Tanzende Schatten - schwarz wie die Nacht
Verfasst: Montag 10. März 2008, 14:32
Ihre Mundwinkel rückten zu einem schiefen, fast schon irren Grinsen hinauf. Die langen Finger tippten mit den Fingerspitzen immer wieder aneinander. Es ward an der Zeit, endlich wieder so zu sein, wie man es von ihr erwartete: Abgrundtief böse.
Ihr Augenmerk huschte vom oberen Stockwerk über die dunklen Straßen Rahals. Es war ruhig, hier und da hörte sie ihre Katzen miauen oder fauchen, der Hund kläffte ab und an aus dem Keller, wenn er wieder einmal einen Tritt von Lucan kassierte. Irgendwann war es an der Zeit etwas Großes zu vollziehen. Irgendwann würde jeder, aber wirklich jeder wieder vor dem Zittern und Angst haben, vor dem sie auch damals alle gezittert haben: Dem Orden.
Recht ruhig war es in letzter Zeit. Sie erinnerte sich an Luca, dem kleinen Bengel, der sich in ihrer Gewalt befand. Frech war er sondergleichen, aber schon bald bemerkte auch er, dass er seine Zunge zu zügeln hatte, ansonsten würde er sie in kleinen Stücken auf einem Teller serviert selbst verspeisen können.
Dann gab es noch diesen Magier. Sonderlich lange schien er nicht zu Gast gewesen zu sein. Ihr fiel auf, dass sie das Gastrecht auf der Burg nicht allzu oft verteilten, wobei sie doch so schöne Schlafzimmer hatten. Wieder rückten ihre Mundwinkel hinauf. Ohja, sie hatten sogar einen ganz schönen Schlafsaal. Jenen würde jeder Gast mit Sicherheit nicht mehr so schnell vergessen.
Nichts desto trotz! Sie musste etwas tun - jetzt!
Eilig huschte sie durch das Haus auf der Suche nach ihrem Liebsten, der Einzige, der sie überhaupt anders erleben konnte. Zärtlich, nett, liebevoll. Charakterzüge, die man recht selten - oder sollte man besser sagen, die Fremde niemals an ihr erkennen würden? Wie auch immer - sie fand ihn und sie zerrte ihn, gerüstet wie sie war, mit sich. Sie musste sich bewegen, sie musste in die Krypta hinabsteigen und sich ihrerselbst beweisen. Sie musste töten. Schlicht und ergreifend - töten.
Wie der Zufall es wollte, trafen sie in der Krypta auch auf Darian und - wie sich recht schnell herausstellte als er wieder eine feste Hülle annahm - Darius. Beide führten Tarja weiter in eine größere Höhle, die durch eine Tür verschlossen war. Jene konnte man nur wieder verlassen, wenn man die Lösung wusste. Und die Lösung war ihre Aufgabe. Somit waren sie schonmal einen Schritt weiter. Es hatte also irgendetwas mit dem damaligen Tempel zu tun, so erzählte man sich doch, dass jener damals dort war. Mhh, sie würde die Templer einmal dazu befragen.
Tarja hatte nicht damit gerechnet, dass sie noch so viel 'Spaß' an diesem Abend haben würde. Aber recht bald bekamen sie Besuch von einem Krieger, der sich - blöderweise - in die Arme der Arkorither verlief.
"Ohh, Besuch." Und schon war das Augenmerk aller Arkorither auf dem Mann, als Tarja ihren Ausspruch vollzogen hatte. Recht - freundlich - und mit dem Gruß des Götterkönigs begrüßten sie jenen Manne, der es jedoch nicht als seine Pflicht ansah, auch mit jenem Gruße zurückzugrüßen.
"Es ist keine Schande, den Gruss des Alleinzigen auszusprechen, also nur zu, mein Freund!" Ihr Mundwinkel zuckte etwas hinauf. Scheinbar war sein Gespür für Männlein und Weiblein auch nicht ganz ausgeprägt, denn immerhin sprach er sie mit "Herr" an. Aber auch jenes sollte schnell beseitigt sein. Dachte er wirklich, nur Männer konnten so ... böse sein? Es trieb sie innerlich in ein gehässiges Lachen. Ein irres Kichern verließ ihre Lippen, um sich im Raum auszubreiten.
Jener Mann, der sich Holm schimpfte, erzählte davon, dass er sich hier nur befand, um ein Abenteuer zu erleben und einen Schatz zu suchen, so, wie man es ihm in seinem Dorf erzählt hatte.
Recht bald folgte dem ersten Mann ein zweiter, der wenigstens wusste, wie er in der Stadt des Herren zu grüßen hatte. Jener besah sich die Ansammlung für einen Moment, dann jedoch wollte er recht zügig in die Tiefen der Krypta steigen. Wäre da nicht Tarja, die ihm im Weg stand. "Dürfte ich bitte?" Eigentlich hatte Tarja keine Lust, sich auf die Seite zu bewegen, er hätte auch den Weg um sie herum wählen können. "Vielleicht, vielleicht auch nicht." und dennoch, sie setzte einen kleinen Schritt zurück, immerhin hatte sie gerade andere Beute im Visier. "Sehr freundlich, vielen Dank, Madame." Sie musste nur schmunzeln. Wenn er wüsste, was für ein Glück er gerade gehabt hatte. "Gewöhnt euch nicht daran." Und sofort setzte sie ihr Augenmerk wieder auf Holm.
"Bitte bitte tut mir nichts!" flehte jener, als Lucan ihn längst mit einem rötlich schimmernden Dolch bedrohte. In der Hand eines Arkorithers konnte jener Dolch böses anrichten, ward er doch für den Rest einfach nur ein nettes Sammlerstück. Ihre Augenbrauen rückten etwas hinauf. "Sehen wir so aus, als würden wir BITTEN erfüllen?" Er schüttelte seinen Kopf. Wenigstens das hatte er verstanden.
"Und wenn ich sage, dass du auf die Knie fallen sollst? Würdest du das vermutlich mit Freude tun, hm?" Die Stimme von Lucan drang unter seiner Maske hervor.
"Nicht mit Freuden, doch angebracht der Situation in der ich mich befinde würde ich es tun um mein Leben damit zu retten!" entgegnete er hastig, was jedoch recht bald von Lucans abwertendem Laut übertönt wurde. Längst hatten die Arkorither ihn eingekreist. Er fragte, was er tun solle, damit er gehen dürfe.
"Was ist dir dein Leben wert, Holm?"
Erneut zog sich das leise Kichern durch die Räumlichkeiten und ihr Blick war auf Holm fixiert. Fast, als würde sie ihn mit jenem Blick töten wollen.
Auch die Mundwinkel ihres Ordensbruders rückte bei jener Frage ein Stück hinauf. "Ich nehme an eine Zahlung von Gold anzubieten würde mich nicht retten? So was verlangt ihr..."
- Schlau war er. Leben war nicht käuflich. Aber er war nicht da um Fragen zu stellen, sondern um sie zu beantworten.
"Es steht nicht zur Debatte was wir verlangen - ich will nur wissen, was dir dein Leben wert ist. Würdet ihr euch selbst opfern, um ein Leben zu schützen? Oder würdet ihr jemand anderen in den Tod stürzen um euch zu retten?"
Und ja, wie sie erwartete, er würde das Leben seiner Angehörigen schützen. Darius erhob sein Wort, dass ihn langsam die Langeweile einholte und es keine wertvolle Beute für sie war.
"Hüte dich vor dem, was dich auf den falschen Weg bringt, Holm. Und vergesse nicht, wer deinen Weg leiten kann - und nun geh uns aus den Augen."
Schnell eilte er durch die Türe davon, nachdem Lucan ihm noch die letzten Worte mit auf den Weg gab.
"Einen Gefallen schuldest du uns noch... da wir so grozügig Dir gegenber waren... Erzähl den Leuten in deinem Dorf, dass man Rahal nicht betritt... um 'Abenteuer' zu erleben... Es ist die heilige Stadt des Herrn! Und wir werden jeden von euch im Auge behalten sobald ihr jene Grenze berschreitet... wir sind wie Schatten...!"
Der Orden schlief nicht. Jenes stellten Darian, Darius, Tarja und Lucan gestern wieder unter Beweis. Und die Kreise würden sich größer ziehen, um einiges. Zufrieden lächelte sie, als habe sie gerade etwas heraufbeschworen, was die ganze Welt untergehen lies. Der morgige Tag konnte kommen - und jener würde vieeel Kraft benötigen.
Ihr Augenmerk huschte vom oberen Stockwerk über die dunklen Straßen Rahals. Es war ruhig, hier und da hörte sie ihre Katzen miauen oder fauchen, der Hund kläffte ab und an aus dem Keller, wenn er wieder einmal einen Tritt von Lucan kassierte. Irgendwann war es an der Zeit etwas Großes zu vollziehen. Irgendwann würde jeder, aber wirklich jeder wieder vor dem Zittern und Angst haben, vor dem sie auch damals alle gezittert haben: Dem Orden.
Recht ruhig war es in letzter Zeit. Sie erinnerte sich an Luca, dem kleinen Bengel, der sich in ihrer Gewalt befand. Frech war er sondergleichen, aber schon bald bemerkte auch er, dass er seine Zunge zu zügeln hatte, ansonsten würde er sie in kleinen Stücken auf einem Teller serviert selbst verspeisen können.
Dann gab es noch diesen Magier. Sonderlich lange schien er nicht zu Gast gewesen zu sein. Ihr fiel auf, dass sie das Gastrecht auf der Burg nicht allzu oft verteilten, wobei sie doch so schöne Schlafzimmer hatten. Wieder rückten ihre Mundwinkel hinauf. Ohja, sie hatten sogar einen ganz schönen Schlafsaal. Jenen würde jeder Gast mit Sicherheit nicht mehr so schnell vergessen.
Nichts desto trotz! Sie musste etwas tun - jetzt!
Eilig huschte sie durch das Haus auf der Suche nach ihrem Liebsten, der Einzige, der sie überhaupt anders erleben konnte. Zärtlich, nett, liebevoll. Charakterzüge, die man recht selten - oder sollte man besser sagen, die Fremde niemals an ihr erkennen würden? Wie auch immer - sie fand ihn und sie zerrte ihn, gerüstet wie sie war, mit sich. Sie musste sich bewegen, sie musste in die Krypta hinabsteigen und sich ihrerselbst beweisen. Sie musste töten. Schlicht und ergreifend - töten.
Wie der Zufall es wollte, trafen sie in der Krypta auch auf Darian und - wie sich recht schnell herausstellte als er wieder eine feste Hülle annahm - Darius. Beide führten Tarja weiter in eine größere Höhle, die durch eine Tür verschlossen war. Jene konnte man nur wieder verlassen, wenn man die Lösung wusste. Und die Lösung war ihre Aufgabe. Somit waren sie schonmal einen Schritt weiter. Es hatte also irgendetwas mit dem damaligen Tempel zu tun, so erzählte man sich doch, dass jener damals dort war. Mhh, sie würde die Templer einmal dazu befragen.
Tarja hatte nicht damit gerechnet, dass sie noch so viel 'Spaß' an diesem Abend haben würde. Aber recht bald bekamen sie Besuch von einem Krieger, der sich - blöderweise - in die Arme der Arkorither verlief.
"Ohh, Besuch." Und schon war das Augenmerk aller Arkorither auf dem Mann, als Tarja ihren Ausspruch vollzogen hatte. Recht - freundlich - und mit dem Gruß des Götterkönigs begrüßten sie jenen Manne, der es jedoch nicht als seine Pflicht ansah, auch mit jenem Gruße zurückzugrüßen.
"Es ist keine Schande, den Gruss des Alleinzigen auszusprechen, also nur zu, mein Freund!" Ihr Mundwinkel zuckte etwas hinauf. Scheinbar war sein Gespür für Männlein und Weiblein auch nicht ganz ausgeprägt, denn immerhin sprach er sie mit "Herr" an. Aber auch jenes sollte schnell beseitigt sein. Dachte er wirklich, nur Männer konnten so ... böse sein? Es trieb sie innerlich in ein gehässiges Lachen. Ein irres Kichern verließ ihre Lippen, um sich im Raum auszubreiten.
Jener Mann, der sich Holm schimpfte, erzählte davon, dass er sich hier nur befand, um ein Abenteuer zu erleben und einen Schatz zu suchen, so, wie man es ihm in seinem Dorf erzählt hatte.
Recht bald folgte dem ersten Mann ein zweiter, der wenigstens wusste, wie er in der Stadt des Herren zu grüßen hatte. Jener besah sich die Ansammlung für einen Moment, dann jedoch wollte er recht zügig in die Tiefen der Krypta steigen. Wäre da nicht Tarja, die ihm im Weg stand. "Dürfte ich bitte?" Eigentlich hatte Tarja keine Lust, sich auf die Seite zu bewegen, er hätte auch den Weg um sie herum wählen können. "Vielleicht, vielleicht auch nicht." und dennoch, sie setzte einen kleinen Schritt zurück, immerhin hatte sie gerade andere Beute im Visier. "Sehr freundlich, vielen Dank, Madame." Sie musste nur schmunzeln. Wenn er wüsste, was für ein Glück er gerade gehabt hatte. "Gewöhnt euch nicht daran." Und sofort setzte sie ihr Augenmerk wieder auf Holm.
"Bitte bitte tut mir nichts!" flehte jener, als Lucan ihn längst mit einem rötlich schimmernden Dolch bedrohte. In der Hand eines Arkorithers konnte jener Dolch böses anrichten, ward er doch für den Rest einfach nur ein nettes Sammlerstück. Ihre Augenbrauen rückten etwas hinauf. "Sehen wir so aus, als würden wir BITTEN erfüllen?" Er schüttelte seinen Kopf. Wenigstens das hatte er verstanden.
"Und wenn ich sage, dass du auf die Knie fallen sollst? Würdest du das vermutlich mit Freude tun, hm?" Die Stimme von Lucan drang unter seiner Maske hervor.
"Nicht mit Freuden, doch angebracht der Situation in der ich mich befinde würde ich es tun um mein Leben damit zu retten!" entgegnete er hastig, was jedoch recht bald von Lucans abwertendem Laut übertönt wurde. Längst hatten die Arkorither ihn eingekreist. Er fragte, was er tun solle, damit er gehen dürfe.
"Was ist dir dein Leben wert, Holm?"
Erneut zog sich das leise Kichern durch die Räumlichkeiten und ihr Blick war auf Holm fixiert. Fast, als würde sie ihn mit jenem Blick töten wollen.
Auch die Mundwinkel ihres Ordensbruders rückte bei jener Frage ein Stück hinauf. "Ich nehme an eine Zahlung von Gold anzubieten würde mich nicht retten? So was verlangt ihr..."
- Schlau war er. Leben war nicht käuflich. Aber er war nicht da um Fragen zu stellen, sondern um sie zu beantworten.
"Es steht nicht zur Debatte was wir verlangen - ich will nur wissen, was dir dein Leben wert ist. Würdet ihr euch selbst opfern, um ein Leben zu schützen? Oder würdet ihr jemand anderen in den Tod stürzen um euch zu retten?"
Und ja, wie sie erwartete, er würde das Leben seiner Angehörigen schützen. Darius erhob sein Wort, dass ihn langsam die Langeweile einholte und es keine wertvolle Beute für sie war.
"Hüte dich vor dem, was dich auf den falschen Weg bringt, Holm. Und vergesse nicht, wer deinen Weg leiten kann - und nun geh uns aus den Augen."
Schnell eilte er durch die Türe davon, nachdem Lucan ihm noch die letzten Worte mit auf den Weg gab.
"Einen Gefallen schuldest du uns noch... da wir so grozügig Dir gegenber waren... Erzähl den Leuten in deinem Dorf, dass man Rahal nicht betritt... um 'Abenteuer' zu erleben... Es ist die heilige Stadt des Herrn! Und wir werden jeden von euch im Auge behalten sobald ihr jene Grenze berschreitet... wir sind wie Schatten...!"
Der Orden schlief nicht. Jenes stellten Darian, Darius, Tarja und Lucan gestern wieder unter Beweis. Und die Kreise würden sich größer ziehen, um einiges. Zufrieden lächelte sie, als habe sie gerade etwas heraufbeschworen, was die ganze Welt untergehen lies. Der morgige Tag konnte kommen - und jener würde vieeel Kraft benötigen.