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In Blut gehärtet

Verfasst: Freitag 15. Februar 2008, 18:06
von Xyrvassidar Ryn´dhor
Rötlicher Schein umfing ihn, warf unwirkliche Schatten in sein Gesicht.
Schon seit geraumer Zeit hatte Xyrvassidar den Blick auf die Esse gerichtet,
deren zündelnde Kohlen der Höhle etwas Licht spendeten.
Funken sprangen, als wieder etwas in der Glut barst, doch erfolgte keine Regung.
Inmitten des Werkbereichs Pyr'exelors, seinem schmiedenden Bruder, stand er
und badete in vorherrschender Hitze.
Gerade zog der Metallbieger wieder einen der kurzen Eisenrohlinge aus der Esse,
rot glühend farblich in dieser untergegangen,
da durchbrach erneut stetiges Hämmern die leise säuselnde Glut.
Fast hypnotisiert lauschte er der Symphonie des Metalls und
empfing hin und wieder auch wohltuenden Schmerz auf dem Trommelfell,
wenn der Hammer besonders hart traf. Es ging bereits eine Weile so,
bis schließlich sieben schmale Klingen auf kühlendes Wasser warteten.
Doch trug Xyrvassidar seinem Bruder auf, damit zu warten,
sie nicht im klaren Nass zu ertränken.
Stattdessen würden sie ihre Härtung durch eine andere Flüssigkeit erhalten,
die noch immer in den Tiefen der Taschen seiner Robe wartete
und erst jetzt zum Einsatz kommen sollte. Unbeeindruckt sah Pyr'exelor mit an,
wie der Lethyrenschüler eine Reihe von Phiolen barg, in denen dickflüssiges Rot ruhte.
Der Schmied verstand und nahm die gläsernen Behältnisse entgegen,
um sie wenig später in einem passenden Gefäß zu leeren.
Das Blut ließ keinen Blick mehr auf den Grund zu, harrte regungslos,
erklärte stumm seine Bereitschaft, die erste Klinge zu empfangen.
Ein Zischen erklang, als diese schließlich die Oberfläche durchbrach:
„Zzzzsssssscchhh ... zzzzstirb!“, die Erinnerung kam plötzlich, Feuer und Stahl verschwanden.
Er hockte auf dem Bauch der jungen Frau, raubte ihr die Luft.
Der Dolch in seiner Rechten begann,
sich in die blasse Haut zu graben und förderte so bald ersten roten Tropfen zu Tage.
Ihr Hals hatte es ihm angetan, speziell die darin verborgene Schlagader,
die hektisch und fast hörbar pulsierend ihr Blut beherbergte.
Sie wimmerte unaufhörlich, atmete schnappend - es war ein Genuss, sie unter sich zu wissen.
Noch berauschender aber war ihr Gesicht, schmerzverzerrt und vor Gnade winselnde Augen tragend.
Mittlerweile bahnte sich ein roter Rinnsal ihren Hals hinab,
tränkte, am Boden angelangt, ihr dunkelblondes Haar. Doch war es nichts gegen den Schwall,
der aus der Arterie trat, als er den Dolch, den Hals durchbohrt,
wieder hinaus zog. Hastig hielt er ihm eine der bereitgelegten Phiolen entgegen,
die samt seiner Hand unter einem roten Mantel verschwand. Er suchte ihren Blick,
aus dem allmählich das Leben wich und hinein in die Phiole floss...


Pyr'elexor schien zufrieden damit, wie das Metall sich gehärtet hatte.
Als Xyrvassidar aus seinen Gedanken kehrte, war er bereits dabei,
die Klingen in schlichten Heften zu fassen. Sie würden ihren Zweck erfüllen,
dachte der Schüler, nachdem er die fertigen Dolche schließlich in Händen hielt.
Sein Auftrag war erfüllt.