Gebrochener Schwur, vergessenes Versprechen...
Verfasst: Samstag 29. Dezember 2007, 23:09
Was war ein Versprechen wert, gegeben von unzähligen Gästen?
Was waren Worte der Liebe wert, gesprochen in trauter Zweisamkeit?
Was war ein Schwur wert, gegeben vor zwei Priesterinnen, im Namen der Mutter und Tochter, im Namen Temoras und Eluive, als absolute Einehe geschlossen?
Was war ein Schwur wert, auf immerwährende Liebe und Treue, bis in den Tod hinein?
NICHTS! Es waren nur leere Worte gewesen!
Es war vorbei! Entgültig!
Alle Versuche waren vergebliche Liebesmüh gewesen. Vielleicht hatte sie im Grunde niemals eine wirkliche Chance gehabt.
Nur warum dann überhaupt das alles?
Warum hatte er nicht offen und ehrlich sein können? Und das eigendlich schon seid Wochen und Monden. Vielleicht schon vor der Hochzeit.
Er brauchte seine Freiheiten, was auch immer das für ihn bedeutete. Iljana hatte sich zurück gezogen, seine Arbeit am Hof und im Konvert nahmen ihn sehr in Anspruch und so hatte er wenig Zeit für seine Verlobte, später dann für seine junge Frau. Iljana blieb nichts anderes übrig, als sich damit zu arrangieren. Sie tat alles, damit Yarin es wenigstens Zuhause ruhig und gemütlich hatte, damit er dort entspannen konnten. Aber darauf legte er wohl überhaupt keinen Wert. Denn immer weniger Zeit verbrachte er Zuhause, kaum mal eine Nacht verbrachte er an der Seite seiner Frau. Nur hin und wieder war sie wohl gut genug, seiner Begierde nachzugeben und sie verbrachten eine leidenschaftliche Nacht miteinander.
Schon als sie sich kennenlernten, war es offensichtlich, dass Yarin gerne mit anderen Frauen flirtete. Es hatte sie immer gestört, aber sie hatte gelernt, damit zu leben. Schließlich vertraute sie ihm. Aber wenn sie jetzt so darüber nachdachte ....
Schon immer hatte sie ihn sehr oft mit anderen Frau angetroffen, auf dem Marktplatz im trauten Gespräch einmal eine Schneiderin, unzählige Male mit ständig wechselnden Frauen in der Taverne.
Finja Stenfjort ... sie war wohl eine Lehrerin gewesen, genau noch erinnere sie sich an eine Begebenheit in der Taverne wo sie in geselliger Runde zusammen saßen. Wie die Dame rot anlief, als Yarin sich neben sie setze ... war es das schlechte Wissen, was sie plagte, befand sie selber sich doch in einer festen Beziehung und wusste zudem noch von Iljana?
Seodra, eine junge Magierin fiel ihr ein. Yarin hatte sie durch Iljana kennengelernt und die junge Magierin himmelte ihren Gatten offensichtlich an. An eine Begebenheit erinnerte sie sich noch genau. Sie waren zur Jagd verabredet gewesen und Iljana hatte sich etwas verspätet. Als Iljana den Unheilsberg betrat und dort auf Yarin traf, sah sie die junge Magierin zunächst nicht sofort, sie war wohl einige Schritte voraus, doch als Seodra dann Iljana erblickte, zog sie sich sofort offensichtlich beleidigt und vor sich hin murmelnd zurück. Iljana konnte ihr nur verdutzt nachschauen, so schnell war sie weg. Yarin hatte sich dann wohl noch öfters mit Seodra getroffen. Allerdings selbst das verleugnete er vor ihr.
Erst vor einigen Wochen war es dann offensichtlich, dass er etwas mit einer anderen Frau gehabt hatte. Der große Knutchfleck an seinem Hals sagte alles.
Nein! Er würde diese Frau noch nicht lange kennen, hätte sie nur das eine Mal getroffen und sie direkt mit in die Waldhütte .... ihrem gemeinsamen Zufluchtsort ... mitgenommen und sich dort mit ihr vergnügt.
Nein! Sie hätten sich nur geküsst, mehr wäre nicht passiert. Dieser Knutschfleck aber sprach eine andere Sprache und es fiel ihr sichtlich schwer, ihm dieses zu glauben.
Iljana glaubte nicht mehr an Zufälle, dafür war es einfach zu offensichtlich.
Und doch hatte sie letztlich seinen Worte geglaubt, dass er sie liebte und bei ihr bleiben wollte. Das er bereute, was geschehen sei und er sich eine zweite Chance wünschte ... es waren nur leere Worte gewesen, Lügen gar. Schließlich war es doch so bequem eine Frau zuhause zu haben, die das Haus einrichtete und sauber hielt, die für den Bau eines Kellers sorgte, in dem er in Ruhe arbeiten konnte.
Die nächste jetzt war wohl die Frau von letztens aus der Taverne ... Videra Askari war wohl ihr Name, wenn Iljana sich recht erinnerte. Sie saß mit Yarin am Tisch, als Iljana hinzu kam und reagiert sehr heftig, eifersüchtig könnte man fast sagen auf Iljanas Anwesenheit. Mehr als seltsam war es dann, dass diese Videra es plötzlich sehr eilig hatte, davon zu kommen und fast Zeitgleich Yarin von einem Boten in den Konvert geholt wurde und die ganze Nacht wieder nicht nach Hause kam.
Und dann hatte sie die beiden erwischt ... Yarin und Videra, wie sie sich leidenschaftlich küssten. Sie hatte ihren Augen kaum trauen können. Völlig perplex und schockiert hatte sie die beiden nur einige Momente angestarrt, nicht fähig, einen Mucks von sich zu geben oder auch nur einen einzigen Muskel zu rühren.
Das konnte doch einfach nicht wahr sein.
So leichtfertig verspielte er also ihre Liebe, ihr Vertrauen in ihn. Sie hatte wirklich gehofft, eigendlich schon gebetet, es würde wieder Bergauf gehen, aber da hatte sie sich wohl gründlich getäuscht. Yarin würde sich niemals ändern. Er würde immer nach anderen Frauen schauen, sich immer wieder Bestätigung bei anderen Frauen suchen. Warum das so war, das konnte und wollte sich Iljana gar nicht ausmalen, sie wusste nur eines, sie konnte so einfach keine Ehe führen, eine Ehe, die auf Liebe und Vertrauen aufgebaut sein sollte. Yarin hatte durch sein Verhalten dafür gesorgt, dass sie ihm nicht mehr vertraute und nun wohl auch niemals wieder vertrauen würde.
Es war vorbei... der Bund, welchen sie vor sieben Monden eingegangen ist, verursachte ihr nur mehr einen bitteren Geschmack. Und Yarin machte sich nicht einmal die Mühe, nach Ausflüchten oder einer Entschuldigungen zu suchen und eigendlich hatte Iljana auch nicht mehr damit gerechnet. Er hatte sich entschieden. Seine Liebe zur ihr war nicht stark genug gewesen, vielleicht auch niemals wirklich vorhanden, denn in Iljana's Augen, tat man dem Menschen, den man liebte, so etwas nicht an, selbst wenn nicht alles zum Besten stand, so hätte man reden können und vielleicht hätten sie wieder einen Weg zueinander gefunden.
Doch diese Möglichkeit hatte Yarin mit seiner neuesten Eroberung vertan ... ein für alle Mal. Iljana würde sich dieses nicht wieder antun, das Warten auf ihn, das er Heim kam, seine Ausflüchte, wenn sie ihn fragte, was denn los sei, selbst seine gespielte Sorge um sie nahm sie ihm nicht mehr ab.
Der Schmerz in ihrem Innersten wurde fast unerträglich für sie, sie hatte Yarin geliebt, tat es wohl immer noch und nur die Zeit konnte zeigen, ob sich daran etwas ändern würde. Er hatte das zerstört, woran sie am meisten geglaubt hatte, an die ehrliche, aufrichtige Liebe zwischen Mann und Frau. Die tiefe Trauer und der Schmerz tief in ihr machte es ihr im Moment unmöglich, daran zu glauben, dass es wirklich so etwas wie eine Liebe bis in den Tod gab.
Soll diese Videra sich mit ihm herumplagen, wenn diese Affaire überhaupt mehr als nur wenige Wochen überdauerte. Iljana wollte sich mit dem Schicksal dieser Frau einfach nicht mehr befassen, verstand sie es doch nicht, wie eine Frau so etwas tun konnte. Aber wer weiss ... nunja, das war etwas, worüber die junge Frau nicht mehr nachdenken wollte.
Jetzt es an ihr, sich ein neues Leben aufzubauen. Eines aber war ihr felsenfest klar, darüber brauchte sie nicht weiter nachzudenken. Und so teilte sie Yarin mit erstaunlich fester Stimme mit, dass er sofort seine Sachen packen und das Haus in Varuna verlassen sollte. Für ihn war es nie wirklich sein Zuhause gewesen, ihn hatte es immer wieder woanders hingezogen und sie war nun nicht mehr bereit, sich ihm unterzuordnen und nur auf seine Bedürfnisse einzugehen, wie sie das mehr als ein Jahr gemacht hatte. Gewiss, einer Scheidung musste der Kronrat zustimmen, auch ein Priester musste sie von ihrem Schwur lossagen, sicher würde das nicht so einfach werden, doch da sich Yarin als Eheunwillig herausgestellt hatte, bestand wenigstens für sie ja irgendwann wieder die Möglichkeit zu heiraten, auch wenn ihr dieser Gedanke im Moment eher absurd vorkam. Was Yarin betraf, darüber sollten sich andere Gedanken machen, doch hoffte sie, dass jene dann daran dachten, was er schon einmal angerichtet hatte mit seinem Schwur.
Einige Tage war dies nun alles her. Iljana hatte wenig geschlafen, wenig gegessen. Dafür umso mehr nachgedacht und gegrübelt. Den Gedanken, nach Drachenfels zurück zukehren, hatte sie irgendwann wieder verworfen. Sie hätte wohl sowieso bis zum Frühling warten müssen, heftiger Schneefall machte eine Reise im Moment unmöglich. Irgendwann dann hatte sie damit begonnen, das Haus umzuräumen. Bei jedem Stück, das ihr in die Hände fiel, überlegte sie genau, wo es ihr gefallen würde, ganz bewusst unterdrückte sie jeden Gedanken an Yarin, was er dazu sagen würde. Es fiel ihr noch unsagbar schwer, sich damit abzufinden, doch wusste sie, das einfach nichts mehr zu ändern war.
Sie war Iljana von Wolfenfels, sie gedachte nicht, diesen Namen wieder abzugeben, dieser Name war in den letzten Monden zu ihrem Namen geworden. Es blieb ihr zwar nichts anderes übrig, als die Entscheidung des Kronrates abzuwarten, doch da sie keine Schuld am Ende ihrer Ehe traf, blieb ihr zumindest ein kleiner Funken Hoffnung, dass es ihr gestattet werden würden, auch weiterhin Iljana von Wolfenfels zu sein.
Im Moment war der Name alles, was ihr von der Liebe geblieben war, die sie eigendlich bis ans Ende ihres Lebens begleiten sollte. Sie würde darüber hinwegkommen, sie musste es einfach, man sagte doch, das die Zeit alle Wunden heilen würde und Iljana hoffte sehr, dass diese Heilung bald beginnen würde....
Was waren Worte der Liebe wert, gesprochen in trauter Zweisamkeit?
Was war ein Schwur wert, gegeben vor zwei Priesterinnen, im Namen der Mutter und Tochter, im Namen Temoras und Eluive, als absolute Einehe geschlossen?
Was war ein Schwur wert, auf immerwährende Liebe und Treue, bis in den Tod hinein?
NICHTS! Es waren nur leere Worte gewesen!
Es war vorbei! Entgültig!
Alle Versuche waren vergebliche Liebesmüh gewesen. Vielleicht hatte sie im Grunde niemals eine wirkliche Chance gehabt.
Nur warum dann überhaupt das alles?
Warum hatte er nicht offen und ehrlich sein können? Und das eigendlich schon seid Wochen und Monden. Vielleicht schon vor der Hochzeit.
Er brauchte seine Freiheiten, was auch immer das für ihn bedeutete. Iljana hatte sich zurück gezogen, seine Arbeit am Hof und im Konvert nahmen ihn sehr in Anspruch und so hatte er wenig Zeit für seine Verlobte, später dann für seine junge Frau. Iljana blieb nichts anderes übrig, als sich damit zu arrangieren. Sie tat alles, damit Yarin es wenigstens Zuhause ruhig und gemütlich hatte, damit er dort entspannen konnten. Aber darauf legte er wohl überhaupt keinen Wert. Denn immer weniger Zeit verbrachte er Zuhause, kaum mal eine Nacht verbrachte er an der Seite seiner Frau. Nur hin und wieder war sie wohl gut genug, seiner Begierde nachzugeben und sie verbrachten eine leidenschaftliche Nacht miteinander.
Schon als sie sich kennenlernten, war es offensichtlich, dass Yarin gerne mit anderen Frauen flirtete. Es hatte sie immer gestört, aber sie hatte gelernt, damit zu leben. Schließlich vertraute sie ihm. Aber wenn sie jetzt so darüber nachdachte ....
Schon immer hatte sie ihn sehr oft mit anderen Frau angetroffen, auf dem Marktplatz im trauten Gespräch einmal eine Schneiderin, unzählige Male mit ständig wechselnden Frauen in der Taverne.
Finja Stenfjort ... sie war wohl eine Lehrerin gewesen, genau noch erinnere sie sich an eine Begebenheit in der Taverne wo sie in geselliger Runde zusammen saßen. Wie die Dame rot anlief, als Yarin sich neben sie setze ... war es das schlechte Wissen, was sie plagte, befand sie selber sich doch in einer festen Beziehung und wusste zudem noch von Iljana?
Seodra, eine junge Magierin fiel ihr ein. Yarin hatte sie durch Iljana kennengelernt und die junge Magierin himmelte ihren Gatten offensichtlich an. An eine Begebenheit erinnerte sie sich noch genau. Sie waren zur Jagd verabredet gewesen und Iljana hatte sich etwas verspätet. Als Iljana den Unheilsberg betrat und dort auf Yarin traf, sah sie die junge Magierin zunächst nicht sofort, sie war wohl einige Schritte voraus, doch als Seodra dann Iljana erblickte, zog sie sich sofort offensichtlich beleidigt und vor sich hin murmelnd zurück. Iljana konnte ihr nur verdutzt nachschauen, so schnell war sie weg. Yarin hatte sich dann wohl noch öfters mit Seodra getroffen. Allerdings selbst das verleugnete er vor ihr.
Erst vor einigen Wochen war es dann offensichtlich, dass er etwas mit einer anderen Frau gehabt hatte. Der große Knutchfleck an seinem Hals sagte alles.
Nein! Er würde diese Frau noch nicht lange kennen, hätte sie nur das eine Mal getroffen und sie direkt mit in die Waldhütte .... ihrem gemeinsamen Zufluchtsort ... mitgenommen und sich dort mit ihr vergnügt.
Nein! Sie hätten sich nur geküsst, mehr wäre nicht passiert. Dieser Knutschfleck aber sprach eine andere Sprache und es fiel ihr sichtlich schwer, ihm dieses zu glauben.
Iljana glaubte nicht mehr an Zufälle, dafür war es einfach zu offensichtlich.
Und doch hatte sie letztlich seinen Worte geglaubt, dass er sie liebte und bei ihr bleiben wollte. Das er bereute, was geschehen sei und er sich eine zweite Chance wünschte ... es waren nur leere Worte gewesen, Lügen gar. Schließlich war es doch so bequem eine Frau zuhause zu haben, die das Haus einrichtete und sauber hielt, die für den Bau eines Kellers sorgte, in dem er in Ruhe arbeiten konnte.
Die nächste jetzt war wohl die Frau von letztens aus der Taverne ... Videra Askari war wohl ihr Name, wenn Iljana sich recht erinnerte. Sie saß mit Yarin am Tisch, als Iljana hinzu kam und reagiert sehr heftig, eifersüchtig könnte man fast sagen auf Iljanas Anwesenheit. Mehr als seltsam war es dann, dass diese Videra es plötzlich sehr eilig hatte, davon zu kommen und fast Zeitgleich Yarin von einem Boten in den Konvert geholt wurde und die ganze Nacht wieder nicht nach Hause kam.
Und dann hatte sie die beiden erwischt ... Yarin und Videra, wie sie sich leidenschaftlich küssten. Sie hatte ihren Augen kaum trauen können. Völlig perplex und schockiert hatte sie die beiden nur einige Momente angestarrt, nicht fähig, einen Mucks von sich zu geben oder auch nur einen einzigen Muskel zu rühren.
Das konnte doch einfach nicht wahr sein.
So leichtfertig verspielte er also ihre Liebe, ihr Vertrauen in ihn. Sie hatte wirklich gehofft, eigendlich schon gebetet, es würde wieder Bergauf gehen, aber da hatte sie sich wohl gründlich getäuscht. Yarin würde sich niemals ändern. Er würde immer nach anderen Frauen schauen, sich immer wieder Bestätigung bei anderen Frauen suchen. Warum das so war, das konnte und wollte sich Iljana gar nicht ausmalen, sie wusste nur eines, sie konnte so einfach keine Ehe führen, eine Ehe, die auf Liebe und Vertrauen aufgebaut sein sollte. Yarin hatte durch sein Verhalten dafür gesorgt, dass sie ihm nicht mehr vertraute und nun wohl auch niemals wieder vertrauen würde.
Es war vorbei... der Bund, welchen sie vor sieben Monden eingegangen ist, verursachte ihr nur mehr einen bitteren Geschmack. Und Yarin machte sich nicht einmal die Mühe, nach Ausflüchten oder einer Entschuldigungen zu suchen und eigendlich hatte Iljana auch nicht mehr damit gerechnet. Er hatte sich entschieden. Seine Liebe zur ihr war nicht stark genug gewesen, vielleicht auch niemals wirklich vorhanden, denn in Iljana's Augen, tat man dem Menschen, den man liebte, so etwas nicht an, selbst wenn nicht alles zum Besten stand, so hätte man reden können und vielleicht hätten sie wieder einen Weg zueinander gefunden.
Doch diese Möglichkeit hatte Yarin mit seiner neuesten Eroberung vertan ... ein für alle Mal. Iljana würde sich dieses nicht wieder antun, das Warten auf ihn, das er Heim kam, seine Ausflüchte, wenn sie ihn fragte, was denn los sei, selbst seine gespielte Sorge um sie nahm sie ihm nicht mehr ab.
Der Schmerz in ihrem Innersten wurde fast unerträglich für sie, sie hatte Yarin geliebt, tat es wohl immer noch und nur die Zeit konnte zeigen, ob sich daran etwas ändern würde. Er hatte das zerstört, woran sie am meisten geglaubt hatte, an die ehrliche, aufrichtige Liebe zwischen Mann und Frau. Die tiefe Trauer und der Schmerz tief in ihr machte es ihr im Moment unmöglich, daran zu glauben, dass es wirklich so etwas wie eine Liebe bis in den Tod gab.
Soll diese Videra sich mit ihm herumplagen, wenn diese Affaire überhaupt mehr als nur wenige Wochen überdauerte. Iljana wollte sich mit dem Schicksal dieser Frau einfach nicht mehr befassen, verstand sie es doch nicht, wie eine Frau so etwas tun konnte. Aber wer weiss ... nunja, das war etwas, worüber die junge Frau nicht mehr nachdenken wollte.
Jetzt es an ihr, sich ein neues Leben aufzubauen. Eines aber war ihr felsenfest klar, darüber brauchte sie nicht weiter nachzudenken. Und so teilte sie Yarin mit erstaunlich fester Stimme mit, dass er sofort seine Sachen packen und das Haus in Varuna verlassen sollte. Für ihn war es nie wirklich sein Zuhause gewesen, ihn hatte es immer wieder woanders hingezogen und sie war nun nicht mehr bereit, sich ihm unterzuordnen und nur auf seine Bedürfnisse einzugehen, wie sie das mehr als ein Jahr gemacht hatte. Gewiss, einer Scheidung musste der Kronrat zustimmen, auch ein Priester musste sie von ihrem Schwur lossagen, sicher würde das nicht so einfach werden, doch da sich Yarin als Eheunwillig herausgestellt hatte, bestand wenigstens für sie ja irgendwann wieder die Möglichkeit zu heiraten, auch wenn ihr dieser Gedanke im Moment eher absurd vorkam. Was Yarin betraf, darüber sollten sich andere Gedanken machen, doch hoffte sie, dass jene dann daran dachten, was er schon einmal angerichtet hatte mit seinem Schwur.
Einige Tage war dies nun alles her. Iljana hatte wenig geschlafen, wenig gegessen. Dafür umso mehr nachgedacht und gegrübelt. Den Gedanken, nach Drachenfels zurück zukehren, hatte sie irgendwann wieder verworfen. Sie hätte wohl sowieso bis zum Frühling warten müssen, heftiger Schneefall machte eine Reise im Moment unmöglich. Irgendwann dann hatte sie damit begonnen, das Haus umzuräumen. Bei jedem Stück, das ihr in die Hände fiel, überlegte sie genau, wo es ihr gefallen würde, ganz bewusst unterdrückte sie jeden Gedanken an Yarin, was er dazu sagen würde. Es fiel ihr noch unsagbar schwer, sich damit abzufinden, doch wusste sie, das einfach nichts mehr zu ändern war.
Sie war Iljana von Wolfenfels, sie gedachte nicht, diesen Namen wieder abzugeben, dieser Name war in den letzten Monden zu ihrem Namen geworden. Es blieb ihr zwar nichts anderes übrig, als die Entscheidung des Kronrates abzuwarten, doch da sie keine Schuld am Ende ihrer Ehe traf, blieb ihr zumindest ein kleiner Funken Hoffnung, dass es ihr gestattet werden würden, auch weiterhin Iljana von Wolfenfels zu sein.
Im Moment war der Name alles, was ihr von der Liebe geblieben war, die sie eigendlich bis ans Ende ihres Lebens begleiten sollte. Sie würde darüber hinwegkommen, sie musste es einfach, man sagte doch, das die Zeit alle Wunden heilen würde und Iljana hoffte sehr, dass diese Heilung bald beginnen würde....