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Wenn man Ratten in die Ecke drängt...
Verfasst: Freitag 21. Dezember 2007, 15:16
von Lys´Xaera
Lys teilte sich die Zelle mit diesem erbärmlichen Wesen. Vor einigen Stunden hatte sie das Vieh bemerkt, und nun ließ sie ihre ganze Wut an ihm aus.
Seit sie wieder in der Lage war, sich zu bewegen und Herr ihrer Gliedmaßen war, fieng sie die Ratte immer wieder aufs Neue ein.
Ein Barthaar nach dem anderen hatte sie ihr ausgerissen, sie immer wieder entkommen lassen und sie erneut geschnappt, ihr Zorn wurde auf gemeine Weise an dem Tier ausgelassen, bei jedem verzweifelten Quieken der Ratte lachte Lys erneut bitter und tonlos auf.
Es war ihr einziger Zeitvertreib in den letzten Stunden gewesen, abgesehen von ihren Gedanken und ihrer Wut auf sich selbst und die elenden Waldweiber.
Auf einen erbitterten Kampf hatte sie sich nicht eingelassen, abgesehen von etwas hin und her geplänkel, und einigen eher vom Zorn gelenkten Ausfällen, denn ihr war von der letzten Begegnung noch zu bewusst, dass sie alleine keine Chance gegen eine von denen haben würde.
So hatte sie sich nach einigen giftigen Bemerkungen der 'Einladung' gebeugt und vorgetäuscht, dieser Folge zu leisten.
Sie hatte in Erinnerung, dass etwas weiter nördlich ein dichtes Waldstück am Wege gelegen sei, dort würde sie einen weiteren Fluchtversuch sicher erfolgreich wagen können.
Doch..... die einzelnen Bäume, die am Wege standen, boten keinerlei Deckung, und bis zum Wald sollte es gar nicht erst gehen.
Ein fataler Fehler, wie sich nun heraus stellte, Lys hatte sich - wieder einmal - zu unbedacht in fremdes Gebiet vorgewagt, ohne sich die Umgebung gut genug einzuprägen.
Und so saß sie nun seit einigen Stundenin jener unterirdischen Zelle, nicht ganz ohne Gegenwehr hatte sie sich überzeugen lassen, aber gegen jene Magie des anderen Weibes hatte sie nichts ausrichten können.
Ihr Körper war gelähmt, ihr Geist eingefroren, sie schaffte es nicht mehr, beides in Einklang zu bringen.
Und aus diesem zustand erwachte sie auch nur zögerlich.
Wie Schemen nahm sie die beiden Frauen wahr, versuchte, sich der Ketten zu erwehren, doch ihre Bewegungen waren ungezielt und fahrig.
Nun jedoch, da sie alleine war und wieder klar denken konnte, dachte sie fieberhaft darüber nach, wie sie entkommen könne...
Unter der Erde mit einer nun halb toten Ratte, standen die Chancen nicht zum Besten.
Wütend griff sie erneut nach der Ratte und biß ihr kurzerhand den nackten Schwanz ab.
Das verstümmelte Tier flog erneut mit einem verzweifelten Quieken in die strohgepolsterte Ecke.
Ihre Geschwister mussten von ihrer Lage erfahren.
Das war die einzige Möglichkeit, das Tor und vor allem die Ketten an ihrem Handgelenk waren zu stabil.
Eines der verdammten Weibe hatte vom Austausch gegen diesen dreckigen Wurm aus dem Wald geredet.
Sollen sie ihn doch haben... zumindest sein Kopf musste noch in irgendeiner Ecke der Höhle von Würmern und Maden angenagt herum liegen.....
Verfasst: Freitag 21. Dezember 2007, 15:45
von Bahlia
Schritte gingen eine steinerne Treppe hinab, sie hörten sich Schwer und laut an. Die Schritte näherten sich der Tür hinter der sich Lys´Xaera befand. Es klimperte ein Schlüsselbund welches kombiniert mit dem aufschließen eines Schlosses vernommen werden konnte. Eine Große stabile Frau trat ein. Sie roch nach verbrannten Holz und Tieren. Gemütlich, fast träge schritt sie etwas hinein um die Letharin in Ketten zu betrachten. Sie setzte sich im Schneidersitz hin und beobachtete leise brummend das Blaue Elend. Das weiße in ihren Augen strahlte Hass und Verachtung aus. Zu gern wäre sie wohl aufgestanden um den Kopf der Letharin gegen die Wand zu klatschen doch dies durfte wohl heute nicht sein. Nach langer Überlegung richtete sich Bahlia etwas auf um zu sprechen. Die Raue aber noch weibliche Stimme erklang im Dunklen Raum herablassend.
„Du vom Volke der Zerstörenden, hast dich wohl ein wenig zu weit fortgewagt oder? Sag mir wie viele Tiere und Wälder habt ihr geopfert um euren Spaß zu haben? Wie viele Tode müsst ihr sterben damit eure Seele vielleicht doch noch Erlösung finden könnte?“
Das Brummen verstärkte sich gewaltig als sie die Aussagen lautstark beendete. Ihre Blicke durchbohrten Lys´Xaera und erwarteten wohl Befriedigung. Zu lange kannte sie schon den Anblick von schwarzen, ausgelaugten, verbrannten Wäldern welche die Letharen hinterließen. Bahlia fasste sich wieder was für eine Stimme hatte dieses Weib wohl?
Verfasst: Freitag 21. Dezember 2007, 18:03
von Wijay Loreen
Löschen
Verfasst: Freitag 21. Dezember 2007, 18:04
von Tajara Nair
Sie hatte alles vorbereitet - wie sie es bei Verhören für Gefangene immer tat. Die Schatulle mit den Nadeln - den "Ausweider" - eine sehr interessante Konstruktion eines gezackten messers, jedoch nicht zum schnellen Töten gedacht, ein Handtuch und kleinere Gegenstände, die Schmerz bringen sollen.
Die Tatsache, wer sich im Keller befand (leider hatte sie nur Wachdienst, sodass sie die Blauhäuterin nicht selbst fangen konnte) war schon Grund genug, sich um die Gefangene zu kümmern. Es wurde auch Zeit, dass jemand anfing etwas zu tun.
Nun ging es noch darum, herauszufinden ob sie so dumm war, sich tatsächlich zu opfern oder die Wahrheit von sich aus sagen würde. Denn nur darum ging es - Wo ist der Ureinwohner, den sie verschleppt hatten?
Und somit ging es nun daran, in den Kerker zu gehen, um diese Information von ihr zu bekommen.
Tajara wusste nichts vom Bezug auf Schmerz bei Letharen. Doch auch wenn es so war. Wäre dieses blauhäutige... Ding so dumm und würde sterben wollen für diese eine Information? Man würde es wohl bald sehen.
Verfasst: Freitag 21. Dezember 2007, 18:07
von Lys´Xaera
Noch mehrmals hatte sie die Ratte zu fassen gekriegt, ihr aus lauter Zorn und Langeweile mit einigen sitzen Strohhalmen ihres Lagers in den Augen herum gestochert und sich mit abartiger Freude am schmerzerfüllten und verzweifelten Quieken des Vieches erfreut.
Nun saß das verkrüppelte Tier wieder in der Ecke und nur ab und zu hörte man ein klägliches Fiepen.
Einige Zeit später drang erneut das Geräsch von sich nähernden Schritten an Lys'Xaeras Ohr.
Die Tür öffnete sich, und wieder erschien jenes Weib, das sie aufgegriffen und auf so demütigende Weise in dieses Loch geschleppt hatte.
Aus purer Langeweile und entsprungen aus dem Gedanken, dass es einem stets nütze, die Gedanken und das Ansinnen seiner Feinde zu kenne, ließ sich Lys nun auf einen Wortwechsel mit jener Frau ein.
Doch die Gedanken und Vorstellungen die dieses im Geiste verwirrte Wesen in sich trug, blieben ihr vollkommen unverständlich.
Und immer wieder ging es um die Wilden, die ihre Bleibe auf dieser Insel hatten.
Warum nur verschrieb sich eine gruppe gottloser Menschen dem Schutze einer so minderwertigen Art? Und woraus schöpften sie ihren Nutzen?
Was brachte es, eine so niedere und unterentwickelte Gruppe von 'Tieren' zu umsorgen?
Und dann hatte dieses Weib gar davon gesprochen, dass Alatar, der allmächtige Vater die Absicht hatte, die gesamte Welt und zu guter Letzt die Letharen selbst zu vernichten.
Beinahe Mitleid bemächtigte sich Lys, als ihr vewusst wurde, wie unterentwickelt und weltfremd, ja, wie benachteiligt die meisten Menschen wohl waren, blieb ihnen doch zeitlebens der Einblick in ihres Vaters großes Werk verschlossen.
Nun, aber das war nur ein Grund mehr, dafür zu sorgen, dass das letzte Ziel erreicht werden würde. Und zu nichts anderem existierte Lys schließlich.
Wieder klang das klägliche Quieken aus der Ecke, und nun kam das dämliche Viech tatsächlich angekrochen... und schon wurde es aufgespießt von jenem Weibe, das eben noch erzählte, Wald und Kreatur zu schützen.
Nichts als verlogen und verblendet waren die Menschen, wieder einmal mehr bestätigte sich dies.
Bedauerlich.
Keine Ratte, keine Unterhaltung in den wenigen Schritten, die die Zelle durchmaß.
Ruhe war wieder eingekehrt. Lys nutzte die Stille, um zu beten, um ihrem Vater ihre Treue zu versichern, um ihn um Beistand zu bitten.
Ganz in Trance versunken, zu tief für diese Situation, wie sie bald darauf fest stellte, hockte sie zusammengekauert an der Wnad, voll inbrunst betete sie, bis sich in den Schatten die vage Gestalt des Panters zeigte, stets das Zeichen für die Gunst des Alleinen, ihres Vaters.
Lys trank begierig die Kraft, die dieses schemenhafte Wesen aus der Dunkelheit mit sich brachte.
...und nur langsam erwachte sich aus diesem Dämmerzustand, beinahe überrascht, die Frau - und gleich dazu noch eine zweite in der Zelle zu erblicken.
Wieder zu wenig Aufmerksamkeit, wieder hatte sie sich verleiten lassen.
Doch ihr Vater war bei ihr, und auch die Nähe ihrer Geshcwister spürte sie.
Oder klammerte sich an den Gedanken, sie bald wieder um sich zu haben.
Selten war ihr deutlicher geworden, dass die Nähe ihrer Brüder und Schwestern zwar stets eine Belastung darstellte und höchste Anstrengung von ihr verlangte, sie aber ohne ihre Geschwister nichts war.
Die erste der Frauen ging nun, um ihr etwas zu essen zu besorgen. Nichs würde sie davon jedoch anrühren. Sie war sich nicht sicher, ob die Speisen nicht gar vergiftet waren, und auf ihre sonst so feinen Sinne wollte sie sich zur Zeit wohl lieber nicht verlassen.
Abgesehen davon blieb ihr Geist klarer, wenn sie für eine gewisse Zeit davon absah, Nahrung zu sich zu nehmen.
Kurz kam nun Bewegung in die Zweite der Frauen, und schon blitzte die glänzende Schneide eines Dolches vor ihr in den Fellen am Boden auf - sie hatte ihr tatsächlich eine Waffe zukommen lassen?!
"Sieh zu, wie du dir selbst hilfts..."
...Ja, das würde sie tun.
Zuerst galt es jedoch, den Brief abzusenden. Sie hatte bestimmt, dass Annalisa, die Bäuerin ihn erhalten solle.
Sie war sich ziemlich sicher, dass ihre Geschwister die Angelegenheit so ernst nehmen würden, denn diese Menschin war gewiss noch nicht zu bekannt als Botin der Letharen.
Lys befürchtete, dass eine Botschaft die über die Garde, den Tempel oder einen beliebigen Bürger Rahals eingehen würde, nicht als ernsthafte Botschaft anerkannt wurde, und als Trick abgehandelt wurde, der lediglich dazu dienen sollte, die Letharen nach Lameriast zu locken.
So würde dem Erhabenen zugleich mit seinem gezähmten schwarzen Wesen ein Brief übergeben werden.....
Welche Konsequenzen Lys'Xaeras Unachtsamkeit nach der Zeit bei den Gefährtinnen haben würde.... das war etwas, worüber sie sich im Moment noch keine Gedanken machte.....
Verfasst: Freitag 21. Dezember 2007, 20:29
von Marye Larou
Marye betrat die Zelle, um nach der Frau zu sehen. Trotzt dessen, daß Letharen den Ureinwohner vor einigen Tagen entführt hatten und sie es nicht verhindern konnten, verspürte sie keinen Haß gegen sie.
Sie hatte versprochen sie gut zu behandeln und als "Gast" eingeladen, jedoch war sie unnachgiebig und bestand darauf, daß die "Einladung" angenommen wurde. Sie versuchte zwar erst sie anzugreifen, doch ihre Angriffe konnte Marye recht mühelos abwehren, zudem hatte sie eine deutlich bessere Ausrüstung. Marye war sich sicher, gegen sie gewinnen zu können, sollte es hart auf hart gehen. Dies sah die Lethrae dann wohl auch ein und so kam sie mit bis zum Dorf. Dort versuchte sie zwar noch zu entkommen, doch Marye hatte damit gerechnet und ließ ihr keine Chance. Zufällig kam auch Marisha gerade heraus und mit Hilfe ihrer Fähigkeiten, die sie hatte gelang es die Letharin zu lähmen. Marye nahm ihr die Waffe und ihr Schild ab und als sie komplett erstarrt war, trug sie sie in die Zelle im Keller des Dorfes. Anschließend fesselte sie ihre Hände mit Hilfe von Ketten an die Wand. Sie holte jedoch einige Felle, damit sie es gemütlich hätte. Schließlich hatte sie versprochen, daß sie gut behandelt würde und dies teilte sie auch ihren Schwestern mit.
Als sie später wieder die Zelle betrat um ihr Essen und Trinken zu bringen, hörte sie ein jämmerliches Quieken aus der Ecke. Eine sehr verstümmelte Ratte schaute hinter der Eisernen Jungfrau hervor.. Anscheinend hatte sich die Lethrae hier mit die Zeit vertrieben. Marye mochte keine Ratten, aber Tiere leiden zu lassen, war ihr fremd. So tötete sie die Ratte mit einem schnellen Stich ihrer Kriegsgabel und brachte sie nach oben. Dort grub sie ein Loch ins Blumenbeet und versenkte die Ratte darin.
Anschließend ging sie wieder runter und fragte die Lethrae an wen der Brief gesandt werden wollte. Diese antworte daß sie zum Bauernhof südlich von Rahal gesandt werden sollte. Marye nickte leicht und gab diese Information an Xinthra weiter.
Verfasst: Samstag 22. Dezember 2007, 00:14
von Xinthra
Ein Brief? Seit wann dürfen Gefangene Briefe verschicken? fragte sie Marie, ehe Xinthra den Brief an sich nahm.
Ich sage dir was ich damit mache. Die Letharen einladen können wir noch selbst. Was sonst sollte eine Lethra in unserem Kerker von einer Bäuerin bei Rahal wollen? Ich setze mich jetzt erst einmal daran, den Austausch zu fordern. ergänzte sie und begab sich an den Tisch in der Werkstatt, wo sie einen Brief verfasste. diesem Brief fügte sie das Schreiben der Lethra hinzu.
Die Schwestern der Nyame entsenden ihren Gruß!
Bereits vor einigen Tagen habt ihr euch erdreistet, einen der Ureinwohner der Insel Lameriast zu entführen. Da wir inzwischen wie angekündigt einem der Euren habhaft werden konnten, fordern wir die sofortige Auslieferung des gefangenen Ureinwohners, unversehrt und lebend. Die Folgen jeglicher Zuwiderhandlung werden auf unseren Gefangenen zurückfallen. Anbei erhaltet ihr einen Brief des Gefangenen, der vermutlich durch einen Unterhändler sowieso an euch gereicht würde.

Verfasst: Samstag 22. Dezember 2007, 15:35
von Lys´Xaera
Anscheinend waren in diesem Lager öängst nich alle der menschlichen Frauen Lys so wohlgesonnen, wie es bei der ersten den Anschein hatte.
Zumindest bei einigen der letzten 'Besucherinnen' spürte sie nur zu deutlich deren Abscheu und Hass.
Dennoch wurde es ihr erlaubt, den von ihr geforderten Brief zu schreiben und aushändigen zu lassen.
Schon seit Stunden hatte sie darüber nachgesonnen, was zu schreiben war - ihr widerstrebte es zutiefst, ihre Unzulänglihckeit und ihre Fehler einzugestehen.
Und zugleich fürchtete sie, dass man sie durchaus für entbehrlich halten könnte. Sie, eine junge Lethra, die noch am Anfang ihrer Ausbildung stand, und noch nicht viel mehr, als ihren harten Willen dem Volke der Letharen beisteuern konnte......
Letztendlich beschloss sie, ihre Zeilen so knapp wie möglich zu halten, lediglich die wichtigesten Informationen hinein zu packen.
Und in kantigen, fremd wirkenden und runenartigen Zeichen begann sie hastig in letharischer Sprache zu schreiben:
Meine Geschwister, unserem Vater sei Lob und Ehr!
Gefährtinnen nennen sich diese verabscheuungswürdigen Kreaturen, die schon den Menschenwurm aus dem Wald schützen wollten.
Sie sind nördlich des Berges auf Lameriast zu finden.
Ich selbst bin in einer Zelle unter der Erde, in der Nord-westlichen Ecke des Lagers, versteckter Zugang.
Oben sind lediglich hölzerne Gebäude, ein von Palisaden umschlossener Innenhof.
Bisher wurde ich wie ein unliebsamer gast aber dennoch rücksichtsvoll behandelt.
Die Lage ändert sich.
Darunter malte sie noch wesentlich kleiner als die übrigen Runenzeichen gehalten waren, die Lautfolge ihres Namens... als ob sie dadurch ihre Unbedeutsamkeit in Schriftform darlegen könne.
Nun hieß es wieder, zu warten.
Und nach und nach konnte sie es kaum nich leugnen, dass die Zeichen für sie detlich zum schlechten standen.
Der Ureinwohner lebte nicht mehr. Sein ausgebluteter Körper wurde in die Lava geworfen... es gab nichts, gegen das sie eingetauscht werden könne.
Aber nur, weil es niemanden als Gefangenen bei den Letharen gab, hieß das noch lange nicht, dass es nicht möglich war, einen Gefangenen zu beschaffen.
Denn auch diese Waldweiber würden ab und an einzeln anzutreffen sein....
Vielleicht nur ein vertrockneter, schwacher Strohhalm, an den sich Lys klammerte...
und doch gab sie sich in den immer endloser wirkenden Stunden ihrer Gefangenschaft den Gedanken an einen solchen, ganz anders als wohl von den Gefährtinnen geplanten Austausch hin.
Sie malte ishc mit ihrer ganzen Phantasie aus, was einem solchen 'Gast' bei den Letharen alles wiederfahren würde....
Unvergleichlich zu ihrer hier ansich doch erträglichen Unterbringung....
Verfasst: Samstag 22. Dezember 2007, 15:50
von Tajara Nair
Tajara überreichte den Brief von Xinthra einen Boten auf Xins geheiß hin - jedoch nicht ohne dass sie den Brief vorher gelesen hatten, den sie von der Lethra mitbekam. Gefangene hatten in ihren Augen kein Recht darauf, einen solchen Brief zu erhalten und so beschloss sie eine Abschrift davon zu machen, Die Schrift jedoch war ihr fremd und so nahm sie den Brief an sich und legte ihn erst Ronya vor - sollte sie die Erlaubnis geben, es konnten ja immerhin geheime Informationen vorzufinden sein, würde der Brief nachträglich geschickt werden. Sicher ist sicher. Geheime Schriften... Was kam denn noch? Was wollten sie eigentlich? Unmöglich zu lesen und auf Gehalt zu überprüfen... Damit würden sie am Ende den Letharen noch in die Hände spielen.
Tajara kannte das Gespiel von Gefangenenaustauschen schon zu gut, und sobald es sich ergeben würde, würde man vermutlich versuchen die Gefährtinnen aufzugreifen. Es war in der Vergangenheit Seitens Eisenwart bereits zu solchen Versuchen gekommen, und es kam ja im Wesentlichen nicht anders in diesem Falle. Somit gab Tajara in ihrer Funktion vorsichtshalber folgenden Befehl aus, der sich unter den Schwestern wie ein Lauffeuer verbreiten sollte.
Alle Schwestern haben ausnahmslos mindestens zu zweit das Lager zu verlassen. Aus eigener Sicherheit und der Gefahr hin, dass es zu übergriffen kommen könnte tritt der Befehl mit sofortiger Wirkung in Kraft, zu eurer eigenen Sicherheit nehmt immer einen Partner mit.
Etraa der Gefährtinnen haben eine Vollschwester zu bitten, ob sie diese außerhalb des Lagers begleiten möge. NIEMAND, mir eingeschlossen wird diesen Befehl brechen, sonst ist man baldigst einer groben Gefahr ausgesetzt.
Jetzt hieß es auf der Hut zu sein. Man konnte Tajara die Angespanntheit und Besorgnis ansehen, die sie empfand. Einen Brief dessen Inhalt man nicht kennt loszuschicken wäre schlichtweg dämlich. Wer weiß, vielleicht ordnete sie die blauhäuter an, das Lager abzufackeln.
Es wurde Zeit, die Gefangene zu verhören und zu sehen was passieren würde. Es lag nun ganz an ihr ob sie dieses Lager lebend verlassen würde. Die Gefährtinnen ließen sich nicht beirren.
Und Marye? mit ihr würde sie ein ernstes Wort wechseln müssen. Wie kam sie dazu in ihrer Naivität einem Blauhäuter zu vertrauen? Sie war kein Gast, sie war eine Gefangene! Und das Privilleg das ganze so angenehm wie möglich zu gestalten musste sich das "Ding" erst verdienen.
Aber Vorsicht walten zu lassen war jetzt das Wichtigste. Die Blauhäuter würden schon bald auf den Brief reagieren - und das konnte sehr unschön werden. Nur zu genau erinnerte Tajara sich an Ronyas Verschleppung, den Angriff auf Bajard - Marye war sich dessen scheinbar nicht bewusst, doch wer konnte ihnen denn vertrauen? noch dazu ein Brief in fremden Schriftzeichen? Es musste etwas getan werden, das war jedem klar, doch unnötige Risiken einzugehen war ein Fehler. Lameriast konnte sehr bald wieder zum Schauplatz des Geschehens werden. Es war an der Zeit, die Erbinnen Nyames würden wieder auf den Plan treten. Und wenn schon niemand von den Paktmitgliedern einschreiten würde, müssten sie es eben allein tun.
Die Wachen an den Wehrgängen wurden mal wieder verstärkt. Die Geschütze bereit und geladen mit Bolzen würden einem Angriff der Letharen entsprechend beand antworten - ein Bolzen direkt in den Hals der Angreifer. So war es geübt, so musste es geschehen. Lebend sollten sie keine der Schwestern bekommen.
Verfasst: Samstag 22. Dezember 2007, 20:48
von Gry´laox
Rüstung und Klinge haftete noch der Geruch frischen Blutes an, als dem Lethorax der Brief zugestellt wurde. Die dunkelbraunen Augen flogen über die Zeilen der Schriftstücke.
Einen Moment überlegte er, dann setzte er ein kurzes Antwortschreiben auf, welches noch am selben Tag mit dem Schiff auf die vom Herren verlassene Insel befördert werden sollte.
Xinthra, da mir momentan nicht die Zeit gegeben ist, meinen Standpunkt ausführlicher darzulegen, werde ich mich entsprechend kurz fassen und den Inhalt auf das Essentielle beschränken.
Ich muss gestehen das mir nicht ganz klar ist, was ihr euch von diesem Schreiben erhofft habt oder wie ihr auf den schwachsinnigen Gedanken kamt, Forderungen an das Volk des Herren zu stellen. Da mir aber andererseits bewusst ist, dass der menschliche Verstand desöfteren zu beinahe existentiell bedrohlichen Aussetzern neigt, werde ich euch die Möglichkeit bieten diesen Fehler wieder zu beheben.
Der Ureinwohner, wie ihr diese Kreatur nennt, bleibt in unserem Besitz und die Lethra wird wieder in den unsrigen übergehen. Sollte sich diese missliche Lage nicht innerhalb weniger Tage geklärt haben, werde ich dazu übergehen die Reihen euerer 'Gemeinschaft' ausdünnen zu lassen und euer Dorf dem Fraß der Flammen vorwerfen.
Möge euer Verstand erkennen, dass der von euch gewählte Weg ins Verderben führt.

Verfasst: Dienstag 25. Dezember 2007, 00:07
von Lys´Xaera
So langsam aber sicher begann Lys, der Langeweile überdrüssig zu werden.
Außer ab und zu einem Kontrollgang einer der Gefährtinnen hatte sie nichts gesehen, nichts gehört.
Noch immer wurde sie gut - ja, erstaunlich gut! - behandelt, keiner schien ihr etwas anhaben zu wollen.
Doch änderte das nichts daran, dass sie sich nicht auf alles gefasst machte.
Gerade weil eben alle um ihr Wohergehen bemüht zu sein schienen.
Und nicht wenig später stellte sich heraus, dass ihre Vermutung gar nicht so falsch gewesen war.
Eine ihr bis dahin unbekannte Gefährtin kam in die Zelle. Schwer bepackt mit einem Sack, der gut verschlossen war und on dem es verdächtig metallen schepperte.
Ja - tatsächlich.... es schien sich um diverse Folterinstrumente zu handeln.
Die Gefährtin zeigte ihr eines davon, sie nannte es den "Ausweider" ... lys kannte ein ähnliches Gerät, es wurde dazu verwendet, zwar eine kleine Wunde zu schaffen, die nicht stark blutet, aber durch die doch die Eingeweide nach außen gezogen werden können.... Auch durch die kleinen Verletzungen, die dadurch entstehen, würde so nac hund nach der Tod eintreten... aber nur langsam.
Nungut, Schmerzen war Lys gewöhnt. Und sie würde diesem Stück Vieh nicht die Genugtuung geben, vor ihr zu heulen wie ein räudiger Hund!
Und die Fragen, die ihr gestellt wurden, überzeugten sie davon, dass ihr auch noch keine Gefahr drohte, die Gefährtinnen schienen nicht die leiseste Ahnung zu haben, dass der Ureinwohner schn längst nicht mehr lebte.
Denn die Fragen der Frau zielten alle darauf hin.
Wie ging es ihm? war er zu Schaden gekommen? War er in guter Verfassung und könnte ausgetauscht werden?
Lys gab sich alle erdenkbare Mühe, so kooperativ zu wirken wie es nur irgend möglich war.
Insgeheim verachtete sie sich selbst, eine solche Plaudertasche war sie höchst selten, und auch wenn ihr ab und an eine unbedachte Bemerkung heraus rutschte, hielt sie es doch stets so, dass nur das gesagt wurde, was Hand und Fuß hatte.
Nichts desto trotz hielt sie es hier für angebracht, alles so dicht an der Wahrheit zu berichten, wie möglich - mit dem kleinen, aber nicht zu verachtenden Unterschied, dass sie den Tod des Ureinwohners verschwieg.
Nun gut - das Mittel erfüllte seinen Zweck. Die Gefährtin gab sich irgendwann zufrieden mit den Antworten, schien eine Folter nicht für nötig zu halten, und machte sich davon.
Der einzige Grund, weshalb Lys es vorzog, das Lager - wie auch immer - unbeschädigt zu verlassen, war der, dass sie bei ihrer Ankunft bei ihren Geschwistern all ihre Kraft brauchen würde, um die auf sie wartenden Strafen zu ertragen und zu überstehen.
Dieser Gedanke machte sich seit etlichen Stunden in der Stille der Zelle in ihr breit, und er war es auch, der ihre Geduld bis an die Grenzen erschöpfte, sie dazu brachte, innerlich immer unruhiger und rastloser zu werden, und ihrem Zorn stets neue Nahrung bot.....
Verfasst: Dienstag 25. Dezember 2007, 13:07
von Tajara Nair
"Merke dir mein Gesicht gut, es könnte gut sein dass es das Letzte ist, das du in deinem Leben siehst." - Tajara war an diesem Tag noch freundlich gewesen - gerade einmal so freundlich dass sich die Blauhaut zumindest halbwegs sicher währen konnte. Sie war überraschend kooperativ - vielleicht ZU kooperativ.
"Ich mache mir Sorgen um euch, darum wurde der Befehl ausgegeben." rechtfertigte Tajara sich auf die Klagen mancher Schwestern hin. es war zu ihrem aller Wohl. Ein weiterer Albtraum von Entführung, Mord und gar Folter durfte sich nicht wiederholen. Es musste etwas getan werden, Und Sicherheit ging vor.
Man beriet nach dem Verhör der Blauhaut wie man weiter vorzugehen hat. Der Brief der Letharen war wenig überraschend für Tajara: "Wir haben ein paar Tage Zeit, nutzen wir die paar Tage und lassen sie gehen, wenn es soweit ist." - WIE sie gehen gelassen wurde - ja das wurde ausführlich diskutiert und entsprechend würde auch vorzugehen sein.
"Vielleicht ist der Ureinwohner schon tot." - Xinthra brachte die Befürchtung auf dem Punkt.
"Nun, sie sprach ja davon dass er etwas "Kopflos" sei", erinnerte Tajara sich an die Worte der Blauhäute.
Es war nun also eindeutig. Die nächste Verhörstunde musste etwas gröber vonstatten gehen. Sollte die Blauhaut nicht mit einem eindeutigen "Ja" oder "Nein" herausrücken würde sie in dem Falle reagieren müssen.
Erneut packte sie ihre Folterinstrumente ein - und wahrscheinlich würde sie notgedrungen sogar davon Gebrauch machen müssen. Ihr war es gleich. So eine Blauhaut wer in Tajaras Augen kein Lebewesen sondern ein Ding. Nach allem was sie gehört hatte waren es nicht einmal richtige Elfen oder was auch immer. Gut so! Entsprechend würde sie es auch behandeln - wie ein Ding.
Heute würde ein Tag kommen andem Tajaras verhältnismäßig große Freundlichkeit verfliegen würde. Es war Zeit, den Fisch an Land zu ziehen.
Verfasst: Donnerstag 27. Dezember 2007, 12:30
von Mory'tael
Aus dem Dunkel ertönte sein zorniges Zischen. Wie konnten diese Weibchen es Wagen? Wie konnten sie nur Hand an eines der reinen Wesen legen? Fauchend blickten die roten Augen des alternden Meisters durch die Gänge seines alten Unterschlupfes, wohl suchend nach einem Wesen an dem man seinen Zorn auslassen konnte. Diese menschlichen Weibchen wussten nicht was sie mit ihrer Tat sich und ihres gleichen antaten, sie glaubten ein Druckmittel in der Hand zu haben doch lieferten sie den Letharen einfach nur einen Grund dieses lästige Getier ein für alle mal in Ketten zu legen.
Sie forderten das Dunkel zu einer Schlacht heraus ohne zu wissen was sie erwarten würde. Ihre Anmaßung würde ihnen und ihren Schützlingen teuer zu stehen bekommen. Sie würden Leid ertragen für ihre Aroganz und auf keinem Ort dieser Welt mehr Fuß fassen können ohne Gefahr zu laufen einen Dolch in ihrem Rücken zu haben. Wie sollte die Holzpalisade mit den dahinter ruhenden kläglichen Verteidigern der letharischen Vergeltung stand halten können? Dachten sie wirklich diese Lethra würde als Druckmittel dienen können? Sie würden erkennen was sie heraufbeschworen haben und schon bald erkennen wie nutzlos ihre Geißel doch war.
Sorgsam begann der Lethyr die angefertigten Pläne der neuen Insel zu studieren wobei er beiläufig einige kurze Worte zu seinem Diener sprach. „Das Weibchen Lys hat seinen Dienst an dem Vater erfüllt. Sollte sie bei dem Vergeltungsschlag ihr Leben aushauchen... sei dem so.“ Mit diesen Worten ging der Befehl an die Lethrixoren aus sich zum Feldzug zu rüsten und wie Letharen zu Kämpfen pflegen, weder Frau noch Kind zu verschonen. Sorgsam untersuchte der alternde Lethyr die gezeichnete Landschaft auf den Karten um den Schwächsten Punkt der Frauenfeste zu ermitteln. Freudig könnte man meinen klang sein Zischeln bei dem Gedanken des bevorstehenden Schlachtfestes.
Die Politik der Letharen war in diesem Falle klar. Es würde keine Verhandlungen geben und einzig die Vergeltung eine akzeptable Option.
Verfasst: Donnerstag 27. Dezember 2007, 13:32
von Lys´Xaera
Sie spürte, dass etwas im Gange war. Schon seit den frühen Morgenstunden, der Tag musste noch in diesigem Grau liegen, bemächtigte sich ihr eine Unruhe.
Lys wusste, dass der Zeitpunkt, der eine Wende bringen würde, nicht mehr fern war. Schon längst mussten ihre Brüder den Brief erhalten haben, und sie konnte sich die Wut mit der er quittiert wurde, annähernd vorstellen.
So begann sie also, sich bereit zu machen - für was auch immer da kommen möge...
Sie dehnte und streckte Glieder und Muskeln soweit es die Ketten zuließen, rieb sich die von den harten Ketten aufgescheuerten Handgelenke und versetzte sich in eine leichte Trance, um ihre Konzentration noch weiter zu stärken.
Sich leise hin und her wiegend betete sie zu ihrem Vater, bat ihn darum, ihren Geschwistern den Hass zu stärken, die Wut in diesen Tagen erneut auflodern zu lassen.
Und nicht zuletzt betete sie darum, sie weiter dienen zu lassen - ob im Leben oder im Tode.
Je später der Tag, je inbrünstiger ihre Gebete, desto mehr verdichteten sich die Schatten in ihrer Zelle... auch wenn Lys es niemals und niemandem gegenüber eingestehen würde - der Panther, dessen vage Gestalt sich in der Schwärze der dunklen Ecken zusammenzog, schenkte ihr Ruhe, ja, gar Trost.
Längst war sie nicht mehr so gelassen wie sie sich den Anschein gab. Sie wusste, dass ihre Zeit hier bereits abgelaufen sein könnte. Und der Zorn, den sie mit ihrer Unachtsamkeit über ihre Brüder gebracht hatte, ließ sich nur schwer einschätzen.
Aber sie hatte eine leise Ahnung davon, dass die Zeit in dieser abscheulichen Zelle bei diesen wiederwärtigen Waldweibern möglicherweise die angenehmeren Tage und Nächte darstellte.
Nun galt es noch, sich einen möglichst günstigen Platz für den Dolch zu suchen, den sie noch immer unter den Fellen verborgen hielt.
Doch... schon wieder hörte sie das leise Tappen, das sich unablässig und zielstrebig der Tür näherte.
Lys schloss die Augen, ballte die Fäuste und presste sie gegen die Schläfen.
Heiß fühlte sie die ganze angestaute Wut in sich aufflammen.
Wer wagte es, sie schon wieder in ihren gebeten und Vorbereitungen zu stören?
Sie kam herein... musterte sie... wie ein Tier .................demütigend!
Sie nannte sie niedlich.... interessant... fremd ................erbärmlich!
Sie kniete vor ihr... betrachtete sie... war verzückt..........wiederwärtig!
Sie griff nach einem Ohr ... wollte wissen, ob es weich und flauschig sei
......................... die Hand schnellte nach oben, packte das Handgelenk dieser Hure. All der Hass, all die Wut loderte in ihren Augen auf.
"Fass nie wieder ein Kind des All-Einen an!"
war alles, was Lys in ihrem bebenden Zorn heraus brachte.....
Mit diesem Vorfall war es besiegelt - nichts, aber auch gar nichts würde sie daran hindern, heute zu gehen!
Kaum wieder allein in der Zelle wurde der Dolch im Rücken in den Gürtel gesteckt. So tief, dass nur noch ein kleines Stück des Knaufes heraus sah, sich aber dennoch rasch ziehen ließ.
Sorgsam ordnete sie die Falten ihres Umhanges wieder darüber an.
Doch es sollte anders kommen...
Nur kurze Zeit darauf kam wieder jenes Weib, das ihr schon neulich auf so lächerliche Weise drohte.
Nun war es gewiss - die Antwort ihrer Brüder war eingetroffen.
Und offensichtlich war die Waldhure vor ihr nicht sehr glücklich darüber.
Nunja. Das kümmerte Lys nicht weiter.
Die 'Befragung' sollte fortgesetzt werden. Ein klares JA oder NEIN sollte sie auf die Fragen von sich geben.
Doch wieder gelang es Lys, durch einen belanglosen Plauderton die Gefährtin für eine Weile aus dem Konzept zu bringen, Zeit zu schinden.
Sollte sie ihr ruhig drohen, sollte sie ruhig in dem Glauben bleiben, dass sie mit dem Instrument in der Hand die Augen der Lethra ausschaben würde - Lys hatte den Dolch im Rücken und tief im Bewusstsein.
Auch die anderen in der Zelle anwesenden Frauen würden sie nicht davon abhalten, dieses Stück Vieh vor sich als Geisel zu nehmen.
Sie würde frei kommen. Heute. Jetzt.
Und wieder.... anders als gedacht, als geplant.
Es kam Unruhe in die Zelle, Besuch sei da... eine rannte raus, die nächste hinterher, eine kam zurück, wieder zwei raus...
Lys war alleine.. .und fassungslos.
Auch wenn sie das eigentliche Opfer darstellte - wie konnte diese Gruppe von Frauen so unkoordiniert überstehen?
Wer es wagen sollte, sie bei der Vernehmung eines Gefangenen so zu stören, und auch noch so offensichtlich Chaos in die Angelegenheit bringen...
nein, weder Lys, noch eines ihrer Geschwister hätte sowas je geduldet.
Doch - sie kam zurück... sie, der ihr Gedanke an Vergeltung galt, sie, deren Gesichtszüge und Merkmale sie sich eingeprägt hatte.
Genugtuung machte sich in Lys breit...
......................... ihre Geschwister standen vor den Toren der armseligen Feste ...
Verfasst: Donnerstag 27. Dezember 2007, 14:11
von Tajara Nair
Ein neuer Tag - und viellecht endlich der Letzte mit ihrem Gast. Es war soweit alles besprochen. Die Letharin sollte sich vorerst in Sicherheit wiegen und dann das Gefühl haben eine völlig außer Kontrolle geratene Frau vor sich zu haben. Die Rolle war einstudiert. So war es ja auch notwendig beim Verhör.
Angesichts ihrer Reaktion wartete sie ja nur darauf. Das wäre nicht uninteressant. Nein! Es wäre sogar äußerst kurzweilig und aufschlussreich, das Blaue Ding am Boden auf die Art und weise zu betrachten. Wie reagierte sie auf Stresssituationen? Das war es was Tajara in dem Moment nach dem Zustand des Ureinwohners am Meisten interessierte.
Torina hatte schon Monate zuvor auf Tajaras Bitten hin einige Folterwerkzeuge hergestellt die sie, soweit rechnete Tajara damit, wohl nicht einsetzen musste. Die Androhung von Gewalt war so weit so gut ein hervorragendes Druckmittel. Das Ding in der Zelle jedenfalls war nichtsdestotrotz anders beschaffen als ein Mensch.
Das Einzige, was die Schützin tatsächlich aus dem Konzept brachte war die Nachricht einer Horde Letharen vor ihren Toren. Ein gezielter Schlag ins Gesicht und auch sie entschwand als die Nachricht eintraf. Es war also soweit. Nun würde es irgendwie enden. Die Frage war nun noch das "Wie?"
Sie wollten - oh welch Überraschung - die Blauhaut aus dem Keller. Xinthra schickte Tajara runter, sie herauszuholen. Na was soll's? Sie hätten ihnen ruhig noch einen Tag mehr Zeit verschaffen können, so jedoch war es immerhin schnell vorbei.
Bereitwillig ging das Blauhaut mit Tajara mit. Oben an den Palisaden angekommen wurde sie erst dem Kopf des Ureinwohners gewahr. Nun - was soll's? Es ging nicht anders. Auf Xinthras Befehl hin schubste sie die Blauhaut über die Pallisaden. Sie war für die Gefährtinnen wertlos geworden. Das bedeutete folglich nur, dass man Müll über die Pallisade wirft.
Offenbar sondierten die Letharen das Dorf der Gefährtinnen nach Schwachstellen. Aber selbst da war vorgesorgt worden. Das Holz war durch Wind und Wetter meist feucht, und selbst wenn nicht standen Wassereimer immer in Griffnähe. Die Pallisaden waren Dick. Nur die größten Rammböcke könnten überhaupt etwas anrichten. Noch dazu hatten die Gefährtinnen Heimvorteil.
Wenn sie angreifen würden, würden sie es nicht all zu leicht haben. Holz konnte dick, alt und stabil sein. Konnte Stein das auch?
Später am Abend, die Letharen waren hinfortgezogen, beriet man sich, wie man weitermachen würde. Es wurde zu äußerster Vorsicht geraten. Keine Schwester sollte nicht ohne Meldung, wohin sie verschwand das Lager verlassen.
Sicherheitshalber riet sie Xinthra künftig noch besser auf Ronya acht zu geben, gemäß der Aufgabe konnte man nicht riskieren den Gefährtinnen den Kopf abzuschneiden. Erst wenn Schwerter und Waffen Seitens der Blauhäute gezogen werden würden würde man Schwierigkeiten bekommen. Vorher sollte man es bei Geplänkel belassen. Wer weiß wie grausam diese blauhäutigen Wesen sein konnten, doch nach allem was sie hörte konnten sie das.
Vorsicht war also immer noch geboten.