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Schwerthüter - die Kerze der Geistigkeit

Verfasst: Dienstag 22. Januar 2008, 13:48
von Der Erzähler
Drei Elfen, zwei Menschen, die ruhig schliefen wie in so vielen Nächten auch.
Ein steinernes Bild in einem säulengesäumten Gang, dem Träumenden bekannt: ein Kampf zwischen einem hellen und einem dunklen Krieger, welcher das Schwert will. Doch die steinerne Szenerie verändert sich im Detail: die Augen des dunklen Kriegers scheinen plötzlich lebendig und katzenartig, die Gestalt kleiner, schlanker, die Rüstung wechselt zu einer Robe, gewinnt vage eine lilane Farbe. Auch die Rüstung des hellen Kriegers ändert sich zu einer Robe, blau, und als das steinerne Rapier seines Gegners sich in Bewegung setzt, führt er einen Priesterstab verteidigend dazwischen. Im Kampf wird der lichte Priester verletzt, und während er seinem Feind einen tödlichen Schlag versetzt, steigt im Mund des Träumenden ein ekelhaft bitterer Geschmack auf, sowie eine Erkenntnis: "Vergiftet. Ich werde sterben." Über dem lila Gewandeten sackt der Temorapriester in die Knie und fällt wie unendlich langsam zur Erde - noch bevor er den Boden ganz erreicht, erstrahlt das Gemälde aus Stein in einem hellen Licht, das den Träumenden kurz blendet und dann Dunkelheit zurücklässt.

Die Dunkelheit hinter den Lidern wird unbenennbare Zeit später erneut schwach erhellt: in vagem Feuerschein hinter sieben Kohlebecken schwere steinerne Sarkophage zur Linken, darüber prunkvolle Wappenschilder mit Schriftzeichen der Namen, selbst nach Jahren glänzten sie wie frisch poliert: Eldremon, van Elcin, von Bransbach... einige der verdientesten - und unbekanntesten - Streiter Temoras.

Drei massige Steinsäulen, die den Raum teilten und in Stein gemeißelte Schrift trugen, jeder Satz wurde den Lebenden im Traum bewusst:
"Hier ruhen jene, die für Schwert und Göttin lebten und starben."
"Ehre sei ihnen, und hüten sich jene, die ihren Zorn erregen!"
"Ihre Treue währt über den Tod hinaus, sie sind die Wächter dieser Hallen."


Ein goldenes Kreuz an der Wand verkündete die letzte Weisheit dieses Raumes:
"Indem wir einander dienen, sind wir frei."

Der Eindruck von der Grabkammer umfasste nun auch die rechte Seite des Raumes, wo sich an der Wand hölzerne Särge übereinander reihten. Auf einem lagen ein altes, fast rostiges Schwert und Schild, deren Besitzer Leonhard Capriné gewesen war. Auf dem nächsten lagen ein blauer Umhang, wie man ihn von den varuner Truppen kennt, und eine Kriegsaxt aus rötlichem Metall.
Auf dem dritten blieb im Traum der Blick länger hängen: auf dem erst leeren Holzdeckel erschienen eine blaue Robe mit den Insignien eines Hohepriesters der Göttin Temora.

Plötzlich wechselt das Bild:
Ein rötlich erleuchteter Raum mit einem Podest mit rotem Samt beschlagen, darauf eine Unzahl schwertähnlicher Klingen. Um eine Säule mit einem Adler darauf sieben Kerzen auf dem Boden, jede Kerze mit dem Symbol einer Tugend verziert.
Sechs der sieben brannten... und eine weitere erlosch, die Kerze mit dem Symbol der Geistigkeit.

Verfasst: Dienstag 22. Januar 2008, 14:09
von Sorcha Llastobhar
Sie schlug die Augen auf und schnappte kurz erschrocken nach Luft. Der Brustkorb hob und senkte sich und sie starrte in die Dunkelheit des Schlafzimmers. Seit langer Zeit hatte sie einmal wieder in der Burg genächtigt, bei ihrer Familie und nun dies. Sie sah neben sich, zu der schlafenden Shanna und richtete sich vorsichtig auf, möglichst leise griff sie nach ihren Klamotten und zog sich an, ehe sie den Raum verließ, ihre Schwester dem ruhigen Schlaf überlassend.
Sie stand hoch oben auf den Zinnen und blickte über das schlafende Berchgard. Dieser Traum … nein diese Vision. Eine weitere Kerze die erlosch, ein weiterer Hüter und sie erinnerte sich wessen Kerze die der Geistigkeit gewesen war. Die Augen wurden kurz schwer, sie strich sich über den Nacken und ein Seufzen entglitt ihr. Dunkle Zeiten lagen vor ihnen allen, der Glaube an die Herrin wurde erneut auf eine starke Prüfung gestellt, die Augen schlossen sich eine Weile, wie lange würde es dauern bis die nächste Kerze flackern würde und letztendlich erlischen würde? Und wann würde die Kerze der Tapferkeit ihr Licht verlieren? Sie schüttelte den Gedanken ab, sie würde ihr Licht verlieren wenn die Herrin es für angebracht hielt, doch nun galt es nach vorne zu sehen.


Das Land war in einer seltsamen Umbruchstimmung. Die Zahl der Ketzer und Ungläubigen nahm immer mehr zu, ganze Dörfer proklamierten förmlich dass sie den Göttern nicht zugestellt waren und die Schaare des Brudermörders schienen zu wachsen. Ein Grund zu verzagen? Nein, denn so lange es die Hüter gab, gab es auch eine Waffe die sich dem Feind im Notfall stellen konnte.
Sie sah kurz zurück Richtung Burginneres. Es wäre kein Problem sich wieder schlafen zu legen, die Zeit bei der Familie auszukosten. Doch sie wandte sich ab, verließ die Burg noch in der Nacht und machte sich auf den Weg ins Kloster. Sie musste beten, und sie würde mit jemanden sprechen müssen. Die Pflichten der Herrin waren im Moment wichtiger als die Familie, und sie würde ihnen nachkommen.

Verfasst: Dienstag 22. Januar 2008, 14:44
von Shalaryl Di'naru
Ein seltsamer Traum...weder auf den Traumpfaden, noch in den dunkelsten
Visionen ihrer eigenen Seele hatte sie bislang solche Bilder gesehen. So
erstaunlich klar, obwohl alles darin von menschlicher Hand geschaffen wurde.

Das bedeutete wohl, dass sie sich mit den anderen treffen musste...einen Mo-
ment überlegte sie, ob sie direkt eine geistige Botschaft an die bekannten
Melodien übermitteln sollte, verwarf den Gedanken dann aber. Sie selbst
fühlte sich schon beklommen genug von diesen Traumbildern, da brauchten
die Übrigen nun sicher keine Waldelfe, die zusätzlich in ihrem Geist erschien.
Nein, besser wäre es sicher, erst einmal ihre eigenen Klänge wieder in ruhige
Bahnen zurück kehren zu lassen, und dann...zumindest ein paar Orte kannte
sie, die sie aufsuchen konnte. Wenn Menschen daran beteilgt waren, so hatte
die Vergangenheit gezeigt, so war doch ein wenig Eile geboten. Und immerhin
war es ihre Aufgabe, sich ihren Verantwortungen auch zu stellen.

Für den Rest der Nacht sah man sie einmal mehr am kleinen Weiher sitzen,
eine Hand über der Wasseroberfläche, über die Spitze des Zeigefingers nach
und nach Tropfen ohne erkennbaren Ursprung rinnend. Welle für Welle. Re-
sonanz für Resonanz, unergründbar für den flüchtigen Betrachter... .

Verfasst: Donnerstag 24. Januar 2008, 14:58
von Darna von Hohenfels
Völlig übermüdet nach einer mal wieder durchwachten Nacht war sie in Adrians Büro eingeschlafen. Sie war nicht einmal dazu gekommen, genau das Thema anzusprechen, was sie hauptsächlich hertrieb, sie hatte wie üblich erst einmal berichtet, was sie derzeit alles beschäftigte und umtrieb - sie redete also eine ganze Weile.
Was Adrian veranlasst hatte, währenddessen aufzustehen und ihr zuhörend damit zu beginnen, ihre Schultern und den oberen Rücken zu massieren, konnte sie sich recht gut vorstellen: Wenn selbst Arbeitstier Silvan von Dragenfurt sie zu einem Soforturlaub hatte animieren wollen, dann brauchte sie nicht mal bis zwei zählen, welchen Eindruck sie auf andere machte... und unterschätzte es vermutlich noch. Es hatte einfach gut getan, das reden, seine Nähe, die Berührungen... irgendwann fing er an, irgend eine Melodie zu summen. Sie registrierte nicht mal richtig, daß es ein Schlaflied war, es gab nur den letzten Rest Beruhigung, um sie vollends einschlafen zu lassen.

Gift...
Sie würgte und versuchte, sich dagegen zu wehren, fassungslos wie gleichzeitig gelähmt sah sie auf die Bilder. Als sie erwachte, saß sie kerzengerade auf einem Bett und starrte erst vor sich hin, sah sich dann irritiert um. Wo war sie? Draußen auf dem Gang ordnete Adrian den Wachen an, auf ihre Posten zurückzukehren - ein Schrei von Darna hatte für Unruhe gesorgt.
"Mylady haben geschr... gerufen?", ließ sich Adrian vor dem Vorhang zu der Schlafkammer vernehmen, doch als er nur so etwas wie ein trockenes Aufschluchzen vernahm, wurde er besorgter: "Darna?"
"Adrian?", kam es verwirrt, "Was mach ich hier? Lucenius ist tot."
"Bitte? Ich habe dich hergebracht nachdem du am Tisch eingeschlafen bist. Was bitte soll heissen, Lucenius sei tot?"
Wenig später im Kaminzimmer machte er sich ein Bild davon, was Darna widerfahren sein musste, auch wenn sie von dem Inhalt des Traumes kaum reden wollte. Er wusste auch so genug: "Ich erspare uns beiden die dumme Frage woher du es weisst..."
"Ich muß zum Kloster."
"Dann werde ich dich begleiten."

Vor den Toren des Klosters der Herrin ließ er sie allein - wissend, daß er in dieser Angelegenheit hier nichts verloren hatte. Doch drinnen in der Kirche fand sie Lady Sorcha vor dem Altar kniend - es brauchte nicht viele Worte, daß sie beide wussten, worum es ging. Trotzdem gingen die Meinungen leicht auseinander:
"Wir stehen vor harten Zeiten .... ein solch wichtiges Mitglied der Kirche zu verlieren, die Erstarkung der Anhänger des Brudermörders, das Wachsen der Ungläubigen und Ketzer... Ich frage mich, wohin dies alles noch führt."
"Zu einer weiteren Schlacht", antwortete Darna dumpf, doch ohne Schrecken oder große Sorge - es geschah eben immer wieder, und jedes Mal galt es, sein Bestes zu geben.
"Eine Schlacht, wohl wahr, aber an wievielen Fronten? Kra'thor wächst mit jedem toten Ungläubigen, Alatar labt sich an der Unentschlossenheit
der Ungläubigen und Ketzer und an ihren Streitereien ... die Herrin wird offen verspottet und teils bespuckt in Dörfern wie Bajard."
"Beunruhigende Entwicklungen, doch nun nicht Aufgabe unseres Hauptaugenmerkes, Lady Sorcha", merkte sie ruhig an und überlegte etwas, Sir Nevyn erhielt Bestätigung durch die Herrin selber, und kannte auch zuvor bereits die Gewölbe, doch wird es nun Aufgabe sein, in anderer Weise jemanden zu finden - oder kam Euch etwas zu Ohren von einem erneuten Hinweis der Herrin?"
Forschend sah sie zu der Adlerritterin vor sich.
"Nein, MyLady ...", erklang es reserviert.
"Vielleicht wissen die Elfen was... wir müssen sie erwarten oder aufsuchen."
"Ich denke beinahe dass sie sich melden werden, das weise Volk ist zuverlässig."
"Sie werden kaum weniger unterrichtet sein als wir", meinte Darna leise, "Ich frag mich, ob der Sir Nevyn es sah."
"Nun ich weiß es nicht, ich kam nicht zu einem Gespräch mit ihm bisher."
"Ich warte auf sein Eintreffen, seine Hoheit schickte einen Boten."
Sorcha nickte nur leicht und meinte etwas später:

"Und mit Verlaub, MyLady ... ich kann euch nicht vollends zustimmen. Wahrlich mag es unsere Aufgabe sein, das Schwert zu behüten, aber es ist genauso unsere Aufgabe, die Tugenden zu erhalten und gegen den Brudermörder zu streiten ... und diese Aufgabe wird wichtiger von Tag zu Tag. Ich mache mir Sorgen, ernsthafte Sorgen. Selbst in Varuna wird der Name der Herrin immer mehr zu einem bedeutungslosen Lippenbekenntnis."
"Das ist richtig, doch das Schwert geht nun vor, wir können nicht riskieren, daß noch der nächste von uns dezimiert wird, bevor auch nur Ersatz für den letzten gefunden ist", erwiderte sie ein wenig schärfer.
"Der Tod seiner Eminenz war sein Verschulden, soweit ich weiß, verschwand er ohne ein Wort", erklang es nun hingegen von Sorcha schneidend, "Es ist nicht so, als dass man uns jage."
"Er starb bei der Wahrnehmung seiner Aufgabe. Und ich gedenke nicht, das Spiel der zehn kleinen Ureinwohner wieder an uns spielen zu lassen."
"Sofern wir nicht unsere Pflichten vergessen, denn ganz gleich wieviele wir am Ende sein werden, wenn wir nicht auch auf die Schatten um uns achten, hilft uns die größte Vollzähligkit nicht."
"Mag sein - doch wahren wir sie nicht, werden wir ausgelöscht, wie es bis zu Sir Leonhard geschah. Es wäre ja nicht so, daß wir nicht auch gefährdet wären, wenn wir nicht wegen des Schwertes gejagt werden."
"Dann werden wir einen Balanceakt unternehmen müssen .... denn wir können uns nicht nur auf eine Aufgabe konzentrieren."
Darna nickte entschlossen.
"Da die Gewichtungen und Informationen klar verteilt scheinen, widmet Euch den von Euch genannten Mißständen, so gut Ihr vermögt und bewahrt im Blick, was bezüglich der Hüter stattfindet - ich werde mich auf diese konzentrieren, so weit es geht."
"Sicherlich, MyLady ..."

Damit waren die Aufgaben verteilt.
Nevyn. Wie initiierte man einen neuen Schwerthüter? Wenige Stunden später hatte Schwester Oceana alle Hände damit zu tun, der Paladin Bücher über Schwertleihenrituale herauszusuchen, ganz egal, welches Lehen und ob kirchlich oder weltlich. Eidrituale, Gelübde...
forschend sah die Bibliothekarin zu Darna und fragte sich, ob sie die Buchstaben überhaupt noch lesen konnte, oder mit offenen Augen schlafend auf die Seiten starrte.

Verfasst: Samstag 23. Februar 2008, 20:48
von Der Erzähler
Ein Bote mit einem Wappenrock der Temorakirche findet den Weg vor das Kloster der Temora. Er ist gewandet in der Robe eines Diakons der Temora. Am rechten Arm kann man eine schwarze Binde erkennen. „Hochwürden Mercandis“ Mehr scheint der Bote nicht zu sprechen. Er wird warten bis er vor Victoria gelassen wird, oder sie selbst vor ihn tritt. Sollte dies geschehen reicht er ihr schweigend zwei Pergamente, eines trägt zwei schwarze Bänder, welches der Bote zuoberst hält. Er wird warten, bis Victoria die ersten Zeilen jenes Pergamentes liest, dann reicht er ihr ein zweites Pergament, gebunden ebenso mit einem blauen wie schwarzem Band. So schweigend wie er die Pergamente überbracht hat wendet er sich auch wieder ab und wird das Kloster, so er nicht aufgehalten wird, auch wieder verlassen und die Heimreise antreten. Wenn das erste Pergament gelesen wird, kommen folgende Zeilen zum Vorschein.

„Unter dem Glanz der Herrin Temora erbieten wir Euch unseren Gruß, Hochwürden Mercandis.

Vor etwa vier Wochen beehrte uns seine Eminenz van Sareth mit dem Besuch seines Heimatklosters. Wir waren überrascht und erfreut zu sein, einen Sohn unseres Klosters wieder in unseren Reihen zu wissen. Wir waren ebenso erfreut, das jener junge, stürmische und schier unbändige junge Mann geschafft hat, wovon viele Priesterschüler träumen und was viele Priester in ihrem Leben nie erreichen werden.

So sehr wir uns seine Ankunft gefreut hat, so bedauerlich war es, das er nur wenige Tage nach seiner Ankunft im Kloster wieder aufbrach. Er hinterließ ein Pergament, welches wir lesen sollten, wenn seine Wiederkehr länger als zwei Wochen auf sich warten lassen würde. Wir hatten den Auftrag jenes Pergament dann zu lesen und an Euch weiter zu leiten. Wir taten wie geheißen, lasen das Schreiben. Wenn Ihr selbst den Inhalt lest, werdet Ihr verstehen, dass wir eine weitere Woche auf die Rückkehr seiner Eminenz gewartet haben. Wir entschuldigen uns für diese Verzögerung.

Sareth trägt Trauer in Erinnerung an einen seiner Söhne, die Stadt gleichsam wie Kloster und Adelshaus. Wir bedauern, dass wir nicht geahnt haben, auf welchen Weg sich seine Eminenz machte. Wir bedauern, dass wir einem unserer Söhne nicht beistehen konnten. Wir sind aber sicher, dass seine Eminenz seinen Weg kannte und bewusst ging.

Der einzige Trost ist, dass seine Eminenz seine Aufgabe wohl erfüllte. Die Leiche des Pantherpriesters wurde gefunden und den reinigenden Flammen übergeben. Die Leiche seiner Eminenz konnten wir leider nicht finden. Etliche Bürger Sareths sprachen davon, sie wäre wenige Momente nach dem Kampf von einem hellen Licht eingehüllt und daraufhin verschwunden. Wir können es uns leider nicht erklären. Wir sind aber sicher, Ihr findet auch dafür eine Erklärung.

Möge die Herrin stets mit Euch sein.
Möge sie stets mit uns sein
Mögen ihre Tugenden unsere Wege erleuchten.

Davion de Sarama
Priesterin der Herrin Temora
Äbtin des Klosters Sareth

Der zweite Brief beinhaltet folgende Worte:

Möge die Herrin stets mit Euch sein, heute und bis zu dem Tage da auch Ihr vor sie tretet.

Jenes Pergament wird Euch nur erreichen, wenn meine Seele in die Hallen unserer Herrin Temora eingekehrt ist und mein Körper den Weg in die Hallen der Schwerthüter gefunden hat.

Ich zog vor einigen Wochen aus, weil mein Herz mich in meine Heimat, Sareth, zog. Nun weiß ich, dass es nicht meine Sehnsucht war, die mich hier her brachte, sondern der Wille unserer Herrin. Wenige Tage nach meiner Ankunft im Kloster erbot mir Temora die Ehre einen Blick in die Zukunft zu erlangen. Sie gab mir die Möglichkeit, die Zukunft zu ändern. Jetzt, da Ihr diese Zeilen lest hoffe ich inständig, das es mir gelungen ist.

Ein Diener des Panthers war auf dem Weg in die Hallen des heiligen Schwertes. Jenes Schwert das nie aus in Vergessenheit geraten. Lady von Elbenau wird Euch, so Ihr jenes Schreiben gezeigt wird sicher erzählen, was sie weiß. Ihr, die Ihr mir immer eine gute Schülerin und manchmal auch Lehrerin wart, sollt meine Nachfolge als Priester unter den Schwerthütern antreten. Ich bin sicher Temora wird es Euch wissen lassen, wenn sie mit meiner Wahl nicht einverstanden ist. Ihr wisst, auf welchen Weg ich den Glauben führen wollte. Und ich weiß, dass Ihr in der Lage seid, diesen Weg weiter zu beschreiten.

Vergesst nie, das Temora selbst das Schwert in die Hand nahm um dafür zu kämpfen, dass jene Welt eine Welt der Tugenden bleibt. Auch wenn ich es nicht mehr miterlebe, so bin ich sicher, das ich an der Seite unserer Herrin eines Tages den Tag beobachten kann, wo die letzte Schlacht geschlagen und Temora selbst, mit dem Schwert in der Hand in den letzten Kampf gegen den Panther und seine Anhänger führen wird. Und wir wissen alle, das es das Licht sein wird, welches diesen Kampf beendet.

Ich bitte Euch, die Priester Temoras und die Adlerritter von meinem Ableben zu unterrichten. Lasst sie wissen, da sich so gestorben bin, wie ich immer leben wollte. Im Kampf für unseren Glauben und unsere Herrin.

Ich wünsche Euch auf Eurem weiteren Lebensweg alles Gute. Möget Ihr immer auf dem Pfade des Lichtes und der Tugenden wandeln.

Lucenius van Sareth
Hohepriester der Herrin Temora

Verfasst: Sonntag 24. Februar 2008, 10:42
von Victoria Mecandis
Bruder Cassian war wieder einmal vor dem Klostertore um mit dem Stallwächter ein kleines Morgenschwätzchen zu halten, als jener Mann zum Kloster hinkam. Freundlich wurde er begrüßt und nach den Seinen Worten, direkt Einlaß gewährt. Cassian macht sich direkt auf ins Schreibzimmer um Victoria über dessen Ankunft zu verständigen. Sie selbst bat jenen Herrn in das warme Schreibzimmer um ihn zu empfangen.

Überrascht war sie im ersten Moment, nachdem sie erfuhr das ein Diakon der Herrin nach ihr fragte. Dennoch sollte er sicher nicht, draußen in der Kälte verweilen, für ein Gespräch. Freundlichst wurde er begrüßt und sie wunderte es ein wenig das er ihr ohne weitere Worte ein Schreiben entgegen gab. Erst jetzt sah sie das schwarze Band an seinem Arm und innerlich seufzte sie leise auf. Hatte sie erneut einen der ihren Schüler verloren?
Sie öffnet jenes Schreiben und las die ersten Zeilen. Als sie die Zeichen des Klosters van Sareth erblickt, atmet sie ein wenig durch. Ein kurzer Blick gen des Diakons und er überreicht ihr ebenso das zweite Schreiben.
Als er dann aber begann sich sogleich verabschieden zu wollen, hielt sie ihn direkt auf. Bruder Cassian wurde angewiesen seine Gnaden in den Speisesaal zu führen und zu verköstigen. Er sollte ganz sicher nicht mit einem leeren Magen diese lange Rückreise antreten.
Sie selbst lies sich an ihrem Schreibtisch auf dem Stuhl nieder und betrachtete einen Moment lang diese Schreiben nachdenklich. Nach solch langer Zeit der Antwortsuche, bekam sie nun eine?
Die erste Rolle wurde ganz geöffnet und sie beginnt zu lesen. Sie wusste das seine Eminenz damals in seine Heimat zurückreisen wollte. Zumindest konnte er sich von seiner Heimat verabschieden als er seinen letzen Weg antrat.
Ein leichtes, erfreutes aufschmunzeln trat auf ihre Lippen nachdem sie las, dass der Phanterpriester dem heiligen Feuer übergeben wurde und geläutert.
Ebenso erfreute es sie das seine Eminenz den direkten Weg in die Hallen der Herrin antreten durfte. Aus der Erklärung heraus das er in einem gleißend hellem Lichte verschwand, wusste sie was jenes bedeute. Hatte sie jenes Phänomen doch bei ihrer Heiligkeit bereits erleben dürfen.
Als sie dann das zweite Schreiben öffnet, wird sie sogleich etwas schwermütiger als sie die Handschrift seiner Eminenz erkennt. So hatte er als ein zweites Schreiben, zum Abschied an sie verfasst. Ihre Augen gehen langsam über die geschriebenen Zeilen. Mit jeder einzelnen Zeile wird sie etwas nachdenklicher und dann deutlich stutzig. Die Hallen des heiligen Schwertes ?... das Schwert ´Nequoth´ ?
Noch einige Male las sie jenen Zeilen mit nachdenklicher Miene.
So war dieses Schwert als kein Mythos, kein Traum ?
Er empfahl sie an seiner statt nun als Hüter des Schwertes, an diese Stelle zu treten.
Innerlich hoffte sie, dass Temora mit seiner Wahl einverstanden war.
Sie würde so schnell wie möglich mit Lady Darna darüber sprechen.
Die Schreiben wurden danach wieder sorgsam verschlossen und an einen sicheren Ort gegeben.
Bruder Cassian bekam die Aufgabe, Lady Darna auszurichten, das sie Sie sprechen müsste.

Verfasst: Montag 25. Februar 2008, 23:21
von Isdaniel Nifar
Wieder blickte Isdaniel ins Tal hinab - beobachtete wie die ersten Sonnenstrahlen langsam über die Berggipfel kletterten und den Nebel aus dem Tal zu vertreiben begannen. Doch seinen Gedanken waren bei den Träumen der letzten Zeit.

"Lucenius", ging es ihm durch den Kopf, "Ein Mensch von Größe - ein Hüter der seiner Aufgabe würdig war. Die Zeit der Menschen verging zu schnell. Es ist nun das zweite Mal das jene Aufgabe zu wechseln scheint. Umso erstaunlicher kommt es ihm nun vor, das die Hüter es geschafft hatten über Jahrhunderte ihre Pflicht von Einem zum Nächsten zu reichen.".
Sein Blick starrte weiter unablässig ins Tal, während seine Gedanken weiter wanderten: "Es war der richtige Schritt diese Aufgabe auch auf die Schultern der Edhil zu legen - ein Schritt zur Beständigkeit - dies wurde nun mehr als deutlich. Es blieb erneut eine Aufgabe - das Wissen weiterzureichen an den Nachfolger - die Wahl dürfte bereits erneut gefallen sein. Er würde Darna aufsuchen müssen und ein Besuch bei Shalaryl konnte auch nicht schaden." Langsam erhob er sich. Blickte nocheinmal auf das in Nebel gehüllte Tal herab und schlenderte dann den schmalen Pfad hinab.

Verfasst: Donnerstag 28. Februar 2008, 06:54
von Darna von Hohenfels
Sie las den Brief Lucenius', und eine Weile schwieg sie nachdenklich, die Lippen geschürzt. Als sie wieder sprach, Victorias Blick auf ihr ruhend, war jedes einzelne Wort überlegt.
"Ich hätte seine Wahl befürwortet... Aber es liegt nicht alleine an mir. Es wird an allen Verbliebenen liegen, und vorderrangig an der Herrin selbst. Der erste Nachfolger erhielt ein unmißverständliches Zeichen, und doch steht auch seine Initiierung noch aus."
"Ich weiss, daß nur die Herrin selbst darüber entscheidet, ob sie mich als würdig erachtet, jene Aufgabe anzunehmen", nickte die Priesterin, "Bisher erkannte ich kein Zeichen, weder daß die Herrin abgeneigt sei, noch daß sie zustimmt."

Sie mussten vorsichtig vorgehen. Sie vertraute sowohl Lucenius wie auch Victoria, und sie hatte ein Recht darauf, mehr zu erfahren, als wie bislang überhaupt nichts bis auf die Gerüchte auf der Straße. Trotzdem nannte sie nicht einmal Namen. "Sollte sie doch nicht erwählt werden, wäre das Wissen eher Fluch als Segen, für sie und für uns. Warten wir das Urteil der Elfen ab."
"Es sind...", Darna stockte, korrigierte dann düster, "es waren sieben, vier Menschen, drei Elfen."
Sie erzählte die mindesten harten Fakten, fasste jene Dinge zusammen, die jeder ernsthaft Interessierte auch durch eigene Nachforschungen in Erfahrung bringen konnte:
"Es gibt jene Geschehnisse, die öffentlich und kaum zu leugnen sind, auch nicht geleugnet oder heruntergespielt werden sollen: Das Auftauchen Sir Leonhards, die Wiedererweckung des roten Wyrms Kryndlagor, seine Vertreibung durch das Schwert. Ja, durch das Schwert. Durch exakt die Klinge, die von der Göttin selbst in der Hand gehalten ihren Bruder Alatar verletzte, sein Blut klebt bis heute daran. Es gibt diese Klinge, und sie ist bis heute heilig und gefährlich zugleich. Es ist eine Waffe, die sich nur zu leicht gegen uns selbst richten kann.
Es klebt sein Blut daran, und es besitzt Macht, Macht die sich immer wieder erholt."
"Sollte jenes Schwert jemals in die falschen Hände geraten...", raunte Victoria, und Darna nickte bedächtig, sie einschätzend beobachtend. Ja, die Priesterin verstand das Offensichtliche, und sie musste auch verstehen, begreifen, um der Aufgabe würdig zu sein.

"Mit dieser Waffe war Sir Thelor in der Lage, Kryndlagor zu verletzen, ein untoter Wyrm von Kra'thors Macht erweckt und von Alatars Hass beseelt. Dutzende anderer Waffen waren an seiner Haut abgeprallt wie Spielzeug, und er wäre Varunas Untergang gewesen.
Gleichzeitig vermag dieses Schwert, seine Umgebung zu verderben, schlechten Einfluß auszuüben - es war nicht nur in Sir Thelors Händen eine schreckliche Waffe, ich bin der festen Überzeugung, es wäre auch für ihn selber eine Gefahr gewesen, und ein entsetzlicher Gedanke, was passiert wäre, hätten die Letharen mit ihrer Jagd danach Erfolg gehabt.
Die Aufgabe der Schwerthüter ist es, um die Geschichte dieses Schwertes zu wissen, und sie ist deutlich umfangreicher als das, was nur von dem Kampf zwischen Temora und Alatar berichtet wird. Schon zu diesem Zeitpunkt war es ein besonderes Schwert, eine Elfenklinge mit eigener Geschichte. Die Elfen der Schwerthüter wahren diesen Teil, wissen am besten um dieses Wesen. Gleichzeitig ist den Menschen bestimmt, jenem Part Rechnung tragen zu können, der Temoras Wirken beinhaltet und die Intensität des Götterstreites, dessen Wesen die Elfen in dieser Form kaum nachvollziehen können, weil es ihnen zu fremd ist.
Doch es braucht beide Mächte, damit Sterbliche dieser Klinge Herr werden können."
Eine Weile verstummte sie und sah Victoria ernst und nachdenklich an, so beherrscht wie irgend möglich. Sie wusste, zu welchen ihrer Worte jeder Schwerthüter sofort nachhaken würde, würde auch Victoria Bedenken äußern, oder es nicht so kritisch sehen?
"Die Elfen verstehen nicht das unsere Wirken in dieser Welt, es erscheint ihnen allzu oft als sehr fremd. Ebenso ist es aber auch mit Ihnen, ihre Art und Weise .. ihr Volk an sich ist mir noch immer äusserst fremd. Niemals sollte jemand völlig Herr über solch eine Waffe werden. Es wäre zu verführerisch, für uns alle dies ausnutzen zu wollen."
Sie erlaubte sich ein unwesentlich entspannteres Zurücklehnen. Test bestanden.

"Das Hüten dieser Waffe ist so widersprüchlich wie die Waffe selber. Sie ist bewunderungswürdig, doch darf niemand sie begehren. Sie ist Rettung und Verderbnis zugleich." Der göttliche Widerstreit... dieses Schwert schien gestaltgewordener Teil dessen.

"So soll jenes Schwert weiterhin so gut verwahrt werden wie bisher", meinte Victoria bedächtig und nachdenklich, "auch wenn ich sehr ehrlich sein muss, daß ich nach den Euren Worten wohl weiss, wo jene Waffe ihren Ruheort haben könnte. Das Volk der Elfen scheint dahingehend seine Worte nicht immer so weise zu wählen, wie man es meinen würde. Erinnere ich mich an meinen ersten Versuch einer Wallfahrt zu den Schreinen und wie wir an dem Wald des Volkes der Elfen abprallten als wir zum Schrein der Tapferkeit ein Geleit wünschten. Die Elfen uns stritten uns jenes ab und wollten uns alle äusserst akribisch überprüfen. Ebenso damals die Worte fielen gen Sir Nevyn, das er wohl wüsste, weshalb soviel Sicherheit erdacht sei.
Ich weiss nicht ob meine Vermutung dahingehend zulässig sei." Sie sah weiterhin Darna direkt an, doch die Paladin blieb gelassen und lächelte nur leidig. Ja, auch heftiger Widerstand konnte eine Bestätigung darstellen.
"Es ist gut, wenn Letharen nicht einmal um den Ort wissen, den die Elfen zu schützen trachten, doch selbst wenn man an diesem Ort steht, tut man nicht mehr, als vor der Tür zu einem unsichtbaren Haus zu stehen, zu dem man keinen Schlüssel besitzt."
Ein Läuten am Tor unterbrach das leise Gespräch, und es tat irgendwie gut, zu sehen, daß nicht nur vor Darna manches Mal die Leute mit Gesprächswünschen Schlange zu stehen schienen. Dennoch musste sie Eines noch loswerden, bevor sie sich mit üblicher Kniefallgeste verabschiedete:
"Es wird unabdingbar sein, daß Ihr und.. der zweite Nachfolger Kontakt zu den elfischen Hütern aufnehmt, einander kennenzulernen, Fragen stellen zu können, Fragen zu erdulden... Ich werde mich mühen, baldestmöglich entsprechendes zu initiieren."
"Ich wäre Euch sehr verbunden, wenn Ihr jenes bernehmen könntet."

Wieder etws, das zu erledigen war - aber nein, das landete nicht auf einem Notizzettel. Einen Moment sah sie etwas befremdet auf den kleinen Stapel zusammengefalteter Erinnerungshilfen und musste an Leonhard denken. Mit einem leichten Schmunzeln und nachdenklichen Kopfschütteln steckte sie sie wieder weg. "Das muß doch widerlich schmecken."