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Unter dem Zeichen des Schwertes

Verfasst: Samstag 12. Januar 2008, 05:21
von Arias Lasanar
Es war nun der Anfang des Goldblattes, und dieser Monat wurde seinem Namen nur allzu gerecht, als der ferne Klang von Trommeln die stille des Herbstlichen Landstriches Talamors, einer Insel nahe Gerimors, zerriss, und die letzten Vögel, die ihren jährlichen Weg in die warmen Gefilde Menek'Urs noch nicht angetreten hatten, hoben sich aus den Kronen der beinahe Blattlosen Bäume und zogen beunruhigt von dannen. Die Sonne kroch gerade nach dem frühen Morgentau über die grüne Ebene und tastete sich mit wie mit güldenen Fingern über die Gräser und Büsche, Bäume und anderen Gewächsen.

Der ferne, harmonische Klang von im Schritttempo dröhnenden Trommeln sollte so schnell nicht verklingen, denn langsam erhob sich neben dem Donnern der Trommeln das melodische Klingen vieler Stimmen im Gesang, und wie als währe es Angekündigt durch diese, blitzten nun langsam die ersten goldenen und Silbernen Fahnenspitzen und Blankpolierte Spieße über der Kuppe eines nicht fernen Hügels auf , begleitet von der Erschütterung von vielen hundert Füssen im gleichen Schritt.

Mehr und mehr stiegen die langen Spieße und Banner in die Luft über dem Hügel und boten den Anblick auf bunte Banner, die die verschiedensten Wappen und Bildnisse zeigten. Ihre Zahl war unermesslich, so schien es in diesem Moment, wie sie langsam über die Hügelkuppe erkenntlich wurden, sowohl Formen und Farben schienen alle vorhanden zu sein, die sich für ein Banner verwenden ließen. Von einfachen Rechtecken über ovale Formen, von einfachen zweifarbigen Bannern über komplexe und mit goldenem Garn gewebte Banner war beinahe alles zu finden.

Nur eines, das sie alle einen sollte, war die Kleidung derer, die sie, die Spieße und Banner führten. Auch hier waren Formen und Farben so unterschiedlich wie alle Dinge, die zwischen Himmel und Erden liegen, doch, so hatte der aufmerksame Beobachter sicher erkannt, war der Schnitt ihrer Kleider wohl nicht derselbe, doch verriet er ihre Gemeinsamkeit. Die Geschlitzten und gepufften Ärmel in den grellsten Farben, bei den einen mehr, bei den anderen weniger vom Blitzen der Rüstungsteile die sie trugen, verdeckt.

Rasseln und das metallische Scharren vieler Geschübe mischte sich nun unter die Geräusche und Eindrücke dieses aufmarschierenden Heeres, dessen auftritt so unverkennbar war wie die Sonne, die ihren Weg hinauf an den Horizont fand: Söldner. Ein Heer aus Söldnern marschierte dort, auf den Grünen wiesen Talamors auf, um einem Feind in der frühen Sonne dieses Morgens zu begegnen, und nahm unter dem Klang der disziplinierenden Trommeln seine Aufstellung auf diesem Berge auf.

Der erste Eindruck, ein wahrliches Meer langer Spieße würde diese Armee zu einer einzigen, riesigen Spießerhaufen machen, sollte getäuscht und entlarvt werden, als die ersten Reihen der Spießer ihren Weg über den Zenit des Hügels beschritten und den weg hinab in das Tal nahmen, das sich in ihre Richtung bergab weit von der Hügelkette die diese Heerschar überschritt. Reihe um Reihe schritt in einer wohlgeformten Keilformation als Spitze eines langen Zuges aus vielerlei Waffenträgern, die sich im Gefolge dieses großen Gewalthaufens befand: Das schimmern der Blankpolierten Harnische und Hohlgekehlten Bidenhänder und Gassenhauer, die stumpfen Oberflächen der gesteppten Rüstungen der leichten Plänkler, und die Kreuzartigen, schon von ferne zu erkennenden Träger der Schweren Armbrüste.

Diese Schar, eine bunte, wohlgemerkt, begann also ihrem Zweck entgegenzustreben, und schon bald begann das vielfarbige Dreieck der Spießträger bereits, sich in viele kleinere Dreiecke aufzulösen, und Stellung aufzunehmen, und es wirkte als wenn die kleinen Farbkleckse sich wie von Geisterhand sortieren würden, wenn man nicht wüsste, das in diesen Bunten Kleidern atmende Menschen sitzen würden. In viele kleinere Gewalthaufen aufbrechend, löste sich also die Hauptfront auf, und bildete einen Gürtel vieler gezackter Spitzen, die sich nacheinander aneinander reihten und so eine Breite Front um diesen einen Hügel bildeten.

Der Klang von bellenden Befehlen lag in der Luft und das nun um ein vielfaches langsamer dröhnen der Trommeln untermalte diese Kakophonie, die die Idylle des Morgens zerriss. So dann die letzten Haufen sich neu formiert hatten, begannen auch die am Hang ruhenden Truppen, von den Auxilaren über die Doppelsöldner und Armbruster bis zu einer kleinen Abteilung Berittener, die am Ende der Kolonne marschierten, teilten den langen Wurm, der sich über die Hügelkuppe erstreckte und ließ sie neu finden an den Orten, die ihnen von ihren Hauptleuten zugewiesen wurden.

Mehr und mehr kleine Farbflecken, in Form der vielen Banner bedeckten nun, da sich die Aufstellung des Heeres dem Ende näherte, das kräftige Grün dieser Insel, und es waren noch immer die verschiedensten in Form und Farbe, Stoffe wie Samt waren nicht selten, doch auch Linnen entdeckte man darin, oder schnöde Baumwolle. Manche führten Speerähnliche Spitzen auf diesen Stäben, andere sogar die halb skelletierten Köpfe ihrer Feinde, und andere wiederum, wie dieses eine Banner, das mit seinem weißen Hintergrund ins Auge fiel, welches einen eisernen Panzerhenzen am Ende seiner Fahnenstange versehrt war, trugen Metallene und gegossene Figuren auf ihren Spitzen.

Es war eine Schar weniger Leute die sich unter diesem eisernen, zu einer Faust geballten Panzerhandschuh geformten, Zeichen sammelten, doch umso mehr strahlten ihre Rüstungen unter dem Flatternden Banner, das mit dem Schriftzug "Eysenfaust" auf dem unteren Rand des Banners sehr deutlich klar machte, das die Herkunft dieser Spitze nicht von ungefähr war. es waren Doppelsöldner, deren feine Harnische viele Stile aufwiesen und die sich in weiteren zwei Keilen formierten, an deren spitze zwei Männer standen, die nach außen hin nicht gegensätzlicher hätten sein können.

Die schwere Rüstung des einen, die mit ihren Schlitzen und Puffungen die Landsknechtstypische Kleidung zu imitieren suchte , von voluminösität keine Spur, die den beinahe filigranen, geflammten Bidenhänder auf ihrer Schulter flankierte und dessen Gesicht durch eine mit einem T-Schlitz versehene Barbuta verdeckt war, neben diesem kleineren, doch umso viele male muskulöseren Mann, durch dessen ebenso polierte Rüstung hie und da die Muskeln eines beinahe barbarischen Muskelpaketes blitzten, dessen Lederbehandschuhte Pranken sich um einen sehr offensichtlich zwergisch gefertigten Gassenhauer schlungen, der mehr Ähnlichkeit mit einem überdimensionalen geschliffenen Barren als mit einer Waffe hatte, der diesen ebenso an seiner Schulter ruhen lässt, woraufhin die eingefassen kalurischen Runen auf dieser Klinge im Morgenschimmer aufblitzen, ebenso wie der Schimmer, der von der Kalotte der verzierten Beckenhaube dies Streiters die Güldene Sonne reflektiert.

Ein Hornstoß ertönt, doch erklingt er nicht aus den Reihen des Söldnerischen Heerhaufens der sich dort formiert hatte, und es fällt der Blick auf einen ebenso bunten, doch schon von weitem erkennbar, an Zahl und Rössern stärkeren Heerwurm, der dort, bergab seine Position einnahm und nach und nach die Schwadronen der gewaltigen Streitrösser ausscheren lässt und eine weite Linie bilden, die von einem ausmalenden Erzähler wohl "vom einen Ende des Horizontes bis um anderen" beschrieben worden währe, und wahrlich, waren es mehrere Hundert Schritt in jede Richtung des imaginären Mittelpunktes, die übersäht waren von tonnenschweren Rössern samt ihrer beharnischten Reiter, die aus dem Licht heraus, doch den Berg hinauf angreifen würden.

Die stille Heerschar bergabwärts formierte sich also das gewaltige Reiterheer, ungestört von dem zahlenmäßig unterlegenen Söldnerhaufen, der dort an der Hügelkuppe bereit stand, sich der unausweichlichen Prüfung des Krieges zu unterziehen, wo im verstreichen weniger Augenblicke der Mann sich mit dem Manne messen würde, und nur er am Leben blieb, dessen Summe aus Erfahrung, Können und Harnisch, gewürzt mit einer Prise der führenden Hand des Schicksals, günstiger Stand als die seiner Opponenten.

Von der Spitze herab klangen noch immer feiste Gesänge, deren liederliche Inhalte von den Erlebnissen anderer Schlachten handelten, von der Erinnerung an die letzte Wirtshauskeilerei, derben und zotigen Liedern über die bestimmenden Körperteile leicht zu habender Frauen und ihrer Vorzüge in den Betten ungezählter Liebeshäuser. Die von dem Traben der Schlachtrösser bebende Erde kam langsam, aber sicher zur Ruhe und ein zweites mal erklang die Fanfare über das abschüssige Tal, und wie von Geisterhand geführt, lösten sich zwei Grüppchen aus den jeweiligen Schlachtformationen und ritten einander unter einem rein weißem Banner entgegen: Die üblichen Verhandlungen unter dem Friedensbanner, wo die Vertreter derer, die an diesem Aufmarsch beteiligt waren, ihre sprachgewandtesten Männer entsandten um das Blatt vielleicht doch noch einmal ohne Kampf wenden zu können.

Die Trommeln schlugen weiter ihren Ruhigen Takt und im Söldnerhaufen ging weiter die scheinbar lustige Gesangesstunde voran, so manche ruhten auf dem taufeuchten Gras, beinahe Gruppenweise, und die beiden Grüppchen an der Mitte dessen was an Feld zwischen den beiden Heeren lag, stoben wieder auseinander, ein jedes in die Richtung seines Haufens, das eine den Berg herauf, das eine den Berg herab. Als die beiden Gruppen sich wieder einander eingefunden hatten, erstarben auch die letzten Gesänge, denn nun war der Moment gekommen, der den Verlauf des kommenden Tages beschließen würde: Das Verkünden über die Einigung unter der Friedensflagge.

Man hätte eine Zeit lang wahrlich die sprichwörtliche Stecknadel auf dem Boden erklingen hören können, ehe zuerst auf der Seite des Reiterheeres eine Fanfare, anders als jene die zuvor, erklang, ihren ruf in die Luft stieß, und auch auf der Seite der Söldner ein Tiefes Horn drei kurze Stöße nacheinander abgab, und die Trommeln der Heerführer schnelle folgen erklingen zu lassen, und so dröhnten von beiden Seiten her die Stimmen der Männer die sich ihre Schlachtrufe, Segnungen und Verspottungen entgegen warfen, den die Würfel waren gefallen: Heute würde Blut fließen.

Dieselbe, helle Fanfare, die zuvor das stattfinden des Kampfes auf der Seite des disziplinierten Reiterheeres verkündete, ertönte ein zweites mal, und quälend langsam, begann unter der noch vor dem Zenit stehenden Morgensonne sich die erste Welle der schweren Reiterei und kleinen Abteilungen berittener Bogenplänkler aus dem Hauptheer zu lösen und legten ihren langsamen Trab bergauf an, wohl um die Rösser zu schonen, während die leichte Reiterei vorpreschte um ihre Nadelstiche noch vor dem Eintreffen der eisernen Wellen abzugeben.

Die ersten Bogensehnen sirrten und Pfeile begaben sich auf ihren Weg bergauf, als auf ein Trommelsignal hin die bemalten Pavesen der Armbruster zwischen den Reihen der Spießerhaufen sich auftaten und schon bald die ersten Stahlbögen unter dem knattern der Mechanischen Teile gespannt wurden und die Sehnen der mächtigen Waffen langsam in den Haltebügeln einrasteten. Schon keine zwei Augenblicke Später sollte die zischende Hölle über die leichte Reiterei einbrechen, die mit ihren kurzen Reiterbögen deutlich in den Wirkbereich der Armbruster eindringen mussten und sich so der Gefahr der kurzen, aber Harnisch und Leib durchschlagenden Bolzen aussetzen mussten.

Schon rasch fielen die ersten Männer, während die im beinahe Rechten Winkel auftreffenden Pfeile kaum wirklichen Schaden in den Reihen der Söldner anrichteten und der massive Beschuss die Reiterei zum Rückzug zwang. Doch als wenn sich die Kräfte die Hände reichen würden, so stoben die Leichten fort, als die Schwere langsam begann, den klassischen Ritt, ungeachtet der Bergaufsituation aufzunehmen, und bereits jetzt begannen die ersten Mannen, ihre langen und bunt bemalten Lanzen zu senken. In einem tödlichen Stakkato vieler Hundert Hufe stürmte nun eine Wand aus Eisen, wie viele sie bezeichneten, aus sie zu und so wie die Lanzen ihren Weg hinab fanden, senkten auch unter wild gebrüllten Kommandos der Hauptleute die Langen, längeren Spieße, der Gewalthaufen sich dem Wall entgegen, der dort auf sie zu ritt.

Momente der Stille, die alleine von den Schlägen der Trommeln und dem beben der Hufe auf dem bewachsenen Boden gestört wurden, so schien doch Flora und Fauna für einen Augenblick den Atem anzuhalten, so wie es die Männer an den Enden der langen Spieße taten, ehe die Hölle auf Erden in Form der berittenen Streiter über sie hereinbrechen sollte und schon bald die Welt um sie herum in einem Chaos aus aufsteigenden Pferden, dem Klang von aufeinander prallendem Stahl und der Gesang aus bellenden Kommandos über die Kakophonie hinweg, verbunden mit dem klagen Verletzter und Sterbender Männer, die in ihrem und dem Blut anderer Lagen, das sich unter dem wilden Trampeln hunderter Hufe und tausender Füße zu einem dunklen Schlamm, der sich langsam über das sich abzeichnende Schlachtfeld ergoss, vermischte.

Verfasst: Samstag 12. Januar 2008, 06:58
von Arias Lasanar
Noch Stunden später brannten kleine Herde dieses Schlachtenfeuers, doch der erfahrene Knecht, der diese Hölle durchstanden hatte, wusste, diese Schlacht war geschlagen.

Das Stöhnen der Verletzten drang noch eine Weile über das Schlachtfeld, bis auch die letzten ihren Verletzung erlagen, oder den Dolchstössen der plündernden Soldscharen zum Opfer fielen, die in kleinen Gruppen über das verheerte, blutgetränkte Feld zogen, und sich der Habseeligkeiten der Gefallenen bereicherten, ohne Unterschied zu machen zwischen Freund und Feind.

Eine Schar Krähen zog ihre Kreise über der Bergwiese, stets gierig hinabstoßend, um sich ungestört der leichten Beute zu laben, doch wer sich ihrer Augen bemächtigt hätte, dem wäre, fern über der Kuppel des Hügels, wohl einige Stunden Marsch entfernt, das bunte Heerlager des Heeres der Soldknechte, das schon von weitem zu erkennen war: Denn so bunt sie auf das Schlachtfeld zogen, ebenso bunt waren ihre vielfältigen Zelte, die sich in Form, Farbe und auch in ihrem Pomp. Von einfachen Reisezelten über kleine Zeltanlagen, manche ungefärbt und aus rohem Stoff, anderer aber in edler Seite oder Samtenen Wänden gehalten, vielfach aber, das hatten sie gemein, ließen die Kennzeichnungen keinen Zweifel, wessen Zelt man gerade im Vorbeigehen passierte.

Der Abend war mittlerweile angebrochen, und die Sonnenscheibe sank langsam, aber beständig hinter den Bergzügen des Westens nieder, nur noch vereinzelte Lichtstrahlen zwischen den Berggipfeln hindurch in die sich ausbreitende Finsternis entsendend, gebrochen dabei von der Kuppel aus Rauch und Qualm über dem bunten Lager der freifechterischen Herrschaar, und weithin war der klang schlechtgestimmter Instrumente, ebenso schlechtgestimmter, dafür umso geölterer Stimmen und dem gegröhle der Festlichkeiten der siegreichen Landsknechte zu vernehmen.

Viele Zelte waren heute leer geblieben, das wussten viele, und nicht weniger viele versuchten ihr Glück, sich der Inhalte der verwaisten Zelte zu bedienen, was nicht seltener in Mord und Totschlag ausfiel, oder weniger schlimme ausprägungen dessen, so waren zu viele schlicht zu trunken um mehr als nur vage Versuche zu unternehmen, seine Konkurrenten harm anzutuen.

Durch die Strassen der Zeltstadt, die sich nur mit wenig Stroh und durch ihre Beschaffenheit des vollkommenen ausgetretenseins Kenntlich machten, waren viele bunte wie auch sehr zwielichtige Figuren unterwegs. Sah man noch am Tage auf dem Schlachtfeld die berüchtigten Landsknechtshaufen, die je nach Betrachtung zumindest einen gewissen Wert hatten, so fand sich in diesem Lager der Dunstkreis jedes Haufens, denn waren doch stets im Gefolge dieser wie die Schmeißfliegen am Dung halbgare Feldscher, Strauchdiebe und Huren, Männlein wie Weiblein, zu finden, die nun zusätzlich den Verkehr auf den Wegen anheizten, und so mancher schien dies sehr wörtlich zu nehmen.

Ungezügelt und kaum von Moral, waren die Auswüchse an solchen Abenden unaussprechlich, das wussten auch die beiden Streiter, die über die Wege des Feldlagers wandelten und hier und da einen Gruß entrichteten oder empfingen. Man kannte sich, auch wenn in dem schnellebigen Geschäft der Lohnsöldnerei oft die Männer wechselten, so waren doch Farben und Zeichen stets dieselben geblieben. Fiel der Alte Hauptmann, erwählten sie einen neuen. So war es Brauch.

Ihrem eigenen Brauch folgten die beiden, die in ihren befleckten Harnischen, gewandet in nicht minder kostspielige Kleider, ihre Bahn scheinbar ziellos durch das Lager zogen. Doch war es ungemein wichtig, von jeher, zu zeigen, wer noch Lebte, und wer gefallen war. So hatte das Sprichwort des „Aus dem Aug’ aus dem Sinn“ eine ganz eigene bedeutung für die Landsknechte, so galten Verträge mit toten nimmer, und auch tat es dem eigenen Besitz nicht schlecht, zu zeigen, das man durchaus noch in der Lage war, diesen zu verteidigen, doch auch das war Brauch.

Nach vielen Stunden, die dieses ungleiche Pärchen, der hohe Grauhaarige und der stämmig der bärtige, doch wohlbekannt schienen sie, denn beinahe ein jeder, welches der Hauptzelte sie aus passierten, so brachte man ihnen Gruß und Speiß, ein Ritual, das sich durchaus bis in die tiefe der Nacht hinauszögern konnte.

Man tauschte Lobpreisungen und Gratulationen aus, man verglich sein eigenes Häuflein mit dem anderer Hauptleute, und so ging es zwischen allen jenen, die einen Gewalthaufen den ihren nennen konnten: Nur wer lebte, blieb im Geschäft, nur wer wagte, würde auch Gewinnen. Es war wie ein Aktienhandel, nicht weniger trubelreich, doch mit eigener Sprache und eigenem gebahren.

Schon gut im Wasser, wandelte die beiden Soldknechte, die das Zeichen eines Eisernen Handschuhs auf den Kleidern trugen, weiter und begaben sich zum pulsierenden Zentrum all jener, die in ihrem eigenen Lager keinen Spaß zu finden mochten: Ein grobes Zelt, vielfach zeugten Flicken und Flecken vom rauen Alltag den es erdulden musste, von dem ein schwarzer Erberskopf weithin sichtbar prangte.

Und wie es bereits erschien, so wusste man bereits, wie der Besitzer dieses Schankzeltes wohl mit Namen gerufen wurde. Wulf Eberskopff, eine feiste gestalt, die es anzustarren lohnte, wenn man sich entscheiden konnte, ob es die vielfältigen Entstellungen seines feisten Schweinegesichtes sein würden, oder schlicht die unglaublichen Massen, die dieser Mann wiegen musste, wenn das Auge Waage machen sollte.

Verkommenes Spielvolk war der Quell für den Missklang in dieser Freiluftschenke, in der die Hemmungslosigkeit des Lagers die Krone sich nahm, die sie unbestritten verdiente. „Eberskopff’ Schenk mit Mait unt Sang“ hatte selbst unter den hartgesottensten Landsknechten einen legendären Ruf: Nirgendwo war es leichter, im Suff den Verstand, in den leiblichen Genüssen den Wahn oder an der Speisetafel den Tod zu erleiden.

Doch war es beinahe eine Pflicht, Eberkopff’ einen Besuch abzustatten, wenn Zeit und Körperliche Verfassung es zuliessen. So auch die beiden, die schon bald von einem zwielichtigen Botenjungen an die Tafel des feisten Eberkopff’ selbst gerufen wurden, was eine Adelung und Todesgefahr zugleich darstellten.

Wie edles Volk wurden sie von den, unter sklavenartigen Bedingungen gehaltenen Bedienstetn des „Schweinekönigs“ wie ihn viele, doch nur selten in der allgemeinen Hochsprache des Reiches, nannten, beim Namen der versammelten Gesellschaft angekündigt.

Und so klangen die Namen „Ortus Eysenfaust“ und „Arias Lasanar, genannt der Bundte Hundt von Gerimor“ durch das Zelt, und manch einer, der eine Fehde mit dem Eysenfaust-Haufen überlebt hatte, gestattete sich ein Klatschen und Johlen, ein weiterer Brauch der die Überlebenschancen weiter erhöhte – nicht selten wurden offene Fehden auch kurzerhand bei Tisch beendet.

In einer Ecke sass ein weiterer Barde, kaum weniger elend’ gekleidet als die anderen, doch scheinbar hatten die Götter mit seinem Talent mehr Gnade als es seine unseeligen Kameraden draussen unter freiem Himmel getroffen, und so spielte dieser auf einer Laute, und seien Worte klangen, beinahe unter der Kakophonie des Zeltraumes untergehend, ein altes Söldnerlied:

„Vom Barette schwankt die Feder,
wiegt und biegt im Winde sich.
Unser Wams aus Büffelleder
ist zerfetzt von Hieb und Stich.
Stich und Hieb, und ein Lieb,
muss ein, ja muss ein Landsknecht haben.

Unsre Linke auf dem Schwerte,
in der Rechten einen Spieß,
kämpfen wir, soweit die Erde,
bald für das und bald für dies.
Dies und das, Suff und Fraß,
muss ein, ja muss ein Landsknecht haben.

Ruhm und Beute zu gewinnen,
zieh'n wir mutig in die Schlacht.
Einmal müssen wir von hinnen,
lustig drum bei Tag und Nacht,
Nacht und Tag, was er mag,
muss ein, ja muss ein Landsknecht haben.

Landsknechtsleben, lustig Leben,
in der Schenke Tag und Nacht.
Sitzt ein fader Kerl daneben,
der nicht singt und der nicht lacht:
Schmeißt ihn raus, reines Haus
muss ein, ja muss ein Landsknecht haben.

Wenn wir dereinst liegen bleiben,
in der Blutdurchtränkten Schlacht,
sollt ihr uns ein Kreuzlein schreiben
auf den tiefen dunklen Schacht.
Mit Trommeln viel und Pfeifenspiel
sollt ihr, ja sollt ihr uns begraben.“


So begann das Spektakel, und so ging es herein bis in das Morgengrauen. Dem feisten Eberkopff’ entkam niemand, nicht im Leben wie im Tode, sagten manche. Und die meisten waren nicht besonders vernarrt darauf, es wahrlich darauf ankommen zu lassen

Verfasst: Samstag 12. Januar 2008, 08:54
von Arias Lasanar
Die folgenden Tage waren bestimmt von einer Mischung daraus, die Folgen des vergangenen Gelages möglichst unversehrt zu überstehen und den Abzug seiner eigenen Leute zu koordinieren.

Zelte mussten abgebaut werden, die Feldweibel liessen die Karren beladen und prüften ihre Ladung und glichen sie mit ihren Listen ab – oft nicht viel mehr als Schnüre mit Knoten, die ihnen als Zählhilfe dienten, der Abfall wurde just am Ort belassen, die Feuer zu beheizen.

Verwundete wollten gepflegt sein, Verpflegung selbst war eine Sache der Kochleute, die nicht selten das höchste Vertrauen der Hauptleute genossen und ihr Handwerk beherrschten – Nur mit Dörffleisch und Fisch aus der Salzlake war kein Kampf zu gewinnen, und nicht umsonst hies es „Ohne Mampff kin Kampff“. Vor großen Kochtöpfen gebeugt, bereiteten sie das Mahl für die Knechte zu, während um sie herum das geordnete Chaos des Abmarsches ausbrach.

Tage vergingen, und längst waren die Männer unter dem Banner unter der Eisernen Faust wieder auf dem Weg in die Hauptstadt Talamors, zurück in das Söldnerviertel, das sie, verwahrt hinter einer starken Wehr, auf den Wohl grössten Zeltplatz des gesamten Reiches führte.

Denn mehr war das sogenannte „Söldnerviertel“ Talamors nicht. Eingepfercht und von Mauern umgeben, wirkte es für aussenstehende oft wie ein Flüchtlingslager oder, so sagten manche, den einzigen Kerker des Reiches, in dem man den Sternenhimmel zu sehen kriege.

Es hatte Methode, die Söldner Talamors mit einem Gesetz daran zu binden, sich in der Hauptstadt nach ihren vollbrachten Diensten zu sammeln. Weniger Reichsbüttel mussten weniger wertvolle Lohnbriefe, oft unter Begleitschutz verbringen, man wusste stets, welcher Haufen sich wo befand, denn der grösste Vertragsnehmer des gesamten Kriegshandwerkes war und blieb die Grafschaft selbst.
Nicht wenig misstrauen und schon gar kein Ansehen brachte man jenen entgegen, die sich für einige Kupferlinge für die Krone erschlagen liessen, auch wenn man im Hause Tiefenstein längst dessen bewusst war, das die Söldner das einzige mittel waren, die Aufständigschen Kleinadeligen und Landherren zu bezwingen.

In zu vielen und zu kleinen Brandherden hatten die Aufständischen den Garderegimentern der Tiefensteinern Schmerzhafte Hiebe versetzt, und die Ritterschaft des Landes beinahe ausgelöscht, zu kostspielig war es, ein eigenes Heer zu unterhalten, wenn sich allenthalben ein Stück der Grafschaft zum wiederholten Male abzuspalten suchte, und an dieser Stelle kamen die Freisassen, Landsknechte und Söldner ins Spiel.

Oftmals dankbar für jeden Heller, den sie erhielten, warfen sich viele Männer der Unterschicht, oft nur mit einem Jagdspieß oder einer Saufeder bewaffnet und in den unteren Haufen organisiert in den Kampf. Armut und Unrast zwang sie in ein Leben, das unwürdiger nicht hätte sein können, doch nicht nur dieserlei fand sich in den Reihen der Mietlinge, so waren es Banner wie die Eysenfaust, Morgenstern oder Beylenwald, die mit ihren exquisiten Diensten die Krone bedienten.

Sie alle kamen von weit her, aus allen Ecken des Alumenischen Reiches kamen sie, oft nur für eine weile, und auch das Banner Eysenfaust unter seinen Hauptleuten Ortus und Arias sah seine Zeit gekommen, denn der geschlossene Kontrakt war erfüllt und die Dienstzeit näherte sich ihrem Ende.

Der gräfische Zahltag stand an, und die Laune der Männer besserte sich zusehends, angesichts der klingenden Münzen im Beutel, und die Zeit des Ruhens und Entspannens begann, doch auch der Pflege und Wartung. Diese Zeit nutzten die beiden Hauptleute, um einen Streifzug durch die Stadt zu wagen, denn nur ihnen war es gestattet, das Viertel zu verlassen, und so begaben sich die beiden des Fußes in die weitläufigen Strassen der Stadt, auf der Suche nach ihrer Art der Zerstreuung und Erholung.

Sie führten ein sehr entspanntes Leben, die beiden erfahrenen Streitsleute, wenn man davon absah das sie alle Monate ausrückten, um ihr Leben in die Waagschale anderer Herren zu werfen, hätte man es als komfortabel bezeichnen können, liessen sie es sich fernab der Heimat doch recht gut gehen, war es doch ein langer, harter Weg an den Punkt an dem sie sich heuer befanden: Einen eigenen, erfolgreichen Gewalthaufen zu führen.

Nachdem sie sich für einige Stunden in einem Freudenhaus vergnügt hatten, entschieden sie sich, weiterzutraben, den betörenden Duft der sündigen Meile noch mit sich ziehend, hin auf den Marktplatz, an dem beinahe an jedem Tag Markt herrschte, und Waren aus aller Herren Länder den Besitzer in den unterschiedlichsten Währungen wechselten.

Doch nicht nur feine Austellungsstücke präsentierte der Markt, oder Nahrung und Rohstoffe, auch einige der bürgerlichen Lokale hatten sie gut im Gedächtnis – schon allein aus der Tatsache das sie diese mit demselben Geldbeutel verliessen, mit dem sie sie betreten hatten.

Dort wussten sie zu speisen und rasch gingen die Stunden ins Land, in Gesellschaft lebte es sich gut, wussten sie, und das wussten sie zu schätzen. Schon von weitem wurden sie durch Kleider und Standesinsignien erkannt, was sie in den Tagen um die Zahlstunde herum zu beliebten Gästen machte.

Sie disputierten viel über die vergangenen Tage, über Ablauf der Schlacht, über die Fehler der anderen Banner, die eigenen Makel und einfach um das Leben selbst. Dies waren Tage, wie sie sie genossen, und weswegen sie das Leben, das sie führten, so schätzten, denn schon in hunderten Städten hatten sie dieses alte Ritual wiederholt, und so gingen sie einher, sich abermals dem Suff zu ergeben.

Der Tag verging, und langsam brach der Abend an, während die beiden sich in eine der Kaschemmen im Hafenviertel der Hauptstadt niedergelassen hatten, unter rauen Leuten, wie sie es gewohnt waren, denn dafür taugten die Tavernen im inneren des Stadtkernes kaum – nicht zuletzt wegen der Sperrstunde die seine Erlaucht erließ.

Die Nacht zog herein und trunken verabschiedeten sich die beiden gemeinsam aus der geselligen Suffrunde, um ihren Weg zurück in das Söldnerviertel zu finden, dem sie, mehr wankend als schreitend entgegengingen.

Plötzlicher Kampfeslärm aber ließ sie schlagartig nüchtern werden. Um diese Zeit das vertraute Sirren von Stahl und das dumpfe auftreffender Hiebe auf verhiess nichts gutes, wenn es dass denn je tat. Der Kampfeslärm war nach einer Reihe von aufeinanderfolgenden Hieben und dem ebenso dumpfen Auftreffen fleischlicher Leiber auf dem halbschlammenen Grund erstorben, doch eilten sie dennoch an den Ort, die Waffen just aus ihren Schwertscheiden gezogen, dass das Summen der Klingen noch nicht ganz verstummt war.

Was ihre Augen aber dort erblickten, war ihnen ein ungewohntes Bild. Eine Gruppe von Briganten, zu erkennen an ihrem schäbigen Kleidern und ihren Keulenwaffen, hatte sich scheinbar daran versucht, einen alten Mann, wohl auch nicht unbewaffnet, doch umso sehniger vom Körperbau und gebeugt vom Alter, zu überfallen, und dafür den gerechten Preis gezahlt, wie sie zuerst annahmen, doch beinahe ehrfurchterbietend erklang eine Stimme aus der Richtung des Alten, das sie sich wunderten, woher sie stammte, doch es war der Mann selbst, der Sprach, und seine Worte sagten „Sie werden leben…“

So lernten sie Jonathan den Kriegsreisenden kennen.

Verfasst: Sonntag 20. Januar 2008, 19:45
von Arias Lasanar
Sein Schädel wirkte noch immer benommen, der Geschmack der letzten Speise und ebenso des letzten Trunkes lag noch immer auf seier Zunge, und ein elendes Gefühl war es, das ihn begleitete, als er sich zögerlich aus seinem Bett erheben wollte, was nach eingehender Absprache mit sich selbst aufgab und sich langsam wieder in die federnden Kissen zurücklehnte.

Es war eine Schwurreiche Nacht, in der die Beschwörenden Worte aller Klangen, die von so weit her gekommen waren um sich an diesem Ort, in seinem Heim zusammenzuschliessen, als Bund von vielen, vereint unter einem Zeichen. Es war die Nacht der Nächte, so schien es ihm, und vielerlei Wahrheiten wurden heuer auf den Weg gegeben, vielerlei Dinge, die dem Altmeister gefallen hätten, wurden hier bezeugt.

Er erinnerte sich, wie sie sich um den Stein, der ihre Maßregeln trug, versammelten und gemeinsam mit der Hand ihres Schwertarmes beschworen:

"Kein Bund aus Fleisch wollen wir sein, kein Bund von Brüdern, Söhne des Krieges und als Wölfe der Schlachten schlagen mit unseren Fngen unsere Beute, wie immer sie sich bietet!

Doch einen Bund bilden wir, der nicht von Blut und nicht vom Eid genährt wird - Brüder des Stahls, Bundesleute der Kriegerischen Handwerke sind wir, vereint unter Schwertern, Vereint durch den Weg, den uns die Mutter des Schicksals aufgetragen hat.

Wir bilden den Bund der Schwerter, nicht zu brechen noch durch Hieb noch Spruch, soll uns dies verbinden von heuer bis an den Tag an dem die Herzen in unserer Brust nicht mehr schlagen, wollen wir doch bis auf die andere Seite den Weg finden, den uns der Altmeister offenbarte, dem wir beschreiten wollen, Seite an Seite, auf dem Weg in die Vollkommenheit durch Einheit, der Einheit durch Vollkommenheit.

Im Kriege, im Frieden, in Stahl und im Blute.
Schwert auf, Bundesbrüder, soll der längste Weg beginnen, den wir nun mit dem ersten Schritt beschreiten!

Stahl auf Stahl, Bund der Schwerter!"


Das waren sie, die Begründer, das war er, der erste unter den Gleichen. Was für ein Buntes Volk hatte er sich zusammengerufen, das sich dort unter seinem Firstbalken sammelte.

Sylvian Karex, sein alter Freund und Weggefährte, den er vor mehr als fünfzehn Jahren auf einem Feldzug gegen marodierende orkische Horden am anderen Ende des Reiches kennen lernte

Kassius, der alte Streiter, der ihn in so vielen Jahren begleitete, dem er wohl aber auch auf dem Schlachtfeld begegnete, nachdem ihre vielen Jahre Dienst in der Wehr zu Bajard endeten.

Goetz Ulfenstein, den der in Talamor aufgegriffen hatte, einem verarmten Ritterssohn, der aber das Feuer des Krieges in seinen Adern trug und es mit der Muttermilch aufgenommen zu haben schien.

Das war sie, die vier die den Bund begründeten, noch zwei weitere mann sollten dazu stossen, die sich der Bundesidee zugetan fühlten. An dieser Stelle sollte der Bund beginnen zu leben und seine Mitglieder in ihm zu wirken beginnen.

Alles andere, was geschehen würde, lag voll und ganz in den Sternen, dessen war er sich sicher, doch er wusste, das er die Dinge maßgeblich beeinflussen würde, das diese Sterne zu ihrer aller Wohl stehen würden.

Verfasst: Donnerstag 24. Januar 2008, 20:08
von Goetz Ulfenstein
Ein neuer Abschnitt im Leben des Götz

Die Hand auf den Stein gelegt hatte er den Eid abgelegt. Einen Eid der nicht nur seine Berufung, nein auch seine Identität war. Seit Götz von einem Zuhause fortzog das ihm nichts mehr bieten konnte wanderte er in der Welt umher auf der Suche nach seiner Bestimmung die er mit Arias Lasanar auch fand. Er ein gestandener Krieger der sich bei den Herren der Welt bereits etabliert hatte, war Götz nur einer von vielen Soldknechten der selbst seine Ausrüstung aus den Überbleibseln geschlagener Feinde zusammenklaubte. Doch war es wohl genau das, weshalb das Interesse Arias' geweckt war. Der junge Doppelsöldner lebte ein Leben auf dem Feld, verbrachte den Sieg damit das Raubrecht einzulösen, wie es die Barden und Minnen besangen. Eine Existenz hart an der Grenze zur Armut kämpfte er auch abseits des Feldes ums Überleben.

Doch jetzt hatte er auch Kameraden. Kameraden die ihm das Gefühl gaben Teil von etwas Bedeutungsvollerem zu sein. Teil einer Gemeinschaft die sich für ein Leben des Stahls entschieden, den Tod durch diesen zu bringen und auch zu empfangen. Teil einer Gemeinschaft von Kämpfern die einen Bund darstellten der Symbol für alle Hunde des Krieges sein sollte.
Und heute ward der Eid gesprochen der sie an ein Leben auf dem Feld bindet.

"Bringt uns Stahl und Krieg, und wir werden unserer Bestimmung folgen. Krieg ist unser Handwerk, grimm und treu wollen wir es beschreiten, auf, ihr Streiter aller Lande!"

Der neue Abschnitt im Leben des Götz Ulfenstein, der sein Lehen und seinen Adelstitel hinter sich gelassen hatte begann mit diesem Tag.

Verfasst: Freitag 25. Januar 2008, 17:22
von Victor Sternfaust
Seit seinem 15 Lebensjahr war Victor nun von Schlachtfeld zu Schlachtfeld geschickt worden, der Krieg hatte ihm die Jugend geraubt, hatte ihn zu nichts anderem als einem Kriegswerkzeug gemacht - eines von vielen.

Wenige Mondläufe hatte er nun den Krieg hinter sich gelassen, fand eine Art 'Frieden' auf Gerimor. Jedoch fehlte ihm etwas - einfach in ein Leben zurückkehren das man nie gehabt hat? - Gar eine Familie gründen und sich in Sicherheit wiegen? - Sich zurücklehnen und den Wohlstand genießen?

Nein, das ging nicht. Tag um Tag verging, irgendwie stetig Ziellos wanderte diese Fleisch gewordende Kriegsmaschinerie über Gerimor, nicht wissend was sie als nächstes tun sollte so nicht durch einen 'glücklichen' Zufall irgendwo ein Kampf ausbrach. Mit vielerlei Dingen versuchte er sich abzulenken, Arbeit, Jagten, Weibern. Das schenkte ihm zwar stetig einen Moment des Friedens, jedoch kehrte die Leere stetig schnell zurück.

Still saß Victor an seinem Schreibtisch, grübelnd den Kopf auf den Händen gestützt als es an seiner Tür klopfte. Gemächlich erhob sich der Krieger mit den Worten "Ich komme ja schon!" die Tür wurde geöffnet - Ein Bote - er streckte ihm einen Brief entgegen, ein paar Münzen bekam er für seine Dienste ehe er wieder abdrehte, die Türen hinter Victor schlossen sich wieder und mit dem Brief in der Hand ließ er sich auf den Stuhl zurück fallen.

Neugierig wanderten die funkelnd grünen Augen über den Umschlag, dann auf das Siegel, das Siegel des Hauses Lasanar. Mit einem kurzen Ruck war das Siegel gebrochen, der Brief wurde aus dem Umschlag gezupft und aufgefaltet. Ja, tatsächlich, ein Brief von Arias, lange kannten sich die Beiden zwar nicht, doch wussten sie was sie stets verbannt - der Krieg.
Eine Einladung wart es also - zu einem Abendessen - es gab etwas zu bereden. Selbst wenn die Worte nicht wichtig sein würden, ein gutes Mahl sollte man sich niemals entgehen lassen - den Brief beiseite legend hängte der Krieger wieder den Kopf auf die Hände gebettet.

Die Tage vergingen und der Abend zu dem er geladen war kam, wie üblich schlicht gekleidet machte Victor sich auf den Weg nach Berchgard - den Weg war er schon oft gegangen doch diesmal wart das Ziel das prächtige Haus am Wasserfall und nicht der wie ihn die Bürger nannten 'Unheilsberg' oder das 'Hügelgrab'. Vor der Tür angelangt zögerte er nicht lange und klopfte an, der Geruch von herrlich duftendem Fleisch stieg ihm bereits in die Nase und lies ihm das Wasser im Munde zusammen laufen - es war klar - da drinnen gab es Kriegernahrung!

Die Tür öffnete sich, Arias stand vor ihm, ein freundlicher Gruss dann folgte eine einladende Geste ins Haus. Sie betraten das Esszimmer am grossen Steintisch saßen bereits einige Männer - einen davon kannte er bereits, es war Kassius. Doch auch wenn er die anderen nicht kannte so genügte ein kurzer Blick um festzustellen das an diesem Tisch nur Männer saßen die in ihrem Leben kaum etwas anderes getan hatten als Schlachten zu gewinnen. So nahm auch Victor in der Runde platz, es folgte eine kurze Vorstellungsrunde, das übliche geplauder folgte dann wurde schließlich das Hauptthema des Abends angeschlagen. Gespannt lauschten die Ohren den Worten Arias - einen Bund sollte es geben - einen Bund aus Schwerter oder vielmehr aus Mannen deren Körper ansich das Schwert waren das ihren Feind zerschmetterte und zum erzittern brachte.

Die Gespräche verliefen gut, man wart sich einig und so versammelte man sich um den Stein, die Hände darauf ablegend schwur man den Eid - Waffenbrüder auf Ewig!