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Ein schmerzhafter Abschied

Verfasst: Mittwoch 5. März 2008, 20:32
von Mia Mailinn Faris
Ganz erschrocken sah die kleine Mia aus dem Fenster.

Snee weg!

Ihr Gesicht verzog sich sehr rasch zu einem Weinen. Aus ihrem Mund kam ein lauer Schluchzer und ihre Gesichtfarbe veränderte sich von einem leichten rosa zu einem knalligen rot als sie auf die leere Stelle im Garten sah.

Mamaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!

Sie hockte vorm Fenster und konnte ihren Blick nicht abwenden.
Er war weg! Ihr geliebter Freund der Schneemann. So vieles hatten sie zusammen erlebt. Ihren ersten richtigen Winter, was heißt ihren ersten Winter, in dem sie draussen selber laufen konnte, den Schnee berühren konnte und die Schuhe ihrer Mama in den Schnee eingegraben hatte…ihren ersten richtigen Winter hatte sie mit ihm verbracht. Mo..er war ihr Freund gewesen. Ihn hatte sie zusammen mit dem lieben Opa gebaut. Er war da, wenn sie traurig war, weil sie nicht noch einen Löffel Honig bekommen hatte, oder ihre Mama sie geschimpft hatte, wenn sie zu viele Sachen aus ihrem Zimmer ausgeräumt hatte und im ganzen Haus verteilt hatte. Er war immer da. Sie musste nichtmal aus dem Haus gehen um ihn sehen zu können. Nein! Sie konnten sogar durch ihr Kinderzimmerfenster miteinander sprechen. Immer stand er da unten und wachte über sie, hatte immer ein offenes Ohr und zeigte immer Verständnis für sie. Er hatte stets ein beruhigendes Rosinenlächeln auf den Lippen und stand immer gleich da mit seinem alten Hut und dem Besen in der Hand. Er hat ihr die tolle Oilenfeder gegeben, mit der sie so ein tolles Abenteuer erlebt hatte. Dort hatte sie ihre ferne Freundin Rehya und auch den großen Luca kennen gelernt. Das sollte nun alles aus sein??
Mia hatte schon bemerkt, dass er in den letzten Tagen ein wenig abgenommen hatte, und sie machte sich auch große Sorgen um ihn, und trotzdem hoffte sie stets, dass es ihm wieder besser gehen würde. Doch alles Hoffen und Bangen half Mo nichts. Er schmolz in der Sonne langsam dahin. Für Mia war es das schlimmste, das mit anzusehen. Ihr Freund ging einfach fort. Er ging, ohne sich verabzuschieden. Fast wie ihr Papa, doch das wusste sie noch nicht. Immer noch hoffte sie, dass ihr Papa eines Tages wieder zurückkehren würde und bis dahin ersetzte sie sich jenen mit ihrer Phantasie. Sie konnte sogar mit ihm sprechen. Manchmal spielte er sogar mit ihr. Immer jedoch wachte er über ihren Schlaf, denn in ihrer Phantasie saß er immer am Ende ihres Bettes und hielt seine schützende Hand über sie. So hatte sie nie den Schmerz gespürt, den sie nun beim Abschied von ihrem geliebten Schneemann verspürte und doch schien es ein auffällig ähnliches Gefühl zu sein.
Die Sekunden, die vergingen, bis ihre Mama endlich im Zimmer eintraf schienen endlos zu sein. Mia konnte nicht richtig weinen und nicht richtig atmen. Alles schien sich in ihr zu verkrampfen. Erst als ihre Mama sie liebevoll in den Arm nahm, ohne richtig zu verstehen, was überhaupt los was, konnte sie ihrem Schmerz freien Lauf lassen und sie begann laut zu brüllen und viele Tränen flossen über ihre kleinen Bäckchen herab. Sharina suchte schon nach einer verletzen Stelle auf Mias Knie, da sie dachte, Mia sei hingefallen, doch sie würde erst erfahren, was Mia so traurig machte, als sie in einem lauten schrillen Ton so etwas ähnliches wie:
„Moooooo wo bist du nur?“ aus ihrem kleinen Mund entkommen ließ.

eine kleine Lüge, zur Beruhigung eines Kinderherzens...

Verfasst: Donnerstag 6. März 2008, 06:54
von Sharina Faris
Sie hätte es ahnen sollen. Natürlich würde Mia diesen Schneemann, den sie als Freund betrachtet hatte, vermissen. Sogar einen Namen hatte sie ihm gegeben. Nun war er dahingeschmolzen. Es schien, erst der Schlaf, welcher Mia schließlich übermannte, mochte sie wieder wirklich von dieser Trauer zu beruhigen. Sharina jedoch überkam schon kurz darauf eine Idee... Ein Kaninchen, würde möglicherweise eine kleine Freude für das traurige Mädchen darstellen. Züchter gab es sicher genug in der Nähe und ein junges Tier sollte doch gewiss zu finden sein.

Nach einem Blick auf die schlummernde Mia, eilte sie schließlich auf der Suche nach einem solchen Tier zu den nahen Höfen und sollte bald fündig werden. Zruückkehrend mit einem kleinen Hasenmädchen, welches ihr recht vorwitzig und neugierig schien, erreichte sie schon bald das Haus.
Durch die Fütterung mit Karotten und Salat, sowie aufgrund des gut gewachsenen Grases, schien sie sich ein wenig wie im Kaninchenparadies zu fühlen.

Das Tierchen im sicheren Gartenparadies zurücklassend, machte sie sich auf, nach Mia zu sehen, welche bereits wieder wach zwischen ihren Spielsachen saß und mit trauriger Miene in einem Malbuch blätterte. Lächelnd setzte sie sich zu ihr und brachte ihr mit sanften Worten bei, dass Mo ihr eine Überraschung zurückgelassen hatte, damit sie sich nicht so traurig fühlte, bis zum nächsten Winter, in dem Mo ganz bestimmt zurückkommen würde, wenn es wieder schön kalt war. Nach anfänglicher Skepsis hatte Mia sich doch entschieden, neugierig die Überraschung betrachten zu wollen und war kurz hierauf mit munterer Begeisterung, auf das Kaninchen zugesprungen, hatte es in den Arm genommen und derartig geherzt, dass dem Tierchen nur ein verzweifeltes Zappeln übrig blieb, um sich zu befreien.

Schmunzelnd hatte Sharina das Tierchen aus den umschlingenden Armen Mias befreien müssen, um dem Mädchen zu erklären, dass es vorsichtiger behandelt werden müsse und zeigte Mia wie sie das Tierchen am besten streicheln sollte. Mit Bedauern musste sie dennoch Mias Begeisterung und Wunsch, das kleine Kaninchen am besten gleich mit ins Bett zu nehmen bremsen. Erst einmal sollte es im Garten bleiben.. Dennoch ein Heim für das kleine Tierchen, musste im Haus geschaffen werden. So machte sie sich ans Werk, nachdem Mia gewiss mit schönen Träumen von ihrer neuen Freundin eingeschlafen war.