Lys'Xaera
Verfasst: Sonntag 6. Januar 2008, 02:04
............... und so begann ein Leben und ihres endete ...............
Die Haare hingen ihr in Strähnen in das vor kaltem Schweiß nasse Gesicht. Ermattet lag sie, nur halbherzig mit einem leichten Überwurf zugedeckt da, das rege Treiben um sie herum nahm sie kaum wahr.
Doch der Trubel konzentrierte sich nicht auf sie, sondern auf ihr Werk.
............... hohe Ziele und niedere Anfänge ...............
Es war nun einige Jahre her…. Sie ließ die Gedanken schweifen…. In einer kalten Winternacht, entsann sie sich. Sie wurde damals geradewegs aus der Küche geschickt, um einer Gruppe Neuankömmlinge zu Diensten zu sein.
Obgleich sie eigentlich eine Ausbildung als Schneiderin genoss, wurde sie doch immer wieder aushilfsweise in die Küche verwiesen. Ihr war es gleich, ob sie nun ihre Aufgaben am Herd oder mit der Nadel verrichtete. Ein Tag war wie der andere, und sie gab sich damit zufrieden, ihr Tageswerk vollbracht zu haben. Ein Tag ohne Fehler war ein guter Tag…..
Doch dieser eisige Abend sollte alles ändern.
In einer dunklen Ecke stand sie, stets bereit, verlangte Getränke sofort zu bringen, jeden Wunsch der Gäste sogleich und umgehend zu erfüllen.
Denn diese Mischung aus Letharen und hoch gewachsener, starker und breitschultriger Menschen dort am Tisch war etwas besonderes, das spürte sie instinktiv.
Nicht, dass sie jemals erlebt hätte, dass Menschen zu einer bedeutsamen Versammlung geladen wurden.
„…kann nicht weiter geduldet werden, wir müssen gemeinsam….“
Was war das? Lys horchte auf. Strengstens verboten war es ihr, nicht ein Wort sollte sie vernehmen. Doch was ging hier vor sich? Kaum merklich neigte sie den Kopf zur Seite.
Sie wollte wissen, worüber die Männer sprachen. Die Situation schien ihr ungewöhnlich genug, ihre Neugierde vor sich selbst zu rechtfertigen.
„... versuchen bereits seit Monaten unzählige Schmiede nach Rahal zu holen, die Waffenkammern sind leer, es ist an der Zeit etwas zu tun.“
Einer der Letharfen richtete sich nun in seinem Stuhl auf, sie musterte ihn interessiert, denn es war einer, vor dem stets alle kuschten. Nur aus der Ferne hatte sie ihn bislang gesehen, doch es war eindeutig – er musste der Ranghöchste am Tisch sein.
Als er nun sprach zuckte Lys unwillkürlich zusammen. Seine leise Stimme übertönte jedes Geräusch, zugleich ein Flüstern als auch eine herrische Rede, ungleich kleiner als die Menschen am Tisch, schmaler und im Gegensatz zu ihnen wirkte er beinahe schwächlich, und doch bemerkte Lys überrascht, dass jedes Murmeln am Tische sofort erstarb als er nun anhub zu sprechen.
„Nun gut. Wir stimmen darin überein, dass die Gefahr besteht, dass Alatars Macht nachlässt.
Je mehr das Lied der Falschen und Uneinigen gestärkt wird. Und es schmerzt mich, zu vernehmen, dass Eure Beobachtungen dahingehend solch niederschmetterndes Ergebnis bringen.....“
Lys verstand nicht recht, was vor sich ging. Mit Mühe hatte sie dem Gespräch bisher folgen können. Sie wurde zwar in der Gemeinsprache ausgebildet, denn immer wieder einmal kam es vor, dass eine von ihnen geschickt wurde, um Waren zu verhandeln, aber dennoch viel es ihr schwer, das Gespräch der Männer zu verstehen.
Ihr Gedanken schweiften ab. Sicherlich war es nichts neues, was sie da vernommen hatte.
Stets wurde überall gejammert, dass die Letharen zeitgleich mit Alatar, dem höchsten, dem Panther der seine Pranke über alles hielt, geschwächt würde.
Aber das war doch nur haltloses Gewäsch, Lys war sich sicher, dass Alatar als mächtigster und höchster Gott bestehen bleiben würde bis an aller Zeiten Ende.
Und mit ihm würden auch die Letharen wieder aufsteigen zu einem Volk, das über alle herrschen würde.
Doch halt – sie lehnte sich gegen die Wand, drückte sich noch weiter in die Ecke.
Etwas stimmte nicht.
Angestrengt versuchte sie, zu kombinieren, was sie vernommen hatte, dem Gespräch lauschte sie schon gar nicht mehr.
Wenn die Menschen davon sprachen, aufzurüsten, und die Letharen einträchtig mit ihnen am Tisch saßen und über Machtverlust und die erneuten Stärkung Alatars sprachen…..
Nein, das konnte nicht sein. Rüsteten sich etwa Letharen gemeinsam mit den menschlichen Anhängern Alatars?
Langsam und mit kaum wahrnehmbaren Bewegungen schlich sich Lys an der Wand entlang.
Sie musste mehr hören. Niemals würde sie hinnehmen, dass ihre Vorstellung von Alatars Macht durch wenige Sätze vernichtet wurde. Sie musste sich davon überzeugen.
Doch plötzlich kam Leben in die zuvor beinahe regungslose aber dennoch beständig debattierende Runde am Tisch.
Lys kauerte sich neben ein Tischchen mit Speisen und Getränken. Wütend presste sie die Fäuste gegen den Mund um vor Enttäuschung nicht laut aufzukeuchen.
„Gut, so sei es also. Wir werden Truppen zusammenstellen, unsere Krieger schulen und dafür sorgen, dass alles, was wir an Waffen entbehren können, an Euch weitergelangt. Im Gegenzug werdet ihr wie besprochen Weitere Krieger ausbilden, speziell auch für den Nahkampf und das lautlose Spionieren und Morden.“
Der Letharf stand mit vor der Brust verschränkten Armen vor ihm und sah zu ihm auf. Lys lief ein eiskalter Schauer den Rücken hinauf. Jedem der Männer war klar, dass man sich diesem Letharfen nicht in den Weg stellen durfte. Alles, was er ausstrahlte, war Selbstsicherheit, Kraft und Macht.
............... Im Winter reifen nur die Pläne ...............
Anstrengend war es gewesen, zu viel musste aufgeräumt, geputzt und versorgt werden, und alle Lethrixare hatten zu helfen, und doch wurde bis in die frühesten Morgenstunden geschuftet.
Und nun lag Lys unter ihren Decken und fand trotz der übermächtigen Müdigkeit keinen Schlaf.
Kurz ehe sie aus dem Versammlungsraum gehuscht war, hatte sie noch einige Sätze der Letharfen aufgefangen. Schon morgen sollten einige von ihnen nach den fähigsten unter den Letharen suchen, um sie auszubilden.
Und sie erinnerte sich auch daran, was der Menschenmann gesagt hatte… die Letharen sollten Spione und Meuchelmörder stellen. Individuen, die sich darauf verstehen, schnell, lautlos und ungesehen ihr tödliches Werk zu verrichten.
Und nur zu bewusst war ihr, dass gerade diese Aufgabe gerne an eine Lethra übertragen wurde.
Fieberhaft dachte sie nach. Es konnte, nein, es durfte einfach nicht sein, dass Alatars Macht schwand. Er hatte die Letharen erschaffen, er war ihr Vater, ihr Beschützer. Er hatte aus diesem nichtswürdigen Volk der Elfen eines erschaffen, dass über allen anderen stand.
Ein jeder von ihnen hatte die Pflicht, das alles zu bewahren.
Und so festigte sich nach und nach der Plan in Lys, der als wager Gedanke am Abend seinen Anfang nahm…...
............... Von Anbeginn und Zeitenwende ...............
Und nun war es endlich so weit. Die Erschöpfung wich nur langsam von Lys, aber je mehr ihr bewusst wurde, dass sie nun ihrem Ziel zum greifen nahe war, desto rascher kehrten die Lebensgeister in sie zurück.
Beinahe 32 Mondläufe war es nun her. Sie erinnerte sich noch an die Unruhe, die alle Letharen in den Tagen nach dieser nächtlichen Zusammenkunft von Menschen und Letharen ergriffen hatte. Ann allen Ecken und Enden schien es, als wehe ein aufrischender Wind, der alle zu noch mehr Arbeit anspornte.
Eine kurze Ansprache hatte die meisten von der Lage grob informiert, wer nicht zugehört hatte, wusste es bald darauf von anderen, doch nur Lys wusste, dass es um mehr ging als nur darum, dem gesamtem Volke zu einem Aufschwung zu verhelfen.
Auch sie war am Abend mit dabei, als es darum ging, fähige Letharen zu erwählen, die ihr Handwerk nun aufgeben sollten um in der Waffenkunst geübt zu werden.
Die dazu bestimmten Letharfen unterzogen jeden Einzelnen einer Prüfung. Es wurde nach Geschicklichkeit und Beweglichkeit gesehen, nach bisherigen Krankheiten gefragt, und ab und zu wurde ein augenscheinlich geeigneter zu einem Grüppchen geschickt.
Sie erkannte dort einen Schmied, den sie seit ihren frühesten Tagen kannte, er war ein eifriger und hart arbeitender Letharf, aber das Schmiedehandwerk lag ihm überhaupt nicht…
Ja, natürlich dachte Lys bei sich, sie werden sicherlich nicht die fähigsten Handwerker abziehen, die werden schließlich auch dringend gebraucht….
Und schon war sie an der Reihe…….
Sie Zog ihre Decke bis ans Kinn hoch und versuchte nun wenigstens einen kurzen Blick zu erhaschen.
Aus der Reaktion der Anwesenden jedoch schloss sie, dass sie ihre Sache gut gemacht hatte.
Schon vor Monaten hatte eine alte Heilerin ihr zuversichtlich gesagt, es würde schon alles nach ihren Vorstellungen laufen. Doch Lys hatte Angst. Was, wenn nicht? Sie war seit jener Nacht wie besessen davon, an dem Ziel Alatar auf die Weise mitzuwirken.
Sie war als eine von zwei Lethra ausgewählt worden. Alle anderen mochten zwar die körperlichen Vorraussetzungen gegeben sein, doch fehlte den meisten der Wille und die innere Kraft, eine solche Ausbildung zu bestehen, so hatte sie aus einem Gespräch mehrerer Letharfen vernommen.
Noch spät in der Nacht, alle ausgewählten Letharen saßen seit Stunden wartend und ohne genaueres erfahren zu haben in einem Raum, wurde einer nach dem anderen in ein Zimmer gerufen.
Durch die Tür erhaschte Lys einen raschen Blick auf den Letharf, der dort am Tische saß und wohl eine Art Vernehmung durchführte.
Er war es, der das Abkommen in der Nacht zuvor mit dem Menschenmann geschlossen hatte.
Wohl erst jetzt wurde Lys entgültig bewusst, wie wichtig und unaufschiebbar das Unterfangen der Menschen und Letharen war.
Einige Wenige wurden auch jetzt noch aussortiert. Und nun wurde ihr angedeutet, den Raum zu betreten.
Den Kopf selbstsicher erhoben schritt sie auf den Tisch zu. Sollte sie sich setzen? Nein, mit Sicherheit nicht. Lieber stehen bleiben. Bloß keine Unsicherheit anmerken lassen.
Rasch den Blick senken.
Das wäre beinahe schief gegangen.
Hin und her gerissen zwischen dem Gedanken Kraft zu zeigen und der erlernten Unterwürfigkeit stand sie vor ihm.
„Das ist die letzte?“ Die Frage galt dem Letharfen, der sie herein geführt hatte.
„ja, keine weitere Lethra“ bestätigte dieser.
Sein Blick verfinsterte sich, doch erhob er sich nun und musterte sie während er einmal um sie herum schritt.
„Du hast alle Prüfungen und Übungen mit Erfolg gemeistert…“
Wieder war sich Lys unschlüssig, ob sie antworten solle. Sie entschloss sich, zu schweigen. Klang es doch auch eher wie eine Feststellung als eine Frage.
Und wieder wandte er sich an den anderen Letharfen .
„Taugt ihr Kind etwas?“
„Mein Kind?“ Lys blickte ihn nun entgeistert an. „Aber ich habe doch gar kein…“
Mit einem lauten Klatschen landete die Hand des Letharfen in ihrem Gesicht.
„SCHWEIG!“ herrschte er sie an und stieß sie zur Seite.
„Sie hat noch kein Kind geboren?“ wieder richtete sich die Frage a den anderen.
„Nein, hat sie noch nicht, doch keine der Anderen taugte etwas…“ kam vom jenem, der nun geduckt in unterwürfiger Haltung stand.
Und das war nun die Bedingung gewesen. Trotz ihrer Schwäche fühlte Lys Stolz in sich aufsteigen. Sie war von allen als die Fähigste ausgewählt worden. Ihr geistigen und Körperlichen Stärken hatten sie hervorgehoben.
Und jener Letharf, der nun auch in ihrer Kammer stand, hatte sie nicht ziehen lassen wollen.
Damals war es für Lys einen Moment schwer gewesen, alles über sich ergehen zu lassen, doch hatte sie ihr großes Ziel stets vor Augen.
Er hatte von ihr verlangt, ihm einen würdigen Nachfolger zu gebären. Dann würde sie ihre Ausbildung zur Lethraxiae beginnen dürfen.
Und nur ein knappes Nicken ohne jegliche Regung in seinem Gesicht schenkte er ihr nun als Zusage, ehe er den Raum verließ.
Die Haare hingen ihr in Strähnen in das vor kaltem Schweiß nasse Gesicht. Ermattet lag sie, nur halbherzig mit einem leichten Überwurf zugedeckt da, das rege Treiben um sie herum nahm sie kaum wahr.
Doch der Trubel konzentrierte sich nicht auf sie, sondern auf ihr Werk.
............... hohe Ziele und niedere Anfänge ...............
Es war nun einige Jahre her…. Sie ließ die Gedanken schweifen…. In einer kalten Winternacht, entsann sie sich. Sie wurde damals geradewegs aus der Küche geschickt, um einer Gruppe Neuankömmlinge zu Diensten zu sein.
Obgleich sie eigentlich eine Ausbildung als Schneiderin genoss, wurde sie doch immer wieder aushilfsweise in die Küche verwiesen. Ihr war es gleich, ob sie nun ihre Aufgaben am Herd oder mit der Nadel verrichtete. Ein Tag war wie der andere, und sie gab sich damit zufrieden, ihr Tageswerk vollbracht zu haben. Ein Tag ohne Fehler war ein guter Tag…..
Doch dieser eisige Abend sollte alles ändern.
In einer dunklen Ecke stand sie, stets bereit, verlangte Getränke sofort zu bringen, jeden Wunsch der Gäste sogleich und umgehend zu erfüllen.
Denn diese Mischung aus Letharen und hoch gewachsener, starker und breitschultriger Menschen dort am Tisch war etwas besonderes, das spürte sie instinktiv.
Nicht, dass sie jemals erlebt hätte, dass Menschen zu einer bedeutsamen Versammlung geladen wurden.
„…kann nicht weiter geduldet werden, wir müssen gemeinsam….“
Was war das? Lys horchte auf. Strengstens verboten war es ihr, nicht ein Wort sollte sie vernehmen. Doch was ging hier vor sich? Kaum merklich neigte sie den Kopf zur Seite.
Sie wollte wissen, worüber die Männer sprachen. Die Situation schien ihr ungewöhnlich genug, ihre Neugierde vor sich selbst zu rechtfertigen.
„... versuchen bereits seit Monaten unzählige Schmiede nach Rahal zu holen, die Waffenkammern sind leer, es ist an der Zeit etwas zu tun.“
Einer der Letharfen richtete sich nun in seinem Stuhl auf, sie musterte ihn interessiert, denn es war einer, vor dem stets alle kuschten. Nur aus der Ferne hatte sie ihn bislang gesehen, doch es war eindeutig – er musste der Ranghöchste am Tisch sein.
Als er nun sprach zuckte Lys unwillkürlich zusammen. Seine leise Stimme übertönte jedes Geräusch, zugleich ein Flüstern als auch eine herrische Rede, ungleich kleiner als die Menschen am Tisch, schmaler und im Gegensatz zu ihnen wirkte er beinahe schwächlich, und doch bemerkte Lys überrascht, dass jedes Murmeln am Tische sofort erstarb als er nun anhub zu sprechen.
„Nun gut. Wir stimmen darin überein, dass die Gefahr besteht, dass Alatars Macht nachlässt.
Je mehr das Lied der Falschen und Uneinigen gestärkt wird. Und es schmerzt mich, zu vernehmen, dass Eure Beobachtungen dahingehend solch niederschmetterndes Ergebnis bringen.....“
Lys verstand nicht recht, was vor sich ging. Mit Mühe hatte sie dem Gespräch bisher folgen können. Sie wurde zwar in der Gemeinsprache ausgebildet, denn immer wieder einmal kam es vor, dass eine von ihnen geschickt wurde, um Waren zu verhandeln, aber dennoch viel es ihr schwer, das Gespräch der Männer zu verstehen.
Ihr Gedanken schweiften ab. Sicherlich war es nichts neues, was sie da vernommen hatte.
Stets wurde überall gejammert, dass die Letharen zeitgleich mit Alatar, dem höchsten, dem Panther der seine Pranke über alles hielt, geschwächt würde.
Aber das war doch nur haltloses Gewäsch, Lys war sich sicher, dass Alatar als mächtigster und höchster Gott bestehen bleiben würde bis an aller Zeiten Ende.
Und mit ihm würden auch die Letharen wieder aufsteigen zu einem Volk, das über alle herrschen würde.
Doch halt – sie lehnte sich gegen die Wand, drückte sich noch weiter in die Ecke.
Etwas stimmte nicht.
Angestrengt versuchte sie, zu kombinieren, was sie vernommen hatte, dem Gespräch lauschte sie schon gar nicht mehr.
Wenn die Menschen davon sprachen, aufzurüsten, und die Letharen einträchtig mit ihnen am Tisch saßen und über Machtverlust und die erneuten Stärkung Alatars sprachen…..
Nein, das konnte nicht sein. Rüsteten sich etwa Letharen gemeinsam mit den menschlichen Anhängern Alatars?
Langsam und mit kaum wahrnehmbaren Bewegungen schlich sich Lys an der Wand entlang.
Sie musste mehr hören. Niemals würde sie hinnehmen, dass ihre Vorstellung von Alatars Macht durch wenige Sätze vernichtet wurde. Sie musste sich davon überzeugen.
Doch plötzlich kam Leben in die zuvor beinahe regungslose aber dennoch beständig debattierende Runde am Tisch.
Lys kauerte sich neben ein Tischchen mit Speisen und Getränken. Wütend presste sie die Fäuste gegen den Mund um vor Enttäuschung nicht laut aufzukeuchen.
„Gut, so sei es also. Wir werden Truppen zusammenstellen, unsere Krieger schulen und dafür sorgen, dass alles, was wir an Waffen entbehren können, an Euch weitergelangt. Im Gegenzug werdet ihr wie besprochen Weitere Krieger ausbilden, speziell auch für den Nahkampf und das lautlose Spionieren und Morden.“
Der Letharf stand mit vor der Brust verschränkten Armen vor ihm und sah zu ihm auf. Lys lief ein eiskalter Schauer den Rücken hinauf. Jedem der Männer war klar, dass man sich diesem Letharfen nicht in den Weg stellen durfte. Alles, was er ausstrahlte, war Selbstsicherheit, Kraft und Macht.
............... Im Winter reifen nur die Pläne ...............
Anstrengend war es gewesen, zu viel musste aufgeräumt, geputzt und versorgt werden, und alle Lethrixare hatten zu helfen, und doch wurde bis in die frühesten Morgenstunden geschuftet.
Und nun lag Lys unter ihren Decken und fand trotz der übermächtigen Müdigkeit keinen Schlaf.
Kurz ehe sie aus dem Versammlungsraum gehuscht war, hatte sie noch einige Sätze der Letharfen aufgefangen. Schon morgen sollten einige von ihnen nach den fähigsten unter den Letharen suchen, um sie auszubilden.
Und sie erinnerte sich auch daran, was der Menschenmann gesagt hatte… die Letharen sollten Spione und Meuchelmörder stellen. Individuen, die sich darauf verstehen, schnell, lautlos und ungesehen ihr tödliches Werk zu verrichten.
Und nur zu bewusst war ihr, dass gerade diese Aufgabe gerne an eine Lethra übertragen wurde.
Fieberhaft dachte sie nach. Es konnte, nein, es durfte einfach nicht sein, dass Alatars Macht schwand. Er hatte die Letharen erschaffen, er war ihr Vater, ihr Beschützer. Er hatte aus diesem nichtswürdigen Volk der Elfen eines erschaffen, dass über allen anderen stand.
Ein jeder von ihnen hatte die Pflicht, das alles zu bewahren.
Und so festigte sich nach und nach der Plan in Lys, der als wager Gedanke am Abend seinen Anfang nahm…...
............... Von Anbeginn und Zeitenwende ...............
Und nun war es endlich so weit. Die Erschöpfung wich nur langsam von Lys, aber je mehr ihr bewusst wurde, dass sie nun ihrem Ziel zum greifen nahe war, desto rascher kehrten die Lebensgeister in sie zurück.
Beinahe 32 Mondläufe war es nun her. Sie erinnerte sich noch an die Unruhe, die alle Letharen in den Tagen nach dieser nächtlichen Zusammenkunft von Menschen und Letharen ergriffen hatte. Ann allen Ecken und Enden schien es, als wehe ein aufrischender Wind, der alle zu noch mehr Arbeit anspornte.
Eine kurze Ansprache hatte die meisten von der Lage grob informiert, wer nicht zugehört hatte, wusste es bald darauf von anderen, doch nur Lys wusste, dass es um mehr ging als nur darum, dem gesamtem Volke zu einem Aufschwung zu verhelfen.
Auch sie war am Abend mit dabei, als es darum ging, fähige Letharen zu erwählen, die ihr Handwerk nun aufgeben sollten um in der Waffenkunst geübt zu werden.
Die dazu bestimmten Letharfen unterzogen jeden Einzelnen einer Prüfung. Es wurde nach Geschicklichkeit und Beweglichkeit gesehen, nach bisherigen Krankheiten gefragt, und ab und zu wurde ein augenscheinlich geeigneter zu einem Grüppchen geschickt.
Sie erkannte dort einen Schmied, den sie seit ihren frühesten Tagen kannte, er war ein eifriger und hart arbeitender Letharf, aber das Schmiedehandwerk lag ihm überhaupt nicht…
Ja, natürlich dachte Lys bei sich, sie werden sicherlich nicht die fähigsten Handwerker abziehen, die werden schließlich auch dringend gebraucht….
Und schon war sie an der Reihe…….
Sie Zog ihre Decke bis ans Kinn hoch und versuchte nun wenigstens einen kurzen Blick zu erhaschen.
Aus der Reaktion der Anwesenden jedoch schloss sie, dass sie ihre Sache gut gemacht hatte.
Schon vor Monaten hatte eine alte Heilerin ihr zuversichtlich gesagt, es würde schon alles nach ihren Vorstellungen laufen. Doch Lys hatte Angst. Was, wenn nicht? Sie war seit jener Nacht wie besessen davon, an dem Ziel Alatar auf die Weise mitzuwirken.
Sie war als eine von zwei Lethra ausgewählt worden. Alle anderen mochten zwar die körperlichen Vorraussetzungen gegeben sein, doch fehlte den meisten der Wille und die innere Kraft, eine solche Ausbildung zu bestehen, so hatte sie aus einem Gespräch mehrerer Letharfen vernommen.
Noch spät in der Nacht, alle ausgewählten Letharen saßen seit Stunden wartend und ohne genaueres erfahren zu haben in einem Raum, wurde einer nach dem anderen in ein Zimmer gerufen.
Durch die Tür erhaschte Lys einen raschen Blick auf den Letharf, der dort am Tische saß und wohl eine Art Vernehmung durchführte.
Er war es, der das Abkommen in der Nacht zuvor mit dem Menschenmann geschlossen hatte.
Wohl erst jetzt wurde Lys entgültig bewusst, wie wichtig und unaufschiebbar das Unterfangen der Menschen und Letharen war.
Einige Wenige wurden auch jetzt noch aussortiert. Und nun wurde ihr angedeutet, den Raum zu betreten.
Den Kopf selbstsicher erhoben schritt sie auf den Tisch zu. Sollte sie sich setzen? Nein, mit Sicherheit nicht. Lieber stehen bleiben. Bloß keine Unsicherheit anmerken lassen.
Rasch den Blick senken.
Das wäre beinahe schief gegangen.
Hin und her gerissen zwischen dem Gedanken Kraft zu zeigen und der erlernten Unterwürfigkeit stand sie vor ihm.
„Das ist die letzte?“ Die Frage galt dem Letharfen, der sie herein geführt hatte.
„ja, keine weitere Lethra“ bestätigte dieser.
Sein Blick verfinsterte sich, doch erhob er sich nun und musterte sie während er einmal um sie herum schritt.
„Du hast alle Prüfungen und Übungen mit Erfolg gemeistert…“
Wieder war sich Lys unschlüssig, ob sie antworten solle. Sie entschloss sich, zu schweigen. Klang es doch auch eher wie eine Feststellung als eine Frage.
Und wieder wandte er sich an den anderen Letharfen .
„Taugt ihr Kind etwas?“
„Mein Kind?“ Lys blickte ihn nun entgeistert an. „Aber ich habe doch gar kein…“
Mit einem lauten Klatschen landete die Hand des Letharfen in ihrem Gesicht.
„SCHWEIG!“ herrschte er sie an und stieß sie zur Seite.
„Sie hat noch kein Kind geboren?“ wieder richtete sich die Frage a den anderen.
„Nein, hat sie noch nicht, doch keine der Anderen taugte etwas…“ kam vom jenem, der nun geduckt in unterwürfiger Haltung stand.
Und das war nun die Bedingung gewesen. Trotz ihrer Schwäche fühlte Lys Stolz in sich aufsteigen. Sie war von allen als die Fähigste ausgewählt worden. Ihr geistigen und Körperlichen Stärken hatten sie hervorgehoben.
Und jener Letharf, der nun auch in ihrer Kammer stand, hatte sie nicht ziehen lassen wollen.
Damals war es für Lys einen Moment schwer gewesen, alles über sich ergehen zu lassen, doch hatte sie ihr großes Ziel stets vor Augen.
Er hatte von ihr verlangt, ihm einen würdigen Nachfolger zu gebären. Dann würde sie ihre Ausbildung zur Lethraxiae beginnen dürfen.
Und nur ein knappes Nicken ohne jegliche Regung in seinem Gesicht schenkte er ihr nun als Zusage, ehe er den Raum verließ.