Der Auftrag war klar, die ihm der erhabene Lethyr Syrr'ael gegeben hatte.
Xar'oth solle den abtrünnigen Letharfen Zora'thoth finden und ausschalten.
Zu wertvoll waren die Informationen die jener besaß.
Seit zwei Monden war Xar'oth ihm nun schon auf der Spur, zwei Monde seit dem er wie schon so oft, auf sich alleine gestellt war.
Tägliche Arbeiten wurden verrichtet um die er sich normalerweise niemals zu sorgen hatte, da jenes die Aufgaben der Lethras und der Letherixen war. Doch die Jagt sollte bald ein Ende finden, hier war er angekommen tief in Ginsterforst so wie die Menschen den Wald nannten.
Die Schneeflocken vielen vom Himmel und der feuchte Atem der Xar'oths Mund entwich zog immer wieder feinen weisen Nebel hinter sich her.
Hier solle er sich also aufhalten, auf dieser Lichtung in der alten, herunter gekommenen Villa soll sich jener Abtrünnige verstecken.
Die Sonne war bereits hinter den schneebedeckten Bergen verschwunden und der Eisige Wind pfiff durch die Leeren Baumkronen.
Eng lag der Wildledermantel um Xar'oths Körper geschlungen doch an solch kalten Tagen half manchmal selbst das dickste Fell nichts um die Kälte des erbarmungslosen Winters abzuhalten.
Selbst für ihn als erfahrenen angehenden Lethrixor war es schwer zu solch einer Jahreszeit die Nahrung zu jagen die ihm die nötige Kraft gab um bei solch klirrender Kälte den Naturgewalten zu trotzen.
Im Schnee, zogen die gepanzerten Letharen Schuhe tiefe Fußabdrücke hinter sich her die an der Türe der Villa endeten. Auch hier drin war es nicht viel wärmer als draußen lediglich der eisige Wind wurde von den Wänden abgehalten.
Das noch tadellose Auge des Letharfen formte sich zu einem schmalen Schlitz etwa der einer Raubkatze das blut unterlaufene schon vor Jahren so schwer beschädigte Auge lag leblos in der Augenhöhle. Langsam schweifte sein Haupt in der großen Eingangshalle umher, vor ihm lag eine breite Treppe die am Ende des Raumes nach links und rechts die Wand empor ging. Es war staubig und keine Flamme an einen der vielen Kerzenständern entzündet.
Plötzlich... Ein Luftzug und das ihm sehr vertraute leise Surren einer durch die Luft schnellenden Pantherklaue war zu vernehmen. Im letzten Moment umfasste Xar'oth den Griff seiner Pantherklaue und lies diese in abwehrender Haltung mit einem Schritt zur Seite sowie einer halben Drehung empor sausen.
Der Stahl schlug Funken als die zwei Klauen aufeinander trafen, und Xar'oth wich der Wucht der feindlichen Pantherklaue die von oben auf ihn herab schlug nach hinten hinweg. Der abtrünnige Letharf richtete sich langsam auf und die Blicke der beiden Letharen trafen sich wie Nadelstiche. Es wurden einige synchrone Kreisbewegungen zueinander gezogen und jeder der beiden Letharen musterte den anderen mit gebührenden Respekt wohl um sichtliche Schwächen ausfindig zu machen.
Es mussten keine Worte gesprochen werden, beide wussten worum es ging und was sie zu tun hatten. Die Zeit schien still zu stehen für jene Momente in denen sich die beiden immer Synchron im Kreis zueinander bewegten. Xar'oth viel sofort die penetrant ins Auge stechende Rune auf der Wange seines Feindes auf, die diesen als vollwertigen Lethrixor auszeichnete.
''Was haben sie mir den da geschickt ?''
''Einen Einäugigen angehenden Lethrixor ?''
Schmetterte der Abtrünnige Lethrixor Xar'oth entgegen, worauf hin dieser zum Angriff über ging und sich die Klauen wieder kreuzten.
Die Funken sprühten nur so als immer wieder der Stahl aufeinander schlug.
Xar'oth war nun bewusst das sein Gegner ihn unterschätze und den Glauben an den Vater der in Xar'oth tief verankert war.
Immer schneller und härter wurde der Schlagabtausch der beiden Kontrahenten, fast im Sekundentackt war der Klang der Schwerter zu vernehmen.
Bei genauerem hinsehen hätte man erkennen können das Xar'oth tot wirkendes Auge zu pulsieren begann als würde dieses wieder funktionieren.
Das Fleisch Xar'oth brannte wie schon so oft, viele eher nur oberflächliche Wunden hatten sich die beiden Kontrahenten zugefügt.
Es wurde still in den alten Gemäuern, lediglich das angestrengte Schnaufen Xar'oths war zu hören.
Dieser stand als die Schwerter verstummten leicht hinter dem Abtrünnigen, Rücken an Rücken.
Die Stille wurde durch einen gepanzerten Körper der zu Boden ging und einem Kopf der vom Leibe abgetrennt auf dem Boden einen Moment lang umher kullerte und neben Xar'oth zum Stillstand kam unterbrochen.
Xar'oth noch immer schnaufend, blickte für einen Moment auf das Haupt des Abtrünnigen hinab ehe er sich eine klaffende Wunde an seiner Seite hielt und auch er zu Boden ging.
Waren es Stunden oder gar Tage in denen er regungslos am Boden lag und es so schien als würde er nicht mehr aufstehen ?
Lediglich die Gedanken das er erfolgreich war, so wie das er im Auftrag des erhabenen Lethyren Syrr'aell gehandelt habe schossen ihm immer wieder durch den Kopf. Einige Zeit lang dachte er, wofür er selbst überhaupt den Tod finden sollte.
Immer und Immer wieder dachte er darüber nach, bis er zu der Einsicht kam, dass er selbst daran schuld sei. Er dürfte nicht schwach sein, er müsse wieder aufstehen um dem Vater weiter dienen zu können. Schwerfällig erhob er sich und machte sich unter schmerzen daran seine Wunden zu versorgen. Einige Tage blieb er noch in den leer stehenden Gemäuern um zu neuer Kraft zu kommen bis er sich mit dem Haupt des Abtrünnigen und dessen Pantherklaue auf den Heimweg machte.
Der Jäger der Abtrünnigen.
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Xar´oth
Der Jäger der Abtrünnigen.
Zuletzt geändert von Xar´oth am Montag 4. Februar 2008, 16:22, insgesamt 2-mal geändert.