wenn sie von den Geräuschen verfolgt wurde. Und dann, wieder die Stimmen, die ihr Zweifel brachten. Die Stirn kraus gezogen versuchte sie, jene Stimmen wieder loszuwerden. Aber wie konnte man etwas loswerden, was sich so fest in einem verankert hatte? Tap – Tap – Tap. Sie hielt sich die Ohren zu, langsam begannen sie zu schmerzen vor lauter Geräusche. Langsam trieben sie diese unzähligen Geräusche in den Wahnsinn. Stimmen, pochen, klopfen, klackern und pochen. Jeder dumpfe Ton wurde auf einmal durch ihre Wahrnehmung zu einem schmerzenden Ton. Und dann waren sie doch wieder im nächsten Augenblick verschwunden und nur das leise Flüstern in ihrem Kopf blieb, welches sie für die nächsten Moment ausblenden konnte.
So würde sie sich auf jeden Fall nicht auf ein Gespräch mit Madlen konzentrieren können. Nicht so, nicht, wenn sie immer die ganzen Stimmen im Hintergrund hatte. Je näher sie der Burg kam, umso lauter und eindringlicher wurden sie. Desto unsagbarer und unerträglicher wurde das Gefühl. Vielleicht sollte sie das Gespräch verschieben, Madlen war nahezu verschollen in letzter Zeit. Sie hoffte nur, dass sie sich von der Garde nicht zu sehr beanspruchen ließ.
Mittlerweile hatte sie sich längst damit abgefunden, dass die Familie immer weiter wuchs. Anfangs war es schwer, schließlich dachte sie, sie wäre die Einzige, die überlebt hatte. Und dennoch kristallisierten sich immer wieder Stärkere der Familie Thyrmon heraus. Fast schon stolz war Tarja darauf. Ihre Hände wanderten über ihre Arme hinab und beide legte sie auf ihren Bauch, um sie dort ruhen zu lassen. Sie hatte das Gefühl, dass sie mit all der Last, die auf ihren Schultern lag, teilweise alleine da stand. Lucan verstand sehr selten was sie bedrückte. Zumindest verstand er sie nicht in letzter Zeit. Oder hatte sie nur das Gefühl? Wie auch immer es war, sie war es, die letztendlich eine Entscheidung treffen musste und die Entscheidung musste recht bald fallen.
Tap – Tap – Tap. Wieder diese Geräusche.
Aber sie ließen die junge Maga nicht aus der Ruhe kommen. Selbst das Gespräch mit dem Landwirten in der Taverne führte sie einwandfrei, wenngleich sie am Ende nicht mehr lange dem Gespräch von Lucan und Aleksi folgen konnte. Zu sehr hämmerten die Geräusche in ihrem Ohr, der ganze Kopf dröhnte und bei jeder Bewegung hatte sie Angst, dass gleich ihr Kopf platzen würde. Und so zog sie sich zurück in ihre eigenen vier Wände. Solange, bis die Stimmen wieder einigermaßen verebbt waren und sie zumindest ein paar Herzschläge in Ruhe ließen.
Verfasst: Dienstag 1. Juli 2008, 15:14
von Lucan Linari
Zähneknirschend hielt er sich die Seite, als er, von seinem Zostrich getragen, die Mauern Rahals passierte – geradewegs führte ihn jenes Wesen zu seinem zu Hause. Etwas unbeholfen mag es gewirkt haben, wie er sich von der Echse hinabgleiten ließ. Doch war ihm spätestens dort klar geworden, dass sich etwas verändern musste – das leise Wispern, welches seinen Geist erfüllte lenkte ihn zu sehr von den wichtigen Dingen ab. Zu leicht hatte er sich bei der letzten Jagd überrumpeln lassen, wovon er nun die Früchte tragen durfte.
Im Haus angekommen, strebte er auch gleich die Treppen hinab in den Keller - schon dort wurden einige Klänge laut und er wusste, Tarja hatte sich wieder einmal in die Arbeit gestürzt. Aus purer Ablenkung oder dachte sie ähnlich wie Lucan – vielleicht etwas finden zu können, was diese verdammten Stimmen aus ihren Köpfen verbannt – auf ewig!
Er blinzelte, als er sich wieder aus seinen Gedanken riss – in letzter Zeit schien er öfter abzuschalten als es normal schien. Er trat durch die Tür, wo er sie sah, wie sie sich auf dem Stuhl bequemte – gezeichnet von den Strapazen der letzten Tage, rieb sie mit ihren Fingern immer wieder über ihre Schläfen. In letzter Zeit hatte er sie öfter so gesehen und nicht immer wusste er, was er dagegen tun könnte.
Die Spuren des Rituals und ihren Drang die Familie wieder zu vereinen, raubten ihre Kräfte. Einst dachte er, es handelte sich lediglich, um das Wiederfinden einer Verwandten, aber die kleinen Kieselsteine kamen ins Rollen und lösten mehr aus, als er es vor kurzem noch für möglich hielt. Es entwickelte sich langsam – zu mehr als dass man es nur eine 'Familie' nennen konnte. Wenn man jetzt schon einen Landwirt sich als Bediensteten halten wollte, um die eigenen Vorräte zu bereichern, würde es sicherlich mehr Vorteile mit sich bringen als erhofft.
Gedanken schossen durch seinen Kopf – das Blut des Landwirtes zu nehmen, um ihm einen Eid schwören zu lassen – sich seiner Loyalität zu versichern. Einen Fluch? Einen einfachen Bluteid?
Es gibt so viele Wege, aber man wird sehen...
An jenem Abend wechselten sie einige Worte. ebenso erfuhr er, dass die Elegida ein Treffen plante? In feineren Kleidern? Er verstanden nicht sofort, was es damit auf sich hatte und warum ihm davon nichts vorher zu Ohren gekommen ist...die Skepsis wollte nicht gleich weichen, aber blieb ihm in diesem Falle nichts weiter als abzuwarten.
Schnell wurde ihm jedoch klar, dass sie heute wohl nicht aufgelegt war, zu viele Worte zu wechseln, also beschloss er kurz darauf einfach das Bett aufzusuchen.
Verfasst: Freitag 18. Juli 2008, 19:55
von Tarja Lycron
Familiengeflüster
Die schwarze Haarsträhne pustete sie sich aus dem Gesicht. Was für ein Tag – was für ein Tag. Gespräch für Gespräch brachte sie hinter sich und tausende von Gedanken schlichen sich immer wieder in ihr kleines Köpfchen. Die Familie wuchs und letztendlich traf auch noch ihre Cousine Jana Layani an. Zwar hatte sich Tarja irgendwie an ihre Familie gewöhnt, aber umso größer alles wurde, desto komplizierter und erdrückender wurde alles.
Gespräche mit Madlen
„Eine Aufgabe ... für mich?“ - „Ja, für dich.“ - „Und ... was?“ - „Ich kann nicht ... du musst ... es ist mir egal wie.“ Zur Not würde sie eben zu ihrem Glück gezwungen werden. „Und wie erkläre ich?“ - „Das ist mir vollkommen gleich, Madlen.“
Mit dem Rücken an die Wand gelehnt blickte sie aus einem der Fenster. Schwarz war die Nacht, schwarz würden die Schatten sein, die sich irgendwann durch die Straßen schlängelten. Chaos – Rache, Chaos – sie würden alle ihren Spaß haben. Da war sie sich sicher.
„Und.. was machst du so?“ - „Tausend Dinge, mein Tun kann man nicht immer in Worte fassen!“ - „Und – warum bist du hier?“ - „Die Familie, die Familie ... du weisst schon!“
Erst Madlen, dann Wilyam, dann auch noch Jana Layani. Erben der Thyrmon neben weiteren Fähigen, die sich um sie herum versammelt hatten. Dantian – Neran.
„Doch in jenem Haus werdet Ihr niemanden anfinden!“
„Nicht? Na bei meinem Glück sind sie verreist und haben die Aushänge zum Spaß verteilt.“
Keines von beidem. Sie, eine der Erbin selbst, saß vor ihm – Dantian. Was sich auch sehr schnell ihm offenbarte. Ein Gespräch, tausende an Worten, viele Gedanken und dennoch ein zustimmendes Nicken von Lucan, was auch ihrerseits eine Zustimmung ergab.
Ein großes Familientreffen mit allen, damit sie sich endlich alle einmal sehen konnten. Madlen, Wilyam, Lucan, Dantian, Tarja. Alle waren sie dort. Bis auf Jana, zu jenem Zeitpunkt war sie noch nicht zugegen. Pläne wurden geschmiedet, Namen fielen, Erkundungen wurden eingeholt. „Varuna, oder?“ Ein kurzes Nicken. Es sollte eine Leichtigkeit darstellen, mehr herauszufinden.
Der Abend wurde in die Taverne zu Rahal verlegt.
Auf dem Weg? - Azucinnia von Seranyth. Praktisch – Tarja benötigte Darian, dringendst. Ein kurzer Wortwechsel von Wilyam und Azucinnia brachte Tarja innerlich zum Schmunzeln, ehe sie ihre eigenen Bedürfnisse und Gespräche vor die Anderen schob. Der Hunger trieb sie allesamt in die Taverne. Tarja folgte. Auf die Frage, ob es denn schon etwas zu Essen gäbe, wurde dezent auf den Brotkorb gezeigt.
„Manchmal ist man aber auch wie vernagelt!“
Wo sie mit ihren Gedanken heute war wusste sie selbst nicht genau. Aber irgendwie schien ihre Gemütslage etwas äußerst positives an sich zu haben. Faszinierend und verwunderlich zugleich. Der Griff nach dem Weinglas, wirklich ein sehr edler Tropfen, wurde von Lucan mit einem langen Blick quittiert. Ihr Blick wanderte langsam zur Seite, das Glas nicht von ihren Lippen absetzend. Und dennoch blieb es nur dabei, ihre Lippen mit dem lieblichen und köstlichen roten Saft zu benetzen. Alles weitere blieb bei einem weiteren Befehl an Tilman, dem Wirten der Gaststätte. „Ein Glas Wasser bitte.“ Umstände, an die sie nicht immer dachte und die sie gut zu verstecken verstand. Und dann, der Besuch des Gardisten, der einige Äpfel hatte. Äpfel konnte sie immer brauchen, vielleicht sollte sie die nächsten Tage eine Liste schreiben. Vergesslich war sie zur Zeit, das konnte sie nicht bestreiten. Wenigstens hatte sie ihre bessere Hälfte fast stetig an ihrer Seite. Aber ob er immer all ihre Gedanken lesen konnte? Fraglich, fraglich.
„Euer Zusammenschluss, was ist das?“
- „Eine Familie, meine Familie.“
„Madlen, sie ist wie eine Schwester für mich.“
- „Und meine Schwester ist es, um genauer zu sagen, sogar meine Zwillingsschwester.“
Faszination zeichnete sich in der Nacht noch in Tarjas Blick ab. Es schien doch mehrere zu geben, die daran interessiert waren, Rahal voranzubringen. Gute Taten für das schwarze, heilige Land, über welches die Tatze des Panthers schwebte. Es gilt zu trennen, zu trennen gilt es. Jeder, der sich nicht daran hält, wird des Todes sein.
Die schwarzen Haare warf sie zurück, erneut pustete sie eine Strähne aus dem Gesicht. Wilyam würde Informationen einholen, bestmögliche Informationen. Und dann würden sie auf ihren Rachefeldzug gehen. Warum? Es würde allen Beteiligten eine Menge Spaß bereiten.
Und das nächste Ziel wurde bereits am selbigen Abend noch gesteckt ...
Verfasst: Montag 21. Juli 2008, 14:14
von Lucan Linari
Ein äußerst interessanter Abend wollte man meinen, die ganze Familie versammelt. Jene die vom Blute her zur Familie gehörten und ebenso welche, welche sich dem Bund angeschlossen haben. Auch wenn nicht das gleiche Blut in ihren Adern floss, vereinte sie doch ihr Ziel – organisiert zu agieren.
Madlen, die Zwillingsschwester Tarjas – begabt mit dem Schwerte, auch wenn er sich davon bisher nicht überzeugen konnte.
Dantian, ein alter Bekannter – ebenso begabt wie Lucan selbst und doch war er überrascht, dass sich ihre Wege nach so langer Zeit wieder kreuzen würden. Er war sich nicht sicher, was er davon halten sollte, doch nach einigen Wortwechsel und einige Namen fielen, war er überzeugt, dass er durchaus von nutzen sein konnte.
Wilyam hingegen, hatte seinen Eindruck auf Lucan hinterlassen und er war sich sicher, dass er eine Bereicherung für die Familie darstellen würde. Zuerst wusste er nicht, was er von ihm halten so – hielt er ihn doch für etwas hochnäsig, wie er an der Türe an ihm vorbei spazierte, doch entwickelte sich im Laufe des Abends immer mehr ein Gespräch, welches sein Interesse weckte. Die Wege, die er einschlug, um sein Ziel zu erreichen, waren viel versprechend und so freute er sich schon die Früchte des Ganzen begutachten zu können.
Neran Armgo, ein Gardist der Stadt, welchen er schon einige Male antraf. Er wusste noch nicht, was er von ihm halten sollte, immerhin schlief er bei Tisch schon vor seinen Augen ein... wie respektlos... aber manchmal mag der Schein ja trügen...
Es war erstaunlich jenes rapide Wachstum der Familie zu sehen... schon am Tisch im eigenen Haus traf er einen Großteil der Familie und nur einen Tag später traf eine weitere Thyrmon ein – Jana war ihr Name, eine Person die er noch schlecht einschätzen konnte. Etwas geheimnisvoll vielleicht, wusste sie doch auf seine Fragen kaum eine Antwort zu geben. Sie war noch nicht in die Pläne eingeweihte, welche am Tag zuvor von der Familie beschlossen wurden. Pläne, die große Veränderungen mit sich bringen können, die bis jetzt noch keiner erahnen kann.
Er war bereit ebenso viel wie jeder Andere zu investieren, doch erwartete er auch viel von jedem einzelnen und vor allem von sich selbst.