Die Rettung des Schnapsidioten, Eisenwarter Schwank
Verfasst: Dienstag 18. März 2008, 04:28
Ein ganz normaler Abend -oder- Rettung des Schnapsidioten
Teil Eins
Der unheilverkündende Mond über Lameriast, der eigentlich gar nichts mit dieser Erzählung zu tun hat, aber demnoch immer wieder schön zu erwähnen ist, stand relativ groß am nächtlichen Himmel.
Bald würde die Sonne aufgehen, die ersten orangenen Ausläufer waren bereits am Horizont zu sehen und die Luft roch bereits herrlich nach Morgentau und Nebel.
Shessidyr lehnte auf der Brüstung der oberen Zinnen der Eisenwart und vor wenigen Augenblicken entlud sich der gesamte Ekel über die Geschehnisse der letzten Stunde lautstark und ungewollt über die Zinnen hinunter in den Burghof. Es war ihr so peinlich... zum Glück war niemand hier, der sie beobachten konnte.
Eigentlich war sie ja eine Person, die sich relativ gut im Griff hatte. Nun ja... einigermassen. Doch jedenfalls nicht genug, um den Gestank des Alkohols, vermischt mit einer ordentlichen Portion Fischgeruch und Lokalkolorit Bajards ohne Nachwirkungen auszuhalten.
Sie war froh, dass es vorbei war. Der ganze Tag war furchtbar anstrengend - doch das dicke Ende wurde erst am Abend präsentiert.
Angefangen hatte alles ganz harmlos, als sie sich endlich auf Geheiss der Wachen aus ihrem "goldenen Käfig" herauswagte und durch den Burghof schlenderte. Der Frühling erwachte gerade - und es war deutlich zu sehen. An allen Ecken und Enden blühte es, die Luft war erfüllt von den wohltuenden Regenschauern der letzten Tage und angenehm warme Sonnenstrahlen verwöhnten ihre Haut. Eigentlich eine Situation, in der man sich am liebsten nur noch hinlegt und alles um sich herum vergessen könnte.
Doch diese Gedanken verschwanden rasch, als sich der Lärm von schlagendem Holz vermischt mit ur-maskulinem Grunzen wie eine Säge in ihre Gedankenwelt schnitt und sie realisierte, dass sie schon fast auf dem Übungsgelände der Eisenwart stand und sich vor ihr die Legion nebst Fürst hemmungslos prügelte. Eigentlich sah es lustig aus, wie heldenhaft gebaute Mannsbilder sich wie kleine Kinder mit Holzwaffen verdroschen und es auch noch schafften, das ganze ernsthaft aussehen zu lassen.
Da waren sie alle wieder... ihre Blicke musterten die Anwesenden.
Der Typ, der sich Tyrius nannte. Angeblich war er ja ein "Inquisitor", aber auf diese billige Anmache würde SIE nicht reinfallen. Sie erinnerte sich mit einem zynischen Schmunzeln daran, wie sie ihn mit einem Tritt von ihrem Bett beförderte, als er ihr eine schmieren wollte. Das hielt sie ihm noch heute vor... und die Rache würde schon bald stante pede folgen.
Wer war da noch...
Ach ja. Die Küchenmatrone, die sich Amarissa nannte. Ein großmäuliges Heimchen... aber irgendwie auch nett. Sie wusste nicht, wieso, aber irgendwie mochte Shessidyr Amarissa. Sie hatte das Gefühl, als würde sie ihr etwas schulden... doch wofür? Keinen blassen Schimmer. Seltsame Person...
Und was war DAS? Ein Typ mit einem Bärenfell auf dem Kopf? Bei Alatar, wie bescheuert muss man sein, freiwillig SO herumzulaufen. Am besten gleich notschlachten und in irgendeinem Brunnen versenken...
In Gedanken zerlegte sie gerade genüsslich die Anwesenden aufgrund ihrer Äusserlichkeiten und machte keinen Hehl daraus, deswegen auch schelmisch zu grinsen, als plötzlich eine Stimme sie aus ihrer kleinen Welt der zwischenmenschlichen Boshaftigkeiten herausriss.
"Grüss dich, Shessidyr! Schön, dich unter freiem Himmel zu sehen!"
Es gab nur EINEN, der er schafft, einen Satz so unsagbar schmalzig klingen zu lassen und sich dafür nichtmal zu schämen!
"Viridian!", entfuhr es ihr ungewollt, als dieser ihr auch schon gegenüber stand und sie seitlich ansah, als wäre sie irgendwas zum angaffen.
'So ein Knallkopf...', dachte sie sich. Sie hatte ihn immer nur mit dem Namen "Bänkelsänger" bedacht und scheute sich nicht, ihn "Männerfreund" zu nennen, da er so oft Sätze von sich gab, die man überflüssiger und sülziger nicht hätte gestalten können.
Sie nickte ab und an, um Aufmerksamkeit vorzutäuschen und überlegte dabei, welchen Typ von Mädchen dieser Waschlappen wohl mit dieser kitschigen Wortklauberei zu beeindrucken suchte. Alte Großmütter? Verzweifelte Kriegerwitwen? Hafenhuren?
Herrje, hielt er sie etwa für einen dieser Sorten von Frau?!
Sie wollte ihm dieses eben dezent jedoch auch ohne Blatt vor dem Mund klar machen, dass er es auf diese Art gar nicht bei ihr zu versuchen braucht, als ihr wieder seine silberne Kette in die Gedanken kam. Er hatte ihr tatsächlich etwas geschenkt. Eine silberne Kette... mit einer leicht blutigen Kruste, welche noch daran klebte, weil er diese in ihrem Tagebuch versteckte. Aber egal! Er hat ihr etwas geschenkt. Das machte ihn irgendwie nett... nicht verachtenswert. Aber trotzdem war er ein bänkelsängerisches Männerliebchen!!! Fertig.
Sie wollte sich gerade zu einem Danke hinreißen, als Viridian ihr erklärte, wer denn hier alles anwesend sei. Verdammter Mist, hat ihr sinnloses Gebrabbel etwa dazu geführt, dass er ihr nun sagte, wer sich denn alles hier befände?
'Bitte nicht...', dachte sie sich, als Viridian unerwartet etwas noch unerwarteteres sagte.
"Das dort ist der Tribun Armoran Mares..."
Teil Eins
Der unheilverkündende Mond über Lameriast, der eigentlich gar nichts mit dieser Erzählung zu tun hat, aber demnoch immer wieder schön zu erwähnen ist, stand relativ groß am nächtlichen Himmel.
Bald würde die Sonne aufgehen, die ersten orangenen Ausläufer waren bereits am Horizont zu sehen und die Luft roch bereits herrlich nach Morgentau und Nebel.
Shessidyr lehnte auf der Brüstung der oberen Zinnen der Eisenwart und vor wenigen Augenblicken entlud sich der gesamte Ekel über die Geschehnisse der letzten Stunde lautstark und ungewollt über die Zinnen hinunter in den Burghof. Es war ihr so peinlich... zum Glück war niemand hier, der sie beobachten konnte.
Eigentlich war sie ja eine Person, die sich relativ gut im Griff hatte. Nun ja... einigermassen. Doch jedenfalls nicht genug, um den Gestank des Alkohols, vermischt mit einer ordentlichen Portion Fischgeruch und Lokalkolorit Bajards ohne Nachwirkungen auszuhalten.
Sie war froh, dass es vorbei war. Der ganze Tag war furchtbar anstrengend - doch das dicke Ende wurde erst am Abend präsentiert.
Angefangen hatte alles ganz harmlos, als sie sich endlich auf Geheiss der Wachen aus ihrem "goldenen Käfig" herauswagte und durch den Burghof schlenderte. Der Frühling erwachte gerade - und es war deutlich zu sehen. An allen Ecken und Enden blühte es, die Luft war erfüllt von den wohltuenden Regenschauern der letzten Tage und angenehm warme Sonnenstrahlen verwöhnten ihre Haut. Eigentlich eine Situation, in der man sich am liebsten nur noch hinlegt und alles um sich herum vergessen könnte.
Doch diese Gedanken verschwanden rasch, als sich der Lärm von schlagendem Holz vermischt mit ur-maskulinem Grunzen wie eine Säge in ihre Gedankenwelt schnitt und sie realisierte, dass sie schon fast auf dem Übungsgelände der Eisenwart stand und sich vor ihr die Legion nebst Fürst hemmungslos prügelte. Eigentlich sah es lustig aus, wie heldenhaft gebaute Mannsbilder sich wie kleine Kinder mit Holzwaffen verdroschen und es auch noch schafften, das ganze ernsthaft aussehen zu lassen.
Da waren sie alle wieder... ihre Blicke musterten die Anwesenden.
Der Typ, der sich Tyrius nannte. Angeblich war er ja ein "Inquisitor", aber auf diese billige Anmache würde SIE nicht reinfallen. Sie erinnerte sich mit einem zynischen Schmunzeln daran, wie sie ihn mit einem Tritt von ihrem Bett beförderte, als er ihr eine schmieren wollte. Das hielt sie ihm noch heute vor... und die Rache würde schon bald stante pede folgen.
Wer war da noch...
Ach ja. Die Küchenmatrone, die sich Amarissa nannte. Ein großmäuliges Heimchen... aber irgendwie auch nett. Sie wusste nicht, wieso, aber irgendwie mochte Shessidyr Amarissa. Sie hatte das Gefühl, als würde sie ihr etwas schulden... doch wofür? Keinen blassen Schimmer. Seltsame Person...
Und was war DAS? Ein Typ mit einem Bärenfell auf dem Kopf? Bei Alatar, wie bescheuert muss man sein, freiwillig SO herumzulaufen. Am besten gleich notschlachten und in irgendeinem Brunnen versenken...
In Gedanken zerlegte sie gerade genüsslich die Anwesenden aufgrund ihrer Äusserlichkeiten und machte keinen Hehl daraus, deswegen auch schelmisch zu grinsen, als plötzlich eine Stimme sie aus ihrer kleinen Welt der zwischenmenschlichen Boshaftigkeiten herausriss.
"Grüss dich, Shessidyr! Schön, dich unter freiem Himmel zu sehen!"
Es gab nur EINEN, der er schafft, einen Satz so unsagbar schmalzig klingen zu lassen und sich dafür nichtmal zu schämen!
"Viridian!", entfuhr es ihr ungewollt, als dieser ihr auch schon gegenüber stand und sie seitlich ansah, als wäre sie irgendwas zum angaffen.
'So ein Knallkopf...', dachte sie sich. Sie hatte ihn immer nur mit dem Namen "Bänkelsänger" bedacht und scheute sich nicht, ihn "Männerfreund" zu nennen, da er so oft Sätze von sich gab, die man überflüssiger und sülziger nicht hätte gestalten können.
Sie nickte ab und an, um Aufmerksamkeit vorzutäuschen und überlegte dabei, welchen Typ von Mädchen dieser Waschlappen wohl mit dieser kitschigen Wortklauberei zu beeindrucken suchte. Alte Großmütter? Verzweifelte Kriegerwitwen? Hafenhuren?
Herrje, hielt er sie etwa für einen dieser Sorten von Frau?!
Sie wollte ihm dieses eben dezent jedoch auch ohne Blatt vor dem Mund klar machen, dass er es auf diese Art gar nicht bei ihr zu versuchen braucht, als ihr wieder seine silberne Kette in die Gedanken kam. Er hatte ihr tatsächlich etwas geschenkt. Eine silberne Kette... mit einer leicht blutigen Kruste, welche noch daran klebte, weil er diese in ihrem Tagebuch versteckte. Aber egal! Er hat ihr etwas geschenkt. Das machte ihn irgendwie nett... nicht verachtenswert. Aber trotzdem war er ein bänkelsängerisches Männerliebchen!!! Fertig.
Sie wollte sich gerade zu einem Danke hinreißen, als Viridian ihr erklärte, wer denn hier alles anwesend sei. Verdammter Mist, hat ihr sinnloses Gebrabbel etwa dazu geführt, dass er ihr nun sagte, wer sich denn alles hier befände?
'Bitte nicht...', dachte sie sich, als Viridian unerwartet etwas noch unerwarteteres sagte.
"Das dort ist der Tribun Armoran Mares..."