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Die Wanderschaft
Verfasst: Donnerstag 21. Februar 2008, 20:43
von Amelie Toberen
An dem Abend, an dem Amelie von Luciana erfahren hatte, welche Aufgabe sie bekommen hatte, um ihre Lehrmeisterprüfung absolvieren zu können, erzählte sie Rondrian davon, dass sie nun auf Wanderschaft gehen musste, um bei anderen Völkern das Handwerk des Schneiderns zu vervollständigen.
Wohl ziemlich traurig packten nun beide, Rondrian und sie, den Rucksack.
Bevor sich Amelie von ihm verabschiedete, drückte Rondrian ihr einen kleinen Glücksbringer in die Hand. "Pass gut auf dich auf und komm wieder wohlbehalten zu mir zurück. Und bitte schreib mir jeden Tag von wo auch immer. Ich will immer wissen, dass es dir gut geht, mein Liebling!"
So sattelte sie ihr Pferd und machte sich auf zum Hafen um mit einem Schiff die lange Reise nach Lameriast zu beginnen.
Endlich…nach vielen Stunden auf dem Schiff….kam sie auf der Insel an. Schnell zog sie ob der Kälte ihren Mantelkragen hoch, stülpte die Mütze auf den Kopf, nahm ihr Pferd an den Zügeln und marschierte los. Als sie in Neuhaven endlich die Bank gefunden hatte, erfragte sie beim Bankbeamten den Weg zu den Tiefländern nach Grimwould.
Amelie hatte sich fest vorgenommen, nicht zu reiten, da sie ihr geliebtes Pferd nicht noch mehr belasten wollte. Sie hatten schon mehr als genug damit zu tun durch die Berge von Schnee zu stapfen, und die Belastung wäre wohl zu groß für ihr Pferd geworden.
Es war ein sehr langer Weg, den sie nun zu bewältigen hatte, und mit jedem Schritt, den sie tat, wurde sie müder, ihre Beine schwerer und ihre Füße begannen immer mehr zu schmerzen. Außerdem wurde ihr immer kälter. Ihre dicke warme Kleidung konnte sie nicht mal mehr schützen, denn nachdem sie ein paar Mal hingefallen war, war nun alles völlig durchnässt.
Nach vielen Stunden des Hinwegs, es dunkelte schon, sie hatte sich auch noch ein paar Mal verirrt, kam sie endlich vor der Festung Grimwould an.
Nun stand sie endlich davor. Sie pochte fest an das große Tor, wartete ein Weilchen und klopfte abermals. Doch niemand öffnete. „Dann muss ich wohl morgen noch mal herkommen.“ seufzte sie müde. Völlig erschöpft lehnte sie sich an das Tor. Nun musste sie sich überlegen, wo sie diese Nacht unterkommen konnte.
Mit langsamen Schritten ging sie nun wieder zurück in Richtung Hafen.
Als sie die Kraft schon völlig verlassen hatte, und sie kaum mehr einen Schritt vor den anderen setzen konnte, erblickte sie in der Ferne einen Heustadel. Sofort steuerte sie darauf zu. Endlich hatte sie eine Möglichkeit gefunden dort zu übernachten.
Jedoch bevor sie sich es auf dem Heu bequem machte, gab sie ihrem Pferd zu fressen und rieb es mit einem Heubüschel fest trocken. Sie legte nun noch ein Fell auf, bettete sich drauf, deckte sich fest zu und schlief dann endlich ein.
Am nächsten Morgen wurde sie schon früh wach, nachdem ihr Pferd sie mit seinen Nüstern ein wenig anstubste. Sogleich erhob sie sich, knabberte als Frühstück an einem trockenen Stück Brot, obwohl ihr eigentlich nicht nach Essen war, trank einige Schlucke Wasser und machte sich erneut auf den Weg nach Grimwould.
Auch an diesem Tag stand sie wieder vor verschlossenen Toren.
Darum machte sie sich zögernd wieder auf den Rückweg.
Verfasst: Freitag 29. Februar 2008, 09:45
von Amelie Toberen
Bevor sie jedoch das Schiff bestieg ging sie noch mal zum Bankier, legte einen Brief für Rondrian in den Briefkasten, und zur Taverne und fragte nach einem Jungen der so ungefähr 16 Sommer alt sein musste, aber sie meinten, es würden bloß Matrosen und andere Erwachsene kommen, aber selten solche in diesem Alter.
Nun hatte sie gar nichts erledigen können. Bekümmert bestieg sie das Schiff in Richtung Menek’Ur.
Nach vielen langen Tagen der Schiffsreise kam sie auf der sonnigen Insel an. Die Hitze schlug ihr sofort entgegen. Schnell legte sie ihren Mantel, Schal und Handschuhe ab und begab sich, ihr Pferd an den Zügeln haltend, in die Stadt.
Ihr erster Weg führte sie in die Stallungen und dort bat sie den Stallmeister ihr Pferd gut zu versorgen. Um ihre Bitte noch kräftig zu unterstützen, gab sie ihm reichlich Trinkgold.
Danach setzte sie sich auf eine Bank im Schatten und ruhte sich einige Momente aus, bevor sie sich auf den Weg zur Taverne machte.
Zu dieser Tageszeit war es sehr ruhig in der Stadt, es war wohl den Einwohnern selbst zu heiß und sie verbrachten diese Stunden in ihren Häusern.
Also setzte sich Amelie auf die weichen Kissen in der Taverne und wartete, bis die Abendstunden endlich herannahten.
Als endlich die sengende Hitze ein wenig nachließ, machte sich Amelie auf und begann die Stadt zu erkunden. Als sie ein Stück des Weges geschritten war, bemerkte sie dass Raniya Sahar Bashir und ihr Ehemann Ishaaq auf einer Bank saßen und sich unterhielten. Langsam steuerte sie auf die beiden zu. Nachdem sie gefragt hatten, ob Amelie etwas suchen würde, erklärte sie den beiden ihr Anliegen und sogleich sicherte ihr Raniya zu ihr zu helfen. Heute schien Amelies Glückstag zu sein. Es dauerte nicht lange, da stand Amelie in einem wunderschönen Raum, der wohl für die nächsten Tage ihr Zuhause sein würde und hatte auch noch das Versprechen von Raniya, eine der Schneiderinnen zu fragen, ob sie ihr ein paar Kniffe beibringen würde.
Dankbar verabschiedete sie sich nun von der freundlichen Menekanerin.
Und begab sich sogleich zu ihrer wohlverdienten Nachtruhe in einem weichen, warmen Bett.
Am nächsten Morgen steckte ein kleiner Brief an ihrer Zimmertüre, dass sie sich im Laufe des Vormittags im Haus des Basars der edlen Künste einfinden solle.
Gesagt, getan…in Windeseile machte sich Amelie bereit und marschierte los.
Nun verbrachte sie schon viele Tage in Menek’Ur und Nasira Masari brachte ihr mit einer Menge Geduld und Zeitaufwand vieles bei, was sonst nur die Schneiderinnen hier erlernen durften. Und tagtäglich schrieb sie einen Brief an Rondrian und auch einen an Estrella, dazu mit vielen lieben Grüßen an alle vom Handelshaus.
Aber jetzt war es soweit, sie wollte ihre Wanderschaft fortsetzen.
Nasira begleitete Amelie zum Hafen.
Ein wenig traurig verabschiedete sie sich von Nasira. Sie hatte mal wieder Menek’Ur und die Bewohner dieser Insel mit ihrem vornehmen Wesen und ihrer besonderen Gastfreundschaft zu schätzen gelernt. Sie durfte sogar die Werkstücke, die sie selbst unter Anleitung von Nasira gefertigt hatte, mit nach Hause nehmen
Amelie übergab Nasira als Dank ein Kleid, das sie während ihres Aufenthaltes genäht hatte.
Mit einem kleinen Geschenk für Luca und dem Wissen, dass man auch hier seinen Bruder nicht gesehen hatte, begab sie sich aufs Schiff und reiste wieder zurück aufs Festland.
Verfasst: Samstag 1. März 2008, 15:51
von Amelie Toberen
Heute war der Tag, an dem Amelie bei den Elfen anfragen wollte, ob es bei ihnen die Möglichkeit gäbe, ihre Schneiderkünste weiter zu bilden.
Nachdem sie in Bajard angekommen war, ritt sie sofort nach Norden bis zum Nebelwald. Jedoch knapp davor hielt sie ihr Pferd an zu stoppen.
Weiter wollte sie nicht, denn sie hatte schon so oft gehört, dass die Elfen nicht so gerne gestört werden wollen. Also verharrte sie den ganzen Tag vor dem Wald und wartete, ob ihr das Glück beschert war, einen Vertreter dieses besonderen Volkes anzutreffen. Als die Finsternis sich über das Land legte, suchte sich Amelie mit ihrem Pferd eilig ein geschütztes Plätzchen, legte sich wieder ihr Fell auf, bettete sich drauf und schlief langsam ein.
Mitten in der Nacht tupfte sie jemand an der Schulter. Wie von einer Tarantel gestochen fuhr sie hoch.
Ängstlich versuchte sie im Finsteren auszumachen, wer wohl die Person war, die sie da entdeckt hatte. Erleichtert blickte sie nun in das Gesicht von Herrn Lugario. Da hatte sie ja großes Glück gehabt, dass es nicht ein Wegelagerer oder sonst einer war, sondern der Bauer, der hier ganz nah seinen Hof hatte. Er lud sie ein, auf seinem Hof übernachten zu dürfen, und ihr Pferd im Stall bei ihm unterzubringen. Dankbar nahm Amelie das Angebot an.
Sogleich packte sie ihre Siebensachen zusammen, verstaute sie in den Packtaschen ihres Pferdes und folgte ihm.
Nun hatte sie wieder das Glück gehabt in einem weichen Bett schlafen zu dürfen, und gleich früh am Morgen verabschiedete sie sich von Lugario und ritt wieder in Richtung des Waldes.
Sie hoffte sehr, dass sie an diesem Tag mehr Glück haben würde, als an dem vorigen.
Es war schon zu später Nachmittagsstunde, Amelie versuchte immer wieder in den Wald nach Bewegungen zu spähen, als sie auf einmal Rascheln vernahm.
Nun sah sie sich noch genauer um und entdeckte einen wunderschönen Elf, ganz in blau gekleidet, wie er sie, Amelie, zu beobachten schien und wohl durch das Rascheln auf sich aufmerksam machen wollte.
Ehrfürchtig blickte sie zu ihm. Mit einer ganz ruhigen, melodischen Stimme sprach er sie an und Amelie…..sie begann heftig zu stottern.
Es dauerte einige Zeit, bis sie sich wieder ein wenig gefasst hatte, und ihm erklären konnte, warum sie hier vor dem Wald stand und darauf wartete, dass sie ihr Anliegen vorbringen konnte.
Sie war sich dessen bewusst, dass dies wohl ein besonderer Moment in ihrem Leben war, und obwohl er ihr eine Absage aus verschiedenen Gründen erteilte, erfreute sie der Augenblick, der wohl nicht vielen Menschen beschieden war.
Genauso lautlos wie der Elf erschienen war, verschwand er auch wieder im Dickicht des Waldes.
Nun war es Zeit weiter zu reisen nach Varuna, wo sie wusste, dass die Anguren über die Winterszeit einquartiert wurden.
Sie sattelte ihr Pferd und reiste zurück in ihre Heimat.
Verfasst: Samstag 1. März 2008, 19:31
von Nasira Masari
Die Sonne schwand langsam von dem Horizont und ein angenehmer Wind begann, die Palmwedel in Bewegung zu bringen. Gesichter huschten durch die geschäftigen Gassen und Strassen Menek`Urs und machten sich daran, das Tagewerk zu vollenden. Die Mittagshitze war einfach zu ermüdend gewesen, als dass man in Ruhe jene hätte vollenden können. Doch die schlanke junge Frau, gehüllt in feinste Stoffe und nach dem schönsten Garten duftend, ließ den Schritt in eine andere Richtung gehen als die, die sie gegen Mittag aufgenommen hatte. Ein Gast war hergekommen...eine junge Frau.
Noch immer konnten die Gedanken der Haremsdame die Bitte nicht begreifen: Sie, Nasira Masari, sollte einer anderen etwas beibringen? Sie hatte doch selbst noch so viel zu lernen, noch so viel zu begreifen! Und doch hatte man sie darum gebeten, sich der Festländerin anzunehmen und ihr einige Schnitte vorzuführen. Das Herz wummerte vor Aufregung, als sie sich mehr und mehr den Räumen des Kontors näherte. Sie hatte den Zeitpunkt früh gewählt, um noch einige Dinge vorbereiten zu können. Stoffe wurden gewählt, Garne sorgfältig auf die Spule gewickelt und der Arbeitsplatz eingerichtet, der für die nächsten Stunden der Platz sein sollte, an dem die beiden Frauen ihre Zeit verbringen würden.
Eine Karaffe mit Wasser würde den Durst löschen, Früchte den Hunger vertreiben, sofern er aufkommen würde...
Sie hasste ihren eigenen Dialekt, wusste kaum, ob sie wirklich die Worte richtig aussprach. Doch Amelie, aus dem Hause der Salberg, war freundlich, respektvoll, sodass auch jene Scheu schnell verschwand. Die Zunge lockerte sich, formte die Worte schnell, wenn auch nicht korrekt. Der Blick war stets aufmunternd, doch auch konzentriert auf das Tun der Dame gerichtet; hier und da wurde kurzerhand eingegriffen. Aiwa, die Kunst des Webens...eine Fähigkeit, für die mancher ein Leben lang braucht, um sie perfekt zu beherrschen. Amelie gab sich Mühe, zeigte Verständnis und der erste Knoten zur Knüpfung gelang gar. Doch die Zeit, weitere Knüpfmuster zu lehren, würde zu viele der Geheimnisse preis geben; zu viel Zeit erfordern. Und doch zeigte zumindest das Lächeln, die Freude in Amelies Blick, dass sie sich sogar über den kleinen Erfolg freute. Sie selbst ließ jenes Aufschmunzeln und zugleich lächeln. Hatte ihre Mara sie doch auch oft aufgemuntert und das kleine Mädchen aufstrahlen lassen; da konnte die Knüpfung, das Muster noch so schief und falsch gewesen sein. Lob spornte an, gab einem Bestätigung. Und jene wollte sie auch Amelie weitergeben; sie aufmuntern und ihr das Interesse an dem Neuen für lange Zeit bewahren lassen...
Einige Tage später... mit einem Lächeln übergab sie einem der Schiffsjungen ein dick eingebundenes Briefpaket, welches seinen Weg bis nach Berchgard finden sollte. Sorgsam hatte sie dafür gesorgt, dass Amelie auch wirklich jenes erhalten solle. Sie hatte die Muster abgezeichnet, übertragen und eingebunden in eine Mappe, damit die Blätter nicht einreissen würden.
Wenn das kleine Paket geöffnet wird; wird Amelie eine dunkelblaue Mappe vorfinden. Innerhalb jener sind mehrere Blätter eingebunden, die Muster enthielten. Zwischen den Blättern wird sie auch ein Garn finden, welches in Form und Stärke dem normalen kaum gleichen wird. Jenes, von dem ihr Nasira berichtet hatte. Jenes, welches ihr bei dem Bund helfen würde....
Verfasst: Montag 3. März 2008, 09:09
von Amelie Toberen
Nach einem langen Ritt in die Stadt bewohnte sie nun für ein paar Tage die Herberge in Varuna. So versuchte das angurische Volk zu treffen, doch dies gelang ihr ganz und gar nicht. Sie wusste eigentlich auch nicht, wo sie genau suchen sollte, also wanderte sie durch Varuna um einen von ihnen zu treffen. Nachdem ihr das nicht gelungen war, packte sie ihren Rucksack und verließ unverrichteter Dinge die Stadt, um nach Berchgard zurück zu kehren. Nun war sie endlich wieder zu Hause. Zwar sehr müde und abgekämpft, aber sie war heil zurück. Nun wollte sie sich wieder anderen wichtigen Dingen widmen, als dem Reisen und vor allem wollte sie sich endlich wieder von Rondrian in die Arme schließen lassen und auf ihre Freunde im Handelshaus freute sie sich ebenso sehr.