Unter dem Zeichen des Schwertes
Verfasst: Samstag 12. Januar 2008, 05:21
Es war nun der Anfang des Goldblattes, und dieser Monat wurde seinem Namen nur allzu gerecht, als der ferne Klang von Trommeln die stille des Herbstlichen Landstriches Talamors, einer Insel nahe Gerimors, zerriss, und die letzten Vögel, die ihren jährlichen Weg in die warmen Gefilde Menek'Urs noch nicht angetreten hatten, hoben sich aus den Kronen der beinahe Blattlosen Bäume und zogen beunruhigt von dannen. Die Sonne kroch gerade nach dem frühen Morgentau über die grüne Ebene und tastete sich mit wie mit güldenen Fingern über die Gräser und Büsche, Bäume und anderen Gewächsen.
Der ferne, harmonische Klang von im Schritttempo dröhnenden Trommeln sollte so schnell nicht verklingen, denn langsam erhob sich neben dem Donnern der Trommeln das melodische Klingen vieler Stimmen im Gesang, und wie als währe es Angekündigt durch diese, blitzten nun langsam die ersten goldenen und Silbernen Fahnenspitzen und Blankpolierte Spieße über der Kuppe eines nicht fernen Hügels auf , begleitet von der Erschütterung von vielen hundert Füssen im gleichen Schritt.
Mehr und mehr stiegen die langen Spieße und Banner in die Luft über dem Hügel und boten den Anblick auf bunte Banner, die die verschiedensten Wappen und Bildnisse zeigten. Ihre Zahl war unermesslich, so schien es in diesem Moment, wie sie langsam über die Hügelkuppe erkenntlich wurden, sowohl Formen und Farben schienen alle vorhanden zu sein, die sich für ein Banner verwenden ließen. Von einfachen Rechtecken über ovale Formen, von einfachen zweifarbigen Bannern über komplexe und mit goldenem Garn gewebte Banner war beinahe alles zu finden.
Nur eines, das sie alle einen sollte, war die Kleidung derer, die sie, die Spieße und Banner führten. Auch hier waren Formen und Farben so unterschiedlich wie alle Dinge, die zwischen Himmel und Erden liegen, doch, so hatte der aufmerksame Beobachter sicher erkannt, war der Schnitt ihrer Kleider wohl nicht derselbe, doch verriet er ihre Gemeinsamkeit. Die Geschlitzten und gepufften Ärmel in den grellsten Farben, bei den einen mehr, bei den anderen weniger vom Blitzen der Rüstungsteile die sie trugen, verdeckt.
Rasseln und das metallische Scharren vieler Geschübe mischte sich nun unter die Geräusche und Eindrücke dieses aufmarschierenden Heeres, dessen auftritt so unverkennbar war wie die Sonne, die ihren Weg hinauf an den Horizont fand: Söldner. Ein Heer aus Söldnern marschierte dort, auf den Grünen wiesen Talamors auf, um einem Feind in der frühen Sonne dieses Morgens zu begegnen, und nahm unter dem Klang der disziplinierenden Trommeln seine Aufstellung auf diesem Berge auf.
Der erste Eindruck, ein wahrliches Meer langer Spieße würde diese Armee zu einer einzigen, riesigen Spießerhaufen machen, sollte getäuscht und entlarvt werden, als die ersten Reihen der Spießer ihren Weg über den Zenit des Hügels beschritten und den weg hinab in das Tal nahmen, das sich in ihre Richtung bergab weit von der Hügelkette die diese Heerschar überschritt. Reihe um Reihe schritt in einer wohlgeformten Keilformation als Spitze eines langen Zuges aus vielerlei Waffenträgern, die sich im Gefolge dieses großen Gewalthaufens befand: Das schimmern der Blankpolierten Harnische und Hohlgekehlten Bidenhänder und Gassenhauer, die stumpfen Oberflächen der gesteppten Rüstungen der leichten Plänkler, und die Kreuzartigen, schon von ferne zu erkennenden Träger der Schweren Armbrüste.
Diese Schar, eine bunte, wohlgemerkt, begann also ihrem Zweck entgegenzustreben, und schon bald begann das vielfarbige Dreieck der Spießträger bereits, sich in viele kleinere Dreiecke aufzulösen, und Stellung aufzunehmen, und es wirkte als wenn die kleinen Farbkleckse sich wie von Geisterhand sortieren würden, wenn man nicht wüsste, das in diesen Bunten Kleidern atmende Menschen sitzen würden. In viele kleinere Gewalthaufen aufbrechend, löste sich also die Hauptfront auf, und bildete einen Gürtel vieler gezackter Spitzen, die sich nacheinander aneinander reihten und so eine Breite Front um diesen einen Hügel bildeten.
Der Klang von bellenden Befehlen lag in der Luft und das nun um ein vielfaches langsamer dröhnen der Trommeln untermalte diese Kakophonie, die die Idylle des Morgens zerriss. So dann die letzten Haufen sich neu formiert hatten, begannen auch die am Hang ruhenden Truppen, von den Auxilaren über die Doppelsöldner und Armbruster bis zu einer kleinen Abteilung Berittener, die am Ende der Kolonne marschierten, teilten den langen Wurm, der sich über die Hügelkuppe erstreckte und ließ sie neu finden an den Orten, die ihnen von ihren Hauptleuten zugewiesen wurden.
Mehr und mehr kleine Farbflecken, in Form der vielen Banner bedeckten nun, da sich die Aufstellung des Heeres dem Ende näherte, das kräftige Grün dieser Insel, und es waren noch immer die verschiedensten in Form und Farbe, Stoffe wie Samt waren nicht selten, doch auch Linnen entdeckte man darin, oder schnöde Baumwolle. Manche führten Speerähnliche Spitzen auf diesen Stäben, andere sogar die halb skelletierten Köpfe ihrer Feinde, und andere wiederum, wie dieses eine Banner, das mit seinem weißen Hintergrund ins Auge fiel, welches einen eisernen Panzerhenzen am Ende seiner Fahnenstange versehrt war, trugen Metallene und gegossene Figuren auf ihren Spitzen.
Es war eine Schar weniger Leute die sich unter diesem eisernen, zu einer Faust geballten Panzerhandschuh geformten, Zeichen sammelten, doch umso mehr strahlten ihre Rüstungen unter dem Flatternden Banner, das mit dem Schriftzug "Eysenfaust" auf dem unteren Rand des Banners sehr deutlich klar machte, das die Herkunft dieser Spitze nicht von ungefähr war. es waren Doppelsöldner, deren feine Harnische viele Stile aufwiesen und die sich in weiteren zwei Keilen formierten, an deren spitze zwei Männer standen, die nach außen hin nicht gegensätzlicher hätten sein können.
Die schwere Rüstung des einen, die mit ihren Schlitzen und Puffungen die Landsknechtstypische Kleidung zu imitieren suchte , von voluminösität keine Spur, die den beinahe filigranen, geflammten Bidenhänder auf ihrer Schulter flankierte und dessen Gesicht durch eine mit einem T-Schlitz versehene Barbuta verdeckt war, neben diesem kleineren, doch umso viele male muskulöseren Mann, durch dessen ebenso polierte Rüstung hie und da die Muskeln eines beinahe barbarischen Muskelpaketes blitzten, dessen Lederbehandschuhte Pranken sich um einen sehr offensichtlich zwergisch gefertigten Gassenhauer schlungen, der mehr Ähnlichkeit mit einem überdimensionalen geschliffenen Barren als mit einer Waffe hatte, der diesen ebenso an seiner Schulter ruhen lässt, woraufhin die eingefassen kalurischen Runen auf dieser Klinge im Morgenschimmer aufblitzen, ebenso wie der Schimmer, der von der Kalotte der verzierten Beckenhaube dies Streiters die Güldene Sonne reflektiert.
Ein Hornstoß ertönt, doch erklingt er nicht aus den Reihen des Söldnerischen Heerhaufens der sich dort formiert hatte, und es fällt der Blick auf einen ebenso bunten, doch schon von weitem erkennbar, an Zahl und Rössern stärkeren Heerwurm, der dort, bergab seine Position einnahm und nach und nach die Schwadronen der gewaltigen Streitrösser ausscheren lässt und eine weite Linie bilden, die von einem ausmalenden Erzähler wohl "vom einen Ende des Horizontes bis um anderen" beschrieben worden währe, und wahrlich, waren es mehrere Hundert Schritt in jede Richtung des imaginären Mittelpunktes, die übersäht waren von tonnenschweren Rössern samt ihrer beharnischten Reiter, die aus dem Licht heraus, doch den Berg hinauf angreifen würden.
Die stille Heerschar bergabwärts formierte sich also das gewaltige Reiterheer, ungestört von dem zahlenmäßig unterlegenen Söldnerhaufen, der dort an der Hügelkuppe bereit stand, sich der unausweichlichen Prüfung des Krieges zu unterziehen, wo im verstreichen weniger Augenblicke der Mann sich mit dem Manne messen würde, und nur er am Leben blieb, dessen Summe aus Erfahrung, Können und Harnisch, gewürzt mit einer Prise der führenden Hand des Schicksals, günstiger Stand als die seiner Opponenten.
Von der Spitze herab klangen noch immer feiste Gesänge, deren liederliche Inhalte von den Erlebnissen anderer Schlachten handelten, von der Erinnerung an die letzte Wirtshauskeilerei, derben und zotigen Liedern über die bestimmenden Körperteile leicht zu habender Frauen und ihrer Vorzüge in den Betten ungezählter Liebeshäuser. Die von dem Traben der Schlachtrösser bebende Erde kam langsam, aber sicher zur Ruhe und ein zweites mal erklang die Fanfare über das abschüssige Tal, und wie von Geisterhand geführt, lösten sich zwei Grüppchen aus den jeweiligen Schlachtformationen und ritten einander unter einem rein weißem Banner entgegen: Die üblichen Verhandlungen unter dem Friedensbanner, wo die Vertreter derer, die an diesem Aufmarsch beteiligt waren, ihre sprachgewandtesten Männer entsandten um das Blatt vielleicht doch noch einmal ohne Kampf wenden zu können.
Die Trommeln schlugen weiter ihren Ruhigen Takt und im Söldnerhaufen ging weiter die scheinbar lustige Gesangesstunde voran, so manche ruhten auf dem taufeuchten Gras, beinahe Gruppenweise, und die beiden Grüppchen an der Mitte dessen was an Feld zwischen den beiden Heeren lag, stoben wieder auseinander, ein jedes in die Richtung seines Haufens, das eine den Berg herauf, das eine den Berg herab. Als die beiden Gruppen sich wieder einander eingefunden hatten, erstarben auch die letzten Gesänge, denn nun war der Moment gekommen, der den Verlauf des kommenden Tages beschließen würde: Das Verkünden über die Einigung unter der Friedensflagge.
Man hätte eine Zeit lang wahrlich die sprichwörtliche Stecknadel auf dem Boden erklingen hören können, ehe zuerst auf der Seite des Reiterheeres eine Fanfare, anders als jene die zuvor, erklang, ihren ruf in die Luft stieß, und auch auf der Seite der Söldner ein Tiefes Horn drei kurze Stöße nacheinander abgab, und die Trommeln der Heerführer schnelle folgen erklingen zu lassen, und so dröhnten von beiden Seiten her die Stimmen der Männer die sich ihre Schlachtrufe, Segnungen und Verspottungen entgegen warfen, den die Würfel waren gefallen: Heute würde Blut fließen.
Dieselbe, helle Fanfare, die zuvor das stattfinden des Kampfes auf der Seite des disziplinierten Reiterheeres verkündete, ertönte ein zweites mal, und quälend langsam, begann unter der noch vor dem Zenit stehenden Morgensonne sich die erste Welle der schweren Reiterei und kleinen Abteilungen berittener Bogenplänkler aus dem Hauptheer zu lösen und legten ihren langsamen Trab bergauf an, wohl um die Rösser zu schonen, während die leichte Reiterei vorpreschte um ihre Nadelstiche noch vor dem Eintreffen der eisernen Wellen abzugeben.
Die ersten Bogensehnen sirrten und Pfeile begaben sich auf ihren Weg bergauf, als auf ein Trommelsignal hin die bemalten Pavesen der Armbruster zwischen den Reihen der Spießerhaufen sich auftaten und schon bald die ersten Stahlbögen unter dem knattern der Mechanischen Teile gespannt wurden und die Sehnen der mächtigen Waffen langsam in den Haltebügeln einrasteten. Schon keine zwei Augenblicke Später sollte die zischende Hölle über die leichte Reiterei einbrechen, die mit ihren kurzen Reiterbögen deutlich in den Wirkbereich der Armbruster eindringen mussten und sich so der Gefahr der kurzen, aber Harnisch und Leib durchschlagenden Bolzen aussetzen mussten.
Schon rasch fielen die ersten Männer, während die im beinahe Rechten Winkel auftreffenden Pfeile kaum wirklichen Schaden in den Reihen der Söldner anrichteten und der massive Beschuss die Reiterei zum Rückzug zwang. Doch als wenn sich die Kräfte die Hände reichen würden, so stoben die Leichten fort, als die Schwere langsam begann, den klassischen Ritt, ungeachtet der Bergaufsituation aufzunehmen, und bereits jetzt begannen die ersten Mannen, ihre langen und bunt bemalten Lanzen zu senken. In einem tödlichen Stakkato vieler Hundert Hufe stürmte nun eine Wand aus Eisen, wie viele sie bezeichneten, aus sie zu und so wie die Lanzen ihren Weg hinab fanden, senkten auch unter wild gebrüllten Kommandos der Hauptleute die Langen, längeren Spieße, der Gewalthaufen sich dem Wall entgegen, der dort auf sie zu ritt.
Momente der Stille, die alleine von den Schlägen der Trommeln und dem beben der Hufe auf dem bewachsenen Boden gestört wurden, so schien doch Flora und Fauna für einen Augenblick den Atem anzuhalten, so wie es die Männer an den Enden der langen Spieße taten, ehe die Hölle auf Erden in Form der berittenen Streiter über sie hereinbrechen sollte und schon bald die Welt um sie herum in einem Chaos aus aufsteigenden Pferden, dem Klang von aufeinander prallendem Stahl und der Gesang aus bellenden Kommandos über die Kakophonie hinweg, verbunden mit dem klagen Verletzter und Sterbender Männer, die in ihrem und dem Blut anderer Lagen, das sich unter dem wilden Trampeln hunderter Hufe und tausender Füße zu einem dunklen Schlamm, der sich langsam über das sich abzeichnende Schlachtfeld ergoss, vermischte.
Der ferne, harmonische Klang von im Schritttempo dröhnenden Trommeln sollte so schnell nicht verklingen, denn langsam erhob sich neben dem Donnern der Trommeln das melodische Klingen vieler Stimmen im Gesang, und wie als währe es Angekündigt durch diese, blitzten nun langsam die ersten goldenen und Silbernen Fahnenspitzen und Blankpolierte Spieße über der Kuppe eines nicht fernen Hügels auf , begleitet von der Erschütterung von vielen hundert Füssen im gleichen Schritt.
Mehr und mehr stiegen die langen Spieße und Banner in die Luft über dem Hügel und boten den Anblick auf bunte Banner, die die verschiedensten Wappen und Bildnisse zeigten. Ihre Zahl war unermesslich, so schien es in diesem Moment, wie sie langsam über die Hügelkuppe erkenntlich wurden, sowohl Formen und Farben schienen alle vorhanden zu sein, die sich für ein Banner verwenden ließen. Von einfachen Rechtecken über ovale Formen, von einfachen zweifarbigen Bannern über komplexe und mit goldenem Garn gewebte Banner war beinahe alles zu finden.
Nur eines, das sie alle einen sollte, war die Kleidung derer, die sie, die Spieße und Banner führten. Auch hier waren Formen und Farben so unterschiedlich wie alle Dinge, die zwischen Himmel und Erden liegen, doch, so hatte der aufmerksame Beobachter sicher erkannt, war der Schnitt ihrer Kleider wohl nicht derselbe, doch verriet er ihre Gemeinsamkeit. Die Geschlitzten und gepufften Ärmel in den grellsten Farben, bei den einen mehr, bei den anderen weniger vom Blitzen der Rüstungsteile die sie trugen, verdeckt.
Rasseln und das metallische Scharren vieler Geschübe mischte sich nun unter die Geräusche und Eindrücke dieses aufmarschierenden Heeres, dessen auftritt so unverkennbar war wie die Sonne, die ihren Weg hinauf an den Horizont fand: Söldner. Ein Heer aus Söldnern marschierte dort, auf den Grünen wiesen Talamors auf, um einem Feind in der frühen Sonne dieses Morgens zu begegnen, und nahm unter dem Klang der disziplinierenden Trommeln seine Aufstellung auf diesem Berge auf.
Der erste Eindruck, ein wahrliches Meer langer Spieße würde diese Armee zu einer einzigen, riesigen Spießerhaufen machen, sollte getäuscht und entlarvt werden, als die ersten Reihen der Spießer ihren Weg über den Zenit des Hügels beschritten und den weg hinab in das Tal nahmen, das sich in ihre Richtung bergab weit von der Hügelkette die diese Heerschar überschritt. Reihe um Reihe schritt in einer wohlgeformten Keilformation als Spitze eines langen Zuges aus vielerlei Waffenträgern, die sich im Gefolge dieses großen Gewalthaufens befand: Das schimmern der Blankpolierten Harnische und Hohlgekehlten Bidenhänder und Gassenhauer, die stumpfen Oberflächen der gesteppten Rüstungen der leichten Plänkler, und die Kreuzartigen, schon von ferne zu erkennenden Träger der Schweren Armbrüste.
Diese Schar, eine bunte, wohlgemerkt, begann also ihrem Zweck entgegenzustreben, und schon bald begann das vielfarbige Dreieck der Spießträger bereits, sich in viele kleinere Dreiecke aufzulösen, und Stellung aufzunehmen, und es wirkte als wenn die kleinen Farbkleckse sich wie von Geisterhand sortieren würden, wenn man nicht wüsste, das in diesen Bunten Kleidern atmende Menschen sitzen würden. In viele kleinere Gewalthaufen aufbrechend, löste sich also die Hauptfront auf, und bildete einen Gürtel vieler gezackter Spitzen, die sich nacheinander aneinander reihten und so eine Breite Front um diesen einen Hügel bildeten.
Der Klang von bellenden Befehlen lag in der Luft und das nun um ein vielfaches langsamer dröhnen der Trommeln untermalte diese Kakophonie, die die Idylle des Morgens zerriss. So dann die letzten Haufen sich neu formiert hatten, begannen auch die am Hang ruhenden Truppen, von den Auxilaren über die Doppelsöldner und Armbruster bis zu einer kleinen Abteilung Berittener, die am Ende der Kolonne marschierten, teilten den langen Wurm, der sich über die Hügelkuppe erstreckte und ließ sie neu finden an den Orten, die ihnen von ihren Hauptleuten zugewiesen wurden.
Mehr und mehr kleine Farbflecken, in Form der vielen Banner bedeckten nun, da sich die Aufstellung des Heeres dem Ende näherte, das kräftige Grün dieser Insel, und es waren noch immer die verschiedensten in Form und Farbe, Stoffe wie Samt waren nicht selten, doch auch Linnen entdeckte man darin, oder schnöde Baumwolle. Manche führten Speerähnliche Spitzen auf diesen Stäben, andere sogar die halb skelletierten Köpfe ihrer Feinde, und andere wiederum, wie dieses eine Banner, das mit seinem weißen Hintergrund ins Auge fiel, welches einen eisernen Panzerhenzen am Ende seiner Fahnenstange versehrt war, trugen Metallene und gegossene Figuren auf ihren Spitzen.
Es war eine Schar weniger Leute die sich unter diesem eisernen, zu einer Faust geballten Panzerhandschuh geformten, Zeichen sammelten, doch umso mehr strahlten ihre Rüstungen unter dem Flatternden Banner, das mit dem Schriftzug "Eysenfaust" auf dem unteren Rand des Banners sehr deutlich klar machte, das die Herkunft dieser Spitze nicht von ungefähr war. es waren Doppelsöldner, deren feine Harnische viele Stile aufwiesen und die sich in weiteren zwei Keilen formierten, an deren spitze zwei Männer standen, die nach außen hin nicht gegensätzlicher hätten sein können.
Die schwere Rüstung des einen, die mit ihren Schlitzen und Puffungen die Landsknechtstypische Kleidung zu imitieren suchte , von voluminösität keine Spur, die den beinahe filigranen, geflammten Bidenhänder auf ihrer Schulter flankierte und dessen Gesicht durch eine mit einem T-Schlitz versehene Barbuta verdeckt war, neben diesem kleineren, doch umso viele male muskulöseren Mann, durch dessen ebenso polierte Rüstung hie und da die Muskeln eines beinahe barbarischen Muskelpaketes blitzten, dessen Lederbehandschuhte Pranken sich um einen sehr offensichtlich zwergisch gefertigten Gassenhauer schlungen, der mehr Ähnlichkeit mit einem überdimensionalen geschliffenen Barren als mit einer Waffe hatte, der diesen ebenso an seiner Schulter ruhen lässt, woraufhin die eingefassen kalurischen Runen auf dieser Klinge im Morgenschimmer aufblitzen, ebenso wie der Schimmer, der von der Kalotte der verzierten Beckenhaube dies Streiters die Güldene Sonne reflektiert.
Ein Hornstoß ertönt, doch erklingt er nicht aus den Reihen des Söldnerischen Heerhaufens der sich dort formiert hatte, und es fällt der Blick auf einen ebenso bunten, doch schon von weitem erkennbar, an Zahl und Rössern stärkeren Heerwurm, der dort, bergab seine Position einnahm und nach und nach die Schwadronen der gewaltigen Streitrösser ausscheren lässt und eine weite Linie bilden, die von einem ausmalenden Erzähler wohl "vom einen Ende des Horizontes bis um anderen" beschrieben worden währe, und wahrlich, waren es mehrere Hundert Schritt in jede Richtung des imaginären Mittelpunktes, die übersäht waren von tonnenschweren Rössern samt ihrer beharnischten Reiter, die aus dem Licht heraus, doch den Berg hinauf angreifen würden.
Die stille Heerschar bergabwärts formierte sich also das gewaltige Reiterheer, ungestört von dem zahlenmäßig unterlegenen Söldnerhaufen, der dort an der Hügelkuppe bereit stand, sich der unausweichlichen Prüfung des Krieges zu unterziehen, wo im verstreichen weniger Augenblicke der Mann sich mit dem Manne messen würde, und nur er am Leben blieb, dessen Summe aus Erfahrung, Können und Harnisch, gewürzt mit einer Prise der führenden Hand des Schicksals, günstiger Stand als die seiner Opponenten.
Von der Spitze herab klangen noch immer feiste Gesänge, deren liederliche Inhalte von den Erlebnissen anderer Schlachten handelten, von der Erinnerung an die letzte Wirtshauskeilerei, derben und zotigen Liedern über die bestimmenden Körperteile leicht zu habender Frauen und ihrer Vorzüge in den Betten ungezählter Liebeshäuser. Die von dem Traben der Schlachtrösser bebende Erde kam langsam, aber sicher zur Ruhe und ein zweites mal erklang die Fanfare über das abschüssige Tal, und wie von Geisterhand geführt, lösten sich zwei Grüppchen aus den jeweiligen Schlachtformationen und ritten einander unter einem rein weißem Banner entgegen: Die üblichen Verhandlungen unter dem Friedensbanner, wo die Vertreter derer, die an diesem Aufmarsch beteiligt waren, ihre sprachgewandtesten Männer entsandten um das Blatt vielleicht doch noch einmal ohne Kampf wenden zu können.
Die Trommeln schlugen weiter ihren Ruhigen Takt und im Söldnerhaufen ging weiter die scheinbar lustige Gesangesstunde voran, so manche ruhten auf dem taufeuchten Gras, beinahe Gruppenweise, und die beiden Grüppchen an der Mitte dessen was an Feld zwischen den beiden Heeren lag, stoben wieder auseinander, ein jedes in die Richtung seines Haufens, das eine den Berg herauf, das eine den Berg herab. Als die beiden Gruppen sich wieder einander eingefunden hatten, erstarben auch die letzten Gesänge, denn nun war der Moment gekommen, der den Verlauf des kommenden Tages beschließen würde: Das Verkünden über die Einigung unter der Friedensflagge.
Man hätte eine Zeit lang wahrlich die sprichwörtliche Stecknadel auf dem Boden erklingen hören können, ehe zuerst auf der Seite des Reiterheeres eine Fanfare, anders als jene die zuvor, erklang, ihren ruf in die Luft stieß, und auch auf der Seite der Söldner ein Tiefes Horn drei kurze Stöße nacheinander abgab, und die Trommeln der Heerführer schnelle folgen erklingen zu lassen, und so dröhnten von beiden Seiten her die Stimmen der Männer die sich ihre Schlachtrufe, Segnungen und Verspottungen entgegen warfen, den die Würfel waren gefallen: Heute würde Blut fließen.
Dieselbe, helle Fanfare, die zuvor das stattfinden des Kampfes auf der Seite des disziplinierten Reiterheeres verkündete, ertönte ein zweites mal, und quälend langsam, begann unter der noch vor dem Zenit stehenden Morgensonne sich die erste Welle der schweren Reiterei und kleinen Abteilungen berittener Bogenplänkler aus dem Hauptheer zu lösen und legten ihren langsamen Trab bergauf an, wohl um die Rösser zu schonen, während die leichte Reiterei vorpreschte um ihre Nadelstiche noch vor dem Eintreffen der eisernen Wellen abzugeben.
Die ersten Bogensehnen sirrten und Pfeile begaben sich auf ihren Weg bergauf, als auf ein Trommelsignal hin die bemalten Pavesen der Armbruster zwischen den Reihen der Spießerhaufen sich auftaten und schon bald die ersten Stahlbögen unter dem knattern der Mechanischen Teile gespannt wurden und die Sehnen der mächtigen Waffen langsam in den Haltebügeln einrasteten. Schon keine zwei Augenblicke Später sollte die zischende Hölle über die leichte Reiterei einbrechen, die mit ihren kurzen Reiterbögen deutlich in den Wirkbereich der Armbruster eindringen mussten und sich so der Gefahr der kurzen, aber Harnisch und Leib durchschlagenden Bolzen aussetzen mussten.
Schon rasch fielen die ersten Männer, während die im beinahe Rechten Winkel auftreffenden Pfeile kaum wirklichen Schaden in den Reihen der Söldner anrichteten und der massive Beschuss die Reiterei zum Rückzug zwang. Doch als wenn sich die Kräfte die Hände reichen würden, so stoben die Leichten fort, als die Schwere langsam begann, den klassischen Ritt, ungeachtet der Bergaufsituation aufzunehmen, und bereits jetzt begannen die ersten Mannen, ihre langen und bunt bemalten Lanzen zu senken. In einem tödlichen Stakkato vieler Hundert Hufe stürmte nun eine Wand aus Eisen, wie viele sie bezeichneten, aus sie zu und so wie die Lanzen ihren Weg hinab fanden, senkten auch unter wild gebrüllten Kommandos der Hauptleute die Langen, längeren Spieße, der Gewalthaufen sich dem Wall entgegen, der dort auf sie zu ritt.
Momente der Stille, die alleine von den Schlägen der Trommeln und dem beben der Hufe auf dem bewachsenen Boden gestört wurden, so schien doch Flora und Fauna für einen Augenblick den Atem anzuhalten, so wie es die Männer an den Enden der langen Spieße taten, ehe die Hölle auf Erden in Form der berittenen Streiter über sie hereinbrechen sollte und schon bald die Welt um sie herum in einem Chaos aus aufsteigenden Pferden, dem Klang von aufeinander prallendem Stahl und der Gesang aus bellenden Kommandos über die Kakophonie hinweg, verbunden mit dem klagen Verletzter und Sterbender Männer, die in ihrem und dem Blut anderer Lagen, das sich unter dem wilden Trampeln hunderter Hufe und tausender Füße zu einem dunklen Schlamm, der sich langsam über das sich abzeichnende Schlachtfeld ergoss, vermischte.