Ende einer Freundschaft
Verfasst: Sonntag 30. März 2008, 21:26
Es versprach ein angenehmer, entspannender Abend zu werden, man saß zusammen in einer kleinen, aber unterhaltsamen Runde zusammen, Cira, Tharon, Aleleya und Sharay. Die Gespräche drehten sich um vergangene Geschichten und Erlebnisse, welche für Aleleya und Tharon mehr als unbekannt waren.
Ein lauer Wind strich durch die Terrasse, auf der die vier saßen und während Sharay mit einem Teller Gegrilltem wieder an den Tisch trat, berichtete Cira ein wenig über vergangene Personen der heiligen Stadt. Offene Ohren lauschten ihren Worten, bis die kleinen Gruppe zweierlei unterschiedliche, sich nähernde Schrittgeräusche vernahm.
Erst ein Mann, gekleidet in eine weiße Robe, welche von einem breiten Gürtel, mit etlichen Beutel und Taschen, gehalten wurde. Die Kapuze war tief ins Gesicht gezogen und nur ein wallender, weißer Bart, welcher sich weit über die Brust erstreckte, war zu erkennen. Dann folgte ein Vicarius des Tempels, welcher direkt die am Tisch Sitzenden begrüßte.
Durch den recht auffallenden Blick des unbekannten Robenträgers gen Sharay war diese erst recht abgelenkt, bis sie den Vicarius, welcher Samuel genannt wurde, begrüßte. Direkt danach wandte sie die eisgrauen Augen wieder gen des Mannes, welcher mittlerweile seine Kapuze heruntergezogen hatte. Ein abgearbeitetes Gesicht, geziert von dem wallenden, weißen Bart und etlichen Falten auf den bartfreien Partien, kam zum Vorschein, einzig die wach wirkenden, meerblauen Augen, auch eingerahmt von etlichen Falten, kamen Sharay recht bekannt vor. Schließlich kam ihr wieder in den Sinn, wem diese Augen gehörten.
‚Ihr wisst um diese Stadt, Serendo?’, erklang ihre Stimme, schon ein wenig gereizt davon, dass es ausgerechnet ein Druide wagt, sich in die heilige Stadt zu begeben, noch dazu dieser Druide, den sie, wie viele andere Menschen, hinter sich gelassen hatte. Fast im gleichen Moment griff sie nach ihren abgelegten Panzerhandschuhen, die auf dem Tisch neben ihrem Teller und dem Krug lagen.
Mittlerweile hatte sich die Aufmerksamkeit der anderen Anwesenden ebenfalls auf den Druiden konzentriert, teils wohl mit verhohlener Neugier, teils wohl offenem Argwohn.
‚Mein Kind. Hier finde ich dich nach all den Jahren’, sprach Serendo dann mit alt wirkender Stimme. Kind?! So hatte er sie niemals genannt, nicht einmal dann, als die beiden sich kennen lernten und aus einem reinen Handel eine lose Jagdgemeinschaft wurde. Schon damals war er ein mächtiger Druide, aber anscheinend hatte ihm Eluive nun das letzte Bisschen Verstand genommen, sonst wäre er wohl auch nie hier her gekommen. Aber er ließ sich nicht anmerken, ob er überrascht oder enttäuscht war, sie in Rahal wieder zu treffen, dazu in Gesellschaft von Templern und einer weiteren Ritterin.
Jetzt endlich lenkte er seine Blicke auch kurz auf Tharon, Cira, Aleleya und Samuel, ehe er seine Aufmerksamkeit wieder auf Sharay konzentrierte.
‚Es überrascht mich eigentlich nur, dass ihr euch hier her wagt’, stellte sie recht trocken fest, dann war sie überrascht, welche Antwort kam.
‚Wahrhaft überrascht? Ich entsinne mich an Zeiten... Nun, wir sprachen von Freundschaft. Die Bürde jener führte mich nun schlussendlich hier her.’
Er hatte sich nur wegen einer alten, von ihr längst verdrängten Freundschaft nach Rahal begeben? Wie töricht kann man sein, sich auf ein solches Gefühl hin in die Höhle des Löwen begeben? Sie verstand es nicht.
Während sie sprachen hatte Sharay ihre Handschuhe übergestreift und die Riemen festgezogen.
‚Ein Rahal, erschaffen aus dem Schmerz dieser Welt. Ist es das wahrhaft was du dir ersehnst?’, sprach er weiter, auf einen Kommentar Samuels ging er nicht ein.
‚Ihr habt wie all jene anderen Verblendeten keine Ahnung, wovon ihr sprecht, Alter’, während sie diese Worte sprach, winkte sie Aleleya herbei und raunte ihr dann leise zu, sie solle ihre Rüstung holen und anlegen. Sie entfernte sich daraufhin rasch gen Bank.
Serendo hingegen reagierte nur wie erwartet auf Sharays letzte Worte, er provozierte die Anwesenden, allen voran Sharay, weiter: ‚Ein Rahal, geführt von Letharen, dem Schmerz nacheinfernd, vergebens das Heil in Stärke zu suchen.. Wahrhaft das, was du in unseren früheren, gemeinsamen Tagen? Ein Leben, geführt von Freiheit, dem freien Antlitz aller Schönheit, welches Euer Dienst Euch verwehrt?’
‚Was könnte, alter Mann, erstrebenswerter sein als Würdenträger in der heiligen Stadt zu sein?’, diese Worte bewegten Serendo zum ersten Mal dazu, Samuel einen Blick, länger als eine Sekunde zu gönnen, aber sofort sprach er weiter:
‚Ich bin nicht gekommen, um Predigen zu halten.. Ganz und gar nicht Hoffnungen in jenen zu suchen, die tiefer gefallen sind als manch anderer...’
‚Predigen ist ein Privileg des Tempels der heiligen Stadt, alter Mann’, wieder waren es Samuels Worte, die Serendo unterbrachen: ‚Wenn euer Auftritt hier nicht mehr als eine Posse werden sollte.. dann versucht es doch einmal am höfischen Theater zu Varuna.’
Schritte erklangen hinter Serendo, metallisch scheppernd, als Aleleya wieder kam, voll gerüstet und hinter Serendo stehen blieb. Tharon hatte sich mittlerweile, ebenso wie Cira, erhoben.
Wohl durch die Worte Samuels sich gestört gefühlt, erhob Serendo die linke Hand und deutete auf die beiden, nebeneinander stehenden Templer.
Man sah nicht das Geringste, aber das etwas geschah, merkte man als die beiden langsam ihre Ruhe verloren und nach Luft zu schnappen begannen. In dem Moment, wo Serendo die Hand gen der Templer richtete, zog Sharay ihr Schwert, dann sprach er weiter:
‚Sharay mein Kind,’ wieder dieses Wort, welches Wut in ihr aufsteigen ließ, wärend er weitersprach, ging sie einen raschen Schritt näher: ‚Hoffnung ist es, was all dem hier Farbe schenkt.’
Sie war bei ihm das Schwert zum Schlag erhoben, die beiden Templer rangen immer mehr nach Luft und versuchten, das unsichtbare Etwas von ihren Hälsen zu beseitigen. Serende richtete seine Aufmerksamkeit auf die herankommende Ritterin und sie merkte plötzlich etwas, als wolle sie etwas blocken.
‚Hoffnung, Sharay.’
Wut kochte in ihr auf, sie verengte die Augen und ließ ihr Schwert auf seine Hand niederfallen, hiebt eine tiefe Wunde und er lässt den Zauber auf die beiden Templer fallen und strauchelte ein wenig. Noch immer war ungebändigter Zorn in ihren Augen zu erkennen und sie erhob ihre Blutklinge nochmals, diesmal zum Stoß.
‚Der Seelenfresser möge euch empfangen, Serendo!’
‚Nicht der Seelenfresser…’, murmelte er, den Kopf wieder hebend, er hatte wieder Kraft gesammelt, wie alle Anwesenden es zu spüren bekamen: stechender Schmerz fuhr in ihre Köpfe, Sharay taumelte ein wenig zurück, hielt sich die Schläfe.
Kaum ließ der Schmerz jedoch nach, war ihre Wut wieder da und sie machte einen Ausfallschritt vor, die Klinge zum Stoß bereit und mit einem kurzen Geben an Alatar, gefolgt von einem Fluch gen Serendo.
Serendo sprach noch deutlich einige Worte, bevor ihre Klinge in seine Brust eindrang und sich die weiße Robe dunkelrot färbte:
‚Mutter schenkte mir ein erfülltes Leben, ich schenke gar dir meine letzte Hoffnung, dass auch du dies noch erlangst. Auch du möchtest ihm deine Kraft schenken? Wir finden uns in ihrem Schoß wieder Sharay’ mit diesen Worten sank Serendo sterbend zu Boden, gefolgt von Samuels und Sharays Hasstriaden gegen die Weltenmutter.
Sharay kniete sich kurz nieder als Serendo schweigend da lag, kurz glitt ihre Hand an seinen Hals, dann weiter zu seinem Umhang, ehe sie mit einem Zipfel des Umhangs aufstand und ihre Klinge daran abwischte.
‚Er ist tot’, ihre einzigen Worte, die Frau, die zwischendurch irgendwann zu dem Geschehen dazu kam, bemerkte sie gar nicht. Dann trat sie von der Leiche eines alten Freundes weg, während Samuel schon einen Gardisten herbei gerufen hatte.
‚Sofern die Ritterin keine Verwendung für die Leiche des alten Mannes hat – schafft ihn vor die Reichsgrenzen und verbrennt ihn, ehe er die Gesundheit in der heiligen Stadt gefährdet.’
Sie hielt inne, einen Blick auf den Gardisten werfend, meinte sie:
‚Er soll an den Galgenbaum am Wegkreuz beim Bergmassiv der alten Stadt genagelt werden..’
Der Gardist holte sich rasch Hilfe und zusammentrugen die beiden Gardisten den Leichnam fort, nur eine Lache frisches Blut erinnerte an die Tat, der Regen würde sie irgendwann wegwaschen...
Die Anwesenden einigten sich darauf, vorerst die Taverne zu verlassen, es sei doch kein schöner Gedanke, dort am selben Abend noch Speis und Trank zu sich zu nehmen...
Am selben Abend hielt, einige Meilen vor der Stadt, am düsteren Galgenbaum eine kleinere Kutsche mit zwei Gardisten darauf. Die beiden beeilten sich, ihren Befehl auszuführen, ganz geheuer war ihnen wohl doch nicht dabei.
‚Sie hat wirklich befohlen, die Leiche an den Baum zu nageln?!’ Ein wenig verdutzt schaute der Jüngere der beiden drein.
‚Wenn ich es dir doch sage, so waren ihre Worte’, erwiderte sein Kamerad, dann entluden sie die eingewickelte Leiche und schleiften sie zum Baum. Danach holte einer sechs lange Nägel und einen Fäustel, dann machten sie sich ans Werk.
Es dauerte nicht lange, dann hing Serendo am mächtigen, schwarzen Stamm des Baumes, die beiden betrachteten den Alten noch mal, dann trat der ältere Gardist vor und zog Serendo die Kapuze über.
‚Komm, hier sind wir fertig’, er warf den Hammer auf die Ladefläche und stieg auf den Bock.
‚Sind alle Ritter ...so?’ War die Frage des Jungen, er schien gerade seine erste Woche im Wachdienst zu schieben.
‚Du hast noch einiges zu lernen, man merkt, dass du neu in der Garde bist. Nein, nicht alle vergeben solche Befehle’, ein leichtes Kopfschütteln verriet dabei, dass er den Befehl auch nicht sonderlich appetitlich empfand, aber wer will schon wegen Befehlsverweigerung eine Woche ins ‚Loch’?
Ein lauer Wind strich durch die Terrasse, auf der die vier saßen und während Sharay mit einem Teller Gegrilltem wieder an den Tisch trat, berichtete Cira ein wenig über vergangene Personen der heiligen Stadt. Offene Ohren lauschten ihren Worten, bis die kleinen Gruppe zweierlei unterschiedliche, sich nähernde Schrittgeräusche vernahm.
Erst ein Mann, gekleidet in eine weiße Robe, welche von einem breiten Gürtel, mit etlichen Beutel und Taschen, gehalten wurde. Die Kapuze war tief ins Gesicht gezogen und nur ein wallender, weißer Bart, welcher sich weit über die Brust erstreckte, war zu erkennen. Dann folgte ein Vicarius des Tempels, welcher direkt die am Tisch Sitzenden begrüßte.
Durch den recht auffallenden Blick des unbekannten Robenträgers gen Sharay war diese erst recht abgelenkt, bis sie den Vicarius, welcher Samuel genannt wurde, begrüßte. Direkt danach wandte sie die eisgrauen Augen wieder gen des Mannes, welcher mittlerweile seine Kapuze heruntergezogen hatte. Ein abgearbeitetes Gesicht, geziert von dem wallenden, weißen Bart und etlichen Falten auf den bartfreien Partien, kam zum Vorschein, einzig die wach wirkenden, meerblauen Augen, auch eingerahmt von etlichen Falten, kamen Sharay recht bekannt vor. Schließlich kam ihr wieder in den Sinn, wem diese Augen gehörten.
‚Ihr wisst um diese Stadt, Serendo?’, erklang ihre Stimme, schon ein wenig gereizt davon, dass es ausgerechnet ein Druide wagt, sich in die heilige Stadt zu begeben, noch dazu dieser Druide, den sie, wie viele andere Menschen, hinter sich gelassen hatte. Fast im gleichen Moment griff sie nach ihren abgelegten Panzerhandschuhen, die auf dem Tisch neben ihrem Teller und dem Krug lagen.
Mittlerweile hatte sich die Aufmerksamkeit der anderen Anwesenden ebenfalls auf den Druiden konzentriert, teils wohl mit verhohlener Neugier, teils wohl offenem Argwohn.
‚Mein Kind. Hier finde ich dich nach all den Jahren’, sprach Serendo dann mit alt wirkender Stimme. Kind?! So hatte er sie niemals genannt, nicht einmal dann, als die beiden sich kennen lernten und aus einem reinen Handel eine lose Jagdgemeinschaft wurde. Schon damals war er ein mächtiger Druide, aber anscheinend hatte ihm Eluive nun das letzte Bisschen Verstand genommen, sonst wäre er wohl auch nie hier her gekommen. Aber er ließ sich nicht anmerken, ob er überrascht oder enttäuscht war, sie in Rahal wieder zu treffen, dazu in Gesellschaft von Templern und einer weiteren Ritterin.
Jetzt endlich lenkte er seine Blicke auch kurz auf Tharon, Cira, Aleleya und Samuel, ehe er seine Aufmerksamkeit wieder auf Sharay konzentrierte.
‚Es überrascht mich eigentlich nur, dass ihr euch hier her wagt’, stellte sie recht trocken fest, dann war sie überrascht, welche Antwort kam.
‚Wahrhaft überrascht? Ich entsinne mich an Zeiten... Nun, wir sprachen von Freundschaft. Die Bürde jener führte mich nun schlussendlich hier her.’
Er hatte sich nur wegen einer alten, von ihr längst verdrängten Freundschaft nach Rahal begeben? Wie töricht kann man sein, sich auf ein solches Gefühl hin in die Höhle des Löwen begeben? Sie verstand es nicht.
Während sie sprachen hatte Sharay ihre Handschuhe übergestreift und die Riemen festgezogen.
‚Ein Rahal, erschaffen aus dem Schmerz dieser Welt. Ist es das wahrhaft was du dir ersehnst?’, sprach er weiter, auf einen Kommentar Samuels ging er nicht ein.
‚Ihr habt wie all jene anderen Verblendeten keine Ahnung, wovon ihr sprecht, Alter’, während sie diese Worte sprach, winkte sie Aleleya herbei und raunte ihr dann leise zu, sie solle ihre Rüstung holen und anlegen. Sie entfernte sich daraufhin rasch gen Bank.
Serendo hingegen reagierte nur wie erwartet auf Sharays letzte Worte, er provozierte die Anwesenden, allen voran Sharay, weiter: ‚Ein Rahal, geführt von Letharen, dem Schmerz nacheinfernd, vergebens das Heil in Stärke zu suchen.. Wahrhaft das, was du in unseren früheren, gemeinsamen Tagen? Ein Leben, geführt von Freiheit, dem freien Antlitz aller Schönheit, welches Euer Dienst Euch verwehrt?’
‚Was könnte, alter Mann, erstrebenswerter sein als Würdenträger in der heiligen Stadt zu sein?’, diese Worte bewegten Serendo zum ersten Mal dazu, Samuel einen Blick, länger als eine Sekunde zu gönnen, aber sofort sprach er weiter:
‚Ich bin nicht gekommen, um Predigen zu halten.. Ganz und gar nicht Hoffnungen in jenen zu suchen, die tiefer gefallen sind als manch anderer...’
‚Predigen ist ein Privileg des Tempels der heiligen Stadt, alter Mann’, wieder waren es Samuels Worte, die Serendo unterbrachen: ‚Wenn euer Auftritt hier nicht mehr als eine Posse werden sollte.. dann versucht es doch einmal am höfischen Theater zu Varuna.’
Schritte erklangen hinter Serendo, metallisch scheppernd, als Aleleya wieder kam, voll gerüstet und hinter Serendo stehen blieb. Tharon hatte sich mittlerweile, ebenso wie Cira, erhoben.
Wohl durch die Worte Samuels sich gestört gefühlt, erhob Serendo die linke Hand und deutete auf die beiden, nebeneinander stehenden Templer.
Man sah nicht das Geringste, aber das etwas geschah, merkte man als die beiden langsam ihre Ruhe verloren und nach Luft zu schnappen begannen. In dem Moment, wo Serendo die Hand gen der Templer richtete, zog Sharay ihr Schwert, dann sprach er weiter:
‚Sharay mein Kind,’ wieder dieses Wort, welches Wut in ihr aufsteigen ließ, wärend er weitersprach, ging sie einen raschen Schritt näher: ‚Hoffnung ist es, was all dem hier Farbe schenkt.’
Sie war bei ihm das Schwert zum Schlag erhoben, die beiden Templer rangen immer mehr nach Luft und versuchten, das unsichtbare Etwas von ihren Hälsen zu beseitigen. Serende richtete seine Aufmerksamkeit auf die herankommende Ritterin und sie merkte plötzlich etwas, als wolle sie etwas blocken.
‚Hoffnung, Sharay.’
Wut kochte in ihr auf, sie verengte die Augen und ließ ihr Schwert auf seine Hand niederfallen, hiebt eine tiefe Wunde und er lässt den Zauber auf die beiden Templer fallen und strauchelte ein wenig. Noch immer war ungebändigter Zorn in ihren Augen zu erkennen und sie erhob ihre Blutklinge nochmals, diesmal zum Stoß.
‚Der Seelenfresser möge euch empfangen, Serendo!’
‚Nicht der Seelenfresser…’, murmelte er, den Kopf wieder hebend, er hatte wieder Kraft gesammelt, wie alle Anwesenden es zu spüren bekamen: stechender Schmerz fuhr in ihre Köpfe, Sharay taumelte ein wenig zurück, hielt sich die Schläfe.
Kaum ließ der Schmerz jedoch nach, war ihre Wut wieder da und sie machte einen Ausfallschritt vor, die Klinge zum Stoß bereit und mit einem kurzen Geben an Alatar, gefolgt von einem Fluch gen Serendo.
Serendo sprach noch deutlich einige Worte, bevor ihre Klinge in seine Brust eindrang und sich die weiße Robe dunkelrot färbte:
‚Mutter schenkte mir ein erfülltes Leben, ich schenke gar dir meine letzte Hoffnung, dass auch du dies noch erlangst. Auch du möchtest ihm deine Kraft schenken? Wir finden uns in ihrem Schoß wieder Sharay’ mit diesen Worten sank Serendo sterbend zu Boden, gefolgt von Samuels und Sharays Hasstriaden gegen die Weltenmutter.
Sharay kniete sich kurz nieder als Serendo schweigend da lag, kurz glitt ihre Hand an seinen Hals, dann weiter zu seinem Umhang, ehe sie mit einem Zipfel des Umhangs aufstand und ihre Klinge daran abwischte.
‚Er ist tot’, ihre einzigen Worte, die Frau, die zwischendurch irgendwann zu dem Geschehen dazu kam, bemerkte sie gar nicht. Dann trat sie von der Leiche eines alten Freundes weg, während Samuel schon einen Gardisten herbei gerufen hatte.
‚Sofern die Ritterin keine Verwendung für die Leiche des alten Mannes hat – schafft ihn vor die Reichsgrenzen und verbrennt ihn, ehe er die Gesundheit in der heiligen Stadt gefährdet.’
Sie hielt inne, einen Blick auf den Gardisten werfend, meinte sie:
‚Er soll an den Galgenbaum am Wegkreuz beim Bergmassiv der alten Stadt genagelt werden..’
Der Gardist holte sich rasch Hilfe und zusammentrugen die beiden Gardisten den Leichnam fort, nur eine Lache frisches Blut erinnerte an die Tat, der Regen würde sie irgendwann wegwaschen...
Die Anwesenden einigten sich darauf, vorerst die Taverne zu verlassen, es sei doch kein schöner Gedanke, dort am selben Abend noch Speis und Trank zu sich zu nehmen...
Am selben Abend hielt, einige Meilen vor der Stadt, am düsteren Galgenbaum eine kleinere Kutsche mit zwei Gardisten darauf. Die beiden beeilten sich, ihren Befehl auszuführen, ganz geheuer war ihnen wohl doch nicht dabei.
‚Sie hat wirklich befohlen, die Leiche an den Baum zu nageln?!’ Ein wenig verdutzt schaute der Jüngere der beiden drein.
‚Wenn ich es dir doch sage, so waren ihre Worte’, erwiderte sein Kamerad, dann entluden sie die eingewickelte Leiche und schleiften sie zum Baum. Danach holte einer sechs lange Nägel und einen Fäustel, dann machten sie sich ans Werk.
Es dauerte nicht lange, dann hing Serendo am mächtigen, schwarzen Stamm des Baumes, die beiden betrachteten den Alten noch mal, dann trat der ältere Gardist vor und zog Serendo die Kapuze über.
‚Komm, hier sind wir fertig’, er warf den Hammer auf die Ladefläche und stieg auf den Bock.
‚Sind alle Ritter ...so?’ War die Frage des Jungen, er schien gerade seine erste Woche im Wachdienst zu schieben.
‚Du hast noch einiges zu lernen, man merkt, dass du neu in der Garde bist. Nein, nicht alle vergeben solche Befehle’, ein leichtes Kopfschütteln verriet dabei, dass er den Befehl auch nicht sonderlich appetitlich empfand, aber wer will schon wegen Befehlsverweigerung eine Woche ins ‚Loch’?