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Es begann mit einem Überfall ....

Verfasst: Montag 14. Januar 2008, 07:25
von Viola Ser´Rhal
Wie ein vereinzelter Tag doch in eine kleine Katastrophe enden konnte. Alles hatte harmlos in Bajard begonnen mit jenem kleinen, aber sicher nicht gerade schickalfremden Treffen mit diesem Fremden Mann. Kimroth Grünfels war sein Name gewesen, man hatte sich zusammen gesetzt, sich unterhalten und der Fremde hatte ihr irgendwie gefallen. Er war nett, er war hübsch, er war freundlich, er war nicht dumm und man konnte gut mit ihm reden und so kam ein interessantes wenn auch nicht allzu langes Gespräch zu Stande, welches darin gipfelte das Kimroth Viola anbot nach Hause zu geleiten, ganz der Gentleman, dachte sich die junge Frau.
Vielleicht hätte sie sich spätestens jetzt über das Äußere und die Geschichte seiner Berufung etwas wundern sollen; ein Mann der im Wald lebte und dabei nicht viel mehr als ein paar einfache Kleider trug, keinerlei Zeichen von irgendwelchen Jagdwaffen, aber sie übersah es zu Gunsten des sympathischen Mannes der auf dem Weg fragte ob er ihr noch einmal etwas zeigen könne; eine recht einzigartige Stelle nahe eines Waldstückes.
Die Tatsache dass sie auch hier zustimmte machte ihre Laune hinterher nicht besser, denn plötzlich hatte Kimroth einen stetigen Gesinnungswechsel hinter sich und erklärte Viola relativ entschlossen dass er vorhatte, ihr Gold abzunehmen; ein Räuber und dazu ein verdammt dreister auch noch. Er hatte keine Waffen bei sich, jedenfalls konnte sie keinerlei auf die Schnelle erkennen. Viola hatte allerdings auch keine und so gab es eine Möglichkeit, ein Gerangel und die Hoffnung als Sieger aus diesem herauszugehen, was sich letztendlich als vergebens herausstellte.
Kimroth war zu stark und plötzlich fand sie sich erst in seinem Schwitzkasten und danach im nassen Schnee wieder, während dieser Mistkerl anfing, ihren Goldbeutel vom Gurt zu lösen und sich dann aufzumachen, sie ließ er im Schnee zurück; sie und eine gehörige Portion Wut.


Vielleicht wäre es noch halbwegs glimpflich alles ausgegangen, wäre da eben nicht jene Wut. Sie stapfte so schnell es ging Richtung Haushalt von Elbenau. Sie hatte nur noch eines im Sinn; ihren Bogen holen, diesen Kerl aufgabeln, ihm einen Pfeils ins Bein schießen und für jede Krone die er ihr entwendet hatte würde ein Tritt in die Weichteile folgen dass er sicher niemals wieder irgendwelchen Nachwuchs mit irgendwem zeugen können würde. Dabei war die Wut nicht einmal wegen des Goldes so groß, nein, sie war es eher ob der Tatsache dass sie beraubt wurde und auf diese Art und Weise.
Dass ein Mann, der so hübsch war, so gut aussehend war und ihr so schöne Komplimente machte sie im Nachhinein ausraubte und sie letztendlich noch verhöhnte indem er sagte dass es ihm leid täte und es ja sein müsse … das schrie schon nach Genugtuung und die würde Viola kriegen, dessen war sie sich mehr als sicher.

Kaum die Türen des Haushalts passiert, nun eher zugeknallt, stapfte sie wortlos hinauf, sie ignorierte Darna, ignorierte ihren Besuch, ignorierte Rotghar, sie ignorierte die Schmerzen in ihrer Seite, sie wollte nur ihre Waffen. Selbst Selissa die oben im Zimmer war speiste sie nur mit dem Allernötigsten ab während sie sich den Bogen und Köcher umhing und wieder hinausging und dann nahm das Ganze eigentlich Schlechte am Tag seinen Lauf. Rotghar war es der sie plötzlich aufhalten wollte und meinte es wäre zu spät für sie zum Hinausgehen, sie solle im Haus bleiben; Anweisung ihrer Lady. Nun für Viola gab es dazu gerade nur einen Gedanken; Schön für Darna. Leider nahm Rotghar seine Aufgabe mehr als genau und es kam letztendlich zu einem Gerangel auch mit ihm, dem sie aber unterlegen war und sich geschlagen mit ins Haus zerren lassen musste (jedoch nicht ohne ihm ein geschwollenes Auge zu verpassen …) und Viola sich widerwillig auf ihr Zimmer zurückzog.
Darna hatte also angeordnet sie solle nicht gehen, all der ganze Zorn, all die Wut, fokussierte sich nun auf irgendwelche Möbelstücke. Kimroth würde mittlerweile über alle Berge sein, sie würde ihre Genugtuung nicht bekommen und er würde mit ihrem Gold entkommen. Sie verengte die Augen, sollte er das Gold doch haben, hier ging es ums Prinzip, aber wie sollte sie rauskommen? Es ging nicht. Und so blieb ihr nichts anderes übrig als das Ganze hinzunehmen, doch die Wut verlagerte sich noch auf jemand anderen; Darna.
Sie hatte immerhin befohlen Viola hier festzuhalten, wie einen Gefangenen. Mündel hin oder her, sowas konnte sie nicht tun! Aber was blieb ihr anderes übrig als zu warten? Nichts, und so unterhielt sie sich noch eine Zeitlang mit Selissa über den Vorfall, ihre Gefühle und jenen Zorn der sie antrieb. Sie versuchte an etwas anderes zu denken aber die ganze Zeit war da dieses dreiste charmante Lächeln Kimroths wie er sich entfernte mit ihrem Gold … es ließ sie einfach nicht los, aber sie würde sich fügen, vorerst.

Der Abend gipfelte später dann noch in einem Höhepunkt als es zu einem Streit mit Darna kam. Viola, die wenig einsehen wollte warum sie im Haus bleiben sollte, warf der Paladines einiges an den Kopf und an diesem Abend geschah etwas, was zwischen den beiden in all der Zeit nie geschehen war; eine Ohrfeige. Viola hatte es sich quasi heraufbeschworen mit ihren Worten, als Darna sie mahnte dass sie hierbleiben würde um nichts Unvernünftiges zu tun. „Achja ich vergaß ja, ich töte ja immer alle Menschen, was?!“, die Antwort war der brennende Schmerz auf der Wange gewesen und ein paar Worte die sie Darna fluchend hinterher geschmissen hatte. Mündel hin oder her, jetzt erst recht.

Sie würde losziehen und den Kerl selbst suchen; doch als sie die Treppe hinabschritt bekam sie noch die letzten paar Worte Darnas zu Zyran, einen der Hausangestellten, mit.
„Sollte Viola sich vehement wehren hierzubleiben, setzt ein Schreiben an den Rat auf, dass ich die Vormundschaft wegen ihrer Unberechenbarkeit auflösen muss ….“

Und damit zerbrachen in jenem Moment jeglicher Antrieb, jeglicher Hass und jeglicher Schwung. Was zurückblieb war etwas Leeres, und sie starrte Darna ob der Worte wortlos an. Sie sagte noch etwas aber es drang nicht mehr wirklich an Violas Ohr. Sie drehte um und schlurfte wieder hinauf, geschlagen, gebrochen. Denn letztendlich gab es Dinge, die waren ihr wichtiger als jede Rache und jede Genugtuung, und eines dieser Dinge hatte ihr heute eine Ohrfeige verpasst wegen ihrem Verhalten, dies realisierte sie nun.
Sie blieb noch eine ganze Weile schweigend wach, strich sich über die Wange und blinzelte. Hatte sie es etwa so weit getrieben dass Darna über sowas nachdachte? War es vielleicht nur eine knappe Duldung die sie Viola schenkte? Immerhin war Viola nichtmal ein nützliches Glied im Hause … sie fühlte sich unsicher, sie fühlte sich schwach, sie fühlte sich gebrochen. Seit langem.

Dabei wollte sie doch niemanden zur Last fallen, was hätte sie denn tun sollen? Vor Darnas Besuch jammern sollen dass sie beklaut und gedemütigt wurde? Nach Andreys Tod war sich Viola entschlossener denn je Darna nicht noch mehr Gründe zu liefern sich Sorgen zu machen, das Verschwinden von Shaya und Savea schien sie schon nahe an den Rand der Verzweiflung zu treiben, da brauchte es nicht noch ein ausgeraubtes Mündel.
Sie wollte die Sache für sich klären, sie wollte nicht hinderlich sein, das wollte sie niemals, und deswegen fing sie schond amals an sich zu verschließen. Das Problemkind ... das war sie früher gewesen und das wollte sie nie wieder sein, sie wollte stark sein, sie wollte auf eigenen Füssen stehen.

Doch jetzt gerade fühlte sie sich so desorientiert wie Ewigkeiten nicht und auch wenn es nur Einbildung war, sie fühlte die Wange noch die ganze Nacht glühen.

Verfasst: Montag 14. Januar 2008, 07:51
von Kimroth Gruenfels
Hunger ist ein ziemlich gemeiner Feind. Er kommt mit Sicherheit - er kann tödlich sein und er weicht nicht von deiner Seite. Gerade bei Wind, Winter und Kälte kommt er gut und gerne an deine Haustür, drängt sich durch den Türschlitz und bleibt erst wenn Essen aufgetischt und verzehrt wurde.
Und was wenn es nichts zu Essen gibt? Was wenn man sich nicht einmal ein Laib Brot leisten kann - zumindest nicht wenn du die Mäuler einer Mannstruppe zu stopfen hast, die zu alledem auch noch ziemlich viel essen?

Dazu kommt noch diese grässliche Kälte. Du hast nichts Warmes anzuziehen da du deine letzte Winterkleidung - wie sollte es anders sein? - für etwas Essen eingetauscht hast? Der Winter und der Hunger - ein grausames Gespann.

Kim hielt kurz vor seiner Waldhütte inne - und erst jetzt blickte er auf den prallen Goldbeutel und blickte zurück. Ih widerte vor sich selbst an. Er hatte es wieder getan. Wieder hatte er eine junge Frau überfallen und sie ihres Goldes beraubt. Sie war das Mündel einer im Reich angesehenen Adeligen - sie hatte Geld - ihr würde es an nichts mangeln. Dennoch. Er hatte sie den Abend über nie angelogen. Ihm blieb dennoch keine Wahl.

Das kleine Mädchen war hübsch - sie war ehrlichgesagt auch etwas naiv. Und es tat ihm leid, ihren Zorn auf sich gelenkt zu haben. Für fünf Sekunden.

Er lernte sein schlechtes Gewissen zu beruhigen.
"Zähle bis fünf - lasse deine Angst, dein Schlechtes Gewissen, deinen Selbstekel so lange zu - nur so lange. Wenn du bei fünf angelangt bist besinne dich."

Er begann zu zählen.

Eins
Zwei
Drei
Vier
Fünf

Kim drehte sich um und stapfte zur Türe seiner Waldhütte, in seiner Hand provokant den Beutel klimpernd rief er aus der Ferne.

"MÄNNER!!! Wir haben genug Geld um den Winter über jeden Tag ein Gelage zu machen!"

Ein Gejohle ertönte aus dem Inneren der spärlich beleuchteten Hütte und ein Haufen Männer, alle spezialisiert auf ihr Räuberhandwerk kam erausgetrampelt.

Auch wenn es Kimroth Grünfels, Waisenjunge aus Varunas Gossen, nach wie vor davor ekelte, was er tun musste - er hatte zumindest insofern etwas Gutes getan, alsdass "die Vogelfreien" über die Runden kommen konnten. Und dafür tat er es letztendlich.

Verfasst: Donnerstag 24. Januar 2008, 14:09
von Viola Ser´Rhal
Man trifft sich immer zweimal im Leben, nur wieso musste das immer genau dann geschehen wenn sie unbewaffnet war? Bajard … es war mal wieder ihr Ziel sein, einfach mal wieder den Seeleuten bei ihrem Tratsch lauschen, in Ruhe ein Bier trinken und das neuste Getratsche zu erfahren, denn grade aus diesem Tratsch ließen sich ab und an wahre Juwelen herausfischen. Doch irgendwie sollte es dieses mal nicht einmal dazu kommen dass sie Bajard überhaupt betrat. Etwas abseits der Stadt standen einige Leute an einem Wegesrand und beobachteten ein Treiben; mal wieder eine Horde Gaffer die sich ein Gemetzel anstarrten? Mitnichten. Sie beobachteten wie ein Kerl einen anderen scheinbar bedrohte und dieser eine Kerl war niemand anderes als Kimroth … dieser Bastard auf zwei Beinen der es gewagt hatte sie auszurauben stand nun hier, sah sie nicht und hatte nur einen Dolch in der Hand.
Viola hatte im Moment wenig Augen für Kleinigkeiten oder Details, sie sah nur Kimroth und sie wusste sie würde ihm die Seele aus dem Leib prügeln können, wenn sie nur nahe genug an ihn heran kommen würde und das wollte sie nun. Der Bandit hatte genug damit zu tun sich auf seinen Vordermann zu konzentrieren und so bemerkte er nicht wie sie Anlauf nahm und aus vollem Lauf auf ihn zustürmte und ihn umreißen wollte.
Wie bereits erwähnte hatte Viola in diesem Moment wenig Augen für Details, aber vielleicht hätte sie auf das winzige Detail achten sollen dass Kimroth nicht alleine war denn dies war deutlich ein Erschwernis; gerade hatte sie sich auf ihn stürzen wollen um ihm einen Schlag zu verpassen, da wurde sie gepackt und zurückgezerrt, es war wieder einmal etwas anders gelaufen als sie es sich erhofft hatte und sie stand vor diesem Banditen. Sie wurde fast Fuchsteufelswild wie er sie aus seinen tiefen Augen ansah, die Frechheit hatte ihr zu sagen wie leid ihm das letzte mal täte und dann noch sein dreister Versuch ihr einen Handkuss zu geben! was bildete sich dieser Kerl ein?! Er war zwar nicht grob, im Gegenteil sogar, aber er hatte immer noch IHR Gold und das wollte sie zurück. Die Hände die sie festhielten vereitelten diese Tat jedoch recht gut und Viola wusste nicht wie das alles ausgegangen wäre wenn nicht noch jemand dazwischen gegangen wäre.

Kimroth hatte sie gehen lassen, und sich auf das nächste mal gefreut. Das nächste mal … er würde sich kein Stück auf diesen Tag freuen, sie würde ihm sonst was ausreißen und es an die Fische verfüttern. Sie war fuchsteufelswild, auch wenn ihr diesesmal nichts Abhanden gekommen war, wieso dann so sauer? Vielleicht war es die Dreistigkeit dieses Schönlings? Die Tatsache dass er so charmant war obwohl er sie ausgeraubt hatte? Je mehr sie darüber nachdachte desto wütender wurde sie und erst drei Gläser Whiskey und ein unterdrückter Schrei in ein Kissen, brachten ihr halbwegs Beruhigung. Darna empfahl ihr zu Garde zu gehen, die Kerle zu melden. Das wäre wohl vernünftig gewesen, ja, aber sie wollte nicht vernünftig sein was diesen Mistkerl anging.

Kimroth … sie würde ihn wiedersehen und dann würde er hoffen Eluive und alle anderen Gottheiten würden bei ihm sein, er würde sie brachen!

Verfasst: Donnerstag 24. Januar 2008, 14:25
von Kimroth Gruenfels
Der Hunger war quälend. Obwohl sie nun ja zumindest Einiges hatten, um an wärmende Kleidung zu kommen war es niemals nix genug musste er bei der "Steuerprüfung" feststellen. Es musste also weitergehen - leider. Kim hasste diese Arbeit, aber sie musste getan haben. Die "Vogelfreien", wie sich die Bande nannte waren nicht darauf aus, aus Langeweile Leute zu berauben, es ging ums nackte überleben - dem Kampf gegen Hunger, gegen Durst und gegen die Kälte.
Ein Opfer war rasch gefunden - und sollte unter dem Vorwand in den Wald gelockt werden, beim Transport eines Baumstammes zu helfen. Der wollte entlohnt werden? Ohja, er würde entlohnt werden, er bekam einen prall gefüllten Geldbeutel, wenn er seine Arbeit tun würde. Nunja. Wie auch immer. Es gelang - Sein Bruder und sein Kumpel Greever sollten ihn einkreisen. Aber wie so oft kamen so viele schlechte Dinge dazwischen.
Zuerst war es dieser... "Großmeister", der sein Schwert zog - ach und ehe er sich versah stürmte das junge Ding auf ihn zu, als - wie hieß sie? - Viola ihn förmlich überrascht hatte. Er hatte sie ja fast schon wieder vergessen, was angesichts der schlimmen Lage kein Wunder war. Die Mägen der Vogelfreien knurrten hörbar.
Glücklicherweise konnte Greever sie von ihm entfernen und irgendwie löste sich das Ganze in Schall und rauch auf. Ein hübsches junges Mädchen - aber fuchsteufelswild. Das war irgendwie nicht gerade das, was er sich erhofft hatte. Obwohl er etwas für sie übrig hatte. Zumindest in dem Rahmen dass er sich davor scheute überhaupt Gewalt bei ihr anzuwenden. Er schlug prinzipielll keine Frauen. Sie hatten es nicht verdient, schlechter behandelt zu werden als er früher. Das gönnte er keinem.
Kim erinnerte sich an Violas Erzählungen, in Varunas Gosse groß geworden zu sein. Warum verstand sie dann nicht, worum es hier ging? Fehlte es ihr an etwas? Wozu dann noch so trotzig sein? Wozu denn nicht überlegen, warum man tagtäglich um sein Überleben kämpfen musste? War es Stolz? Stolz hin oder her. Aber der brachte ihn nicht weiter. Nicht im Geringsten!
Unverletzt zerstreute sich die Meute schlussendlich. Jedoch reifte in Kimroths hintersten Gedanken ein Plan heran, der seine Räubersorgen wohl endgültig beseitigen könnte.
Weiter nördlich in einer Taverne wurde heiß darüber diskutiert. Kims kleiner Bruder hungerte, Greever hungerte. Sie alle hungerten!
Sie war das Mündel einer hoch angesehenen Adeligen.
Was wäre wenn...?

Verfasst: Samstag 26. Januar 2008, 21:54
von Viola Ser´Rhal
Man trifft sich immer zweimal im Leben … oder auch dreimal … im Falle Kimroths. Warum musste sie ihm eigentlich immer kurz vor Bajard über den Weg laufen und wieso musste sie diesesmal wieder einer völligen Fehleinschätzung unterliegen? Kimroth war alleine, keine Begleitung, nichts, sie konnte ihm endlich alles heimzahlen, all die Erniedrigungen der letzten male und die Tatsache dass er sie beraubt hatte, er würde dafür büßen. Aber wie beim ersten Aufeinandertreffen waren die vorgestellte Muskelkraft ihrer Arme und die Realität zwei Gegensätze die sich bei dem Gerangel mit dem Banditen wieder böse aneinander rieben und im Forme einer Niederlage in allen Punkten ausging. Kimroth war einfach stärker als sie und auch wenn er sich am Anfang nicht sehr wehrhaft gab, was im Endeffekt wohl der Grund war wieso Viola immer wieder nachsetzte und versuchen wollte, den Banditen für seine Frechheiten zur Rechenschaft zu ziehen. Doch irgendwann schien auch Kimroths Geduld endgültig zu enden und der Bandit setzte zum Gegenangriff an.

Das Ende vom Lied war, dass Kimroth plötzlich über ihr kniete, sie Bäuchlings auf dem Boden lag und der Bandit sie hochzerrte und über die Schulter warf. Was sie erst für einen schlechten Scherz hielt, entwickelte sich plötzlich zu einer recht ernsten Situation, denn der Bandit begann sie plötzlich mit sich zu tragen, die Beine fest im Griff und nur ihre Hände waren frei. Diese nutzte sie auch so aktiv es ging, schlug auf den Rücken und auch auf den Kopf ihres Peinigers ein aber Kimroth blieb hart, trug sie mit sich bis Viola ihm einen platzierten Treffer am Kopf verpasste. Kurze Zeit später wurde sie zu Boden geschleudert und Kimroth schien tatsächlich das erste mal beinahe auszurasten, er brüllte sie an, sagte ihr dass sie sich ruhig benehmen solle, dass er keine Lust habe ihr weh zu tun und hier wurde ihr zum ersten mal vollkommen bewusst dass Kimroth auch anders konnte wenn er wollte und so begann er ihr auf den letzten paar Metern die Augen zu verbinden und sie hielt sich zurück Kimroth nun noch zu schlagen, entsprechend ruhig und leise verlief der Rest ihrer Wanderschaft.


Als ihr die Augenbinde abgenommen wurde saß sie in einem Keller. Wo genau dieser Keller war oder besser gesagt, zu welchem Gebäude er gehörte, das konnte sie nicht sagen, sie konnte nur die Stimme einer weiteren Person vernehmen die „Rumpo“ genannt wurde. Ihr Aufenthaltsort selbst konnte weniger als Zelle oder Kerker bezeichnet werden, er beinhaltete ein Bad, ein Bett, eine Wasserpfeife, Essen und Trinken und letztendlich Kissen und gemütliche Felle auf dem Boden. Wäre sie unter anderen Umständen hier gewesen, hätte sie sich sicherlich sehr wohl gefühlt aber in Anbetracht dass sie eine Gefangene war, verblasste dieser Luxus doch wieder.
Kimroth hatte ihr klar gemacht weswegen sie hier war; sie war das Mündel von Darna, Darna war eine Adelige, Darna hatte Gold und Viola war das beste Druckmittel um an dieses Gold zu kommen. Kimroth war raffiniert und sie hatte ihn wirklich unterschätzt, er wusste wie er sowas anzugehen hatte, und er wusste wie wichtig es war das Opfer einzulullen, wer wollte schon eine hysterische Frau in Gefangenschaft?
Im Laufe des Abends sollte sich jedoch etwas noch herausstellen; Kimroth handelte so wie er handelte weil er es wirklich wollte, es war seine Art, er wollte Viola nicht weh tun, er wollte ihr kein Haar krümmen und er gab sich Mühe ihr dies zu zeigen. Und je mehr die beiden miteinander sprachen, je mehr sie sich stritten, desto mehr begannen sie die Position des Anderen mehr zu verstehen, so hatte sie jedenfalls die Meinung. Sie würde es ihm nicht leicht machen, auf keinen Fall, aber sie konnte ihn auch nicht hassen … denn ihr Aufenthalt hier hätte auch ganz anders aussehen können.

In jenem Moment tat ihr eine Person schon fast etwas mehr Leid als sie sich selbst; Darna. Sie hatte ihren Vormund die letzten Tage gesehen, die Augenringe, die kleinen Augen, die unendliche Müdigkeit ihres Körpers. All der Stress, all die Aufgaben, die Anguren, Savea, Shaya, Luca … sie hatte sovieles durchgemacht und so viel erlebt und nun war ihr Mündel auch noch in den Händen eines … charmanten und entschlossenen Mistkerls mit Namen Kimroth.
Sie sah nachdenklich zur Treppe hinauf. Fliehen? nein, sie würde nicht weit kommen, sie musste nur abwarten wie Darna reagieren würde, und wie würde sie es? „Sie liebt dich doch, oder?“ hatte Kimroth gefragt und sie hatte genickt, aber Viola wusste auch dass Darna Pflichten hatte, sich vor der Politik verantworten musste. Man verhandelte grundsätzlich nicht mit Erpressern … und Viola konnte es sogar ein wenig nachvollziehen, es blieb ihr nichts anderes übrig als zu warten.

Und genau das würde sie tun; warten und Kimroth das Leben nicht zu leicht machen. Ganz gleich wie charmant und freundlich er auch war …

Verfasst: Samstag 26. Januar 2008, 22:32
von Kimroth Gruenfels
Irgendwann war er einfach nur noch überrascht warum er sich diesen Fisch eigentlich nicht schon eher geangelt hat - und dennoch, noch überraschter war Kimroth aufgrund der Tatsache dass Viola immer Wieder seine Wege kreuzte. Und diesmal war es echt schwierig.
Der Plan stand - sie sollte mitgenommen werden - doch er wollte es anfangs dabei bleiben lassen. Er war vielleicht Frauen gegenüber zu wankelmütig. Er konnte ihnen kaum etwas antun, und sie - sie war auf ihre Art und Weise imponierend. Wieso sollte er...? Und so zog er im Vorbeigehen auch nur den Hut.
doch sie wurde frech und handgreiflich. So musste er handeln - und das tat er schließlich auch. Sie gab nicht nach - also wurde sie kurzerhand mitgenommen.
Gastfreundschaft... Das würde er dem hübschen Fräulein zumindest bieten - und er würde ihr zuhören wenn sie endlich Dampf ablassen konnte - solange sie nicht handgreiflich wurde. Warum verstand sie nicht warum er das tat? Sie meinte ihn belehren zu müssen, hätte sich doch selbst aus der Gosse hochgearbeitet...?
Er war frei! Wozu sollte er das aufgeben? Um in einem goldenen Käfig zu landen wie sie? Und dennoch. Etwas stimmte ihn nachdenklich. Er mochte es, in ihr Gesicht zu sehen. Er fand sogar ihre ruppige Art niedlich. Sie war nicht verängstigt. Sie war tollkühl aber stolz. Sie war unbezähmbar und trotzdem lieblich. Er konnte nicht anders als ihr zu erzählen, dass er kein Glück im Leben hatte, und nun tat er auf seine Art für die Ausgestoßenen Gutes.
Er war ein Bandit, wozu er auch stand. Doch er war auch ein Freiheitskämpfer - auf seine Art jedenfalls.
Er dachte den Tag über oft an sie. Vielleicht zu oft... Doch diesen Gedanken schüttelte er erfolgreich ab.

Verfasst: Sonntag 27. Januar 2008, 23:12
von Viola Ser´Rhal
Tag zwei ihres Aufenthaltes in dem dunklen … nunja, fast dunklen Keller. Ihr Gefängnis, welches nichtmal den Namen verdiente, war ja gut ausgeleuchtet, ihr mangelte es an nichts und selbst Kimroth schien jedenfalls äußerlich darum bemüht dass es Viola an nichts mangeln sollte. Sie lag auf dem Feldbett dass man ihr zur Verfügung gestellt hatte, betrachtete die Decke nachdenklich und ließ ein kurzes Seufzen ertönen. In ihren Gedanken war sie gerade nicht an Ort und Stelle, nein sie war an einen Ort der gut drei Jahre zurücklag; eine kleine Hütte inmitten der Wildnis Gerimors.

Eine Hütte in welcher sie saß, angekettet und zwei dunkelhäutige Kerle vor ihr, muskelbepackt und widerlich, gierig nach ihrem Fleisch und nur eines im Sinne; mit ihr an möglichst viel Gold zu kommen.
Es waren Sklavenhändler gewesen, es war das erste mal in ihrem Leben dass sie aus dem Kreis ihrer Liebsten entrissen worden war und gedemütigt wurde.
Sie war für diese Männer niemals mehr als ein Objekt gewesen dass man verkaufen würde und mit dem man nicht gut umzugehen hatte. Aus jenen Tagen stammte auch das Brandzeichen neben ihrem Bauchnabel, die Wüstenrose, die man ihr mit heißem Metall ins Fleisch eingebrannt hatte. Nur die Erinnerung daran ließ sie zusammenzucken, es war die Hölle auf Erden gewesen.


Betrachtete sie nun im Vergleich dazu ihre jetzige Lage mochte sie fast schon verzweifelt auflachen. Sie war in einem riesigen Keller mit einem Bad, einem bequemen Bett, Kissen und Essen eingesperrt und man sah regelmäßig nach ihr, sie wurde nicht wie eine Gefangene behandelt mit der Ausnahme dass sie nicht fort konnte und vielleicht war es eben dieser Umstand der so an ihr nagte.
Sie erwartete die Wende fast jede Minute, jeden Moment wenn Kimroth hinunterkam erwartete sie dass sich irgendwas ändern würde, dass er seine Maske ablegen würde aber nun, wo sie hier lag musste sie sich eingestehen; er hatte keine Maske.
Alles was er ihr gegenüber gesagt hatte, alles worüber er mit ihr gesprochen hatte, das war die reinste Wahrheit, er wollte ihr nicht weh tun und es tat ihm sogar leid was er hier veranstaltete. Sie wusste es, sie sah es an seinem Bemühen ihr beinahe jeden Wunsch von den Lippen abzulesen.

Aber sie wollte es ihm nicht so einfach machen, sie wollte sich einfach nicht mit dem Gedanken zufrieden geben dass sie hier am Ende vielleicht sagen würde „Ja, es war sogar ganz angenehm …es war gar nicht schlimm“ … niemals, sie war eine Entführte und sie würde diesem Umstand nichts abgewinnen, rein gar nichts.
Seit über einen Tag hatte sie nichts gegessen und ihr Magen strafte sie bereits dafür mit lautem Knurren und gelegentlichen Übelkeitsschüben, Kimroth erkannte es, er hatte es gesehen und er hatte ihr immer wieder etwas zu essen angeboten aber sie wollte standhaft bleiben. Doch irgendwann ging es nicht, sie stopfte das Essen förmlich in sich hinein und er sah ihr schweigend zu. Je mehr sie mit diesem Mann redete desto mehr konnte sie ihn wenigstens teilweise verstehen.
Kimroth hatte es ihr klipp und klar gesagt; er könnte sie auch schlagen, sie in eine Besenkammer sperren und sie mit heruntergelassener Hose zweimal täglich besuchen, aber das tat er nicht, er wollte es nicht, er hatte nichts davon sie zu quälen. Er wollte nur das Gold und dies war der Punkt den sie nicht nachvollziehen konnte, wieso nahm er all diese Gefahren auf sich auf? Sie hatte ihm dreimal gesagt dass er seines Lebens nicht mehr sicher sei, vielleicht sogar für immer im Gefängnis schmorren könne … aber er sagte er müsse es tun, für seine Männer.


Kimroth war ein verdammter Idealist, er war stolz auf seine Freiheit, seine Vogelfreiheit und er war bereit dafür Dinge zu tun die ihm selber nicht einmal zu gefielen schienen. Mit ihm darüber zu argumentieren dass sie nichts bringen würden, brachte auf Dauer nichts, der Bandit hatte seine Sichtweise und Viola kannte diese Sorte Mensch; sie war lange Zeit auch so ein Mensch gewesen. Kimroth wollte das alles nicht hören, ganz gleich wie Recht sie vielleicht auch haben mochte. So war es vielleicht nicht einmal übel dass er irgendwann büßen würde, wieso machte sie sich da Gedanken? Er wusste auf was er sich einließ, sein Pech.
Ein leises Seufzen ließ sie dann aber wieder klarwerden dass das alles nicht so einfach war.
Wie hatte sie gesagt? Sie würde ihn ungerne am Galgen baumeln sehen und das war die pure Wahrheit, sie mochte diesen Kerl irgendwie. War da vor wenigen Tagen noch beinahe flammender Hass war heute nicht einmal mehr richtige Wut vorhanden, sie hatte mit ihm gesprochen, sie hatten beide übereinander hergezogen, sich beleidigt und auch Dinge klargestellt und nun … nun wollte sie fast dies würde nur ein böser Traum sein und dieser Idiot hätte das alles nicht getan.

„Ich wünschte wir hätten uns unter anderen Umständen kennengelernt, Fräulein Viola …“ hatte er gesagt.

„Ja, ich auch … ich auch. Und du glaubst gar nicht wie gerne“ flüsterte sie nun im Nachhinein.

Verfasst: Montag 28. Januar 2008, 02:09
von Darna von Hohenfels
Den Mantel schon unterm Arm, hatte sie nur rasch noch nach der Post sehen wollen, bevor sie ins Schloß wollte, Adrian für die süße Idee des vor die Tür gestellten Frühstücks - und den neuerlichen Liebesbrief - zu danken. In den belastenden letzten Tagen waren diese kleinen Zuneigungsbeweise ihr jedesmal ein Sonnenstrahl, und sein Ideenreichtum amüsierte sie zunehmend.

...

Fassungslos starrte sie auf die Zeilen, wieder und wieder überflog der Blick sie, die Erkenntnis kam wie ein schwerer Stein träge in einer Sackgasse ihr entgegengerollt. Oben fuhren Zoe und Luca zusammen, als ein heiserer Schrei durchs Haus klang:
"Ver...dammt nochmal! NEEEIN!"
Was war los? Weitere Schreie, nun einwandfrei als die Stimme der Hausherrin erkennbar, ein aufbegehrendes lautes Brüllen: "ROTHGAR!" - dabei war er gar nicht da. Aber er hatte sofort hier zu sein, verdammt! Er oder... "SELI!" - verzweifelt schlossen sich diese beiden Silben nun an.

Die Absicht, die Darna ursprünglich hatte, hatte auch seine Hoheit gehabt, und nochmals pochte er nun deutlich lauter an die Tür. Was er, Zoe und Luca vorfanden, war ein zitterndes Etwas, auf dem Stuhl zusammengesunken, der Mantel achtlos auf den Boden gefallen. Abwechselnd schüttelten sie Zorn, Verzweiflung und Erschöpfung:
"Das darf doch alles nicht wahr sein.
...
Ich halt sie nicht zusammen...
...
Adrian... ich kann nicht mehr. Erst Seli, dann... Sav...
Das... das ist.. zuviel...
Von wegen, ich liebe sie nicht, verdammt...
...
Ich habe ihr gesagt, sie soll da in Begeleitung hin, oder sich nicht mit ihm anlegen, verdammt noch eins!
Ich weiß, warum ich zwei Leute dafür beauftragt habe, die Bewohner des Hauses zu beschützen, verflucht! Und dann DAS!"
Ihre Wut musste sich Luft machen, mit voller Wucht knallte ihre Faust auf den Tisch, und ausdruckslos starrte sie danach die gerötete Handkante an, spürte das Pochen im Fleisch.
"IN DIESEM HAUS VERSCHWINDEN SCHNELLER DIE LEUTE, ALS ICH VERMISSTENBRIEFE AUFSETZEN KANN!"

"Du bist nicht allein.. warst du nie.. wir finden einen Weg!", versuchte Adrian ihr Kraft zuzusprechen, "Wir finden einen Weg und wer immer es war, ich hänge ihn in den Stadtgraben..."
Nach weniger als einer Stunde verließen gerüstet Personen das Haus. Das K in der Unterschrift des Briefes, die Höflichkeit in den Worten, all das passte zu sehr zu "Kimroth", von dem Viola die letzten Tage berichtet hatte. Rothgar machte sich mit zielstrebiger Entschlosenheit Richtung Bajard auf, und er war nicht der einzige der zusammengerufenen Bluthundmeute - Hudgarr und Mortys begleiteten ihn, während Korporal Tarid die bekannten Angaben ins Kastell brachte und sich kurz danach selber auf die Suche begab.

"Ich habe nur Sorge, was passiert, wenn die Frist abläuft", meinte sie später müde am Tisch, "oder wie er reagiert, wenn er merkt, daß er gesucht wird."
Viola... Rafaels unbedachte Worte hallten ihr so bitter noch in den Ohren.

Verfasst: Montag 28. Januar 2008, 07:51
von Kimroth Gruenfels
!!!PATSCH!!!

Das Geräusch würde Kim wohl noch eine Zeit verfolgen. Die Hand Violas, die gegen seine Stirn geklatscht war brannte ihm ein Zeichen der Mahnung auf seine Haut. Er war unaufmerksam gewesen, dabei hatte er gehofft, dieses dumme Mädel wird endlich vernünftig. Falsch gedacht! Sie prüfte ihn noch.
Welch grausames Geschöpf der Hölle war eine Frau, noch dazu wenn sie unbekleidet dem Wasserbecken entstiegen war, was einige Stunden später geschehen war. Verdammt nochmal! Er konnte nicht wegsehen, oder bessergesagt - er konnte schon. Aber sie hat ihn schon ziemlich heftig geprüft damit. Kim begann zu bereuen was er getan hat.

"Nächstes mal entführe ich Darna selbst, vielleicht werde ich dann nicht so in Versuchung geführt.!"

Grausames Schicksal. Grausam! Grausam! Ein Kavallier, der er nunmal war - und er gab zu auch ein Romantiker, liebte er doch die gesammelten Gedichte des Archivarius Lohenberg - hielt er sich zurück, doch es war ein hartes Stück arbeit.
Endlich aß sie schließlich, nachdem sie Nahrung und Wasser verschmäht hatte. Das sah Kim mit zunehmender Freude. Er konnte sie ja schlecht zum Essen zwingen, aber würde sie denn wirklich freiwillig hung3ern wollen?
Was ihr offenbar ein schlechtes Gewissen bereitete brachte sie einige Zeit später nun auch endlich zum Ausdruck.

"Ich sitze hier gemütlich, lasse es mir gut gehen und bin trotzdem eine Gefangene. Es ist nicht richtig, müssen andere doch dafür leiden."

Wann begriff sie endlich dass niemand etwas davon hätte wenn sie zusätzlich noch leiden müsste? Wenigstens einem sollte Kummer und Leid erspart bleiben, und in diesem Fall war es dieses junge Mädchen, das tiefer an ihm gerührt zu haben schien als sonst jemand.
Gewiss pflegte er seine Opfer immer gut zu behandeln. Er war ein Bandit, ein Tagedieb, aber es musste doch nicht noch schlimmer sein.

"Du solltest nun schlafen. Ich verspreche dir, es wird für dich gut enden."

Sie legte sich schließlich schlafen. Sie sollte Ruhe finden wo sie konnte. Er würde über ihrer Bettstatt wachen, bis sie aufwachen würde. Nunja, erst galt es die Lage zu erkunden, doch sie würde wohl schon schlafen.
Wenn er gewusst hätte, was auf ihm zukam, nachdem er sehr sehr schnell herausfand, dass das Reich Alumeras nach ihm fahnden würde, hätte er sich mehr zurückgehalten. Aber Es endete nur in einem, etwas Unabwendbaren, wie sich schon rasch durch die Allianz des Lichts herausstellte.
In johlendem Gelächter.
Ein Tavernenabend mit seinen Mannen, Klops und Stockmann.
Und man lachte noch sehr sehr lange...

"Ich wünschte ich hätte es dir ersparen können.
Ich wünschte wir wären uns unter anderen Umständen begegnet.
Ich wünschte du würdest mir nicht den Schlaf rauben.
Was bei allen Göttern machst du nur mit mir?

Verfasst: Montag 28. Januar 2008, 23:19
von Viola Ser´Rhal
Sie starrte in das Kissen ihres Feldbettes. WAS BEI ALLEN GÖTTERN HATTE SIE DA GETAN? Es hatte alles so ruhig begonnen, Kimroth hatte nach ihr sehen wollen, ihr völlig stolz erzählt wie hilflos die Allianz ihn zu suchen schien, er wirkte dabei zufrieden wie ein kleiner Junge und Viola fragte sich ob er sich der Tatsache bewusst war dass ihm ein ganzer Teil der varunesischen Kräfte auf den Fersen war, wenn man es etwas übertragender betrachtete. Aber Kimroth schien tatsächlich zu wissen worauf er sich da einließ, denn er hatte ihr bereits gesagt was passieren würde, sollte man ihn schnappen und wie er sie aus der Reserve locken würde.
Es hatte schon beinahe etwas Patriotisches an sich wie er da so redete, ignorierte man die Tatsache dass er der Anführer einer Gruppe Gauner war und kein strahlender Held. Viola konnte sich aber auch irgendwie nicht helfen, Kimroth hatte eine Art an sich die einen nicht an seinen Worten zweifeln ließ. Er stand hinter dem was er tat und er sah darin seine persönliche Freiheit; so wie Viola ihre persönliche Freiheit oft darin gesehen hatte, Leute in Varuna die Goldkatze zu klauen und sich alleine durchzuschlagen und um Essen zu prügeln. Egal wie sehr sie es eigentlich wollte, sie konnte Kimroth auf eine Art und Weise verstehen und das machte es schwer ihn zu verachten, zu hassen oder dergleichen. Hinzu kam noch seine freundliche Behandlung ihr gegenüber, sie wusste er würde ihr nichts tun, er hatte es versprochen; Felsenfest und er würde sein Wort halten und sie nicht anrühren oder etwas Dergleichen.

Vielleicht war es die Tatsache dass die beiden sich seit drei Tagen nur sahen und Kimroth so zu ihrer einzigen Bezugsperson wurde, vielleicht war es auch einfach seine vorher erwähnte Art, aber sie unterhielten sich über alltägliche Dinge und Viola fühlte sich mittlerweile nicht einmal schlecht dabei. Als sie Darna erwähnte und ihre Sorge dass sie vor Kummer umkommen konnte zeigte sich der Bandit zwiegespalten; auf der einen Seite half ihm eben dieser Kummer zu seinem erhofften Lösegeld, zum anderen konnte er es auch verstehen und bedauerte das Ganze sogar noch, verflucht wie konnte sie da einen Hass auf ihn entwickeln, geschweige denn eine ehrliche Wut? Gut, sie hatte nun seit über drei Tagen kein Sonnenlicht gesehen und hatte jegliches Zeitgefühl verloren aber ansonsten wurde sie hier behandelt wie eine Prinzessin und nicht wie die Gefangene die hier nur mal zwischengelagert werden sollte.
Man fing also an über private Dinge zu sprechen, Kimroth plauderte aus seinem Leben und auch Viola gab einige Dinge heraus, ihre Teilnahme an der Schlacht um Berchgard, ihre beiden zerstörten Beziehungen die sie in ihren jungen Jahren hatte und auch ihr Leben im Haushalt und auch wenn die Meinungen von Geisel und Entführer immer wieder auseinandergingen und in einem kleinen Streit zu Enden drohten, konnte jeder der beiden den anderen wenigstens etwas verstehen, eine gute Basis für ein ruhiges Gespräch, sicherlich aber der Kerl war ihr Entführer.

Vielleicht hätte es aber noch nicht extremer werden können, wurde es aber letztendlich. Sie hatte sich seit dem gestrigen Tag immer öfters Gedanken über jenen Ausspruch gemacht; „Wären wir uns nur unter anderen Umständen begegnet.“ und ja, sie konnte ihm nur Recht geben. Kimroth war ein junger, gutaussehender Mann, er war charmant, er hatte das Herz trotz allem am richtigen Fleck und er wusste wie man mit Frauen umging, er hatte realistische Vorstellungen und abgesehen von seinen Zukunftsplänen, nämlich mit seinen Räubersleuten zusammenleben bis sie alle mal dran glauben, war er wirklich ein vernünftiger, erwachsener Mensch der zu einem bisschen Chaos tendierte. Und vielleicht war es auch unumgänglich was folgen sollte, vielleicht hatte sie es ja schon gewusst als sie sich gegenüber saßen.

Kimroth war gerade dabei den Raum wieder zu verlassen als er es sagte; „Du wirst hier rauskommen, dann wirst du deinen Traummann finden und wir werden einander nie wiedersehen und Probleme haben.“ Und genau das war etwas was ihr einen ungewollten Stich verpasste, sie wollte ihn nicht vergessen, sie wollte ihn nicht einfach hinter sich lassen, denn sie hatte ihren Traummann gefunden und vielleicht war dieser Gedankengang auch der Anreger dazu, dass sie ihm plötzlich einen Kuss auf die Lippen drückte, nur um dann völlig entgeistert hinter den Vorhängen zu ihrem Bett zu verschwinden.

Es war bei diesem einen Kuss geblieben diesen Abend aber sie konnte sich selbst sehen, wie sie lächelte, wie sie sich gut fühlte und egal wie sehr ihre Vernunft ihr auch gerade versuchte beizubringen dass sie dabei war sich in einen Räuber zu verlieben, sie dachte an ihn, an Kimroth Grünfels. Sie hatte sich in der unmöglichsten Situation, zur unmöglichsten Zeit in den unmöglichsten Menschen verliebt … und gerade das war wohl exakt der Moment auf den das Schicksal so ergiebig gewartet hatte.
Viola war glücklich, sie lächelte und sie schloss die Augen um zu schlafen. Sie würde ihn morgen wiedersehen, sie würde ihn morgen alles sagen, all ihre Empfindungen. Sie würde sehen wie es sich weiterentwickeln, was nun folgen würde … alld as war just in diesem Augenblick aber unwichtig.


Sie schlief gut und diese Nacht ignorierte sie den kleinen schabenden Gedankengang der ihr eine fatale Frage stellte.

"WIE bei den GÖTTERN erklärst du DAS DARNA?!“

Verfasst: Dienstag 29. Januar 2008, 07:23
von Kimroth Gruenfels
Selten zuvor war der Boden unter dem schlichten Fell so hart wie in dieser Nacht. Bei Horteras, Kra'thor, dem Balron und vor allem der bösen Gemüsefrau die ihn in seiner Kindheit immer den Po versohlt hatte - was war hier eigentlich los? Wer hatte diese Frau geschickt ihn zu prüfen? Es war enorm schwierig, sich diese Frage zu beantworten. Am Schlimmsten war ja noch, dass es sich nicht falsch anfühlte.
Sie hatte ihn geküsst! Einfach so! Aus heiterem Himmel. Und er hatte es nur zu gern erwiedert. Als ihm das wie ein jäher Schlag bewusst wurde, da war es so glasklar. Kein Wunder warum es ihm bei ihr so derartig leid tat, sie gefangen zu halten. Sie war mehr ein Gast als eine Gefangene! Aber das war in der Tat ein hartes Los.
In Gedanken sah er sich schon mit der Feder am Tisch sitzen und eine Nachricht kritzeln. er fühlte wie die Spitze die Feder in Tinte tauchte und die Buchstaben sich auf das Pergament verewigten - oh, in seinem Geist schrieb sich die Nachricht schon direkt von selbst...

Werte Lady Darna!
Bitte holt die Geisel ab! Ich ertrage ihren Anblick nicht mehr! Ich ertrage ihre Stimme nicht. Ich ertrage ihren Liebreiz nicht.
Sie ist eine gemeine Waffe, denn sie hält einen in ihrem Bann. Also verdammt nochmal - holt sie doch bitte ab, und zwar rasch!


Wenn sie weg wäre würde es sehr schnell langweilig, das wurde ihm schlagartig klar.
Mit dem Augenblick als er ihre warmen Lippen auf den seinen spürte wurde ihm augenblicklich klar, dass es in jedem Fall schlecht ausgehen würde wenn sie aus seinem Leben verschwindet - in ein besseres Leben, für sie - für alle. Er war es ja mehr oder weniger schon gewöhnt. Und das war der bittere Beigeschmack.
Es war mehr als bloße Sympathie geworden, das er für Viola empfand. Und es war mehr als ein "Ich kann dich gut leiden." Wie konnte es nur so weit kommen. Den Kampf gegen den Ruf seines Herzens konnte Kimroth nicht gewinnen. Und ihm war nun klar, dass er, selbst wenn er das Lösegeld bekommen würde etwas verloren hatte.

Verfasst: Mittwoch 30. Januar 2008, 23:26
von Viola Ser´Rhal
Es war alles shcnell gegangen. Wenn sie zurück an jenen Abend dachte als Kimroth endlich wieder die Treppe hinunter gestiegen war, konnte sie sich nicht mehr an all die Gefühle erinnern, die in Viola aufzuwallen drohten, sie sprang nur auf und fiel dem Banditen um den Hals, denn die vergangene Nacht hatte sie eines besonders viel gehabt; Zeit zum Nachdenken und nicht eine Sekunde lang hatte sie an ihren Gefühlen gezweifelt.
Es war einfach richtig, jener Kuss war es gewesen und die Gefühle, die sie für Kimroth empfand, waren dies ebenso. Sie wollte sich an ihn drücken, seine Nähe spüren, ihn küssen und nie wieder loslassen, sie liebte ihn einfach und er liebte sie.

Dass gerade die beiden letztendlich zueinander gefunden hatten war sicher etwas bizarr, hatten sie sich vor einiger Zeit, oder besser gesagt vor einigen Tagen, doch beinahe die Köpfe eingeschlagen und sich verflucht aber nun war alles anders und sie wusste dass er auch so fühlte, dass er sie liebte und das aus tiefstem Herzen. Dass sie richtig lag bewies er ihr auch am gleichen Abend, als er ihr nach einiger Zeit der trauten Zweisamkeit eröffnete, er würde sie gehen lassen ohne das Lösegeld zu fordern.
Er konnte sie nicht hier festhalten und Viola wusste genau was er für ein Risiko mit diesem Schritt einging; er lief Gefahr den Respekt seiner Mannen zu verlieren wenn er sie einfach gehen ließ, aber er schien sich mehr um Viola zu kümmern als um seinen Stand seinen Männern gegenüber.

Die Tatsache dass sie bald frei sein würde, stimmte sie glücklich und doch nicht, denn es bedeutete auch zwangsweise dass sie und Kimroth getrennt sein würden, wenn auch nur zeitlich aber das war im Moment schon schwer genug. Doch sie musste auch an Darna denken, die sich bestimmt schon mehr als nur ein wenig Sorgen machte und daher blieb ihr nicht einmal eine Wahl, sie ließ sich von Kimroth die Augen verbinden und er trug sie wie auf Samthänden aus ihrem „Verlies“ hinaus in die Freiheit.


Wieder das Licht zu sehen war etwas ungewohnt, auch wenn es nur das Licht der untergehenden Sonne war, immerhin hatte sie fast vier Tage lang in einem Keller gesessen und da war es wenig verwunderlich dass sie kurz vor Bajard, als ihr die Augenbinde abgenommen wurde, erst einmal die Augen zusammenkneifen musste.
Der Zeitpunkt des Abschieds war gekommen, Kimroth und Viola mussten sich trennen, wenn auch nur für eine Weile. Viola wusste ganz genau was sie daheim erwarten konnte, der Gedanke, zukünftig nur noch mit Selissa oder Rotghar an der Seite das Haus zu verlassen, gefiel ihr ganz und gar nicht aber er war gar nicht so unwahrscheinlich und so würde sie mit dem Wiedersehen warten müssen, bis die Wogen sich etwas geglättet hatten, vorher wäre es alles andere als klug, Kimroth aufzusuchen, ganz gleich wie sehr sie sich den Moment herbeisehnte an dem die beiden sich endlich wieder in den Arm nehmen konnten.
Die Devise hieß nun Geduld und das würden sie beide haben müssen und so fiel der Abschiedskuss umso schwerer ehe sie sich endlich von ihm abwenden konnte und in Richtung Heimat lief, zurück nach Hause wo man sich um sie sorgte und wo man sicher überrascht sein würde dass sie plötzlich auftauchte.


Überrascht war hier auch das richtige Wort. Das Haus war recht voll an diesem Abend, Luca, Zoe, Rotghar, Darna und Shaya waren da als sie ankam und der verwirrte und entgeisterte Blick Darnas war es, der ihr eines klarmachte; sie war daheim. Sie hatte ihren Vormund lange nicht mehr so gesehen wie an diesem Abend, die Erleichterung in ihren Augen Viola gesund und munter, nunja munter vielleicht weniger, wiederzusehen. Im Laufe des Abends füllte sich das Haus noch etwas, ehe es wieder weniger wurde. Viola wurden, gerade von Lucas Seite aus, viele Fragen gestellt, man wollte wissen wie es ihr ergangen war, ob es ihr denn gut ginge und Viola hatte ab und an den Eindruck Darna schien immer noch so besorgt zu sein dass ihr der gesundheitliche gute Zustand ihres Mündels nicht so recht ins Bild zu passen schien.
Tatsächlich ging es ihr aber gut, hatte Kimroth sie doch gut behandelt, sie fühlte sich nur erschöpft und kaputt.
Die letzten Tage hatten, trotz aller guten Behandlung, ihren Schatten auf sie geworfen und sie brauchte nun eines; Ruhe und Erholung, dazu kam noch die Tatsache dass sie bereits jetzt anfing Kimroths Nähe zu vermissen, während sie auf der anderen Seite überglücklich war wieder daheim zu sein, ein bizarres Wechselbad der Gefühle und Darna schien, nach einem Bericht Seitens Viola was vorgefallen war, auch der Meinung zu sein, dass Viola etwas Ruhe dringend nötig hatte.



Als sie Nachts in dem Bett lag starrte sie ins Dunkle. Sie hatten sich alle um sie gesorgt und es tat ihr beinahe schon weh wenn sie an Darnas Gesicht dachte, wie erleichtert sie war, wie froh sie war dass es Viola gut ging und ausgerechnet Viola hatte sie an diesem Abend bereits dreimal angelogen als sie eigentlich ihre Beziehung zu Kimroth hätte erwähnen können.

Aber was hätte das gebracht? Hätte sie zu ihrem aufgelösten Vormund gehen sollen und sagen sollen „Weißt du Darna, der Typ der mich entführt hat, ich liebe ihn und deswegen hat er mich gehen lassen … tja wir werden wohl ein Paar sein obwohl er dir solche Angst und Schrecken eingejagt hat, aber ist doch nicht schlimm, oder?“
Da hätte sie auch gleich einen Dolch nehmen können und ihn Darna ins Herz stoßen können, diese Angelegenheit benötigte ein großes Maß an Feingefühl und sie würde den richtigen Moment abpassen müssen und der war definitiv noch nicht gekommen. Sie würde abwarten müssen, Gras würde über die Sache wachsen und dann, irgendwann würde sie Darna vorsichtig darauf einstellen müssen aber nicht jetzt.

Ein leiser Seufzer entrann ihrer Kehle, es war schon seltsam mit den Männern in ihrem Leben. Erst ein Tiefländer, dann ein hoffnungsloser, schüchterner Junge und nun ein Bandit der sie entführt hatte und ein absoluter Gentleman war, wieso geriet sie immer nur an die Verrückten und Durchgeknallten?
Vielleicht weil sie selbst nicht so einfach und lieb war. Wie hatte Kimroth sie genannt? Eisblume, verschlossen und doch herzlich wenn man sie etwas genauer kannte. Sie beiden würden noch eine ganze Weile benötigen einander vollkommen kennenzulernen, er würde einige Seiten an ihr kennenlernen, die ihm nun noch fremd waren und Viola war sich sehr sicher dass es andersherum nicht großartig anders laufen würde.

Doch für den Moment war sie wieder froh daheim zu sein, bei ihrer kleinen „Familie“ und auch wenn das Herz etwas schmerzte, sie gehörte hierher und das würde sie immer. Und vielleicht würde in der Beziehung zwischen Kimroth und ihr gerade hier ihre ersten Anlaufprobleme finden aber sie würden das durchstehen, sie war sich sicher.


Der nächste Tag brachte nicht viel Neues mit sich, eigentlich war sie sogar recht verärgert gewesen und der Grund dafür hatte einen Namen; Luca. Der Junge war froh gewesen dass sie zurück war und auch Viola war ganz glücklich ihn wiederzusehen aber er hatte etwas Bohrendes und fast schon Drückendes an sich. Sie waren alleine, Darna war sich ausruhen und Luca hatte Viola noch ein paar Fragen über ihre Entführung gestellt, was Viola nicht so ganz gefiel. Luca war in solchen Dingen nicht auf den Mund gefallen und seine Art ihr Fragen zu stellen, die Art wie er sie ab und an beobachtete wenn sie gerade mit den Gedanken wieder völlig woanders war; ab und an hatte Viola das Gefühl der Junge hatte einen Verdacht aber es gelang ihr noch gut genug das alles zu untergraben. Sie brauchte keinen Mitwisser, nicht jetzt und vor allem nicht Luca … und so tat sie alles um den Jungen zu verunsichern, seine Meinung in Frage zu stellen, Hauptsache er hörte auf solche Fragen zu stellen.

Es war alles nicht ganz so einfach, wenn man anfing Geheimnisse zu haben …

Verfasst: Donnerstag 31. Januar 2008, 12:09
von Kimroth Gruenfels
"Schweig, mein Herz, schweig einmal!" - Viola ging in die zunehmende Nacht hinein, richtung Norden davon. Er vertat in dem Moment seine Chance an Geld zu kommen, doch wie konnte er jemandem festhalten, den er liebe? Wie konnte er sie weiterhin als Geisel halten wenn sie ihm den Schlaf raubte? Und dennoch. Da ging sie.
Eigentlich konnte Kimroth sich nicht mehr erinnern, wann er sich das letzte Mal so gut gefühlt hatte. So zufrieden... so... Glücklich. Vielleicht hatte er auch einfach aufgehört darüber nachzudenken. Doch in dem Moment begann er die Stunden zu zählen in denen sie fort war. Und nur die Götter würden wissen, wie lange es dauern würde.
Der Kuss des Vorabends war wie ein Schlag. Das Gefühl der Taubheit in seinem Herzen schlug augenblicklich um. Es war als würde ein Vogel nach langer Ruhe seine Flügel ausbreiten und fliegen.
Und sie lächelte! Sie lächelte! Und es war bezaubernd, sie lächeln zu sehen. Das war wohl unerwartet, aber es würde ihm im Gedächtnis bleiben. Die Eisblume, erst kühl und unnachgiebig war plötzlich zu einer Rose geworden. Es war eine bemerkenswert überraschende Verwandlung, doch beide, die sich ohnehin nie etwas vormachten, lösten die Ketten und gaben sich der Wahrheit hin, nämlich dass sie einander liebten.
Und da ließ er sie nun ziehen. Kim stand eine Weile da, sah ihr zu wie sie davonschritt ehe sein kleiner Bruder neben ihm meinte "Hoffentlich war das nicht bloß ein Trick."
Kim war von Natur aus misstrauisch, aber in dem Fall verließ er sich auf das klägliche Bisschen Vertrauen, das er noch in die Welt hatte. Nein! Es war kein Truck, auch wenn es schwer werden würde ihr einen Liebesbeweis zu überbringen. Er musste sich etwas einfallen lassen.
Als er später am Abend in Tirell Darnas Antwortbotschaft erhielt musste er nur grinsen. Sollte er ihr wchreiben, wie dumm sich seine Häscher eigentlich dabei verhalten hatten, als sie plötzlich in Bajard aufkreuzten und ausgerechnet für einen Kimroth einen Auftrag hatten? Es war ja schon direkt amüsant. Würden sie tatsächlich Jagd auf ihm machen würde er mit dem Reich ein Katz und Maus Spiel durchführen, das sie so schnell nicht vergessen würden. Unglaublich! Ein Großreich das sich so dämlich verhielt war doch schon gar nicht mehr wahr.

In der darauffolgenden Nacht fand er keinen Schlaf, und so spazierte er am Strand etwas herum. Die bräunlichen Sandwellen, ab und an durchzogen von Schnee waren matschig und schmutzig, doch die Nacht war klar. Die Sterne funkelten am Himmel. Kim begann sich zu fragen, ob Viola ebenfalls nun öfter die Sterne betrachten Würde, jene leuchtenden Punkte die dem Vogelfreien so oft nachts träumend im Gras liegend beobachtete, wenn die Sommernächte kurz und lauwarm waren.
Was mochte sie wohl tun?

Verfasst: Montag 4. Februar 2008, 15:48
von Luca
Es war ein fliegender Wechsel gewesen, Zoes unerwartetes Auftauchen hatte ihm gar keine Zeit gelassen, sich Gedanken um Violas nächtliches Verschwinden zu machen. Allein aufzuwachen hatte ihm nicht sonderlich gefallen, allerdings war es auch nicht so, als würde sich sonst jemand die Mühe machen, sich bei ihm an- und abzumelden. Genaugenommen vermisste er sie erst, als Zoe abends schnippisch bemerkte, so lange er sie nicht leiden könne, müsse er auch nicht in ihrem Bett schlafen. Nicht leiden können... er hätte sich noch immer grässlich darüber aufregen können, aber das war ein ganz anderes Thema, über das er lieber nicht zu genau nachdenken wollte.

Erst die Nachricht der Entführung hatte ihn getroffen. Zum einen sorgte er sich um Viola, zum anderen war ihm die Reaktion der Lady unangenehm. Ihre Tränen beunruhigten ihn, waren sie doch ein eindeutiges Zeichen von Schwäche. Es überraschte ihn nicht unbedingt, immerhin hatte er schon vorher gewusst, dass sie eine Frau war. Eine Welt brach also nicht zusammen – auch wenn der Teil in ihm, der für Sicherheit und Überleben zuständig war, sich nur höchst unzufrieden von der Illusion, die Hausherrin könne rein gar nichts schrecken, trennte. Eher fragte er sich, ob sie ihren Unmut darüber, dass er Zeuge dieser Blöße geworden war, irgendwann an ihm auslassen würde; am Ende vielleicht vorziehen mochte, nicht mehr durch seine tägliche Anwesenheit daran erinnert zu werden. Im Augenblick sah es allerdings nicht danach aus und so staunte er über den Trubel, der sich überraschend schnell ausbreitete.
Es war tatsächlich der Graf gewesen, dem er da mit seiner Machete in der Hand die Tür geöffnet hatte, und der wenig später auf Knien die Lady tröstete. Peinlicher Anblick, sie musste wirklich reichlich wichtig sein...
Bald war auch Rothgar aufgetaucht und ehe dass viel Zeit vergehen konnte, schien in dem großen Haus alles versammelt, was Rang und Rüstung hatte. Zwischen den Anwesenden festigte sich die Meinung, die Entführte sei wohl weniger in der dunklen Stadt zu suchen, als viel eher in der Gewalt des Räubers, auf den sie schon wiederholt getroffen war.
Beruhigend. Zum einen stellten sich ihm die Nackenhaare bei der Vorstellung auf, sie könnten ihr all das antun, was sie ihm in den finsteren Kerkern angedroht hatten, zum anderen glaubte er nicht, dass der dubiose Dieb sich an ihr vergreifen würde. Dazu war sie immerhin viel zu viel wert, außerdem hatte er sie schon zweimal gehen lassen, ohne über sie herzufallen. Sie würden sie schon finden, da war er sich sicher. Und ebenso ihren Entführer, um ihn seiner ‚gerechten’ Strafe zuzuführen. An der Stadtmauer aufhängen und erschießen, die Worte des Grafen ließen seine Augen leuchten. Zoe würde seinen Bogen holen müssen, wenn es soweit war...
Die Vorstellung tröstete ihn ein wenig über die Zeit, in der er noch trüber als sonst aus dem Fenster starrte.
Er hatte es ihr gesagt... er hatte genau gewusst, dass der Kerl stärker sein musste und sie nicht mit ihm fertig werden würde, gleich ob er sie beim ersten Mal angeblich nur überrascht hatte und ihre zweite Niederlage nur seinen Freunden zu verdanken war. Stur und leichtsinnig, sie brauchte eindeutig einen Mann, der auf sie aufpasste; soviel war sicher.

Wenn ihn in diesen Tagen etwas mehr überraschte als ihre Entführung, dann war es ihr noch viel unvermittelteres Wiederauftauchen. Da hatte sie einfach in der Tür gestanden, obwohl noch keine einzige Krone gezahlt worden war.
Passend zu ihren Beteuerungen schien ihr tatsächlich nichts zu fehlen, das ließ ihn mehr als stutzig werden. Immerhin gab es nur zwei vernünftige Gründe, eine Frau zu entführen: Lösegeld zu entführen und Spaß mit ihr zu haben.
Geld hatte er offensichtlich keines bekommen und angetan zu haben schien der Kerl ihr auch nichts. Da kannte er sich aus, sie wäre bei seinen Nachfragen zweifelsohne aus der Haut gefahren oder zumindest in Tränen ausgebrochen, nicht aber so ruhig geblieben.
Das Aufdecken aller anderen möglichen Gründe erforderte mehr Nachdenken. Die beiden Mägde hatten sie zum Arbeiten geraubt, allerdings hatte Viola weder schuften müssen, noch war sie in so schlechter Verfassung, dass man sie nicht länger hätte ausnutzen können. Freigelassen aus Angst vor Strafe und Verfolgung? Kaum. Den Ärger hatte der Mann so oder so am Hals, warum also auf die ausgleichende Belohnung verzichten und die einzige Zeugin am Leben lassen? Nein, hätte er Angst bekommen, wäre sie nun tot. Und wäre er dazu zu feige gewesen, hätte er sie angewinselt, ein gutes Wort für ihn einzulegen. Hatte er aber nicht, also schied auch das aus.

Was an Erklärungen blieb, war wesentlich beunruhigender.
Möglicherweise hatte er sie nur gehen lassen, um den Weg zu ihrem Haus in Erfahrung zu bringen, um nachts einzubrechen, um zu stehlen und zu erschlagen, was ihm in die Finger kam. Oder er hatte sie verhext und dann freigelassen, um sie Dinge tun zu lassen... Oder sie hatte alles erfunden, um der Lady das Gold aus der Tasche zu leiern...
Nein, er wurde nicht wirklich schlau aus der Geschichte, und das war kein Zustand, der ihm gefiel. Dass Viola sich kein bisschen anstrengte, dem Rätsel auf den Grund zu gehen, machte die Sache nicht besser. Immerhin ging es um ihre Sicherheit, dennoch erntete seine Sorge alles andere als Lob und Anerkennung.
„Ich bleibe wegen der Sache nicht wie ein verängstigtes Kind hier und traue mich nicht mal in die Stadt, die ein paar Meter entfernt ist!“
Das hatte gesessen und ihn zugleich ziemlich überrumpelt. Hatte sie ihn gemeint oder nur bildlich gesprochen? Besser, er zog sich den Schuh nicht an, falls letzteres der Fall war...
Seit sie ihn hergebracht hatten, hatte er sich nicht getraut, das Haus zu verlassen, oder auch nur allein aus der Tür zu schauen. Nur mit Darna hatte er sich zweimal ins Kloster gewagt, was aber vor allem daran gelegen hatte, dass er sich der Notwendigkeit des Amuletts bewusst gewesen war...

Von Viola hatte er jedenfalls genug, sollte sie sich doch wieder fangen lassen, wenn es ihr gefiel.

Verfasst: Montag 4. Februar 2008, 17:09
von Kimroth Gruenfels
Die Kälte war schneidend, der kalte eisige Wind des Winters pfiff dem Vermummten um die Ohren. Trotz seines Mantels, der wärmenden Maske und des Umhangs mit Kapuze fror Kimroth als er dich voranbewegte, aufmerksam umblickend, mal schleichend, mal rennen, um sich jedem Blick zu entziehen.
Einem Banditen war natürlich bekannt wo etwas zu holen war. Der Haushalt von Elbenau war ihm früher schon ein Begriff gewesen, doch erst mit Violas Auftauchen machte er wahrlich Sinn für ihn. Ja - hier würde es gewiss etwas zu holen geben, ein gut geplanter Einbruch, sorgfältig vorbereitet während alle Schliefen würden bei sorgfältiger Vorbereitung gar eine Gotteskriegerin nicht aufwecken, obwohl es natürlich schwierig war.
Die Lichter allerdings brannten und im Lichtkegel erkannte Kimroth auch die beiden Torwächter aus der Ferne. Sich dem Licht entziehend schlich der Räuberhauptmann um dieses protzige Haus herum und beäugte das Geschehen vor sich eingehend. Es wäre nicht all zu einfach dort einzudringen. Aber für ein kleines "Attentat" würde es mit Sicherheit reichen. Und das hatte er vor, was ihm ein dünnes Lächeln der Vorfreude abrang. Oh es würde ein Spaß werden, die Reaktionen abzuwarten die sich daraufhin abzeichnen würden.
Jemandes Silhouette war im Fenster vor sich zu erkennen, halb geöffnet wehten die Vorhänge. Gut - sehr gut! Er griff nach seinem Bogen. Die zuvor preparierte "Waffe" war um seinen Gürtel geschnallt, Da war sie auch gut aufgehoben und unbeschädigt. Das Geschoss würde treffen. Es war an einem stumpfen Pfeil gebunden, die Feder hinten war etwas größer damit das Ding auch ja nicht vom Kurs abkommen würde. Es war wohl keine tödliche Waffe, und verletzt würde wohl nur jemand werden, wenn er sein Auge ausgerechnet in die Richtung halten würde. Das war aber in etwa so wahrscheinlich wie Kimroth jemals Gardist werden würde. Nunja - immerhin würde es die Wirkung erzielen.
Er hoffte instinktiv, dass die Wächter ihn des Nachts nicht sehen würden. Er war erfahren in seinem Handwerk, doch war es nicht unbedingt von Vorteil für ihn, wenn er unachtsam wäre, legte den "Pfeil" an die Sehne und richtete den Bogen entsprechend aus - und dann...

!!!PFLACVK!!!

...löste sich der Schuss und das Geschoss pflügte zwischen den Vorhang hindurch. Gut so. Damit wäre es erledigt.
Es war eine an einem Pfeil gebundene Rose, um welche ein Pergament gewickelt war. Ein vielleicht abenteuerlicher Liebesbeweis - doch sollte er nun angekommen sein. Die einzige Möglichkeit wohl zu sagen 'ich bin noch da'.
Kimroth bekam das wilde Treiben schnell mit. Er hoffte nun nur noch, Viola würde den Wink erkennen und das Pergament entrollen, denn das, was darauf stand war nur für sie bestimmt.