Die Hallen des Phanodain
Verfasst: Montag 14. Januar 2008, 22:41
Ein schwaches, ungleichmäßig flackerndes Licht mehrerer Kerzen, welche rund um den alten Holztisch herum aufgereiht wurden, erleuchtete das dicke Buch, welches etwa mittig aufgeschlagen war. Sanft und dezent golden reflektierten die dünnen Seiten aus bereits mehrere Jahre altem Pergament den kleinen Feuerschein, gar so als würde eine haarfeine Schicht aus Gold über jenes gezogen sein. An den Rändern der Seiten intensivierte sich dieser Eindruck, denn als wäre er wahrlich aus glitzernden Steinchen geflochten, glomm der Rahmen einer jeden Seite hell auf und erleichterte so sichtlich dem Lesenden die Blicke auf die darin verfassten Worte.
Doch das Licht oder Dunkel und im ersten Moment nicht einmal der Inhalt der Worte, waren es, was die Schwierigkeit dieser Zeilen ausmachte, es waren die Wörter selbst.
Meredorn lehnte sich etwas zurück und schloss das Buch wieder, den Blick auf die Vorderseite dessen gerichtet. Als wäre das gesamte, in dunklem Leder eingebundene Werk kaum mehr vorhanden sah man nur das leicht golden glitzernde Symbol an der Oberseite des Buches, das Symbol Phanodains im alten Kult der Tial’Ialandera.
Er war nicht unzufrieden, noch verstand er nicht alles, doch die Worte begannen nun nicht mehr gar so fremd zu sein, wie sie am Anfang auf ihn wirkten. Das Wissen jedoch, dass in diesen Werken und seinen geheimsten Schätzen lag, war zu wertvoll und gefährlich, als dass man fremde Augen eine Blick darauf gestatten dürfe. Allein musste er dieses Geheimnis lösen, ehe er es teilen konnte, doch nun schien es gar, als könnte es so weit sein.
Tial’Ilandera, die Hüter des Wissens. So nannten sie sich, ein alter Kult Phanodains, welcher viele Dekaden vor der Geburt der heute bewohnenden Humanoide die Lehren ihres Gottes in siebzehn Bänden niederschrieben, verfasst in einer alten, längst vergessenen Sprache. Die Sprache, der Anhänger Phanodains… der Hüter des Wissens.
Anfangs schien es gar, als würden diese Werke nur symbolischen Wert haben, ist doch ein unmögliches Unterfangen eine Sprache zu erlernen, wenn sie niemand mehr zu sprechen vermag und ihre Schriften scheinbar keinen Bezug mehr zu den heutigen hielten, doch dieses Buch war anders. Es war der neunte Band, namentlich Falendya ar’Tiash: Die Kunst der Symbole.
Als er die Seiten und die ihm völlig fremden Worte in teilweise gar unbekannten Letter überflog und sich eher an der zauberhaft kunstvollen Federführung und dem geheimnisvollen Glimmen der Tinte im Kerzenschein erfreute, denn die Worte zu vernehmen, verfestigte sich sein Blick auf eine Seite, welche geprägt von vielen, fein säuberlich gezeichneten und kommentierten Symbolen war.
In der Mitte befanden sich fünf befremdliche Abbildungen, welche in einem Netz miteinander verbunden waren. Die Muster und Verzierungen im Hintergrund ließen das Bild erst wie ein Kunstwerk erscheinen, doch der wache Geist des Arcomagus blitze förmlich auf, als er die Form identifizierte. Es handelte sich um ein Fünfeck, eine jede Linie miteinander verbunden, ein Pentagramm!
Er besah sich der Zeichen intensiver, Tag um Tag, Nacht um Nacht zeichnete er sie ab, betrachte sie Seitenverkehrt, im Hellen wie im Dunklen bis sich langsam aber sich die Geheimnisse zu lüften begannen. Tatsächlich, es waren die Lehren der Elemente und des Liedes der Eluive. Der Grundstein des heutigen Wissens der Magier, wenn auch in abgewandelter Form… er lag vor ihm und schien doch so völlig unentdeckt, befremdend und… rein!
So begann es nun, dass er anhand der Beschriftungen und der Symbole auf einzelne Zusammenhänge schließen konnte, auf einzelne Bedeutung bis hin zur Übersetzung ganzer Wörter.
Manche Worte waren nur schwer mit der Handelssprache vereinbar zu sein und doch begann ihm der Sinn eines jeden Satzes nach und nach stets geläufiger zu werden. Die Lektüre der ersten vier Bände ließ noch viele Fragen offen, zu viele Worte waren noch fremd. Doch mit jedem Mal, mit jedem neuen Zusammenhang in dem sie sich zeigten, kam er ihrer Bedeutung ein Stück näher…
Nach Monden der Arbeit und des Rückzugs, welchen er nur für die Tätigkeiten am Konvent, seiner vergangenen Akademie, unterbrach, schien es tatsächlich so, als würde nun die Sprache verstehen können.
Ihr Klang war beinahe vergleichbar mit dem seichten Schweben der Sprache der Elfen und doch in einem staccato-artigen, festen Stand der menschlichen Stimme manifestiert. Keine Vokabel schien den heutig bekannten Sprachen ähnlich zu sein und doch trug sie viel Vergangenheit, Geschichte, Macht und vor allem Wissen in sich.
Selbst die Sprache allein, die Art wie sie Sätze und Bedeutungen formte, schien ein Geheimnis zu lüften und tausend neue zu erschaffen.
Nun, nach all der Arbeit, welche sich entgegen anfänglicher Sorgen auszahlte, würde er seine Erkenntnisse teilen können, er würde es müssen! Unverzeihbar wäre es, dieses Wissen mit in das Grab zu nehmen, welches eines Tages auf ihn warten würde. Unverzeihbar wäre es diesen Schatz jenen vorzuenthalten, welche es wohl verdient hätten. Doch jene mussten sorgfältig auserwählt werden, mit wachen Augen und einem sicheren, reinem Geiste….
Er atmete tief durch und schloss für einen Moment die Augen. Im selben Moment erloschen die Kerzen ohne auch nur einen Hauch Ruß emporsteigen zu lassen. Meredorn erhob sich langsam, warf einen letzten Blick auf das Buch und verließ sein Arbeitszimmer. Die Zeit ist gekommen, sie war endgültig da. Er konnte es beinah spüren, als hätten die verworrenen, erzürnenden Ereignisse der vergangen Tage ihn gerade Wegs zu diesem Erfolg geführt… „Sei es drum, scharlatanische Träumerei!“ Dachte er und verwarf jede Idee eines Schicksal um sich auf den Weg zu machen, auf die Suche…
Doch das Licht oder Dunkel und im ersten Moment nicht einmal der Inhalt der Worte, waren es, was die Schwierigkeit dieser Zeilen ausmachte, es waren die Wörter selbst.
Meredorn lehnte sich etwas zurück und schloss das Buch wieder, den Blick auf die Vorderseite dessen gerichtet. Als wäre das gesamte, in dunklem Leder eingebundene Werk kaum mehr vorhanden sah man nur das leicht golden glitzernde Symbol an der Oberseite des Buches, das Symbol Phanodains im alten Kult der Tial’Ialandera.
Er war nicht unzufrieden, noch verstand er nicht alles, doch die Worte begannen nun nicht mehr gar so fremd zu sein, wie sie am Anfang auf ihn wirkten. Das Wissen jedoch, dass in diesen Werken und seinen geheimsten Schätzen lag, war zu wertvoll und gefährlich, als dass man fremde Augen eine Blick darauf gestatten dürfe. Allein musste er dieses Geheimnis lösen, ehe er es teilen konnte, doch nun schien es gar, als könnte es so weit sein.
Tial’Ilandera, die Hüter des Wissens. So nannten sie sich, ein alter Kult Phanodains, welcher viele Dekaden vor der Geburt der heute bewohnenden Humanoide die Lehren ihres Gottes in siebzehn Bänden niederschrieben, verfasst in einer alten, längst vergessenen Sprache. Die Sprache, der Anhänger Phanodains… der Hüter des Wissens.
Anfangs schien es gar, als würden diese Werke nur symbolischen Wert haben, ist doch ein unmögliches Unterfangen eine Sprache zu erlernen, wenn sie niemand mehr zu sprechen vermag und ihre Schriften scheinbar keinen Bezug mehr zu den heutigen hielten, doch dieses Buch war anders. Es war der neunte Band, namentlich Falendya ar’Tiash: Die Kunst der Symbole.
Als er die Seiten und die ihm völlig fremden Worte in teilweise gar unbekannten Letter überflog und sich eher an der zauberhaft kunstvollen Federführung und dem geheimnisvollen Glimmen der Tinte im Kerzenschein erfreute, denn die Worte zu vernehmen, verfestigte sich sein Blick auf eine Seite, welche geprägt von vielen, fein säuberlich gezeichneten und kommentierten Symbolen war.
In der Mitte befanden sich fünf befremdliche Abbildungen, welche in einem Netz miteinander verbunden waren. Die Muster und Verzierungen im Hintergrund ließen das Bild erst wie ein Kunstwerk erscheinen, doch der wache Geist des Arcomagus blitze förmlich auf, als er die Form identifizierte. Es handelte sich um ein Fünfeck, eine jede Linie miteinander verbunden, ein Pentagramm!
Er besah sich der Zeichen intensiver, Tag um Tag, Nacht um Nacht zeichnete er sie ab, betrachte sie Seitenverkehrt, im Hellen wie im Dunklen bis sich langsam aber sich die Geheimnisse zu lüften begannen. Tatsächlich, es waren die Lehren der Elemente und des Liedes der Eluive. Der Grundstein des heutigen Wissens der Magier, wenn auch in abgewandelter Form… er lag vor ihm und schien doch so völlig unentdeckt, befremdend und… rein!
So begann es nun, dass er anhand der Beschriftungen und der Symbole auf einzelne Zusammenhänge schließen konnte, auf einzelne Bedeutung bis hin zur Übersetzung ganzer Wörter.
Manche Worte waren nur schwer mit der Handelssprache vereinbar zu sein und doch begann ihm der Sinn eines jeden Satzes nach und nach stets geläufiger zu werden. Die Lektüre der ersten vier Bände ließ noch viele Fragen offen, zu viele Worte waren noch fremd. Doch mit jedem Mal, mit jedem neuen Zusammenhang in dem sie sich zeigten, kam er ihrer Bedeutung ein Stück näher…
Nach Monden der Arbeit und des Rückzugs, welchen er nur für die Tätigkeiten am Konvent, seiner vergangenen Akademie, unterbrach, schien es tatsächlich so, als würde nun die Sprache verstehen können.
Ihr Klang war beinahe vergleichbar mit dem seichten Schweben der Sprache der Elfen und doch in einem staccato-artigen, festen Stand der menschlichen Stimme manifestiert. Keine Vokabel schien den heutig bekannten Sprachen ähnlich zu sein und doch trug sie viel Vergangenheit, Geschichte, Macht und vor allem Wissen in sich.
Selbst die Sprache allein, die Art wie sie Sätze und Bedeutungen formte, schien ein Geheimnis zu lüften und tausend neue zu erschaffen.
Nun, nach all der Arbeit, welche sich entgegen anfänglicher Sorgen auszahlte, würde er seine Erkenntnisse teilen können, er würde es müssen! Unverzeihbar wäre es, dieses Wissen mit in das Grab zu nehmen, welches eines Tages auf ihn warten würde. Unverzeihbar wäre es diesen Schatz jenen vorzuenthalten, welche es wohl verdient hätten. Doch jene mussten sorgfältig auserwählt werden, mit wachen Augen und einem sicheren, reinem Geiste….
Er atmete tief durch und schloss für einen Moment die Augen. Im selben Moment erloschen die Kerzen ohne auch nur einen Hauch Ruß emporsteigen zu lassen. Meredorn erhob sich langsam, warf einen letzten Blick auf das Buch und verließ sein Arbeitszimmer. Die Zeit ist gekommen, sie war endgültig da. Er konnte es beinah spüren, als hätten die verworrenen, erzürnenden Ereignisse der vergangen Tage ihn gerade Wegs zu diesem Erfolg geführt… „Sei es drum, scharlatanische Träumerei!“ Dachte er und verwarf jede Idee eines Schicksal um sich auf den Weg zu machen, auf die Suche…