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Vermesse dich die Pforten aufzureißen...

Verfasst: Donnerstag 10. Januar 2008, 00:43
von Darius Zerphos
Vermesse dich die Pforten aufzureißen...

Ja, kehre nur der holden Erdensonne
Entschlossen deinen Rücken zu!
Vermesse dich die Pforten aufzureißen,
Vor denen jeder gern vorüberschleicht.

[Goethe – Faust I]




„Nun so wirst du sicher auch wissen durch wessen Hand Korow letztlich fiel?“
Er wusste es nicht und so hatte er diese Bildungslücke spätestens bis zum nächsten Treffen mit seinem Bruder zu schließen.


Endlich sein erster Auftrag für den Orden. Es war nichts Besonderes, nur eine Information, die leicht zu beschaffen sein sollte. Trotzdem war er voller Elan. Zu selten war er in den letzten Tagen bei seinen Brüdern und Schwestern gewesen. So sah er diese Aufgabe als willkommene Möglichkeit etwas Sinnvolles für den Orden zu tun. Dass die Information nicht neu sein würde und somit keinen großen Nutzen hat, tat seinem Elan keinen Abbruch.
Ob dies eine Prüfung seiner Leistungsbereitschaft oder eine sonstige Probe sein sollte, ob diese Aufgabe einen Nutzen habe oder ob sie nur dazu diente ihn zu beschäftigen, all das wollte er gar nicht wissen. Er sah die Aufgabe als ersten Schritt auf dem Weg zu mehr Wissen und damit zu mehr Macht. Voller Eifer wollte er den Weg nun bestreiten.

Nachdem sein Ordensbruder die Taverne verlassen hatte, wartete er nicht lange und verließ sie ebenso. Gedanklich schon auf dem Weg nach Bajard -wo er diese Information bekommen sollte- warf er seinen Blick gen Himmel. Die Nacht hatte eben erst begonnen. Wenn er sich nun auf den Weg machen würde, dann würde er noch in dieser Nacht das kleine Fischerdorf erreichen. Zu einer solchen Zeit würde er sicherlich keinen Einlass finden und nur unnötig auffallen. Er beschloss noch etwas zu Ruhen.

Die Wache am Tor zur Oberstadt musterte den jungen Mann skeptisch in der Dunkelheit. Vor ihr stand ein klein geratener Mann von zwanzig Sommern. Hager und wenig muskulös. Seine Hände waren beinahe knochig, unter seiner blassen Haut bildeten seine Adern sichtbare Erhöhungen. Dazu war er noch völlig unscheinbar gekleidet. Wie Darius es gewohnt war, öffnete die Wache nach eingehender Betrachtung und Nennung des Losungswortes zögerlich das Tor.

Im Turm angekommen, kleidete er sich um, ehe er völlig in schwarz gekleidet durch das das Portal schritt. An der Burg angekommen zeichnete er mit seinem Zeigefinger geschwungen eine Rune auf die Tür, die sich wie von Geisterhand öffnete. Ruhig schritt er durch die schwarzen Hallen. Seine Schritte hallten dumpf an den hohen schwarzen Wänden wieder. Er ging die Treppe hinab. Nur noch wenige Schritte über die völlig schwarzen Fliesen und er stand in seinem Zimmer.
Zielsicher ging Darius zur Matratze in der weniger eingerichteten Hälfte seines Zimmers.
Kurz schweifte sein Blick durch das Zimmer. Alles so wie er es hinterlassen hatte. Was hätte sich auch verändert haben sollen? In einer der Ecken des Zimmers befand sich ein langer Tisch an der Wand, nur wenige Stühle davor, drei wenig gefüllte Regale und unter jeder einzelnen Kerzen stand eine Bank, damit er jene Kerzen gut entzünden und auch wieder löschen konnte. Kurz spielte er mit dem Gedanken die Kerzen zu löschen, die das Zimmer in ein schummriges Licht tauchten. Jedoch verwarf er den Gedanken schnell. Er streifte seine schwarze Kleidung ab, legte sie sorgsam zusammen, ließ sich auf die Matratze fallen und zog die Decke über sich. Es dauerte nur wenige Augenblicke und er schlief bereits.

Hätte man an diesen entlegenen Ort eine Glocke hören können, man hätte nur wenige Schläge vernehmen können, ehe Darius wieder aus seinem Schlaf erwachte. Es dämmerte noch nicht einmal. Die Kerzen waren ausgebrannt. In der Dunkelheit war nicht mehr zu erkennen, als die Silhouette eines Regals, welches sich von den schwarzen Boden, Wänden und der schwarzen Decke abhob.
Im Dunkel tastete er nach seiner Kleidung, die mit der Dunkelheit verschmolzen schien. Etwas länger als üblich tastete er nach ihr, ehe er sie erfühlte und sich überstreifte.
Er ging wenige Schritte, ehe er seine flache Hand an die Tür legte und zielsicher zum Griff führte. Als er die Tür öffnete kiff er kurz die Augen zusammen. Vor seiner Tür von der Wand warf eine Fackel flackerndes Licht in sein Gesicht. Es war nur ein mattes Licht, doch der Kontrast zu dem Dunkel seiner Kammer reichte aus um ihn für einen Augenblick die Augen verschließen zu lassen. Leise zog er die Tür hinter sich zu und verließ die Burg, so leise es ging, um seine Brüder und Schwestern nicht zu wecken.

Zurück durch das Portal zog er wieder unauffälligere Kleidung an. Ohne viel nach zu denken, machte er sich auf den Weg in Richtung Stadttor. Quer durch die Stadt, während es zu dämmern begann.
In Rahal war es ruhig, nur vereinzelte Menschen liefen durch die Gassen. Umso verwunderter war er, als er am Stadttor beinahe mit einem Boten zusammen stieß und dieser auch noch eine Nachricht für ihn hatte. Für das Anliegen, welches der Bote ihm übermittelte hatte er jetzt keine Zeit. Besonders, da in dem Augenblick eine Kutsche aus dem Nebel gefahren kam. Darius gab eine knappe Antwort, wartete ungeduldig, bis die Leute aus der Kutsche ausgestiegen waren und warf dem Kutscher einen kleinen Beutel mit klimpernden Goldmünzen zu. Viel mehr Überzeugungsarbeit war nicht nötig, damit die Kutsche sich auf den Weg nach Bajard machte.

Ein paar Minuten schaute er aus dem Fenster, wie im Nebel erst die Höfe und dann die ersten Bäume am Wegesrand vorbeizogen. Dann zog er die Gardine vor das Fenster und versuchte noch etwas zu schlafen. Dies gelang ihm auch recht gut, bis die Kutsche durch eine tiefe Pfütze fuhr und ihn aus dem Schlaf riss. Der Rest der Fahrt verlief ereignislos.

Obwohl er aus einem kleinem Dorf stammte, fühlte er sich in Rahal immer wohler, als in Bajard. Auch wenn ihm eine große Stadt fremd war und er noch ab und an Probleme hatte, sich dort zurecht zu finden. Nun stand er vor Bajard und setzte sein freundlichstes Lächeln auf. Einmal atmete er tief durch, ehe er das Dorf betrat. Es roch wie immer nach Fisch und die Wege waren matschig. Ein paar Möwen kreisten kreischend über den Booten, die am Hafen an- oder ablegten. In dem Augenblick kam ihm der Gedanke, dass er eine ruhige Schifffahrt hätte machen können, anstelle der Kutschfahrt mit Schlaglöchern und Pfützen. Sein Ärger darüber hielt sich nur kurz, bis er plötzlich und unerwartet vor einem Schild „De Lopasz - aus aller Welt - Bücher, Rezepte, Schriftrollen“ stand.
Langsam schob er die Tür auf. Die Bibliothek hatte bereits geöffnet. Er blickte sich noch einmal um. Die Morgensonne hatte das Dorf in ein Orange getaucht. Er trat ein. Den unverkennbaren Geruch einer Bibliothek sog er gierig ein. Der wunderbare Geruch von alten Pergamenten, Leder und Staub von Generationen füllte diese kleine hölzerne Hütte.

Sein Blick schweifte über einen Buchrücken nach dem Nächsten. Ein Buch nach dem Anderen zog er hinaus, blätterte interessiert, überflog einzelne Seiten, doch kein Buch schien ihm die eine Antwort zu geben, nach der er gierte. Viele interessante Werke schob er wieder zurück in die Schränke. Einige mit Staub bedeckt, andere schienen wenige Tage zuvor zuletzt gelesen worden zu sein.
Es gefiel ihm dort, ohne Frage. Doch hatte er keine Zeit jene Bücher zu lesen, bevor er den Namen den er suchte, nicht gefunden hatte.

Gegen Mittag betonte sein Magen mit Nachdruck, dass er den ganzen Tag noch nichts gegessen oder getrunken hatte. Seufzend schob er das Buch in das Regal zurück und verließ die Bibliothek um am Hafen einen frischen, gebratenen Fisch zu essen. Dazu trank er etwas Wasser aus seinem Wasserschlauch und blickte in die Ferne der See. Dem Rauschen des Meeres und dem Schreien der Vögel lauschte er und genoss die frische Seeluft. Dabei schweiften seine Gedanken ziellos, bis sie abrupt ein Ende fanden.
Seine Gedanken fanden wieder zum vorherigen Abend und der rhetorischen Frage, die er verneinen musste. „Nun so wirst du sicher auch wissen durch wessen Hand Korow letztlich fiel?“
Mit einem schnellen Schütteln des Kopfes vertrieb er alle störenden Gedanken und es verging keine Minute, bis er wieder in der Bibliothek stand.
Wieder zog er ein Buch nach dem Nächsten hervor, überflog es, las ein paar Seiten oder gar nichts und schob die Bücher vorsichtig, achtlos, mit Desinteresse, Neugierde, Ehrfurcht, Kopfschütteln oder sogar Interesse zurück, doch immer war die Enttäuschung dabei. Ein Buch beschrieb dies Geschichte Varunas, ein anderes die der Triellmagier, weitere Bücher behandelten beide Themen oder viele anderen Themen. Doch in Jedem fehlte das entscheide Kapitel. Der entscheidende Satz. Das entscheidende Wort. Der entscheide Name.

Der Abend hatte schon begonnen. Darius wollte ursprünglich zum späten Nachmittag bereits mit seiner Suche fertig sein. Er sah an den endlos wirkenden Bücherreihen entlang. Wieder und wieder zog er Bücher hervor und stellte sie zurück, bis etwas seinen Blick fing. Ein Buch schien zu fehlen, das war nichts außergewöhnliches, aber die nebenstehenden Bücher kippten nicht. Er ging näher und betrachtete das Phänomen. Ein Buch wurde gut und gerne fünf Fingerbreiten nach hinten geschoben, so dass es weder ohne Mühe greifbar, noch sichtbar war. Die Nachbarbücher wurden schnell herausgezogen und Darius zog das versteckte Buch hervor. „Die Arkorither“ hieß es. Er musste schmunzeln, als er einen von vielen Bänden über Temora sah. Er legte das Buch beiseite und schob den Temoraband etwas nach hinten. Das Buch war eigentlich zu dick um nicht aufzufallen aber die Geste zählt, dachte er sich. Er nahm das Buch über die Arkorither auf und setzte sich an einen der Tische.

Das Buch war dünner, als die Meisten anderen, dunkel eingeschlagen, aber trotzdem recht ansehnlich verziert. Er begann zu lesen. Neugierig verschlang er eine Seite nach der Anderen. Das Buch neigte sich zum Ende und als Darius schon gar nicht mehr damit rechnete, las er den Namen:
„Cherom“

[img]http://www.onlineexchange.de/alathair/Cherom.jpg[/img]

Erleichtert lächelte er auf und reckte sich etwas. Einen Augenblick lang gönnte er es sich den Blick ziellos umher schweifen zu lassen, dann las er die verbleibenden Seiten des Buches.

Zufrieden, aber sichtlich erschöpft reckte er sich und stellte das Buch gut sichtbar in das Regal zürück. „Cherom“ wiederholte er noch einmal für sich, ehe er aus der kleinen Hütte trat. Die Nacht war angebrochen, er blickte verwundert zurück. Niemand hatte ihn hinausgeworfen. Hätte er letzte Nacht ebenso lesen können?

Gähnend setzte er sich langsam in Bewegung in Richtung Kutsche, sich dabei die Hand vor den Mund haltend. Er wendete seinen Blick zum wolkenfreien Himmel und betrachtete die Sterne. Der Dunkle Himmel erinnerte ihn an sein Zimmer mit der schwarzen Decke. Nun dachte er an seine Matratze und beschleunigte seinen Gang zur Kutsche.
In dem Augenblick, als er die Kutsche erreicht hatte und unter seinen Umhang griff, um ein paar Münzen hervor zu holen, erinnerte er sich wieder an den Boten, den er am Morgen getroffen hatte. Jemand wollte ihn noch sprechen. Seufzend zog er seine Hand ohne Inhalt wieder unter dem Mantel hervor und nicht nur der Kutscher war enttäuscht, dass die Fahrt nach Rahal verschoben werden sollte.

„Etwas essen könnte ich auch mal wieder.“, dachte er sich, ehe er sich zu Fuß auf den Weg machte...

Verfasst: Dienstag 12. Februar 2008, 20:34
von Darius Zerphos
„Ich frage mich, ob du in der Lage bist sie zu entzünden.“
Es waren die Worte der Elegida und wenige Schritte vor Darius stand eine Kerze in Mitten des Pentakels aus Blut.

Der erste Unterricht lag bereits hinter ihm. In der letzten Unterrichtsstunde fiel er wohl hauptsächlich negativ auf, nicht als Einziger, aber immerhin. Die roten Striemen aus dem Vertiefungskurs zum 'Verhalten im Orden' zierten noch immer seine Hände und Unterarme. Dies war für ihn eine Gelegenheit sich zu profilieren.
Er richtete sein Augenmerk auf die Kerze und seine Gedanken auf das Lied Eluives. Tatsächlich hörte er es gleich und begann das Lied zu formen. Um die Kerze herum verzogen sich die Töne. Die Klänge verzerrten sich kakophonisch und erinnerten kaum noch an die ursprüngliche Melodie des Liedes. Die Verzerrung verdichtete sich um dem Docht der Kerze, bis Darius plötzlich die Gewalt über das Lied verlor. Auf einen Schlag glättete sich das Lied wieder in die ursprünglichen harmonischen Klänge.
Seine Enttäuschung konnte er nur schwer verbergen, aber er versuchte es erneut. Wieder verzerrte sich das Lied und die Verzerrungen zogen sich um die Kerze zusammen und wieder versuchte das Lied sich zu glätten. Dieses Mal konzentrierte Darius sich und er ließ sich die Verzerrung weiter um den Docht zusammen ziehen.
Es folgte ein krampfhaftes Verzerren und Komprimieren des Liedes um das Ende des Dochtes. Eine kleine Flamme flackerte dort plötzlich aus dem Nichts auf und ruckartig glätten sich die Klänge in die wohlklingende Ursprungsform.
Erschöpft atmete Darius tief aus, während die Flamme sich am Docht entlang fraß und zu einer ansehnlichen Größe heranwuchs.
„Du wirst daran üben müssen Darius, bis es dir nicht mehr schwer fällt“

Gücklicherweise traf er Magus Linari am Abend im Aufenthaltsraum und konnte ihn befragen, wie man seine Gabe schneller und wirksamer einsetzen kann.
Durch Übung oder Meditation sollte man die Gabe verstärken können, sagte er. Zur Meditation bräuchte man einen Ort, wo die Einflüsse der Natur einen nicht stören.

Darius wusste welcher Ort diese Ruhe barg. Seine Kammer. Die schwarzen Maurn mochten einen Schritt breit sein. Kein Fenster ließ störende Geräusche, Eindrücke oder gar unnötiges Licht zu. Spärlich eingerichtet gab es auch nur Wenig, was seine Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte.
Er ließ sich auf seiner Matratze nieder, legte seine Hände im Schoß zusammen und lauschte den Klängen Elives Liedes. Mit seinen Gedanken begann er dem Lied zu folgen, hier und da verzerrte er einen einzelnen Ton und lauschte den veränderten Klängen. Mit Freuden stellte er fest, dass die Melodie des Liedes um ihn herum nicht mehr wohlklingend war.
Er lehnte sich zurück und während sie Klänge sich wieder glätteten, ließ er den Blick schweifen. Er sah eine der Kerzen und die Bank unter ihr. Er wusste gleich, was er zu tun hatte. Er zog die Flamme von der Kerze. Die Dunkelheit nahm sofort wieder mehr Raum in Anspruch. Einen Augenblick verharrte er, die Dunkelheit hatte etwas Anziehendes. Beinahe hätte er die Kerze erloschen gelassen, aber er besann sich auf den Sinn der Übung und ließ eine Flamme an der Kerze wieder aufflackern.
Er verbrachte einige Zeit mit dem Entzünden und Löschen der Kerze und bald bereitete es ihm keine Schwierigkeiten mehr.

Nachdem die nächste Unterrichtsstunde über Elementarmagie beendet war nahm Magus Linari Schwester Tarja und ihn mit auf den Balkon der Burg.
Sie sollten einen Feuerball formen. Darius war zuerst an der Reihe. Ohne viele Probleme ließ er einen Feuerball neben sich entstehen. Das Ergebnis war jedoch höchst bescheiden, der Feuerball war nicht größer, als ein Hühnerei.

„Greif mich an!“

Die Worte des Magiers überraschten ihn, ließen ihn jedoch nicht lange zögern. Der Feuerball flog langsam los, besser gesagt schlich er los, er erreichte vielleicht Schrittgeschwindigkeit. Dieses Resultat stellte weder ihn noch den Magier zufrieden und so hatte er es erneut zu versuchen. Ernüchtert ließ er die Schultern sinken. Ungeachtet dessen entstand an seiner Seite abermals ein Feuerball, welcher den Vorherigen allerdings nicht um viel übertraf.

In diesen Augenblick kam ihn erste Leitgedanke Alatars in den Sinn und die dadurch resultierende erste Aufgabe eines jeden Gläubigen. Aus Schmach und Schmerz seinen Zorn zu sammeln und diesen gezielt im richtigen Augenblick zu entladen.
Es bedurfte nur eines kurzen Gedanken um seinen Zorn zu wecken. Das wusste er. Er dachte zurück an längst vergangene Tage. Trotz der Zeit die seit jenen Tagen vergangen war, spürte er, wie der Zorn in ihm aufstieg. Mit seinem Zorn wuchs die Feuerkugel und Flammen loderten nun kräftig auf. Diesmal zog der Feuerball einen Feuerschweif hinter sich her, als er auf dem Magus zuflog.
Er hätte damit rechnen müssen, aber er tat es nicht! Der Feuerball flog eine Kurve um Lucan und steuerte zurück auf Darius zu. Überrascht wich er zu spät aus und der Feuerball traf ihn an der Schulter.
Glücklicherweise verschwanden die Flamen sofort und richteten keinen nennenswerten Schaden an, was wohl auch dem Magus Linari zu verdanken war. Trotz allem war Darius mit dem Erfolg zufrieden. Nur die Notwendigkeit des zweiten Versuches trübte sein Wohlgefühl. Auch dieses musste er in den nächsten Tagen weiter üben.

Schon am nächsten Morgen wurde er gezwungen, seine Pläne wieder zu verwerfen. Isabella überreichte ihm in der Bibliothek einen Brief von der Elegida des Ordens.
Er sollte Nachforschungen zum Thema Kampfmagie anstellen, welche Waffen ihnen gefährlich werden könnten und wie man dem entgegen wirken könnte. In zwei Wochen sollte er seine Ausarbeitung den anderen Ordensmitgliedern vortragen.

Endlich eine neue Aufgabe! Eine Aufgabe mit Nutzen für den Orden. Trotz aller Motivation machte er die ersten Tage keine Fortschritte. Es viel ihm schwer einen Einstieg in das Thema zu finden.
Wie sollte er das Thema eingrenzen? Schließlich ist das Thema sehr komplex. Man könnte darüber stundenlang, wenn nicht tagelang reden und es würde noch immer neue Details geben, die man erwähnen könnte. Eine jede Waffe könnte einem Magier gefährlich werden, worauf sollte er das beziehen? Und wie sollte er beginnen?
Die Tage strichen ins Land und Darius besuchte eine Bibliothek nach der Nächsten, und seine Ausarbeitung bekam langsam die ersten Eckpunkte. In Bajard, auf dem Weg zu Bibliothek strich sein Blick desinteressiert über ein paar Aushänge. Plötzlich fing etwas seinen Blick. „Grundkurs für alle Krieger “ hieß es dort. Die Akademie zu Schwert und Kunst wollte einen Kurs abhalten, der die Grundlagen der Kampfkunst erläutert. Sofort schickte Darius einen Boten nach Lameriast, dass er an dem Unterricht teilhaben wollte. War dies doch eine willkommene Möglichkeit einige wichtige Informationen zu bekommen und dabei zusätzlich die ihm unbekannte Insel kennen zu lernen.

Der Unterrichtsverlauf in der Akademie erschreckte ihn. Er verlief konträr zu dem was er kannte. Es wurden jedem Zuhörer Getränke gereicht. Was für eine überflüssige Ablenkung von dem Unterrichtsstoff! Man sollte doch diszipliniert genug sein, einer Stunde zu folgen, ohne etwas trinken zu müssen. Hinter ihm tuschelte man während der Stunde. Einige erdreisteten sich sogar, etwas zum Essen aus zu packen. Es schien nicht einmal jemanden zu stören, wenn man dem Vortragenden ins Wort fiel. Eine derartige Häufung von Fehlverhalten und Disziplinlosigkeit waren ihm unerklärlich. Wie konnte man jemanden auf diese Art und Weise effektiv ausbilden? Aber was ging ihn das auch an? Sollten diese Leute doch ihren Nachwuchs ausbilden, wie sie wollten. Er dachte an seine beinahe verblassten Striemen der Peitschenhiebe unter seinen Handschuhen. In dem Orden herrschte noch Ordnung! Das war alles was zählt. Sollte der Rest der Welt doch verweichlichen. Sie würden schon sehen, was sie davon hätten.
Der Unterricht war eher durchwachsen für seine Zwecke. Wie zu erwarten und wie befürchtet, war der Unterrichtsstoff sehr auf Krieger zugeschnitten. Umgang mit Waffen, Waffenarten und -pflege sowie die Deckung hinter einem Schild waren für ihn völlig irrelevant. Die verschiedenen Metalle, mögliche Legierungen und deren Eigenschaften waren interessant, halfen ihm aber ebenso wenig für seine Ausarbeitung. Auf den Kampf gegen „begabte Gegner“ wurde gar nicht eingegangen und wie ein Krieger gegen verschiedene Kreaturen in den Höhlen am besten vorgeht, war mal wieder belanglos für Darius.
Der Abend wurde für Darius nur dadurch gerettet, dass der Vortragende, ein Herr Wynther, anbot im Anschluss noch einige Fragen zu beantworten. Zu seiner Überraschung leerte sich das Haus schnell und außer ihm hatte nur ein weiterer Herr Fragen. Geduldig ließ er Ihn seine Fragen stellen und wieder leerte sich das Haus, nachdem der Herr seine Antworten bekommen hatte.
Nun war er mit dem Ausbilder der Akademie alleine und konnte sich endlich darüber informieren, wie ein Krieger einem magisch begabten Gegner begegnet, oder besser begegnen sollte. Bereitwillig gab der Herr die Informationen und Darius musste nur wenige Male nach harken, ehe er wusste, wie ein Krieger gegen ihn und seine Geschwister vorgehen würde.
Nun war es an ihm, herauszufinden, wie man dem Vorbeugen beziehungsweise sich dagegen wehren konnte.

Die große Schwäche eines Magiers, lag wohl im Nahkampf. Einen großen Fortschritt zur „Behebung“ dieses Problems brachte die dritte Unterrichtsstunde. Verwandlungsmagie war das Thema und mit dieser war es möglich die Schwäche im Nahkampf zu vermindern.
Ein Gespräch im Anschluss an den Unterricht, mit seinen Geschwistern Tarja und Darian, brachte ihm weitere Denkanstöße und einige gute Ansätze zur Ordnung der Themen seines Referates.
Auch die folgende Unterrichtsstunde brachte ihn weiter. Beschwörungsmagie war dieses Mal das Thema. Auch Beschwörungen konnten im Kampf hilfreich sein. Beschwörte Diener- oder Sklavenkreaturen hielten den Gegner aus dem Nahkampf mit dem Magier fern.
Dies beides sollte sein Referat zweckmäßig ergänzen und er machte sich daran mit diesen Informationen seinen Vortrag abschließend vorzubereiten. Schon bald sollte er ihn halten.

Erleichtert atmete er aus. Er hatte seinen Vortrag gehalten, Rede und Antwort gestanden und soeben hatten die höherrangigen Ordensmitglieder die Bibliothek verlasen.
Sein Vortrag war nicht perfekt, aber im Großen und Ganzen war er damit zufrieden, auch wenn es einige Nachfragen und Ergänzungen gab.
In den folgenden Tagen hielten seine Geschwister ihre Vorträge. Die Lehre des Symbole und vor allem die Verankerung der Symbole in dem Lied Eluives weckten sein Interesse.
Bei Zeiten musste er unbedingt weitere Inforamtionen darüber einholen, aber nun galt es sich auf die anstehende Prüfung vor zu bereiten...

Verfasst: Sonntag 9. März 2008, 12:22
von Darius Zerphos
Erleichtert stand Darius in der großen Halle und blickte mit Stolz auf seinen neuen Magierstab. Hatte er doch kurz zuvor mit Schwester Tarja die Folgen eines Scheiterns in der Prüfung diskutiert. Sie wussten Beide nicht genau, was passieren würde, aber sie waren sich einig, dass es unerfreulich werden würde, sollte einer die Prüfung nicht bestehen.
Noch immer haftete sein Blick auf dem Stab. Alle Gedanken über das Scheitern waren ihm nun fern. Nicht, dass er zuvor große Sorgen gehabt hätte, in der Prüfung zu versagen, aber dennoch wirkte es befreiend. Es war ein weiterer Schritt. Zwar nur ein einziger Schritt unter vielen, aber dafür ein Großer. Ein großer Schritt auf seinem Weg. Auf dem Weg zu mehr Macht.

Als der junge Adeptus langsam den Weg in sein Zimmer antrat bemerkte er zum ersten Mal etwas, was ihm schon bald sehr vertraut sein sollte. Das dumpfe Geräusch, welches an den hohen Wänden wiederhallte, wenn er seinen schwarzen Stab beim gehen neben sich absetzte. Beim Gehen hielt er inne und betrachtete seinen Stab abermals. Schwarz war er, ja, schwarz alleine war jedoch eine grobe Untertreibung. Er war pechschwarz - wie die Nacht - wie die Schatten - schwarz wie die Arkorither. So verwunderte es auch nicht, dass ganz Oben über allen einigen anderen Runen die Großrune des Arkoritherordens sauber eingearbeitet wurde. Matt war der Stab und es schien, als wollte er jegliches Licht, welches auf ihn traf verschlingen und nie wieder hergeben.

Eine bestandene Prüfung war kein Grund sich zurück zu lehnen und die Maestra machte genau jenes schon am nächsten Abend deutlich. Sein körperlicher Zustand war schlichtweg unzureichend. Obwohl seit seinem Eintritt in den Orden einige Zeit vergangen war und er sich nun regelmäßig ernährte, war er noch immer sehr mager und kaum muskulös. Das hatte er abzustellen.
Am nächsten Tag wurde Magus Linari beauftragt, sich mit körpertrainierenden Stunden Darius zu widmen.
Als erstes durfte Darius fünf Runden um die Burg laufen um seine Kondition und den Muskelaufbau in den Beinen zu trainieren. Anschließend - ohne ernsthaft Zeit zum Luft holen zu haben - hatte er sich dem Magister im Faustkampf zu stellen. Der Kampf zog sich einige Minuten hin und endete damit, dass Darius niedergeschlagen im Schnee landete. Der Magier ging - Nasenbluten, blaue Flecken und ein paar kleinere Platzwunden blieben zurück. Er zerrieb sich eine Hand voller Schnee im Gesicht zur Linderung der Schwellung und Schmerzen. Wie Schwester Tarja richtig bemerkte, machte das Ausheilen mit magischer Hilfe keine Probleme. Am folgenden Morgen würde er keine erkennbaren Verletzungen mehr haben.
Dieses Training hatte er fortan täglich zu wiederholen.

Doch wieder überreichte die Bibliothekarin Isabella eine neue Aufgabe, welche seinen Trainingsplan erschwerte. Er hatte eine Exkursion zu den Eisschlangen vor zu bereiten. Ziel sollte es sein, die Eisschlange den anderen Ordensmitgliedern nahe zu bringen und sich auf eine Beschwörung vor zu bereiten.
Sofort machte er sich auf den Weg nach Fuarchtero um auf halber Strecke fest stellen zu müssen, dass kein Schiff in jenen Tagen zu dieser Insel fuhr. Bevor sein Unmut sich darüber entladen konnte und einem Kapitän das Leben gekostet hätte, wurde das Reiseziel verlegt. Auf Lameriast sollte es eine Höhle geben, in der jene Schlangen lebten und so machte er sich auf die Reise nach Lameriast.
Nachdem ein Einwohner sich bereit erklärte Darius die Insel zu zeigen, konnte er in Erfahrung bringen, wo sich jene Höhle befinden sollte. Trotz Einbruch der Nacht machte Darius sich gleich auf den Weg zu der besagten Höhle.
Der Pfad war bereits mit Leichen gesäumt, als er sich zu der Höhle begab. Auch im Inneren fand er mehr Tot als Leben.
Ein Skelett machte sich gerade an einer der Leichen zu schaffen, als Darius es erblickte. Sollte ein einzelnes Skelett für all diese Leichen verantwortlich gewesen sein? Bevor er lange darüber nachdenken konnte manifestierte sich sein Stab in der Hand. Bevor er einen Angriff beginnen konnte hob das Skelett abwehrend seine Arme. Er hielt inne. Er ließ sich dazu bringen sich kurzzeitig um zu drehen. War dies ein Fehler? Jeden Augenblick erwartete er einen Angriff in seinen Rücken. Stattdessen erklang eine Stimme. Er könne sich wieder umdrehen.
Anstelle des Skelettes stand dort nun eine Frau, vermummt und wie sich herausstellen sollte diente sie dem Raben. Erst als sie beschlossen Politik und Religion außen vor zu lassen, war an eine Zusammenarbeit zu denken. Alles Weitere war schnell ausgehandelt, so die Dienerin des Richters ihn zu den Eisschlangen führte, könnte sie im Gegenzug über die Seelen und die Beute verfügen. Die Jagt war ein gutes Stück Arbeit und Darius ging dabei sogar für einen Augenblick zu Boden. Wenige Stunden später standen sie in einer frostigen Höhle. Ein gutes halbes Duzend imposanter Eisschlangen, jede für sich an die fünf Schritt lang, kroch dort durch den Schnee. Die ersten wurden erlegt und genau untersucht, von den weiteren Schlangen versuchte er sich das Klangbild einzuprägen, ehe die Beiden sie Kra'thor übergaben.
Während nun doch eine Diskusion über den Glauben entstand, kamen weitere Schlangen herbeigekrochen und sie entschlossen sich die Höhle zu verlassen und möglicherweise ein anderes Mal weiter zu diskutieren. Als sie wieder an die Oberfläche Alathairs kamen, tauchte die Morgendämmerung ganz Alathair in ein Orange. Sie verabschiedeten sich und Darius machte sich müde und erschöpft auf die Rückreise nach Rahal.

Glücklicherweise konnte Darius auf der Überfahrt noch etwas schlafen, denn in Rahal angekommen galt es das Gesehene mit seinen Geschwistern zu besprechen, zu erweitern und auch jene hatten Themen, die sie bearbeitet hatten und auch jene mussten besprochen werden. Des weiteren stand sein tägliches Training noch aus.
Zu seiner Überraschung erfuhr er noch von einer weiteren Ordensschwester, die sowohl ihm als auch seinen Geschwistern bisher unbekannt war. Auf seinen Brief antwortete sie nicht und so harkte er sie als verschollen ab.
Mit Schwester Tarja konnte er glücklicherweise seine Gedanken austauschen. Sie konnte ihm viele nützliche und ergänzende Informationen geben. Über Schlangen schien sie sehr gut informiert und so war der Austausch höchst fruchtbar. Das war jedoch nicht zufriedenstellend, unter der Betrachtungsweise, dass er auch mit dem Bruder Darian keinen Termin finden konnte. Die Maestra fand im Anschuss an die Arbeiten auch die passenden Worte um jenen Mangel deutlichst zu betonen.
Das nächste Mal müsste die Zusammenarbeit besser verlaufen!

Der Tag seiner Exkursion war gekommen. Zu seiner Überraschung erschien die verschollen geglaubte Schwester sowohl zu dem vorher angesetzten Unterricht, als auch zu der Exkursion der Eishöhle und -schlangen. Zwischen Unterricht und Exkursion hatten die Adepten nur wenig Zeit ein paar Worte zu wechseln und so konnte Darius sich kein genaues Bild von der Schwester zu machen. Besonders offen und gesprächig schien sie jedoch nicht.

In den weiteren Tagen folgten Besprechungen mit Tarja und Darian über deren Themen, während Darius sich mit einer Grippe plagte. Die Vorträge der Beiden füllten zwei weitere Abendstunden und seine Grippe schien ihn entlich nicht länger Plagen zu wollen.
In diesen Tagen hatte er einen Abend Zeit um in die Taverne zu gehen und seinem noch etwas kratzigen Hals eine Tasse voller Tee zu gönnen. Schon bald hatte er seine Tasse geleert und verließ die Taverne wieder, um keine Zeit nutzlos zu vergeuden.
Soeben hatte er die Taverne verlassen, als ihm eine überraschende Begegnung widerfuhr: Eine Dienerin des Raben - Die selbe Dienerin, wie er in den Höhlen traf, wie sich schnell herausstellte. Sie beschlossen Ihre Unterhaltung weiter zu führen. Darius schlug die Hafentaverne als geeigneten Ort vor. Nicht, dass er an seinem Glauben gezweifelt hätte, er wäre der gewesen, der den richtigen Glauben verteidigt hätte, aber ihm war gar nicht danach über den Glauben zu streiten. Eher galt es Neues zu erfahren und eine andere Sichtweise der Dinge kann sehr interessant sein. Unwissenheit kann ein unkalkulierbares Risiko sein.

Es war ein einfaches Beispiel, welches seine Aufmerksamkeit sofort auf sich zog:
„Wenn ich euch töten würde... rein hypothetisch... würde als Glubiger des Panthers Eure Seele nach Nileth Azur eingehen.“
War dem wirklich so? Schließlich hatte er seine Seele bei dem Aufnahmeritual dem Orden - der Maestra überschrieben. Sicher, er lebte für das- und in dem Diesseits. Auch bereute er die Entscheidung nicht im Geringsten. War es ihm doch im Gegenzug möglich die Macht zu erlangen, von der er immer träumte.
Die Fragen blieben: Was geschah mit seiner Seele? Und was hat es mit dem 'Schwarzen Buch' genau auf sich? - Diese Fragen konnten gefährlich sein, zu gefährlich um offen Nachforschungen zu betreiben. Andererseits waren sie auch zu interessant um sie zu verwerfen. Er würde sie aufschieben, bis sich eine bessere Gelegenheit ergab. Zuvor galt es viele andere Fragen zu klären - viele wichtigere Fragen.
Trotz des Aufschiebens kam er nicht darum herum Weiteres über die Seele zu erfragen. Welcher Teil seiner Selbst war Bestandteil der Seele? Welchen Teil würde ein Gläubiger in Nileth Azur noch haben, wenn nur die Seele allein sich auf den Weg macht? Was blieb jemanden, der von seiner Seele getrennt wurde?
Dieses Themengebiet führte zu einer interessanten Diskussion, in der beide Seiten wohl Neues erfuhren und führte wieder bis spät in die Nacht. Ein Ende fand sie erst durch die fortschreitende Müdigkeit. Sie beide wollten das Gesagte überdenken, ehe sie die Debatte weiterführten. Wieder eine Trennung, doch ob es ein weiteres Treffen geben würde? Nur Alatar selbst konnte es wissen.

Zurück auf der Burg sollte Darius schon eine neue Aufgabe erwarten...

Verfasst: Montag 24. März 2008, 00:43
von Darius Zerphos
Die Bibliothekarin vermisste ein Buch über Sokurtheq in 'Ihrer' Bibliothek. Jenes hatten Darius und die anderen Adepti zu schreiben.

Keiner der Adepti wusste etwas über jenes Wesen. Lediglich einige Spekulationen konnten angestellt werden.
Den ersten Anhaltspunkt bekamen sie, als Darius zu der Elegida gerufen wurde. Auch Darian war anwesend, sie erhielten von der Elegida den Hinweis in der Krypta Rahals zu suchen.
An einem der folgenden Abende machten sich Darian und Darius auf den Weg in die Krypta. Schwester Tarja und Magus Linari stoßen kurze Zeit später dazu. Sie fanden einige Bücher in den hohen Hallen und einige Hinweise auf Sokurtheq, aber keine Fakten, die ein Buch gefüllt hätten.

Die Adepti beschlossen weiterführende Informationen zu suchen und sich dann erneut zu Treffen. Schwester Tarja übernahm die Koordination und als endlich ein Termin gefunden war und wohl alle anderen zu dem Treffen begaben, war Darius leider spontan verhindert.
Dafür hatte er einen Termin im Tempel und Vicarus Devertare erklärte sich bereit für ihn in der Bibliothek des Tempels nach brauchbaren Informationen zu suchen.
Schon bald erreichte ein Brief von dem Vikarus die Burg der Arkorither und lieferte Darius endlich die Fakten, derer es Bedarf um überhaupt daran denken zu können, ein Buch zu schreiben.
Bei Zeiten musste er sich unbedingt bei dem Vikarus erkenntlich zeigen, aber zuerst galt es die Aufgabe zu erfüllen.

Es galt ein erneutes Treffen ein zu berufen und Darius schickte Briefe an die anderen Adepti, es fand sich glücklicher Weise schnell ein Termin, doch erhielt er von Schwester Kelaino wieder mal keine Rückmeldung und auch zu dem Treffen erschien sie nicht. Jedoch erschien der Magus Linari an ihrer Stelle.
Etwas verwundert war Darius schon, dass der Magus die Arbeit der Adepti immer betrachtete. Auch wenn es ihn nicht verwunderte, dass man sie im Blick behalten wollte und ihre Arbeit kontrollierte. Aber es war immer nur jener Magus und er nahm wirklich sehr oft an den Arbeiten der Adepten teil.
Der Inhalt des Briefes war schnell geteilt und die Gruppe machte sich auf den erneuten Weg in die Krypta, die Neuigkeiten zu überprüfen, zu erweitern und mit deren Hilfe Weiteres zu erfahren.
Der kleine 'Ausflug' erwies sich als höchst lehr- und erfolgreich. Ungeachtet des Erfolges bei der Informationsbeschaffung, mussten sie bald feststellen, dass sich in einer Höhle das Gesehene nur schlecht besprechen ließ. Immer wieder kamen neue Orks angelaufen und unterbrachen einen der Arkorither mitten in ihrem Satz. Daher machten sie sich auf den Weg auf die Burg um das Gesehene dort weiter zu vertiefen.

Eine Weile sammelten sie die Punkte, die in das Buch Einzug halten sollten. Darius sollte das Buch schreiben und es den anderen zur Kontrolle geben, erst nachdem sie alle mit dem Inhalt zufrieden waren, sollte es gebunden und in die Bibliothek gebracht werden.
Und so geschah es. Darius schreib das Buch nieder und ließ das Manuskript seinen beiden Geschwistern zukommen. Einige Dinge wurde leicht verändert, ehe er das Manuskript zurück bekam.
Sauber machte er eine Abschrift und ließ jene in unscheinbares Leder schlagen., ehe er es in der Bibliothek in eine Lücke im Regal schob.

Darius verließ die Burg um noch etwas Pergament zu kaufen. Er wollte sich noch eine Abschrift von dem Manuskript machen, möglicherweise könnte er eines Tages ein derartiges Buch benötigen. Soeben hatte er die Oberstadt verlassen, und betrat die Bank um noch auf die Schnelle ein paar alte Pergamentreste zu entsorgen, als er ein 'He Ihr' vernahm. Hinter ihm stand tatsächlich ein Mitglied der Garde und 'bat' ihn seine Maske und Kaputze ab zu nehmen!
Der Herr forderte Darius auf ihm zu folgen, als er sich weigerte jener Forderung nach zu kommen. Ein kurzer Kontrollblick auf seinen Handschuh: Er konnte es kaum glauben, er trug doch offensichtlich die Farben des Ordens. Völlig in Schwarz gehüllt, nur ein kleiner Schlitz zwischen Kapuze und Maske ließ seinen Augen die Möglichkeit des Sehens.
Er machte sich nun auf den Weg jenem Herren zu folgen, der Ihm weder seinen Namen nennen noch einen Vorwurf äußern wollte.
Der Herr führte ihn in das Gebäude der Wache und bat ihn tatsächlich in eine der Zellen. Darius kam dieser Forderung ohne Widerstand nach, war er sich doch sicher, dass die Wache einen Fehler machte und nicht er. So hätte auch die Wache die Konsequenzen zu tragen. Des weiteren war er neugierig, wie weit die Wache gehen würde.
Er sollte es sofort erfahren: Nun wurden seine Waffen gefordert! Nach einigem Hin- und Her übergab er sie. Beinahe fand er das ganze belustigend. Der einzige Wermutstropfen war, dass das Mitglied der Garde ihn trotz mehrfachen Versprechungen und trotz seiner 'Kooperation' ihn seinen Namen nicht nannte. Aber was hatte er erwartet, er wäre genauso verfahren. Darius würde schon herausfinden, wie jener Herr hieß und damit über wen er sich beschweren müsste, davon war er überzeugt.
Als Nächstes würde von Ihm gefordert, sich zu demaskieren. Er weigerte sich dieses Mal die 'Bitte' zu erfüllen und jene Wache verschwand mit den Worten „schöner Abend noch“.

Nun galt es zu warten, der Augenblick würde kommen, an dem jener Herr es bereuen sollte. Darius blieb aufrecht in der Zelle stehen und verschränkte die Hände hinter dem Rücken.
Es verging etwas Zeit, ehe ein Gardist die Wache betrat. Jener schien die Gesetze der heiligen Stadt zu kennen und wollte Darius aus seiner Zelle lasen. Als wie aus dem Nichts die übereifrige Wache angelaufen kam und sich vor das Tor stellte um den Gardisten daran zu hindern, ihn zu entlassen. Er forderte mit der Freilassung zu warten, bis die Kommandantin eintrifft.
„Ich würde auch gerne warten, so ich dafür im Falle eines Missverständnisses jenen Herren persönlich etwas belehren dürfte...“ stimmte Darius zu. Leider konnte man es ihm ohne die Kommandantin nicht versprechen und so galt es zu warten.
Nach einiger Zeit kam eine Ritterin und Darius wurde aus seinem Gemach- und die Wache aus dem Dienst entlassen. Vor dem Haus der Garde traf man die Kommandantin. Man begegnete ihm wieder freundlich, nicht mehr wie ein Verbrecher. Man übergab ihm seine Habe und Darius erfuhr endlich den gesuchten Namen: Marius Metago.
Die Kommandantin versicherte ihm, dass jener Herr nicht länger in der Garde diente und dass er ihn belehren dürfe, so er ihn in die Finger bekäme. Sie versprach auch ihn zu übergeben, so er der Garde über den Weg laufen sollte. In einem Stück – als Entschädigung.
Das Angebot fand Darius akzeptabel, dabei konnte die Wache Ihre Effizienz unter Beweis stellen. Er war gespannt.

Kurze Zeit später trennten ihre deren Wege. Schnell war Darius eins mit dem Dunkel und das dumpfe Geräusch seines Stabes beim Aufsetzen verklang bald in der Ferne.